Posts Tagged ‘Synchronizität’

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 7

5. März 2019

orgonometrieteil12

7. Orgonomie 4.0

nachrichtenbrief48

21. Juli 2017

Eine Ergänzung zu „Die Natur des Orgons“

24. Februar 2017

In „Die Natur des Orgons“ schrieb ich:

Wahrer emotionaler Ausdruck ist stets total, er umfaßt das ganze Wesen, vereint durch ein Gemeinsames Funktionsprinzip. Die Qualität dieser Erfahrung ist dreidimensional, während Mystiker in einem zweidimensionalen Flachland leben, in dem sich alles auf der gleichen Ebene abspielt und Dinge vermeintlich in Beziehung stehen, die tatsächlich nichts miteinander zu tun haben. So läßt sich trefflich raunen, doch wirkliche Tiefe („die dritte Dimension“) geht ihnen ab.

Das bezieht sich auf den Funktionsbereich „relative Bewegung“ und die damit zusammenhängende Perspektive. Im Funktionsbereich „gleichzeitige Wirkung“ besteht durchaus die Möglichkeit, daß aus haltloser Mystik konkrete Magie wird. Der Mystiker lebt in einer perspektivlosen zweidimensionalen Welt, da aber die reale Welt dreidimensional ist, wäre er prinzipiell in der Lage alle Arten von magischen Tricks ausführen. Nehme ein Stück Papier („Flachland“) und falte es: du wirst geheimnisvolle, „unerklärliche“ Kontakte für die Einwohner des Flachlandes hergestellt haben. Beispiel?! Ein Mensch und eine „Voodoo-Puppe“, die diesen Menschen verkörpert, haben nichts miteinander zu tun. Er kann in Hamburg sein, sie in Berlin. Trotzdem können sie eins sein, d.h. das gleiche Schicksal teilen. Man denke an Synchronizität, Geistererscheinungen und andere Spökenkiekerei, die ich nicht einfach so vom Tisch wischen will, weil sie mein wohlgeordnetes Weltbild durcheinanderbringen könnte, in dem alles an seinem Platz ist.

Der Schizophrene verliert sich haltlos in dieser Welt und sieht überall „Verbindungen“, „Zusammenhänge“ und „Bedeutungen“, wo es keine gibt. „Das ist doch kein Zufall, daß ich Sie hier treffe!“ Anstrengend! Auf seine Weise anstrengend ist aber auch der rationalistische Homo normalis, der nirgendswo Verbindungen, Zusammenhänge und Bedeutungen sehen will. Er erklärt Beschränktheit zur Tugend!

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel VI.18.

20. Juni 2016

orgonometrieteil12

I. Zusammenfassung

II. Die Hauptgleichung

III. Reichs „Freudo-Marxismus“

IV. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

V. Reichs Biophysik

VI. Äther, Gott und Teufel

1. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

2. Spiritualität und die sensationelle Pest

3. Die Biologie zwischen links und rechts

4. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

5. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

6. Die gesellschaftlichen Tabus

7. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

8. Dreifaltigkeit

9. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

10. Die Schöpfungsfunktion

11. Die Rechtslastigkeit der Naturwissenschaft

12. Bewegung und Bezugssystem

13. Der Geist in der Maschine

14. Orgonomie ist Wissenschaft, keine Naturphilosophie!

15. Die Identitätsphilosophie

16. Das Wesen des Marxismus

17. Reichs Auseinandersetzung mit Marx und Freud

18. UFOs und Magie

Der seherische Hund

13. März 2016

Ein Team um Lisa Lit von der University of California in Sacramento konnte nachweisen, daß Spürhunde durch die Gedanken ihrer Hundeführer beeinflußt werden können.

So schlagen Drogenhunde beispielsweise häufiger falschen Alarm, wenn ihr Herrchen davon überzeugt ist, daß sich an einem bestimmten Ort Rauschmittel befindet. (…) Zurückzuführen ist das Phänomen vermutlich darauf, daß die Tiere auf unbewußte winzige Verhaltensänderungen des Hundeführers reagieren. Vor allem die Körperhaltung und die Mimik der Begleitperson seien die wahrscheinlichste Quelle für die ungewollten Hinweise (…).

Diese Hunde tun damit ähnliches wie der Magier Hanussen, der Gedanken durch „Muskellesen“ las. Interessant ist die Frage, ob es von dort aus nicht Übergänge zu tatsächlichem „Gedankenlesen“ (Telepathie) gibt. Man denke in diesem Zusammenhang an die Orgontherapie, wo es ebenfalls um die Wahrnehmung feinster Verhaltensnuancen und um eine Art von „Muskellesen“ geht. Manche Orgontherapeuten, wie etwa Elsworth F. Baker, berichten, daß der therapeutische Kontakt manchmal spontan in regelrechte Telepathie übergeht.

Was ist, wenn Lit bei ihren weiteren Forschungen findet, daß die Hunde auch dann von den Kognitionen ihrer Herrchen beeinflußt werden, wenn sie sie weder sehen noch riechen können? Spätestens dann ist die Grenze der mechanistischen Wissenschaft überschritten.

Aber auch für die Orgonomie gibt es Probleme, wenn eine Kommunikation über das Orgonenergie-Feld fraglich wird. Das ist beispielsweise beim „Remote Viewing“ der Fall. Hier scheinen Distanzen keinerlei Rolle mehr zu spielen. Endgültig bricht jedes „energetische“ Erklärungsmodell in sich zusammen, wenn es um Präkognition geht.

Das einzige Erklärungsmodell, daß dem mechanistischen Wissenschaftler dann noch zur Verfügung steht, sind „zusätzliche Dimensionen“, die dem „Geist“ irgendwie zugänglich sind, und die ihm sozusagen ermöglichen einen Punkt zu erreichen, von dem aus er Vergangenheit und Zukunft wie eine Landschaft überblicken kann. (So als wären „höhere“ Dimensionen etwas anderes als ein bloßer mathematischer Kunstgriff!)

Was hat die Orgonomie dazu zu sagen? Ganz einfach, daß Zeit und Länge (Raum) nicht, sozusagen, die letzten unwandelbaren Instanzen sind, sondern heterogene Funktionen darstellen, die ineinander übergehen können. Wie in Orgonometrie: Teil 1 erläutert:

Der Übergang von Zeit in Länge bedeutet Aufhebung der zeitlichen Trennung. Man denke beispielsweise an das Gedächtnis. Entsprechend heißt Übergang von Länge in Zeit Aufhebung der räumlichen Trennung. Beispiele sind Phänomene wie „Synchronizität“ oder die Gravitation („Fernwirkung“).


In diesem Bereich entfaltet sich das, was wir „Bewußtsein“ nennen. Wir können etwas visualisieren, d.h. innere Hörspiele und Filme abspulen lassen, in denen die üblichen Gesetze von Raum und Zeit (d.h. der Bewegung, L/t) nicht mehr gelten. Dies wird insbesondere in Träumen evident, man denke nur an die von der Psychoanalyse beeinflußten surrealen Filme von Luis Buñuel. Ein Film zeichnet etwas auf, d.h. bewahrt es im Gedächtnis (t → L) und stellt im Filmschnitt unerwartete Beziehungen her (Synchronizität, L → t).

Die Welt ist kein Film, aber es widerfahren uns Dinge in ihr (etwa Vorahnungen und unglaubliche Zufälle), die zeigen, daß man nicht alles auf bloße Bewegung reduzieren kann.

Freud, Reich und der Wiederholungszwang (Teil 1)

20. Juni 2015

Man kann den „Anfangsimpuls“, der zur Erforschung der Überlagerungsfunktion durch Reich geführt hat, an Nietzsches „ewiger Wiederkehr“, an Freuds „Wiederholungszwang“ und an Paul Kammerers „Serialität“ festmachen.

Nicht ohne Grund hat Reich Nietzsches Hymne an die ewige Wiederkehr seinem Buch über Die kosmische Überlagerung vorangestellt:

O Mensch! Gib acht!
Was spricht die tiefe Mitternacht?
„Ich schlief, ich schlief –,
Aus tiefem Traum bin ich erwacht: –
Die Welt ist tief,
Und tiefer als der Tag gedacht.
Tief ist ihr Weh –,
Lust – tiefer noch als Herzeleid:
Weh spricht: Vergeh!
Doch alle Lust will Ewigkeit –,
– will tiefe, tiefe Ewigkeit!“

Nietzsches und Freuds Ideen über die „Wiederkehr des ewig Gleichen“ kann man, ebenso wie Nietzsches „Willen zur Macht“ (orgonomisches Potential! – vgl. Der verdrängte Nietzsche), als, zwar durch die Panzerung verzerrte aber doch, sehr tiefe Einsicht in das orgonotische Funktionieren betrachten. Es handelt sich einfach um das „Lustprinzip“ (auf das Nietzsches Gedicht ja abzielt) – letztlich um die Orgasmusfunktion. Erinnert sei auch an Reichs sexualökonomische Widerlegung des von Freud aus dem Wiederholungszwang abgeleiteten „Todestriebs“!

Was Kammerers „Gesetz der Serie“ betrifft, das z.B. von Einstein und Freud sehr ernstgenommen wurde, so kennt der Leser es vielleicht in Form des Plagiats, das vom berühmten Quantenphysiker Wolfgang Pauli und dem Psychiater C.G. Jung kreiert und „Synchronizität“ genannt wurde. Es geht dabei einfach darum, daß alles mit allem verbunden ist und daß sich Gleiches gegenseitig anzieht. Das ist kein Quatsch, sondern der Versuch des Superhirns Pauli mit den Mysterien der Quantenphysik fertigzuwerden! Genauso wie es ein Prinzip gibt, das der Entropie entgegenläuft (das orgonomische Potential), scheint es ein Gesetz der Serie zu geben, das den Gesetzen der Statistik entgegenarbeitet und mit dem man viele parapsychologische und quantenmechanische Phänomene (da besteht kein großer Unterschied!) erklären kann.

In diesem Zusammenhang ist es von Interesse, daß Reich schon in seinem ersten Semester in Wien Kammerers Vorlesungsreihe über die „Periodizität der Lebenserscheinungen“ hörte (Karl Fallend: Wilhelm Reich in Wien, Wien 1988, S. 227). Ich habe mich bereits an anderer Stelle mit Kammerers Einfluß auf Reich beschäftigt.

Wollte man diesen Zwang zur Wiederholung und zur Serie bildlich darstellen, käme als Essenz Nietzsches, Freuds und Kammerers das folgende zum Vorschein:

Hier haben wir das vor uns, was der Orgonom Courtney F. Baker „turning on the turning“ (Drehung in der Drehung) genannt hat und welches das Grundmuster eines Großteils orgonotischen Funktionierens zu sein scheint. Die Planeten, die Sonne und die Galaxie selber bewegen sich aufgrund dieser Kreiselwelle. Unmittelbar konnte Reich diese Bewegung bei Mikroorganismen unterm Mikroskop und bei Orgonenergie-Einheiten im „Orgonraum“ sehen.

Da Logik und Mathematik nicht in der Luft hängen, findet man diese Grundbewegung sogar dort:

„Metatheoretische Schleifen“ treten immer dann auf, wenn sich Erkenntnissysteme, wie z.B. die Logik oder etwa auch das Bewußtsein des Meditierenden, mit ihren Erkenntnismitteln gegen sich selbst richten. Man nehme etwa die Mengenlehre:

Manche Mengen (bzw. Klassen) können Mitglied von sich selbst sein, weil die Menge als ganzes betrachtet bestimmte Qualitäten mit den Mitgliedern der Menge teilt. Zum Beispiel ist die Menge aller Vorstellungen, selbst wieder eine Vorstellung. 1902 stellte Bertrand Russel fest, daß das zu einer logischen Schleife führt, wenn man die Menge aller Mengen betrachtet, die sich nicht selbst enthalten. 1931 bewies Kurt Gödel, daß das Russelsche Paradoxon unauflösbar ist. Damit hängt die gesamte Logik und Mathematik sozusagen in der Luft.

Ein für uns Normalsterbliche zugänglicheres Beispiel ist der Klugschwätzer mit seiner Behauptung, es gäbe keine Wahrheit. Womit er ja behauptet, daß es eben doch eine Wahrheit gibt – nämlich, daß es keine Wahrheit gibt… Das ach so aufklärerische und skeptische Diktum, daß nichts wahr ist, alles nur Schein, daß es keinen „Grund“ gibt, ist sich selbst widersprechender Unsinn, halt bloße Philosophie.

Das erkennt man aber erst, wenn man den Bereich der formalen Logik verläßt – die ja ganz offensichtlich nirgends hinführt – und sich dem orgonomischen Funktionalismus zuwendet. Jedes sich in selbstbezüglichen metatheoretischen Schleifen erschöpfendes Bezugssystem, etwa Sprache und formale Logik (Marke „Ein Kreter sagt, alle Kreter lügen!“), ruht jeweils auf funktionell Tieferem und „Grundlegenderem“.

Hans Hass erwähnt etwas, was an die „metatheoretische Schleife“ erinnert: Funktionell beiße sich die Katze in den Schwanz. So müssen z.B. die pflegenden Einheiten der Energone (Organismen, Wirtschaftsunternehmen) wiederum selber gepflegt werden. Einheiten der Energiezufuhr muß seinerseits Energie zugeführt werden.

Bei jenen der Abfallabfuhr treten meist selbst wieder Abfälle auf. Reinigende Einheiten müssen sehr oft selbst wieder gereinigt werden, kontrollierende müssen selbst kontrolliert werden, regenerierende müssen selbst Schäden ausgleichen können. (Naturphilosophische Schriften, Bd. 3, München 1987)

Hätte Hass dies zuende gedacht, wäre er möglicherweise zur biologischen Orgonenergie vorgedrungen, ohne die die gesamte Biologie und Ökonomie in der Luft hängt!

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel V.2.c.

17. Juni 2015

orgonometrieteil12

V. Das Wesen von Zeit und Raum

1. Zeit und Länge

a. Der „Rote Faden“ Zeit

b. Die Zeitmodi

2. Bewegung

a. Das CFP von Zeit und Länge

b. Orgonotische Bewegung und mechanische Bewegung

c. Jenseits der Bewegung

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel II.1.b.

5. April 2015

orgonometrieteil12

II. Der orgonomische Funktionalismus

1. Die orgonotische Strömung

a. Orgonotischer Kontakt

b. Die funktionelle Identität von objektiven Vorgängen und subjektivem Erleben

Die Lebensenergie am Rande der Wissenschaft

27. März 2015

Karl Freiherr von Reichenbach (1789-1869), Od;
Martin Ziegler (1818-1893), Atonizität und Zoozität;
Abbé Fortin (um 1820-1890), das atmosphärische Fluidum „Magnetismus“;
E.K. Müller (erste Beobachtung 1882 – Buch 1932), objektiver Nachweis einer biologischen Emanation;
Wilhelm Reich (1897-1957), Orgon;
Andrew Crosse und seine „künstlichen Insekten“ (1837);
Oskar Korschelt (1840?-1935?), Entwicklung von Äther-„Lebensstrahlern“;
Franz Dyonis Rychnowski (1850-1930?), der ätherische Stoff „Elektroid“;
René Blondlot (1849-1930; Veröffentlichung 1903), N-Strahlen (mit denen später der russische Nervenarzt Naum W. Kotik in Odessa bei der Untersuchung der psycho-physischen Energie arbeitete);
die Parapsychologie und Esoterik und ihr Konzept vom Fluidalkörper des Menschen;
Viktor Schauberger (1885-1958), „Implosion und Spiralbewegung“, „Frucht und Befruchtungsstoffe“;
„Panspermie, Gene und Archetypen“.

Das ist der Inhalt des Buches Die Grauzone in der Wissenschaft von Lars Jörgenson (Berlin: WDB-Verlag, 1990), das einen hervorragenden Überblick über die Erforschung der kosmischen Lebensenergie bietet. Nebenbei werden kurz angeschnitten:
Radiästhesie,
Akupunktur,
Georges Lakhowsky (1870-1942) und sein „Universion“,
Jagadis Chandra Bose (1858-1937) und seine Arbeit zur Pflanzenphysiologie (die in vielem Reichs bioelektrischen Experimenten am Menschen entspricht – siehe auch den „Backster-Effekt“),
Kirlianphotographie und die von Jörgenson im Anschluß an F.A. Popp selbst vorgenommenen Untersuchungen der Biostrahlung mit dem Photomultiplier.

Nicht zu vergessen Franz Anton Mesmers (1734-1815) „Animalischer Magnetismus“ und sein „Baquet“, sowie Samuel Hahnemanns (1755-1843) Homöopathie. In seinem Organon der Heilkunst spekuliert Hahnemann kurz über eine kosmische Energie, die die Planeten in der Umlaufbahn hält und er beschreibt seine Erfahrungen mit dem „Mesmerismus“.

Dem Leser fällt sicherlich noch weiteres ein: das „Mana“ und der ganze Animismus der Naturvölker, der „Große Geist“ der Indianer, das „Prana“ und die „Gunas“ des Yoga, das „Brahman“ des Vedanta, das „Akasha“ (Äther) der materialistischen indischen Schulen.

Das Konzept der drei Guna (Qualitäten) finden wir in den Upanischaden und anderen klassischen Schriften der Inder. Die „Guna“ sind Bestandteil des Prakriti (Materie): das weiße Sattva (das Gute, Klarheit), das rote Rajas (Schleier, Leidenschaft) und das schwarze Tamas (Behinderung, Finsternis). Die Vorstellung dieser drei Qualitäten der Materie soll sich, nach dem Indologen Helmuth von Glasenapp, von der Beobachtung der Atmosphäre hergeleitet haben. Die Parallelität, z.B. von der Farbe her, zu den drei Zuständen der Lebensenergie ist offensichtlich – frische, gesunde Orgonenergie (OR); fiebrige, aufreizende Energie (ORANUR); und abgestorbenes, tödliches (DOR).

Das „Chi“ oder „Qi“ des Taoismus hat eine giftige Form, den „schlechten Atem“, das „schwarze“ Sha, das als bewegungsloses, stagniertes Qi dem DOR entspricht.

Weitere Traditionen sind der „Heilige Geist“ des Christentums im allgemeinen und die „göttlichen Energien“ der Orthodoxie im besonderen, die „Quintessence“ der Alchimie, die Metaphysik von Heraklit bis Heidegger, die naturphilosophische Linie Bruno, Goethe, Schelling und alles was dazugehört, z.B. die Arbeit von Theodor Schwenk und anderer „Goetheisten“ und Anthroposophen.

Goethe schrieb 1825 über die damals noch kaum erforschte Elektrizität:

Diese darf man wohl und im höchsten Sinne problematisch ansprechen. Wir betrachten sie daher vorerst unabhängig von allen übrigen Erscheinungen; sie ist das durchgehende allgegenwärtige Element, das alles materielle Dasein begleitet, und ebenso das atmosphärische; man kann sie sich unbefangen als Weltseele denken. Inwiefern sie sich nun ruhig verbirgt, sodann aber durch den geringsten Anlaß gestimmt wird, sich bald von dieser, bald von jener Seite zu zeigen, einen oder den ändern Pol herauszukehren, sich anzuhäufen und von da sich unbemerkt wieder zu zerstreuen, oder aber wohl mit den gewaltsamsten und wunderbarsten Explosionen sich zu manifestieren, darüber möchte wohl schwer sein, durch Erfahrung nachzukommen, ob sich schon nicht leugnen läßt, daß Barometer- und Thermometerstände darauf bedeutend einfließen mögen.

Luigi Galvanis (1737-98) „animalische Elektrizität“ zusammen mit der ganzen frühen Erforschung der Elektrizität, die in Wirklichkeit mit der Orgonenergie identisch war. Zum Beispiel stimulierten die beiden französischen Abbés Jean Antoine Nollet und Pierre Bertholon de Saint Lazare in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts das Wachstum von Pflanzen. Bertholon erfand zu diesem Zweck 1783 sein „Elektrovegetometer“. Robert O. Becker (1977) hat daran wieder angeknüpft mit seiner Regeneration von tierischem Gewebe durch elektrische Felder.

Das Konzept „Äther“ geht auf Giordano Brunos Vorstellung von einem alles durchdringenden und umfassenden kosmischen Kontinuum zurück. Sie ermöglichte über Huygens Wellentheorie des Lichts, die ohne die Anregung durch Bruno nicht zustande gekommen wäre, ein Verstehen der elektrischen Wechselwirkung. Faraday berief sich bei seiner Feldtheorie auf den Philosophen R.G. Boscovich (1711-1787), dessen 1755 dargelegte dynamistische Atomistik und energetische Materievorstellung auf Leibniz beruhte und so auf Bruno zurückweist. Bei Boscovich sind die Atome „Kraftzentren“, die mit „Kraftsphären“ ausgestattet sind. Dies regte Faraday zu seiner Vorstellung von den „Kraftlinien“ an, woraus sich dann direkt die Theorie Maxwells entwickelte, „die im Grunde nichts weiter ist als die Übersetzung der Faradayschen Kraftlinienvorstellung in die exakte Sprache der Mathematik“ (Max Born: Die Relativitätstheorie Einsteins, Berlin 1964, S. 147).

Schelling beeinflußte mit seinem Konzept der „einen schöpferischen kosmischen Urkraft“ Physiker wie Christian Oersted und seine Begründung der elektromagnetischen Theorie. Der zentrale Begriff der Geistes-und Willensphilosophie von Hegel bis Nietzsche verstanden als potentia und dynamis der klassischen griechischen Philosophie: Hegel, Schopenhauer (der einen Aufsatz über den Animalischen Magnetismus geschrieben hat) und Nietzsche sprachen von Reichs Orgon-energeia.

Zu nennen wäre auch die „elektrizitäts-ähnliche Beseelung“ der Natur des „romantischen Physikers“ Johann Wilhelm Ritter (1776-1810) und sein „Siderismus“. Ritter hat u.a. das Pendel und die Wünschelrute untersucht.

Der Akademikerklatsch von München behauptete bald darauf, Ritter pendle bis weit in die Nacht über „delikaten Teilen nackter Weibspersonen’“. So drückte sich ein Reporter in seinem Buch „Verschwörung gegen den gesunden Menschenverstand“ aus, einem geifernden Angriff auf die Arbeit Ritters. (Christopher Bird: Wünschelrute, München 1987, S. 98)

Ritter ist also bei der Erforschung der Lebensenergie von Seiten der Emotionellen Pest (genauer gesagt von Seiten der damaligen „Skeptiker“) genau das gleiche widerfahren wie Reich.

Hier eine entsprechende Karikatur aus Mesmers Zeit. Gezeigt wird Mesmers „Baquet“, der damalige „Orgonakkumulator“:

Zwischen 1933 und 39 untersuchte der Franzose P. Cody mit dem Elektroskop die permanente Bettstelle Krebskranker und stellte dort eine deutlich schnellere Entladungsgeschwindigkeit (geringere Orgonenergie-Konzentration) fest, als an zwei Meter entfernten Kontrollpunkten. Bei über 10 000 Messungen im Laufe der Jahre fand er auch, daß zwischen 10 und 14 Uhr sich das Elektroskop am langsamsten entlud und am schnellsten in der Nacht. Das stimmt mit den Messungen Reichs überein (siehe Der Krebs).

1942 entdeckte der deutsche Biometeorologe Bortels eine „Wetterstrahlung“, die viel Ähnlichkeit mit der von Reich zur gleichen Zeit entdeckten atmosphärischen Orgonenergie hat, blieb sie doch auch durch eine überschwere Abschirmung von 25 Zentimeter Blei und 45 Zentimeter Eisen hindurch wirksam. Wirklich bemerkenswert ist aber, daß Bortels diese Wetterstrahlung, genau wie Reich seine Orgonenergie, in zwei antagonistische Abarten aufspaltete: die „H-Strahlung“ (nach Hochdruck-Wetterlagen) und die „T-Strahlung“ (Tiefdruck). Wie OR ist auch H-Strahlung oxidierend, während T-Strahlung reduziert, was dem DOR entspricht. T-Strahlen schwächen den Organismus, indem sie die Zellatmung beeinträchtigen. Sie können „mancherlei Stoffwechselerkrankungen und Gemütsdepressionen“ verursachen und vielleicht sogar „eine wichtige Rolle bei der Tumorgenese spielen“. In wirklich jeder Beziehung entspricht also die T-Strahlung Reichs DOR (Gebauer/Müschenich: Der Reichsche Orgonakkumulator, Frankfurt 1987). Siehe auch Hans Baumers Buch über die „Wetterstrahlung“ (Sferics, Hamburg 1987).

Weitere Stichworte: Robert Fitzroys „Sturmglas“ Anfang des 19. Jahrhunderts;
William Crookes (1832-1919) allseits bekanntes „Radiometer“ als erster „Orgonmotor“;
Rutters „Magnetoskop“ zur Registrierung der von chemischen Stoffen ausgehenden „magnetischen Ströme“ (ca. 1850);
Hippolyte Barducs (1850-1909) und Emile Boiracs (1851-1917) „Biometer“ sowie Paul Joires (geb. 1856) „Stenometer“ zum Nachweis des menschlichen Energiefeldes;
Sydney Gustaf Alrutz (1868-1925) wies „Nervenstrahlung“ nach, die er mit seinem „Volometer“ maß;
die „dynamische Aktivität“ des Dresdener Chemieprofessors Johann Karl Bähr (1861);
der Naturwissenschaftler Marc Thury (1822-1905) sprach von einer „ektenischen Kraft“, die Psyche und Materie verbindet;
George Starr Whites „kosmoelektrische Energie-Kollektoren“, die das Wachstum von Pflanzen unterstützen und auf Tiere und Menschen therapeutisch wirkten;
L.E. Eemans Verbindung zwischen Körperstellen durch Kupferkabel zur Auf- und Entladung mit Lebensenergie;
Walter Kilner (1847-1920), der mit Dicyanid-Schirmen die menschliche Aura sichtbar machte;
Alexander G. Gurwitsch, der 1923 die „mitogenetische Strahlung“ entdeckte;
Albert Abrams (1863-1924) „Radionik“ und sein „Reflexophon“;
der französische Ingenieur Givelet stellte 1935 auf dem parapsychologischen Kongreß in Oslo einen Apparat vor, mit dem er über ein Galvanometer die menschliche Aura messen konnte (in die gleiche Zeit fallen Reichs bioelektrische Experimente);
die „Bioenergotherapie“ des tschechischen Heilers Josef Zezulka (geb. 1912);
der japanische Physiologe Hiroshi Motoyama (geb. 1925), der experimentell Fernwirkungen zwischen Menschen nachwies, obwohl diese sich jeweils in einem Faradayschen Käfig befanden und auch sonst vollkommen voneinander abgeschirmt waren;
Nikola Teslas (1856-1943) Arbeit nach 1910;
die „Pyramiden- Energie“; „Geomantie“, „Feng Shui“ und die Energie Heiliger Orte;
„Psychic Healing“; bionöser Heilschlamm und praktisch das ganze traditionelle Heilbäderwesen und Kneipp-Kuren;
die beiden Physiker Joseph Wüst und Joseph Wimmer, die zur Nazi-Zeit die Wünschelrute erforschten und dabei die „W-Strahlung“ (die sich mit 42 bis 45 m/sec fortbewegt) und den „Magnetoismus“ identifizierten;
Viktor M. Injuschins „Bioplasma“ und die ganze sowjetisch-tschechische „Psychotronik“, z.B. Robert Pavlitas „Psychotroner Generator“, der die „bioplasmatische Energie“ speichert;
Hideo Uchidas Aura-Meßapparat;
Michel Gauquelins Untersuchung der psycho-physiologischen Auswirkungen von kosmischen Rhythmen;
der Philosoph F.S.C. Northrop (der auch in Äther, Gott und Teufel, S. 91 auftaucht) und der Anatom Harold Saxton Burr (1935) sowie der Psychiater Leonard J. Ravitz (1962) und ihre Entdeckung der „elektrodynamischen Lebensfelder“;
Ion Dumitrescus „Elektrographie“;
die „morphogenetischen Felder“ Rupert Sheldrakes (der wie vor ihm Reich von Bergson beeinflußt wurde);
Wladimir Wernadski (1863-1945) und seine Entdeckung eines negentropischen Faktors in der Natur;
James E. Lovelocks „Gaia-Theorie“;
Johannes Keplers (1571-1630) „vis animalis“ neben Immanuel Velikovsky (1895-1979) und der Rolle der elektrostatischen Energie in der Himmelsmechanik;
Georgio Piccardis (1960) Arbeit mit orgonakkumulator-ähnlichen Gehäusen;
T. Henry Morays „Radiant Energy“ und Hans Niepers Darstellung über die Konversion von Schwerkraftfeldenergie (Hannover 1981);
der klassische Äther des 19. Jahrhunderts, von dem man übrigens auch ganz selbstverständlich als von einem „Lebensäther“ sprach, so wie wir heute von „Atemluft“ reden;
die modernen Formulierungen des Äthers von Paul Dirac (1951), Louis de Broglie und sein „Neutrino-Meer“ (1959), H. Dudley (1976) und E.W. Silvertooth (1986, experimenteller Nachweis des Äthers);
die kosmische Hintergrundstrahlung und in ihr die „neue Ätherdrift“;
der Biologielehrer Reichs Paul Kammerer (1880-1926) und seine Vorstellung einer Lebensenergie, sein Lamarckismus und sein Konzept der Serialität (das später C.G. Jung und Wolfgang Pauli als „Synchronizität“ plagiierten);
der Deutsche Monistenbund von 1911 (wobei Paul Kammerer zu dem Hauptaktivisten gehörte) und Wilhelm Ostwalds (1853-1932) „Energetik“ sowie Hans Hass’ (Jahrgang 1919) „Energon-Theorie“.

Jeder einzelne Bauer und „Ureinwohner“ könnte ganze Bände über die Funktionen der kosmischen Lebensenergie, wie er sie alltäglich in der Natur erfährt, zu Protokoll geben. Was könnten all die heute medikamentös „abgeschalteten“ Schizophrenen dem geduldigen Psychiater über ihre orgonotischen Empfindungen sagen! Wie viele landen in der Psychiatrie, nur weil sie das „nichtexistente Orgon“ sehen und spüren? Und schließlich braucht man nur eine beliebige naturwissenschaftliche Zeitschrift wie Spektrum der Wissenschaft aufschlagen, um ständig über das Orgon zu stolpern.

Man könnte endlos fortfahren. So finden sich etwa bei DeMeo Dutzende Namen. Hier das erste Dutzend: Hannes Alfren, Halton Arp, Jacques Benveniste, Frank A. Brown, F.W. Cope, Louis C. Kervran, Dayton Miller (der mit dem Michelson-Interferometer ganz klar einen orgonotischen Effekt nachwies), Thelma Moss, Bjorn Nordenstrom, John N. Ott, Royal Rife, O. Ed Wagner – endlos: und man käme doch immer wieder zur Orgonomie Wilhelm Reichs zurück.

Nicht von ungefähr nimmt in Jörgensons eingangs erwähnten Buch die Orgonphysik den bei weitem größten Raum ein (100 Seiten). Diese Darstellung ist, wenn man großzügig (mit dem Respekt, den der Autor für seine Leistung verdient) über kleinere Schnitzer hinwegliest, sicherlich die beste (und, ja, wohl ohnehin bis jetzt auch die einzige) Gesamtdarstellung der orgonomischen Physik. Diese Präsentation im Zusammenhang mit der Erläuterung von parallelen, aber vollständig unabhängigen, Forschungsansätzen macht dieses Buch für den an der Orgonomie Interessierten so wertvoll.

Durch die Darstellung anderer Ansätze zur Erforschung der kosmischen Lebensenergie bekommt man für die Orgonomie ein ganz neues „umfassenderes“ Gefühl. Die Beschäftigung mit anderen Sichtweisen kann dabei helfen, systematische Fehler, oder besser „systematische Blindheiten“, aus der Orgonomie zu eliminieren. Jörgenson gelingt es besonders gut funktionelle, sich wechselseitig ergänzende, Zusammenhänge zwischen den teilweise extrem unterschiedlichen Herangehensweisen aufzuzeigen, ohne daß Jörgenson dem Leser eine harmonisierte Gesamtschau aufzwingt.

Die zentrale Frage, um die es in dem Buch geht, heißt: Gibt es eine zweite Sorte von Elektrizität und wie wirkt diese auf verschiedene Stoffe und Lebewesen?

Hier wird also Reichs oft kritisierte Auseinandersetzung mit der statischen Elektrizität in einem sehr breiten Rahmen wieder aufgenommen. Zum Beispiel fand Reichenbach, daß Reibungselektrizität und Batterieelektrizität für seine Sensitiven vollkommen disparate Dinge waren. Während statische Elektrizität das größte Od-Licht überhaupt hervorrief, war es bei Batterieelektrizität nur gering und bei den Batterieelementen selbst fehlte jede odische Wirkung. Außerdem war positive statische Elektrizität od-negativ, während die entsprechende positive Elektrode einer Batterie verwirrenderweise od-positiv war (S. 13f). Fortin glaubte an ein Fluidum in der Natur, dessen freie Bewegung beim Durchgang durch Materie gebremst wird, wodurch sich das Fluidum in eine elektrostatische Aufladung umwandelt, die wiederum in einem Ausgleichstrom entladen werden kann (S. 69). Solche Ansätze aus der Frühzeit der Erforschung der Elektrizität müssen von der Orgonomie wieder aufgegriffen werden, um endlich eine befriedigende Verbindung zwischen Orgonenergie, statischer Elektrizität und „Batterieelektrizität“ herzustellen.

Der Diplomphysiker Jörgenson zeigt in der heiklen Frage der statischen Elektrizität ein erstaunliches Maß an Feingefühl. Jeder andere Physiker hätte Reichs Arbeit z.B. mit der Bemerkung beiseite gewischt, daß Reich das Prinzip der Ladungstrennung nicht verstanden hätte. Andererseits hat Jörgenson offensichtlich Schwierigkeiten mit Reichs Energie-Begriff. „Ein Physiker würde Orgon vielleicht als Plasma bezeichnen“ (S. 104). Jörgenson setzt dann auch an einer Stelle anstatt Orgonenergie „Orgonplasma“ (S. 149). Wir werden also von einem Gas ionisierter Teilchen durchströmt? DeMeo spricht von der „(proto)plasmatischen kosmischen Lebensenergie“ und der Ausdruck in der Klammer ist in diesem Zusammenhang das wichtigste. Immerhin gibt es auch in Äther, Gott und Teufel (S. 82) mit dem Rückverweis auf Demokrits „Seelenatome“, die sich Demokrit als Feueratome vorstellte, so etwas wie ein „orgonomisches Plasmakonzept“.

Ein Blick 60 Jahre zurück in die Zukunft

2. Januar 2015

1939 gelang es dem aus Österreich stammenden, damals an seinem Forschungsinstitut in Norwegen tätigen, Arzt und Naturforscher Dr. Wilhelm Reich, an „Bion“-Präparaten eine organisches Material aufladende Energieform nachzuweisen. Nachdem Reich in die USA übergesiedelt war, glückt ihm 1940 der Nachweis derselben Energie in der Atmosphäre. Diese von ihm entdeckte Energie nannte Reich „Orgon“, sie entspricht in etwa der von Biologen schon immer postulierten Lebens- oder Bioenergie und dem von der klassischen Physik angenommenen Weltäther.

Die Entdeckung der Orgonenergie und die Möglichkeiten, das Orgon objektiv nachzuweisen, werden in Reichs Werk Der Krebs beschrieben. Unter anderen Wissenschaftlern bestätigte zum Beispiel auch Albert Einstein Reichs Versuchsergebnisse.

In Der Krebs hat Reich den Bau und die Funktionsweise des „Orgonenergie-Akkumulators“ beschrieben, mit dem es ihm, aufgrund einer besonderen Eigenschaft der Orgonenergie, gelang, diese zu konzentrieren. Die Orgonenergie funktioniert nämlich nicht nach dem im Zweiten Thermodynamischen Gesetz, einem der Grundpfeiler der klassischen und modernen Physik, beschriebenen Funktionsprinzipien. Das Orgon bewirkt also nicht etwa, wie alle anderen Energiearten, eine Zunahme der Entropie, sondern eine Abnahme derselben, d.h. Orgonenergie fließt vom niedrigeren zum höheren Energie- und Organisationsniveau.

Aufgrund dieser Gesetzmäßigkeit, die Reich als „Orgnomisches Potential“ bezeichnet hat, gelang es ihm Anfang der 1950er Jahre, die Orgonenergie aus der Atmosphäre abzuziehen und in Wasser zu leiten, da das Orgon in der Atmosphäre in einer niedrigeren Konzentration vorliegt als im Wasser und eine spezielle Affinität zwischen Orgon und Wasser besteht.

Im Jahre 1954 machte Reich die Beobachtung, daß einige „Sterne“ am Nachthimmel erloschen oder „davonschwebten“, wenn er einen „Cloudbuster“, so nannte er das Gerät, mit dem er die atmosphärische Orgonenergie abzog, auf sie richtete. Reich war aufgrund dieser und anderer Beobachtungen und Experimente und wegen theoretischer Überlegungen über die physikalischen Eigenschaften des Orgons davon überzeugt, daß es sich bei diesen „Sternen“ um Objekte handelt, die allgemein hin als „UFOs“ bezeichnet werden.

Er informierte die US-Behörden über seine Beobachtungen und Experimentalergebnisse und machte ihnen später seine theoretischen Überlegungen und mathematischen Berechnungen zugänglich. Ein enger Mitarbeiter Reichs traf im Air Technical Intelligence Command (ATIC) in Dayton, Ohio mit hohen Vertretern der US-Luftwaffe und des CIA zusammen und informierte sie über die Arbeiten Reichs.

Ende 1954 machte Reich eine Forschungsexpedition in die Wüste von Arizona, um die Beziehung zwischen der Wüstenentwicklung und der atmosphärischen DOR-Verseuchung zu untersuchen. „DOR“ ist eine Form der Orgonenergie, die Reich im sogenannten „ORANUR-Experiment“ entdeckt hatte, das im gleichnamigen Buch ausführlich beschrieben wird.

Hier sei erwähnt, daß DOR entstand, als Reich eine kleine Menge an nuklearem Material einer hochkonzentrierten Orgonenergie-Strahlung ausgesetzt hatte. DOR ist das Endpunkt der daraus resultierenden sogenannten „ORANUR-Reaktion“.

Reichs Forschungen in der Wüste von Arizona zeigten nun, daß „UFOs“ die kosmische Orgonenergie in ihren Antriebssystemen benutzen und als „Abgas“ das in DOR metabolisierte Orgon wieder ausstoßen. Durch die Wirkung des DORs auf den atmosphärischen Wasserhaushalt sind die „UFOs“ zu einem großen Teil für die zunehmende Wüstenentwicklung und die Versteppung weiter Landstriche auf diesem Planeten verantwortlich. Außerdem verursacht DOR die sogenannte DOR-Krankheit.

Da, wie am Anfang erwähnt, organismisches und atmosphärisches Orgon „funktionell identisch“ sind, hat die DOR-Verseuchung so auch einen direkten Einfluß auf unser physisches und psychisches Funktionieren und unsere Gesundheit.

Reichs Cloudbuster erlaubt nun zweierlei: Erstens kann man mit dem Cloudbuster das DOR aus der Atmosphäre abziehen und so den atmosphärischen Energiemetabolismus und Wasserhaushalt wieder normalisieren. Zweitens hat sich bei der praktischen Feldarbeit gezeigt, daß es möglich ist, direkt Energie von den UFOs abzuziehen und sie so an ihren, für die Atmosphäre und ihre Lebensformen schädlichen, Manövern zu hindern. Es scheint auch ein gewisser DOR-Gehalt der Atmosphäre für das Funktionieren der fremden Raumschiffe nötig zu sein.

Hier die UFOs, die Reich Mitte der 1950er Jahre beschrieben hat (Das ORANUR-Experiment II [Contact with Space]), aus dem Weltraum aufgenommen (Space Shuttle Columbia, Nov. 1996). Wie der Kommentator sagt: es sieht wirklich so aus, als würden sie die atmosphärische Orgonenergie aufnehmen und der den Strömen der Orgonenergie in der Atmosphäre folgen:

Mit den restlichen 9 Videos dieser YouTube-Reihe möchte ich nichts zu tun haben! Ich hätte lieber das LiveStreak-Video gebracht, aber da wird Reich nicht erwähnt.

YouTube regt zu neuen Überlegungen hinsichtlich dessen an, was Jerome Eden in Die kosmische Revolution beschrieben hat. Man gebe das Stichwort „Whitley Strieber“ ein und hangele sich so weiter.

Beispielsweise deutet die verwirrende Vielfalt der UFO-Erscheinungen darauf hin, daß es viele verschiedene Formen von Außerirdischen gibt. Und was ihr unsinniges, jeder offensichtlichen Logik widersprechendes Verhalten betrifft, könnte das teilweise mit den Wechselwirkungen zwischen diesen „Rassen“ zusammenhängen. Es könnte Hierarchien von Abhängigkeiten geben, sich widersprechende Agenden oder richtiggehende Kriege. Auch könnten sich diese Konflikte auf die „Astralebene“, das „Jenseits“ oder „was auch immer“ erstrecken.

Das meiste, was uns in dieser Hinsicht präsentiert wird, unterscheidet sich kaum von dem, was Psychiater alltäglich in geschlossenen Anstalten zu hören bekommen, aber aus dem Spintisieren über „Exopolitik“ und Botschaften aus „feinstofflichen Welten“ könnte man vielleicht die Wahrheit herausschälen, solange man kühlen Kopf bewahrt und nie vergißt, daß jeder Mystizismus von primitiven mechanistischen Vorstellungen durchzogen ist. „Dinge“ wie „die Seele“, die „Astralebene“ und Szenarien wie aus „Raumschiff Enterprise“ werden den energetischen Phänomen einfach nicht gerecht. Nicht von ungefähr spricht Reich von „Ea“, was sowohl für „Energie alpha“ (die primordiale kosmische Orgonenergie) als auch für „Enigma“ steht.

Der vielleicht wichtigste Aspekt dieses Themas ist die eigene Charakterstruktur: es ist nichts für Leute, die selbst einen Hang zur schizophrenen Spaltung und eine Tendenz zum Mystizismus haben.

Reichs Auseinandersetzung mit dem UFO-Phänomen war eng mit dem ORANUR-Experiment und seiner daran anschließenden Beschäftigung mit dem globalen „DOR-Notstand“ verbunden. In mancher Hinsicht ist der Schriftsteller Whitley Strieber eine zeitgenössische Entsprechung Reichs. Den meisten werden seine Theorien (oder besser gesagt Spekulationen) zu mystisch und „wirr“ sein, doch Strieber ist ein sehr guter Beobachter und anregender Denker. (Und m.E. einer der ganz wenigen Schriftsteller, der wirklich erzählen kann.) Er beschäftigt sich auf seine Weise genau mit jenen Themen, die auch Reich in seinen letzten Jahren umgetrieben haben: Ea („UFOs“), das Rätsel des menschlichen Bewußtseins, die Klimakatastrophe, den geheimen Projekte der US-Regierung, etc. Siehe www.unknowncountry.com und natürlich Ea und die Wellenfunktion.

Ich bin davon überzeugt, daß Reich zwischen 1954 und 1955 (vielleicht sogar früher) ähnliche Erlebnisse hatte, wie Strieber sie beschreibt. Beispielsweise berichtet Reich, daß auf Orgonon nach dem ORANUR-Experiment immer wieder Dinge verschwanden, umgestellt und verschoben waren, so als wären „Kobolde“ am Werke gewesen. Manche spekulierten über eine „hysterische“ Ilse Ollendorff, doch es könnten tatsächlich „Kobolde“ gewesen sein.

Nachdem ich mich neuerdings erneut wieder etwas mit Strieber beschäftigt habe, bin ich in meiner Überzeugung bestärkt, daß die „Greys“ genau das sind, wovon Reich und später Jerome Eden gesprochen haben: DOR-Wesen, die seit Jahrtausenden wie Parasiten von uns leben. Siehe auch Jerome Edens Die kosmische Revolution: 16. Die Kinder der Finsternis .

In Das ORANUR-Experiment II (Contact with Space) frägt sich Reich schließlich, ob die Außerirdischen „geisteskrank“ sind, weil ihr Verhalten, bzw. das Verhalten der Fliegenden Untertassen, keinerlei logischen Sinn macht. Strieber war mit weitaus absurderen Dingen konfrontiert, über die er ohne Angst sich lächerlich zu machen offen berichtete. Entsprechend wurde er zu einem Paria, der beispielsweise auf Flughäfen von vorbeigehenden Fluggästen angespuckt wurde.

Ein Beispiel für die ganze Absurdität ist beispielsweise, daß Strieber, ein passionierter Nichtraucher, die Anwesenheit der Besucher stets mit „Zigarettenqualm“ aussoziierte – und dann sogar beobachtete, wie einer der „Greys“ Kettenraucher war. Entsprechend halte ich beispielsweise das folgende vollkommen abwegige Video für möglicherweise authentisch:

Das ganze ist extrem heikel, weil damit, d.h. mit dem Versuch die außerirdische Invasion zu verstehen, einerseits immer die Gefahr des Mystizismus einhergeht – und andererseits genau dieser Mystizismus die vielleicht schärfste Waffe der Außerirdischen ist, weil sie die Erdenbewohner lähmt.

Reich hat die Mystik nicht rationalistisch wegerklärt, sondern ernst genommen, um ihr desto effektiver entgegentreten zu können. Sie beruht auf der verzerrten Wahrnehmung realer Energieströme im Körper.

Der Okkultismus, z.B. die Astrologie, ist in dieser Hinsicht weitaus problematischer, da man nicht nur mit subjektiven Befindlichkeiten, sondern immer wieder mit objektiven „Belegen“ konfrontiert wird, denen man Rechnung tragen muß, will man „wissenschaftlich unvoreingenommen“ vorgehen.

Ganze Kulturen haben sich unrettbar in der sich immer wieder bestätigenden Astrologie verfangen. Etwa die hochentwickelten Inka, die sich nicht gegen die Spanier wehrten, weil ihr Untergang in den Sternen vorgezeichnet war. In Sternkonstellationen und dunklen Flecken in der Milchstraße machten die Inka Tiergestalten aus, denen bestimmte Eigenschaften zugeordnet waren, so daß die Himmelsmechanik einen tiefgründigen Sinnzusammenhang nach dem anderen generierte.

Es scheint, daß wir heute auf breiter Front wieder auf dem Weg in solch ein wahnhaftes und im wahrsten Sinne des Wortes verhängnis-volles Weltbild sind. Man denke nur an den vom Maya-Kalender inspirierten malignen Schwachsinn, der mit dem Jahr 2012 getrieben wurde!

Geblendet durch immer neue „Bestätigungen in der Wirklichkeit“ wird nicht gesehen, daß Systemen wie der Astrologie, Numerologie, Kartenlegen, etc. jede Grundlage abgeht. Selbst wenn sie teilweise funktionieren, d.h. anekdotische Überzeugungskraft besitzen und vielleicht sogar hier und da statistische Überraschungen auftreten: jedes beliebige andere System, irgendeine willkürlich und künstlich erschaffene …ologie, würde ähnliche Ergebnisse zeitigen. Offenbar „erzeugen“ (?) derartige Systeme spontan und unkontrollierbar sinnvolle Zusammenhänge („Serialität“, „Synchronizität“). Sogenannte „Satanisten“ nutzen dies aus, um mit Hilfe von Magie Macht auszuüben und letztendlich zu einem Gott zu werden. (Ein „Satanist“ hat beispielsweise keinerlei Probleme damit die „klingonische“ Götter aus Star Trek anzurufen und sich davon reale Effekte zu versprechen!)

Ich würde niemals ein Horoskop lesen oder mir aus der Hand lesen lassen. Nicht nur, daß ich Angst vor sich selbst erfüllenden Prophezeiungen habe. Darüber hinaus habe ich Angst etwas „heraufzubeschwören“. Ich teile die Auffassung echter Christen, daß diese „Techniken“ durchweg dämonisch sind.

Magisches Denken kommt dem psychotischen und hochneurotischen Denken sehr nahe. Sich dem auszusetzen, verstärkt und verfestigt die eigene Neurose. Man hält sich davon fern, genauso wie man von sexuellen Perversionen Abstand hält. Es zieht einen hinunter! Nicht von ungefähr haben Esoteriker und Okkultisten eine dunkle Aura, sind unglücklich, übellaunig und von abstrusen Krankheiten geplagt.

Aber zurück zur Erklärung „okkulter“ bzw. „parapsychologischer“ Phänomene: sie scheinen eine makroskopische Entsprechung quantenphysikalischer Vorgänge zu sein. Der Schlüssel hat sicherlich mit dem Orgonomischen Potential zu tun, das entsprechend auf atomarer Ebene der statistisch-mechanischen Zufallsverteilung entgegenwirkt und so die Quantenphänomene hervorruft. Siehe dazu die beiden Aufsätze Ea und die Wellenfunktion und Orgonenergie-Kontinuum und atomare Struktur.