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Kommunismus-Indoktrination an Schulen (Teil 1: Massenpsychologie)

27. Juni 2019

Schon seit Anfang der 1970er Jahre, also mittlerweile seit fast einem halben Jahrhundert, wird das deutsche Mädel und der deutsche Bub an den Schulen einer ständigen Rotbestrahlung ausgesetzt. Das geschieht auf drei Ebenen mit einer Methode, die geradezu als „charakteranalytisch“ imponiert.

  1. In der obersten Schicht, der Schicht der Meinungen, Einstellungen, ideologischer Versatzstücke, wird den Kindern der übliche kommunistische Sermon eingetrichtert. Beispielsweise im Geschichtsunterricht geht es AUSSCHLIESSLICH (sic!) um „Widerstand“ und Revolutionen, also Klassenkampf. Im Deutschunterricht um Brecht, Böll und Grass. Im Biologieunterricht um die systematische Ausmerzung jedweden christlichen Empfindens und seine Ersetzung durch eine neo-heidnische GRÜNE Agenda.
  2. Auf einer tieferen Ebene, der Ebene unserer intellektuellen Werkzeuge, sozusagen der „Muskulatur des Geistes“, wird durch strenge Sprachregelungen (Political Correctness) verhindert, daß die Schüler eine andere Welt überhaupt noch konzeptualisieren können. Das überschreitet bloße Denkverbote – es überschreitet sie hin zur Unfähigkeit überhaupt denken zu können. Hierher gehört auf diffizile Weise auch die Rechtschreibreform.
  3. Schließlich wird der bioenergetische Kern selbst angegriffen. Ohne Gemeinschaft ist der Mensch nicht überlebensfähig. Je jünger der Mensch ist, desto radikaler trifft dieses Diktum zu. Der letzte Schritt zur Durchsetzung des Kommunismus beinhaltet daher zwei Schritte, die sich nur auf den ersten Blick widersprechen: Kollektivismus und Vereinzelung. Der Kollektivismus wird durchgesetzt, indem man den wichtigsten biologischen Grundimpuls unterdrückt, den Wettstreit. Von Anfang an tun wir alles, um die Besten, Stärksten und Attraktivsten zu sein. Die moderne Lehrerschaft jedoch tut alles, um den Agon im Keim zu ersticken, „damit sich die Verlierer nicht schlecht fühlen“. Man will eine homogene „kommunistische“ Masse. Aus dem gleichen Grund verhindert man auch das schlechthin Böse in den Augen jedweder kommunistischer Gesellschaft: die „Fraktionsbildung“. Es soll keine besten Freunde und keine Cliquen mehr geben, „damit sich niemand zurückgesetzt fühlt“. Es soll nur einen Einheitsbrei aus im wahrsten Sinne „kontaktlosen“ Atomen geben, keine „Moleküle“ und „Strukturen“. Es soll keine Selbstorganisation geben oder mit anderen Worten keine gesellschaftliche Selbstregulierung.

Der Falschnachrichtenbrief

30. März 2019

Hier und auf Facebook wurde mir nicht ganz ohne Berechtigung vorgeworfen, ich würde sozusagen „Fake News“ verbreiten. Ich hatte etwas verlinkt und mit einem Kommentar versehen, der offensichtlich die Bedeutung des Verlinkten maßlos überzeichnete, wenn nicht vollkommen entstellte. Spätestens seit den Amtsantritten von Orban, Trump und Salvini wird das Libertären und Konservativen ständig vorgehalten: daß sie mit derartigen Entstellungen, Übertreibungen und Verzerrungen die öffentliche Meinung manipulieren „wie einst Hitler und Goebbels“. Das Problem ist, daß unsereins wie der Frosch im Kochtopf ist. Wir sehen, daß die Herdplatte angestellt ist, fühlen, daß die Wassertemperatur langsam steigt, doch die „öffentliche Meinung in der Küche“ redet davon, daß das Wasser viel zu kalt sei und daß das mit dem Kochherd eine wilde Verschwörungstheorie sei.

Reich stand Anfang der 1930er Jahre und 20 Jahre später vor dem gleichen Problem: Wie den Deutschen klarmachen, daß sie unausweichlich in den schwarzen Faschismus reinschlittern? Wie den Amerikanern, daß sie es mit dem roten Faschismus zu tun haben? Reich versuchte in Die Massenpsychologie des Faschismus zu zeigen, wie sich der Faschismus ganz unspektakulär in unbeachteten Alltäglichkeiten festsetzt und von dort aus seine ungeheure Dynamik gewinnt. Nur so war erklärlich, daß sich das rote Berlin, das gesamte rote Preußen, Hitler ergab. Alle machten sich lustig, als Reich in Amerika die rotfaschistische Verschwörung gegen ihn offenlegen wollte. Heute ist die gesamte akademische und mediale Welt in kommunistischer Hand. Und sie reden ganz offen und wie selbstverständlich von Umerziehungslagern für Identitäre, Libertäre und Konservative.

Man muß einen Blick dafür entwickeln, wie sich das Große aus dem ganz Kleinen entwickelt bzw. wie das heutige ganz Kleine auf das zukünftige Große verweist. Es sind die Schulhefte deines Kindes, die, wenn man nur genauer hinschaut, voller Marxistischer und Islamistischer Propaganda sind. Es sind die mahnenden Worte deines Pastors, die zu Toleranz und Unterwerfung aufrufen. Es sind die Fernsehkrimis, wo immer die Unternehmer und „die Weißen“ die Bösewichter sind. Es geht um das alltägliche niedrigdosierte Gift. Wer auf es hinweist, steht als Idiot da, der (Orwell läßt grüßen) alles aus dem Zusammenhang reißt, aufbauscht und Fake News verbreitet. Eine flächendeckende und lückenlose rote Indoktrinierung unserer Kinder? Lächerlich! Bringt man Beispiele vor, wird man hämisch ausgelacht. Desgleichen beim Thema schleichende Islamisierung und Umvolkung! Von der systematischen Ausmerzung der deutschen Kultur, die mit der Rechtschreibreform angefangen hat, will ich erst gar nicht reden: sie wurde EXPLIZIT eingeführt, um den Schülern das Lernen zu vereinfachen… Wie dumm muß man sein, um den Zusammenhang mit der Umvolkung nicht zu sehen!

Wie Reich in Was ist Klassenbewußtsein? dargelegt hat, setzt die Lebensfeindlichkeit („die Reaktion“) bei Dingen an, die uns als klein und unbedeutend erscheinen. Auf diese Weise wird den Nationen der Nationalstolz ausgetrieben, den Frauen die Weiblichkeit, den Männern die Männlichkeit, den Christen ihre Christlichkeit, etc. Alle Eigenschaften werden – das Eigene selbst wird förmlich „ausgewaschen“. Das sieht man nicht zuletzt an der Sprache. Die Veränderungen sind schleichend, so daß jeder dumm dasteht, der diese Entwicklung mit Beispielen exemplifizieren und illustrieren will.

Warum ist das so? Weil Geschichte, d.h. die wahre Geschichte, die Geschichte, die wirklich zählt, nichts anderes ist als die Entwicklung der organismischen Orgonenergie in den Massenindividuen. Es geht um „charakterologische“ Vorgänge, die langsam und unbemerkt, sozusagen „im Vegetativum“ verlaufen. Der „offizielle“ Geschichtsgang, wie er in der Tagesschau gezeigt und an den Universitäten verfolgt wird, ist im Vergleich dazu nur oberflächlicher Firlefanz (siehe dazu Reichs Menschen im Staat). Das heißt hier nicht ohne Grund „Nachrichtenbrief“! HIER (und in unzähligen anderen Blogs und Facebook-Seiten weiterer einfacher Menschen) wird die Wirklichkeit widergespiegelt und nicht in den idiotischen Massenmedien.

Die Rechtschreibreform im Lichte des orgonomischen Funktionalismus

7. Juli 2018

Alexander Solschenizyn hat dargelegt, wie die sehr reiche russische Sprache, die Sprache Tolstois und Dostojewskis, nach dem Roten Oktober immer ärmer und undifferenzierter wurde. Außerdem wurde sie systematisch „brutalisiert“, d.h. im Rahmen des „sich verschärfenden Klassenkampfes“ wurde der sprachliche Ausdruck von Mitleid, Rücksicht und Anteilnahme richtiggehend tabuisiert. Entsprechende Wörter erhielten eine negative Konnotation oder verschwanden praktisch ganz. Man muß unwillkürlich an die „Sprache des Unmenschen“ in Hitlers, Streichers und Goebbels‘ Deutschland denken. Die Menschen sollten nicht mehr ungepanzert („weit“) fühlen, sondern nur noch auf eine gepanzerte („enge“) Weise.

Heute beobachtet man zunächst einmal das Gegenteil, d.h. im Zuge der politischen Korrektheit, werden eindeutige Aussagen zunehmend tabuisiert, da sie zu „brutal“ sind. Man ist vorsichtig im Ausdruck, will sich, so als sei man „Wissenschaftler“, nicht „voreilig festlegen“ und seit Jahrzehnten triumphiert das Konjunktiv: „Ich würde sagen…“. Wobei man sogleich anfügen muß, daß im Rahmen der allgemeinen Verblödung durch die Rechtschreibreform, Ausdrucksweisen wie der Konjunktiv ähnlich wie im Englischen wohl bald verschwunden sein werden oder zumindest an Eindeutigkeit verlieren.

Ohnehin können heutige Schüler kaum noch den tiefgehenden Unterschied zwischen dem so gar nicht gemeinten „Das ganze funktioniert nicht!“ und dem grundsätzlichen „Das Ganze funktioniert nicht!“erfassen oder etwa zwischen „Er hat recht!“ und „Er hat (das) Recht (auf seiner Seite)!“ Mit anderen Worten können sie nicht mehr funktionell denken, d.h. in Begriffen des Verhältnisses des Teils zum Ganzen. Die sozialistischen Sozialingenieure und die mit ihnen verbündeten Großkapitalisten („Bertelsmann-Stiftung“) können keine Eigendenker gebrauchen. Wer so einen SCHWACHSINN eingetrichtert bekommt wie „Es tut mir sehr Leid!“ (statt „Es tut mir sehr leid!“) muß jedes Gefühl für funktionelle Zusammenhänge verlieren.

Über die obigen Beispiele kann man diskutieren, zumal ich selbst den Überblick darüber verloren habe, was denn nun nach den aktuell geltenden Regeln richtig oder falsch ist oder ob es offiziell eh egal ist. Aber genau das verweist auf das eigentliche Problem: dieser Staat ist zutiefst „verwirrt“ und handlungsunfähig. Aus tiefenpsychologischer Sicht repräsentiert er die Eltern und die versetzen in dieser antiautoritären Ära ihre Kinder in tiefe Verunsicherung, da keine klaren Botschaften und Grenzen gesetzt werden; in den Kindern ein diffuses Gefühl von Unsicherheit und Orientierungslosigkeit verankert wird, zumal es zu unvorhersehbaren und manchmal brutalen und denkbar ungerechten Sanktionen kommt, wenn die Eltern den Kontrollverlust unvermittelt eindämmen müssen.

nachrichtenbrief43

8. Juli 2017

Unsere gepanzerte Sprache

9. Juni 2015

Auf der Netzseite des American College of Orgonomy hat der medizinische Orgonom Dale Rosin folgendes über „gepanzerte Sprache“ geschrieben. Es geht darum, daß die Menschen in der angeblichen „Kommunikation“ das verbergen, was sie wirklich meinen und fühlen:

Ich habe durch meine Arbeit mit Mitarbeitern von großen Unternehmen aber auch mit Heranwachsenden und Studenten beobachten können, daß die Art und Weise, in der Wörter und Redewendungen benutzt werden, die wahren Gefühle, Absichten und Wünsche der Menschen immer mehr verschleiert. Das ist zu einem festen Bestandteil unserer Kultur geworden. Ich bezeichne das als gepanzerte Sprache.
Ein schönes Bespiel ist die Verwendung des Wortes „Problem“ (issue), was die Dinge vage hält und für Verwirrung sorgt. Mir fällt das oft auf, wenn ich mit den Eltern von Kindern spreche, die ich behandle. Wenn sie mir erzählen, ihr Kind hätte ein Problem hiermit oder ein Problem damit. Das bewirkt bei ihnen einen gefühlsmäßigen Abstand von dem, was sie mir sagen wollen und sie intellektualisieren die Sache übermäßig. Wenn ich die Eltern erst einmal gefragt habe, was sie mit „Problem“ meinen, fangen sie an sich zu öffnen und werden gefühlsmäßig involviert. Danach kann ich beginnen, mit ihnen und ihren Kindern effektiv zu arbeiten.
Meine Erfahrung hat gezeigt, daß, wenn es mir gelingt, Menschen diese gepanzerte Sprache bewußt zu machen, sich ihre Fähigkeit mit anderen Menschen in ihrem Leben zu kommunizieren, sei es ihr Lebensgefährte, ihr Kind oder ein Arbeitskollege, gewaltig verbessert.

Im Gymnasium hat mich mal eine Lehrerin darauf hingewiesen, daß die Schüler seit Anfang der 1970er Jahre penibel darauf achten, sich nicht festzulegen und beispielsweise grundsätzlich nur im Konjunktiv antworten: „Ich würde sagen, …“ Und wer kennt das nicht, daß man heutzutage auf Fragen im alltäglichen Umgang zunehmend mit vollkommen inhaltsleeren Nichtantworten vollgetextet wird. Es ist eine allgemeine „Verwissenschaftlichung“ (man hütet sich vor apodiktischen Aussagen) und „Politisierung“ (man redet, ohne etwas zu sagen) der Alltagssprache zu verzeichnen.

Und umgekehrt: je klarer man sich ausdrückt, desto mehr Verachtung schlägt einem entgegen: „Ach Peter, so eindeutig kann man das nicht sagen!“ „Das mußt Du differenzierter sehen!“ Ich bin halt dumm, sektiererisch und rechtsradikal.

Robert hat darauf hingewiesen, daß zu diesem Thema auch das Neusprech der Politischen Korrektheit gehört, „welches gängige Wörter wie Neger, Rasse, Türke, Araber und Volk und Nation unterdrückt und man ständig nachdenken muß, wie man es anders ausdrückt“.

Der Leser wird sich fragen, warum ich hartnäckig an der alten Rechtschreibung festhalte. (Wenn man mal gnädig von meiner anhaltenden Rechtschreibschwäche und meinem mangelnden Sprachgefühl absieht…) Es ist Protest! Ein Akt des Widerstandes gegen den Wahnsinn, der unser Vaterland, ganz Europa, die gesamte freie Welt untergräbt und dem sicheren Untergang entgegenführt.

Bei der alten Rechtschreibung zu bleiben, ist Ausdruck konservativer Gesinnung, die nicht jeden hanebüchenen Unsinn mitmacht, die nicht der tumben Masse folgt, die zwar privat ständig herumgrummelt, dann aber öffentlich doch denen folgt und sie an der Macht hält, die uns schnurstraks in den kulturellen und wirtschaftlichen Abgrund manövrieren.

Seit das Land in den 70er Jahren auf breiter Front in die Hände roter Faschisten gefallen ist (sogenannte „Sozialdemokraten“), hat wirklich jede „Reform“ die Pforten der Hölle weiter geöffnet: Chaos und das Böse. Sei es die Legalisierung der Pornographie, eine „liberale“ Zuwanderungspolitik, die „Verwissenschaftlichung“ der Lehrerausbildung, immer neue soziale Wohltaten, die Verspargelung unserer Landschaft mit Vogelschreddern, die europäische Integration, Gendermainstreaming (auf gut deutsch Geschlechtergleichschaltung), „Gleichstellung“, „Emanzipation“, „Selbstverwirklichung“, Kinderkrippen, der „Euro“, schleichende Legalisierung „weicher“ Drogen oder die Rechtschreibreform – der Schaden war jeweils unermeßlich und wird wahrscheinlich nie wieder wettzumachen sein. Zumal wir heute von einer alle Parteigrenzen überschreitenden sozialdemokratischen Einheitsideologie beherrscht werden. Wer abweichende Meinungen vertritt, wird vom pseudointellektuellen Pöbel hysterisch niedergeschrien.

Die Rechtschreibung wurde reformiert, um den Schülern den Schulalltag zu erleichtern. Der Germanist Uwe Grund hat die Texte von Schülern vor und nach der Rechtschreibreform miteinander verglichen. Er kam zu folgendem Ergebnis:

1. Nach der Rechtschreibreform werden in der Schule erheblich mehr orthographische Fehler gemacht als davor.
2. Die Fehler haben sich – möglicherweise sogar überproportional – in den Bereichen vermehrt, in denen die Reformer regulierend in die Sprache eingegriffen haben.
3. Die Vermehrung der Fehler hat Konsequenzen, die vor allem die Lehrenden und Lernenden schlechter stellen, also jene Sprachteilnehmer, um derentwillen das Reformwerk angeblich geschaffen wurde.

Das Folgen der Rechtschreibreform, die Milliarden verschlungen hat, ist wirklich symptomatisch für die gesamte „Reformpolitik“: ohne Sinn und Verstand wird in gewachsene Strukturen eingegriffen, was zum Zerfall und zur Reorganisation auf primitiverem Niveau führt, d.h. zu Anarchie und Tyrannei (= Kommunismus).

Es ist wie zur Zeit der Nationalsozialisten: wer bei der Schweinerei mitmacht, ist selbst ein Schwein! Ohne mich!

Es lebe das heilige Deutschland! Stauffenberg.

Kann es orgonomische Politik geben?

27. Dezember 2013

Mir wurde von amerikanischen linken „Reichianern“ (die Marx, Marcuse und anderen Murx hochhalten) vorgehalten, wie verlogen doch Konia & Co. seien, die diesen „Reichianern“ eine Politisierung der Orgonomie vorwerfen, während gerade diese Orgonomen selbst weit mehr politisch agitieren, wenn auch extrem rechtskonservativ. Wie kann es sein, daß, wenn man für Obama ist, als „Anti-Orgonom“ dasteht, während ein ausgesprochener Obama-Gegner und Tea-Party-Aktivist den Mantel Wilhelm Reichs überstreifen kann?

War Reich nicht selbst Sozialist?! Was ist mit seinen gesellschaftspolitischen Forderungen und Aktivitäten Ende der 1920er bis Mitte der 1930er Jahre?! Nun, Reich ging es um die Freilegung der Wechselwirkung zwischen Charakterstruktur und Gesellschaft. Er erkannte, daß Gesellschaftspolitik nicht etwa Ausdruck konkreter soziopolitischer Erfordernisse ist, sondern charakterstruktureller Zwänge. An die Stelle der Gesellschaftspolitik tritt entsprechend die Arbeitsdemokratie, d.h. die Absage an jedwede Ideologie – d.h. die Überwindung jedes charakterstrukturellen Zwanges. Hat aber nicht Reich Politik ohne wenn und aber überhaupt abgelehnt?!

Das Problem mit dieser Argumentation ist, daß mit dem Begriff „Politik“, zwei gegensätzliche, sich wechselweise sogar ausschließende Gegebenheiten bezeichnet werden. Wenn Konservative von „Politik“ sprechen, dann meinen sie Staatskunst, Diplomatie, Schutz von Besitz und Familie und nicht zuletzt eine staatliche Haushaltsführung, bei der am Ende die Bilanz bei plus minus Null steht, also weder die gegenwärtige noch zukünftige Generationen durch Überschüsse bzw. Schulden ausgebeutet werden. Wenn Linke von Politik reden, dann meinen sie GESELLSCHAFTSpolitik, d.h. Veränderung der Gesellschaft durch staatliche Interventionen, Regulierung der Wirtschaft, „Umverteilung“ und eine von oben organisierte Umgestaltung der Familienstrukturen. Neuerdings sogar die Aufhebung der Staatsgrenze und Umvolkung, also die biologische Ausmerzung des Souveräns.

Man mag einwenden, daß „Konservative“ heutzutage doch genau dasselbe tun, aber erstens passen sich diese dem „Zeitgeist“ an, um politisch zu überleben, und wenn sie doch tatsächlich konservative Gesellschaftspolitik betreiben, dann ist das eine Abwehrreaktion, die ihnen von den Linken aufgezwungen wurde.

Jedes Zusammenleben in größeren Gruppen braucht so etwas wie einen Staat und damit Politik, d.h. die Auseinandersetzung wie dieser Staat konkret funktionieren soll. Dazu müssen Allianzen geschlossen, Kompromisse eingegangen, ein Geflecht von Verpflichtungen geknüpft werden. Das kann man bereits in jeder Schimpansenhorde beobachten. In Rudimenten bei allen Herdentieren. Der Unterschied zur Gesellschaftspolitik ist, daß genuin politische Entscheidungen selten und nur punktuell getroffen werden müssen.

Die Staatskunst kann irrational sein, ist es sogar meistens auch („Seilschaften“), aber sie ist nicht prinzipiell irrational. Man nehme ein denkbar einfaches Beispiel: die Spartaner. Es mußte entschieden werden, ob sie sich dem persischen Großreich widersetzten oder sich unterwerfen und hoffen, sich einordnen zu dürfen. Das ist Politik: Gemeinschaften müssen handlungsfähig sein, sozusagen als „juristische Person“ mit einem Ziel und einem Willen auftreten, oder sie können nicht überleben.

Irrational und zwar prinzipiell irrational wird es, wenn eine gesellschaftspolitische Agenda ins Spiel kommt. Man nehme etwa die ach so demokratische Mitgliederbefragung der SPD zur Großen Koalition. Frägt man Parteimitglieder, geht es meist um irgendwelche unsinnigen, wenn nicht destruktiven ideologischen Wunschträume: Gleichstellung homosexueller Paare, doppelte Staatsbürgerschaft, höhere Renten und Mindestlohn. Das sind durchweg keine politischen, sondern gesellschaftspolitische Fragen. Es sind keine Fragen des Überlebens, sondern es ist durchweg der pure Schwachsinn, etwa die Rechtschreibreform und ähnlicher destruktiver – Schwachsinn.

Das Fatale ist, daß es sich hier um sogenannte „Sachthemen“ handelt, also das ganze einen rationalen Anstrich hat, während es sich bei der drögen Staatskunst meist um „Personalfragen“ dreht, was einen extrem irrationalen Gout hat. Tatsächlich geht es aber um den alles entscheidenden Charakter der Entscheidungsträger. Die „Sachfragen“ beantworten sich sowieso meist von selbst. Wirkliche politische Weichenstellungen sind, wie gesagt, eher selten zu treffen. Immer wenn grußspurig davon die Rede ist, daß es um „Sachthemen“, nicht um „Personalfragen“, gehen soll, denkt der tumbe „Reichianer“ an „Arbeitsdemokratie“, tatsächlich erhebt aber ihr diametrales Gegenteil ihr häßliches Haupt: die Emotionelle Pest!

politikgesellschafts

Die Emotionelle Pest in der antiautoritären Gesellschaft

23. Januar 2012

Die Emotionelle Pest läßt sich mit den folgenden vier Punkten umreißen:

  1. Die Handlung und das behauptete Motiv für diese Handlung stimmen nicht überein. Beispielsweise wird Kindern gesagt, daß es nur „zu ihrem Besten“ wäre, wenn sie mißhandelt und mißbraucht werden.
  2. Trotzdem ist der, der von der Krankheit „Emotionelle Pest“ angesteckt wurde, hundertprozentig von seiner Sache überzeugt und verfolgt sie mit fanatischer Entschlossenheit. Man denke nur daran, wie die katholische Heimerziehung über Generationen hinweg für jeden sichtbar Seelenkrüppel hinterlassen hat. Das hat die Täter niemals auch nur im entferntesten innehalten lassen.
  3. Das zeigt, daß das Denken des Pestkranken nicht dem rationalen Abwägen von Pro und Kontra dient, sondern die Schlußfolgerung von vornherein feststeht und erst im nachhinein „logisch“ untermauert wird. Das ist Ideologie bzw. „religiöse Überzeugung“.
  4. Etwas, was nie fehlt, da es sich mit dem einzig wirklichen Motiv des Pestkranken deckt, ist die sexuelle Diffamierung, genauer die Diffamierung der Genitalität. Beispielsweise beruhte die katholische Heimerziehung auf nichts anderem.

Ein naheliegenderes, aktuelles Beispiel ist das Kopftuch bei moslemischen Mädchen in unseren Städten:

  1. Das Kopftuchtragen diene der kulturellen und religiösen Identität der Mädchen, die es ohnehin freiwillig und aus innerer Überzeugung tragen. Es sei damit Ausdruck ihrer Autonomie, tatsächlich wird mit dem Kopftuch jedoch signalisiert, daß sie Eigentum, Besitz der Familie sind, die damit gleichzeitig ihren Machtanspruch über den öffentlichen Raum kundtut.
  2. Die Sache wird durch alle Instanzen bis zu den höchsten nationalen und internationalen Gerichten durchgefochten, als ginge es beim häßlichen Mummenschanz um ein zentrales Menschenrecht.
  3. Mit Verweis auf die Scharia (der Koran ist in dieser Hinsicht alles andere als eindeutig!) werden alle Diskussionen abgebügelt.
  4. Tatsächlich geht es darum, die „Schamhaare“ zu verhüllen, denn für den Islam ist die Frau nichts anderes als eine wandelnde, ständig notgeile Vagina. Unverschleiert ist sie „naked meat“, wie sich einmal ein Australischer Imam ausgedrückt hat.

Dieses Beispiel bringt uns dazu, wie die Emotionelle Pest in der heutigen vom Multikulturalismus und der Political Correctness geprägten antiautoritären Gesellschaft funktioniert.

Zunächst einmal legen die Gutmenschen zwei verschieden Maß an. Was die Sache mit der katholischen Heimerziehung betrifft, würden sie uns in jeder Hinsicht zustimmen. Der eine oder andere unter ihnen ist vielleicht sogar „Reichianer“! Ganz anders sieht es mit dem Kopftuch aus. In diesem Fall wird uns der Vorwurf des Rassismus an den Kopf geworfen. Man sieht daran sofort, daß es ihnen ganz und gar nicht um die Emotionelle Pest zu tun ist, sondern um ihren Antiautoritarismus, für den das Establishment, insbesondere aber die Katholische Kirche, per se schlecht ist, während Minderheiten per se gut sind, insbesondere, wenn sie (vermeintliche) Opfer des Establishment sind, etwa moslemische „Kolonialvölker“.

Die antiautoritäre Geisteshaltung mag auf den ersten Blick weitaus sympathischer und „lebenspositiver“ erscheinen als die alte autoritäre, die Reich in Die Massenpsychologie des Faschismus so meisterlich beschrieben hat, tatsächlich steht sie der Emotionellen Pest jedoch weitaus näher:

  1. Das was gesagt und getan wird, erweckt oberflächlich den Eindruck, als sei es gegen die Emotionelle Pest gerichtet, tatsächlich zielen die antiautoritären Reden und Handlungen aber ganz im Gegenteil darauf ab Liebe, Arbeit und Wissen zu vernichten. Das wird beispielsweise am Sexualkundeunterricht und den diversen Schulreformen deutlich. Es sei zum Wohle der Kinder, doch tatsächlich weisen alle Indikatoren seit den 1970er Jahren auf eine immer weiter zunehmende seelische Verwahrlosung und auf genau jenen „Bildungsnotstand“ hin, den zu bekämpfen die Reformer doch angeblich in Angriff nehmen wollten. In Wirklichkeit ging es ihnen nur um eins: um die Überwindung des „Biologismus“. Nichts sei angeboren, weder „Gender“, noch Intelligenz, noch Talent und alle überkommenen Hierarchien gelte es mit Hilfe der Erziehung aufzubrechen.
  2. Wie gesagt: trotz aller Evidenz und trotz der als Monstranz vorangetragenen Rationalität und „Diskussionskultur“, kann nichts die Bildungsreformer von ihrem Tun abhalten. Jetzt wird sogar die Schreibschrift abgeschafft und die Kinder sollen die Rechtschreibung „antiautoritär“ nach eigenem Gutdünken lernen. Nur nicht korrigieren, denn das könnte die armen Geschöpfe von der Lust am Lernen abhalten! Wirklich alles deutet darauf hin, daß dergestalt eine Generation von Analphabeten herangezogen wird, deren Gekrickel kein Mensch wird entziffern können, – doch die Bildungsreformer machen mit wachsendem Bekennerelan weiter. Man denke auch an die großartige Rechtschreibreform, – nach deren Einführung die Rechtschreibleistungen dramatisch abgesackt sind!
  3. Die „Diskursethik“ frei nach Habermas ist nichts anderes als moralischer Terror, der mit Denkverboten arbeitet. Man versuche doch einmal logisch und mit Verweis auf nachweisbare Fakten mit diesen sozialdemokratischen „Denkern“ zu diskutieren! Wie das aussieht und ausgeht, haben wir bei der Sarrazin-Debatte gesehen: moralistischer Terror und, wenn die Roten Nazis doch nur könnten wie sie wollten, der Polizeiknüppel.
  4. Dieser Kampf gegen den „Biologismus“ hat einen Kern, der geradezu selbstevident ist. Er ist der Kern jeder lebensfeindlichen Ideologie, sei sie autoritär oder antiautoritär: der Mensch sei kein Tier, sei nicht sexuell, die Genitalien spielten keine Rolle. Beim Antiautoritarismus ist das besonders perfide, weil diese Sexualfeindlichkeit im Gewande der Aufklärung und der Befreiung daherkommt. Ihre höchste Ausprägung findet diese Quintessenz der Emotionellen Pest in den postmodernen Theorien, denen zufolge das Geschlecht eines Menschen ein bloßes gesellschaftliches Konstrukt ist. Womit wir wieder beim Sexualkundeunterricht wären.

Der zerstörerische Kult der Orgonomie (Teil 1)

1. Dezember 2011

Opfer von Sekten leiden vor allem daran, daß sie Anschauungen zu ihren eigenen machen sollen, die ihren Erfahrungen, Einsichten und der eigenen Weltanschauung teilweise kraß widersprechen. Man stelle sich einmal vor, man müsse die „Einsicht“ teilen, daß der Himmel rot und das Laub der Bäume blau ist! So etwas ist absolut zerstörerisch. Die Opfer reagieren mit extremen Kopfschmerzen, Depersonalisations- und Derealisationszuständen, werden suizidal, etc. Auf jeden Fall verlieren sie an Vitalität, werden aschfahl, die Augen verlieren an Glanz, etc.

Hier wiederholt sich, was wir alle in unserer Kindheit durchgemacht haben, als uns die realitätswidrige Weltanschauung der autoritären (neuerdings der antiautoritären) Gesellschaft eingebleut wurde. In homöopathischen Dosen erfahren wir das auch als Erwachsene, wenn uns beispielsweise wider besseres Wissen eine schwachsinnige Rechtschreibreform aufgezwungen bzw. „eingebläut“ (sic!) wird, von den Unsinnigkeiten der Political Correctness einmal ganz zu schweigen.

Es ist nicht nur eine intellektuelle Bedrängnis, sondern trifft uns unmittelbar in unserem bioenergetischen Wesenskern. Es geht hier nämlich unmittelbar um unser Überleben in der Welt. Es ist, als wenn einem Urmenschen die Meinung aufgezwungen würde, daß Säbelzahntiger seine Freunde sind, auf die man offen zugehen muß. All der Unsinn, den wir glauben sollen, spielt sich auf der gleichen existentiellen Ebene ab, d.h. es geht stets ums nackte Überleben (jedenfalls empfinden wir das so)! Der so erzeugte Streß ist schlichtweg unmenschlich, ist seelenzerstörend!

Genau dieser Mechanismus macht Marx, Freud, Marcuse, Foucault – macht jede Geistesgröße so ungemein gefährlich, nicht zuletzt auch Reich. Haben wir uns einmal entschieden, irgendeinem dieser „Gurus“ zu folgen, ist der Preis ungeheuerlich: unsere gesamte innere, sogar äußere Existenz steht auf dem Spiel!

Reich ist vielleicht sogar der schlimmste, denn bei den anderen genannten geht es letztendlich um die Anpassung an die Gesellschaft, die durch ihre bloße Existenz gerechtfertigt ist (etwa weil sie die Antwort auf die Triebstruktur des Menschen ist oder dem Stand der Produktivkräfte entspricht), während man sich bei Reich außerhalb der Gesellschaft stellt und deshalb wohl oder übel seinen (Reichs) Vorgaben folgen, sich seiner (Reichs) persönlichen Weltanschauung anpassen muß. Wenn man das nicht tut, ist man „gepanzert“. Schließlich hat man „Erwachsene“ vor sich, die teilweise kraß der objektiven Realität widersprechende Anschauungen vertreten, etwa physikalische Theorien, die Reich nicht korrekt verstanden hat, oder Freudismen und Marxismen, für die kein denkender Mensch heute noch freiwillig eintreten würde.

Diese Reichianer tun der Realität und damit sich selbst ununterbrochen Gewalt an und wundern sich dann, warum es ihnen, entgegen Reichs Versprechungen, immer schlechter geht. Können sie sich schließlich befreien, ist der Haß gegen Reich und die Orgonomie entsprechend groß.

Jeder, der in seinem Innersten davon überzeugt ist, daß mit dieser Gesellschaft im Grunde alles in Ordnung ist, wird letztendlich zu einem Todfeind der Orgonomie werden. Die Orgonomie muß sterben, damit er leben kann.– Jeder, der schon als Kleinkind wußte, daß hier etwas grundsätzlich falsch läuft und der deshalb nie wirklich „dazu gehörte“, wird sich der Orgonomie zuwenden können, ohne irreparablen Schaden an seiner Seele zu nehmen.

Es geht nicht darum sich einem realitätswidrigen Wahnsinn anzuschließen und darüber krank zu werden und sein Leben zu verfehlen, sondern sich dem allgegenwärtigen realitätswidrigen Wahnsinn zu entziehen und gesund, d.h. ganz zu werden, in Übereinstimmung mit sich selbst und der Wirklichkeit zu leben. Oder wie Reich sich ausgedrückt hat: es geht nicht darum, eine weitere hirnrissige „Lehre“ in die Welt zu setzen, neben die Myriaden anderen hirnrissigen Lehren, sondern darum – die Falle zu verlassen.