Posts Tagged ‘Abwehrmechanismen’

David Holbrook, M.D.: DIE DREI SCHICHTEN DER BIOPSYCHISCHEN STRUKTUR (Teil 2)

6. Januar 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Die drei Schichten der biopsychischen Struktur

 

Paul Mathews: Das Weltgeschehen, die Medien und Modju

28. Dezember 2019

 

Paul Mathews:
Das Weltgeschehen, die Medien und Modju

 

Über den Terrorismus (Teil 4)

16. Oktober 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.
 

Die Makro-Terrorstrukturen, wie Nazi-Deutschland und kommunistische „Vaterländer“, verfolgen die gleichen Ziele wie die bereits erwähnten Mikro-Terror-Gruppen. Beide haben rationalisierende Fassaden und die eine nutzt die andere für ihre gegenseitigen Interessen – vor allem soziale Destruktivität um ihrer selbst willen und als Abwehr gegen den Schrecken des Lebendigen. Auf diese Weise vereinen, verschmelzen und fördern sie die gegenseitige Destruktivität, es sei denn, der eine droht, den anderen zu dominieren, wie bei Festlandchina und der Sowjetunion. Diese Wechselbeziehungen zwischen Makro- und Mikrogruppen wurden von einer Reihe von Sozialwissenschaftlern, Forschern und Flüchtlingen aus diesen Ländern und Organisationen gut dokumentiert. Claire Sterling hat zum Beispiel die sowjetische Rolle im internationalen Terrorismus und ihre Verbindungen zu verschiedenen Terrorgruppen und Organisationen auf der ganzen Welt dokumentiert (4)d. Ganz zu schweigen von der Finanzierung und dem Sponsoring anderer subversiver Aktivitäten, die ihren endgültigen Zielen entsprechen, seien es Gruppen für „Frieden und nukleare Abrüstung“, „USA raus aus (dieser oder jener Region)“, „Hunger und Armut“ und „Befreit (diesen oder jenen ‚politischen Gefangenen‘ oder ‚Opfer des Rassismus‘)“, usw., usw.

Das Obige ist analog zu dem, was in den charakterologischen Tiefen gepanzerter Strukturen geschieht, wie von Reich beschrieben (5, S.315f)e. Es gibt nicht nur eine Schichtung menschlicher Triebe und Abwehrkräfte, wie sie von den frühen, ödipalen Frustrationen herrührt, sondern auch eine Verschachtelung der verschiedenen Abwehrmechanismen: „Die Schichten der Panzerung sind also ineinander geschachtelt, indem jeder abgewehrte Trieb gleichzeitig im Dienste der Abwehr von noch Tieferem steht. . .“

Wenn wir diese klinischen Faktoren auf die soziale Bühne übertragen, können wir sehen, dass die verschiedenen sozialen Strukturen und Aktivitäten die gleiche Funktion haben: die gesellschaftliche Abwehr gegen bedrohliche Wahrheiten und Phänomene zu stärken, die die starren, charakterologischen Abwehrkräfte katastrophal erschüttern könnten. Diese Funktionen treten auf unbewusster Ebene und als struktureller Zwang auf.

Selbst ein gewöhnlicher Neurotiker, der weder unmoralisch noch absichtlich destruktiv ist, kann in die Dynamik eines sozial verleiteten destruktiven Verhaltens verwickelt werden. Dies kann durch Duldung, Angst, Unbeweglichkeit, Furcht vor Aggression oder Überreaktion aufgrund einer Stauung, die eine Entlastung sucht, geschehen. Er wird der Pest unbeabsichtigt Unterstützung und Glauben schenken oder sich von der Erregung seiner sekundären Schicht verführen lassen. Pornografie ist eine Erregung dieser Art. Sie kann „sicher“ eingesetzt werden, da sie den Kern nicht bedroht, obwohl sie die Stauung verschlimmert und auf lange Sicht schädlich ist. Die Gewalt des Terroristen, die von dieser sekundären Natur ist, bietet ihm manche vorübergehende und illusorische Entlastung von tief verwurzelten Spannungen. Was auch immer sich hinter den gesellschaftspolitischen Verkleidungen verbirgt, sein eigentliches Ziel ist zweierlei: eine blindwütige und zerstörerische Entladung von hohen Pegeln gestauter Energie und die Zerstörung von allem, was durch seine Natürlichkeit, Kreativität und Konstruktivität die der sekundären Schicht zugehörige Abwehr bedroht und ihn seine unerträgliche organismische Unbeweglichkeit erleben lässt. Daher, wie Wilson betont (a. a. O.):

Was auch immer die Grundursachen des Terrorismus sind . . . die Terroristen entwickeln schnell und unweigerlich ein Interesse an dem, was sich Problemlösungen widersetzt. Sie werden alles tun, was sie können, alle notwendigen Allianzen eingehen (einschließlich Allianzen mit gewöhnlichen Kriminellen und mörderischen Wahnsinnigen) [Verschachtelung], um jede „politische Lösung“ zu verhindern, bis fast zur Zerstörung des Staates selbst [wie zum Beispiel in El Salvadorf]. Sie werden also ihre Angriffe größtenteils gegen Gruppen richten, die einen konstruktiven Wandel anstreben . . . Das Ziel des wahren Terroristen ist es nicht, den Fortschritt zu beschleunigen, sondern eine faschistische Reaktion hervorzurufen.

Orgonomisch gesehen ist es die „zugrunde liegende [verborgene] Ursache“, die den Terroristen motiviert. Das Letzte auf der Welt, was er sich wünscht, ist eine sozial konstruktive Entwicklung, die seine Zugänge zur sekundären Entladung drosselte. Das wäre für ihn katastrophal.

 

Anmerkungen des Übersetzers

d The Terror Network: The Secret War of International Terrorism (Deutsch: Das internationale Terror-Netz. Der geheime Krieg gegen die westlichen Demokratien, Scherz Vlg.) ist ein 1981 von Claire Sterling herausgegebenes Buch, in dem argumentiert wird, dass die UdSSR Terroristen als Stellvertreter einsetzt.
Zum Teil wegen des Buches gab der CIA-Direktor William J. Casey eine Einschätzung des Nationalen Geheimdienstes zur sowjetischen Unterstützung des Terrorismus in Auftrag. Nachdem Casey den Entwurf der Einschätzung erhalten hatte, beanstandete er, dass der Entwurf über die sowjetischen Beziehungen zum Terrorismus weniger enthielt als das Buch von Sterling.
Michael Ledeen bewarb die Behauptungen des Buches, als es veröffentlicht wurde. Er wurde in der konservativen Zeitschrift National Review zitiert und behauptete, dass „fast alles, was Claire sagte, durch Stasi-Akten bestätigt wurde“, die nach dem Ende des Kalten Krieges auftauchten.

e Verlag: Farrar, Straus and Giroux; 3. Auflage: S. 301.
Charakteranalyse, Kiepenheuer& Witsch, 1989, S. 416/17.

f Die Farabundo Marti Liberation Front (FMLN) wurde 1980 mit kubanischer Unterstützung gegründet, als sich vier linke Organisationen und die Kommunistische Partei El Salvadors zusammenschlossen, um die salvadorianische Regierung gewaltsam zu stürzen. Während des 12-jährigen salvadorianischen Bürgerkriegs (1980-92) versuchte die FMLN, die Regierung zu stürzen, indem sie eine Strategie verfolgte, die bewaffneten Kampf, Terrorismus und kommunistische politische Indoktrination beinhaltete. Die Gruppe erhielt auch finanzielle Unterstützung und Waffen vom Sowjetblock und von Kuba. Der folgende Bürgerkrieg kostete 80 000 Menschenleben und führte zu 1 Mio. Flüchtlingen.

 

Literatur

4. Sterling, C.: The Terror Network. New York: Holt, Rinehart and Winston, April 1981
5. Reich, W.: Character Analysis. 3rd enl. ed. New York: Orgone Institute Press, 1949

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 16 (1982), Nr. 2, S. 235-243.
Übersetzt von Robert (Berlin).

David Holbrook, M.D.: „WORTSPRACHE“: CHARAKTERANALYSE IN DER FRÜHPHASE EINER MEDIZINISCHEN ORGONTHERAPIE (Einleitung)

10. September 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

„Wortsprache“: Charakteranalyse in der Frühphase einer medizinischen Orgontherapie (Einleitung)

 

David Holbrook, M.D.: ÜBER SPALTUNG

3. September 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Über Spaltung

 

Das Weltgeschehen, die Medien und Modju (Teil 4)

11. August 2019

 

Paul Mathews:
Das Weltgeschehen, die Medien und Modju

 

Die soziopolitische Diathese

19. Juli 2019

 

Paul Mathews:
Die soziopolitische Diathese

 

Über Spaltung

26. April 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Über Spaltung

 

Die soziopolitische Diathese (Teil 4)

6. November 2018

Paul Mathews: Die soziopolitische Diathese

Die Funktion des Orgasmus (Teil 2)

17. Juli 2014

Bestätigung findet Reichs Orgasmustheorie in einer Studie des Urologen und Sportmediziners Dr. Frank Sommer mit 39 Leistungssportlern. (Zu Dr. Sommerer siehe auch Funktionelle Medizin.) Er stellte sich die Frage, ob Geschlechtsverkehr kurz vor dem Wettkampf die Leistung mindert oder steigert und fand heraus, daß bei Sportlern, wie Sprinter, Stabhochspringer, Weitspringer oder Kugelstoßer, wo alles auf die „Schnellkraft“ ankommt, sexuelle Aktivität zwei Stunden vor dem Wettkampf einen eher negativen Einfluß auf die Leistung hat. Da der Geschlechtsakt zu verminderter Aggressivität, innerer Ruhe und Gelassenheit und zu einer generellen Entspannung der Muskulatur führt, fehlt den Sportlern der rechte Biß.

Ganz anders sieht es bei Sportarten aus, wo es um hohe Konzentrationsfähigkeit geht. Zum Beispiel hat bei Zielsportarten (Schießen mit Bogen, Pistole oder Gewehr) sexuelle Aktivität vor dem Wettkampf positive Auswirkungen auf das Ergebnis, da die Sportler entspannter in den Wettkampf gehen und sich besser konzentrieren können.

Einer britischen Studie zufolge macht Geschlechtsverkehr vor Prüfungen lockerer und streßresistenter, andere „Sexpraktiken“ haben eine deutlich geringere Wirkung, während „Keusche“ dem Streß ungeschützt ausgesetzt sind. Der Psychologe Stuart Brody und Kollegen von der University of Paisley ließen 24 Frauen und 22 Männer zwei Wochen lang Tagebuch über ihre sexuellen Aktivitäten führen. Anschließend wurden sie Streßsituationen ausgesetzt: vor einem Auditorium reden und öffentlich Kopfrechnen. Der Orgasmus in der geschlechtlichen Umarmung hält den Blutdruck und andere Streßsymptome über mindestens eine Woche hinweg in Schach.

Besonders interessant ist jedoch, daß Brody und sein Kollege Tillmann Krüger von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich bei der Auswertung dreier früherer Studien feststellten, daß ausschließlich regelrechter Vaginalverkehr diese Auswirkungen zeitigt. Nach einem genitalen Orgasmus war der Prolaktin-Spiegel in der Blutbahn der Versuchspersonen viermal höher als beim masturbatorischen „Orgasmus“. Das Hormon Prolaktin sei für das Gefühl von Sättigung und Befriedigung verantwortlich.

Hier die Zusammenfassung von Brodys Aufsatz Penile-vaginal intercourse is better: Evidence trumps ideology:

Es ist häufig behauptet worden, daß alle sexuellen Verhaltensweisen gleich seien. Die empirische Forschung zeigt jedoch, daß unterschiedliche sexuelle Verhaltensweisen sich in vielen physiologischen und psychologischen Bereichen unterscheiden. Diese Unterschiede treten insbesondere hinsichtlich des Vaginalverkehrs hervor, bei dem alle Anzeichen auf ein besseres physiologisches und psychologisches Funktionieren verweisen. Andere sexuelle Verhaltensweisen (Onanie, gegenseitiges Masturbatieren, Oralverkehr, Analverkehr oder jede andere Art geschlechtlicher Betätigung, bei der es zu keinem Vaginalverkehr kommt) haben entweder keine oder gelegentlich sogar negative Auswirkungen auf das physiologische und psychologische Funktionieren. Darüber hinaus zeigen neuere Forschungen, daß sich der vaginale Orgasmus physiologisch und psychologisch vom klitoralen Orgasmus unterscheidet, und daß der vaginale Orgasmus mit einer besseren psychologischen Gesundheit verbunden ist. Mehrere Beispiele anderer Forschungsergebnisse werden zusammengefaßt. Die Übereinstimmung der Ergebnisse mit physiologischen, evolutionsbiologischen und psychoanalytischen Theorien wird diskutiert. Eine ethische sexualtherapeutische Praxis, Ausbildung und Forschung verlangt nach der Beseitigung vorherrschender Vorurteile in der Sexologie.

Der „Reichianische“ Psychologe Sean Haldane hat die Ergebnisse von Brodys Forschungsarbeit aufgelistet (Pulsation, London 2014, S. 159-161). Ich fasse nun wiederum diese Liste zusammen und organisiere sie neu. Sie bestätigt Reichs Orgasmustheorie vollumfänglich!

  1. Psychische Gesundheit korreliert positiv mit Vaginalverkehr und negativ mit Onanie.
  2. Der Prolaktin-Anstieg nach dem Orgasmus infolge Vaginalverkehr ist höher als nach der Masturbation, was auf eine größere Befriedigung hinweist.
  3. Die Unfähigkeit einen Vaginalorgasmus zu erreichen, ist mit ängstlicher Anhänglichkeit und anderen Anzeichen von psychischen und Beziehungsstörungen verbunden.
  4. Bei sehr gewissenhaft vorgehenden Frauen, im Gegensatz zu „ADHS“-Schlampen, die nichts auf die Reihe kriegen, ist es wahrscheinlicher, daß sie einen Vaginalorgasmus haben.
  5. Unreife psychologische Abwehrmechanismen treten desto stärker auf, je schwächer die Rolle des Vagialverkehrs im Leben ist.
  6. Je häufiger der Vaginalverkehr, desto schlanker die Menschen bzw. desto weniger Eßstörungen.
  7. Menschen mit regelmäßigem Vaginalverkehr leiden weniger häufig an Depressionen.
  8. Frauen mit regelmäßigem Vaginalverkehr, haben weniger Probleme, die Emotionen anderer korrekt wahrzunehmen und die eigenen Emotionen auszudrücken. Je stärker die Scheidenempfindungen sind, desto stärker ist dies ausgeprägt.
  9. Glück in der Ehe ist mit Vaginalverkehr verbunden, nicht jedoch mit Onanie, wechselseitiger Masturbation, Analverkehr und „Oralsex“.
  10. Unabhängig von der Einstellung der Gesellschaft sind Homosexuelle beiderlei Geschlechts suizidgefährdeter, depressiver, greifen häufiger zu Alkohol und Drogen und leiden häufiger unter psychiatrischen Krankheiten als Heterosexuelle.
  11. Die Benutzung von Kondomen reduziert die positiven Effekte des Vaginalverkehrs.
  12. Menschen mit regelmäßigem Vaginalverkehr, aber insbesondere Frauen mit einem vaginalen Orgasmus, haben einen „flüssigeren“ Gang und ihre Muskulatur ist weniger verspannt.
  13. Regelmäßiger Vaginalverkehr führt zur Variabilität der Ruhe-Herz-Frequenz, die mit besserer Stimmung, Aufmerksamkeit, affektiver Schwingungsfähigkeit und besserem Umgang mit Streß verbunden ist.
  14. Allgemein ist eine höhere Rate von Geschlechtsverkehr mit einer höheren Lebenserwartung verbunden.
  15. Prostata- und Brustkrebs sind bei Menschen mit regelmäßigem Vaginalverkehr weniger häufig.
  16. Erkrankungen des Beckens (Entzündungen, Schmerzen, etc.) sind bei Menschen mit regelmäßigem Vaginalverkehr weniger verbreitet.
  17. Die Vagina ist bei Frauen mit Vaginalverkehr lebenslang straffer und besser durchblutet.
  18. Bei Männern, die regelmäßig Vaginalverkehr haben, vergrößert sich das Volumen des Ejakulats, die Anzahl der Spermien, deren Beweglichkeit und der prozentuale Anteil morphologisch gesunder Spermien.
  19. Bei Männern führt ein hoher Testosteronspiegel zu mehr Geschlechtsverkehr und umgekehrt führt Vaginalverkehr zu einem höheren Testosteronspiegel.

FunctionOrgasm