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Remote Viewing, ein notwendiger Nachtrag

11. Januar 2017

Meine Begeisterung für das Remote Viewing hat einen empfindlichen Dämpfer erfahren, als ich mir jetzt das Video zum Remote Viewing der Kreuzigung Jesu angeschaut habe. Nach wie vor, glaube ich, daß das Remote Viewing funktioniert. Es ist schlichtweg unbestreitbar, daß die Ziele von den Remote Viewern erkannt werden. Ich frage mich jedoch, ob man wirklich viel mit den Details anfangen kann. Beispielsweise wurde der Remote Viewer blind auf die Kreuzigung Jesu angesetzt und beschreibt eindeutig ein entsprechendes Ereignis, doch was er genau ausführt, der Plot und seine Einzelheiten, kann so unmöglich stattgefunden haben.

Zunächst einmal gibt der Auftraggeber zu, daß er sich vor der Fragestellung mit dem „gechannelten“ Material von „Seth“ auseinandergesetzt hatte. Dort steht, daß es nicht Jesus war, der am Kreuz starb, sondern sozusagen ein „Stellvertreter“. Und, welch Zufall, genau diese Geschichte wurde auch vom Remote Viewer „gesehen“: Jesus wollte nicht am Kreuz sterben und schickte jemanden vor, der sich an seiner statt kreuzigen ließ, da dieses willige Opfer glaubte, nur durch einen blutigen Kreuzestod werde „die Schrift erfüllt“.

Es geht beim Remote Viewing um „geistige Prozesse“, etwa telepathische Beeinflussung. Mir kann niemand sagen, daß die bewußten und unbewußten Intentionen des Auftraggebers und die kollektive Vorstellungswelt der Menschen aus dem Umfeld nicht die „Schau“ des Remote Viewers beeinflussen. Daß das Remote Viewing entsprechend „verunreinigte“ Resultate zeitigt, zeigt dieser Fall, denn so, wie sie der Remote Viewer beschreibt, kann sich die Geschichte um die Kreuzigung gar nicht zugetragen haben. Niemand, wirklich niemand, konnte bei Jesu triumphalen Einzug in Jerusalem auf die bizarre Idee gekommen sein, daß Jesus sich würde opfern müssen, um irgendwelche biblischen Prophezeiungen zu erfüllen. (Schließlich kommt heute auch kein Rabbi auf solche abwegigen Ideen!) Vielmehr war Jesus dramatisch und denkbar drastisch gescheitert und mit ihm zusammen die Jesus-Bewegung gestorben. Die Kreuzestheologie, und damit das Christentum, entstand erst nach der unerwarteten Auferstehung. Außerdem kam die dem römischen Recht entspringende kleingeistige Idee, daß Gott ein „Opfer“ wollte, mit dem eine Schuld getilgt wird, erst 1000 Jahre später in der Westkirche auf. Die ersten Christen sahen vom Blickwinkel der Auferstehung her das Kreuz als neuen „Baum des Lebens“ und entsprechend in Golgatha eine Rückgängigmachung des todbringenden Geschehens im Garten Eden. „Wer an Jesus glaubt, hat Anteil am ewigen Leben.“

Ziel 9351/4269

6. Januar 2017

Remote Viewing beruht darauf, daß auf einer bestimmten Ebene Raum und Zeit nicht trennt, so daß Remote Viewers beobachten können, wie sich jetzt russische Wissenschaftler in geheimen sibirischen Labors auf den Dritten Weltkrieg vorbereiten oder wie vor Jahrtausenden die Ägypter die Pyramiden gebaut haben. Das ist kein Kokolores, denn all das läßt sich prinzipiell unabhängig verifizieren. Und das nicht nur durch die Fakten, die schließlich „geschaut“ werden, sondern auch durch die innere Konsistenz des ganzen Unternehmens. Beispielsweise formuliert der Auftraggeber eine Frage, bezeichnet diese mit einem beliebigen Zahlencode („Ziel 9351/4269“ oder was auch immer) und schickt diesen per email, so daß jede Suggestion durch persönlichen Kontakt ausgeschlossen ist, an zwei Remote Viewer, die nichts voneinander wissen und vor allem auch nichts darüber, was sich hinter „9351/4269“ verbirgt. Ihre Antwort wird beim einen vielleicht sein: „Das Ziel 9351/4269: Ich sehe eine weite weiße, möglicherweise vereiste Fläche. Ein zugefrorener See? Am Ufer? steht ein dreistöckiges Gebäude. Ich spüre viel Aufregung. Ein Unfall?“ Und so weiter. Macht diese „Schau“ des Remote Viewers überhaupt irgendeinen Sinn im Zusammenhang mit der Frage? Stimmt sie mit der „Schau“ des zweiten einigermaßen überein? Und wie gesagt: Hat das ganze irgendeinen Bezug zu einer objektiv überprüfbaren Realität?

Wenn das aber alles so stimmig ist, dann müßte man doch auch „problemlos“ in die Zukunft blicken können und genau hier wird es haarig. Bei Zukunftsvorhersagen versagen die Remote Viewer nämlich regelmäßig. Zunächst einmal gibt es kein klar umgrenztes Ziel, wie in der Vergangenheit oder Gegenwart. Und ansonsten sind sie in der Vorhersage wie jeder andere auch: je weiter es in die Zukunft geht, desto fehlerhafter erweisen sich die Vorhersagen, nachdem die Zeit verstrichen ist und die Aussagen verifiziert werden können. Heutzutage wird das gerne mit einem Multiversum erklärt. In einer der beiden Grundinterpretationen der Quantenmechanik spaltet sich das Universum bei jedem Quantenereignis im „Hyperraum“, so daß die Universen immer weiter divergieren, d.h. selbst wenn ich in die Zukunft blicken kann, verliert sich diese zunehmend im „Geäst“ der ständigen Bifurkationen.

Dieses Konzept ist natürlich eine vollständige Absurdität, denn… Jedes Jahr müssen die Astronomen konstatieren, daß das Universum noch viel größer ist, als sie bisher ohnehin glaubten. Wenn man dieses Modell aber nicht wörtlich nimmt, dann bleibt nur die Orgonometrie: in ihrer Grundstruktur ist die Welt keine Linie, bei der eine Ursache eine Wirkung hat, sondern sie fächert sich auf. Ein Wandersmann, der auf eine Weggabelung nach der anderen stößt, spaltet sich zwar nicht auf, aber im Laufe der Zeit wird der Weg, den er einschlägt, immer unvorhersehbarer.

Ein weiteres Problem mit dem Remote Viewing, wie es etwa vom Farsight Institute betrieben wird, ist die vollständige Absurdität der Ergebnisse. Man nehme etwa die Cheops-Pyramide: Insektenartige Außerirdische vom Typ „Gottesanbeter“ hätten die tonnenschweren Steinquader mit einer Art „Laserschwert“ aus dem Feld geschnitten und dann zur Baustelle „levitiert“. Dazu benutzten sie zwergenhafte Arbeitssklaven. Das ganze diente der Versklavung der Menschen. Sie wurden dann von „nordisch“ aussehenden humanoiden Außerirdischen vertrieben, die es gut mit den Menschen meinten. Das ganze wird noch drolliger bei den berühmten „Lichtern von Phoenix“: ein gigantisches UFO, das Ende der 1990er Jahre von Tausenden in Arizona gesichtet wurde. Als die Remote Viewer „an Bord gingen“ stellten sie fest, daß das Raumschiff von einem großen „nordischen Außerirdschen“ mit blonden langen Haaren mit einer Crew aus „braunen Zwergen“ gesteuert wurde… Und es geht noch bizarrer: das Ereignis liegt zwei Jahrzehnte zurück, trotzdem merkte der Außerirdische 1997, daß er vom Remote Viewer 2016 beobachtet wurde (siehe dazu meine Überlegungen oben!). Das ist allgemein bei Außerirdischen der Fall: sie merken, daß sie „besucht werden“ und geben dem Remote Viewer zu verstehen, daß er verschwinden soll, sonst…

Ich muß da an Reichs Überlegungen über „Raummenschen“ bzw. „CORE-Menschen“ denken, die die „Ea“ steuern – siehe Contact with Space.

 

Der seherische Hund

13. März 2016

Ein Team um Lisa Lit von der University of California in Sacramento konnte nachweisen, daß Spürhunde durch die Gedanken ihrer Hundeführer beeinflußt werden können.

So schlagen Drogenhunde beispielsweise häufiger falschen Alarm, wenn ihr Herrchen davon überzeugt ist, daß sich an einem bestimmten Ort Rauschmittel befindet. (…) Zurückzuführen ist das Phänomen vermutlich darauf, daß die Tiere auf unbewußte winzige Verhaltensänderungen des Hundeführers reagieren. Vor allem die Körperhaltung und die Mimik der Begleitperson seien die wahrscheinlichste Quelle für die ungewollten Hinweise (…).

Diese Hunde tun damit ähnliches wie der Magier Hanussen, der Gedanken durch „Muskellesen“ las. Interessant ist die Frage, ob es von dort aus nicht Übergänge zu tatsächlichem „Gedankenlesen“ (Telepathie) gibt. Man denke in diesem Zusammenhang an die Orgontherapie, wo es ebenfalls um die Wahrnehmung feinster Verhaltensnuancen und um eine Art von „Muskellesen“ geht. Manche Orgontherapeuten, wie etwa Elsworth F. Baker, berichten, daß der therapeutische Kontakt manchmal spontan in regelrechte Telepathie übergeht.

Was ist, wenn Lit bei ihren weiteren Forschungen findet, daß die Hunde auch dann von den Kognitionen ihrer Herrchen beeinflußt werden, wenn sie sie weder sehen noch riechen können? Spätestens dann ist die Grenze der mechanistischen Wissenschaft überschritten.

Aber auch für die Orgonomie gibt es Probleme, wenn eine Kommunikation über das Orgonenergie-Feld fraglich wird. Das ist beispielsweise beim „Remote Viewing“ der Fall. Hier scheinen Distanzen keinerlei Rolle mehr zu spielen. Endgültig bricht jedes „energetische“ Erklärungsmodell in sich zusammen, wenn es um Präkognition geht.

Das einzige Erklärungsmodell, daß dem mechanistischen Wissenschaftler dann noch zur Verfügung steht, sind „zusätzliche Dimensionen“, die dem „Geist“ irgendwie zugänglich sind, und die ihm sozusagen ermöglichen einen Punkt zu erreichen, von dem aus er Vergangenheit und Zukunft wie eine Landschaft überblicken kann. (So als wären „höhere“ Dimensionen etwas anderes als ein bloßer mathematischer Kunstgriff!)

Was hat die Orgonomie dazu zu sagen? Ganz einfach, daß Zeit und Länge (Raum) nicht, sozusagen, die letzten unwandelbaren Instanzen sind, sondern heterogene Funktionen darstellen, die ineinander übergehen können. Wie in Orgonometrie: Teil 1 erläutert:

Der Übergang von Zeit in Länge bedeutet Aufhebung der zeitlichen Trennung. Man denke beispielsweise an das Gedächtnis. Entsprechend heißt Übergang von Länge in Zeit Aufhebung der räumlichen Trennung. Beispiele sind Phänomene wie „Synchronizität“ oder die Gravitation („Fernwirkung“).


In diesem Bereich entfaltet sich das, was wir „Bewußtsein“ nennen. Wir können etwas visualisieren, d.h. innere Hörspiele und Filme abspulen lassen, in denen die üblichen Gesetze von Raum und Zeit (d.h. der Bewegung, L/t) nicht mehr gelten. Dies wird insbesondere in Träumen evident, man denke nur an die von der Psychoanalyse beeinflußten surrealen Filme von Luis Buñuel. Ein Film zeichnet etwas auf, d.h. bewahrt es im Gedächtnis (t → L) und stellt im Filmschnitt unerwartete Beziehungen her (Synchronizität, L → t).

Die Welt ist kein Film, aber es widerfahren uns Dinge in ihr (etwa Vorahnungen und unglaubliche Zufälle), die zeigen, daß man nicht alles auf bloße Bewegung reduzieren kann.

Reichianischer Mystizismus (Teil 2)

27. August 2014

Es gibt einige Möchtegern-Orgontherapeuten, aber auch authentische Orgonomen, die in den letzten 25 Jahren sich der „Geistheilung“ zugewandt haben. Es sind durchweg Leute, die in der Vergangenheit durch ihre „spirituellen“ Interessen aufgefallen sind. Ich selbst wurde durch Zufall und ungewollt vor vielen Jahren zum Patienten eines solchen „orgonomischen Geistheilers“. Die Sitzung hat vielleicht 3 oder 4 Minuten gedauert, war nicht gerade von gegenseitiger Sympathie getragen und ich habe mich sogar innerlich gegen „diesen Humbug“ aufgelehnt, – aber trotzdem hat die Therapie gewirkt. Tatsächlich machte es „Knack“ in meinem Kopf und etwas Flüssigkeit lief aus meinen sinusitis-geschädigten verstopften Stirnhöhlen ab. Der Effekt war wohl nicht dauerhaft, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, daß „Geistheilung“ nicht schlichtweg Unsinn ist.

Zunächst die Frage, was man genau unter „Geistheilung“ versteht. In meinem Fall behauptete der Heiler, das Orgonenergie-Feld des Menschen hätte verschiedene Schichten und er würde diese unterschiedlichen Schichten manipulieren. Das entspricht in etwa der Methode von Franz Anton Mesmer, mit der ich keinerlei Probleme habe und die gut reproduzierbar ist. Eine ganz andere Geschichte sind Fernheilungen, die Rolle der Intention („Geist beherrscht Materie“) oder gar das Herabrufen von Geistwesen (der Heiler als Kanal geistiger „Heilenergien“, etc.). Einfache, d.h. energetische, Erklärungen, beispielsweise „Mesmerismus“, werden, wie auch in meinem oben beschriebenen Fall, nicht akzeptiert und auf „geistigen“ (mystischen) Theorien beharrt.

Selbst wenn man eingesteht, daß es „geistige“ Phänomene gibt, sind dies durchweg überraschende Einzelereignisse, die sich nicht wiederholen lassen. Bestimmte Aspekte des Lebendigen unterliegen nicht unserer Verfügungsgewalt, obwohl Einzelfälle vollkommen unerklärlich bleiben.

2004 haben Donn Young vom Comprehensive Cancer Center und Erinn Hade vom Center for Biostatistics der Ohio State University im Journal of the American Medical Association eine statistische Studie über das „Timing“ von über 300 000 Krebstodesfällen in Ohio zwischen 1989 und 2000 veröffentlicht. Die beiden Forscher konnten nachweisen, daß Krebskranke nicht in der Lage sind, ihren Todeszeitpunkt so hinauszuzögern, daß sie an Familienfeierlichkeiten noch teilnehmen können.

Der britische Psychologe Richard Wiseman von der Universität of Hertfordshire hat 2009 mit Hilfe des Netzwerks „Twitter“ anhand von 7000 Teilnehmern gezeigt, daß Remote Viewing nicht funktioniert, obwohl 38% der Teilnehmer an solche Phänomene glaubten und 16% sogar von sich behaupteten, über derartige Fähigkeiten zu verfügen.

An vier Tagen suchte Wiseman einen jeweils anderen geheimen Ort auf. Die Teilnehmer sollten ihm über Twitter diesen Ort beschreiben. Danach ließ er ihnen Bilder von fünf Orten zukommen, darunter eines vom Ort, wo er sich gegenwärtig befand.

In allen vier Versuchen wählte die Mehrheit ein falsches Bild aus. Sobald die Teilnehmer den tatsächlichen Ort kannten, sahen 31 Prozent von denen, die ans Paranormale glaubten, allerdings eine starke Übereinstimmung zwischen ihren Gedanken und dem richtigen Bild. Demgegenüber sahen nur zwölf Prozent der Skeptiker eine solche Übereinstimmung. Diese Art des Denkens würde Menschen dazu führen, Zusammenhänge zu sehen, die es in Wirklichkeit nicht gibt, folgert Wiseman aus seinen Ergebnissen.

Das Grundproblem der „Geistheilung“ und anderer derartiger Prozeduren, etwa Remote Viewing, liegt darin begründet, daß solche Phänomene nicht oder nur in einem sehr geringen Maße steuerbar und beherrschbar sind. Es ist sozusagen das funktionelle Gegenteil des Mechanismus, bei dem alles vorhersehbar und absolut verläßlich wie in einem Uhrwerk abläuft. Wenn versucht wird, paranormale Fähigkeiten in Nachäffung des Mechanismus zu „kult-ivieren“, beruht das auf einem grundsätzlichen Mißverständnis.

MechMys

Jede Schule, ja jeder „Guru“, der „östlichen Weisheitslehren“ vertritt ein anderes System, mit dem „subtile Energien“ reguliert werden sollen. Ein Beispiel ist „Tantra“ (siehe Die Massenpsychologie des Buddhismus).

Bedrohlich wird es, wenn „Reichianer“ dieses östliche Chaos mit ihren westlichen Mißverständnissen verschlimmern und ihre „Patienten“ mit Traditioneller Chinesischer Medizin („TDM“) oder Ayurveda malträtieren. Das wird dann als „Erweiterung“ der Orgonomie verkauft. Untergründig wird dem „Patienten“ ein raunendes „Die Weisheit der Jahrtausende blickt auf dich herab!“ vermittelt. Daß dieser anti-aufklärerische Mist ausgerechnet mit dem Namen „Wilhelm Reich“ verbunden wird…

Beispielsweise bot im Juni 2006 die in Berlin ansässige „Wilhelm Reich Gesellschaft“ ein Seminar über „Tantrische Geheimtechniken der Gralsblutlinie“ (sic!) an – und das alles unter dem Namen des Autors der Massenpsychologie des Faschismus (siehe auch meine Ausführungen zur Anthroposophie an anderer Stelle). Wie Max Liebermann angesichts der SA-Aufmärsche nach der „Machtergreifung“ sagte: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“

Dieses Thema habe ich bereits in einem älteren Blogeintrag in Zusammenhang mit der Akupunktur angeschnitten. Dort verwies ich auf eine Studie, die gezeigt hat, daß Akupunktur definitiv nicht so funktioniert, wie uns weisgemacht wird. Des weiteren verweise ich auf die bereits 2004 veröffentlichten „Gerac Studien“ (German acupuncture trials). Diese bisher größte Akupunktur-Studie hat erwiesen, daß es vollkommen schnurz ist, wo die Nadeln gesetzt werden, der (Placebo-) Effekt ist immer der gleiche. Den Sinologen und Medizinhistoriker Paul Unschuld verwunderte dieses Ergebnis nicht: der Kenner weiß, daß es innerhalb und außerhalb Chinas eine Unzahl von Akupunktur-Traditionen gibt. Oder mit anderen Worten: die Akupunktur-Punkte sind vollkommen willkürlich gewählt.

2009 wurde in den Archives of Internal Medicine eine Studie veröffentlicht, die zeigte, daß drei unterschiedliche Arten von Akupunktur sehr viel effektiver gegen Kreuzschmerzen wirken als die gängige Behandlung. Eine der drei Akupunktur-Anwendungen war jedoch nur eine vorgetäuschte Akupunktur mit Zahnstochern! (Die anderen beiden waren das Standardverfahren und Akupunktur, die auf den jeweiligen Patienten individuell abgestimmt war.)

Ich bezweifle nicht, daß Akupunktur etwas mit der organismischen Orgonenergie zu tun hat, jedoch sind „Meridiane“ (in denen die Orgonenergie angeblich fließt) und spezielle Nadeln nichts weiter als mechano-mystischer Hokuspokus. Das ganze erinnert an „Reichianische“ Therapien mit ihren lächerlich ausgefeilten Körperhaltungen und Körperübungen und all dem Firlefanz mit dem „Energie in Bewegung gebracht“ werden soll. Mit Orgontherapie hat das alles herzlich wenig zu tun. Sie wissen nicht, was sie tun!

Ich habe den leisen Verdacht, daß es mit der Craniosakaraltherapie auch nicht viel anders bestellt ist. Wie anfangs erwähnt, kämpfe ich mit chronischer Sinusitis. Eines Tages kam mir der Gedanke, mit den gespeizten Fingern meiner beiden Hände sanft meinen Schädelknochen zu massieren und ich stellter fest, daß dieser leichte Druck auf den Schädel zu dramatischen Ergebnissen führt: die Stirnhöhlen entleeren sich.