
Posts Tagged ‘Stirner’
Email [Über Theologie] (2004)
4. Februar 2024Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 103)
3. Februar 2024[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]
Das Schwarzbuch des Kommunismus sollte eher „…des Marxismus“ heißen, denn schließlich gab es nicht einen Kommunismus, aber die Täter waren ausnahmslos Marxisten (siehe Konrad Löws Rotbuch der kommunistischen Ideologie). Beim Lesen bin ich im deutschen Anhang über „Politische Verbrechen in der DDR“ auf folgenden Absatz gestoßen:
Von Beginn an haben die Schöpfer der kommunistischen Ideologien den Ausstieg aus der Geschichte proklamiert. Sie mußten und wollten darum zuerst die Wurzeln Europas ausreißen, die christliche Religion. Der Entwurf einer neuen Welt war ihre Mission. Der junge Marx und die Junghegelianer suchten in ihren Philosophien einen „Kristallisationspunkt massenhaft existentieller Sozialität, an dem sich die akute gesellschaftliche Misere und der Vorschein künftiger Befreiung, an dem sich Resignation und Rebellion, Depression und Hoffnung zu einer in ihrer Ambivalenz alltäglichen Erfahrung synthetisieren und theoretisch generalisieren ließen“. Dies war für die Junghegelianer nur im Bereich der Religion zu beobachten. So ging von der Religion für sie „bei aller verbalradikalen Ablehnung eine Faszination aus“, da in ihr die Synthese „von die Gegenwart transzendierenden Glücksversprechens und Kompensation akuter sozialer Misere“ (Wolfgang Bialas, Vom unfreien Schweben zum freien Fall. Ostdeutsche Intellektuelle im gesellschaftlichen Umbruch, Frankfurt a.M. 1996, S. 287ff) gelungen schien. Im Versuch, der Religion zu entkommen, sie vom Kopf auf die Füße zu stellen, warfen sich schon die Junghegelianer gegenseitig vor, selbst noch in religiösen Denkmustern befangen zu sein. Mit Recht! Es war unabweislich, daß im Gebäude der Theorie von der Einheit aller Widersprüche das religiöse Erbe seine Verstecke fand. Im Zuge der Dogmatisierungen, der Simplifizierungen und dem Gebrauch der Ideologie zur Legitimation praktischer Politik wurde die Religion zum doppelten Schicksal des politischen Marxismus. Einerseits nahm er selbst quasireligiöse Gestalt an, wie er andererseits auf eine Gegenposition gegenüber dem Religiösen fixiert blieb. (Löw: Rotbuch, München 1999, S. 831).
Am Anfang jeder sinnvollen Diskussion der Verbrechen des Kommunismus/Marxismus müßte erst mal eine Auseinandersetzung mit Stirner stehen, denn das unsägliche Grauen (100 000 000 Tote) begann als Auseinandersetzung mit dem Einzigen – der von den Marxisten dann später bezeichnenderweise mit der Genese des Faschismus verknüpft wurde. Er, der die „Gespenster“ vertreiben wollte, veranlaßte ungewollt den zutiefst „religiösen“ Marx das ausgebauteste Ideologiesystem der Weltgeschichte aufzubauen; ein Gespensterschloß voller Horror, in dem wir noch immer hausen. Marx schrieb über den Verlust seines Gottesglaubens in seiner Jugend: „Ein Vorhang war gefallen, mein Allerheiligstes zerrissen und es mußten neue Götter hineingesetzt werden“ (MEW Ergbd. 1,8, z.n. Löw: Rotbuch, S. 309). Diese Götter verteidigte er gegen Stirner.
Für „die“ Linke war der Faschismus nichts anderes als ein Fieberanfall des Kapitalismus, entsprechend ist für sie die postfaschistische „Ideologie des ‚falschen‘ Individualismus, Liberalismus etc.“ nichts anderes als Krypto-Faschismus: „die Ideologie der anonymen Gesellschaft“ – die man bis auf Stirner zurückführen könne (ich verweise auf Teil 102).
Der Kommunismus war der aufgeklärte, emanzipierte, liberale Westen in Potenz. Nicht von ungefähr haben Marx, Lenin und Trotzki wirklich jedes zeitgenössisches Ereignis im Lichte der Französischen Revolution gesehen. Deshalb gibt es nichts Aktuelleres als eben Das Schwarzbuch: es zeigt die allerletzte nackte Konsequenz dessen, was heute alle Menschen „mit Hirn“ vertreten, was unterschwellig als Botschaft durch alle Medien in uns dringt. Die folgende Beschreibung des Realsozialismus charakterisiert perfekt die Tagesschau: „die süßliche offizielle Phraseologie, die kein einziges wahres Wort enthält, die uns dazu treibt, jeden ‚illegalen‘ Gedanken in uns zu unterdrücken und die uns dergestalt unsere ureigenste Natur deformiert, bis unser ganzes inneres Wesen zerfällt“ (Das Schwarzbuch, S. 349). So endet die „Aufklärung“, der „Aufstand gegen Gott“, gegen das Über-Ich – in der vollkommenen „Enteignung“. Der ultimative Verrat.
Warum der abgrundtiefe Haß gegen LaMettrie, Stirner, Reich? Weil sie genau das verkörpern, wogegen die „Emanzipationsbewegung“ kämpft – gegen unsere „ureigenste Natur“. In den kommunistischen Ländern ging dieser Haß so weit, daß nicht mal die im Vergleich dazu harmlosen Witzfiguren Nietzsche und Freud tolerabel waren.
Nachsatz: Ich hätte hier beinahe ein Zitat von Elena Gorokhova aus ihrem autobiographischen Roman Goodbye Leningrad untergebracht: „Die Regeln sind ganz einfach: Sie belügen uns, wir wissen, daß sie lügen, sie wissen, daß wir wissen, daß sie lügen, aber trotzdem lügen sie weiter, und wir tun weiter so, als würden wir ihnen glauben.“ Aber das hätte nicht gepaßt, denn im heutigen Berlin, Hamburg, Frankfurt, etc. ist es weit schlimmer, als es jemals in „Leningrad“ war – denn 70% der Deutschen glauben all die Lügen!
Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 102)
30. Januar 2024[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]
Es wird immer wieder unternommen Reich ad absurdum zu führen, indem man auf Aldous Huxleys Brave New World verweist und auf neuere Mechanismen der psychologischen Kriegsführung. Statt zu befreien, wie Reich angeblich behauptet habe, würde Sex versklaven. Es wird dann gerne auf Pornosüchtige verwiesen.
Und genau hier fängt das große Mißverständnis an. Es geht um Kontakt, ohne den macht Sex offensichtlich überhaupt keinen Sinn. Wenn Sex zur psychologischen Kriegsführung verwandt wird, geht es ausschließlich um die Herstellung bzw. Verstärkung von Kontaktlosigkeit. Das kennt jeder aus dem Alltag, wenn man plötzlich mit plakativer Obszönität konfrontiert wird. Sie ist dermaßen unangebracht, grotesk „out of place“, daß man sofort den Bezug zur Realität verliert. Heutzutage ist man dem ständig ausgesetzt und fragt sich zunächst entsetzt: „Was soll der Scheiß!?“ – bis man abgestumpft ist, d.h. Kontaktlosigkeit induziert wurde. Besonders effektiv ist das, wenn die Obszönität als „Natürlichkeit“ verkauft wird.
Womit wir es hier zu tun haben, ist sozusagen eine Kombination der beiden Mechanismen, die in Teil 100 (Zusammenbruch des Vegetativen Nervensystems) und Teil 101 (Zusammenbruch des Zentralen Nervensystems) beschrieben wurden. Wenn sowas allen Ernstes Wilhelm Reich zugeschrieben wird bzw. diesem entgegengehalten wird, ist der Kulminationspunkt an Emotioneller Pest erreicht. Das sind die Leute, die sich in ihrer Verehrung für Marquis de Sade kaum einkriegen können, jedoch LaMettries „Wollust-Schriften“ als vernachlässigbare Schäferidyllen abtun, weil sie nur von einem handeln: dem Kontakt zwischen Menschen.
Ähnlich ist ihre Herangehensweise an Max Stirner, der als „Egoist“ abgetan wird, für den die Mitmenschen nur tote Objekte sind. Wie vollkommen absurd diese Interpretation ist, sieht man daran, daß es Stirner um nichts anderes ging, als die „Gespenster“ zu vertreiben, mit denen sich die Menschen identifizieren, statt direkten Kontakt miteinander aufzunehmen und entsprechend „egoistisch“ weit mehr Lust und Befriedigung im direkten Kontakt zu finden als in der „Pornowelt“ der Ideologien und bloßen Worte. Gewisserweise kann ich mir kaum etwas „Konservativeres“ vorstellen als diesen, Stirners Ansatz!
Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 101)
23. Januar 2024[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]
In Teil 100 beschrieb ich den Bereich der Emotionen (das orgonotische System, das Vegetative Nervensystem), hier soll es nun um den Bereich des „energetischen Orgonoms“ gehen, das in unserem zentralen Nervensystem sich materiell niederschlägt und um unsere Gehirnaktivität kreist.
Um unser natürliches Empfinden von Recht und Unrecht, d.h. den Kontakt zum bioenergetischen Kern, auszuschalten, wird das Vegetative Nervensystem durch „DeSade-ismus“ überwältigt und ausgeschaltet. Die Entsprechung hinsichtlich des Gehirns, genauer hinsichtlich der Kognitionen, finden wir in der „Absurdität“. Unser rationales Denken wird ausgeschaltet, indem es durch Absurdität zum Kollaps gebracht wird.
„Dadaismus“ ist eines der Hauptmechanismen der Emotionellen Pest und gleichzeitig eine der Abwehrstrategien gegen die Emotionelle Pest. Wir können keine rationalen Schlüsse mehr ziehen und werden Anfällig für Manipulation. Wir verlieren buchstäblich den Boden unter den Füßen, werden konfus und hilflos. Man denke nur all den Genderwahnsinn, den Wahnsinn um „kulturelle Aneignung“ und neuerdings alles, was Linke heute vertreten: früher war das der Bereich von Monthy Phyton – heute ist das die neue Normalität. Früher hätte man über nigerianische Schiffbrüchige im Mittemeer und Transvestiten, die über die Frauenquote in den Bundestag gelangen, herzhaft gelacht. Heute wirst du hart bestraft und deine Existenz ist gefährdet, wenn du darüber lachst!
Hier kommt auch die angeschnittene Doppelgesichtigkeit des „Dadaismus“ zum tragen, denn gegen diesen diabolischen SCHWACHSINN kann man nur noch mit Satire antworten. Ich verweise insbesondere auf den einfach nur göttlichen Medienfuzzi!
Der „Hofnarr“ Friedrichs des Großen, LaMettrie hat den „Dadaismus“ genutzt, um den Fängen der damaligen Zensur zu entkommen und gleichzeitig seine Gegner buchstäblich in den Wahnsinn zu treiben. Man denke etwa an seine Auseinandersetzung mit Albrecht von Haller, dieser Verkörperung einer grotesken Mischung aus der überkommenen Emotionellen Pest (inquisitorisches Christentum) und der damals hochmodernen Emotionellen Pest („vivisektionierende“ Naturwissenschaft).
Entsprechend bestand auch immer bei einigen Kritikern die Unsicherheit, ob Stirners Der Einzige und sein Eigentum wirklich ernstgemeint oder nicht vielmehr eine bloße Satire gewesen sei! Reich mußte sich mit einer Psychoanalyse herumschlagen, die in ihrem willkürlichen Surrealismus (man Denke nur an den schieren Schwachsinn, den Freud in den „Wolfsmann“ hineininterpretiert hat) nicht nur ihre eigenen Grundlagen untergräbt (die Libidotheorie), sondern auch die der gesamten Gesellschaft. Bei den heutigen Grünen scheint beispielsweise die ekelige haßzerfressene Charaktermaske Herbert Marcuses durch.
Richtig betrachtet, steht das LSR-Projekt im Zentrum einer psychologischen Kriegsführung, die seit 6000 Jahren andauert.
Brief [Reich Nahebringen, seine politische Einordnung] (1978)
15. Januar 2024Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 98)
13. Januar 2024[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]
Reich meinte, daß es die psychoanalytische Bewegung war, die Freud eine Falle stellte, indem sie die Psychoanalyse gesellschaftsfähig machte. Doch heute wird immer deutlicher, daß es Freuds zentrales Motiv von Anfang an war, berühmt und gesellschaftlich akzeptiert zu werden, indem er sich anpaßte („Realitätsprinzip“) und die Triebe unterdrückte, d.h. erst bewußt machte, um sie dann um so effektiver zu unterdrücken („verurteilen“). In dieser Hinsicht war er das komplette Gegenteil von Leuten wie LaMettrie, Stirner und Reich.
Seine anpasserische Geiteshaltung hat Freud auf seine Schüler übertragen. Ich erinnere an einen Brief von Sandor Ferenczi an Freud, wo Ferenzci sagt:
Sie haben mich zum Mann gemacht; jetzt, da Sie (Freud) in mir herrschen, bin ich in der Lage, das Lustprinzip dem Realitätsprinzip unterzuordnen; jetzt bin ich in der Lage, die sinnlose Verschwendung von Affekten besser zu hemmen; ich habe mich mit dem Gedanken versöhnt, krank zu sein und sterben zu müssen; ich hemme die ehrgeizigen [will sagen aufmüpfigen, PN] Tagträume, indem ich sie auf ihre infantilen Wurzeln zurückführe.
Dies ist um so wichtiger, als Ferenczi, wie an anderer Stelle bereits erwähnt, zuvor einige Ansichten geäußert hatte, die durchaus an LaMettrie, Stirner und Reich erinnerten – allerdings ordnete er sich sehr bald Freud unter. Vorher kämpfte Ferenczi gegen das Über-Ich, jetzt kämpft er gegen das Es. Doch trotzdem wurde Ferenczi, der Reich sehr zugetan war, von dem ach so toleranten und rationalen Freud auf pestilente Weise vernichtet.
Freuds Schüler waren alle sehr liberal, besonders Ernest Jones, der Melanie Klein und andere akzeptierte – aber man betrachte, wie Jones auf Reich reagierte! Ihr Liberalismus endet immer an einem bestimmten Punkt. Das Ziel des LSR-Projekts ist es, sich auf diesen Punkt zu konzentrieren, der die Achse unseres Lebens ist und es daher bestimmen sollte. Aber Leute wie Freud, Jones, Klein und andere tun alles, um genau diese Quelle unserer Existenz zu zerstören (um Reich zu paraphrasieren). Sie tun dies auf verdeckte Weise, so daß niemandem dieser Punkt bewußt wird.
Für Freud war die Psychoanalyse eine Art neues Judentum. Was ist „Judentum“? Folgen Sie dem Gesetz (dem Über-Ich), auch wenn es keinen Sinn macht! Das wird dann als „Erwachsensein“ definiert!















