Posts Tagged ‘Schulmedizin’

Charles Konia in der Diskussion (Teil 5)

3. November 2025

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über den Ausschluß Wilhelm Reichs aus der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung 1934: Ein schicksalhaftes Ereignis

Robert (Berlin) 2014:

Ein sehr guter Artikel.

So global habe ich es früher auch betrachtet, aber in den letzten Jahrzehnten verlor ich den Focus.

Danke an Peter für die Publikation und Übersetzung.

Dazu Jonas:

Erstaunlich, wie aktuell der Text scheint, obwohl er fast 20 Jahre alt ist!

O.:

„Das American College of Orgonomy ist heute die einzige wissenschaftliche Organisation, die Reichs Entdeckungen in unverfälschter Form gegenwärtigen und zukünftigen Generationen übermittelt.“ (s.o.)

So hatte ich es auch früher gesehen oder sehen wollen.

– Auf was liegt die Betonung im Satz? wissenschaftlich, unverfälscht oder gegenwärtigen und zukünftigen Generationen übermittelt?

Alle (ACO fremden Publikationen) beziehen sich heute (seit 1967) auf Baker und nicht mehr auf Reich. Er taucht in quasi allen Literaturverzeichnissen auf und wird inhaltlich kopiert.

Aber wird hinterfragt, was er geschrieben hat?

1965, zwei Jahre zuvor kommt Lowens „Liebe und Sexualität“ heraus, eine Behandlung der Orgasmusthematik noch ohne großes Therapieangebot. 1975 legt er nach mit „Bio-Energetik“. Die Behandlungsmethoden ähneln sich wie ein Ei dem anderen. Wer schreibt ab? Oder sind beide von Reich in gleichem Maße inspiriert?

Hatte Lowen seine Bioenergetik schon 1967 fertig entwickelt und praktiziert?

Die viel gepriesene „psychiatrische Orgontherapie“ hält in ihrer Technik – dem Buch nach zu urteilen – nicht stand. Baker verlässt Reichs Regel von oben nach unten zu arbeiten, um den Patienten von innen aufzuladen, Depressiven (nicht beim depressiven Charakter) will er Energie aus dem Becken mobilisieren. Das würde ich als pure Bioenergetik verstehen.

Ich frage mich seit geraumer Zeit, was in den USA falsch gelaufen ist, bei der Ausbildung der Mediziner, von Reichs Therapie wird nichts übermittelt.

Darauf ich gereizt:

Ich wollte das gerade beantworten, muß aber dieses Unterfangen aufgeben, da O. nur nebulösen Unsinn schreibt. Das fängt schon damit an, daß Lowen seine Behandlungsmethode bereits 1958 (zweite Auflage 1971) veröffentlicht hat. Zum Rest… Seufz.

O.:

Danke. 1958 war sein erstes Buch „Körperausdruck und Persönlichkeit“ herausgekommen.

hier das für mich erstmal „schockierende“ Zitat, vielleicht erschließt sich mir ja nicht der tiefere Sinn, weil immer nur etwas kurz angedeutet wird und es dann weiter geht:

„Eine Ausnahme sind Depressive, bei denen das niedrige Energieniveau und starke Hemmung eine frühe Befreiung des Beckens gefahrlos machen. (…)“ (BAKER 1967, S. 86)

„Die sieben Segmente … werden gewöhnlich in dieser Reihenfolge ‚befreit‘, abgesehen davon, dass die Brust oft zuerst beweglich gemacht wird, damit man sie verwenden kann, um im Organismus Energie aufzubauen und für zusätzliche Stoßkraft von innen zu sorgen, um sowohl die Auffindung als auch die Beseitigung weiterer Blockierungen zu unterstützen.“ (BAKER 1967, S. 87)

Peter:

In Bakers Buch steht auch, daß bei Depression das Energieniveau rapide absinken kann. Dem muß entgegengewirkt werden durch Mobilisierung der Atmung. Es geht immer darum, welche FUNKTION was hat, nicht darum rigide irgendwelche „Prinzipien“ einzuhalten.

Konias Glossar wurde wie folgt diskutiert:

Robert (Berlin):

„sekundäre Triebe: Der gestörte Ausdruck der primären Triebe, der darauf beruht, daß der Panzer dabei versagt hat, die destruktiven Impulse in Schach zu halten.“

Nanu, auch wenn der Panzer die sekundären Triebe in Schach hält, die primären Triebe müssten durch den Panzer doch immer irgendwie verbogen sein? Oder irre ich mich mal wieder?

Darauf ich:

Also, damit wir nicht über zweifelhaften Übersetzungen stolpern, erstmal das Original:

secondary drives – Disturbed expressions of primary drives resulting from the failure of armor to contain destructive impulses.

Primäre Triebe werden einfach ausgedrückt. Sieht man bei jedem Tier. Wenn sich das Menschentier abpanzert, haben wir idealerweise den symptomlosen „Jesuitenschüler“ vor uns: immer kontrolliert, ausgeglichen, nett, rational, blablabla – während innerlich der Haß des eingesperrten und malträtierten Tieres wütet. Nur leider ist die Panzerung ein sehr fragiles Gebilde, so daß die Triebe schließlich doch wieder durchbrechen – in Gestalt der sekundären Triebe.

O.:

Das Glossar zeigt über die wichtigsten Begriffe schon fast die wichtigsten theoretischen Grundannahmen. Kleine Fehler wären hier schon fast unverzeihlich, daher steckt da schon viel Arbeit drin.

„orgonomist“ klingt im Deutschen schräg, vielleicht ist „Orgonom“ der bessere Begriff, obwohl es mir auch nicht gefällt, hat es Reich ja schon als Grundform für einen Organismus benutzt.

Über die „Biopsychiatrie“ (in Anlehnung an die „Biopathie“) habe ich mich am meisten gewundert.

Mir würde ein einheitlicher Begriff wie „orgonomische Psychiatrie und orgonomischer Psychiater“ am besten gefallen, wobei der auch etwas neu wäre. Auf keinen Fall sollte man hier beliebig und alle paar Jahre sich was neues ausdenken, das würde komisch und verwirrend wirken.

Peter 2025: Biopsychiater sind Psychiater, die ihre Patienten von der biologischen Panzerung her betrachten und wie die Panzerung die biologische (Orgon-) Energie behindert.

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Der Medizinbetrieb aus bioenergischer Sicht” und folgende

1. Dezember 2024

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Der Medizinbetrieb aus bioenergetischer Sicht“ und folgende

Alter, naive Medizin! (Teil 3)

16. Juni 2021

Eine Akupunktur-Studie nach der anderen hat gezeigt, daß es ziemlich gleichgültig ist, wo man die Nadeln setzt. Die angeblichen „Meridiane“ können sowieso keine realen energetischen „Kanäle“ sein, da sie je nach Akupunktur-Schule anders definiert und erst in den letzten Jahrzehnten (ähnlich der chinesischen Sprache) willkürlich vereinheitlicht wurden. Kenner wie der Sinologe und Medizinhistoriker Paul Unschuld wissen, daß es innerhalb und außerhalb Chinas eine Unzahl von Akupunktur-Traditionen gibt. Oder mit anderen Worten: die Akupunktur-Punkte sind vollkommen willkürlich gewählt.

2009 wurde in den Archives of Internal Medicine eine Studie veröffentlicht, die zeigte, daß drei unterschiedliche Arten von Akupunktur sehr viel effektiver gegen Kreuzschmerzen wirken als die gängige Behandlung. Eine der drei Akupunktur-Anwendungen war jedoch nur eine vorgetäuschte Akupunktur mit Zahnstochern! Im Anschluß haben dann Studien und Metastudien von Andrew J. Vickers (Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, New York) et al. bei chronischen Schmerzen eine Besserungsrate gefunden, die für kunstgerechte Akupunktur ein wenig höher lag als bei Scheinakkupunktur. Eine Metanalyse von insgesamt 17 922 individuellen Patientendaten aus randominsiert-kontrollierten Studien konnte nachweisen, daß es einen zwar kleinen, aber signifikanten Effekt bei der Behandlung von chronischen Rücken-, Schulter, Kniegelenks- und Kopfschmerzen gibt. Siehe auch hier.

Das kann man aber auch rein biochemisch erklären. Sie dazu die Studie von Maiken Nedergaard (University of Rochester Medical Center) et al.: Labormäusen, die an einer entzündeten Pfote litten, wurden fachgerecht mit einer Nadel akupunktiert, das beinhaltet, daß die Nadel alle fünf Minuten gedreht wurde, was die Wirkung noch verstärken soll. Die Tiere reagierten weniger schmerzempfindlich auf Reize an der entzündeten Pfote, gleichzeitig stieg in der Gewebsflüssigkeit der Gehalte des Schmerzhemmers Adenosin um das 24-Fache an. Ein ähnliches Ergebnis hatte man, wenn man die Nadel einfach in das entzündete Gewebe steckte.

Ich verweise auch auf die bereits 2004 veröffentlichten „Gerac Studien“ (German acupuncture trials). Diese bisher größte Akupunktur-Studie hat erwiesen, daß es vollkommen schnurz ist, wo die Nadeln gesetzt werden, der (Placebo-) Effekt ist immer der gleiche.

Offenbar veranlaßt die winzige durch die Nadel hervorgerufene Gewebeverletzung, verstärkt durch das Drehen der Nadel, die Ausschüttung des Adenosins. Die Moleküle dieses Signalstoffs docken dann an spezielle Rezeptoren an, die auf schmerzleitenden Nervenfasern sitzen, und dämpfen dadurch den Schmerz.

Daß tatsächlich Adenosin wirkursächlich für den Erfolg der Akupunktur ist, zeigten die Wissenschaftler, indem sie das Akupunktieren in Kombination mit dem Wirkstoff Deoxycoformycin testeten, der den Abbau des Signalmoleküls im Gewebe bremst. Der Adenosingehalt im Gewebe verdreifachte sich, wodurch entsprechend die schmerzlindernde Wirkung der Akupunkturbehandlung verstärkt wurde.

Hier ein interessanter Kommentar von Andrew L. Avins, M.D., M.P.H., (Kaiser-Permanente, Northern California Division of Research, Oakland):

Die Beziehung zwischen der konventionellen allopathischen medizinischen Versorgung und der Welt der komplementären und alternativen Medizin bleibt vieldeutig.

Im Endeffekt suchen unsere Patienten unsere Hilfe, um sich besser zu fühlen und um länger und angenehmer zu leben. Es wäre optimal, den Wirkmechanismus zu verstehen, was die Möglichkeit für die Entwicklung von mehr und besseren Interventionen mit sich brächte. Die letztendlich Frage ist jedoch: funktioniert diese Intervention (oder vollständiger, überwiegen ihre Vorteile die Risiken und rechtfertigen ihre Kosten)?

Zumindest im Fall der Akupunktur haben Vickers et al. einige robuste Nachweise dafür geliefert, daß Akupunktur bescheidene Vorteile bietet im Vergleich zur üblichen Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen unterschiedlichster Ursachen. Vielleicht wäre es zu diesem Zeitpunkt eine produktive Strategie, unseren Patienten Vorteile welcher Art auch immer zu verschaffen, während wir damit fortfahren sorgfältiger allen Heilungsmechanismen nachzugehen.

Ganz langsam löst sich der Panzer der Schulmedizin auf. Wenn den „Heilungsmechanismen“ wirklich sorgfältig nachgegangen wird, wird man schließlich auf die Orgonenergie stoßen. Man betrachte in diesem Zusammenhang die Geschichte des Mediziners Gabriel Stux.

Von energetischer Warte ist im Lichte dieser Forschungsergebnisse zur Akupunktur folgendes zu sagen:

Adenosin verhindert die Ausschüttung des „Streßhormons“ Noradrenalin, erzeugt eine Weitung der Blutgefäße, eine Verringerung der Herzfrequenz und ein Absinken des Blutdrucks, führt also zu einer allgemeinen Entspannung des Körpers. Oder mit anderen Worten: Adenosin wirkt vagoton, also so, als würde der Körper mit Orgonenergie bestrahlt werden.

Die Wirkungsweise der Akupunktur ist demnach denkbar einfach, was die schier unglaublich vielen Ärzte nicht gerne hören werden, die viel in aufwendige Fortbildungen investiert haben und mit dem Akupunktur-Firlefanz kräftig Geld verdienen. Das ist mittlerweile eine Millionenindustrie.

Ich bezweifle nicht, daß Akupunktur etwas mit der organismischen Orgonenergie zu tun hat, jedoch sind „Meridiane“ (in denen die Orgonenergie angeblich fließt) und spezielle Nadeln nichts weiter als mechano-mystischer Hokuspokus. Das ganze erinnert an „Reichianische“ Therapien mit ihren lächerlich ausgefeilten Körperhaltungen und Körperübungen und all dem Firlefanz mit dem „Energie in Bewegung gebracht“ werden soll. Mit Orgontherapie hat das alles herzlich wenig zu tun. Sie wissen nicht, was sie tun!

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 55

26. Februar 2020

orgonometrieteil12

55. Funktionelle Medizin

Die bioenergetischen Grundlagen der gegenwärtigen Sozialpolitik, Psychiatrie und Schulmedizin (Teil 1)

28. Mai 2012

Wie bereits in dem Blogeintrag Ein orgonomisch-funktionalistischer Blick auf den Strafvollzug erwähnt, beruht jedes neurotische Symptom auf einem Versagen der Panzerung. Das ist so im sozialen Bereich (Beispiel Kriminalität), im psychischen Bereich (Beispiel Panikattacke) und im somatischen Bereich (Beispiel Rückenschmerzen). Selbstverständlich bezieht sich das alles ausschließlich auf soziale, psychische und somatische Biopathien, nicht etwa auf Kriminalität aufgrund objektiver sozialer Chancenlosigkeit oder weil imgrunde rationales Verhalten kriminalisiert wird, nicht auf Erbkrankheiten, Krankheiten infolge von Vergiftungserscheinungen, Unfälle, Infektionen, etc.

Reich zufolge erfolgt Heilung, indem den Symptomen die Energie entzogen wird. Diese geregelte Energieökonomie ist wiederum nur durch Auflösung der Panzerung möglich. Deshalb ist Gesundheit funktionell identisch mit orgastischer Potenz. Die konventionelle Herangehensweise ist in jeder Hinsicht naheliegender: die Panzerung versagt, folglich muß sie verstärkt werden. Auf gesellschaftlicher und individualpsychologischer Ebene werden neue Regeln aufgestellt bzw. alten Regeln Nachdruck verliehen, während in der Medizin Symptome medikamentös unterdrückt werden.

Einer der Hauptmechanismen, die zur Anwendung kommen, ist die Kontrolle der Atmung. Das neurotische Gleichgewicht ganzer Kulturen beruht darauf, insbesondere das Indiens.

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Wie in Psychischer Kontakt und vegetative Strömung erläutert, geht die Wirkung von Psychopharmaka weitestgehend auf eine chemisch induzierte Atemsperre zurück oder das Erregungsniveau wird auf andere Weise gesenkt. Das Gehirn wird dann nicht mehr von überbordenden Erregungen in Verwirrung gestürzt bzw. von „depressiogenen Gedanken“ oder Zwangsgedanken überflutet.

Unser gesamtes gesellschaftliches System beruht darauf, daß auf ein Versagen der Panzerung mit zusätzlicher Panzerung, sozusagen „nachgeschobener Panzerung“ reagiert wird. Das ist nicht in jedem Fall zu verurteilen, denn wie anders etwa mit Triebmördern umgehen, als sie webzusperren? Was bleibt einem Psychiater anderes übrig, als einen unter unerträglichen Panikattacken leiden Patienten die entsprechenden Medikamente zu verschreiben und/oder ihn gegebenenfalls in eine Verhaltenstherapie zu schicken? Welche andere Alternative hat ein Hausarzt, als die störenden Symptome seiner Patienten sozusagen zu „kupieren“?

Realistisch betrachtet gibt es meist keine Alternative, allenfalls könnten in ferner Zukunft diese mechanistischen Maßnahmen durch funktionelle Interventionen weitgehend verdrängt werden, wie ich sie beispielsweise hier und hier beschrieben habe.

Problem ist auch, daß nicht zwischen primären und sekundären Trieben unterschieden wird. Es gibt viele Menschen, die nichts im Gefängnis verloren haben, weil ihre Straftaten Folge davon waren, daß sie einfach ihren natürlichen Instinkten gefolgt sind. Reich erwähnt in diesem Zusammenhang angebliche „Sexualstraftaten“ von Jugendlichen. Ein weiteres Beispiel wäre m.E. Strafen für Leute, die angeblich den Notwehrparagraphen mißbraucht haben.

Was die Medizin betrifft, werden heute ganz normale Verhaltensweisen pathologisiert. Man denke etwa daran, daß „hyperaktive“ Kinder mit der Droge Ritalin ruhiggestellt werden, so als wäre es die natürlichste Sache der Welt, daß Kleinkinder den ganzen Tag bewegungslos rumsitzen. Ganz ähnlich sieht es in der Praxis des Allgemeinmediziners aus, der den Körper medikamentös ruhigstellt, wenn dieser gegen unerträgliche Lebensumstände mit den entsprechenden somatischen Symptomen – imgrunde vollkommen gesund, nämlich realitätsgerecht reagiert.

Auffallend ist, daß in der modernen antiautoritären Gesellschaft die Pathologie immer weiter zuzunehmen scheint. Die Kriminalität ist dermaßen angestiegen, daß Dinge, wegen denen man früher noch zur Polizei gegangen ist, heute mit einem Achselzucken hingenommen werden. Immer mehr Menschen sind manifest psychisch auffallend. Der Verbrauch von Psychopharmaka und illegalen Drogen ist dermaßen angestiegen, daß wir es mittlerweile mit einem veritablen Umweltproblem zu tun haben. Auch körperlich scheint es den Menschen immer schlechter zu gehen. Ein Land voller Halb- und Vollinvaliden!

Diesen auffälligen Wandel kann man mit folgenden Funktionsschemata erklären:

Das erste Funktionsschema beschreibt die alte, autoritäre Gesellschaft und den individuellen Organismus im neurotischen Gleichgewicht. Die nach außen drängenden Antriebe (a) werden von den abwehrenden Antrieben (b) in Schach gehalten. Resultat ist eine Affektsperre (c). Selbstverständlich hat es nie eine solche Gesellschaft und solche Individuen gegeben, aber die sprichwörtliche „Adenauerära“ und beispielsweise der gegenwärtige Papst kommen diesem „Ideal“ ziemlich nahe – solange man nicht genauer hinschaut.

Bei der heutigen, der antiautoritären Gesellschaft und ihren Gliedern braucht man nicht genauer hinschauen. Wie im zweiten Funktionsschema dargestellt, versagt die Abwehr (b) auf ganzer Linie und es kommt wie eingangs beschrieben zum Durchbruch aller möglichen und „unmöglichen“ Symptome (d). Man braucht nur mit offenen Augen durch die Stadt gehen: ein Irrenhaus, lauter Psychos und Hypochonder. Das ist so, weil im Verlauf der gescheiterten „sexuellen Revolution“, d.h. seit etwa 1960, es zu einer chaotischen Auflockerung der gesellschaftlichen und individuellen Panzerung gekommen ist. Energien, die früher in traditionellen Verhaltensregeln, im „Konservatismus“ der Gesellschaft und der Individuen, gebunden waren, treten als bizarre Symptome in Erscheinung.