Libertär und autoritär

24. März 2025

Woran sehe ich, ob ein Mensch oder eine Beziehung ungepanzert ist? An der Hingabefähigkeit oder mit anderen Worten am vorbehaltlosen Vertrauen, das mir entgegengebracht wird und das umgekehrt ich entgegenbringe. Man denke nur an eine Liebesbeziehung oder eine Arbeitsbeziehung. Beispielsweise kann ich als Starkstromelektriker nur arbeiten, wenn ich weiß, daß mein Kollege mit den Schaltungen so hantiert, als ginge es um sein eigenes Leben.

Weder in der Liebe noch auf der Arbeit ist Platz für zerstörerischen neurotischen Irrationalismus und kontaktlose Gleichgültigkeit. Umgekehrt kann keine Liebe übermäßige Eifersucht und eine Atmosphäre des Mißtrauens überleben. Sie wandelt sich schnell zu einer Hölle aus häuslicher Gewalt bis hin zum Mord. Wie kommen wir auf den absurden Gedanken, daß es in der Arbeitssphäre groß anders sein sollte? Ständig werden wir vom Staat und quasi staatlichen Organisationen kontrolliert und malträtiert bis hin zu solch absurden Institutionen wie „Qualitätsmanagement“ – seit deren Einführung die Qualität kontinuierlich sinkt… Ständig läuft man mit der geballten Faust in der Hosentasche herum oder steht kurz vor einer Panikattacke! Immer neue Vorschriften und Standards machen einem das bloße Atmen schwer.

Die Rechtfertigung für dieses Regiment eines Straflagers ist natürlich, daß „der zerstörerische neurotische Irrationalismus und die kontaktlose Gleichgültigkeit“ bekämpft werden müssen – die durch eben diese Maßnahmen erst erzeugt werden. Das Ressentiment staut sich in einem! Gerade deshalb gibt es aus orgonomischer Sicht zu einer libertären Politik wie gegenwärtig in Argentinien und ansatzweise auch unter der neuen Trump-Administration keinerlei Alternative. Ein Großteil der Gesetze, Vorschriften und staatlichen Institutionen sind nicht nur vollkommen überflüssig, sondern kontraproduktiv. Und das ist durchaus nicht so extremistisch, wie es sich anhört. Teilweise reichte es schon aus, wenn wir alles ersatzlos streichen würden, was uns das sozialdemokratische Gesindel seit Ende der 1960er Jahre an zusätzlicher gesellschaftlicher Panzerung aufgebürdet hat.

Apropos sozialdemokratischer Abschaum: Es ist bezeichnend, daß, während die Asozialdemokraten die Arbeitssphäre drangsalierten und sie gegenwärtig als krönenden Abschluß vollkommen abwürgen, sie gleichzeitig die Kriminellen und ihre Antiarbeit immer libertärer behandelten und offen hofierten. Wenn ich nun etwa ihre Asylpolitik kommentieren würde, machte ich mich strafbar… Gegenüber Liebe, Arbeit und Wissen treten sie extrem autoritär auf, gegenüber der Emotionellen Pest extrem libertär. Jeden, der das Gegenteil will, bezeichnen sie als „Faschisten“!

Die Rolle von Cannabis in der gegenwärtigen Kultur (Teil 2)

23. März 2025

Das Christentum erinnert in vieler Hinsicht an den Alkohol. Man wird warm, „angeheitert“, „sentimental“ oder verfällt gar einem dionysischen Rausch. Aber es ist nur vorübergehend und betrifft kaum den Alltag, d.h. es kommt nicht zur Persönlichkeitsänderung. Ganz anders ist das mit dem Buddhismus und ähnlichen östlich inspirierten Glaubensbewegungen bestellt. Es geht stets um Meditation und andere Manipulationen am okularen Segment und der energetischen Struktur des Körpers („innere Alchimie“). Folge ist stets eine Persönlichkeitsänderung und, wie in Die Massenpsychologie des Buddhismus ausgeführt, die Umwandlung von Emotion in Sensation.

Alkohol und Cannabis sind zwar beides Rauschdrogen, die erstere sogar potentiell eine der mörderischten überhaupt, aber es sind zwei vollkommen verschiedene Paar Schuh! Das gleiche gilt für Christentum und Buddhismus: es sind beides Religionen, die erstere kann sich sogar zu gemeingefährlichem Fanatismus steigern, doch das heißt nicht, daß der im ganzen friedfertigere und im übrigen auch philosophisch unweit konsistentere Buddhismus im bioenergetischen Sinne harmloser ist. Tatsächlich verunmöglicht er (und ähnliche Systeme) die Annäherung an das Lebendige. Wer das bestreitet, hat schlichtweg so gut wie nichts vom Buddhismus, d.h. die Überwindung des Leidens („Ego, Begierde, Haß“, d.h. der Emotionen schlechthin) begriffen!

Das gleiche gilt für die Cannabiskonsumenten: Meine Güte, schaut euch doch eine beliebige „Cannabis-Kultur“ an, etwa die „Headshops“, hört euch die Musik an, laßt den cannabis-inspirierten „Humor“ auf euch wirken.

Tatsächlich geht es hier gar nicht um Religion, sondern um bioenergetische Zustände. Menschen, die sich von ihren christlichen Wurzeln entfremdet haben, tun instinktiv alles, um eine bioenergetische Veränderung in ihrer Umwelt hervorzurufen, in der der „Christus-Impuls“, der bioenergetische Kern, sich nicht entfalten kann. Da es aber kein Vakuum geben kann, treten an seine Stelle „Dämonen“, d.h. die isolierten Bestrebungen („sekundären Triebe“) der Panzerung. Die Menschen verfallen den Dämonen, die nichts anderes sind als Verkörperungen von ORANUR und DOR. Das wird im Neuen Testament sehr schön beschrieben.

In einer solchen Welt gibt es zwar noch Sensationen, aber charakteristischerweise keine Emotionen mehr. Der Mensch wird zu einer Maschine, in der Signale verarbeitet werden. Da gibt es keinen Unterschied zwischen dem Mechanismus und Mystizismus:

Krönender Abschluß der Cannabis-Zivilisation ist das sogenannte „amotivationale Syndrom“, eine alles bestimmende demobilisierende Lethargie. Es ist, als würden die Konsumenten auf chemische (oder eher „alchimische“ – siehe oben!) Weise zu Sozialisten gemacht!

Mary Heitzeg (University of Michigan Medical School) hat untersucht, wie Marihuana auf das dopamin-ausschüttende Belohnungszentrum im Gehirn wirkt. Jene Probanden, die gewohnheitsmäßig Cannabis konsumierten, reagierten bei entsprechenden Versuchsreihen nicht so stark auf die Aussicht Geld zu gewinnen, wie es normale Menschen taten.

Die Menschen in der Studie, die häufiger Marihuana verwendeten, zeigten schwächere Gehirn-Reaktionen im Laufe der Zeit als diejenigen, die die Droge weniger häufig oder überhaupt nicht Marihuana verwenden (…). Je mehr Marihuana eine Person geraucht hat, desto schwächer reagiert ihr Gehirn (…). Die neue Forschungsstudie fügt sich zu anderen, die darauf hinwiesen, daß Marihuana-Konsum mit Problemen bei emotionalen Funktionen und schulisch-akademischen Leistungen verknüpft ist, und auch mit Änderungen in der Struktur des Gehirns (…).

Zu naheliegenden Einwänden, die auch im Zusammenhang mit dieser Studie wieder aufkamen, siehe hier:

Frühere Untersuchungen hatten bereits darauf hingedeutet, daß sich die Belohnungssysteme nach längerem Nichtkonsum wieder normalisieren. Dies wurde als wichtiger Hinweis dafür gewertet, daß tatsächlich Cannabiskonsum – und nicht etwa ein bereits zuvor gestörtes Belohnungssystem (mit der Folge einer sogenannten „Selbstmedikation“ der Konsumenten) – als Ursache des Zusammenhangs anzusehen sei.

Es ist offensichtlich, warum die kommunistischen Verschwörer seit über einem halben Jahrhundert alles tun, um THC-Konsum, dessen demotivierende Wirkung von jeher offensichtlich war, zur Norm unter Jugendlichen zu machen. Indem die bioenergetische Erregung gesenkt wird, wird dem Kapitalismus buchstäblich das Wasser abgegraben. Wer sich noch an die 1970er Jahre erinnert: das wurde von den Verschwörern explizit so bekundet! Ich kann mich noch lebhaft erinnern, wie mich die Agenten der Verschwörung etwa mit Heinrich Bölls „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ entsprechend indoktrinieren wollten. Kurze Zeit später gründete derartiges linkes Gesindel Die Grünen. Wirklich: um diesen linksversifften Abschaum verstehen zu können, muß man Böll kennen!

Die Rolle von Cannabis in der gegenwärtigen Kultur (Teil 1)

22. März 2025

Der aufmerksame Leser dieses Blogs könnte sich wirklich fragen, ob das ganze nicht eine schreiende Ungerechtigkeit ist: der Papst wird ständig gelobt, es wird exzessiv die christliche Mystik ausgeplündert, doch beispielsweise der Dalai Lama wird niedergemacht und östliche Mystik als perverses Gegenteil der Orgonomie gezeichnet. „Schweinerei!“

Dahinter steckt das gleiche wie hinter dem „vorurteilsbelasteten“ Umgang mit dem Cannabis, wohingegen starker Alkohol sogar als Gegenmittel gegen eine akute DOR-Attacke gepriesen wird! Es sei, so der Kritiker, doch noch niemand an Cannabis gestorben, im krassen Gegensatz zur gemeingefährlichen Droge Alkohol!

Die Sache ist ganz einfach. Diejenigen, die hier „Gerechtigkeit“ und „Gleichbehandlung“ anmahnen, betrachten die Welt auf eine abstrakte, d.h. mechano-mystische Art und Weise, so als ginge es um „Platonische Ideen“, statt das ganze funktionell, d.h. vom Lebendigen her zu betrachten.

Es stimmt, daß Alkohol eine Horrordroge ist, die das Gehirn und alle anderen vitalen Organe zerstört. Doch ein Glas Rotwein am Abend oder ein Glas Whisky einmal die Woche ist eher gesund und selbst ein isolierter Rausch hat praktisch keine Folgen. Durch mäßigen Alkoholkonsum oder durch einen isolierten Alkoholrausch kommt es zu keiner Persönlichkeitsänderung und die organismische Orgonenergie wird in ihrer Qualität nicht verändert. (Nebenbei: ich trinke seit eh und je so gut wie nie Alkohol!)

Ganz anders sieht das bei Cannabis aus. THC wird im Körperfett gespeichert und entsprechend nur ganz langsam aus dem Körper wieder ausgeschieden, d.h. nimmt man regelmäßig Cannabis zu sich, ist man ständig „unter Einfluß“, auch wenn man vermeintlich klar im Kopf ist. Wichtiger aber ist, daß Cannabis die Persönlichkeit verändert und dazu reicht manchmal bereits ein Joint. Es kommt nämlich anfangs zu einer dramatischen Öffnung des okularen Segments, gefolgt von einer unausweichlich nachfolgenden um so heftigeren Kontraktion, d.h. zu einer reaktiven Verstärkung der Augenpanzerung. Später nimmt die Energie des Körpers langsam ab, die Aura verliert an Kontur (man ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr „straight“, d.h. man wird „konturlos“) und wird zunehmend schmutziger („DORiger“). Mystisch ausgedrückt: die spirituelle Schutzschicht löst sich auf und der Mensch öffnet sich der Welt der Dämonen.

Das sieht man unmittelbar an langjährigen Cannabiskonsumenten: sie wirken „verwaschen“ und „schmutzig“. Nichtkonsumenten fühlen sich in ihrer Umgebung unwohl und umgekehrt Konsumenten in der Umgebung von uns „Spießern“. Es ist nichts andere als die gegenseitige Sequestration von OR und DOR:

Spezifisch ist jedoch etwas ganz anderes: Während Alkoholkonsumenten dazu neigen „leutselig“ und „emotional“ zu werden, ziehen sich Cannabiskonsumenten eher in sich selbst zurück, werden geradezu „kontemplativ“. Emotion, also die radiale energetische Bewegung vom Solar plexus nach außen und umgekehrt, wird in die longitudinale Bewegung umgewandelt, die den Sensationen zugrundeliegen. Cannabiskonsumenten können sich stundenlang mit der Textur des Mauerwerks beschäftigen oder dem Soundschwall von Ambient hingeben, d.h. ganz in Sensationen aufgehen, ohne im eigentlichen Sinne irgendetwas zu empfinden. Sie sind „cool!“ Dieser Effekt ist ihnen besonders wichtig, weil er sie von der Emotion Angst befreit. Es ist alles „easy“!

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Der Sprachapparat” und folgende

21. März 2025

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Der Sprachapparat“ und folgende

„Arbeitsdemokratie“ und „Emotionelle Pest“: Eine Warnung

20. März 2025

Laß dir nicht „im Namen der Arbeitsdemokratie“ in deine Arbeit reinreden. Du machst deine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen und brauchst dich deshalb nirgendwo „einordnen“, solange das nicht der objektive Arbeitsprozeß selbst so von dir verlangt. Fast immer ist der „Director’s Cut“ besser als das Produkt, das einem vermeintlich „arbeitsdemokratischen“ Prozeß durchlaufen hat.

Wenn es um Emotionelle Pest geht, laß dir niemals ein X für ein U vormachen, sondern folge stets deinem eigenen Urteilsvermögen auf der Grundlage eigenständiger Recherche. Immer daran denken, daß die Nazis „die Juden“ als etwas betrachteten, das haargenau Reichs Konzept „Emotionelle Pest“ entsprach, und „der Jude“ dem, was Reich als „emotionell pestilenter Charakter“ definierte.

„Arbeitsdemokratie“ und „Emotionelle Pest“ stehen jedem Mißbrauch offen!

Der funktionelle Gegensatz Arbeitsdemokratie <–> Emotionelle Pest ist das zentrale Konzept der sozialen Orgonomie. Kaum je wird aber die inhärente Widersprüchlichkeit sowohl von „Arbeitsdemokratie“ als auch „Emotioneller Pest“ gesehen.

Was ist Arbeitsdemokratie? Der Arbeitende, und niemand sonst, bestimmt, was er in seiner Arbeit tut. Laß ich einen Elektriker kommen, rede ich ihm tunlichst nicht in die Arbeit rein! Für die Zeit seiner Arbeit und auf seinem eingeschränkten Arbeitsfeld ist er der uneingeschränkte Diktator („Befehler“). Es wäre vermessen und kontraproduktiv da vermeintlich „arbeitsdemokratisch“ dazwischenzufunken. Das gleiche gilt auch für ganze Betriebe: es ist dumm und kontraproduktiv in fremde Resorts hineinzuregieren („hineinzubefehlen“) und beispielsweise „Verbesserungsvorschläge“ zu machen. Das sieht man allein schon daran, wie erstaunlich effektiv und produktiv „Einmannbetriebe“, etwa Reich in seiner Orgonforschung, sein können, während bei Zusammenschlüssen von mehreren Personen typischerweise die Gefahr besteht, daß Projekte zerredet werden, im Endeffekt gegeneinander gearbeitet wird, Mißverständnisse alles zerfressen und Reibungsverluste das ganze schließlich zum Stillstand bringen.

Wie im Organismus mit seinen weitgehend unabhängig voneinander agierenden Organen, funktioniert das kollektive Arbeiten am besten, wenn jeder SEINE Arbeit macht und sich dabei mit den anderen „Organen“ abstimmt, statt daß einer dem anderen in seine autonome Arbeit hineinquatscht und, wenn dann alles im Chaos endet, dem Gegenüber vorwirft, er könne nicht in Gruppen arbeiten und sei selbstherrlich. Nein, diese „Selbstherrlichkeit“ ist die Grundlage der Arbeitsdemokratie. Stichwort „Selbstbestimmung“. Allzuleicht wird unter dem Vorwand von „Demokratie“ und „Zusammenarbeit“ die vermeintliche „Arbeitsdemokratie“ zur Diktatur von oben, während umgekehrt die originäre Arbeitsdemokratie sozusagen die (zeitlich und sachlich engbegrenzte) Diktatur des einzelnen Arbeiters „von unten“ ist.

Ähnlich inhärent „widersprüchlich“ wie mit der Arbeitsdemokratie ist es mit der Emotionellen Pest bestellt. Sie beruht vor allem auf der Vorspiegelung falscher Tatsachen; darauf, daß das vorgegebene Handlungsmotiv nicht den wahren Absichten entspricht, das Ergebnis einer Handlung das Gegenteil der ursprünglichen (vermeintlichen!) Absicht ist, die Rolle von Täter und Opfer ausgetauscht wird, Verwirrung gestiftet und ein rationaler gesellschaftlicher Diskurs unmöglich wird, etc. Ein naheliegendes Beispiel ist der Angriffskrieg Putins auf die Ukraine, der zu einem Zerfall der internationalen Beziehungen geführt hat, zu Tod und Verwüstung für imperiale und Profitinteressen Rußlands, etc. Um das ganze zu kaschieren, wird der Westen von einer russischen Desinformationskampagne überzogen. Ein klassisches Beispiel für die Emotionelle Pest! – Moment! Das kann man auch umgekehrt sehen: wenn man sich einfach nur die Chronik der Ereignisse anschaut, ist weniger der Russe Putin, sondern vielmehr die Amerikanerin Victoria Nuland der Bösewicht!

Und genau DAS ist der Punkt! – Was ist der Punkt? Daß man sicher sein kann, es mit der Emotionellen Pest zu tun zu haben, wenn man in einen Zustand der Verwirrung und Immobilisierung gerät; nicht mehr weiß, was man glauben soll und wie man reagieren soll und jede rationale Debatte unmöglich zu werden scheint. Die Emotionelle Pest ist keine Sache von Gut und Böse, das können wir getrost Religion und Ethik oder gar der Politik überlassen, sondern eine der Bioenergetik! – Was DAS bedeuten soll? Emotionelle Pest bedeutet, daß das einheitliche organismische und arbeitsdemokratische Funktionieren unterminiert und verhindert wird. Es ist die Rache am Leben, das man nicht leben kann und das deshalb auch alle anderen nicht leben sollen. Darum geht es und nicht um irgendwelchen religiösen, ethischen und politischen Schwachsinn. Es geht um den fundamentalen Gegensatz von Arbeitsdemokratie und Emotioneller Pest. Auf nationaler Ebene wird die Arbeitsdemokratie durch die Gesellschaftspolitik zerstört (egal ob sie von links oder auf reaktive Weise von rechts kommt) und auf internationaler Ebene durch die Geopolitik (egal ob sie von Amerika oder auf reaktive Weise von Rußland ausgeht).

Kommt dir also jemand mit „Arbeitsdemokratie“ oder „Emotioneller Pest“ und verkündet, du sollst dich organisatorisch und ideologisch, also jeweils „demokratisch“, einpassen, sei auf der Hut! Gut möglich, daß er ganz und gar nicht für Arbeitsdemokratie und die Bekämpfung der Emotionellen Pest steht, sondern für das diametrale Gegenteil: die Emotionelle Pest.

Betrachten wir den Unterschied zwischen der im Grunde stets „ständestaatlichen“ und „standesrechtlichen“ autoritären Gesellschaft vor ca. 1960 und der heutigen bürokratisch-zentralistischen antiautoritären Gesellschaft. In der autoritären Gesellschaft war die Autorität lokal organisiert. Deutschland war flächendenkend von „Honoratioren“ bestimmt bis hinab zum Familienvater und dem Individuum, das „Schmied seines eigenen Glückes“ war. In der vorgeblich „emanzipatorischen“ Gesellschaft nach ca. 1960 wurde das durch die staatliche Bürokratie ersetzt, die die Menschen von den lokalen Autoritäten befreite. Heute ist man nicht mehr seines Glückes eigener Schmied, sondern verläßt sich auf das bedingungslose Grundeinkommen.

Arbeitsdemokratie steht für Selbststeuerung, d.h. du bist deine eigene Autorität. Ab dem Zeitpunkt, an dem man aufhören muß, Schalten und Walten zu können wie man will, zerfasert alles hoffnungslos. Das ist etwa in der DDR geschehen, als die von den Kapitalisen befreite Produktion durch alle möglichen und unmöglichen politischen Vorgaben behindert wurde und setzt sich heute unter Rudolf Habeck fort. Die Diktatur, also die Emotionelle Pest bricht ein. Gewisserweise ist Arbeitsdemokratie von Diktatur nicht zu unterscheiden (der „selbstherrliche Arbeitende“) und wird durch Diktatur zerstört (der „selbstherrliche Bürokrat“). Der, der die Arbeit macht, bestimmt. Punkt! Muß er sich mit anderen abstimmen, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, ist das schnell das Ende der Produktivität. Arbeitsdemokratie funktioniert nur, wenn jeder „selbstherlich“ seine Arbeit macht und dabei die unterschiedlichen Arbeitsbereiche spontan ineinandergreifen.

Das versteinerte Kastenwesen der autoritären Gesellschaft und die diktatorisch-zentralistischen Elemente der antiautoritären Gesellschaft, deren „emanzipatorischen“ Vorzüge durchaus nicht zu unterschätzen sind, sind jeweils bloße Karikaturen einer genuin arbeitsdemokratischen Gesellschaft. Von daher sind Einwände wie „Dieses Vorgehen ist nicht arbeitsdemokratisch, sondern autoritär!“ oder „Dieses Vorgehen ist nicht arbeitsdemokratisch, sondern antiautoritär!“ meist daneben, denn die Arbeitsdemokratie ist in vieler Hinsicht „diktatorisch“ und in vieler Hinsicht „emanzipatorisch“. Oder mit anderen Worten: die autoritären und die antiautoritären Gesellschaften sind bloße Karikaturen der Arbeitsdemokratie – und ihre Versatzstücke enthalten gerade deshalb viel Arbeitsdemokratisches.

Ich verlange, daß sich andere meiner Autorität unterwerfen, wo ich die Expertise habe, genauso wie ich mich ihrer Autorität unterwerfe, wo sie die Expertise haben. Wirrköpfe mögen das als „faschistisch“, „sozialistisch“ oder gar „antiarbeitsdemokratisch“ abtun, aber diese Wirrköpfe sind tatsächlich – emotionell pestilent.

Das Qualitätsmanagement soll die Arbeitsdemokratie schützen, der Digital Service Act und allgemein, der „Kampf gegen den Haß“ soll die Emotionelle Pest bekämpfen: also die Zerstörung der Arbeitsdemokratie soll die Arbeitsdemokratie schützen, die organisierte Emotionelle Pest soll die Emotionelle Pest bekämpfen…

Lese Max Stirner!

Email [Über Adorno] 2004

19. März 2025

Email [Über Adorno] 2004

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Sentimentalität” und folgende

18. März 2025

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Sentimentalität“ und folgende

Wotan Wahnwitz

17. März 2025

Die massenpsychologische Wirkung der Person Hitlers und des Hitlerfaschismus beruht auf Provokation. Ohne Übertreibung kann man sagen, daß der fanatische Wagner-Fan Hitler eine der ersten echten Popikonen war. Eine Popikone, ähnlich wie später Elvis Presley, Mick Jagger, Madonna und heute Lady Gaga. Das Hauptstilmittel ist dabei die sexuelle Provokation.

Hitler sprach in Anlehnung an Gustave Le Bon ganz offen davon, daß bei seinen Reden „die Masse“ in die Position „des Weibes“ versetzt werden müsse, das in Verzückung gerät, wenn man ihm bestimmt sagt, daß es folgsam sein soll, während man selbst „alle Verantwortung übernimmt“. Hinzu kommen die „schneidigen Uniformen“, das demonstrative Verschränken der Hände vor den Genitalien und nicht zuletzt die zutiefst obszöne Symbolik, auf deren sexuellen Gehalt Reich als erster hingewiesen hat (siehe Der Blaue Faschismus).

Aktuell wird das an der Parteifahne der griechischen Nazis (was es nicht alles gibt!) deutlich:

Hier ist die hochstilisierte genitale Verschränkung der beiden Leiber, die Reich beschreibt, sogar noch offensichtlicher als in der originalen Hakenkreuzsymbolik der Hitleristen!

Was bisher m.W. unerklärt blieb, ist die ungeheuer provokative Wirkung der Person Hitler selbst. Nach allen Zeugenaussagen hatte er unvergleichlich „hypnotisierende“ Augen. Ein Blick, und Männer waren ihm „auf ewig“ verfallen. Aber das erklärt kaum die massenpsychologische Wirkung dieses ansonsten eher unscheinbaren, gewöhnlichen und „unedlen“ Mannes. Warum übten (und üben noch heute!) selbst Plakate dieses Mannes solch eine ungeheure Wirkung aus?

Die Antwort ist denkbar einfach: Ohne das sprichwörtliche „Hitlerbärtchen“ wäre er ein Nichts geblieben! Hitler selbst glaubte an den „Widererkennungswert“. Aber das „Hitlerbärtchen“ war mehr als ein markantes Erkennungszeichen, – es war eine sexuelle Provokation oder besser gesagt eine pornographische Provokation, wie sie obszöner nicht hätte ausfallen können: Schamhaare, deren Bedeutung durch den olfaktorischen und gleichzeitig phallischen Zusammenhang (Nase!) unterstrichen wurden.

Da tritt jemand als Vertreter und Verkörperung von „Ehre“, „rassischer Reinheit“ (d.h. sexueller Reinheit) und Askese vor das Publikum und – treibt symbolisch dasselbe wie „Elvis the Pelvis“ und dessen Nachfolger. Der Unterschied ist nur, daß man von Madonna nichts anderes erwartet, als daß sie eine Titte ins Rampenlicht hält. Hitler ist tatsächlich rumgelaufen, als hätte auf seiner Stirn „Fotze“ in roten Leuchtbuchstaben geblinkt. Eine Schrift, die darüber hinaus nur unbewußt, aber psychologisch desto wirkmächtiger wahrgenommen wird!

Das paßt zu Reichs Bezeichnung für Hitler als „Generalpsychopath“ (Massenpsychologie des Faschismus). Hitler hat sich ganz bewußt als Wotan Wahnwitz gegeben. Sein Lieblingsmaler war der Symbolist Franz von Stuck, der 1989, also im Jahr von Hitlers Geburt, eben ihn in Gestalt von Wotan Wahnwitz mahlte. Hitler hat sich eindeutig nach dieser Stuckschen Vorgabe selbst entworfen. Man denke nur an die auffällige Haartolle, die droht ein Auge zu verdecken: der einäugige Allvater Wotan. Das war tatsächlich Hitlers Gott und der Nationalsozialismus war eine Form von „Wotanismus“:

Wotan bzw. Wodan ist identisch mit Odin – nach dem Karl von Reichenbach die „odische Lohe“ bzw. das „Od“ benannt hat, also das Orgon. Siehe dazu meine Ausführungen in Der Blaue Faschismus.

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Schwärzung” und folgende

16. März 2025

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Schwärzung“ und folgende

Sex und Kultur

15. März 2025

Marx:

Volker Elis Pilgrim hat in seinem Buch Adieu Marx (Rowohlt 1990, S. 156ff) gezeigt, daß Marx, wie später Lenin, Trotzki und Stalin, den sattsam bekannten Bonzen des Realsozialismus glich: „Karl spielt (…) nicht nur Moral, er hat sie im Blut!“ Jede kleinste Abweichung von der Sittlichkeit bringt diesen verbiesterten ständig geifernder Spießer in Rage. Ein „Mann“, der seine ältere „Schwester“ (das beschreibt wohl das Verhältnis) Jenny heiratet und dann, vor Entrüstung über die Unmoral der Welt „da draußen“ nur so triefend, bei der erst besten Gelegenheit seine beiden Hausangestellten schwängert und die eigenen Töchter fickt (von denen eine an Blasenkrebs verreckt ist und die beiden anderen Selbstmord begingen), sich aber nie an Frauen außerhalb der Familie herantraut.

Freud:

Bereits 1893 schrieb Freud an seinen damaligen Freund Wilhelm Fließ, daß bekanntermaßen „die Neurasthenie eine häufige Folge abnormen Sexuallebens“ sei, d.h. von Masturbation und Coitus interruptus. Er stellte dagegen die Behauptung auf, daß sie ausschließlich eine „sexuelle Neurose“ sei und kam zu dem Schluß, daß man Neurosen zwar nicht heilen könne, sie aber vollständig vermeidbar seien. „Die Aufgabe des Arztes verschiebt sich daher ganz in die Prophylaxis.“ Als Konsequenz forderte er ganz sexualökonomisch den „freien sexuellen Verkehr“ der Geschlechter unabhängig von der Eheinstitution und bessere Verhütungsmittel (Peter Gay: Freud, Fischer TB, S. 77). In seinen Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie sollte er 1905 schreiben, daß die neurotischen Symptome „die Sexualbetätigung der Kranken“ seien (ebd., S. 169). 1907 berichtete ein Teilnehmer der Freudschen „Mittwochsgesellschaft“, „wie er während einer Zeit sexueller Abstinenz an allen Arten von psychosomatischen Symptomen gelitten habe, die verschwunden seien, sobald er ein Verhältnis mit der Frau eines impotenten Freundes angeknüpft habe“ (ebd., S. 201f).

Man kann so beliebig fortfahren: es zeichnet sich in den ersten Jahren der Psychoanalyse Reichs Sexualökonomie ab.

Die Freudo-Marxisten:

Adorno, Fromm, Marcuse, etc. haben eine kulturalistische Vorstellung von dem, was Therapie oder ganz allgemein „Umgestaltung“ hervorbringen kann oder soll. Das impliziert, daß sie bei allem hohlen Freiheitspathos die Falle („Kultur = Über-Ich“) gar nicht verlassen wollen. Für sie gilt das gleiche, was für den resignierten Freud der alles bestimmende Leitspruch war: DIE KULTUR GEHT VOR!

Das bedeutet im Umkehrschluß nicht, daß Reich eine „biologistische“ Vorstellung hatte, denn offensichtlich ist der Mensch ohne Kultur undenkbar und niemand will „zurück zu den Affen“. Reich will schlicht, daß der Mensch Abstand nehmen und wählen kann. Konkretes Beispiel: Bewußtmachen der Atemsperre –> kein Mensch will mit dieser Sperre dahinvegetieren –> bei guter Therapie wird der Patient einen neuen Halt in der autonomen Atmung finden, ein besseres Körpergefühl entwickeln, erstmals wirklich fühlen –> er wird selbst „autonom“ und unabhängig und kann das von der Kultur annehmen, was ihm gemäß ist und dazu beitragen langsam eine neue Kultur zu errichten.

Man kann nicht sagen, daß das Ziel der Therapie nicht vom Patienten bestimmt wird – oder daß es vom Patienten bestimmt wird. Wenn ich mich nämlich von mir selbst distanziere, dann wähle nicht mehr ich das Ziel, – aber auch ein anderer wählt nicht das Ziel. Die Autonomie, die ich gewinne, bedeutet nicht, daß ich meinen „tierischen Impulsen“, meinen genetisch programmierten Instinkten blind folge, sondern meinen bioenergetischen Funktionen. Das ganze ist weder kulturalistisch (wobei die unverzichtbare Rolle der Kultur gar nicht geleugnet wird), noch biologistisch (wobei der Menschenaffe Homo sapiens selbstredend auch nicht geleugnet wird – es lebe die Verhaltensforschung!), sondern bioenergetisch. Letztendlich geht es um orgastische Potenz.

Bei aller Theorie geht es letztendlich um etwas sehr Praktisches und Handgreifliches: um Charakteranalyse, d.h. das Innehalten, etwa wenn man gefragt wird, warum man grinst oder die Schultern hochgezogen hat, etc. Man wacht auf aus einem Automatismus und gewinnt Handlungsoptionen zurück.