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Hitler und die Orgonomie (Teil 2)

15. August 2014

Ich bin immer wieder verblüfft, wie sehr doch die modernen Kämpfer gegen die „Illuminati“, die „Bilderberger“, die „Neue Weltordnung“, die „Globalisierung“ und das „faschistische Regime“ in der Ukraine imgrunde nichts weiter sind als Hitleristen. Insbesondere, wenn sie mich auf Die Protokolle der Weisen von Zion verweisen. Das ist mir in letzter Zeit wiederholt passiert: gruselig ohne Ende!

In Die Massenpsychologie des Faschismus beschreibt Reich, wie die Nationalsozialisten „links geredet“ und „rechts gehandelt“ haben. Die verbindende Klammer war der Antisemitismus. Heute sprechen die (National-) Sozialisten wieder vom Gegensatz „national“ und „asozial“.

In der Rheinischen Post verglich 2005 der Historiker Michael Wolffsohn die damalige Kapitalismuskritik des SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering mit der antijüdischen Hetze Hitlers. Wieder einmal würde eine Bevölkerungsgruppe mit Tieren gleichgesetzt, die wie eine „Plage“ das deutsche Volk ausplündere und deshalb „vernichtet und ausgerottet“ werden müsse. Heute nennt man sie „Heuschrecken“, damals waren die Bezeichnungen für das „Ungeziefer“ noch abstoßender.

(Wie in Die Nomenklatura der „Markwirtschaft“ erwähnt, ist der heutigen Kapitalismuskritik in einer Hinsicht beizupflichten: die Kapitalströme werden weltweit von einer quasi „kommunistischen“ Planwirtschaft bestimmt [„Geldmengensteuerung“]. Die Weltwirtschaft krankt an einer Art zerstörerischer Krebsschrumpfungsbiopathie. Für diesen Systemfehler aber einzelne Kapitalisten moralisch verantwortlich zu machen, ist niederträchtige Hetze. Siehe dazu auch Reichs entsprechende Ausführungen im Marx-Kapitel von Menschen im Staat.)

Liest man in Reichs Zeitschrift für Politische Psychologie und Sexualökonomie (1934-1938) die Darstellungen über die Lage im Reich, tut sich eine Kluft auf gegenüber dem Bild, das neuere Historiker über eine Art „Nazi-Wirtschaftswunder“ und einen „Nazi-Sozialstaat“ zeichnen.

Die Wirtschaftshistoriker Andrea Wagner vom Department für Volkswirtschaft der LMU und Jörg Baten von der Universität Tübingen haben festgestellt, daß in der Tat der Lebensstandard unter den Nationalsozialisten nicht etwa anwuchs, sondern ganz im Gegenteil sank. Dabei orientieren sie sich nicht am Bruttoinlandsprodukt, das (vor allem wegen steigender Militärausgaben) tatsächlich anstieg, sondern an arbeitdemokratischen Indikatoren. Während in den übrigen europäischen Ländern die Körpergröße weiter zunahm, stagnierte sie unter den Nationalsozialisten. Entsprechendes galt für die Lebenserwartung. Besonders bei Kindern zwischen 5 und 15 stieg die Sterbensrate drastisch an. Die gesundheitliche Vorbeugung wurde vernachlässigt, z.B. Impfprogramme. Entsprechend nahm die Diphtherie drastisch zu. Die Lebensmittelqualität verringerte sich, die Ernährungslage verschlechterte sich. Ganz allgemein führte der verordnete Preisstopp zu Qualitätsverschlechterung der Konsumgüter, denn genausowenig wie später die Kommunisten in der „DDR“ konnten die Nationalsozialisten die Gesetze der Ökonomie außer Kraft setzen.

Der Hauptgrund für die wirtschaftliche Verwüstung Deutschlands war darin zu suchen, daß die Nationalsozialisten, also die „Globalisierungsgegner“ von damals, sich von der Weltwirtschaft abkoppelten. (Ein funktionierender globaler Kapitalismus macht Kriege so gut wie unmöglich. Hitler hat Deutschland ins Unglück geführt, weil er es „national-sozialistisch“ vom weltweiten ökonomischen Prozeß entkoppelt hat.)

Hitler fand nicht deshalb Zustimmung im deutschen Volk, weil es diesem materiell besser ging, wie uns Götz Aly in seinem sehr erfolgreichen Buch Hitlers Volksstaat weismachen will. Aly hat aber zumindest in einer Beziehung Recht: das wirtschaftlich bankrotte Regime war auf Expansion angelegt und hätte ohne Krieg, d.h. die Ausbeutung eroberter Gebiete, gar nicht weiterexistieren können.

Hitler konnte deshalb die Massen hinter sich scharen, weil, wie Reich in Die Massenpsychologie des Faschismus (Fischer TB, TB, S. 53) ausführt, „seine persönliche Anschauung, seine Ideologie oder sein Programm an die durchschnittliche Struktur einer breiten Schicht von Massenindividuen anklingt“. Es sei, so Reich, die Frage, „welcher historischen und soziologischen Situation diese Massenstrukturen ihr Entstehen verdanken“. Es sei also eine Frage der Massenpsychologie.

Nur dann, wenn die Struktur einer Führerpersönlichkeit mit massenindividuellen Strukturen breiter Kreise zusammenklingt, kann ein „Führer“ Geschichte machen. Und ob er endgültig Geschichte macht oder nur vorübergehend, hängt einzig und allein davon ab, ob sein Programm in der Richtung des fortschreitenden gesellschaftlichen Prozesses liegt oder sich dagegen anstemmt.

Obwohl Hitler nichts weiter als ein schlechter Witz war, ein eitriger Wurmfortsatz der Geschichte, wurde er auf eine derartig groteske Weise dämonisiert und tabuisiert, daß er geradezu als „Genie des Bösen“ erscheint und neuerdings zu befürchten ist, daß das „…des Bösen“ unversehens wegfällt. Deshalb:

Die „Machtübernahme“ war ein sinnleere Schmierenkomödie, da die NSDAP schon längst ihren Zenit der Popularität überschritten hatte und Hitler am Verzweifeln war. Das „Dritte Reich“ war Chaos pur, das nur von der guteingespielten Bürokratie der Weimarer Republik und später von der Reichswehr bzw. „Wehrmacht“ zusammengehalten wurde. Hitler selbst (sozusagen der „Obama“ seiner Zeit) war ein arbeitsscheuer, willensschwacher und hypochondrischer Bohemien, der sich um nichts kümmerte. Die anfänglichen außenpolitischen und militärischen Erfolge gehen auf die Dekadenz des „liberalen“ Westens zurück. Als Hitler sich schließlich zum Feldherrn aufschwang, besiegelte das den Untergang des Deutschen Reiches.

Er war wie ein Landstreicher, der unvermittelt auf einer Gartenpartie von blasierten Millionären auftaucht. Er hat die moralisch bankrotte „Elite“ des alten Europa demaskiert.

Auf deutschen Straßen grölen enthemmte Massen antijüdische („antizionistische“) Parolen. Hitlers Traum wird wahr. Am Ende seines Lebens bedauerte Hitler, daß er nicht, da doch „die islamische Welt in Erwartung unserer Siege bebte“, die Völker Ägyptens, des Irak und des ganzen Nahen Ostens in ihren antikolonialistischen Befreiungsbestrebungen unterstützt habe (Robert Wistrich: Der antisemitische Wahn, Ismaning 1987, S. 114f).

Der Historiker Karlheinz Weißmann führt aus, daß Hitler glaubte, seine Ideologie könnte eines Tages in Deutschland auferstehen und daß sich die Länder der „Dritten Welt“ erheben würden. Tatsächlich haben dort, so Weißmann, Elemente des National-Sozialismus überlebt. Teilweise gäbe es sogar eine direkte Kontinuität – „etwa bei Nasser, der aus der Bewegung der ägyptischen Silvershirts kam oder bei den großsyrischen Nationalsozialisten, die in der heutigen Baath-Partei aufgegangen sind“ (Karlheinz Weißmann: Der Nationale Sozialismus, München 1998, S. 337).

Die heutige Weltlage kann man auf „1968“ zurückverfolgen, als eine kleine Gruppe von studentischen Krypto-Nationalsozialisten (a la Horst Mahler) und Neo-Stalinisten eine größere Gruppe von „Anti-Autoritären“ dominierten und die wiederum eine ganze Generation. Bis heute ist die Höllenbrut von „1968“ und ihre Kinder aktiv dabei, Hitlers Werk zu vollenden. „Boykottiert Israel!“ Damit schließen sie sich lückenlos in die islamische Einheitsfront gegen die Juden ein.

Man nehme eine beliebige Verpackung aus dem Küchenschrank, auf der die Produktinformationen in allen möglichen Sprachen angegeben werden. Man wird nie die hebräische Schrift und Israels Flagge finden. Rücksicht auf die islamische Welt! 70 Jahre nach dem Holocaust wird der nächste Ausrottungsversuch systematisch eingeleitet.

Weltweit wurde gegen „Vietnam“ demonstriert. Mit Erfolg: die Amerikaner räumten dem Roten Faschismus das Feld. Daraufhin fühlten sich Moskau ermutigt, in Afghanistan einzumarschieren und damit die Endphase der Weltrevolution einzuleiten. Sie scheiterten am Islamismus (Schwarzer Faschismus). Ohne die „Afghanen“, d.h. Araber, die im afghanischen Befreiungskampf gegen die UdSSR gekämpft haben, wäre der gegenwärtige islamische Terror undenkbar.

Für den 11. September, den 11. März und Lage im Irak sind letztendlich jene verantwortlich, die vor vier Jahrzehnten mit „Ho Ho Ho Chi-minh“ durch die Straßen zogen und in Berlin gegen den Schah protestierten: ausgerechnet gegen den Schah!

Der Schah war ein entscheidendes Bollwerk sowohl gegen die Expansionsgelüste des Roten Faschismus als auch gegen den Islamismus. Seine Ehen mit Soraya und Farah Diba waren ein Fanal gegen Saharasia. Man stelle sich so etwas in der heutigen arabischen Welt vor! Das, was damals in der Regenbogenpresse über das Paar und die verschwenderischen Luxus am Hofe berichtet wurde, hatte unendlich mehr sexualökonomische Relevanz als alle damaligen pseudo-Reichianischen Ergüsse, „Kinderläden“ und Kommunen! Siehe Ökonomie und Sexualökonomie.

Wie von den Anti-Schah-Protesten heiß ersehnt, wurden Farah Diba und der Schah weggeputscht – und das finstere Mittelalter hielt Einzug. Die persische Nation, die auf dem Sprung stand, sich aus den Fängen Saharasias zu emanzipieren, wurde tiefer in die Jauche Saharasias gestoßen als jemals zuvor… Die Kinder Hitlers haben ein Regime an die Macht gebracht, von dem man mit Peitschenhieben und ruinösen Geldstrafen belangt wird, nur weil man beispielsweise im Park mit Frauen herumalbert. Oder es wird Haftbefehl gegen eine Schauspielerin und einen Regisseur erlassen, weil sie ihn zum Schluß eines Filmfestivals auf die Wange geküßt hat. Fundamentalisten demonstrieren am Ort des schockierenden Vorfalls. Oder man denke an die juristischen Folgen eines albernen Musikvideos!

Genauso wie einst im Ostblock wollen die normalen Menschen im Iran nichts mit diesem Regime zu tun haben. Bereits vor Jahren hat die iranische Dissidentin Farideh Tehrani, eine damals 27jährige Doktorandin in Teheran, darauf hingewiesen, daß die Iraner verwundert sind, wie sehr sich doch ihre Wirklichkeit von dem beschönigenden Bild in den westlichen Medien unterscheidet:

Hört auf uns: wir wollen genausowenig in einer islamischen Republik leben, wie die Ungarn, Tschechen oder Polen unter einer kommunistischen Diktatur leben wollten.

Die „ausgewogenen“ Journalisten verhalten sich gegenüber dem Iran exakt genauso wie einst gegenüber der Sowjetunion und dem Ostblock: sie sind strukturelle Verräter, modern liberals. Genau die gleichen Leute und Gruppen, die einst „aufklärerisch“ gegen den Antikommunismus wetterten, agitieren nun gegen das „Feindbild Islam“. Es waren und sind Todfeinde der Freiheit und des Lebens. Siehe dazu die Ausführungen in Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie.

Wir stehen unmittelbar davor, daß uns die Islamofaschisten in einem „Gleichgewicht des Schreckens“ mit Atomwaffen genauso erpressen können, wie einst die Kommunisten. Und genauso wie einst unterstützt die „gemäßigte Linke“ (ein Widerspruch in sich selbst!) die organisierte und schwerbewaffnete Emotionelle Pest.

Genauso wie die Kommunisten sind die Moslems nicht daran interessiert, etwas zu schaffen, sondern nur daran, das Alte („die Herrschaft der Götzen“) zu zerstören. Wo immer sich der Islam verbreitet hat, kam es nach einer anfänglichen Scheinblüte, d.h. dem sinnlosen Verpulvern des in der vorislamischen Zeit angehäuften Kapitals, zu einer alles erstickenden allumfassenden Depression. Heute spielt die islamische Welt im allgemeinen und Arabien im besonderen wirtschaftlich und kulturell keinerlei Rolle – gäbe es nicht das Rohöl, das der Westen erschlossen und dann irrwitzigerweise den Führern der islamischen Räuberbanden überlassen hat. Genauso wie einst die Kommunisten überleben sie nur durch Diebstahl, brutale Gewalt, Einschüchterung, Terror, Betrug und Lüge. Das einzige, was sie an der westlichen Technologie interessiert, sind Waffen.

Aber wer so etwas sagt, ist in dieser Republik der Irren „Nazi!“.

Hitler und die Orgonomie (Teil 1)

14. August 2014

Es hat etwas Befriedigendes, am Anfang einer Biographie über Joseph Goebbels (Narziß Goebbels. Eine psychohistorische Biographie) Reich zitiert zu sehen.

Im ersten Kapitel geht es um jene Gruppe, aus der Goebbels entwachsen ist und die die Hauptstütze des Nationalsozialismus war: das Kleinbürgertum, das durch den Untergang des wilhelminischen Deutschland sich gezwungen sieht, die sie tragenden gesellschaftlichen Strukturen so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. Dazu diene insbesondere die Aufrechterhaltung der gewohnten Feindbilder.

So steht [das Kleinbürgertum] den Vertretern des Großkapitals feindlich gegenüber, und zwar als unbewußte Wahrnehmung der ökonomischen und damit auch der sexuellen Freiheit, wie Wilhelm Reich darstellt, weshalb es Adolf Hitler und Joseph Goebbels später ein Leichtes sein wird, aus einem latenten einen massiv-aggressiven Antisemitismus in der Bevölkerung aufzubauen. (S. 18)

Reichs Analyse fassen die Autoren wie folgt zusammen:

Eine politisch-gesellschaftliche Diktatur, wie der Nationalsozialismus sie darstellt, gründet ihr Fundament auf Begriffe wie Reinheit, Ehre, Pflicht, Tapferkeit und Disziplin, wodurch ein vermehrter Druck auf die zwangsmoralischen gesellschaftlichen Vorstellungen ausgeübt wird. Da diese permanente sexuelle Selbstbeherrschung und die Angst vor der eignen Sexualität den Kleinbürger überfordern, entsteht eine Führersehnsucht, um die eigene individuelle (und damit auch sexuelle Verantwortung) abzugeben, womit die Strukturlegung für den reaktionären Menschen gegeben ist. (S. 19)

Reich hält Hitlers Persönlichkeit, oder gar die eines Goebbels, für vollständig nebensächlich und denkbar uninteressant. Ihm ging es darum, wie die Massen auf solche Knallchargen haben hereinfallen können. Die Frage ist demnach: Was geht in den Massen vor?

Daß [die] Massenorganisierung gelang, lag an den Massen und nicht an Hitler. Es lag an der autoritären, freiheits-ängstlichen Struktur der Menschen, daß seine Propaganda Wurzeln fassen konnte. Daher kommt das, was an Hitler soziologisch wichtig ist, nicht aus seiner Persönlichkeit, sondern aus der Bedeutung, die er von den Massen bekommt. (Massenpsychologie des Faschismus, S. 57)

Es geht darum, ob die Massen ihr Leben selbst in die Hand nehmen oder irgendeinem „Obama“ folgen, weil der ihnen verspricht, er werde sie an die Hand nehmen und sie „betreuen“. Es geht um die Übernahme von Eigenverantwortung.

Die Grundlage von Eigenverantwortung ist der ungehinderte „psychische“ Kontakt mit seiner Umgebung. „Psychohistorie“, wie sie in immer neuen Büchern über die Nazi-Größen zelebriert wird, verlagert jedoch die Energie ins Gehirn („Grübelei“, „Logelei“) und verstärkt dadurch die Kontaktlosigkeit des Lesers. (Sie ist in etwa mit dem Marxismus vergleichbar, dessen „Analysen“ den gleichen blöde machenden Effekt haben. Kein Wunder, daß Psychoanalyse und Marxismus bei „Intellektuellen“ so beliebt sind!)

goebbels

Und dann ist da etwas, was die Bücher über die Protagonisten des Dritten Reiches schlichtweg ungenießbar macht: Es wird nie diskutiert, daß Leute wie Hitler und Goebbels nicht einfach nur „böse“ waren und Lügen verbreitet haben, sondern vor allem auch Wahrheiten ausgesprochen haben, die nie über die Lippen unserer vermeintlichen „Demokraten“ kommen. Reich:

Es ist nie aus den Augen zu verlieren, daß Hitler stets an den berechtigten Haß des Massenmenschen gegen die Scheindemokratie und das Parlamentssystem anknüpfte – und mit viel Erfolg! (ebd., S. 233)

Für den gepanzerten Menschen ist Hitler ein absolutes Faszinosum. Manchmal will es scheinen, daß der Spiegel und das ZDF kein anderes Thema kennen und das Jahr ein, Jahr aus, über Jahrzehnte hinweg. Der paranoid-schizophrene Charakter Hitler hatte und hat diesen Erfolg seit nunmehr über 90 Jahren, weil er auf verzerrte Weise drei Dinge ansprach, die schlichtweg wahr sind:

  1. Seine Darstellung „des Juden“ ist fast eine perfekte Beschreibung der Emotionellen Pest im allgemeinen und des pestilenten Charakters im besonderen.
  2. Sein extremer Rassismus verweist darauf, daß der Mensch ein Tier ist und entsprechend gesellschaftliche Probleme letztendlich biologische Probleme sind.
  3. Sein Kampf gegen die christliche Mitleidskultur, mit dem er die abendländische Kultur vor dem Untergang bewahren wollte, ist von geradezu prophetischer Bedeutung.

Mit traumwandlerischer Sicherheit sind es gerade diese drei Aspekte, die dämonisiert werden: jedwede Analyse des Bösen als charakterologisches Problem ist Anathema, die biologische Bestimmtheit des Menschen, selbst seine Zweigeschlechtlichkeit, wird radikal infrage gestellt und christliche Tugenden werden auf masochistische Selbstverleugnung zugespitzt. Beide christliche Kirchen sind zu Todfeinden des deutschen Volkes mutiert. Auf diese Weise wird Hitler immer ein Faszinosum bleiben!

Ein weiteres Moment wird gerne verdrängt, da es zu sehr nach Apologetik klingt. Rechte Bewegungen appellieren immer an das Gesunde im Menschen, das „gesunde Volksempfinden“, während die Linke immer an das Kranke in den Menschen appelliert: wie bedürftig (infantil) doch alle „Unterdrückten“ seien, man müsse „Widerstand“ (sic!) leisten. Der Nationalsozialismus hingegen handelte zentral von nichts anderem als von Gesundheit und Schönheit und ihrer Erhaltung („Rassereinheit“). Siehe dazu den ausgezeichneten Film von Peter Cohen Architecture of Doom.

Die Frage stellt sich, ob die Nationalsozialisten wirklich „Rechte waren“, betrachtete sich doch Hitler als „Deutschen Lenin“. Man führe sich dazu folgendes Video zu Gemüte:

Es läßt sich trefflich darüber streiten, ob der „Kampf gegen Rechts“ nicht Etikettenschwindel ist. Bzw. kann man streiten, solange man auf der oberflächlichen Ebene von Politik, Ökonomie, Soziologie und Psychologie verharrt.

Die Orgonomie behauptet, daß der ideologische Unterschied zwischen Liberalen („Linken“) und Konservativen letztendlich auf strukturellen Unterschieden beruht, d.h. grundsätzlich unterschiedliche Charakterstrukturen vorliegen. Den grundlegenden bioenergetischen Unterschied zwischen „Linken“ und „Rechten“ hat Charles Konia in seinem Blog herausgearbeitet.

Aber zurück zur Frage, ob „Nazis“ wirklich „rechts“ stünden. Das obige Video will uns suggerieren, daß dies vollkommener Unsinn sei: natürlich seien National-Sozialisten Linke, was denn sonst?! Nun, die meisten Menschen haben dieses ach so „offensichtliche Faktum“ nicht so gesehen. Aber man kann dieses Thema von der Warte der Ideologie her ohnehin nicht sinnvoll behandeln.

Die beste Annäherung an das Thema ist, wie stets bei solchen Dingen, wenn man nach einem entsprechenden Problem in der Gegenwart sucht. Hier bietet sich der Islamismus an, der ohne jeden Zweifel „rechts“ ist: es geht um konsequente Fortschrittsfeindlichkeit, um blinden Glauben an Autoritäten, um Frauenfeindlichkeit, Kulturimperialismus, Rassismus, Geschäftemacherei, Machismo, Klassenunterschiede, Gewaltverherrlichung, etc.pp. Am eindeutigsten „rechts“ ist der alles durchdringende Mystizismus im Islam.

Der Islam ist zweifellos rechts und zweifellos wurde er von Menschen geschaffen und geprägt, die auch von ihrer Charakterstruktur rechts waren. Aber wie Charles Konia in seinem Buch The Emotional Plague (S. 256) ausführt, gibt es auch im Islam Menschen mit einer „linken“ Charakterstruktur. Konia zufolge erkennt man sie daran, daß es ihnen vor allem um ihre kulturelle Identität zu tun ist.

Wie ihre pseudo-liberale Entsprechung im Westen zieht es sie zu linksgerichteten politischen Versammlungen, etwa Demonstrationen von Feministinnen, oder sie schließen sich antiamerikanischen Antikriegs-Bewegungen an. Sie identifizieren sich mit den Unterprivilegierten und Außenseitern und betrachten Amerikaner als Rassisten, die gegen Moslems Vorurteile hegen. Ihre Identität gruppiert sich um die muslimische „Opferrolle“ und nicht um das westliche Land, das sie aufgenommen hat. Sie tragen Schleier nicht so sehr aus religiöser Überzeugung, sondern als Zeichen des Protests und um ihre „Gruppenidentität“ zu feiern. Sie blühen auf, wenn sie Kontroversen hervorrufen und beim Debattieren sozialer und politischer Fragen, weil auf diese Weise Energie in ihr Gehirn hochgezogen wird.

Ähnlich muß man die Nationalsozialisten betrachten. Beispielsweise war Goebbels von der Charakterstruktur her wohl doch eher ein „Linker“, während Himmler ein „Rechter“ war.

Die Frage, wie man die „Bewegung“ als ganzes einordnen soll, läßt sich nur beantworten, wenn man den Nationalsozialismus in die gesamte Geschichte des Abendlandes einordnet, wie Konia es getan hat. Dann geht es schlicht um die Frage, ob intellektuell durchschaubare mechanische Kräfte das Geschehen bestimmen (Mechanismus) oder ein undurchschaubarer Gott bzw. „die Vorsehung“ (Mystizismus). Diese beiden grundsätzlich unvereinbaren Weltanschauungen gehen auf die Charakterstruktur ihrer Anhänger zurück. Diese bioenergetische Ebene wird zwar von politischen, ökonomischen, soziologischen und psychologischen Verwerfungen überlagert, teilweise bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, kommt aber letztendlich doch zum tragen.

Kann es orgonomische Politik geben?

27. Dezember 2013

Mir wurde von amerikanischen linken „Reichianern“ (die Marx, Marcuse und anderen Murx hochhalten) vorgehalten, wie verlogen doch Konia & Co. seien, die diesen „Reichianern“ eine Politisierung der Orgonomie vorwerfen, während gerade diese Orgonomen selbst weit mehr politisch agitieren, wenn auch extrem rechtskonservativ. Wie kann es sein, daß, wenn man für Obama ist, als „Anti-Orgonom“ dasteht, während ein ausgesprochener Obama-Gegner und Tea-Party-Aktivist den Mantel Wilhelm Reichs überstreifen kann?

War Reich nicht selbst Sozialist?! Was ist mit seinen gesellschaftspolitischen Forderungen und Aktivitäten Ende der 1920er bis Mitte der 1930er Jahre?! Nun, Reich ging es um die Freilegung der Wechselwirkung zwischen Charakterstruktur und Gesellschaft. Er erkannte, daß Gesellschaftspolitik nicht etwa Ausdruck konkreter soziopolitischer Erfordernisse ist, sondern charakterstruktureller Zwänge. An die Stelle der Gesellschaftspolitik tritt entsprechend die Arbeitsdemokratie, d.h. die Absage an jedwede Ideologie – d.h. die Überwindung jedes charakterstrukturellen Zwanges. Hat aber nicht Reich Politik ohne wenn und aber überhaupt abgelehnt?!

Das Problem mit dieser Argumentation ist, daß mit dem Begriff „Politik“, zwei gegensätzliche, sich wechselweise sogar ausschließende Gegebenheiten bezeichnet werden. Wenn Konservative von „Politik“ sprechen, dann meinen sie Staatskunst, Diplomatie, Schutz von Besitz und Familie und nicht zuletzt eine staatliche Haushaltsführung, bei der am Ende die Bilanz bei plus minus Null steht, also weder die gegenwärtige noch zukünftige Generationen durch Überschüsse bzw. Schulden ausgebeutet werden. Wenn Linke von Politik reden, dann meinen sie GESELLSCHAFTSpolitik, d.h. Veränderung der Gesellschaft durch staatliche Interventionen, Regulierung der Wirtschaft, „Umverteilung“ und eine von oben organisierte Umgestaltung der Familienstrukturen. Neuerdings sogar die Aufhebung der Staatsgrenze und Umvolkung, also die biologische Ausmerzung des Souveräns.

Man mag einwenden, daß „Konservative“ heutzutage doch genau dasselbe tun, aber erstens passen sich diese dem „Zeitgeist“ an, um politisch zu überleben, und wenn sie doch tatsächlich konservative Gesellschaftspolitik betreiben, dann ist das eine Abwehrreaktion, die ihnen von den Linken aufgezwungen wurde.

Jedes Zusammenleben in größeren Gruppen braucht so etwas wie einen Staat und damit Politik, d.h. die Auseinandersetzung wie dieser Staat konkret funktionieren soll. Dazu müssen Allianzen geschlossen, Kompromisse eingegangen, ein Geflecht von Verpflichtungen geknüpft werden. Das kann man bereits in jeder Schimpansenhorde beobachten. In Rudimenten bei allen Herdentieren. Der Unterschied zur Gesellschaftspolitik ist, daß genuin politische Entscheidungen selten und nur punktuell getroffen werden müssen.

Die Staatskunst kann irrational sein, ist es sogar meistens auch („Seilschaften“), aber sie ist nicht prinzipiell irrational. Man nehme ein denkbar einfaches Beispiel: die Spartaner. Es mußte entschieden werden, ob sie sich dem persischen Großreich widersetzten oder sich unterwerfen und hoffen, sich einordnen zu dürfen. Das ist Politik: Gemeinschaften müssen handlungsfähig sein, sozusagen als „juristische Person“ mit einem Ziel und einem Willen auftreten, oder sie können nicht überleben.

Irrational und zwar prinzipiell irrational wird es, wenn eine gesellschaftspolitische Agenda ins Spiel kommt. Man nehme etwa die ach so demokratische Mitgliederbefragung der SPD zur Großen Koalition. Frägt man Parteimitglieder, geht es meist um irgendwelche unsinnigen, wenn nicht destruktiven ideologischen Wunschträume: Gleichstellung homosexueller Paare, doppelte Staatsbürgerschaft, höhere Renten und Mindestlohn. Das sind durchweg keine politischen, sondern gesellschaftspolitische Fragen. Es sind keine Fragen des Überlebens, sondern es ist durchweg der pure Schwachsinn, etwa die Rechtschreibreform und ähnlicher destruktiver – Schwachsinn.

Das Fatale ist, daß es sich hier um sogenannte „Sachthemen“ handelt, also das ganze einen rationalen Anstrich hat, während es sich bei der drögen Staatskunst meist um „Personalfragen“ dreht, was einen extrem irrationalen Gout hat. Tatsächlich geht es aber um den alles entscheidenden Charakter der Entscheidungsträger. Die „Sachfragen“ beantworten sich sowieso meist von selbst. Wirkliche politische Weichenstellungen sind, wie gesagt, eher selten zu treffen. Immer wenn grußspurig davon die Rede ist, daß es um „Sachthemen“, nicht um „Personalfragen“, gehen soll, denkt der tumbe „Reichianer“ an „Arbeitsdemokratie“, tatsächlich erhebt aber ihr diametrales Gegenteil ihr häßliches Haupt: die Emotionelle Pest!

politikgesellschafts

Der NACHRICHTENBRIEF zur Bundestagswahl

17. September 2013

Ich kann mich noch plastisch erinnern, mit welchem Anspruch die Grünen (damals echte Kinderliebhaber) Anfang der 1980er Jahre in den Bundestag zogen. Man sollte endlich über alles sprechen können, insbesondere aber über die eigenen Interessen. 30 Jahre später kann man dank dieser Ratten über NICHTS mehr sprechen, ohne als „Nazi“ zu gelten!

Was war die „Emanzipationsbewegung“? Menschen sollten ihre ureigensten Interessen erkennen und für die Durchsetzung dieser Interessen streiten. Was folgte, war genauso wie zu Zeiten der russischen Revolution. Kaum sind die Roten Faschisten an der Macht, wird daraus das genaue Gegenteil: jeder, der für seine eigenen Interessen eintritt, gilt plötzlich als reaktionärer Konterrevolutionär. In der Sowjetunion sind solche Leute in den Vernichtungslagern des GULAG verschwunden, heute droht ihnen der gesellschaftliche Tod als „Rechte“, „Rassisten“, „Nazis“.

Die Leute, die arbeiten, arbeiten ein Großteil des Jahres als Sklaven jener, die das Sozialsystem schamlos ausnutzen, aber wehe du beschwerst dich über die unerträgliche Steuer- und Abgabenlast! Wehe du wehrst dich gegen Biogasanlagen und Vogelschredder (angebliche „Windkraftanlagen“)! Wehe du wehrst dich gegen die grün-rote Indoktrination in den Schulen, die allem diametral widerspricht woran du glaubst! Deine Kinder gehören ihnen, d.h. der Partei der Kinderficker! Wehe du wehrst dich dagegen, daß die Politiker dich zwingen, deine Kinder in einer Art landesweiter „Bronx“ aufwachsen zu lassen! Jede ethnische Gruppe auf diesem Planeten kämpft für ihre eigenen Interessen, aber wehe du wehrst dich gegen die Überfremdung oder zeigst Solidarität mit deinen Leuten!

Es ist Wahlkampf. Eines dieser Nazi-Faltblätter im Briefkasten: „Laß Dich von diesem asozialen System nicht länger zum Narren halten und kämpf’ für eine deutsche Zukunft!“ „Zukunft statt Überfremdung: NATIONALER SOZIALISMUS – JETZT!“ Während die einen uns den Sozialismus bringen wollen, indem sie diese Gesellschaft mit Hilfe des „Multikulturalismus“ an den Rand des Zusammenbruchs treiben (das Sozialsystem soll kollabieren und so die „gesellschaftlichen Widersprüche“ sichtbar werden), nutzen die anderen dieselben Migranten, um die indigene Bevölkerung in die Rebellion zu treiben. Die Linke benutzt das Überhandnehmen dieses dumpfen Ressentiments („das gesunde Volksempfinden“) wiederum als Rechtfertigung für eine umfassende „antifaschistische“ Umerziehung. Die hirnzerfressenden Auswüchse der „Antifa“ bietet der NPD dann jede Menge Argumente, um „rational“ aufzutrumpfen.

Was wir hier vor uns haben ist die Emotionelle Pest in Reinkultur: das Ausleben des neurotischen Irrationalismus im gesellschaftlichen Leben. Die politischen Aktivisten sind strukturell, d.h. von ihrer Charakterstruktur her, unfähig, sich des Lebens zu erfreuen. Aber statt sich, wie der übliche Neurotiker, resigniert in sich selbst zurückzuziehen, werden sie „gesellschaftlich aktiv“, um auch in ihrer Umgebung das Leben auf das denkbar niedrigste Niveau („Sozialismus“) zu drücken. Wir alle sollen uns genauso mies, nutzlos, hilflos und ausgeliefert fühlen wie die Macher dieser volksverhetzenden Flugblätter. Unsere Demokratie soll in eine ausweglose Lage geraten, in der die Menschen nicht mehr ein noch aus wissen.

Das ganze wird dadurch besonders grotesk, daß beide Seiten die infantilen Bedürfnisse nach Erlösung ansprechen. Man wird sich um dich kümmern und dich versorgen! Tatsächlich appelliert der Wahlkampf beider Seiten an das hilflose Kind in uns, um das man sich kümmern muß. Der Sozialismus hat seine biophysikalische Grundlage in der Panzerung des Menschen, die von außen in Bewegung gesetzt werden muß, so als wäre der Mensch eine Marionette oder ein Roboter.

Was ist Orgontherapie? Nicht Muskeldrücken und auch nicht kompliziertes Charakteranalysieren, sondern eine ganz einfache Frage: „Was hast du seit der letzten Sitzung getan, um gesünder (selbstregulierter) zu werden?!“ Das heißt im Klartext: „Inwiefern hast du nicht als Roboter funktioniert, sondern als lebendiges Wesen?!“ Populistische Politiker tun genau das Gegenteil: sie machen die Menschen immer abhängiger vom Staat, indem sie ihnen „Sicherheit“ versprechen, d.h. ihre organismische Orgonenergie weiter abtöten, auf daß sie noch mehr wie Roboter funktionieren, noch weniger empfinden, d.h. vor allem keine Angst mehr spüren.

Die Politiker sind durchweg Verbrecher, weil sie davon Leben, die Menschen immer weiter in den neurotischen Sumpf zu treiben. Einzige Ausnahme ist vielleicht die FDP, die entsprechend universell verachtet und ins Lächerliche gezogen wird. Aber selbst die FDP erkennt zusehends ihre „soziale Ader“.

Charakter und Institution

13. Juni 2013

Seit 1968 geht es unaufhaltsam nach links. Zwar ist Helmut Kohl 1980 mit dem Anspruch einer „geistig-moralischen Wende“ angetreten, aber die wurde gnadenlos ins Lächerliche gezogen. Ähnlich ist es etwa der „deutschen Leitkultur“ 20 Jahre später ergangen. Zwar sind die persönlichen Angriffe der Linken nur als viehisch zu bezeichnen, ich erinnere nur daran, daß die meisten der berüchtigten Ausrutscher von Bundespräsident Heinrich Lübke in den 1960er Jahren in einer von der „DDR“ gesteuerten Kampagne schlichtweg frei erfunden waren, aber man täusche sich nicht: als gute „Materialisten“ ging es den Linken stets um die Deslegitimierung der Institutionen. Nicht, daß jemand auf den Gedanken komme, daß mit einem „idealistischeren“ Präsidenten etwa des Arbeitgeberverbandes alles im Lot sei!

Die Diskreditierung von Einzelpersönlichkeiten sollte die tumben Massen mobilisieren, denen man nicht mit drögen politökonomischen Analysen kommen kann. Ganz ähnlich wurde auch die Niederlage des Sozialismus Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre kaschiert: indem die „Neonazis“ an die Wand gemalt wurden. Wer ins Fernsehen kommen wollte, mußte sich damals nur entsprechend Kleiden und Unsinn von sich geben. Zeitweise machten die linken Medien den „Beruf Neonazi“ zu einem einträglichen Geschäft für die nützlichen Idioten der sozialistischen Propaganda. Man malte die „neonazistische Gefahr“ als „eigentliches Gesicht des Kapitalismus“ an die Wand, während gleichzeitig die kommunistischen Kader aus Ostdeutschland der rotfaschistischen Bewegung der alten Bundesrepublik frischen Wind einhauchten. Immerhin sitzen diese jetzt in Gestalt von Die Linke in den Parlamenten!

Wie das ganze ablief, läßt sich anhand einer Anzeige des einstigen FDJ-Organs junge Welt von Mitte der 1990er Jahre ablesen: „Die Deutschen erinnern sich an die Öffnung der Berliner Mauer. Die junge Welt berichtete an diesem Tage über das Verdrängungs- und Entschuldungsprogramm, das vor 5 Jahren seinen Anfang nahm. Die junge Welt: endlich eine linke Tageszeitung ohne Zonengrenze, aber mit antifaschistischem Schutzwall.“ Dergestalt ist die Linke mit ihrer Niederlage fertiggeworden und hat zum Gegenschlag ausgeholt. In der betreffenden Anzeige findet sich auch der Satz: „Wenn die Herrschenden den Faschismus wieder als Option der Politik entdecken, dann wird das in der jungen Welt beim Namen genannt.“

Das Appeasement der 68er und die Anbiederung an den Zeitgeist von Seiten der Konservativen (die den Einflüsterungen von „akademischen“ Beratern folgten) hat der Linken im Laufe der Jahre ein fast absolutes Meinungsmonopol verschafft, das mittlerweile die Meinungsfreiheit fast ganz zerstört hat. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung wird von der EUdSSR aufgehoben, während der Linksextremismus langsam aber sicher zur Staatsdoktrin wird.

Diese Doktrin läßt sich in dem Satz zusammenfassen, daß nicht etwa die „Unmoral“ (also das, was Reich als „Emotionelle Pest“ bezeichnet hat) für Fehlentwicklungen und Fehlentscheidungen verantwortlich sei, sondern „das System“ selbst. Dieses gelte es radikal umzugestalten. Man nehme etwa das „Schulsystem“, an das fast alle, die vor 1960 geboren wurden, eine schlechte Erinnerung haben: autoritäre Lehrer, die ihren Lebenshaß an den Kindern ausließen. Doch statt die Emotionelle Pest im Lehrerstand zu bekämpfen, wurde eine mechanische „Schulreform“ nach der anderen durchgepeitscht. Heute stehen wir vor dem totalen Chaos. Die Schulen, und damit die Zukunft des Landes, sind irreparabel zerstört.

Und so in allem: Attac und andere derartige pestilente „Bewegungen“ werden dafür sorgen, daß das Finanzsystem, die Verwaltungen, die Wirtschaft, wirklich alle Institutionen systematisch zerstört werden, während das eigentliche Problem, die Emotionelle Pest, nicht nur weiterbesteht, sondern ausufert.

Die Emotionelle Pest macht sich z.B. in all den Tabus, den Diskussions- und sogar Denkverboten, den Geboten der Political Correctness bemerkbar, mit denen die links-intellektuellen Meinungsmacher diese Gesellschaft langsam aber sicher erdrosseln. Unter keinen Umständen darf Bewegung aufkommen, die aus dem bioenergetischen Kern stammt. Prinzipiell ist das kein Unterschied zur gesellschaftlichen Erstarrung im einstigen Realsozialismus.

Mit geradezu bewundernswerter Kunstfertigkeit spielen die Linksintellektuellen auf der Klaviatur der Emotionellen Pest. Der Trick besteht darin, daß, wenn sich das Opfer wehrt, es nur noch mehr Munition für seine Gegner liefert. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an die Kampagne gegen den Präsidentschaftskandidaten Steffen Heitmann 1993. Er verkörperte die letzte Chance, die Republik vor dem Abgleiten in den roten Faschismus zu bewahren. Stattdessen triumphierten Gestalten wie Rita Süßmuth, die der Bevölkerungsmehrheit, dem „Stammtisch“, nur abgrundtiefe Verachtung entgegenbrachten und einem imaginären „Zeitgeist“ folgten, um nicht genauso moralisch abgeschlachtet zu werden, wie Heitmann vom Stalinistischen Dreckspack in den Redaktionen abgeschlachtet wurde.

Die hier beschriebene Dynamik wird auch deutlich, wenn man George W. Bush und Barack Obama miteinander vergleicht. Der eine wurde dämonisiert und als Dummkopf dargestellt (obwohl er auf der Universität bessere Leistungen erbracht hatte als sein Gegenspieler John Kerry!), während der andere geradezu zu einer intellektuellen Heilsgestalt gemacht wurde, obwohl er offensichtlich ein stotternder Idiot ist, der von einem Fettnäpfchen ins andere stapft. Bush, der von den Linken in dem ihnen eigenen Haß, entmenscht und lächerlich gemacht wurde, brachte der Institution des US-Präsidentenamtes eine fast schon religiöse Verehrung entgegen. Nicht im Traum wäre es ihm jemals eingefallen das mittlerweile jahrhundertealte Protokoll zu brechen! Obama hingegen, der von den Medien unisono vergöttlicht wurde, zeigte von Anfang an nichts als Verachtung für diese Institution, wie beispielsweise dieser Bericht zeigt.

Die Linke haßt die überkommenen Institutionen einfach dafür, daß sie überkommen sind, d.h. aus der Arbeitsdemokratie hervorgegangen sind. Die Menschen, die diese Institutionen verkörpern, sind für Linke austauschbar und nichtig. Sie sind für Linke hassenswert, weil sie die Institutionen repräsentieren; – auf sie selbst als Individuen zu blicken wäre „Idealismus“.

Die Menschen im Kapitalismus haben nach Marx zwar spezifische Rollen und Funktionen, die durch die Gesellschaft bestimmt werden. Grundsätzlich aber müssen sie immer als Kapitalisten bzw. Proletarier agieren, alles andere (z.B. professionelle Ethik) – auch „persönliche“ Eigenschaften (z B. Großherzigkeit) – sind Masken, die fallen, wenn es ernst wird. (Charaktermaske)

Oder wie Ulrike Meinhof sagte: „Der Typ in Uniform ist ein Schwein, kein Mensch.“ Mit der „Zuspitzung des Klassenkampfes“ gibt es nur noch Proletarier (wie das Schickeria-Mädel Ulrike Meinhof) und Kapitalisten (wie der unterbezahlte Streifenpolizist).

Der Marxismus ist das perfekte Gedankengebäude, um die Wirklichkeit verschwinden zu lassen und das eigentliche Problem, die Emotionelle Pest, aus dem Diskurs restlos zu streichen. Wer es erwähnt, steht als „idealistischer“ Dorftrottel da.

MarxStalinReich

Stolpert Merkel?

5. Juni 2013

Vor neun Jahren zeigte ein Fernsehmagazin eine kleine Satire über den damaligen Verkehrsminister Manfred Stolpe. Er habe nach der Wiedervereinigung weiterhin im Auftrag der Stasi gehandelt und die Bundesrepublik „zersetzt“: aktuell mit der Milliarden-Pleite „Maut“ und früher als Ministerpräsident der „kleinen DDR“ (Brandenburg) mit ruinösen Großprojekten, darunter Cargo-Lifter, Lausitzring und Chipfabrik, in denen viele Hunderte Millionen Euro Steuergelder sinnlos verpulvert wurden.

Gewisserweise hatte die Satire sogar recht! Er handelte tatsächlich im Auftrag der (bzw. eines) Kommunisten – er handelte gemäß seines modern liberal bzw. seiner „pseudo-liberalen“ Charakterstruktur. Seine „zersetzenden“ Handlungen zeigten, wer und was er war. Wie in Der politische Irrationalismus aus orgonomischer Sicht gezeigt, ähnelt der Pseudo-Liberale in dieser Hinsicht einmalig zerstörerischen Individuen wie Hitler oder Stalin, die, von ihrem charakterologischen Zwang getrieben, mit rational nicht nachvollziehbaren Wahnsinnstaten ihre jeweiligen Nationen an den Rand der Auslöschung gebracht haben.

An die besagte Fernsehsatire mußte ich jetzt angesichts der bizarren Wahlgeschenke von Angela Merkel denken, die direkt aus dem verstaubten Giftschrank der Sozialdemokraten stammen. Ich bin immer wieder erstaunt, mit welcher roboterhaften Konsequenz manche Politiker ihren, ja, „Wirtsorganismus“ zersetzen. Man denke nur daran, wie das Wahnsinnsprojekt „Euro“ nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa einen Schaden zufügt, der schlimmer ist als Krieg (denn nach dem gibt es zynischerweise zumindest einen „Wiederaufbau-Boom“). Von der moralischen und ethnischen Zersetzung unseres Vaterlandes will ich erst gar nicht anfangen. Ein Land, das nur ein einziges Kapital besitzt: den weltweit bewunderten Arbeitsethos seiner Bewohner!

Merkel als Person ist auch angesichts der neusten „Enthüllungen“ über ihre Vergangenheit in der „DDR“ nur schwer einzuschätzen. Wenn sie nicht ihrem eigenen charakterstrukturellen Zwang folgt, dann als opportunistische Politikerin dem links-„linksliberalen“ Zeitgeist. Der Effekt ist der gleiche.

Was tun? Wir sitzen offensichtlich in der Falle, denn wählt man die europakritische AfD, oder gar eine andere randständige Partei, zersplittert und schwächt das das „bürgerliche Lager“ und Die Grünen kommen mit ihrem Anhängsel SPD an die Macht. Wählt man Merkel… Es gibt nur eine einzige Möglichkeit der Falle zu entgehen: die charakterologische Basis der Politik, wie sie von Reich, Elsworth F. Baker und Charles Konia offengelegt wurde, allgemein bekannt zu machen. Panzerung fängt an sich in dem Augenblick aufzulösen, in dem sie bewußt wird.

Nicht das Private ist politisch, das Politische ist privat!

3. Juni 2013

Frägt man, was von Reich heute übriggeblieben ist, kommt oft die Antwort, daß, frei nach Reichs Schrift von 1934 Was ist Klassenbewußtsein? , „das Private politisch“ sei. Das war beispielsweise einer, wenn nicht der Leitspruch des Feminismus in den 1970er Jahren und gilt bis heute als Essenz der „Emanzipation“ etwa der Schwulen und anderer sexueller Minderheiten.

Das geht so weit, daß das Private, womit natürlich stets das Sexuelle gemeint ist, selbst zu einem politischen Kampfmittel wird. Man denke nur an den Christopher Street Day oder etwa groteske Gruppen wie „Fuck for Forest“. Die Gesellschaft wird mit dem Intimleben Schwerstgestörter belästigt. Reich wurde und wird immer wieder mit dergleichen in Zusammenhang gebracht, etwa „Orgasmen für den Frieden“. Deshalb zum Mitschreiben: Reich steht für das Gegenteil dessen, was diese „Sexrebellen“ vertreten!

Reich:

An die Stelle der Sexualisierung des politischen Lebens unserer Zeit sollte die Politisierung, also die gesellschaftlich korrekte Bewältigung des zerrütteten privaten Daseins treten. (Menschen im Staat, S. 183)

Die Sexualisierung des politischen Lebens analysierte Reich vor allem anhand der Nationalsozialisten, deren gesamte „Politik“ nichts anderes als ein einziger gigantischer „Christopher Street Day“ war. Selbst das Hakenkreuz-Symbol und die SS-Rune standen unterbewußt für den Geschlechtsakt. Siehe dazu meine Ausführungen in Der Blaue Faschismus. Was sagt etwa das bekannte „Friedenssymbol“ aus, das seit den 1960er Jahren wie kein anderes unsere Kultur symbolisiert? Siehe hier.

Die Sexualisierung des politischen Lebens wird erst dann beendet sein, wenn man erkannt haben wird, daß das politische Leben durch den Charakter bestimmt wird, also durch Struktur gewordene pervertierte Sexualität. Sexualität gehört ins Schlafzimmer, nicht in den Reichstag. Genital befriedigte Menschen haben einen freien Kopf und bewältigen ihr Leben selbst. Für sie ist Politik – politisch, d.h. es geht nüchtern um die Ausrichtung des bißchen Staates, den die Arbeitsdemokratie für ihr Funktionieren benötigt.

Solange Politiker die Politik mißbrauchen, um ihre mystischen („rechten“) bzw. mechanistischen („linken“) Impulse auszuleben, wird die Arbeitsdemokratie gefesselt bleiben. Schlagende Beispiele sind Adolf Hitler und Claudia Roth, die die Politik ausschließlich benutzten, um sich selbst zu verwirklichen, d.h. schlicht um sich auszuleben; sozusagen öffentliches Privatleben. Ihr öffentliches Ereifern, ist öffentliche Masturbation und sonst nichts! Oder man denke daran, wie sehr der nüchternen Margaret Thatcher der merkwürdig ekstatische Visionär Helmut Kohl auf den Wecker gegangen ist. Manche Politiker sind einfach nur obszöne Erscheinungen. Leider müssen wir alle für ihren Schweinkram blechen, beispielsweise für die verzückte „Vision“ eines vereinten Europas.

nasisbekrampfen

Tribalismus und das Ende der westlichen Demokratien

6. Mai 2013

Demokratie ist nur mit Individuen möglich, unabhängigen Staatsbürgern, nicht mit Gruppen. Das letztere ist der Feudalstaat oder der Ständestaat, wie ihn sich Faschisten erträumen – oder der pseudodemokratische Parteienstaat. Die wahre Natur des letzteren wird in Afrika deutlich, wo die Parteien nichts anderes sind als die politischen Vertretungen der Stämme.

Der Parteienstaat ist eine Zerfallsform der Demokratie. In einem richtigen Parlament stimmen die Abgeordneten einzig und allein nach ihrem Gewissen ab, was dann ungefähr dem wahren Willen des Volkes widerspiegelt. In einer Parteiendemokratie wird nach ideologischen Blöcken abgestimmt, was den Volkswillen drastisch verzerrt und imgrunde nichts mehr mit Demokratie zu tun hat. Man denke doch nur an die Einführung des Euros und die daran anschließende Politik. Kein Diktator könnte sich leisten, dermaßen am Volkswillen vorbei zu regieren! In einer Demokratie werden Vertreter von Wahlkreisen gewählt, d.h. es werden jene gewählt, die das größte Vertrauen einer überschaubaren Gruppe von Menschen genießen. In einer Parteiendemokratie werden Parteivertreter gewählt, die sich allen Ernstes an eine „Parteilinie“ halten. Es wird nicht jemand in den Bundestag gewählt, der am besten die Werte und Interessen der Menschen in beispielsweise den nördlichen Stadtteilen Hamburgs vertritt, sondern eine Partei wird gewählt, die von einer beliebigen Person vertreten wird. Die „Parteilinie“ wird von irgendwelchen Verschwörern in Hinterzimmern ausgeheckt und von Parteitagen abgenickt, die kaum mehr sind als Wahlveranstaltungen.

Diese Art von Demokratie steuert automatisch ihrem Untergang entgegen, da ein Lager das andere unterdrückt. Wie kann es sein, daß 51% an Konservativen 49% der Progressiven (oder umgekehrt) beherrschen? Da lobe ich mir doch ein Land wie Syrien, wo die schwächste der größeren Gruppen, nämlich die Alawiten, die Masse der Sunniten beherrscht. Umgekehrt besteht nämlich die Gefahr eines Genozids. Genauso war es im Irak mit der Herrschaft der Sunniten und ist es im Iran mit der verdeckten Vorherrschaft der Türken in der religiösen/politischen Elite.

Diese Länder können nicht durch die Art von Demokratie gerettet werden, die George W. Bush ihnen bringen wollte, sondern nur durch eine, die näher an der Arbeitsdemokratie steht. In solchen sich entwickelnden Ländern, in denen noch so gut wie alles aufgebaut werden muß, was eine zivilisierte Nation im 21. Jahrhundert ausmacht, drängt sich diese Art von Demokratie sogar mehr auf als in unseren Breiten. An die Stelle des ideologischen („Klassen-“) und religiösen („Rassen-“) Bewußtseins tritt das, was Reich als „Fachbewußtsein“ bezeichnet hat, d.h. die Ausrichtung auf das, was getan werden muß, um das Land voranzubringen. Eine solche Ausrichtung ist in derartigen autoritär geprägten Gesellschaften sogar einfacher als in den antiautoritären Gesellschaften des Westens, denn man glaubt noch an die Autorität der Fachleute.

Aber zurück nach Deutschland: Welche rationale Rolle sollen eigentlich die Debatten im Parlament haben? Vom Grundgedanken der parlamentarischen Demokratie her sollte es eine Versammlung sein, wo, ähnlich wie bei einer Gruppe von Geschworenen, unabhängige Vertreter des Volkes das Für und Wider abwägen und um die besten Argumente gerungen wird, um schließlich durch Mehrheitsentscheid kluger Köpfe eine rationale Entscheidung zu treffen. Was wir stattdessen haben, ist bestenfalls Politik, bei der es um Macht und „Parteistrategien“ geht, und schlimmstenfalls um ideologische Auseinandersetzungen, die sich nur um eins drehen: welche Form von Neurose setzt sich durchsetzt.

Mit dem Zerfall der individuellen Autorität, die vom Volksvertreter, „der nur seinem Gewissen folgt“, geradezu archetypisch verkörpert wird, bahnt sich in der antiautoritären Gesellschaft das endgültige Ende der Demokratie an. Sogar der Rechtsstaat steht vor dem Ende, wenn man nur daran denkt, daß Straftäter zusehends nicht als Individuen wahrgenommen werden, sondern als Teile von Gruppen: Schwule, Türken, Linksextremisten, etc. haben informell ganz andere Freiräume als der Durchschnittsbürger. Beispielsweise dürfen sie mir buchstäblich alles an den Kopf werfen, aber wehe ich vergreife mich im Ton!

Im klassischen Liberalismus galt das Prinzip der „Farbenblindheit“. Jeder wird als Individuum angesehen, was sowohl Faschisten als auch Progressive an den Rand der Weißglut treibt, da man in ihren Augen die „völkische Struktur“ oder „Klassenstruktur“ der Gesellschaft nicht wahrhaben wolle. (In der multikulturellen Gesellschaft haben sich die Unterschiede zwischen linken und rechten Ideologien verwischt und die linken Obskurantisten sind die neuen Nationalsozialisten.)

Die Parteiendemokratie zerstört den gesamten gesellschaftlichen Diskurs. Sie zerstört die Arbeitsdemokratie, indem Sachfragen zu einer Marginalie werden und sich die Medien fast ausschließlich mit vollständigem Unsinn beschäftigen: dem Innenleben von Parteien, dem Zusammenspiel von Parteien und gar dem Privatleben von Politikern. Mit den wirklichen Problemen und dem wirklichen Leben der Massen hat das alles nichts zu tun. Vielmehr untergräbt es jedes „Fachbewußtsein“ und ersetzt es durch ein politisches Bewußtsein.

fachbewußtseinrasklas

Nachtrag zu „Die sozio-politische Charakterologie Elsworth F. Bakers am Beispiel der Bundestagsparteien“

5. Dezember 2012

Man meint, den Streit Liberalismus gegen Konservativismus dadurch umgehen zu können, indem man („Schluß mit der Politik!“) einfach die Lebensfeindlichkeit schlechthin bekämpft oder positiver ausgedrückt: für das Leben einsteht, egal ob es nun von rechts oder von links bedroht wird. Aber ist nicht a priori „politisch sein“ identisch mit „links sein“? Die Linken sagen doch selber immer, daß eine apolitische Haltung zu reaktionären Ansichten führt. Politik bestimmt unser Leben wie kaum etwas, wir sollen aber nicht versuchen sie zu begreifen?

Um effektiv für das Leben und gegen das Antileben eintreten zu können, muß man:

  1. die pestilenten Mechanismen in ihren Einzelheiten erkennen; und
  2. sich im konkreten Leben, jenseits nebelhafter Grundsätzlichkeit, so neurotisch wie es nun mal ist, für eine Seite in einer bestimmten Situation entscheiden. Genauso wie sich Reich immer entschieden hat.

Mit grundsätzlichen (einfachen) Überlegungen kommt man im Leben halt nicht immer weiter.

Menschen denken gemeinhin nach dem mechano-mystischen Ausschließlichkeitsprinzip, anstatt funktionell („dialektisch“) zu denken. Für sie scheint es so zu sein, daß sich:

  1. der Liberale als „guter Mensch“ und der Faschismus einander ausschließen. In Wirklichkeit können sie aber sehr wohl funktionell identisch sein. Etwas, was Leute nicht verstehen, die immer beklagen, Reich hätte wahllos jeden Linken als Roten Faschisten bezeichnet.
  2. der rigide konservative und der weiche genitale Charakter einander ausschließen. In Wirklichkeit können auch sie funktionell identisch sein, z.B. dann, wenn sie im Gegensatz zum Liberalen die Freiheit und nicht den „Frieden“ an die erste Stelle setzen.

In Die Massenpsychologie des Faschismus hat Reich drei Charakterschichten postuliert und sowohl mit soziologischem Verhalten als auch mit Gesellschaftssystemen in Zusammenhang gebracht:

  1. die oberflächlichste, die Fassade: das Reich der liberalen Gesinnung; soziales System: die liberale Gesellschaftsordnung;
  2. die perverse mittlere Schicht: faschistische Gesinnung; Gesellschaftssystem: Faschismus; und
  3. die tiefste, primäre Schicht: Genitalität; Arbeitsdemokratie.

Diese Einteilung ist die Grundlage für die Beurteilung der Politik in der Orgonomie.

Zur „Fassade“ ist zu sagen, daß es hier zwei Arten des Liberalismus gibt, die das Gesetz der gleichzeitigen Gegensätzlichkeit und Identität (mit der zweiten Schicht) aufzeigen:

  1. Der Gegensatz: der genuine Liberale, der seinen rationalen Platz in einer gesunden Gesellschaft hat, um den Konservativen in Schach zu halten, versucht ehrlich seine mittlere Schicht durch intellektuelle Abwehr unter Kontrolle zu halten. Leider Gottes ist diese Abwehr aber äußerst labil und schlägt leicht in ihr Gegenteil um. Damit haben wir:
  2. Die Identität: die Abwehr wird zum Diener der mittleren Schicht. In „Modju at Work in Journalism“ schreibt Reich dazu:

    Das Motiv fair und rational zu erscheinen, ist nicht etwa fair und rational zu sein, sondern nur den Anschein des Fairen und Rationalen zu wahren, um auf besonders gerissene Weise zu verbergen, daß man unfair und zerstörerisch irrational ist. (Orgone Energy Bulletin, Vol. 5, March 1953)

Deshalb haut also die Orgonomie immer so „einseitig“ auf die Linke ein:

  1. weil der Liberalismus doch nur der Zuckerguß über einer stinkenden Eiterbeule ist;
  2. weil er sehr schnell nach unten in die mittlere Schicht abgleiten kann; und
  3. weil dies der Liberalismus auf eine unglaublich teuflische Weise tut: all die „Gutheit“ wird benutzt, um so effektiver böse sein zu können – man schaue sich nur die „Friedensoffensiven“ der Sowjetunion an!

Das erklärt, warum die Orgonomie gegen die Linke ist (jedenfalls tendenziell). Warum tendiert sie dann mehr zur Rechten?

In der obigen Reichschen Einteilung in die drei Charakterschichten fällt natürlich auf, daß dort kein Platz für das Reich des Konservativen ist. Aus persönlicher Erfahrung heraus werden die meisten den Konservativen wie folgt beschreiben:

  1. rigid und sexuell verklemmt;
  2. mystisch veranlagt (Primärprozeßdenken: Mutter = Nation, Vater = Staat); und
  3. autoritär.

Der erste Punkt weist darauf hin, daß eine muskuläre, anstatt einer intellektuellen Abwehr vorliegt. Der zweite Punkt auf einen verzerrten Kontakt mit dem Kern, der sich nicht nur in Religiosität zeigt, sondern auch in der Verbindung mit dem Ahnenerbe. Ist es nicht naheliegend den konservativen Charakter aus diesen Gründen zwischen die mittlere Schicht und den Kern einzuordnen? Und kommt er damit nicht der Genitalität am nächsten?

soziopol

Seine Rigidität und sein Konservatismus schützt den Konservativen „nach oben“ in die mittlere Schicht abzugleiten und zum Nazi zu werden.

In der Welt, wie sie nun mal ist, müssen wir, wenn wir den Genitalen Charakter suchen, wohl vorerst mit dem Konservativen vorlieb nehmen. Das ist auch der Grund dafür, daß man faktisch die Arbeitsdemokratie mit dem Kapitalismus gleichsetzen kann. Eine entsprechende Frage von mir hat Charles Konia wie folgt beantwortet:

Der Kapitalismus ist eine Kernfunktion im ökonomischen Bereich. Die Arbeitsdemokratie ist eine Kernfunktion im tieferen, umfassenderen bio-sozialen Bereich.

Kommen wir nun, immer noch unter dem strukturellen Gesichtspunkt „tiefer-höher“, zu einer mehr therapeutischen Sichtweise:

Dazu wollen wir den liberalen Charakter mit dem Schizophrenen vergleichen, wobei aber nicht vergessen werden darf, daß es genauso viele liberale wie konservative Schizophrene gibt:

  1. beide können oberflächlich manchmal ziemlich gesund wirken, da sie nicht so rigid gepanzert sind wie der Zwangs- bzw. der konservative Charakter;
  2. beide sind unglaublich kontaktlos;
  3. deshalb können sie weit destruktiver sein als ihre neurotischen Pendants; und
  4. beide müssen zuerst neurotisch bzw. konservativ werden, bevor sie die Genitalität erreichen können.

Leider ist es dabei so, daß der so freie Schizophrene erst zum beschränkten Spießer werden muß (wie Reich es in Charakteranalyse beschreibt), während der Liberale zuerst seine angeblich fortschrittliche Haltung aufgeben muß, was ihn sicherlich auch nicht sympathischer werden läßt.

Die sozio-politische Charakterologie Elsworth F. Bakers am Beispiel der Bundestagsparteien

3. Dezember 2012

Die von Elsworth F. Baker 1967 vorgestellte sozio-politische Charakterologie bzw. deren leichte Modifikation durch Charles Konia (The Emotional Plague, 2008) sieht wie folgt aus:

BakerKoniaSopo

Nach links hin von einer hypothetischen „gesunden Mitte“ haben wir der Reihe nach den Liberalen, den Sozialisten, den Pseudo-Liberalen und den Kommunisten. Es ist kaum bis gar kein Kernkontakt vorhanden und die Fassade dient der Abwehr gegen die mittlere Schicht, um beim Kommunisten zu kippen, d.h. in den Dienst der mittleren Schicht zu treten. Man denke nur an die unterschiedlichen Funktionen des Pazifismus bei der westlichen Linken in den 1980er Jahren („atomfreie Zonen“) und des damaligen „Pazifismus“ der nuklear aufrüstenden UdSSR.

Nach rechts hin haben wir den Konservativen, den Erzkonservativen, den Reaktionär und den Schwarzen Faschisten. Hier ist mehr Kernkontakt vorhanden, wenn auch zu einem Gutteil mystisch verzerrt. Die Fassade drückt nach rechts hin immer prominenter und nackter die mittlere Schicht aus. Das macht etwa das berühmte „Faszinosum“ des Nationalsozialismus aus: „es wird die Sau rausgelassen“.

Es bringt wenig bis nichts, diese Aufstellung auf die deutsche Parteienlandschaft zu übertragen, da diese generell nach links verschoben ist und da jede Partei „eine Welt für sich ist“ mit einer jeweils komplexen Geschichte. Gehen wir die Parteien deshalb nacheinander durch:

Die Grünen waren eine Sammlungsbewegung aus den Erben Rudi Dutschkes, liberal gesinnten „Bürgerrechtlern“ und echten Ökologen, d.h. „Konservativen“ im eigentlichen Sinne des Wortes. Die beiden Extreme der Partei, echte charakterologische Kommunisten wie Jutta Ditfurth auf der einen und Menschen des „rechten Spektrums“ auf der anderen Seite, wurden sehr schnell aus den Reihen der Partei weggegrault bzw. verließen sie enttäuscht, weil diese eine „FDP mit grünem Anstrich“ geworden sei oder, auf der anderen Seite, sich als „Wassermelone“ entpuppt habe: außen grün, innen rot. Was blieb, waren vollkommen kontaktlose „pazifistische Liberale“, die von Pseudoliberalen, die so taten, als wären sie selbst ebenfalls genuine Liberale, mißbraucht wurden.

Nachdem Kommunisten erst einmal mit Hilfe der Liberalen und Sozialisten an die Macht gekommen sind, sind nicht etwa wie vorher die Konservativen ihr Hauptfeind, sondern ihre ehemaligen liberalen und sozialistischen Bundesgenossen. Nichts kann eine kommunistische Herrschaft weniger brauchen als „subversive“, „kritische“ Geister und Leute, die nach „Solidarität“ („Fraktionsbildung“!!) rufen. Was sie braucht sind willfährige Untertanen, die sich nicht viel um Politik scheren bzw. tun, was ihnen gesagt wird. Wenn die Kommunisten diesen „konservativen“ Bevölkerungsanteil mit Versatzstücken der kommunistischen Ideologie indoktrinieren können, um so besser! Beim Untergang des Kommunismus fand man entsprechend Liberale und Sozialisten eher bei den Regimegegnern als bei den Parteimitgliedern der SED/PDS. Zwar stirbt langsam das alte konservative Milieu der DDR weg, doch sind wohl immer noch weite Kreise der Parteimitglieder und Wähler der Linken in Ostdeutschland eher konservative Charaktere. In Westdeutschland ist das vollkommen anders, was die Partei Die Linke immer wieder an den Rand der Spaltung führt, denn hier dominiert das charakterologisch extrem linke Spektrum die Partei.

Die SPD war in den Industriezentren und Metropolen Westdeutschlands so etwas wie die „SED des Westens“. Noch heute kontrolliert sie in weiten Teilen den gesamten Staatsapparat und die Medien, in NRW praktisch flächendeckend. Wie im Fall der SED war auch hier ein Großteil der Mitglieder, erst recht aber der Wähler, eher konservativ strukturiert. Das änderte sich spätestens in den 1970er Jahren, als die ehemalige Arbeiterpartei zunehmend eine Partei der Pseudointellektuellen wurde. Zentrum der Partei war natürlich stets die sozialistische Ideologie von „Gerechtigkeit“ und „sozialem Ausgleich“. Entsprechend findet die SPD erst seit kurzem zu sich selbst, da nun die sozialdemokratische Ideologie besser zur durchschnittlichen Charakterstruktur der Parteimitglieder paßt.

Am authentischsten waren seit jeher die beiden „bürgerlichen Parteien“ CDU/CSU und FDP, denn hier stimmte die offizielle konservative bzw. liberale Ideologie stets mit der jeweiligen Charakterstruktur der Parteianhänger überein. Wenn man mal von manchen sozialistischen Absonderlichkeiten am Anfang der Parteigeschichte der CDU absieht und davon, daß ausgerechnet die FDP lange Zeit geradezu ein Auffangbecken für „alte Kameraden“ war. Durch die Verschiebung des soziopolitischen Spektrums nach links ist von der genannten „Authentizität“ wenig geblieben. Nicht von ungefähr spricht man von der zunehmenden „Sozialdemokratisierung“ der CDU.

Die FDP hätte die Chance gehabt, als „Partei der Freiheit“ zu überleben, hat aber Selbstmord verübt, weil der Liberale bei all seinen hehren „Prinzipien“ wankelmütig ist. Wegen seiner Struktur und der ihr inhärenten Kontaktlosigkeit kann er sich dem Linkstrend nicht entgegenstellen. Der Konservative ist den Linken ebenfalls ausgeliefert, weil er an Werte wie Fairneß und „Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden!“ glaubt. Werte, auf die die extreme Linke, insbesondere der Kommunist, spuckt!