Posts Tagged ‘Rebellion’

Buchbesprechung: THE MASS PSYCHOLOGY OF FASCISM (Teil 3)

21. Oktober 2020

von Paul N. Mathews

 

Was den Schreibstil betrifft, so vergleichen Sie Carfagnos Schwerfälligkeit in der folgenden Passage (S. xif) mit Wolfes Sprachkompetenz:

Diese Schichten der Charakterstruktur sind, wie ich in meinem Buch Charakteranalyse dargelegt habe, autonom funktionierende Ablagerungen der sozialen Entwicklung.

Wolfe, S.vii:

Wie ich in meinem Buch Charakteranalyse gezeigt habe, sind diese Schichten autonom funktionierende Repräsentanzen der sozialen Entwicklung.

Daher scheint mir die Carfagno-Übersetzung in mehreren wichtigen Punkten hinter der Wolfe-Übersetzung zurückzubleiben: Es fehlt die Genauigkeit von Reichs persönlich übermittelten Absichten; es fehlt die Autorität von Wolfe selbst; und schließlich fehlen ihm die Geläufigkeit, Warmherzigkeit und Bodenständigkeit von Wolfes Übersetzungsstil. Dennoch ist es interessant zu wissen, was einige von Reichs Gedanken vor ihrer endgültigen Bearbeitung waren, aber nicht wegen der „Genauigkeit“. Bis die Wolfe-Version wieder zur Verfügung gestellt wird, muss diese Übersetzung die Lücke füllen.

Um die Thesen von Die Massenpsychologie des Faschismus zu begreifen, bedarf es letztlich eines funktionellen Verständnisses von Reichs Orgasmus- und Charaktertheorie. Mittlerweile läuft das auf ein Verständnis des gesetzmäßigen Funktionierens der kosmischen Orgonenergie im menschlichen Organismus hinaus. Im Wesentlichen ist es wie folgt: Der gepanzerte, orgastisch impotente Mensch ist in drei deutliche charakterologische Schichten strukturiert: Im Kern ist er natürlich, genital gesund, selbstregulierend, rational, verantwortungsbewusst und freundlich; fähig zu anhaltender und kreativer Arbeit und natürlicher Aggression (das Reich des echten Revolutionärs). Die Blockierung dieser Kernschicht im Säuglings- und Kindesalter schließt die Fähigkeit zur gesunden Entwicklung und die adäquate Entladung der Orgonenergie aus, was zu einer sekundären Schicht führt, die voller Brutalität, Sadismus, Perversion und durchgängiger Irrationalität ist, einschließlich Zügellosigkeit und destruktiver Rebellion (das Reich des Faschisten). Diese mittlere Schicht wird durch eine Fassade (die äußerliche oder oberflächliche Schicht) aus falscher Nettheit, Pseudo-Humanitarismus und fingierter Fairness verdeckt (das Reich des Liberalen). Da der Mensch so stark gepanzert ist, ist es die sekundäre Schicht, die überwiegt und die durch die oberflächliche Schicht in Schach gehalten oder durch sozialverträgliche Ersatzmechanismen zum Ausdruck gebracht werden muss. Die Fähigkeit zum genitalen Ausdruck ist begrenzt und, laut Reich, am häufigsten in der rationalen schöpferischen Arbeit und im künstlerischen Ausdruck vertreten. Im Einklang mit der Panzerung des Menschen stehen jene sozialen Institutionen und Ausdrucksformen, die sowohl seine Neurose verstärken als auch in Form einer organisierten politischen Irrationalität, deren Archetyp der Faschismus ist, auf die soziale Szene ausgreifen. Es handelt sich um patriarchalischen Autoritarismus (die zwanghafte Familie), religiösen, rassischen und politischen Mystizismus, dazu mechanistisches Denken und Verhalten sowie deren reaktive Mechanismen wie Zügellosigkeit, Pornographie und künstlicher „Revolution“.

Daher Reichs Auffassung vom Faschismus als einer Krankheit, die in der psychischen Struktur der Massen verankert ist und die die Klassengrenzen überschreitet. Sie basiert auf der orgastischen Impotenz des gepanzerten Menschen, der strukturell nicht zu einer echten Demokratie fähig ist. Als solche ruft sie eine autoritäre patriarchalische Gesellschaft und eine mechanisch-mystische Orientierung hervor. Der faschistische Staat repräsentiert den bewaffneten, organisierten Faschismus eines Durchschnittsmenschen, verfochten von den Massen. In dieser Hinsicht besteht der Unterschied zwischen einer gewöhnlichen Militärdiktatur und dem Faschismus laut Reich bei der ideologischen Anziehungskraft auf und der Unterstützung durch die Massen.

 

Anmerkungen des Übersetzers

f Massenpsychologie, ebenda, S. 11.

 

Literatur

1. Reich, W.: The Mass Psychology of Fascism. Translated by Theodore P. Wolfe, M.D. New York: Orgone Institute Press, 1946.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 5 (1971), Nr. 1, S. 107-112.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Paul Mathews: Ideologie und das Nichtglaubenwollen

3. Juli 2020

 

Paul Mathews:
Ideologie und das Nichtglaubenwollen

 

Linke Dämonen

26. Mai 2020

Ich war heute auf dem Friedhof und mal wieder schockiert über all die aufgegebenen Gräber. Man sieht Grabsteine, die seit Jahrzehnten nicht mehr geehrt wurden. In anderen Kulturen, in denen sich alles um die Ahnen dreht, und auch früher bei uns, wäre so eine Respektlosigkeit undenkbar gewesen und hätte den Ausstoß aus der menschlichen Gemeinschaft bedeutet. Was heutzutage passiert, ist unmittelbarer Ausdruck des Übergangs der gesellschaftlichen Dominanz vom konservativen zum linksliberalen Charakter. Der erstere löst den Ödipuskonflikt, indem er sich mit dem Vater (bzw. umfassend mit der Vaterimago) identifiziert und in Wettstreit mit ihm tritt, der letztere ist ein Rebell, der letztendlich den Vater töten will.

Die systematische Zerstörung unseres Vaterlandes in den letzten zwanzig Jahren (Energiewende, Eurorettung, Coronawahnsinn, allumfassende Linkswende, Umvolkung, etc.) ist unmittelbarer Ausdruck dieser liberalen Charakterdeformation. Es ist ein viehischer Haß gegen alles Überkommene: die ökonomischen Grundlagen des Landes, die Generationen erwirtschaftet haben, werden vernichtet, die kulturellen Grundlagen von der Sprache bis hin zum Städte- und sogar Landschaftsbild und auch die humanbiologischen Grundlagen: der Genpool wird ausgelöscht. Es ist eine vatermörderische Mentalität, die man auf den besagten Friedhöfen plastisch vor Augen geführt bekommt.

Da es sich um einen charakterlichen Zwang handelt, sägen diese Leute mit wachsendem Fanatismus den Ast ab, auf dem sie selbst sitzen. Lächerlicherweise geben sie den umfassenden Haß auf die Vaterimago auch an ihre Kinder weiter, so daß selbst der letzte Rest einer verqueren Rationalität hinter dieser Rebellion verschwindet. Man denke nur an all die Antifa-Bübchen, deren Eltern antiautoritäre Linksliberale, Sozialisten und Kommunisten sind.

Noch irrer ist, daß dies, wie angedeutet, praktisch Selbstmord ist: der „Todestrieb in der Geschichte“. Es geht dabei nicht nur darum, daß wirklich alle denkbaren Grundlagen der eigenen Existenz zerstört werden – man muß an jemanden Denken, der vom Hochhaus springt und im schwerelosen Fall ausruft: „Endlich frei!“ –, auch rein bioenergetisch: die Rebellion gegen die Ahnen ist funktionell identisch mit der Loslösung vom eigenen Lebensquell, dem eigenen bioenergetischen Kern und damit einhergehend führt dies zu einer extrem mechanistischen, lebensfeindlichen Weltanschauung. In diesem Sinne sind Linksliberale, Sozialisten und Kommunisten seelenlose, kernlose, hohle Zombies, Roboter – jedenfalls keine Menschen mehr. Wer die eigenen Vorfahren, das eigene Erbe verrät, wer den Faden, der die menschliche Existenz ausmacht, kappt… Man schaue sich diese Leute doch an! Rein biologistisch betrachtet, von der DNS her, sind es vielleicht noch Menschen, aber biosozial betrachtet… Diese – Dinger haben sich doch selbst vom Menschsein losgesagt! (Und das teilweise WORTWÖRTLICH. Man denke nur an den „Transhumanismus“ und all die anderen „Trans-Bewegungen“!)

Man möge euch mit der Peitsche aus dem Tempel jagen, auf daß ihr ewig in der Hölle schmort! Auf ewig getrennt vom – Vater!

Ideologie und das Nichtglaubenwollen (Teil 7)

8. Mai 2020

 

Paul Mathews:
Ideologie und das Nichtglaubenwollen

 

Paul Mathews: Über den Terrorismus

15. März 2020

 

Paul Mathews:
Über den Terrorismus

 

David Holbrook, M.D.: DIE ÜBERLEGENHEIT DER CHARAKTEROLOGISCHEN IM VERGLEICH ZUR SYMPTOMATISCHEN DIAGNOSE (Therapieverlauf)

28. November 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Die Überlegenheit der charakterologischen im Vergleich zur symptomatischen Diagnose

 

Über den Terrorismus (Teil 5)

19. Oktober 2019

 

Paul Mathews:
Über den Terrorismus

 

Schuld und Schulden

15. September 2019

Es ist ein schönes „rechtspopulistisches“ Bonmot, daß wir alle in einer offenen IRRENANSTALT leben. Wer wollte das bestreiten! Aber geht es auch etwas spezifischer?

Nehmen wir die heute alles beherrschende liberale Charakterstruktur, wie sie von Wilhelm Reich, Elsworth F. Baker, Paul Mathews und Charles Konia beschrieben wurde. Eines ihrer Hauptcharakteristika ist das unverarbeitete nagende Schuldgefühl, das psychogenetisch auf den Ödipuskomplex und hier speziell auf die subversive Rebellion gegen den Vater zurückgeht. Den Rest des Lebens muß man dann immer wieder zeigen, was für ein guter Mensch man doch ist, eben kein hinterhältiger Mörder („Nazi“). Konia hat in den 1960er Jahren das Schuldgefühl bioenergetisch mit der Energie erklärt, die in der gepanzerten Muskulatur festgehalten wird und wegen der Aggressionshemmung (unter der insbesondere der Liberale leidet) nicht entladen werden kann.

Jetzt schaue man sich die Politik an, die absolut manisch zeigen will, daß wir keine „Nazis“ sind, stets darum bemüht ist, durch eigenes Leiden („Einschränkungen“) irgendeine imaginäre „Schuld“ abzutragen und die zu diesem Beginnen das Volk offen in die Selbstzerstörung führt. Die Neurose wird konsequent ausgelebt und normale Menschen wie unsereins stehen daneben und können sich nur verwundert am Kopf kratzen. EIN IRRENHAUS!

Ich habe sogar den Verdacht, daß unsere Wirtschaftspolitik auf die beschriebene liberale Charakterstruktur zurückgeht. Die Nullzins-, wenn nicht gar Negativzinspolitik kann nur dazu führen, daß das erwirtschaftete Kapital geradezu panisch vollkommen un-, wenn nicht kontraproduktiv verschleudert wird, etwa in Schrottimmobilien. Vor allen Dingen soll diese krypto-Gesellianische Politik der Zentralbanken dazu führen, daß keine Energie mehr gebunden, kein Kapital mehr akkumuliert werden kann. Das Geld soll fließen! Es soll also der von Konia beschriebene „Schuldmechanismus“ (Energie Festgefahren in der Muskulatur = Geld festgehalten auf dem Konto) von vornherein unterbunden werden. Dieser Einsicht kommt die deutsche Sprache mit der doppelten Bedeutung des Wortes „Schuld“ entgegen

Ähnliches läßt sich zum linksgrünen Umweltwahn sagen: es geht gar nicht um Umweltschutz (sonst gäbe es ja auch keine Insekten-, Fledermäuse- und Vogelschredder!), sondern darum die Schuld zu beseitigen, indem wir gegenüber der Natur unsere „Schulden“ abtragen, insbesondere unser CO2-Konto. Es ist ein echter Massenwahn aufgrund der Charakterdynamik, die von Wilhelm Reich, Elsworth F. Baker, Paul Mathews und insbesondere Charles Konia aufgedeckt wurde. Der Hebel, um diesen Wahnsinn zu beenden, kann niemals die Politik sein, sondern nur die öffentliche Bewußtmachung dieser Charakterdynamik.

Die soziopolitische Diathese

19. Juli 2019

 

Paul Mathews:
Die soziopolitische Diathese

 

Besprechung von ORGONOMIC FUNCTIONALISM, No. 7 (Teil 1)

1. Juli 2019

Nach Jahren ist dieser Tage wieder eine neue Ausgabe der Zeitschrift des Wilhelm Reich Infant Trust, Orgonomic Functionalism erschienen, die No. 7. Die Artikel stammen aus jedem Jahr zwischen 1935 und 1939.

Das ganze wird eingeleitet durch ein „Gespräch mit einem Frisörgehilfen“ aus Reichs Zeitschrift für Politische Psychologie und Sexualökonomie. Dieses Gespräch ist ein Beispiel für die besagte „politische Psychologie“. Es wird zwei Arten von Lesern geben:

Erstens jene, die in Reich einen (Mit-)Marxisten erkennen, der die Mehrwerttheorie „massengerecht“ darstellt. Ein perfekter Propagandist für die Demokratische Partei der USA, die seit spätestens Bernie Sanders den Sozialismus als Vision für Amerika entdeckt hat. Dazu passend sind viele Artikel nicht nur ins Amerikanische, sondern auch ins – Mexikanische übersetzt worden. Für den US-Amerikaner ist das ein politisches Statement „für Vielfalt und offene Grenzen“.

Die zweite Art von Lesern wird sich über Reichs Argumentation verwundert zeigen. Kein Arbeiter auf der ganzen Welt brauchte jemals die Mehrwerttheorie, um dem Tatbestand seiner Ausbeutung gewahr zu werden. Charakteristischerweise wird der Friseurgehilfe von Reich gefragt, warum er nicht mehr Geld bekomme, wenn die Geschäfte gut laufen, aber nicht, warum er nicht weniger Geld bekommt, wenn diese schlecht laufen.

Verblendet durch Marx‘ pseudowissenschaftliche Theorie sieht Reich nicht, daß die Frage der Bezahlung eine pure Machtfrage ist, die von der Mehrwerttheorie nur verkleistert wird. Diese Theorie hat eine ganz andere Funktion: sie soll den Kapitalismus an sich in Frage stellen. Der Friseurgehilfe könnte statt 100 im Monat 1000 Mark verdienen – solange der Unternehmer den Mehrwert einheimst, bleibt es eine (vermeintliche) Ungerechtigkeit. (Man sieht, ohne MORAL funktioniert der angeblich „materialistische“ Marxismus gar nicht!)

Gerade aus psychologischer Sicht ist Reichs ganzer Ansatz an Absurdität kaum zu überbieten. Der Friseurgehilfe soll seiner vermeintlich eigenen Interessen gegenwärtig werden und damit aufhören sich mit seinem Boß zu identifizieren. Dieser soll enteignet werden und der Mehrwert, der vorher in die Taschen des Kapitalisten floß, soll der Gemeinschaft der Werktätigen zugute kommen. Das bedeutet schlichtweg den Anreiz zu beseitigen, überhaupt Friseursalons aufzumachen und zu expandieren. Der erste Schritt hin zum Sozialismus ist stets die Einführung einer konfiskatorischen Erbschaftsteuer. Daß wir evolutionär so geprägt sind, für unsere Nachkommen zu arbeiten, d.h. für unsere Gene, und daß mit solchen Maßnahmen entsprechend der „psychologische“ Grundantrieb aller ökonomischen Aktivität zerstört wird… Zu diesem biologischen Erbe gehört auch, daß man sich mit seinem Boß identifiziert und mit ihm in Wettstreit tritt. (Ich verweise auf die soziopolitische Charakterologie und den dort beschriebenen grundlegenden „psychologischen“ Unterschied zwischen dem Konservativen, Identifikation und Wettstreit mit dem Vater, und dem Linken, subversive Rebellion gegen den Vater.)

Reichs hochnotpeinlicher Aufsatz ist nur von geschichtlichem Interesse, aber nun wirklich nichts für eine Zeitschrift, die der Verbreitung der Orgonomie dient. Läge der Fokus primär auf der Wissenschaft, würden die Aufsätze parallel im deutschen Original veröffentlicht werden und nicht ausgerechnet auf spanisch! Ich verweise auf Paul Mathews Ausführungen zu den SEX-POL-Essays: Reichs frühe Schriften werden gegen ihn selbst in Stellung gebracht. Die Emotionelle Pest in Aktion: Reich wird benutzt, um die Orgonomie zu zerstören.