Posts Tagged ‘Tribalismus’

Charles Konia in der Diskussion (Teil 12)

25. April 2026

Im März und April stellte Dr. Konia folgende Blogeinträge ins Netz, auf die hier erneut hingewiesen wird, damit sie nicht verlorengehen:

Blogeinträge März/April 2011

  • Die arabische Rebellion und die Emotionelle Pest
  • Die Ausbreitung der anti-autoritären Gesellschaftsordnung auf die moslemische Welt
  • Der Niedergang der modernen Psychiatrie
  • Was ist zur Demokratisierung der islamischen Ländern erforderlich
  • Natürliche Autorität, Zwangs-Autorität und Anti-Autorität
  • Das Gehirn ist nicht der Geist: Was von der neuen Landkarte des Gehirns erwartet werden kann und was nicht
  • Verschwörungstheorien und die Wirkungsweise der Emotionellen Pest
  • Die zunehmende Anzahl von Kindern und Jugendlichen die psychiatrische Betreuung benötigen

 

Kommentar zu „Die Ausbreitung der anti-autoritären Gesellschaftsordnung auf die moslemische Welt”

Peter 2013: Beim zweiten Blick paßt das zu Konias Ausführungen:
http://www.bild.de/unterhaltung/leute/justin-bieber/fans-tun-alles-fuer-tickets-konvertieren-in-tv-show-zum-islam-30114444.bild.html

Zu „Der Niedergang der modernen Psychiatrie“

Robert (Berlin) Says: Aus der Frühzeit der Psychiatrie
http://einestages.spiegel.de/external/ShowTopicAlbumBackgroundXXL/a26903/l0/l0/F.html#featuredEntry

O.: Hier die Kurzfassung, da eben mein Text im Äther verschwunden ist (Pech, wenn ich ihn vorhernicht kopiere) …
Die Hysterie gibt es nach wie vor mit fast all ihren Symptomen nur unter anderen Namen im ICD. Sie ist keine Einbildung von Charcot, Freud oder Reich gewesen.
Die fiesen Methoden der Psychiatrie gibt es auch zum Teil noch: EKT, Fixierungen, Zwangsjacken und Psychopharmaka, die schlecht eingestellt sind.
Bei entsprechend „dämlicher“ Behandlung gibt es auch Todesfälle in der Psychiatrie, wie zu Charcots Zeiten, entsprechende Statistiken sind mir nicht bekannt und werden wohl auch nicht veröffentlicht. Beispielweise verstarb meine Großmutter nach wenigen Wochen aufgrund von Dauerfixierung, Bewegungsmangel und künstlicher Ernährung.
Nach dem die Psychiatriereform alle Dauerpateinten plötzlich entlassen hatte, die Betten reduziert wurden, ist die psychiatrische Bahndlung in Deutschland sichtbar besser geworden und ähnelt nicht mehr einem „Zuchthaus“. Dennoch sind EKT (Elektroshocktherapien) und Fixierungen gängige Praxis und werden an Universitäten umworben und gelehrt.

O.: Ein anderer Spiegelartikel (vermutlich von dieser Woche) unterstellt die Zunhame von psychischen Erkrankungen würde durch das DSM 5 und das kommende ICD begünstigt. Die APA, in der auch Psychopharma-Vertreter mitwirken, würde Diagnosen „erfinden“, um ihre Medikamente in großem Stil verkaufen zu können. Eine sehr plakative These, wie ich finde. Man würde einenGroßteil von psychisch „normalen“ Patienten jetzt Diagnosen verpassen und sie medikamentös behandeln wollen.
Hier wird nicht reflektiert, was die neue Arbeitswelt mit den Menschen gemacht hat. Leider gibt es auch immer mehr Menschen, die nicht mehr bis zur Rente arbeiten wollen, da sie keine adequate Arbeit für sich finden oder die zu schlecht bezahlt wird. Das Heraufsetzen des Rentenalters bewirkt außerdem, dass immer mehr Leute ihre positive Arbeitshaltung verlieren und sich dem Arbeitsmarkt innerlich verweigern. Ab 50 wird vermehrt an die Rente gedacht. Ab 60 ist kaum einer noch zu motivieren. Diesem Beispiel folgen auch schon jüngere. Die Angebote des Arbeitamtes sind völlig inakzeptabel, eine Vermittlung findet hier quasi nicht statt. Das Arbeitsamt kann man im Grunde schließen. Und Jugendliche ohne Abitur beginnen gleich mit Hartz IV Jobs wie Kranken- und Altenpfleger.
Viele Menschen sehen sich eben nicht mehr nur als körperlich leidend an, sondern fordern psychische professionelle Hilfe durch Psychologen. Sie warten hierfür bis zu einem Jahr auf die Therapie und bekomen dafür nur VT oder Tiefenpsychologie in der Kurzform.
Eine Verbesserung dieser Situation ist nicht in Sicht, von daher sollen wohl doch die Pillen alles richten, was sie nicht tun. Die Rehabilitaionseinrichtungen der Rentenversicherungen rüsten nun auf: weg von der Psyche, hin zur Arbeitswelt orientierten Medizin.

Robert: Du solltest nicht das Arbeitsamt mit dem Jobcenter verwechseln. Das Jobcenter kann jeden Ausbeuterjob aufzwingen, egal was und welche Bezahlung. Anders beim Arbeitsamt, das Strafen für Nichtvermittlung Zahlen muss.

Robert 2014: Psychiater bezeichnen Non-Konformität als Geisteskrankheit: Nur die Herdenmenschen sind »vernünftig«
Die moderne Psychiatrie ist zur Brutstätte der Korruption geworden, insbesondere die Strömung, die jeden verteufeln und für geisteskrank erklären will, der von der allgemein anerkannten Norm abweicht. Das geht eindeutig aus der neuesten Ausgabe des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders [Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen, ein Klassifikationssystem der Amerikanischen Psychiater-Vereinigung] oder kurz DSM hervor, in der Menschen, die nicht konform gehen mit dem, was die Verantwortlichen für normal erklären, als geisteskrank eingestuft werden [Link ist tot]

Peter 2015: In der NEW YORK TIMES wird der Niedergang der Psychiatrie diskutiert, die immer noch mit den Mitteln, die Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre entdeckt wurden, hantiert, auf der Stelle tritt und die Psychotherapie und deren Weiterentwicklung sträflich vernachlässigt.

In Deutschland ist es, was die psychtherapeutische Ausbildung der Psychiater betrifft, vielleicht etwas besser bestellt, doch die neuen Psychiater lernen jetzt fast immer VT, während die Psychodynamik als „unwissenschaftlich“ mehr und mehr verpönt ist. Bald wird der Ödipuskomplex wieder ein großes Geheimnis sein.

Zu „Natürliche Autorität, Zwangs-Autorität und Anti-Autorität“

Peter: Ein Aspekt der antiautoritären Entwicklung ist die Vertuntung der Männerwelt: [Link ist tot]

Zu „Das Gehirn ist nicht der Geist: Was von der neuen Landkarte des Gehirns erwartet werden kann und was nicht“

Robert 2012: Wie ich schon öfters schrieb, die Psychiatrie ist wieder vor Freud zurückgefallen. Am besten, sie lesen wieder Charcot, Bernheim und Liebault.

Peter 2015: Die Bewegung des Körpers macht das Gehirn fexibler: http://www.wissenschaft.de/leben-umwelt/hirnforschung/-/journal_content/56/12054/9088897/Bewegung-macht-das-Gehirn-flexibler/

Zu „Verschwörungstheorien und die Wirkungsweise der Emotionellen Pest“

Robert 2012: http://www.wissensmanufaktur.net/verschwoerungstheorie

Peter: Eine auf den Kopf gestellte Welt!
Verschwörungsleugnung:
„Behauptung, dass ein Ereignis nicht das Resultat einer Verschwörung ist“

Neben den sogenannten Verschwörungstheoretikern gibt es auch eine ganze Branche von Verschwörungsleugnern. Ein Verschwörungsleugner ist jemand, der behauptet, dass ein Ereignis nicht das Resultat einer Verschwörung ist. Eine Beweisführung, daß es etwas nicht gibt, ist allerdings grundsätzlich schwer bis unmöglich. Diese Branche hat sich offenbar in der vom Mainstream geprägten journalistischen Zunft entwickelt, die somit eher wenig zur Transparenz der tatsächlichen Sachverhalte beiträgt, sondern stattdessen die gelegten Nebelkerzen der Verwirrung energetisch versorgt.
Wenn mir jemand so einen Mist vorsetzen würde, würde ich schweigend den Raum verlassen, denn mit solchen Leuten kann man einfach nicht mehr diskutieren.

Robert: „Die Zusammenarbeit von Hugo Chavez in Venezuela, auf der extremen Linken, und Mahmud Ahmadineschad aus dem Iran, auf der extremen Rechten, zeigt die Tendenz von pestkranken Individuen sich spontan gegen ihren gemeinsamen Feind zu organisieren, der freien Welt (besonders Amerika),…“
Der Mann hat eine extreme Augenblockierung. Jeder Trottel kann sich zusammenreimen, warum diese Staaten zusammenarbeiten. Weil die Freie Welt, d.h. die imperialistische USA und ihre Vasallen jedes Land überfallen, was gegen ihre wirtschaftlichen Interessen vorgeht, außer es hat Atombomben. Menschenrechte und Demokratie spielen dabei nicht die geringste Rolle. Und diese Staaten sind auf der Abschussliste.
Chavez ist übrigens durch freie Wahlen an die Macht gekommen.

Peter: Immer langsam mit den Pferden! Erstmal weiß hier kaum jemand, wie eng die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden „frei gewählten“ Regierungen ist (http://latina-press.com/news/136708-iran-venezuela-ahmadinejad-gratuliert-seinem-bruder-hugo-chavez/). Und zweitens sind die wirtschaftlichen Interessen den „ideologischen“ (charakterologischen!) Interessen nachgeordnet, denn ansonsten hätten sich diese beiden Länder nicht praktisch aus der Weltwirtschaft ausgeklinkt und würden nicht offenen Auges dem wirtschaftlichen Ruin entgegentaumeln.

Robert: Na so doof sind deine Leser auch wieder nicht. Gegen die Beiden wird doch ständig gestänkert.
Komisch ist nur, dass immer nur die Gegner der Imperialisten als kranke Psychopathen hingestellt werden, während die Imperialisten sich mit jedem brutalen Diktator verbinden dürfen, ohne dass Konia seine verlogene Klappe aufreißt.

Klaus: Gefällt mir, wie hier die Weise nach dem alten ‚antiimperialistischen‘ Muster und Konias Weise, die Stellungen Irans und Venezuelas verständlich zu machen, gegenübergestellt werden. Es ist schon so, dass Konias Panzerungserklärung etwas Totschlagargumenthaftes an sich hat. Aber: die linke Masche auch. Und: Wer nicht völlig blnd ist, kennt die linken Maschen und … Charaktere. Erkennbar z. B. eben an Gewichtungen, wie sie in pi kommentiert werden:
“ ‚Sorge bereitet uns auch die Gewalt: in U-Bahnhöfen oder auf Straßen, wo Menschen auch deshalb angegriffen werden, weil sie schwarze Haare und eine dunkle Haut haben.‘ Da bleibt einem die Spucke weg! Wo lebt eigentlich dieser Ignorant von Bundespräsident? Es ist nicht zu fassen! Laufend schlagen Leute mit dunkler Haut und schwarzen Haaren Deutsche zusammen und dann das!“

Robert 2013: »Verschwörungstheorie«: Grundlagen eines »Totschlagarguments«
James F. Tracy
Der Begriff der »Verschwörungstheorie« löst bei den meisten in der Öffentlichkeit stehenden Menschen und insbesondere bei Journalisten und Akademikern Angstgefühle und Beunruhigung aus. Seit den 1960er Jahren wurde diese Etikettierung zu einem Disziplinierungsmittel, das sich als überwältigend effektiv erwies, wenn es darum ging, zu verhindern, dass bestimmte Ereignisse untersucht oder kritisch hinterfragt wurden. Vor allem in den USA gilt es als schweres Gedankenverbrechen Orwellscher Prägung, die offizielle Darstellung zu bestimmten Ereignissen oder Einstellungen, die darauf abzielt, die öffentliche Meinung (und damit die öffentliche Ordnung) zu beeinflussen, berechtigterweise infrage zu stellen. Und von einem solchen Verbrechen muss das öffentliche Bewusstsein mit allen Mitteln abgehalten werden. [Link ist tot]

Zu „Die zunehmende Anzahl von Kindern und Jugendlichen die psychiatrische Betreuung benötigen“

Robert: Vermutlich spielt auch noch die Nahrung eine Rolle im asozialen Verhalten der Minderjährigen. Heutzutage essen sie viel mehr industriell denaturierte Nahrungsmittel, die besonders in den USA genetisch zerstört und mit chemischen Zusätzen angereichert und verfälscht sind. Einige dieser Zusätze lösen aggressives Verhalten aus.
Etwas anderes: die hier einwandernden autoritär strukturierten Menschen sind sicherlich zurecht entsetzt, wenn sie das Verhalten der antiautoritären Einheimischen erleben, das aus Rebellion gegenüber der traditionellen Autorität besteht.
In den Achtzigern fragte mich mal ein türkischer Kollege, ob ich sauer sei, dass er in den Ferien geheiratet hätte, weil er den Eindruck bekommen hatte, die Deutschen wären gegen das heiraten.

Jean: „Wenn man ihr Verhalten betrachtet, sind Eltern emotional nicht fähig, für das Aufziehen ihrer Kinder die Verantwortung zu tragen. Die Gesellschaft ist zerrissen.“
Ich fange allmählich an zu glauben, dass dies in „autoritären“ Zeiten wirklich anders war, so wie hier immer wieder argumentiert wird (konservativer Kernkontakt). Heute müssen Eltern zu allem einen eigenen Standpunkt finden, und wenn man nicht mit seinen Gefühlen verbunden ist, wird das ein stressiges Unterfangen. Die Fülle von Dingen, die man falsch machen kann, die widersprechenden „Experten“-Empfehlungen, und die belastenden Ergebnisse von schlechtem Kontakt zu den Kindern treiben einen geradezu in die Überforderung. Da war es früher vermutlich tatsächlich leichter, seinen Kindern mit Gefühl zu begegnen.

O.: Mit wie viel Gefühl Eltern ihren Kindern früher begegnet sind – vor, während und nach dem Krieg – läßt sich doch aus der Literatur autoritärer Zeiten ablesen: 1933 „Massenpsychologie des Faschismus“ und „Charakteranalyse“, beide Bücher so aktuell wie damals. Wer glaubt denn, dass wir heute wesentlich besser erziehen würden oder eine Gesellschaft (Schule, TV) die Kinder nicht charakterlich verbiegt, ängstigt und in die Abpanzerung zwingt? Diese Prozesse geschehen auch, wenn Eltern ihren Kindern gegenüber weitestgehend positiv gegenüberstehen, da sie ihre Kinder eben nicht (ausreichend) vor dem Umfeld schützen können.

Jean: Guter Einwand. Ich kenne ältere Menschen aus „autoritären Zeiten“, die ich als sehr herzlich erlebe. Es gibt aber auch viele andere.
„Diese Prozesse geschehen auch, wenn Eltern ihren Kindern gegenüber weitestgehend positiv gegenüberstehen, da sie ihre Kinder eben nicht (ausreichend) vor dem Umfeld schützen können.“
Ich erlebe eher, dass sich Eltern zwischen ihre Kinder und Schule stellen und nach beiden Seiten „gut Wetter“ machen wollen, was natürlich nicht klappen kann. Wenn sich viele Eltern mehr /ganz auf die Seite ihrer Kinder stellen würden, hätten sie vielleicht eine Menge Ärger mit den Schulen, würden aber auch etwas bewirken. Die Konflikte werden aber oft aus Angst vor Nachteilen für die Kinder nicht angegangen. Es ist wie immer: das Gestrüpp der vermuteten und angedrohten Gefahren hemmt eine klare Parteinahme für die Kinder.

O.: Es ist für Eltern absolut schwer sich in den Schulen (trotz Elternbeirat etc.) einzubringen, ohne sich emotional auch zu verwickeln und sich unverstanden zu fühlen. „Unabhängige“ Schulsozialarbeiter, die die Interessen der Schüler (in absolut erster Linie) und Eltern gegenüber der Schule moderieren oder (gemeinsam) vertreten, sind in jeder Schule zu fordern und in einigen auch schon vorhanden. Die emotionale Einmischung der Eltern kann dann besser auf der Sachebene diskutiert und gelöst werden. Als Elternteil sagt man evtl. einmal etwas oder bleibt eine kurze Zeit am Thema dran, dann muss aber darauf vertraut werden, dass eine Lösung gefunden wird. Schüler ohne (professionelle) Unterstützung in einer Schule laufen zu lassen, ist nicht nur nicht mehr zeitgemäß, sondern kontraproduktiv. Das ganze Arsenal der Sozial-Pädagogik ist absolut nowendig neben dem Unterricht, da es um Erziehung und nicht um „Bildung“ geht. Bleibt zu hoffen, dass die Fachkräfte sich klar für die Interessen der Kinder einsetzen. Die Nöte in den Familien sind häufig doch sehr gravierend, so dass man von den Eltern nicht so viel erwarten darf. (Das bezieht sich nicht nur auf die Finanzen.) Von daher hat sich charakterneurotisch nichts verändert, ob wir es autoritär oder antiautoritär nennen, evtl. sind durch eine gewisse (falsch verstandene) anitautoritäre Haltung die Eltern für Gespräche zugänglicher geworden und sind bereiter zum Wohl ihres Kindes etwas zu tun, wenn sie nur wüßten, was und wie.
Man überlege sich auch, wie sehr der normale Mensch – jeden Alters – heute nur allzugerne einen Psychologen/ Psychotherapeuten hätte, wenn die (wenigen) Praxen der VT oder PA nicht so überlaufen wären.
Was hier an therapeutischer Methodik in Germany als „Psychotherapie“ noch gelten darf (mit Kassenzulassung), ist ein anderes Kapitel und verdient dessen Bezeichnung kaum.

Jean: „Das ganze Arsenal der Sozial-Pädagogik ist absolut nowendig neben dem Unterricht, da es um Erziehung und nicht um “Bildung” geht. “
Zur Schule gehört auch für mich die Anerkennung der Tatsache, dass wir Erwachsenen immer erziehen, wenn wir mit Kindern und Jugendlichen zusammen sind, und uns damit nicht aus der Verantwortung nehmen können. Leider ist davon bisher sehr wenig zu sehen, ca. 1 Schulpsychologe auf 1500 Kinder, die Lehrerausbildung hauptsächlich fachwissenschaftlich orientiert, Kinder werden als Problem gesehen, dem viele Lehrer mit Ordnungsmaßnahmen zu Leibe rücken, anstatt sich oder ihre Anstalt zu reflektieren.
Ich weiß auch nicht, ob die Schule als „professionelles Umfeld“ alles richten kann und soll. Die Eltern sind doch auch in der Pflicht, ihren Anteil am Geschehen zum Guten der Kinder zu gestalten. Im Prinzip sollte es den Kindern sowohl in den Familien als auch an den Schulen so gut gehen, so dass nicht eine Seite die andere ausgleichen muss.

O.: Auf 150 Schüler sollte eine Vollzeitstelle eines Psychologen kommen, mit festgelegter Frauen- u. Männerquote: Psychologen müssten mindestens 50% der Stellen besetzen, da Männer in Schulen unterrepräsentiert sind in Schulen und im Umgang einen ganz anderen Umgang haben.
Da Eltern für den Lebensunterhalt beide arbeiten müssen, bleibt nur das Wochenende noch für die elterliche Erziehung. Ich denke, das sowohl Eltern als auch Lehrer so sehr in ihren Charakterstrukturen verhaftet sind, dass psychologisch-pädagogische Beratung die geleistete „Erziehungsarbeit“ von außen teilweise begleiten könnten.
Ebenso müssen andere helfende Systeme, wie Kinder- und Jugendclubs, wieder etabliert werden, statt sie abzuschaffen. Kinder brauchen Räume und Plätze, die geschützt sind, auch ohne Massenabfertigunng. – Ein Traum für unser Land.

Peter Töpfer (Teil 4)

23. November 2025

Wir springen ins Jahr 2022 und landen bei dem Buch von Alexander Dugin Eurasische Mission (Eine Einführung in den Neo-Eurasianismus, London: Arktos) bzw. bei Töpfers Vorwort: „Das Radikale Subjekt als Katechon“. Das gemahnt natürlich an Laskas Auseinandersetzung mit Carl Schmitt und dessen Ringen mit Max Stirner. Der „Katechon“ stellt sich dem Kommen des Antichrist entgegen, also dem nihilistischen, haltlosen Liberalismus des Westens bzw. dem, was Charles Konia als „antiautoritäre Gesellschaft“ mit ihrer nihilistischen relativen Moral bezeichnet hat.

Töpfer plaziert also das „radikale Subjekt“ in Stellung gegen den alles zersetzenden Liberalismus des Westens. Dieses Subjekt scheint jedoch merkwürdig verkümmert zu sein, denn er konstatiert, daß „die Motivation von Handlung, (…) immer aus einer Unzufriedenheit (Nichtbefriedigtheit) heraus geschieht. Und nur für uns soll alles geschehen. Dugins Manifest der Globalen Revolutionären Allianz wird mit dem Motto Unzufriedene auf der ganzen Welt, vereinigt euch! eingeleitet“ (S. X). In meiner Welt folgen Handlungen eher aus einem Wohlgefühl der Stärke und des Überflusses. Töpfer und Dugin hingegen geht es um den „existentialistischen“ Heideggerschen Menschen: ein Seiendes, das sich zu seinem eigenen Sein verhält. Es ist ein Da-Sein, dessen Hauptmoment die Sorge ist. Diese hört auf, wenn wir, frei nach Dugin und Töpfer, die Trennung von Objekt und Subjekt, Sein und Denken aufheben und ganz „postphilosophisch“ zum bloßen Ereignis werden: Authentizität, die in „existentieller Politik“ mündet (S. XII-XIV). An die Stelle der Moderne soll die Archaik treten, die, wie angedeutet, mit Heidegger „alle modernen philosophischen Konzepte auslöscht: Subjekt, Objekt, Realität, Zeit, Raum, Technik, das Individuum usw.“ (S. XXIII). Für mich klingt das nach infantilistischer Hippie-Kultur und – Nationalsozialismus!

Das rationale Individuum geht in einem irrationalen narzißtischen Brei aus purem Affekt auf. Dugin präsentiert seine „vierte Theorie“ als Alternative zum westlichen Antiautoritarismus, sie ist aber kaum mehr als eine weitere Facette dieses weltweiten Phänomens. Der Epochenbruch von 1960, der Übergang von einer autoritären zu einer antiautoritären Gesellschaft, ist an Rußland nicht vorbeigegangen, genausowenig wie beispielsweise an irgendeinem Landstrich der islamischen Welt. Ein beredtes Beispiel ist der Pop-Islamismus von ISIS.

Töpfer verbindet die von Reich und Elsworth F. Baker vertretene Theorie, daß der Liberale „keinen Kern“ hat, mit Dugins durch Heidegger inspirierte Vorstellung, daß der Liberale keine tiefe Identität hat, also quasi, wenn man so sagen kann, hohl ist und „implodieren“ muß, um „die Selbstbestätigung als die einzigartige und ultimative Instanz des Seins“ zu erreichen. Infolge erscheint das wahre Selbst. „Das Selbst entdeckt in seiner Radikalisierung nicht nur seine Transpersonalität und Weltverbundenheit, sondern auch sein Bedürfnis nach Verwurzelung“ (S. XVII). Aus dem Nichts erwächst so das Authentische und der „Katechon“ erhebt sein Haupt.

Was hier beschrieben wird, ist jedoch nicht etwa der Ausgang aus der Falle, sondern der Circulus vitiosus der Falle selbst. Die Falle ist: Die notwendige konservative Abwehr der sekundären Triebe betrifft auch die primären Triebe, die dergestalt in sekundäre Triebe umgeformt werden. Dagegen bäumen sich die freiheitskrämerischen Liberalen auf und setzen noch mehr sekundäre Triebe frei, bis sie schließlich desillusioniert dem Konservativen recht geben und zu Kreuze kriechen, auf daß die ganze Scheiße von vorne beginnt. Der einzige Ausweg aus der Falle ist die Aufklärung über diesen Mechanismus und die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Trieben. Genau das hintertreiben Töpfer und Dugin jedoch mit ihrem kategorienverwässernden Obskurantismus.

Die Duginsche „Implosion“ mit ihrem Tribalismus, Emotionalismus und untergründigem Mystizismus ist nicht etwa Ausdruck eines Impulses, der sich gegen die antiautoritäre Gesellschaft und den Gesamtwahnsinn der Falle stellt, sondern direkter Ausdruck dieser. Das reicht vom „Tribal Tattoo“ der Jahrtausendwende bis hin zum heutigen „Meine wahre Identität ist ein lila Space-Fury-Fuchs vom Andromeda“ und anderen Besessenheitsphänomenen. Die Gesellschaft implodiert und reorganisiert sich auf immer primitiverer Ebene – gesellschaftlicher bionöser Krebszerfall! Aus diesem Grund hat die Orgonomie in den 1960er Jahren in keinster Weise sich der „Gegenkultur“ der 1960er und dem New Age der 1980er Jahre angeschlossen. Das ganze ist ihr so fremd und antithetisch wie – Arthur Janov. In diesem Zusammenhang ist es kein Zufall, daß sich Töpfer in seinen Schriften ständig auf eben diese „Gegenkultur“ beruft von Bob Dylan und John Lennon bis hin zu den heutigen Entsprechungen.

Die Massenpsychologie der antiautoritären Gesellschaft (Teil 1)

6. November 2025

Ich schreibe diesen Blogeintrag im IC auf dem Weg nach Hamburg. Neben mir an den mittleren Tischen im Großraumwagen sitzt ein Vater mit seinen beiden Söhnen im Vorschulalter. Der ältere „singt“ entnervend, der Vater bittet ihn immer wieder und wieder und nochmals, daß er doch endlich aufhören solle. Keinerlei Reaktion, wenn man von einem hämischen Gelächter des Jungen absieht. Desgleichen bittet der Vater, daß er sich doch nicht ständig weit über den Platz der jungen Frau, die neben ihm sitzt, lümmeln solle, ebenfalls keine Reaktion. So die ganze Fahrt über. Schließlich ist der Vater so genervt, daß er ihn wegen einer Nichtigkeit schmerzhaft anstubst – und sich wortreich rechtfertigen muß. Das ganze erinnert fatal an ein sadomasochistisches Spiel. Der kleine Bruder, eindeutig kein Säugling mehr, hat ständig einen Schnuller im Mund, auch während er spricht. Am Ende der Fahrt fängt er herzzerreißend zu schreien an. Seine Verzweiflung ist grenzenlos. Ich denke, er hat sich schwer verletzt, irgendwo eingeklemmt oder so, tatsächlich ist er mit seiner linken Hacke beim Anziehen nicht richtig in den Schuh gekommen. Eine für ihn scheinbar unaufhebbare mißliche Lage.

In meiner Kindheit wären der trottelig-gutmütige Vater, der sadistische ältere Bruder und der schnullernde kleine Bruder schlichtweg undenkbar gewesen, allein schon, weil niemand das jeweilige Verhalten der drei toleriert hätte. Das verpeilte Trio hat die Mutter besucht. Kaum eine Szene beschreibt besser das, was man treffend als „antiautoritäre Gesellschaft“ bezeichnen kann. Noch Anfang der 1970er Jahre hätten die drei wie Aliens aus dem Weltall gewirkt!

Gepanzerte Gesellschaften kann man wie folgt beschreiben:

Die obige Gleichung beschreibt die „ödipale“ Struktur der gepanzerten Gesellschaft, in der der von Rationalität und Kalkül geprägte Staat, dem man Gehorsam und Gefolgschaft schuldig ist, den Vater verkörpert („Recht und Ordnung“) und die damit nicht unbedingt identische Nation, die sich vor allem durch sentimentale Gefühlsbindungen konstituiert, die Mutter („Blut und Boden“).

Wie Reich in der Massenpsychologie des Faschismus ausgeführt hat, ist die alte autoritäre Gesellschaft von zwei Triebkräften geprägt:

  1. Angst vor dem Vater Staat
  2. Sehnsucht nach der Mutter Nation

Beides kommt im Nationalismus zum Ausdruck. In Deutschland zeigte sich das im Kampf gegen den „jüdischen Bolschewismus“, der sich rebellisch dem gefürchteten Vater entgegenstellt und die Mutter „nimmt“, – und im gleichzeitigen Kampf gegen den „jüdischen Kapitalismus“, der die geliebte Mutter „fickt“, sie mit seinem „Mammonismus“ „entehrt“. (Zu letzterem siehe meine Ausführungen über die sozusagen „nicht-völkischen“ und gleichzeitig „sexuellen Ursprünge“ des Kapitalismus.)

Natürlich war die Begründung für den besagten Kampf, d.h. „die Reaktion“, nicht ganz aus der Luft gegriffen, wenn man mal vom Antisemitismus absieht, denn zweifellos waren in den 1920er und 30er Jahren sowohl durch die antikapitalistischen als auch die kapitalistischen Kräfte die traditionellen Einrichtungen, angefangen bei der Familie, bedroht. Beide zerstörten die autoritäre Familie, den autoritären Staat, und machten die Nation bedeutungslos („Globalisierung“). Das mündete schließlich in der antiautoritären Gesellschaft, die das genaue Gegenteil der autoritären Gesellschaft ist:

  1. Sehnsucht nach dem Vater Staat
  2. Angst vor der Mutter Nation

Die logische Konsequenz dieser beiden Bestrebungen ist der Internationalismus, der heute jede Facette des gesellschaftlichen Denkens durchdringt.

Die ödipale Rebellion gegen alles, wofür der Vater steht, war auf allen Ebenen erfolgreich: der Vater wurde zum „Freund der Kinder“, eine im Grunde verachtete Witzfigur, die männlichen „Sekundärtugenden“ wurden durch weibliche Gefühlsduselei ersetzt und der Staat wurde der Inbegriff von impotenter Ineffizienz, weil er für alles und jedes zuständig wurde („Sozialpolitik“). Heute bestimmt fast ausschließlich die Mutter bzw. weibliche „Bezugspersonen“, „Betreuerinnen“ und Lehrerinnen das Leben der Kinder.

Früher führte die Angst vor dem Staat und die Sehnsucht nach der „Volksgemeinschaft“ tendenziell zu einer Art „Selbstorganisation“: die autoritäre Familie war selbst eine Art Kleinstaat und die gefürchtete Obrigkeit brauchte kaum einzugreifen. Heute ist es genau umgekehrt: die „Volksgemeinschaft“ wurde zum Horror schlechthin, zur alles verschlingenden bösen Mutter, und der „Idealstaat“ (man denke nur an den absurden Begriff „Verfassungspatriotismus“!) wurde zur alleinigen Orientierung. Der „Nazi“ wird folgerichtig zum Leibhaftigen, zur Verkörperung des apokalyptisch Bösen, zum „(Anti-) Juden“. Europakritiker, Patrioten, Konservative, „neoliberale Raubtierkapitalisten“, geistig gesunde Menschen – alles nichts als „Nazis“!

Der einzige Halt, der den Menschen bleibt, ist der Staat, der sich ineffizient, wie er gemacht wurde, immer mehr zu einer Art religiösen Utopie verflüchtigt und zusehends in ein imgrunde mystisches Jenseits versetzt wird: die „Überwindung der föderalen Kleinstaaterei“, Europa, die UN bringen das Heil. Die Nation wird hingegen erbarmungslos „dekonstruiert“. Waren früher die phantasmagorischen „Juden“ der Feind, sind es nun nicht minder phantasmagorische „Nazis“. Genauso wie die „Juden“ früher auf phantasmagorische Weise Mutter Germania „verkauften“, schänden heute die „Nazis“ die Idee des Internationalismus.

Früher führte die Angst vor dem Vater dazu, daß, wie gesagt, die Menschen sozusagen selbst „Vater spielten“: „Selbstdisziplin“. Heute führt die Angst vor der immer mehr dominierenden Mutter dazu, daß die Gesellschaft in lauter voneinander isolierte „Kleinnationen“ zerfällt: „Tribalismus“ (etwas grundsätzlich anderes als „Kleinstaaterei“!). Alles dreht sich um die „Identität“, die etwa durch die Perversion, der man zufällig frönt, definiert wird. Das größte Verbrechen ist es, die „Gefühle“ eines dieser bizarren Gestalten zu verletzen. Es ist eine Welt, die genauso irre ist, wie es die Welt des Nationalsozialismus war, als sich alles um die „Nationalehre“ drehte.

Zusammengefaßt haben wir:

Die von Reich beschriebene autoritäre Gesellschaft mit ihrer Unterdrückung der Sexualität durch den Vater, die den ödipalen Drang zur Mutter verstärkt (Mystizismus):

Angst vor Vater Staat → Sehnsucht nach Mutter Nation

Seit etwa 1960 tritt an Stelle der alten Gesellschaft die neue antiautoritäre Gesellschaft, die von Charles Konia in The Emotional Plague beschrieben wurde. Hier führt die Vereinnahmung durch die Mutter zur ressentiment-besetzten Ablehnung aller natürlich gewachsenen „mütterlichen“ Strukturen, zur Flucht in künstlich konstruierte „väterliche“ Strukturen, d.h. zum Multikulturalismus, der eigentlich „Exokulturalismus“ heißen sollte (Mechanismus):

Angst vor Mutter Nation → Sehnsucht nach Vater Staat

Selbstverständlich gilt das hier gesagte ausschließlich für „Biodeutsche“. Türken und andere „Migranten“ leben weiterhin in autoritären Parallelgesellschaften – die mit der antiautoritären Gesellschaft nach Belieben spielen, da sie durch den erwähnten „Tribalismus“ geschützt werden, sakrosankt sind.

David Holbrook, M.D.: Die Grenzen und potentiellen Gefahren des Entweder-oder-Denkens und seine Beziehung zu „Funktionalismus“ und „Orgonometrie“

25. September 2025

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Die Grenzen und potentiellen Gefahren des Entweder-oder-Denkens und seine Beziehung zu „Funktionalismus“ und „Orgonometrie“

Was ist mit den jungen Leuten los? (Teil 1)

23. Februar 2025

Bis weit ins letzte Jahrhundert hinein war die westliche Gesellschaft, wie heute noch die mohammedanische Welt, weitgehend vom Mystizismus bestimmt. Die Menschen orientierten sich an „Gott“ und seinen Vorgaben. Die Welt war mehr oder weniger wohlgeordnet, die Rollenverteilung in Familie und Gesellschaft festgelegt und unhinterfragbar. Staat und Familie ergänzten sich auf geradezu perfekte Weise. Reich hat diese „autoritäre Gesellschaft“ und den Beginn ihres Verfalls infolge von Industrialisierung und „Massenkultur“ ausführlich beschrieben, beispielsweise in Die Massenpsychologie des Faschismus.

Die autoritäre Gesellschaft begann zu zerfallen, als immer mehr „die Maschine“ den Alltag und das Denken der Menschen zu beherrschen begann. Die Fabrik- und Büroarbeit und der beginnende Massenkonsum zerstörten zusehends die alte Ordnung in Familie und Gesellschaft. Hinzu kamen die großen Kriege mit ihren Massenheeren. Die Väter waren teilweise über Jahre abwesend und kehrten als gebrochene Menschen heim. In den Schulen lernten derweil ihre Kinder, daß der Mensch kaum mehr ist als eine Maschine und daß das Universum kalt, leer und sinnlos ist. Kein Religions- oder gar „Ethikunterricht“ konnte das auffangen, was sie im Biologie- und Physikunterricht gelernt hatten. Hinzu kamen die zunehmend „zersetzend“ wirkenden Massenmedien.

Dergestalt bildete sich langsam aber sicher die antiautoritäre, d.h. „mechanistische“ Gesellschaft aus. Die ersten Ansätze dazu gab es in den 1920er Jahren, d.h. nach dem Trauma des Ersten Weltkrieges. Man denke nur an „Dada“, den Jazz, den Bubikopf, etc. Der Nationalsozialismus war teilweise eine rückschrittliche Reaktion („der Tag von Potsdam“) auf diese Strömung, teilweise aber selbst Ausdruck dieser Strömung. (Noch deutlicher ist in dieser Beziehung der italienische Faschismus.) Nach der noch schlimmeren Verwerfung durch den Zweiten Weltkrieg hat die westliche Gesellschaft verzweifelt versucht die „alte autoritäre Ordnung“ wiederherzustellen, man denke nur an die McCarthy-Ära in den USA und die Adenauer-Ära in Westdeutschland, doch war die antiautoritäre Gesellschaft nicht mehr aufzuhalten und brach sich seit etwa 1960 freie Bahn.

Der Zerfall der autoritären Ordnung, die von gehemmten Charakteren (insbesondere Zwangscharaktere, „unterdrückte“ phallische und hysterische Charaktere und chronisch depressive Charaktere) geprägt war, ging mit der Verbreitung von triebhaften Charakteren einher („unbefriedigte“ phallische und hysterische Charaktere, manisch depressive Charaktere). Zumindest in Großstädten findet man mittlerweile in psychotherapeutischen Praxen kaum noch die Menschen, die Freud, Reich und Baker in ihren Werken beschrieben haben. Stattdessen hat man es zunehmend mit „Freaks“ zu tun – als solche hätten sie jedenfalls in der alten autoritären Gesellschaft gegolten.

Dese Menschen sind vor allem durch das Diktum geprägt, daß Freiheit wichtiger ist als Verantwortung. Freiheit ist überhaupt das wichtigste. Kinder und langfristige Partnerschaften sind nur hinderlich. Man ist auf der Suche nach seinem „Selbst“. Das Individuum ist unendlich wichtiger als die Gruppe (auch was die Verantwortung in der Generationenfolge betrifft). Das führt zu immer mehr Unordnung und gesellschaftlicher Instabilität, worauf die Menschen mit verstärkter Augenpanzerung reagieren. Die so erzeugte Kontaktlosigkeit geht mit immer mehr Verantwortungslosigkeit einher. Und das immer so weiter in einer unaufhaltbaren Abwärtsspirale.

Natürliche Unterschiede, etwa die zwischen den Geschlechtern, verschwinden zusehends. An ihre Stelle treten „individuelle Lebensentwürfe“ und eine Zersplitterung der Gesellschaft in „Szenen“, die kaum noch gemeinsame Berührungspunkte haben („Tribalismus“). Charakteristischerweise ist der Konformitätsdruck innerhalb dieser in sich geschlossenen Kreise, „Cliquen“, weitaus höher als er in der autoritären Gesellschaft je war. Auf Gesamtgesellschaftlicher Ebene kommt es zu einer zunehmenden Polarisierung zwischen „links und rechts“, wobei die Rechte zunehmend marginalisiert wird. Unterstützt wird dies dadurch, daß die Rechte in einer Welt, die nicht die ihre ist, im Laufe der Zeit immer unbeholfener und „fehl am Platze“ wirkt. Wer etwa für das traditionelle Rollenmodel der Frau eintritt, muß sich angesichts des Hohn und Spotts, dem er ausgesetzt ist, in haltlose Widersprüche verfangen.

Man kann die „antiautoritäre“ Strömung vielleicht am ehesten von der Krebsschrumpfungs-Biopathie her verstehen, bei der das Gewebe zerfällt und sich auf primitiverem Niveau im Krebstumor neu organisiert. Krebszellen sind geradezu die Verkörperung des „antiautoritären Rebellen“. Da die natürliche Organisation des Körpers zunehmend zerfällt, funktioniert beim Krebs der Organismus nur mehr wie eine Maschine, mechanisch.

Der Endzustand, auf den die antiautoritäre Gesellschaft zusteuert, ist der Kommunismus. Da die Individuen immer mehr wie „Krebszellen“ funktionieren, d.h. aus sich heraus nicht mehr existieren können, wird die Gesellschaft so reorganisiert, daß das Geld „von oben kommt“ („Sozialstaat“), ähnlich wie bei Krebs der Organismus schließlich nur noch dazu dient die Krebstumoren am Leben zu erhalten. Die Senkung des Energieniveaus, die energetische Schrumpfung, kommt beispielsweise in der Geldwirtschaft zum Ausdruck, die an „Anämie“ zu leiden beginnt. Die großen Kriege, gigantische Infrastrukturprogramme und nicht zuletzt der „Sozialstaat“ machten eine Ausweitung der Geldmenge notwendig, die sich schließlich verselbständigte und nach einer „Bändigung der Finanzmärkte“ rief. Das läuft auf einen „Staatskapitalismus“ hinaus, der sich in letzter Konsequenz in nichts vom sowjetischen Model unterscheiden wird. Der krebsige Zerfall ist abgeschlossen.

Die antiautoritäre Gesellschaft ist genausowenig „freiheitlich“, wie der an einer Krebsschrumpfungs-Biopathie leidende Organismus „selbstreguliert“ ist, nur weil sich Gewebe „selbständig“ machen. Da die Menschen in der antiautoritären Gesellschaft zunehmend unselbständiger werden, wird sie tatsächlich immer „autoritärer“. Man denke nur daran, wie wir zunehmend wie Kinder behandelt werden, denen man alles sagen muß: keine Plastiktüten über den Kopf ziehen, seinen Müll nicht in die Landschaft schmeißen, sich im Auto anschnallen, einen Fahrradhelm tragen, nicht zuviel essen, für Bewegung sorgen, etc.pp. In der autoritären Gesellschaft waren die Menschen selbständiger! Wie noch heute in der mohammedanischen Welt waren die Menschen früh erwachsen, während heute noch 40jährige sich wie „rebellische“ Jugendliche benehmen, die letztendlich darauf zählen, daß sie „geführt“ werden.

Das Wesen der antiautoritären Gesellschaft wird von Hollywood sowohl beschrieben als auch weiter propagiert: es gibt schlichtweg keinen Jugendfilm, in dem nicht Marijuana verharmlost, wenn nicht sogar offen propagiert wird; Filme wie Der englische Patient zeigen, daß private (sexuelle) Glück weitaus wichtiger ist, als das Schicksal der eigenen Schicksalsgemeinschaft; Agenten- und Actionfilme, etwa die Bourne-Reihe, verbreiten die Botschaft, daß die alten Werte wie Patriotismus, Ehre und Loyalität geradezu das Grundübel dieser Welt darstellen; in Das Beste kommt zum Schluß werden zwei Krebskranke im Endstadium gezeigt, die nicht etwa „ihr Haus ordnen“ und die letzten Tage mit der Familie verbringen, sondern wie wildgewordene Teenager „voll auf die Kacke hauen“. Vor 1960 wären die Menschen angewidert aus den Filmtheatern gelaufen, heute halten sie diesen nihilistischen, zutiefst deprimierenden Dreck für eine humanistische Offenbarung!

Besonders gut kann man die Entwicklung der antiautoritären Gesellschaft anhand der Liedtexte der Popmusik verfolgen. Den Anfang macht Imagine von John Lennon, in der von einem leeren, gottlosen Universum geträumt wird, in dem es nichts gibt, für das es sich lohnen würde sich zu opfern. (Ich wußte schon damals, daß ich nicht dazu gehöre, denn kaum etwas habe ich mehr gehaßt als diese widerliche Kommunisten-Hymne!) Am Ende steht die Verherrlichung von Mord, Todschlag, Vergewaltigung und Diebstahl im Gangsterrap.

David Holbrook, M.D.: Politischer Wahn

3. Juli 2023

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Politischer Wahn

Die verquere Arabisierung des Westens

20. Oktober 2022

In seinem neuen Buch Clueless schreibt Charles Konia über die muslimische Welt des Mittleren Ostens:

Realistisch betrachtet, wird es unter den günstigsten Bedingungen Generationen, wenn nicht Jahrhunderte dauern, bis die Mindestanforderungen erfüllt sind, die notwendig sind, um in den Ländern des Nahen Ostens eine stabile Demokratie westlichen Stils zu schaffen und zu erhalten. Um dies zu erreichen, müssen die folgenden sozialen Veränderungen schrittweise und verantwortungsbewußt durchgeführt werden, wobei eine klare Unterscheidung zwischen primären Kernfunktionen und destruktiven sekundären Trieben getroffen werden muß.

– Aufhebung der sexuellen Unterdrückung von Kindern

– Gleichstellung der gesellschaftlichen Kräfte der politischen Linken und Rechten

– juristische Trennung von religiösem (Scharia) und weltlichem Recht

– Trennung von Religion und Wirtschaft

– Emanzipation der Frauen

– Abschaffung des Tribalismus (S. 119f)

Der Westen ist verhältnismäßig frei von der sexuellen Unterdrückung von Kindern, politischer Einseitigkeit, einem religiösen Ständestaat, Frauenunterdrückung und Tribalismus.

Das Problem dabei ist, daß genau das gerade rapide Rückgängig gemacht wird und zwar von Seiten der radikalen Linken in einer unheiligen Allianz mit den globalen Großkonzernen:

  1. Es findet eine umfassende Indoktrination statt, Kindern in ihrem sexuellen Selbstverständnis zu verunsichern, sie daraufhin chemisch mit den gleichen hochtoxischen Mitteln zu kastrieren, die bei gewalttätigen Triebtätern eingesetzt werden. Stichwort „Pubertätshemmer“, die die chirurgische Radikalverstümmelung vorbereiten, die aus den betroffenen Krüppeln lebenslange Kunden des pharma-medizinischen Komplexes machen.
  2. Jeder Einzelne, jede Organisation, die nicht linientreu den ideologischen Vorgaben des sozialistischen Einheitsblocks folgt, gilt in den Medien als „umstritten“ und wird um seine gesellschaftliche und wirtschaftliche Existenz gebracht. Wer sich etwa gegen Punkt 1 wendet, kann im Gulag landen.
  3. Jeder hat sich den Vorgaben eines allumfassenden quasi religiösen Glaubenssystems bedingungslos zu unterwerfen, das reicht von den Glaubensartikeln der Corona- und Klimareligion bis hin zu denen der Multikulti- und Genderreligion. Es gibt keine allgemein zugängliche Wirklichkeit, sondern nur noch Glaubensartikel.
  4. Wer allein schon definiert, was eine „Frau“ ist, wird zum gemeingefährlichen Glaubensabtrünnigen erklärt. Frauen verschwinden aus dem gesellschaftlichen Diskurs und werden auch real von „Transfrauen“ aus Schutzräumen, aus Parlamenten und von Siegerpodesten weggestoßen.
  5. Es gibt keine Gesellschaft mehr, sondern nur noch Cliquen, Stämme, die durch ihre Ideologie, ihre Modepräferenzen, ihr Konsumverhalten, irgendeinem „Fetisch“ oder ihrer zur Schau getragenen sexuellen Orientierung bestimmt sind. Selbst im Alltag ist zu beobachten, daß Menschen sich auf eng umrissene Freundeskreise zurückziehen, sich nach außen abschotten und Außenstehenden nicht einmal die primitivsten Höflichkeitsfloskeln gönnen und dergestalt ein gedeihliches gesellschaftliches Miteinander unmöglich machen. Hinzu kommt, daß durch „Multikulti“ die Stammeskultur der Herkunftsländer importiert wird und kleinere Ethnien, etwa Vietnamesen oder Mexikaner, fern von der Heimat zu in sich abgeschlossenen „Stämmen“ werden.

Damit sind der westlichen Demokratie und einer gedeihlichen von sexualökonomischen und arbeitsdemokratischen Grundsätzen bestimmten Zukunft sämtliche Grundlagen entzogen. Was bleibt ist die Barbarei, die Hölle auf Erden.

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 6. Orgonomie und Theologie

3. Juli 2022

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 6. Orgonomie und Theologie

Theologie ist wichtig!

17. Oktober 2018

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 6. Orgonomie und Theologie

Blogeinträge Januar-Juli 2014

17. September 2018

Blogeinträge Januar-Juli 2014

  • Eine weitere Möglichkeit die Emotionelle Pest einzudämmen
  • Die Menschen verlieren zunehmend die Orientierung
  • Putins Landraub
  • Putins soziopolitische Charakterstruktur
  • Was passiert im Nahen Osten?
  • Sind alle Araber gleich?