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Das Weltgeschehen, die Medien und Modju (letzter Teil)

22. August 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.

 

Die letzte Frage, mit der ich mich befassen möchte, ist die nach dem Ursprung und der Natur des Medienliberalismus und seinem geheimen Einverständnis mit Modju. Liberale haben Charakterstrukturen, die auf intellektueller Abwehr beruhen, während Konservative sich physisch (durch die Muskulatur) schützen. Der Liberale leidet unter Schuldgefühlen aufgrund des subversiven Hasses gegen den Vater und des Mangels an religiösem Trost. Seine Energie konzentriert sich im Kopf, um sich gegen seine sekundäre Schicht zu verteidigen. Er ist daher nicht nur außer Kontakt mit seinem Kern, sondern auch mit seiner brutalen sekundären Schicht, gegen die er sich mit immer stärker werdenden Beteuerungen seiner humanitären Gesinnung wehrt. Der rote Faschismus ist dabei insofern attraktiv, als er ihn bei seiner humanitären Abwehr durch die Vortäuschung guter Ziele unterstützt und ihm gleichzeitig ein Ersatzventil für seinen unterdrückten brutalen Hass und Aggression durch reale brutale Aggressionen, wie in Ungarn und Afghanistan, bietetr. Medienleute neigen dazu, „intellektuelle Typen“ zu sein, d.h. kopforientiert. Medienarbeit erfordert jedoch im Allgemeinen viel Energie, Aggression und Klugheit. In Anbetracht des gepanzerten Zustands der Menschheit sind die Medien ein natürlicher Magnet für viele Charaktere, der pestkranken Art, d.h. Charaktere mit hoher Energie, großer Klugheit (das „kurzgeschlossene Genie“), orgastischer Impotenz mit schwerer Beckenblockade usw. Es zieht auch Machtsuchende, Manipulatoren, Provokateure und einige gute und ehrliche Männer an. Es gibt jedoch eine ausreichend große Anzahl von emotionalen Pest- bzw. Modju-Typen, die Meister der Destruktivität auf der sozialen Bühne sind, die aufgrund ihres Mediums und ihrer bewussten oder unbewussten Ziele wirksam sind.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Angriffe auf Reich von den zahlreicheren und einflussreicheren liberalen und linken Medienquellen kamen und dass die freie Welt, insbesondere die Vereinigten Staaten, bei ihnen so schlecht wegkommt. Ein besseres Verständnis dieser Mechanismen wird hoffentlich dazu beitragen, die liberale Gehirnwäsche zu durchbrechen und den Politikgestaltern der Zukunft Orientierungshilfe zu bieten.

 

Anmerkungen des Übersetzers

rDer Ungarische Volksaufstand vom 1956. Der Freiheitskampf endete mit der Invasion durch den Einmarsch der übermächtigen Sowjetarmee, die am 4. November 1956 eine pro-sowjetische Regierung installierte. Hunderte Aufständische wurden durch die kommunistischen Machthaber hingerichtet, zehntausende wurden eingekerkert oder interniert. Hunderttausende Ungarn flüchteten vor der Diktatur in den Westen.
Die sowjetische Intervention in Afghanistan fand zwischen 1979 und 1989 statt. Die Folgen des Krieges waren für die afghanische Bevölkerung: 600 000 bis 2 000 000 Getötete, 5 Millionen Flüchtlinge außerhalb Afghanistans, 2 Millionen Binnenvertriebene, ca. 3 Millionen Bürger Afghanistans verwundet.

 

Literatur

  1. Reich, W.: Äther, Gott und Teufel. Frankfurt: Nexus, 1983
  2. Reich, W.: Bibliography on Orgonomy (1920-1952), „Prefatory Note“, Orgone Energy Bulletin 5:1, 1953
  3. Reich, W.: Christusmord. Olten, Freiburg im Breisgau: Walter, 1978
  4. Baker, E.F.: Der Mensch in der Falle, München: Kösel, 1980
  5. Reich, W.: Die Massenpsychologie des Faschismus. Köln: Kiwi 1986
  6. Reich, W.: „Truth Versus Modju“, Orgone Energy Bulletin 4: 162-170, 1952
  7. Reich, W.: Charakteranalyse. Köln: KiWi, 1989
  8. Pipes, D.: „Khomeini, the Soviet and U.S.“, New York Times, Op-Ed page, May 27, 1980
  9. Bernstein, L.: „Just Suppose We Disarmed“, New York Times, Op-Ed page, June 10, 1980
  10. Breastrup, P.: Big Story. Boulder, Co.: Westview Press, 1977 (One volume ed., Anchor Books, Doubleday, N.Y., 1978)
  11. Halberstam, D.: „Interview on `The Powers That Be´“, Book Digest, July, 1979
  12. Reich, W.: Menschen im Staat, Frankfurt: Stroemfeld/Nexus, 1995
  13. Weeks, A. L.: „The Long Shadow of Lenin’s `Worse Is Better´“, The Christian Science Monitor, April 23, 1980
  14. Reich, W.: „Modju at Work in Journalism“, Orgone Energy Bulletin 5:85-89, 1953

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 14 (1980), Nr. 2, S. 211-222.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Das Weltgeschehen, die Medien und Modju (Teil 7)

18. August 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.

 

Wie bereits erwähnt, sind die Medien wahrscheinlich das mächtigste soziale Mittel, um die Sichtweisen und das Denken von Menschenmassen zu prägen. Unter den Medien verstehe ich alle Formen der Massenkommunikation von Nachrichten und Ideen: Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Theater, Film, Fernsehen, Radio und die verschiedenen Künste. David Halberstam, ein eher liberaler Reporter, erklärt: „Ich denke, die Medien spielen heute weitgehend die gleiche Rolle, die das politische System früher gespielt hat … Ich denke, dass alle Macht korrumpiert, und ihr Einfluss ist größer, als ich es gerne hätte“ (11).

Kann man berechtigterweise einen Großteil der Medien als bewusste oder unbewusste Agenten der schlimmsten politischen Pest der Geschichte bezeichnen? Die Antwort auf diese Frage beruht auf bestimmten subjektiven und objektiven Kriterien, den eigenen orgonotischen Sinnen, die mit der Auswertung objektiver Beweise gekoppelt werden. In totalitären Gesellschaften werden alle Formen von Medien vom Staat streng reguliert, mit dem ausdrücklichen Ziel, die Massen zu kontrollieren und zu manipulieren – durch Angst und Indoktrination. Zwar gibt es auch in freien Gesellschaften Manipulationen der Massen für kommerzielle, politische oder kulturelle Zwecke. Aber während das Ziel der totalitären Gesellschaft darin besteht, Freiheit und Leben selbst zu unterdrücken, ist das der gesünderen und freieren Gesellschaft weit weniger exotisch: ein Produkt zu verkaufen, einen Amtsträger zu wählen oder ein Publikum in die eine oder andere Richtung zu überzeugen, im Wettbewerb mit Konkurrenten, die andere Produkte und Standpunkte anbieten. Tatsächlich sind die Medien selbst von der staatlichen Kontrolle so unabhängig, dass sie, wie bereits erwähnt, eine Macht für sich selbst werden – zum Guten oder zum Bösen. In totalitären Gesellschaften gibt es keine bedeutsamen Unterschiede bei Produkten oder Standpunkten. Der Status von Ideologie und Politik in einem solchen Land wurde von Reich in „Grundsätzliches zum roten Faschismus“ (12q) treffend beschrieben: „Der rote Faschismus unterscheidet sich von anderen Formen von Politik dadurch, dass er jegliche Mechanismen gegen den Missbrauch der Macht ausschaltet und damit den übelsten Politikern zur Macht verhilft.“

Wie erhält man dann eine freie Gesellschaft aufrecht, wenn die Freiheit von bösen Kräften missbraucht werden kann, um eben diese zu zerstören? Sicherlich würde die Eroberung der Medien die kostbarste Frucht für eine Machtergreifung darstellen. Dies war einer der Haupterlasse Lenins. Hitler erklärte, er habe von den Marxisten und Kommunisten mehr gelernt als jeder andere (13). Wie erkennen wir solche Täuschungsmanöver und Manipulationen und wie können wir sie durchkreuzen? Lassen Sie uns zunächst vier relevante Fragen stellen und beantworten:

F. Was ist die Funktion der Medien in einer freien Gesellschaft?

A. Sie sollen genau informieren, wichtige und notwendige Dienstleistungen erbringen, unterhalten und in einigen Fällen dazu beitragen, wettbewerbsfähige Waren, Dienstleistungen oder Ideen zu verkaufen.

F. Sollten die Medien Einschränkungen unterliegen?

A. Ja, wenn sie die verschiedenen genannten Funktionen nicht in ehrlicher und gerechter Weise erfüllen, oder wenn es den Zielen und Funktionen derjenigen dient, die die Befähigung der Medien, ihre Funktionen zu erfüllen, beseitigen würden, wie etwa Faschisten jedweder Sorte, Kriminelle, Pornographen usw.

F. Wer sollte die Verstöße der Medien feststellen und welche Restriktionen sollten verfügt werden?

A. In einer gesunden, genitalen Gesellschaft ständen rationale Prozesse und Gedanken sowie orgonotische Sinne zur Verfügung, um Festlegungen zu treffen. In der gepanzerten Gesellschaft wären Gesetze, die auf dem besten Verständnis eines rationalen Konstitutionalismus basieren, die besten Mittler. Diese Gesetze sollten das Verständnis beinhalten, dass eine solche Aussage wie der Erste Zusatz der amerikanischen Verfassung nicht dazu bestimmt war, diejenigen zu immunisieren, die ihn für seine eigene Abschaffung einsetzen würden. Natürlich sollte ein rechtsstaatliches Verfahren eingehalten werden, um die Schuld oder Unschuld des Angeklagten möglichst fair zu bestimmen und die Beschränkungen sollten mit der Schwere der Straftat übereinstimmen, vom Erteilen eines Tadels und Geldstrafen bis hin zum Verlust der Lizenz und Inhaftierung. Wenn ein Krimineller ein Kandidat für ein Gefängnis ist, warum nicht ein „Medienkrimineller“, der allein oder in Komplizenschaft mittels seinem Medieninstrument Verbrechen gegen Freiheit und Wohlergehen der Menschen begeht? Ein Schuhmacher, der seine Ahle zum Schneiden von Leder verwendet, ist ein Handwerker, aber wenn er es zum Beibringen von Verletzungen oder zum Töten benutzte, wäre er ein Verbrecher.

 

Anmerkungen des Übersetzers

qPeople in Trouble, New York 1976, S. 206.
Menschen im Staat, Stroemfeld Vlg. 1995, S. 214.

 

Literatur

11. Halberstam, D.: „Interview on `The Powers That Be´,“ Book Digest,July, 1979.
12. Reich, W.: People in Trouble. Rangeley, Me.: Orgone Institute Press, 1951.
13. Weeks, A. L.: „The Long Shadow of Lenin’s `Worse Is Better´,“ The Christian Science Monitor, April 23, 1980.

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 14 (1980), Nr. 2, S. 211-222.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Das Weltgeschehen, die Medien und Modju (Teil 4)

11. August 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.

 

Weil die Population der genitalen Charaktere recht spärlich ist, müssen wir uns vor allem mit den einfachen Neurotikern und den emotionalen Pestcharakteren befassen. Wir werden sehen, wie diese beiden Charaktertypen, der im Grunde anständige, aber verkrüppelte einfache Neurotiker und die höchst bösartige emotionale Pest, so aufeinander einwirken, dass sie die Krankheit des jeweils anderen auf eine für diesen Planeten verheerende Weise verstärken.

Der einfache Neurotiker wird aus zwei Gründen leicht vom Modju angezogen: weil das genitale Vorbild selten ist, er auch Angst vor diesem Modell hat, und der energetischen Intensität, hinzu kommen die Manipulationen der Pest. Was die Genitalität zu bieten hat, ist für gepanzerte Menschen weitaus furchteinflößender als das illusorische Angebot von Modju. Letzteres verspricht einen schnellen Weg zu himmlischen Freuden und verdeckt den Nachteil meisterhaft. Der genitale Weg ist direkt, ehrlich, offen, wahr und angstmachend.

Da die Pest sich in jedem entscheidenden Bereich des Lebens vorfindet – Bildung, Medizin, Sexualität, Psychologie, Politik, Religion, Recht, Kommunikationsmedien usw. – befindet sie sich in einer strategisch einflussreichen Position, um diese Bereiche für ihre zerstörerischen Ziele zu nutzen. Sie tut dies durch ihre Einsicht in die Mängel und Schwächen der Menschen und ihre Fähigkeit, Schuld und Ressentiments zu mobilisieren. Ein Modju-Führer weiß, wie Massen sich aus ihrer Ohnmacht heraus nach Führung, Ruhm und dem Status quo ihrer Abwehrmechanismen sehnen. Er weiß, dass sie lieber andere beschuldigen würden, als sich ihrer eigenen Krankheit zu stellen, dass sie regelmäßig von brodelndem Groll und Hass geplagt werden, den er zu seinen eigenen Zwecken kanalisieren kann, und dass die Menschen die Freiheit mehr fürchten, als sich danach zu sehnen, und sich häufig heimlich mit Regimen identifizieren, die die Freiheit angreifen, anstatt denjenigen, die sie verteidigen und aufrechterhalten. Modju weiß, dass der verbleibende grundlegende Anstand der Massen die Aufrechterhaltung ihrer humanitären Illusionen erfordert, und die erfolgreichsten Modjus liefern diese Illusionen, selbst wenn sie ihre hinterhältigsten Taten begehen. Wie viel leichter ist es, mit den Khomeinis, Ho Chi Minhs, Pol Pots, Castros, Mao Tse Tungs und Stalins mitzufühlen als mit den Schahse, Parks, Pinochets, Somozas, Perons, Mussolinis und Hitlers! Wie viel bedrohlicher sind die kleinen rechtsgerichteten Militärdiktaturen als die linken totalitären Kolosse! Wie viel empörender ist die im Grunde gut motivierte amerikanische Operation in Vietnam als die brutalsten Unterdrückungen durch rote Faschisten in Vietnam, Kambodscha, China, Afghanistan, Afrika und Kuba! Diese katastrophale Doppelmoral, die sich gegen die freie Welt richtet und die Roten Faschisten begünstigt, kann nur aus der Angst vor der Freiheit, vor der Wahrheit und vor dem Kontakt zum Kern entstehen. So ist das Khomeini-Regime im Iran feindseliger gegenüber Amerika eingestellt als gegenüber der größeren Bedrohung der Sowjetunion, weil es die freien Traditionen Amerikas mehr fürchtet als die Gefahr der sowjetischen Versklavung. Um Daniel Pipes, Historiker an der Universität von Chicago und Autorität für den Islam, zu zitieren (8):

Aktivistischer Islam und Marxismus stellen die internationale Solidarität über den Nationalismus, die Bedürfnisse der Gemeinschaft über die des Einzelnen, Gleichmacherei über die Freiheit. . . . aktivistische Muslime und Marxisten verfolgen edel klingende, aber unerreichbare Standards für die Gesellschaft . . . Schließlich, weil der aktivistische Islam und der Marxismus alle Bereiche des Lebens berühren, neigen ihre Regierungen zum Totalitarismus. (Kursiv von mir: P.M.).

Zu behaupten, dass „ihre Regierungen zum Totalitarismus neigen“, ist natürlich eine Untertreibung, aber hier haben wir das grundlegende gemeinsame Funktionsprinzip: Hass und Intoleranz gegenüber Individualität und Freiheit.

 

Anmerkungen des Übersetzers

e Gemeint ist der persische Schah Mohammad Reza Pahlavi (1919-1980).
„Parks, Pinochets, Somozas, Perons“
Park Chung-hee, 1961 bis 1979 Präsident der Republik Korea.
Augusto José Ramón Pinochet Ugarte, 1973 bis 1990 Putschführer/Präsident in Chile.
Luis Anastasio Somoza Debayle, Präsident von Nicaragua von 1956 bis 1963.
Juan Perón, 1946 bis 1955 und 1973/1974 Präsident von Argentinien.

 

Literatur

8. Pipes, D.: „Khomeini, the Soviet and U.S.“, New York Times, Op-Ed page, May 27, 1980

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 14 (1980), Nr. 2, S. 211-222.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Das Weltgeschehen, die Medien und Modju* ** (Teil 1)

5. August 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.***

 

„Der Teufel hat Gewalt, sich zu verkleiden in lockende Gestalt….“
Shakespeare – Hamlet

Reich sagt: „Ich betone die Rationalität der primären Emotionen des Lebendigen“ (1)a. Ist es für irgendeinen Beobachter der heutigen Weltkulisse, bei ihren sozialen, politischen und militärischen Ereignissen, möglich – ihre Rationalität zu bestätigen? Das wäre in der Tat sehr zweifelhaft. Die Menschen sind verwirrter denn je. Sie sehen, dass Unterdrückung durch größere Unterdrückung ersetzt wird; sie sehen, wie Umweltbelange in Gestalt wirtschaftlicher, politischer oder militärischer Belastungen zu Buche schlagen; sie sehen, dass die rechtschaffene Ausrottung der Korruption durch die Korruption der Rechtschaffenen ersetzt wird; sie sehen, wie eine Reaktion auf militärische Gewalt sich als Segen erweist für die militärisch und politisch Gewalttätigen; sie sehen die Sorge um Bürgerrechte, Gleichstellung der Geschlechter und Kinderrechte, die von den politisch Ruchlosen manipuliert werden; sie sehen die Suche nach sexueller und emotionaler Gesundheit, die von Pornografen und Gewinnsüchtigen beschmutzt wird. Kann ein solches Durcheinander korrigiert werden oder ist es hoffnungslos? Wenn es Hoffnung gibt, muss dies mit einem Verständnis der Wurzeln unseres Dilemmas einhergehen: dem gepanzerten Zustand der Menschheit und seinen charakterologischen und sozialen Folgen. Leider wehrt sich das gepanzerte Leben mittels Kontaktlosigkeit oder durch emotionale Pest-Angriffe gegen die Einsicht in seine Misere. Reich hat den Fall kurz und bündig dargelegt: „Die soziale Existenz des Menschentieres ist in der Tat bioenergetisch gesehen ein kleiner Gipfel auf dem riesigen Berg seiner biologischen Existenz“ (2)b.

Wenn wir uns darin einig sind, dass der Mensch gepanzert und orgastisch impotent ist, dann folgt daraus, dass dieser „kleine Gipfel“ ziemlich wackelig und gestört sein wird. Man kann die Art der Störung als jene Modi individuellen und sozialen Verhaltens definieren, die durch die Abwehr innerer Angst und Schreckens destruktive Folgen zeitigen. Einige dieser Verhaltensstrukturen und -arten sind:

 

1. Faschistische Charakterstruktur

a. Sehnsucht nach und Unfähigkeit zur Freiheit
b. Verlangen nach einem Führer
c. Massenirrationalität

2. Einfaches neurotisches Verhalten

a. Immobilität
b. Lustangst
c. Apathie und Resignation

3. Emotionale Pest

a. Hohe Energie – unüberwindliche Beckenblockade
b. mörderischer Hass auf das Leben und die genitale Liebe
c. das direkte oder maskierte Böse auf der gesellschaftlichen Bühne
d. charismatische Anziehungskraft und ausgefuchste Manipulation der schlechtesten Eigenschaften der Anhängerschaft.

 

Der Durchschnittsmensch ist sich dieser zugrunde liegenden Kräfte, die hier wirksam werden, nur sehr wenig bewusst. Er versucht, Probleme auf einen eher naiven und fragmentarischen Weg zu lösen. Es gibt wenig oder gar kein Verständnis für die Tiefe und Macht der biologischen Kräfte, die in einem titanischen Kampf zwischen Gut (primär, rational, gesund und genital) und Böse (sekundär, irrational, pervers und von der Pest befallen) wirksam sind. Dies liegt daran, dass durchschnittliche gepanzerte Menschen sich gegen den Kontakt mit ihrem Kern wehren. Wenn ihnen also gesagt wird, dass etwas für den „Frieden“ notwendig ist, glauben sie, dass es gut ist, weil es für ein „gutes“ Ideal ist. Wenn ihnen gesagt wird, dass der Schah des Iran ein brutaler Despot war, glauben sie, dass das Khomeini-Regime irgendwie besser sein müsse. Mit anderen Worten, die meisten Menschen denken gepanzert: mechanistisch oder mystisch. In Wahrheit verstehen sie weder genau was „gut“ noch was „böse“ ist. Sie haben keine Kriterien, die in natürlichen Funktionen und Wahrnehmungen verwurzelt sind. Sie haben kein Verständnis von Gesundheit oder Krankheit, ob sexuell, körperlich, emotional oder sozial. Sie sind vielleicht in der Lage, einen „komplett Gestörten“ oder ein tödlich verlaufendes Karzinom zu erkennen, aber sie haben keinen Sinn für emotionale Ödnis und Resignation bzw. die Existenz einer nicht-tumorösen Schrumpfungsbiopathie.

 

Anmerkungen

* Basierend auf Vorträgen, die an der New York University im Sommer 1980 gegeben wurden.

** „Modju“ ist ein von Reich geprägter Begriff, eine Verschmelzung der Namen zweier bösartiger Männer: Mocenigo, der Giordano Bruno an die Inquisition verraten hat, und Djugashvilli (Stalin).

*** Orgonomischer Berater. Außerordentlicher Assistenzprofessor für Sozialpsychologie, New York University. Sprechkliniker und Oberschullehrer. Mitglied des American College of Orgonomy.

 

Anmerkungen des Übersetzers

a Farrar, Straus and Giroux; First edition (1973), Seite 53.
Äther, Gott und Teufel, Nexus Verlag, 1983, S. 54.

b Ausgewählte Schriften, Köln 1976, S. 24.

 

Literatur

1. Reich, W.: Ether, God and Devil. New York: Orgone Institute Press, 1949
2. Reich, W.: Bibliography on Orgonomy (1920-1952), „Prefatory Note“, Orgone Energy Bulletin 5:1, September, 1953

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 14 (1980), Nr. 2, S. 211-222.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Frei flottierende Schuldgefühle führen zu politischem Aktivismus

23. Juni 2019

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia befaßt sich mit Politik als Religionsersatz:

Frei flottierende Schuldgefühle führen zu politischem Aktivismus

Die Macht hinter der Politideologie der Linken

1. Juni 2019

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia setzt sich mit der Anti-Trump-Massenpsychose auseinander:

Die Macht hinter der Politideologie der Linken

Der Falschnachrichtenbrief

30. März 2019

Hier und auf Facebook wurde mir nicht ganz ohne Berechtigung vorgeworfen, ich würde sozusagen „Fake News“ verbreiten. Ich hatte etwas verlinkt und mit einem Kommentar versehen, der offensichtlich die Bedeutung des Verlinkten maßlos überzeichnete, wenn nicht vollkommen entstellte. Spätestens seit den Amtsantritten von Orban, Trump und Salvini wird das Libertären und Konservativen ständig vorgehalten: daß sie mit derartigen Entstellungen, Übertreibungen und Verzerrungen die öffentliche Meinung manipulieren „wie einst Hitler und Goebbels“. Das Problem ist, daß unsereins wie der Frosch im Kochtopf ist. Wir sehen, daß die Herdplatte angestellt ist, fühlen, daß die Wassertemperatur langsam steigt, doch die „öffentliche Meinung in der Küche“ redet davon, daß das Wasser viel zu kalt sei und daß das mit dem Kochherd eine wilde Verschwörungstheorie sei.

Reich stand Anfang der 1930er Jahre und 20 Jahre später vor dem gleichen Problem: Wie den Deutschen klarmachen, daß sie unausweichlich in den schwarzen Faschismus reinschlittern? Wie den Amerikanern, daß sie es mit dem roten Faschismus zu tun haben? Reich versuchte in Die Massenpsychologie des Faschismus zu zeigen, wie sich der Faschismus ganz unspektakulär in unbeachteten Alltäglichkeiten festsetzt und von dort aus seine ungeheure Dynamik gewinnt. Nur so war erklärlich, daß sich das rote Berlin, das gesamte rote Preußen, Hitler ergab. Alle machten sich lustig, als Reich in Amerika die rotfaschistische Verschwörung gegen ihn offenlegen wollte. Heute ist die gesamte akademische und mediale Welt in kommunistischer Hand. Und sie reden ganz offen und wie selbstverständlich von Umerziehungslagern für Identitäre, Libertäre und Konservative.

Man muß einen Blick dafür entwickeln, wie sich das Große aus dem ganz Kleinen entwickelt bzw. wie das heutige ganz Kleine auf das zukünftige Große verweist. Es sind die Schulhefte deines Kindes, die, wenn man nur genauer hinschaut, voller Marxistischer und Islamistischer Propaganda sind. Es sind die mahnenden Worte deines Pastors, die zu Toleranz und Unterwerfung aufrufen. Es sind die Fernsehkrimis, wo immer die Unternehmer und „die Weißen“ die Bösewichter sind. Es geht um das alltägliche niedrigdosierte Gift. Wer auf es hinweist, steht als Idiot da, der (Orwell läßt grüßen) alles aus dem Zusammenhang reißt, aufbauscht und Fake News verbreitet. Eine flächendeckende und lückenlose rote Indoktrinierung unserer Kinder? Lächerlich! Bringt man Beispiele vor, wird man hämisch ausgelacht. Desgleichen beim Thema schleichende Islamisierung und Umvolkung! Von der systematischen Ausmerzung der deutschen Kultur, die mit der Rechtschreibreform angefangen hat, will ich erst gar nicht reden: sie wurde EXPLIZIT eingeführt, um den Schülern das Lernen zu vereinfachen… Wie dumm muß man sein, um den Zusammenhang mit der Umvolkung nicht zu sehen!

Wie Reich in Was ist Klassenbewußtsein? dargelegt hat, setzt die Lebensfeindlichkeit („die Reaktion“) bei Dingen an, die uns als klein und unbedeutend erscheinen. Auf diese Weise wird den Nationen der Nationalstolz ausgetrieben, den Frauen die Weiblichkeit, den Männern die Männlichkeit, den Christen ihre Christlichkeit, etc. Alle Eigenschaften werden – das Eigene selbst wird förmlich „ausgewaschen“. Das sieht man nicht zuletzt an der Sprache. Die Veränderungen sind schleichend, so daß jeder dumm dasteht, der diese Entwicklung mit Beispielen exemplifizieren und illustrieren will.

Warum ist das so? Weil Geschichte, d.h. die wahre Geschichte, die Geschichte, die wirklich zählt, nichts anderes ist als die Entwicklung der organismischen Orgonenergie in den Massenindividuen. Es geht um „charakterologische“ Vorgänge, die langsam und unbemerkt, sozusagen „im Vegetativum“ verlaufen. Der „offizielle“ Geschichtsgang, wie er in der Tagesschau gezeigt und an den Universitäten verfolgt wird, ist im Vergleich dazu nur oberflächlicher Firlefanz (siehe dazu Reichs Menschen im Staat). Das heißt hier nicht ohne Grund „Nachrichtenbrief“! HIER (und in unzähligen anderen Blogs und Facebook-Seiten weiterer einfacher Menschen) wird die Wirklichkeit widergespiegelt und nicht in den idiotischen Massenmedien.

nachrichtenbrief128

24. März 2019

Zum Thema, daß der Kampf gegen die Emotionelle Pest selbst zur Emotionellen Pest wird, siehe unbedingt auch diesen Artikel von Kolja Zydatiss: Michael Jackson und die Exorzisten.

Über den Umgang mit dem Problem der Eindringlinge

2. November 2018

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über die Migrationswaffe der Emotionellen Pest:

Über den Umgang mit dem Problem der Eindringlinge

Höre zu, Kleiner Mann!

13. Oktober 2018

Seit jeher ist einer der Haupteinwände der Links-„Reichianer“, daß man das mit dem „roten Faschismus“ bei Reich nicht überzeichnen dürfe. Reich habe immer nur den Stalinismus gemeint, aber natürlich nie die Linke per se. Die Leute, die diesen klugen Einwand vorbringen, sind die gleichen, die früher Franz Joseph Strauß mit Hitler gleichsetzten und heute die AfD mit der NSDAP, die überall den Schoß des Faschismus Ungeheuer ausbrüten sehen und vom „Kampf gegen Rechts“ nicht genug haben können!

Die Faschisten sind immer die anderen. Ihnen kann man den Zugang zu den sozialen Medien sperren, ihre Autos abfackeln und sie unterschiedslos als „Nazis“ eintüten, aber wehe du trittst einer dieser „zivilgesellschaftlichen“ Systemhuren auf die Füße, während sie ihrer „antifaschistischen“ Mordphantasien frönt. Wir beobachten hier einen Effekt der gesellschaftlichen „Rotverschiebung“. Der Kleine Mann fühlt sich nur in der Mitte wohl und diese „Mitte“ ist heute da, wo früher die Kommunisten waren. Vor diesen konnte man ja noch Achtung haben, aber die wildgewordenen geifernden Kleinbürger heutzutage, die besagte „Zivilgesellschaft“… Was für eine verachtenswerte Brut!