Posts Tagged ‘Charakterstruktur’

Papa! (Teil 1)

12. August 2020

Ein Symptom unserer zerfallenden, antiautoritären (d.h. „Antivater-“) Gesellschaft sind bestimmte junge Mädchen, die aus zerfallenden Familien hervorgehen. Der Vater (oder die Mutter zusammen mit der Tochter) verläßt die isolierte Kleinstfamilie, in der seine Tochter mangels Alternativen ihre gesamte Libido auf IHN konzentriert hatte. Nun ist er weg und gemäß ihres (fast immer!) hysterischen Charakters kleidet sie sich infolge extrem aufreizend, um auf „magische“ (d.h. psycho-logische) Weise IHN zurückzugewinnen. Psycho-logisch ist es nämlich IHR Ehemann. Gleichzeitig fühlt sie sich wie der letzte Dreck, eben weil ER sie verlassen hat und macht einen auf Punk, Gothic, Frankensteins Braut. Ihre Lektüre sind Horror- und Vampirstorys. Besonders tragisch wird es, wenn sie in sexueller Unterwerfung das sucht, was sie wirklich vermißt: Liebe, Bestätigung und Geborgenheit.

Jungen in der gleichen Situation werden Bodybuilder oder verfallen irgendeiner anderen Arten von extremem Machismo, um magisch/psycho-logisch den Vater zu ersetzen, – oder sie werden aus naheliegenden Gründen homosexuell oder zumindest „genderfluid“. (Entsprechendes läßt sich über so manches Mädchen sagen, daß dann halt keine „Bitch“ ist, sondern eine „Butch“.)

Ich bin kein Psychotherapeut und kann deshalb das obige nicht weiter ausführen. Es geht auch gar nicht darum, ob das hier nun unbedingt im einzelnen stichhaltig ist, sondern um die grundsätzliche tiefenpsychologische („Ödipuskomplex“) und bioenergetische („Charakterstruktur“) Sichtweise, die zunehmend verlorengeht. An ihre Stelle rücken „dekonstruktivistische“ (zersetzende) vulgärmarxistische und lerntheoretische Herangehensweisen, die darauf hinauslaufen, das Elend zu verfestigen durch familienfeindliche Sozialprogramme und Unterstützung „alternativer Identitäten“. Was immer sich das parasitäre rote Gesindel ausdenken mag und ihren zunehmend blööööderen „Studenten“ an den Universitäten eintrichtert.

Freud und Reich sind heute aktueller denn je. Ihre Theorien sind augenfälliger wahr als jemals zuvor. Doch die Welt wendet sich vermeintlich „zeitgemäßeren“ Erklärungsansätzen zu, nicht mal ahnend, daß sie für den, der sehen kann, vollständig nackt dasteht. Ja, du ahnst nicht mal, was ich sehe, wenn ich dich anschaue, einen üblen Wahnsinn aus genitaler Rache und genitaler Flucht.

nachrichtenbrief164

2. August 2020

nachrichtenbrief163

26. Juli 2020

David Holbrook, M.D.: POLITIK UND ORGONOMIE

10. April 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Politik und Orgonomie

 

Orgonomie und Politik, Kommunismus und Politik

21. Dezember 2019

Es gibt zwei Hauptkritiken an der Orgonomie, die sich auf ihr Verhältnis zur Politik beziehen. Erstens sei die Orgonomie zu unpolitisch und zweitens sei sie zu politisch. Die Tattergreise unter uns, denen noch die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts gegenwärtig sind, werden sich an die heftige Kritik von „Reichianern“ an den Orgonomen erinnern, daß diese „nicht politisch genug“ seien, sondern sich nur mit dem „Orgonzeugs“, Orgontherapie und Kindererziehung beschäftigten, wenn sie nicht sogar „konservativ“ oder „reaktionär“ seien und sich nicht nur nicht an den „gesellschaftlichen Kämpfen“ beteiligten, sondern sich sogar dem sozialen Fortschritt entgegenstellen würden. Mit anderen Worten seien sie zu politisch. Sie würden die Orgonomie politisch mißbrauchen. Dieser letzteren Anklage haben sich sogar manche Orgonomen angeschlossen. Die Orgonomie sei eine Wissenschaft, keine sozialreformerische Bewegung.

„Politisch“, das sind immer die anderen!

Zum Glück gibt es ein Kriterium, mit dessen Hilfe wir dieses Dickicht durchschlagen können. Betrachten wir dazu die Zeit, als Reich sich selbst als „Kommunisten“ betrachtete, also von 1928 bis etwa 1936. Damals war er in seiner politischen Radikalität von niemandem zu überbieten, trotzdem bestritt er in der Nachschau der 1950er Jahre vehement ein politischer Kommunist gewesen. Was das bedeutet? Wie sein Buch Menschen im Staat zeigt, war Reich bis zuletzt ein vehementer Vertreter der Marxistischen Strukturanalyse, derzufolge diese Gesellschaft auf wertschaffender Arbeit beruht, deren Mehrwert (also alles, was über die bloße Reproduktion der Arbeitsfähigkeit hinausgeht) einer kleinen parasitären Minderheit, statt der arbeitenden Mehrheit zugutekommt. Ein politischer Kommunist zu sein bedeutet, diese wissenschaftliche Analyse hinter einem Vorhang von Parteipolitik verschwinden zu lassen, bei der es einzig und allein um die „Machtfrage“ geht. Beispielsweise werden „bürgerliche“ Wahlen nicht genutzt, um über die strukturelle Ausbeutung der Werktätigen aufzuklären, sondern um politische Spielchen zu betreiben.

Ähnlich sieht das heute aus. Die Orgonomie ist nicht politisch! Man nehme etwa den Blog von Charles Konia. Dieser wirkt nur oberflächlich „rechtskonservativ“. Wenn man genauer hinschaut, geht es Dr. Konia einzig und allein um eine Strukturanalyse. Er führt gesellschaftliche Phänomene auf die Charakterstruktur der Massen zurück und kommt so zu seinen Einschätzungen. Bei den heutigen „Reichianern“ und Pseudo-Orgonomen ist es grundlegend anders. Sie haben ihre vermeintlich „orgonomische“ MEINUNG und betrachten die Welt mit dieser Brille. Sie sind politisch im Sinne von „unwissenschaftlich“, während für Konia eine politische Betrachtungsweise keinen Sinn macht. Er betrachtet die Gesellschaft von der soziopolitischen Charakterologie her, ähnlich wie der „nichtpolitische Kommunist“ Reich sie einst von der Mehrwerttheorie her betrachtete.

David Holbrook, M.D.: EIN SCHIZOPHRENER NÄHERT SICH DER COUCH (Zusammenfassung)

6. Oktober 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Ein Schizophrener nähert sich der Couch (Zusammenfassung)

 

David Holbrook, M.D.: EIN SCHIZOPHRENER NÄHERT SICH DER COUCH (Einführung)

30. September 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Ein Schizophrener nähert sich der Couch (Einführung)

 

Politik und Orgonomie (Teil 1)

31. Juli 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Politik und Orgonomie

 

Warum all die langweiligen Fallgeschichten im JOURNAL OF ORGONOMY? (Teil 2)

25. Juli 2019

Der erste Teil schloß mit Dr. Konias Verdammung der Laientherapie. Was wirkliche Orgontherapie ist, hat Konia wie folgt auf klassische Weise dargestellt:

Orgastische Potenz ist die Fähigkeit, sich der unwillkürlichen Erschütterung des Organismus vollständig zu ergeben und die sexuelle Erregung auf dem Höhepunkt der Genitalumarmung vollständig zu entladen. Personen mit dieser Fähigkeit sind genitale Charaktere.

Bei der klinischen Beobachtung von Individuen und Gruppen fand Reich heraus, daß die große Mehrheit der Menschen an einer Störung der orgastischen Potenz leidet. Die Bedeutung dieses allgegenwärtigen Zustands ist tiefgreifend: er hindert den Organismus daran, seine Energiewirtschaft zu regulieren. Gleichzeitig manifestiert sich die überschüssige Energie, die nicht ausreichend entladen wird, über das gesamte Spektrum der menschlichen Gefühls- und Verhaltenspathologie hinweg. Die Charakterdiagnose des Individuums ist lediglich eine Beschreibung der Art und Weise, in der spontane orgastische Empfindungen und Bewegungen blockiert werden. Der Patient ist in seinem Panzer buchstäblich eingeschlossen. Eine korrekte Charakterdiagnose ist der notwendige Schlüssel, um seine neurotische Struktur zu entsperren. Die klinische Beobachtung zeigt immer wieder, daß die erfolgreiche Auflösung der neurotischen Charakterstruktur (Panzer) des Patienten auf der Grundlage einer korrekten Charakterdiagnose letztendlich von spontanen Bewegungen des Gesamtorganismus und überwältigenden Lustempfindungen im Genital begleitet wird – beides Voraussetzungen für orgastische Potenz. Ohne die strikte Einhaltung des Standards der orgastischen Potenz mit dem Ziel der Genitalität als Gesundheitskriterium ist eine medizinische Orgontherapie nicht möglich. Die Ausrichtung der Therapie wird streng von diesem Ziel bestimmt. Ohne sie ist die Therapie richtungslos und das Ergebnis eine Sache des Zufalls. (The Journal of Orgonomy 50(2), S. 215f)

Buchbesprechung: SEX-POL-Essays, 1929-1934 (Teil 4)

6. Juli 2019

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Besprechung SEX-POL-ESSAYS, 1929-1934 von Wilhelm Reich