Posts Tagged ‘Hitler’

Die faschistische Partei Wilhelm Reichs (Teil 5)

22. Januar 2025

Aktuell wird diskutiert, ob Hitler und Konsorten „links“ waren oder gar Kommunisten. Dabei argumentiert man, etwa Leute wie Weigel und Krall, vor allem wirtschaftlich. Nicht ohne Grund habe es „nationalsozialistische Arbeiterpartei“ geheißen und habe Hitler intern Stalin und seinen so überaus effektiven Staatsapparat bewundert. Hitler selbst lamentierte, sein eigener Hauptfehler sei gewesen, daß er nicht konsequenter gegen die rechte „Reaktion“ vorgegangen wäre. Betrachtet man die üblichen politischen Koordinatensysteme mit Autoritarismus-Libertarismus-Achsen, Etatismus-Anarchie-Achsen etc. kann man aus Hitler einen „Etatisten“ machen, indem man auf die Planwirtschaft verweist, oder einen „Libertären“, wenn der Fokus auf dessen dezidierte Verachtung für den Staatsapparat gerichtet wird, der die biologische Auslese hintertreibe. Nie herrschte mehr bewußt erzeugte administrative Anarchie als unter Hitler! Der Stärkere sollte sich durchsetzen, „das Lebensvolle und Aufstrebende“ vor dem alles erstickenden „jüdischen Gesetz“ bewahrt werden. Tatsächlich sind beim Nationalsozialismus viele antiautoritäre Züge bemerkenswert. Es war vor allem eine Jugendbewegung, sowohl von der historischen „Jugend- und Lebensreformbewegung“ von Anfang des 20sten Jahrhunderts her als auch angesichts des geringen Altersdurchschnitts des Führungspersonals bis hin zur organisierten Despotenzierung der elterlichen, kirchlichen und allgemein traditionellen Autorität. Ganz zu schweigen vom mehr untergründig als offen propagierten „Neuheidentum“.

Reich stand in den gleichen beiden Traditionssträngen, was allein schon ersichtlich ist, wenn man ganz naiv die Propaganda des Austromarxismus, der KPÖ, der KPD und der linkssozialistischen Kleinparteien auf sich wirken läßt und mit der der NSDAP vergleicht. Alle schwärmten von einer sozialistischen Zukunft, „mit uns zieht die neue Zeit“, Befreiung von alten Fesseln etc. Das sah man noch seltsam ungebrochen nach dem Zweiten Weltkrieg im Übergang von der NSDAP zur SED und von der Hitler-Jugend zur Freien Deutsche Jugend:

Es galt aus der rein formalen „bürgerlichen Demokratie“ eine wirkliche, das ganze Leben durchdringende „soziale Demokratie“ zu machen. Frei nach Reichs kurzzeitiger Wiener Zeitung von 1930 sollten „revolutionäre Sozialdemokraten“ den wirklichen Sozialismus errichten, d.h. die Demokratisierung nicht nur des politischen, sondern vor allem auch des wirtschaftlichen Systems. Dies sollte einhergehen, man lese nur Reichs Die sexuelle Revolution (der ich obiges Schema entnommen habe), mit der Lösung von Liebe und Sexualität von der vor allem wirtschaftlichen Institution Ehe (bzw. das, was Reich als „Zwangsehe“ bezeichnete) und vor allen von der Lösung der Kindererziehung von der Familie (bzw. der „Zwangsfamilie“). Bei Reich selbst wurden daraus die beiden Konzepte „Arbeitsdemokratie“ und „Kinder der Zukunft“, in der DDR Ulbrichts immer neue Versuche, die Planwirtschaft effektiv zu machen, bis hin zu kybernetischen Modellen, und in der DDR Honeckers das Programm einer „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“ – und Kinderkrippen… In diesem Zusammenhang lohnt es sich wirklich Andreas Peglaus monomentales Werk Unpolitische Wissenschaft? von vorne bis hinten durchzulesen; Peglau, ein Reichianer mit DDR-Sozialisation, der immer noch von den „alten Idealen“ träumt.

Jenseits aller politischen Polemik und des „Jetzt habe ich dich!“ und billigen Bloßstellungen durch historische Gleichsetzung durchzieht all dies (SPD, KPD, NSDAP, SED, Die Grünen) ein Motiv, das Reich 1942 in Die Funktion des Orgasmus als (mißglückte) „biologische Revolution“ bezeichnet hat: die Sehnsucht der Menschen nach Freiheit (letztendlich Freiheit von der einschränkenden Panzerung) und die gleichzeitige Angst vor der Freiheit (das „Abbiegen“ im obigen Schema), die solche durch und durch groteske Gestalten wie Adolf Hitler und Rudolf Habeck möglich gemacht hat.

Um zur Anfangsfrage zurückzukehren: Rechter (schwarzer) Faschismus ist, wenn sich Reaktionäre, die rechts von extremen Konservativen stehen, sozialistische Ideen aneignen und mit dem spielen, was Reich als „sozialistische Sehnsucht der Massen“ bezeichnet hat. Linker (roter) Faschismus ist, wenn der Antiautoritarismus der Massen in einen voluntaristischen, d.h. korrupten etatistischen Neofeudalismus umbiegt – und der neue Führer bei piratigen Aktionen auf Siegestore projiziert wird: „Ein Mensch. Ein Wort“

Die faschistische Partei Wilhelm Reichs (Teil 1)

18. Januar 2025

Was bedeutet der Begriff „Faschismus“? Ursprünglich beschrieb er die Einheit von Staat, Gewerkschaften, Kapitalisten, Medien und der akademischen Welt. In diesem strengen Sinne einer gleichgeschalteten Einheitsfront ist die Bundesregierung faschistisch, und zwar wörtlich, denn der Staatsapparat, die Gewerkschaften, die Kapitalisten, die Medien und die Wissenschaft sind eine große liberale Einheit: „ein Bündel“ (fascio). Reich hingegen benutzte eine lockerere Interpretation des Begriffs „Faschismus“, indem er auf den emotionalen Inhalt der Bewegung Mussolinis, Hitlers und Stalins Bezug nahm, die der Inbegriff des Funktionierens der zweiten Schicht, also der destruktiven, perversen Schicht der Charakterstruktur waren.

In der Einleitung zu Massenpsychologie des Faschismus beschreibt Reich drei Charaktere: Der genitale Charakter hat Kontakt mit seinem bioenergetischen Kern. Das ist das Reich der Arbeitsdemokratie, wie es Reich am Ende des Buches beschreibt. Der liberale Charakter geht ganz in seiner Fassade auf und der Faschist agiert aus seiner sekundären Schicht heraus. Genauer gesagt hat der schwarze Faschist einen verzerrten Kontakt mit dem Kern („Blut und Ehre“) und propagiert typischerweise ein Konzept einer mystischen „Lebensenergie“. Sowohl Hitler als auch Himmler taten dies. Ihr Gott war Odin (bzw. Wotan) und sie glaubten dementsprechend u.a. an Karl Freiherr von Reichenbachs „Od“, was sie dem „blauen Faschismus“, den ich sogleich beschreiben werde, recht nahe bringt. In ihrem Buch Hitlers Wien (1998) führt die Historikerin Brigitte Hamann aus, welchen Einfluß u.a. Reichenbach auf das Milieu hatte, aus dem Hitler und der Nationalsozialismus erwachsen sind. Beispielsweise betrachtete man das menschliche Gehirn als „Od-Akkumulator“. Tatsächlich ist Reich heute bei einigen Neonazis im Zeichen des „Vril“ überraschend populär!

Der rote Faschist, den Elsworth F. Baker in Der Mensch in der Falle beschreibt, funktioniert von seiner sekundären Schicht aus, gibt aber vor, ein Liberaler zu sein, um subversiv wirken zu können. Das rückt ihn ebenfalls in die Nähe des „blauen Faschismus“, denn genau diese „Subversion“ richtet sich gegen das Über-Ich (Panzerung). Ich erinnere daran, wie beliebt ausgerechnet die Maoistische Kulturrevolution in der „Reichianischen“ Kinderladenbewegung der 1970er Jahre war. Der denkwürdige Konnex zwischen Überwindung des Über-Ichs und dem roten Faschismus („Kulturrevolution“) erklärt auch, warum Reich eine ganze Zeitlang ein glühender Kommunist war. Auch bei manchen roten Faschisten ist entsprechend Reich bis heute eine Autorität!

Und was genau ist ein „blauer Faschist“? In der christlichen Vorstellungswelt ist das Böse bzw. der Böse jemand, der sich gegen Gottes Liebe sperrt und deshalb von ihr förmlich zerrissen wird, so wie der Grashalm auf einer Wiese, der sich vorher im Wind wiegte, von dem gleichen Wind zerbrochen wird, wenn dieser Halm verholzt und dadurch starr wird. Man denke auch an Jesu Gleichnis von dem neuen, noch gärenden Wein, der die alten brüchig gewordenen Weinschläuche zerreißt. Der Hauch des Heiligen Geistes und die expansive Liebe Gottes erzeugt entsprechend „teuflisches“ Ressentiment in verhärteten Seelen. Ein Element davon ist, daß die christliche Botschaft von den „Antichristen“ entstellt und unterminiert wird, um die so sehr schmerzende „Liebesbotschaft“ aus der Welt zu schaffen. Entsprechend erzeugt das Orgon, das in gepanzerte Organismen fließt, eine ungeheure Sehnsucht nach Erfüllung, aber gleichzeitig dabei auch einen untergründigen Haß gegen die Orgonomie, weil diese Sehnsucht nicht erfüllt werden kann. „Blauer Faschismus“ ist entsprechend das ultimative Ressentiment gegen das Leben selbst. (Das Blau bezieht sich natürlich auf die Bläue des Orgons.)

Der Blaue Faschismus am Beispiel der Anthroposophie (Teil 2)

5. Januar 2025

Die Beziehung zwischen Nazismus und Anthroposophie gleicht ziemlich der zwischen Stalinismus und Trotzkismus. Sie waren fast identisch mit vielen Überschneidungen aber nichtsdestoweniger zumindest offiziell Todfeinde. Die Anthroposophische Gesellschaft wurde 1935 wie jede andere kultische oder politische Organisation, die in den gleichen Gefilden wie die Nazis wilderte, verboten. Die Gestapo bekämpfte die Anthroposophie als einen „pseudogermanischen orientalischen Freimaurerkult“. Aber solange die Anthroposophen nichts auf organisatorischer Ebene taten, waren sie frei. Es war möglich, daß die NSDAP vollkommen gegen Steiner war, als „Teil einer freimaurerisch-jüdischen Verschwörung“, während der Leiter der NSDAP, Rudolf Heß, sich für Steiners Sache einsetzte und die Anthroposophen beschützte; daß die SS sich für die Anthroposophie als „Teil des Ahnenerbes“ interessierte, während der Leiter des SD, Reinhard Heydrich, die Anthroposophische Gesellschaft verbot. Da Steiner an der ungarisch-kroatischen Grenze geboren war, stand stets die Frage seines „rassischen“ Status im Raum. Rosenberg wurde als Weltanschauungs- und „Rassenexperte“ der NSDAP mit Anfragen über ihn bombardiert.

Für das Durcheinander ist es bezeichnend, wie noch heute z.B. Das große Lexikon des Dritten Reiches der Anthroposophie einen antifaschistischen Persilschein ausstellt:

Der Nationalsozialismus bekämpfte die Anthroposophie als internationalistisch, pazifistisch und als Feind des „Rassegrundsatzes“, ihre Waldorf-Schulen mit der dem natürlichen Führerprinzip hohnsprechenden Pädagogik seien „Brutstätten der Talmuderei“. Die Anthroposophische Gesellschaft wurde am 1.11.35 im Deutschen Reich verboten. (Augsburg 1993)

Der Anthroposoph Dieter Rüggeberg stimmt in seinem Buch Geheimpolitik – Der Fahrplan zur Weltherrschaft (1990) von anthroposophischer Seite in diesen antifaschistischen Chor ein: Hitler und die anderen Naziführer seien in Wirklichkeit Agenten der angelsächsisch-jüdischen Verschwörung der „Weisen von Zion“ nach Weltherrschaft gewesen!

Am Ende seines Buches spricht sich Rüggeberg für die „Dreigliederung des sozialen Organismus“ aus. Er verteidigt sich mit anthroposophischen Argumenten gegen den Vorwurf, ein Rassist zu sein. Ein Okkultist könne nie Rassist sein, da im Verlauf der Wiedergeburten die menschliche Seele von (niederer) Rasse zu (höherer) Rasse reisen müßte. Das ist Anthroposophie: sie erklären, keine Rassisten zu sein, aber ihre Argumentation ist rassistisch! Weiter erklärt Rüggeberg, daß es in Zukunft sowieso keine Rassen mehr geben würde, sondern nur die Rasse der Wahrhaftigen und die Rasse der Lügner. Aus dem anti-zionistischen Kontext seines Buches, weiß man, was dies heißt: Arier kontra Juden!

Die Beziehung von Anthroposophie und Nationalsozialismus wurde ausführlich in den anthroposophischen Flensburger Heften (3/91 und Sonderheft Nr. 8 ) erläutert. Sie fürchteten die Offenlegung der Beziehung von Nationalsozialismus und Anthroposophie durch Nichtanthroposophen, so daß sie sich entschlossen lieber selbst vorbehaltlos auszupacken. Doch bei der Lektüre fühlte ich nie eine richtige antifaschistische Emotion, weder Zorn noch Trauer, sondern eine seltsam depressive kanzeröse „Weichheit“. Nach dem Motto: Wir sind schließlich alle Sünder! und: Wer will den ersten Stein werfen? Vielleicht stammt dieses Fehlen von Emotionen von ihrem Glauben an das Schicksal: alles ist vorherbestimmt und die Geschichte verläuft sowieso nach dem festen Plan Gottes. Warum also sich zu sehr aufregen über 6 000 000 ermordete unschuldige Menschen? Nach dem Motto: Es war ihr Karma! Aber wir, als Anthroposophen, werden nur positive Schwingungen hervorrufen! Die Flensburger Hefte stimmen z.B. nicht mit Ravenscrofts Spear of Destiny überein und betrachten das Buch als lächerlich, aber es fällt kein Wort gegen all die anti-semitischen Konzepte in Ravenscrofts Buch, wo z.B. vom „vergällten Blut der jüdischen Rasse“ (sic!) die Rede ist, sie erwähnen diese Ausfälle nicht einmal! Offensichtlich lag er richtig mit seiner Beschreibung der anthroposophischen „Theorien“ über die „jüdische Rasse“.

In Ravenscrofts anthroposophischem Machwerk von 1973 wird Hitler als beeindruckender Meister der Schwarzen Magie mit „offenen Zentren im Astralleib“ und als eine Art satanischer Heiliger dargestellt, als „dunkler Genius“ von „magischem Charisma der Persönlichkeit“ mit der Macht uralter esoterischer Weisheit, „eine Figur mit fast übermenschlichen Kräften“ und mit dem „arrogantesten Gesicht und den dämonischten Augen, die man jemals gesehen hat“. Dieses „verrückte Genie“ hätte „übermenschliche Willenskraft und Selbstdisziplin“ und „überpersönliche Stärke und Entschlußkraft“ besessen. Außerdem hätte er mit der „geistigen Welt“ in Verbindung gestanden und sei dergestalt von übersinnlichen Geistwesen „beraten“ worden.

Es wird von Anthroposophen sogar vorgebracht, daß das Zentrum der Anthroposophie ursprünglich in München hat gebaut werden sollen (nicht in Dornach, dem heutigen Sitz des Goethenaums), statt dessen sei dort usurpatorischerweise das „Braune Haus“ der NSDAP errichtet worden. Die NSDAP wurde am 27. Februar 1925 neugegründet – angeblich nicht zufälligerweise am letzten Geburtstag Steiners. Dies würde darauf hinweisen, daß der Nationalsozialismus sich systematisch an die Stelle der Anthroposophie gesetzt habe. Und tatsächlich war z.B. eines von Steiners zentralen Themen, von dem er vor seinen Anhängern sprach, die okkulte Bedeutung des Hakenkreuzes und später, als die Nazi-Bewegung es benutzte, schlossen einige der Anthroposophen, daß Hitler der neue okkulte Führer sein müsse. Für Steiner war das Hakenkreuz das Symbol des „inneren Auges“, das Gott erschaut. Zusätzlich hatte Steiner 1910 erklärt, daß entweder 1933, 1935 oder 1937 etwas Okkultes in der Welt sich zutragen werde, der Mensch neue okkulte Fähigkeiten gewinne. Christus fange an im Geist zurückzukehren.

In der Geheimlehre der Theosophie und Anthroposophie stellen die Juden ein unnatürliches Zwischengied der Wurzelrassen dar, sozusagen einen Fehlläufer der Evolution, der nur einen negativen Einfluß auf den gesunden natürlichen Lauf der Dinge haben kann. Auch gäbe es noch immer ärgerlicherweise Restbestände niederer Rassen, repräsentiert von einigen elenden Stämmen, die gegenwärtig aussterben aufgrund des karmischen Gesetzes (z.B. die Indios, Eskimos, Papuas, Aborigines, Polynesier, d.h. all die genitalen Stämme am Rande Saharasias). Diese braunen, roten und kupferfarbenen Rassen seien dekadent und deshalb dazu bestimmt bald auszusterben, da der Geist mehr und mehr Macht gewinnen wird. In den gleichen Bereich wie diese dekadenten Rassen ohne Geist gehören die Menschenaffen, die sogar eine noch weitere Degeneration des Menschen darstellen.

Steiner erläuterte, daß Schwarze das Licht und die Wärme der Sonne absorbieren und in ihrem „besonders ausgebildeten Hinterhirn“ verarbeiten, von dort geht sie das Rückgrat hinunter, wo die inneren Organe des Schwarzen von der Sonnenenergie erhitzt werden, was erkläre, warum der Metabolismus und das Triebleben der Nigriden so „heiß“ sei. Wenn der Schwarze in den Westen geht, wo weniger Sonne ist, wird er zum Indianer und seine Haut wird rot, da die Rothäute gezwungen sind, einiges von dem Licht und der Wärme wieder abzustrahlen und wegen dieser Energieentladung sind sie zum Aussterben vorbestimmt. Im Gegensatz dazu sind die Arier von äußerer Energie unabhängig. Mit ihrem großen Vorderhirn sind sie fähig, den Geist in sich zu entwickeln und deshalb sind nur sie wahrhaft Menschen. Indianische Stämme starben nicht aufgrund des europäischen Imperialismus aus, sondern vielmehr gaben die Europäer ihnen die Möglichkeit ihr gottgegebenes Schicksal zu erfüllen. Da sie vom Saturn bestimmt werden, der die Dämmerung des Menschengeschlechts hervorruft, ist ihre Entwicklung beendet.

1922 forderte Steiner Schwangere auf, sie sollten damit aufhören, die damals populären „Negerromane“ zu lesen, da durch den geistigen Einfluß dieser Lektüre auf den Fötus ihre Kinder negroid, grau und kraushaarig werden würden. Auch beklagte er ganz allgemein den Einfluß der Negerkultur in Europa, weil es schädlich für die geistig-rassische Reinheit sei. 1926 schrieb seine Witwe Marie von Sivers, in einer ihrer Einleitungen zu Steiners Vorträgen, über „das Blöde und das Negerhafte“, dem der moderne Europäer als letzter Mode huldige, so würde er zum „Untersinnlich-Dämonischen streben, das wiederum dem Negerhaften entsteigt“.

1934 erschien in der offiziellen Zeitschrift der Anthroposophischen Kirche Die Christengemeinde die Beschreibung eines Buches über afrikanische Märchen von einem Anthroposophischen Ethnologen: „(…) die ergreifende Geisttradition einer in die Tiefe gesunkenen Rasse“ – Ahrimanische Finsternis über Afrika. Und 1936 erschien in der gleichen Zeitschrift ein Artikel über eine Ausstellung über den Bolschewismus. Im Artikel werden die Kommunisten als tiergleiche Untermenschen mit animalischen Instinkten aus dem Untergrund dargestellt. Ihre Gesichter würden diese rassische Bestialität widerspiegeln. Der Kampf gegen den Kommunismus war also auch aus Anthroposophischer Sicht ein „Rassenkrieg“!

Bereits 1930 erschien in der Anthroposophischen Zeitschrift Die Drei ein Artikel „Zur Frage von Rassebildung und Mischehe“. Der Anthroposophische Autor erklärt, daß es aus spiritueller Sicht minderwertige Rassen gibt und dieser Geist würde sich auch in der Physiologie der verschiedenen Rassen zeigen. Da niedere Rassen hinter der Entwicklung des Menschen hinterherhinken, werden sie bald vom Antlitz der Erde getilgt sein. Aus Anthroposophischer Sicht sollte es keine rassischen Mischehen, z.B. zwischen „Ariern“ und „Juden“ geben, da dies der spirituellen Entwicklung entgegenlaufen würde. Die Seelen der so erzeugten Mischlinge würden zwischen ihren höheren und niederen rassischen Anteilen zerrissen und als Resultat könnten diese Seelen spirituell nur tiefer sinken. Deshalb tritt der anthroposophische Autor für ein rassisch reines Deutschland ein.

Der Blaue Faschismus am Beispiel der Anthroposophie (Teil 1)

4. Januar 2025

Rudolf Steiner glaubte, daß seine Gedanken ihm durch göttliche Kräfte eingegeben würden. Von Geburt an bis zu seinem Krebstod waren „geistige Wesenheiten“ seine ständigen Begleiter. während seiner Pubertät erlebte Steiner in der Beschäftigung mit der höheren Mathematik Befreiung von seinen drängenden Trieben. Statt genitaler erstrebte er mystische Erfüllung und „spirituelle Entladung“, während er, wohl aus persönlicher Erfahrung heraus, Sex mit Schwarzer Magie gleichsetzte.

1875 gründete Helena Petrowna Blavatsky die Theosophische Gesellschaft mit ihrer „Geheimen Lehre“ von Atlantis und dessen sieben „Wurzelrassen“, zu denen auch die „Herrenrasse“ zählte, die „Arier“. (Tatsächlich geht auf sie praktisch das gesamte Oeuvre der modernen „Esoterik“ zurück: etwa die „Hohlerde“ und David Icke ist nur ein fader Blavatsky-Aufguß.) Ein Freund Blavatskys, der Rosenkreuzer Franz Hartmann, gründete 1895 zusammen mit dem Wiener Fabrikanten Karl Kellner in Wien die Loge Ordo Templi Orientis (O.T.O.), deren Ordensgeheimnis tantrische Sexualmagie war. Aus dieser Geheimloge ist, neben Aleister Crowley (auf den wiederum die Scientology zurückgeht) Steiners Anthroposophie hervorgegangen. Eine weitere Abzweigung des O.T.O. war Lanz von Liebenfels Ordo Novi Templi (O.N.T.), der den Mutterboden der NSDAP formte. Jedenfalls gehörte das Hakenkreuz zum Logen-Wappen und aus dem Logenmotto „Heil und Sieg!“ wurde „Sieg Heil!“.

1920 schrieb der Anthroposoph Karl Heise (der später die Heraufkunft des Nazi-Regimes enthusiastisch begrüßen sollte) ein Buch über Entente-Freimaurerei und Weltkrieg, dessen Druck Steiner persönlich finanzierte und für das er das Vorwort schrieb. Das Buch handelt von „der britisch-freimaurerischen Verschwörung“ und zitiert dazu ausführlich Guido von List, den Logenbruder von Lanz von Liebenfels und Begründer des proto-nazistischen „Armanenordens“, dessen rassistische Sexualmagie ich in Der blaue Faschismus beschrieben habe. Heute wird Heises Buch von neonazistischen Gruppen ständig neu verlegt.

Steiner hatte den Ersten Weltkrieg als „strafenden Sturmwind“ für die ungläubigen Alliierten bezeichnet. Wilson und Lenin nannte er „ahrimanische Mächte“ gegen Deutschlands spirituelle Sendung. In diesem Geiste hatte er bereits zu Beginn des Krieges den Chef des deutschen Generalstabs Helmuth von Moltke, einen Anthroposophen, beeinflußt. Anthroposophie als die Ideologie des deutschen Imperialismus! Der Gründer der anthroposophischen Kirche „Christengemeinschaft“, Pastor Friedrich Rittelmeyer, veröffentlichte 1934 ein Buch mit dem Titel Deutschtum, in dem er für einen Befreiungskrieg von der angelsächsischen Welt warb.

Als Hitler auftrat, reagierten zwar manche Anthroposophen reserviert, aber niemals wirklich feindselig, während sich die meisten begeistert der „Bewegung“ anschlossen. 1933 erklärte der ehemalige Privatsekretär Steiners und späteres Mitglied des Vorstandes der Anthroposophischen Gesellschaft, Guenther Wachsmuth, gegenüber einer dänischen Zeitung, daß es kein Geheimnis sei, daß die Anthroposophen die Entwicklung in Deutschland voll Sympathie verfolgten. Währenddessen schickte der Nachfolger Steiners und Präsident der Anthroposophischen Gesellschaft, Albert Steffen, ein Rundschreiben an die führenden Nazis, um ihnen zu vergewissern, daß sich die Lehren Steiners in vollkommener Übereinstimmung mit dem Nationalsozialismus befänden.

Dementsprechend waren schon manche Anthroposophen aktiv gewesen. Da wäre z.B. Hans Eberhard Maikowski (Spitzname „Roter Hahn“), ein Sturmbannführer der SA und in dieser Eigenschaft der Führer des berüchtigten Killerkommandos „SA-Mordsturm 33“. Sein Bruder, ein Waldorf-Lehrer, war enger Mitarbeiter Steiners gewesen und auch der „Rote Hahn“ selbst war glühender Verehrer Steiners. Am Tag der Machtübernahme wurde er von einem Kommunisten erschossen, woraufhin er neben Horst Wessel zu einem der Nationalheiligen Hitler-Deutschlands wurde.

Trotzdem bezeichnete z.B. Reinhard Heydrich die Anthroposophie als „orientalische Verschmutzung des klaren germanischen Geistes“. Entsprechend wurde 1935 die Anthroposophische Gesellschaft verboten. Daraufhin sandte der Vorstand an Hitler einen Brief, in dem ihm die führenden Anthroposophen vergewisserten, es gäbe keinerlei Verbindungen mit freimaurerisch-jüdischen Kreisen und außerdem hätten ja nationalsozialistische Rassenexperten den Anthroposophen offiziell bescheinigt, daß Steiner Arier gewesen sei.

Noch heute versteht es die Anthroposophie sich ein positives Image zu geben. Zum Beispiel gibt sie vor, für individuelle Gnosis zu stehen, doch ist sie tatsächlich ein steriles, dogmatisches System, dessen Dreh- und Angelpunkt die Unterdrückung aller kritischen Distanz und die vollständige Identifikation mit dem Führer ist. Ihr positives Image ist um so erschreckender, wenn man sich vergegenwärtigt, daß ihr spiritueller Wahn vom Krieg der Kräfte des Lichts gegen die der unterirdischen Dunkelheit praktisch mit dem biologischen Wahn der Nationalsozialisten identisch ist. Wie Jerome Eden in seiner Broschüre The Emotional Plague vs. Orgonomic UFOlogy (S. 32) geschrieben hat: „Von Ahrimanisch zu Nicht-Arisch ist nur ein einfacher pathologischer Schritt“.

Dem britischen Anthroposophen Trevor Ravenscroft zufolge träumten sowohl Anthroposophie als auch Nationalsozialismus von einer neuen „Sonnenrasse unter dem Hakenkreuz“, in der die alte rassische Reinheit neu erstehen würde, die nach theosophisch-anthroposophischer Lehre durch die „degenerierten Rassen“ aus dem Süden des „atlantischen Urkontinents“ besudelt wurde. Dort waren, um mit Lanz von Liebenfels zu sprechen, „die Sodomsäfflinge“ Opfer monströser Selbstmutationen aufgrund ihrer „bösen Seelenkräfte“ gewesen. Schließlich sei der rassisch geschwächte Arier durch intellektuell-luziferische und materialistisch-ahrimanische (d.h. jüdische) Kräfte, die ihn von seinen spirituellen Quellen abgeschnitten hätten, aus seinem arischen Paradies vertrieben worden. Es ist in der Anthroposophie also durchaus eine Verbindung zum „Rassebiologischen“ zu finden.

Die ganze anthroposophische Grals-Mystik geht in diese Richtung. Denn was ist der „Gral“ anderes als Träger des Blutes Christi – des noblen arischen Blutes. In der reinen, arischen Blutlinie der Gralsfamilie pflanze sich die Fähigkeit zur hellsichtigen Geistschau als „Blut-Erinnerung“ der arischen Gottes-Söhne fort. Steiner glaubte, so Ravenscroft, seine eigene Geistschau habe er als letzter Vertreter von seinen germanischen Vorfahren geerbt, die diese Fähigkeit mit dem Sonnensymbol der Swastika symbolisiert hätten. Aus dieser okkulten Hellsichtigkeit heraus spräche Steiner von der „okkulten Bedeutung des Blutes“, das Gefäß der Stammes- und Rassen-Identität sei, und von „okkulten Blutriten“ zum Hervorrufen einer magischen Mutation hin zur reinen arischen Rasse. Einer Mutation, die eine neue Phase in der menschlichen Evolution hervorrufen würde, die Geburt des „Übermenschen“ durch „Ätherisierung des Blutes“. Dazu müsse das arische Blut reinerhalten werden, denn Luzifer habe sich im Blut der Menschheit etabliert, nämlich im „Blut der jüdischen Rasse“, die heute zum Träger von Tragödie und Bosheit geworden sei. Das jüdische Blut sei gallig geworden, weil es sich verbohrt gegen das Blut des Neuen Bundes gesperrt habe. Deshalb dürfe das jüdische Blut keine weitere Rolle in der Evolution der Menschheit spielen.

Ich bezweifle, daß Ravenscroft solche Stellen belegen kann, was sich jedoch belegen läßt ist, daß die Steinersche „Geisteswissenschaft“ behauptet, in der Menschheit gäbe es eine evolutionäre Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen, wie beim einzelnen Menschen auch. Dementsprechend sei die negroide Rasse „Baby“, die malaisch-polynesische „Kind“, die mongolische „Jugendlicher“, die indoarische „Erwachsener“ und die indianische „Greis“ (und deshalb leider Gottes dazu bestimmt auszusterben).

In der Anthroposophie wird die persönliche Verantwortung auf Geisteswesen, das karmische Gesetz und den göttlichen Weltplan delegiert, während das Judentum für die persönlich Verantwortung vor Gott steht, die vom Kleinen Mann gehaßt und vom anthroposophischen Christus überwunden wird. Der Anthroposoph kann nur in fixen mystischen Strukturen denken, mit festen Vorstellungen von Gut und Böse. In Verbindung mit Steiners Offenbarung, daß alle Nationen, Völker und „Rassen“ Ausdruck von Geistwesen und deshalb festumrissene „organische“ Einheiten sind, wird sie zur Ideologie des rassistischen Nationalismus, der „Rassenseele“. Steiner selbst sprach im typischen späteren Nazijargon von der „Volksseele“, der unlösbaren Verbindung zwischen „Nation und Blut“ und der „germanischen Sendung“. Goebbels‘ Roman Michael (1929) zeigt die Geistesverwandtschaft von Nationalsozialismus und Anthroposophie, denn der Anthroposophie zufolge ist „Michael“, der Erzengel, der Deutschland verkörpert, die „geistige Macht“ unserer Zeit.

Goebbels denkt Gesellschaft ganz allgemein in der Kategorie der Identität, insofern sowohl von der fremden als auch von der eigenen Gemeinschaft behauptet wird, sie hätte ein „Wesen“; was weder wissenschaftlich noch rational begründet werden kann: „Der Jude ist uns im Wesen entgegengesetzt.“ (Claus-E. Bärsch: „Antijudaismus, Apokalyptik und Satanologie“, Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte, 1988, S. 118)

Steiners „atlantische“ Rassetheorien aus seiner Akasha-Chronik entsprechen denen Hitlers. Der deutsche Psychiater Wolfgang Treher zeigt in seiner Studie Hitler, Steiner, Schreber – Ein Beitrag zur Phänomenologie des kranken Geistes (Emmendingen 1966) die enge Verwandtschaft zwischen den geisteskranken Systemen Hitlers und Steiners auf. Treher zufolge kämpfte Hitler, in der Art von Projektion, die für Schizophrene charakteristisch ist, gegen das teuflische Böse, d.h. gegen die Juden, um die Einheit seiner manichäisch gespaltenen schizophrenen Seele wiederherzustellen. Treher betrachtet Steiner, der denselben psychotischen manichäischen Krieg des arischen Christus gegen den jüdischen Ahriman kämpfte, als sogar noch kränker und verrückter als Hitler. In beiden schizophrenen Wahnsystemen gibt es zwei Gruppen – eine höhere geistige Rasse und eine dämonische materialistische. Die letztere Rasse muß ihre Sünden abarbeiten, bis sie stirbt, wie in Hitlers KZs.

Steiner und Hitler waren beide Mystiker, aber für Steiner war die metaphysische Einheit der „absolute Geist“, der von der Materie unabhängig ist, während für Hitler es der „absolute Wille“ war, der nicht von den Umständen abhängig ist. So empfand Hitler nur Verachtung für den ästhetisierenden Schwächling Steiner. (In seinen frühen Tagen schrieb Hitler im Völkischen Beobachter gegen den „galizischen Juden“ Steiner.) Während Steiner sicherlich nur Mitleid mit dem primitiven Ahriman Hitler fühlte. Dies hinderte aber manchen ihrer Anhänger nicht daran, ihnen beiden zu folgen.

Der Blaue Faschismus am Beispiel Alfred Schuler

3. Januar 2025

Zunächst verweise ich auf den Aufsatz Alfred Schuler und die kosmische Bläue von Martin Schwarz und auf meinen eigenen Artikel über den „blauen Faschismus“.

Alfred Schuler war ein Prophet der völkischen Bewegung – und verkörperte deren ganze Widersprüchlichkeit. Beispielsweise waren die „Völkischen“ die Verkörperung der autoritären Gesellschaft („Patriarchat“) – vertraten aber teilweise genauso extrem „anti-autoritäre“ Gedanken. Für Schuler war

das republikanische Rom (…) ein steriles, lebensfeindliches Gemeinwesen (…), in dem die Männer die Frauen, die eigentlich schöpferischen Geister der Stadt, tyrannisiert hätten. Dem stellte Schuler als leuchtendes Gegenbild das Rom der späten Kaiserzeit gegenüber, dessen opulente sexuelle Dekadenz er der modernen Welt zu Nachahmung empfahl. (David Clay Large: Hitlers München, München 2001, S. 60)

Man denke auch an das widersprüchliche Verhältnis der Kreise, aus der der Nationalsozialismus erwachsen ist, und des Nationalsozialismus selbst zur Homosexualität.

Wie Ludwig Klages vertrat Schuler die Idee der „Blutleuchte“, „hinter dem sich das Dogma vom Blut als geheiligter Substanz der menschlichen Kreativität verbarg, als Träger einer aus der fernen mutterrechtlichen Vergangenheit herübergeretteten Energie“ (Large, S. 60). Insbesondere die Juden würden wegen ihrer „Blutschwäche“ auf die „zersetzende Rationalität“ setzen. Ganz offen forderte Schuler dazu auf, „den Juden“, für Schuler Verkörperung des kindermordenden Patriarchats, auszurotten. Schuler: „Morde den Vater, eh‘ daß er dein Kind, deine Seele, frißt, und entfessle die Urknäuel, das hundertspeichige Feuerrad.“ Large erklärt das wie folgt:

Das „Knäuel“, von dem Schuler sprach, war das Hakenkreuz, ein uraltes, beinahe allgegenwärtiges Symbol, das für so unterschiedliche Dinge stehen konnte wie das Sonnenrad, die Verbindung zwischen Vater-Gott und Mutter-Erde oder auch die Vereinigung zweier Menschen im Koitus. Die Swastika war ein passendes Emblem für Schuler, weil sie, wie der Psychoanalytiker Wilhelm Reich in seiner Massenpsychologie des Faschismus bemerkt, auf die Psyche einen Reiz ausübt, der sich als um so mächtiger erweist, je unbefriedigter eine Person ist und je mehr sie sich in unerfülltem Sexualbegehren verzehrt. Schuler konnte in einen ekstatischen Erregungszustand verfallen, wenn er nur ein Hakenkreuzmuster auf einem Aschenbecher erblickte. „Swastika! Swastika!“ stammelte er dann mit weitaufgerissenen Augen. (ebd., S. 61)

Der Nationalsozialismus lebt fort, aber nicht dort, wo man ihn allgemeinhin vermutet, d.h. bei dem lächerlich versprengten Haufen, an dem sich Antifanten abarbeiten und aufgeilen, sondern bei den heutigen „Kosmikern“. Er findet sich in Esoterikläden, bei den „Suchenden“, „Tantrikern“ und nicht zuletzt bei so manchen „Reichianern“, die Reich mit C.G. Jung oder Rudolf Steiner verwechseln, und deren ganzes seelenvolles Geschwurmel genauso pathologisch ist wie die kosmische Hysterie Schulers.

Der Blaue Faschismus am Beispiel des Hinduismus

2. Januar 2025

Es ist kein Geheimnis, daß ich den „Reichianismus“ ablehne und schlichtweg hasse. Daß er nichts weiter als eine Ausprägung dessen ist, was ich als „Blauen Faschismus“ bezeichnet habe, sieht man u.a. daran, daß ab den 1980er Jahren das „Energetische“ zunehmend durch das „Spirituelle“ verdrängt wurde. „Blauer Faschismus“ ist schlichtweg „Orgon ohne Orgasmus“. Beispielsweise hatten Hitler, Himmler und der Dalai Lama vage Vorstellungen einer „kosmischen Energie“.

Was „Bauer Faschismus“ nun im Einzelnen ist, sieht man an folgenden Beispielen. Zunächst einmal fällt die extreme okulare Panzerung auf. Man denke nur an all die Berichte über Hitlers „hypnotische Augen“ und all das wirre Zeugs, das Faschisten wie Himmler oder der Dalai Lama von sich geben. Sodann der ungemeine Sadismus, der Reich zufolge untrennbar mit dem Mystizismus verbunden ist:

Im obigen Buch wird insbesondere anhand von Krishna und der Bhagavad Gita die ungemeine Nähe von Hinduismus und Nationalsozialismus aufgezeigt. Was ist denn Krishnas Botschaft in der Bhagavad Gita? Daß du ohne Rücksicht auf deine Gefühle, deine „Schwächen“, wie Hitler und Himmler und der Dalai Lama, sich ausgedrückt hätten, „deine Pflicht“ zu erfüllen hast und in der Schlacht töten mußt und dich selbst opfern mußt! Nichts anderes symbolisiert die Totenkopf-Symbolik im Nationalsozialismus und im hinduistischen und buddhistischen Tantrismus!

Hier ein kurzes Video über den Pop-Yogi zu Reichs Zeiten, Yogananda. Man beachte, wie die Augen nicht ganz von dieser Welt sind und er ständig quasi „orgasmisch“ unvermittelt wegtritt. Schizophrene Pathologie, d.h. die Spaltung von Erregung und Wahrnehmung, in Reinform:

Der Unterschied zwischen der einfachen Schizophrenie und dem Mystizismus ist, daß bei letzterem neben der alles dominierenden Augenpanzerung noch eine sehr starke Muskelpanzerung im Körper hinzutritt. Eine „Mauer“, die mit Gewalt durchbrochen werden muß, um ins selige Jenseits durchzustoßen. Das ist die Grundlage des erwähnten Sadismus.

Wie die Panzerung durch Yoga künstlich verstärkt wird, sieht man in geradezu klassischer Form hier: Einatmen, Luft anhalten! Das genaue Gegenteil der Orgontherpie!

Letztendlich reduziert sich das auf die Sexualökonomie im Allgemeinen und das Zurückhalten von Sperma insbesondere. Am Anfang des Nationalsozialismus standen Leute wie Moritz Schreber, die alles Taten, bis hin zur Folterung, um Onanie zu verhindern. Die Gedanken dahinter sind identisch mit denen des Hinduismus:

Swami Sivananda über den Wert des Samens – Praxis von Brahmacharya:

Meine lieben Brüder! Die Lebenskraft, das Veerya, das euer Leben trägt, das das Prana der Pranas ist, das in euren funkelnden Augen leuchtet, das in euren strahlenden Wangen strahlt, ist ein großer Schatz für euch. Erinnere dich gut an diesen Punkt. Veerya ist die Quintessenz des Blutes. Ein Tropfen Sperma wird aus vierzig Tropfen Blut hergestellt. Merkt euch, wie wertvoll diese Flüssigkeit ist!

Ein Baum zieht die Essenz oder Rasa aus der Erde. Diese Essenz zirkuliert durch den Baum, seine Zweige, Äste, Blätter, Blüten und Früchte. Die leuchtenden Farben und das Leben in den Blättern, Blüten und Früchten sind auf dieses Rasa zurückzuführen. In ähnlicher Weise gibt das Veerya, das von den Zellen der Hoden aus dem Blut hergestellt wird, dem menschlichen Körper und seinen verschiedenen Organen Farbe und Vitalität.

Laut Ayurveda ist der Samen das letzte Dhatu, das aus der Nahrung gebildet wird. Aus der Nahrung wird Chyle hergestellt. Aus Chylus entsteht Blut. Aus dem Blut entsteht Fleisch. Aus dem Fleisch kommt das Fett. Aus Fett entstehen Knochen. Aus den Knochen kommt das Knochenmark. Aus dem Mark kommt der Samen. Dies sind die Sapta Dhatus oder die sieben Dhatus, die dieses Leben und diesen Körper unterstützen. Beachte, wie kostbar der Samen ist! Er ist die letzte Essenz. Es ist die Essenz der Essenzen. Das Veerya kommt aus dem Mark, das im Inneren der Knochen verborgen liegt.

In jedem Dhatu gibt es drei Abteilungen. Sperma nährt den physischen Körper, das Herz und den Intellekt. Nur der Mensch, der den physischen Körper, das Herz und den Intellekt benutzt, kann vollkommenes Brahmacharya haben. Ein Ringer, der nur seinen physischen Körper benutzt, aber den Intellekt und das Herz unentwickelt lässt, kann nicht erwarten, volles Brahmacharya zu haben. Er kann nur Brahmacharya für den Körper haben, aber nicht für den Verstand und das Herz. Der Samen, der zum Herzen und zum Verstand gehört, wird sicherlich ausfließen. Wenn ein Aspirant nur Japa und Meditation macht, wenn er das Herz nicht entwickelt und wenn er keine körperlichen Übungen macht, wird er nur geistiges Brahmacharya haben. Der Teil des Samens, der das Herz und den Körper nährt, wird abfließen. Aber ein fortgeschrittener Yogi, der tief in die Meditation eintaucht, wird volles Brahmacharya haben, selbst wenn er keine körperlichen Übungen macht.

Sperma ist die Quintessenz von Nahrung oder Blut. Nach der modernen medizinischen Wissenschaft wird ein Tropfen Sperma aus vierzig Tropfen Blut hergestellt. Laut Ayurveda wird es aus achtzig Blutstropfen hergestellt. Die beiden Hoden oder Samen, die sich im Hodensack befinden, werden Sekretionsdrüsen genannt. Die Zellen dieser Hoden sind mit der besonderen Eigenschaft ausgestattet, Sperma aus dem Blut abzusondern. So wie die Bienen den Honig tropfenweise in der Wabe sammeln, so sammeln die Zellen der Hoden den Samen tropfenweise aus dem Blut. Dann wird diese Flüssigkeit durch die beiden Gänge oder Röhren zu den Samenblasen geleitet. Bei Erregung wird sie durch spezielle Gänge, die sogenannten Ejakulationsgänge, in die Harnröhre ausgeschleudert, wo sie sich mit dem Prostatasaft vermischt.

Das Sperma ist in allen Zellen des Körpers in einem subtilen Zustand vorhanden. So wie der Zucker im Zuckerrohr und die Butter in der Milch allgegenwärtig sind, so durchdringt auch der Samen den ganzen Körper. So wie die Buttermilch dünnflüssig ist, nachdem die Butter entfernt wurde, so wird auch der Samen durch seine Verschwendung dünnflüssig. Je mehr Samen verschwendet wird, desto größer ist die Schwäche. In den Yoga Sastras heißt es: Das Abfallen des Samens bringt den Tod; die Erhaltung des Samens gibt Leben.

Das Sperma ist die wahre Vitalität des Menschen. Er ist der verborgene Schatz im Menschen. Er verleiht dem Gesicht Brahma-Tejas und dem Intellekt Stärke.

Diese ganze blödsinnige und erzreaktionäre Anti-Sexualökonomie kann man hier im Kontext nachlesen. Nochmal: da kann soviel wie möglich von „kosmischer Lebensenergie“ gequatscht werden, es ist und bleibt Anti-Orgonomie, Blauer Faschismus.

Das ganze ist natürlich nur vor dem erzreaktionären gesellschaftlichen Hintergrund zu verstehen:

Der Begründer der Hare Krishna-Bewegung (New York 1966) war 22, als ihm seine Eltern das 11jährige Kind, eine Blutsverwandte, vorstellten, das er zu heiraten hatte: „Nach der Heirat mochte ich meine Frau nicht.“ Alltag in Indien, bis heute. All die Horror-Meldungen über Vergewaltigungen und Sexualmorde in Indien sind von daher kein Zufall. Die Spaltung zwischen Liebe und Sexualität ist, neben der erwähnten Spaltung zwischen Erregung und Wahrnehmung, Grundlage des Hinduismus = „Liebe zu Gott“. Ich zitiere den Text zum obigen Video:

Bevor Sie der Hare-Krishna-Sekte beitreten, sollten Sie sich unabhängig über die Geschichte ihres Gründers „Prabhupada“ informieren. Es gibt unzählige Beispiele für unverhohlene Bigotterie, Sexismus, Homophobie, Rassismus usw. Dies sind Informationen, die den Mitgliedern nicht zur Verfügung gestellt werden, wenn sie über einen Beitritt nachdenken, aber es ist nur recht und billig, daß die „Anhänger“ die Wahrheit über ihren Gründer erfahren, den sie als „gut wie Gott“ verehren.

Zitate vom Gründer der Hare-Krishna-Sekte, AC Bhaktivedanta Swami:

„In diesem Zusammenhang ist das Wort vikhyatam sehr bedeutsam. Ein Mann ist immer für seine Aggression gegenüber einer schönen Frau bekannt, und diese Aggression wird manchmal als Vergewaltigung bezeichnet. Obwohl Vergewaltigung rechtlich nicht erlaubt ist, ist es eine Tatsache, daß eine Frau einen Mann mag, der sehr erfahren beim Vergewaltigen ist.“

„Wenn eine Frau von einem Mann angegriffen wird – sei es ihr Ehemann oder ein anderer Mann – genießt sie im Allgemeinen den Angriff, da sie zu lüstern ist.“

„Wenn eine Frau, die keinen Mann hat, von einem aggressiven Mann angegriffen wird, empfindet sie sein Handeln als Gnade.“

„Prabhupada: „Ja, das ist immer Gesetz. Vergewaltigung bedeutet Sex ohne Zustimmung. Sonst gibt es keine Vergewaltigung. Es gab einen Vergewaltigungs-Fall in Kalkutta, und der Anwalt war sehr intelligent. Er brachte die Frau auf die eine oder andere Weise dazu, zuzugeben: ‚Ja, ich habe Lust empfunden. So wurde er freigelassen. ‚ Hier ist die Zustimmung. Und das ist eine Tatsache. Denn nach allem Sex, Vergewaltigung oder nicht Vergewaltigung, werden sie ein gewisses Vergnügen empfinden. Also brachte der Anwalt die Frau mit List und Tücke dazu, zuzustimmen: ‚Ja, ich habe etwas Vergnügen empfunden.‘ Jetzt liegt eine Zustimmung vor. Also wurde er freigelassen. Schließlich ist es eine juckende Empfindung. Ob nun mit Gewalt oder freiwillig, wenn es juckt, fühlt sich jeder erleichtert, wenn es juckt. Das ist Psychologie. Es ist nicht so, daß die Frau Vergewaltigung nicht mag. Sie mögen sie manchmal. Sie tun es freiwillig. Das ist die Psychologie. Äußerlich zeigen sie ein gewisses Mißfallen, aber innerlich tun sie es nicht. Das ist die Psychologie.“ (Morning Walk – 11. Mai 1975, Perth)

Man lese Reichs Massenpsychologie des Faschismus und Die sexuelle Revolution. Aber versuch das mal einem dieser geistig versifften „Reichianer“ zu verklickern…

Hare Krishna!

Stalin, Freud, Hitler und Reich

30. Dezember 2024

Zu Beginn der 1930er Jahre mochten die deutschen Kommunisten Reich, weil er mit seiner Sexualberatungsarbeit etliche Organisationen unter kommunistische Kontrolle brachte. Was er auch bereitwillig und voller Enthusiasmus tat. Was ihnen gar nicht gefiel, war, daß er über die Parteidoktrin hinaus in der „Sexpol“ seine eigenen Vorstellungen von Selbstregulierung propagierte („erkenne deine Eigeninteressen und setze sie durch“), was diametral der „kommunistischen Parteidisziplin“ widersprach, die sich um Selbstkontrolle drehte („reiß dich zusammen und stelle deine Eigeninteressen hintan“).

Die Psychoanalytiker haben ihn nicht wegen seines Kommunismus ausgeschlossen, wie immer und immer wieder kolportiert wird und auch von den Psychoanalytikern selbst damals vorgeschoben wurde, sondern weil seine Anthropologie (Selbstregulierung) das diametrale Gegenteil der Freuds war (Selbstkontrolle). Man denke etwa an die Rolle der Übertragung, d.h. der unbewußten Identifikation des Analytikers mit den Eltern also letztendlich dem Über-Ich. Der „gesichtslose“ Psychoanalytiker nutzt das, um genauso auf den Patienten einzuwirken, wie es einst seine Eltern taten – nur diesmal vermeintlich „heilend“. Ganz anders bei Reich, der Kontakt mit dem Patienten aufnimmt und die unvermeidliche Übertragung als Ersatzkontakt auflöst und wirklichen zwischenmenschlichen Kontakt herstellt, um den Patienten im Hier und Jetzt zu verankern.

Die Kommunisten gingen ähnlich vor wie die Freudianer, als sie aus Partei und Staat eine Art „Ersatzeltern“ machten, vor denen man sich ständig rechtfertigen mußte. Stalin wurde zu einer Art liebenden und strafenden Übervater und die Sowjetunion wurde zum „Mutterland“. Entsprechend sprach Reich vom „Roten Faschismus“, weil das alles genau der Ideologie von Hitler und Goebbels entsprach. Sogar die Erziehungsmethoden waren praktisch identisch. Es paßt ins Bild, daß die Psychoanalyse, entgegen dem antifaschistischen Mythus, unter der Schirmherrschaft von Matthias Goering im Nationalsozialismus fortwirken konnte, um den „heroischen Menschen“ zu formen.

Die Massenpsychologie des arabischen Faschismus (Teil 2)

24. Dezember 2024

Folgenden Blogeintrag setzte ich am 29. Marz 2016 ins Netz über den damaligen Stand des Umbruchs in der arabischen Welt. Nach Gaddafi ist nunmehr auch Assad gestürzt. Die meisten werden sagen, „von den USA gestürzt worden“, aber wie wir nicht zuletzt in Afghanistan gesehen haben, kann man tatsächlich nichts gegen den genuinen Volkswillen ausrichten. Offenbar wollen „die“ Menschen in der islamischen Welt, insbesondere aber in Arabien, unter den Regeln des Islam leben, ISIS light. Es ist, als wenn wirklich nichts und niemand diesen Menschen helfen kann. Es ist hoffnungslos, denn ein tabuisierter Aspekt ist die Schnittstelle zwischen Sexualökonomie, Genetik und Politik. Wie diese Karte zeigt, die den x-ten Beweis für die Validität von James DeMeos Saharasia-These darstellt, gibt es einen engen Zusammenhang zwischen dem Islam und der Verwandtenehe. Diese geht, neben einem Anstieg somatischer Erkrankungen, einher mit sinkender Intelligenz und wachsender Aggressivität bis hin zu unheilbarer Soziopathie –> Terrorismus.

ALLES reduziert sich letztendlich auf Sexualökonomie

Aber nun zu meinem alten Blogeintrag, der mit „In stillem Angedenken an Muammar al-Gaddafi“ überschrieben war:

Es gibt, welch Wunder, tatsächlich Beiträge im Nachrichtenbrief für die ich mich im Nachhinein fast schäme oder an die ich mich zumindest nur ungern erinnere. Zu diesen gehörte einer vom 25. März 2011 über den sich damals ankündigenden Sturz von Muammar al-Gaddafi. Nach dem Coup zeigte sich, daß sich für wirklich alle Beteiligten alles verschlimmert hatte.

Ich bin bis heute für den Sturz Saddam Husseins 2003, trotz allem, was danach geschehen ist. Ein einfacher Wechsel der Staatsspitze bei Beibehaltung der Machtstrukturen, möglichst schon im ersten Irak-Krieg 1991, wäre ein Segen gewesen, hätte zahllose Menschen das Leben gerettet und die Region stabilisiert. Die Verbrecher innerhalb der Regierung der USA haben das zwar ins genaue Gegenteil verkehrt, aber die prinzipielle Möglichkeit bestand.

Heute wissen wir, daß sie in Libyen definitiv nicht bestand, da Gaddafi zum eigenen Machterhalt wirklich alle staatlichen Strukturen inklusive der Armee zerstört hatte. Es gab niemanden, keine Institution, die ihm hätte entgleiten und gefährlich werden können! Nach ihm war deshalb nur blutige Anarchie möglich – und das hatte er ja auch angedroht.

Immerhin hatte ich im damaligen Blogeintrag etwas, wie ich finde, prinzipiell Richtiges erfaßt: der Pest kann Einhalt geboten werden, wenn man sich ihr mit kompromißloser Härte entgegenstellt. Dem wird von liberaler Seite immer entgegengehalten, daß wir damit „unsere eigenen Werte“ verraten würden, womit der Feind schon gewonnen hätte, doch dies ist leeres Geschwätz. Wir haben unsere Werte verraten, als wir den Irak „demokratisieren“ wollten und damit dem schiitischen Iran und schließlich der sunnitischen ISIS den Weg ebneten! Ähnliches läßt sich über den Terror in unseren Städten sagen: die Antwort ist nicht „Integration“, sondern die harte Faust. Man lese dazu die „brutalen“ Ausführungen von Nicolaus Fest.

Man kann der Pest effektiv entgegentreten, ohne alles nur zu verschlimmbessern und erstrecht in einem blutigen Chaos zu enden. Es ist die Pest in uns selbst, die uns einflüstert, daß wir Arschlöcher wie Gaddafi „halt hinnehmen“ müssen, da es keine bessere Alternative gibt.

Hier nun unverändert mein damaliger Beitrag „Bruder Muammar“:

Wenn ich irgendjemandem den Tod wünsche, dann Muammar al-Gaddafi und mit ihm seiner gesamten gottverfluchten Brut. Und das nicht nur wegen Lockerbie 1988, sondern auch wegen des Ustica-Blutbades von 1980 und dem Anschlag von Bologna ebenfalls 1980. Aus Opportunitätsgründen (Erdöl, Angst vor einem Krieg) wurden die beiden Verbrechen in Italien auf das Konto irgendwelcher rechtsradikaler „Logen“ und der NATO geschrieben.

Wie jeder anständige Mensch stehe ich auf Seiten des Volkes gegen ein Regime, das typisch ist für die gesamte saharasische Kernregion zwischen Marokko und China, Sudan und Rußland. Es gibt bei der ganzen Angelegenheit nur ein kleines Problem: die Alternative ist teilweise noch schrecklicher. Wie gestern die Zeitung Wenweipo aus Hongkong kommentierte:

Während man auf aktuellen Pressefotos sehen kann, daß die Anhänger Gaddafis in den Straßen von Tripolis westlich gekleidet und die Frauen nahezu alle unverschleiert sind, bietet sich bei den oppositionellen Kräften ein anderes Bild. Die Frauen, die in Bengasi den Vereinten Nationen für die Verhängung der Flugverbotszone dankten, trugen allesamt ein Kopftuch, auf anderen Fotos sind auch Burka tragende Frauen zu sehen. Vor dem Hintergrund der in den vergangenen zwei Jahrzehnten stetig erstarkenden religiösen Kräfte des Islam im Nahen Osten und Nordafrika stellt sich die Frage, ob sich die Länder des Westens wirklich bewußt sind, wem sie eigentlich in die Hände spielen, wenn sie mit Rufen nach Demokratie und Humanismus in der Region militärisch einschreiten.

Innerhalb der gepanzerten Gesellschaft scheint es kein Entkommen zu geben. Was tun? Der Status quo kann keine Option sein, bzw. sich gegen die Entwicklung stemmen, wäre reine Idiotie!

Reichs Antwort war einfach: Man muß aufhören, rigide, d.h. mechano-mystisch, in absoluten Gegensätzen zu denken, sondern funktionell. Dieses ominöse „funktionell“ bedeutet in diesem Fall, daß man jene Strömungen in der jeweiligen Partei unterstützt, die vorwärtsgerichtet sind und eine Zukunft haben.

Beispielsweise wäre eine „anti-autoritäre“ Erziehung, wie sie gegenwärtig im Westen gang und gäbe ist zweifellos vorwärtsgerichtet, aber sie hätte keine Zukunft, weil sie zum vollständigen Kollaps des gesamten Erziehungssystems führen würde. Man denke nur einmal daran, wie die Kinder der Gasthartzvierler aus dem islamischen Kulturkreis auf unser Schulsystem reagieren! Freiheit, die nicht durch ein den Umständen entsprechendes Maß an Verantwortung aufgewogen wird, muß im Chaos münden.

Genauso illusorisch wird eine wirkliche Demokratie sein. Was aber nicht illusorisch ist, wäre eine „Scheindemokratie“, in der wenigstens für einen geregelten Machtwechsel und dafür gesorgt wäre, daß keine vollständig ungeeigneten „Visionäre“ a la Gaddafi an die Macht kommen. Eine Scheindemokratie mit Gewaltenteilung und einer freien Presse. Es ist nicht einzusehen, daß so etwas in Nordafrika und dem Nahen Osten keine Zukunft hätte.

Was unbedingt Zukunft hat, ist eine freie Wirtschaft. Auslöser der gegenwärtigen Unruhen in der arabischen Welt war die demonstrative Selbstverbrennung eines jungen Mannes in Tunesien, dem es ein korruptes und ineffizientes Verwaltungssystem, dessen Hauptaufgabe zu sein schien, jede freie wirtschaftliche Aktivität im Keim zu ersticken, unmöglich machte eine unabhängige, d.h. menschenwürdige Existenz zu führen. Und das in einem Kulturkreis, der von jeher durch Handel und den sprichwörtlichen „Basar“ geprägt war. Mohammed selbst war ein Kaufmann.

Was schließlich den Islamismus betrifft, d.h. die organisierte Emotionelle Pest: Hier hat die Linke ebenso Schuld an der Situation wie zuvor an der sozialistischen Verkrustung der arabischen Gesellschaften. Gerne wird vergessen, daß Tunesien, Algerien, Ägypten, Syrien, Irak und nicht zuletzt Libyen durchweg sozialistische Länder waren. Die Staatspartei Tunesiens gehörte bis vor kurzem sogar der gleichen Internationalen an wie die SPD! Aber was nun den Islamismus betrifft: Bis zur, von den Sozialisten herbeigesehnten, „Revolution“ im Iran war der Islam in Nordafrika auf dem Rückmarsch, die Moslembrüder eine Kraft, die nicht aus der Mitte der Gesellschaft heraus agieren konnte. Das islamische Kopftuch oder gar die Vollverschleierung war eine Ausnahme. Wie jede Form der organisierten Emotionellen Pest entfaltete sich der Islamismus erst, als er Oberwasser gewonnen hatte und er auf jene Art und Weise „bekämpft“ wurde, wie zu genuiner Aggression strukturell unfähige Linksliberale so etwas „bekämpfen“: mit „Dialog“, Verständnis und immer neuen Zugeständnissen.

Die organisierte Emotionelle Pest löst sich sehr schnell in nichts auf, verpufft geradezu, wenn sie sich mit einem kompromißlosen „Nein“ und einer unüberwindlichen Barriere konfrontiert sieht. Beispielsweise ist Hitler an einem einzigen Mann gescheitert: an Churchill. In seiner Verzweiflung hat Hitler sogar die Sowjetunion angegriffen, um „dem wahnsinnigen Churchill“ dessen letzte Trumpfkarte auf dem europäischen Kontinent aus der Hand zu schlagen. Ähnlich ist die Rote Flut, die sich seit 1917 unaufhaltsam ausgebreitet hatte, an Reagan zerborsten, der erstmals mit dem Kalten Krieg wirklich ernstgemacht hatte.

Der Islamismus würde sich schnell zu seiner ursprünglichen Nichtigkeit verflüchtigen, würde man mit ihm umgehen, wie es Israel mit seinem Kampf gegen den palästinensischen Extremismus vorexerziert.

Die religiösen Fanatiker begreifen die Zusammenhänge weitaus besser als all die ach so klugen Analysten im Westen. Für den archaischen Geist handelt es sich nämlich um den Kampf zwischen zwei Göttern und es geht darum, welcher Gott sich durchsetzen kann. Es geht um ein Gottesgericht. Der durch den linksliberalen Ungeist durchseuchte Westen beweist tagtäglich, daß „Gott“ eine impotente Schwuchtel ist und Allah über ihn triumphieren wird.

Also: tötet Muammar mitsamt seiner Höllenbrut, stützt soweit wie möglich Demokratie und freie Marktwirtschaft und stellt euch dem Islamismus mit „unmenschlicher“ Härte entgegen!

Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 16)

13. Dezember 2024

Laskas Randnotizen zu Hans G. Helms‘ DIE IDEOLOGIE DER ANONYMEN GESELLSCHAFT (Teil 16)

Wilhelm Reich, Mildred Brady und die Buntesrepublik Schland

29. November 2024

Überall, wo Reich aufgetreten ist, hatte er dank seiner intakten Arbeitsfunktion einen durchschlagenden Erfolg, sei es ab 1920 innerhalb der Psychoanalyse, sei es ab 1928 im Umfeld von KPÖ und KPD und den Sexualreformbewegungen der beiden Länder, sei es ab 1934 in Dänemark und Norwegen oder ab 1940 in den USA. Trotz des Bruches durch den Austrofaschismus und den Nationalsozialismus hat Reich bis heute in Österreich und Deutschland nachgewirkt. Anfang der 1970er Jahre sah es in den entsprechenden gesellschaftlichen Nischen sogar so aus, als würde Reich die Kultur dominieren. Wie Andreas Peglau nachgewiesen hat, wirkte er sogar hier und da im „Dritten Reich“ und in der „DDR“ nach! Norwegens Psychotherapeutische Szene und sogar die Kulturszene wäre ohne Reich bis heute undenkbar. In abgeschwächter Form gilt das auch für Dänemark und selbst für Schweden. Und ab etwa 1947 kann man bei der langsam wachsenden „orgonomischen Bewegung“ von einem immer sichtbarer werdenden sozialen Phänomen, insbesondere in New York, sprechen. Reich, seine Bücher und nicht zuletzt der Orgonenergie-Akkumulator wurden zu öffentlichen Begriffen und die Orgontherapeuten wurden von Patienten überlaufen. Dann wurde aber, wieder 1947, ähnlich wie ein Jahrzehnt zuvor, eine sich über Jahre hinziehende und sich dabei immer weiter ausdehnende Medienkampagne losgetreten. Reich mußte nicht nur wegen Hitler aus Norwegen fliehen und auch in Amerika ventilierte er schließlich eine erneute Flucht in die Schweiz.

Die Journaille hat Reich zu Fall gebracht! In Österreich und Deutschland war es die christliche und reaktionäre Presse, in Skandinavien die sozialdemokratische und in den USA die, ja, kommunistische Presse. „Die Kommunistische Presse der USA“?! Dazu muß man sich nur heute CNN und MSNBC in Amerika anschauen, die in vieler Hinsicht eine Entsprechung zu ARD und ZDF sind: es sind kommunistische Sender! Die Person, die die Pressekampagne in den USA los trat, Mildred Edie Brady, war Stalinistin. Und ein Großteil ihrer Kollegen hatten genau die gleiche Einstellung. Man braucht sich zum Vergleich wieder nur in den Redaktionsstuben der heutigen BRD umschauen, wo das rotgrüne Gesindel praktisch zu 100 % dominiert. Daß Brady auf Seiten der Pharmaindustrie (damals „Rockefeller“ heute „BlackRock“) stand und auch heute die Medien nichts anderes als die Propaganda- und Werbeabteilung der Pharmaindustrie sind, steht zum Kommunismus in keinster Weise im Widerspruch! Ich kann mich beispielsweise noch sehr gut erinnern, daß die Antifa zu Corona-Zeiten der bewaffnete Arm der Pharmalobby war!

Blicken wir zurück an den Anfang des Jahrtausends, als eine gewisse Angela Merkel einen geradezu libertären Wahlkampf gegen die rotgrüne Schröder-Regierung führte. Sie war die deutsche „Margret Thatcher“ und ich war begeisterter „Merkelianer“. Endlich sollte das ungeheure Arbeitspotential dieses Landes freigesetzt werden. Ein neues, alles dagewesene in den Schatten stellende Wirtschaftswunder! Doch schnell merkte die Dame, daß sie unmöglich gegen die sogenannte „öffentliche“ Meinung regieren konnte, d.h. gegen die Journaille des öffentlich verächtlichen Schundfunks und von ZEIT, STERN, SPIEGEL etc. Entsprechend hat sich ihre Politik ausgerichtet: wir haben „Thatcher“ gewählt und „Kamela Harris“ erhalten! Ähnliches wiederholte sich 2015: kurz vorher hatte sie noch verkündet, Multikulti sei eine Illusion und krachend gescheitert, doch dann bekam sie Angst vor „schlechten Bildern an der Grenze“, die die Tagesschau senden könnte, und plötzlich galt „Wir schaffen das!“. Seitdem sind unsere Weihnachtsmärkte Hochsicherheitstracks. Alles nur wegen Merkels panischer Angst vor – „Mildred Brady“! Mittlerweile steht dieses Land nach Jahrzehnten indirekter Regierung durch „Mildred Brady“ definitiv vor dem Kollaps. Hunderttausende warten auf ihre Entlassung, mit zitternden Händen öffnen gerade Millionen die Briefe mit der Nebenkostenabrechnung und eine Dunkelflaute steht vor der Tür, die dieses von den Rotgrünen in der Substanz ausgehöhltes Land in ein Chaos stürzen wird, das sich die durch die Medien hypnotisierten Schlafschafe in seinem ganzen Grauen nicht ausmalen können. Viel Spaß bei russischen Vergeltungsschlägen in einem dunklen, klirrendkalten Land, in dem es keinen Strom mehr gibt!

„Mildred Brady“ hat zwischen 1947 und 1957 die Orgonomie (von der heute nur noch ein blasser Schatten übriggeblieben ist!) zerstört und das auf exakt die gleiche Weise, wie sie in den letzten zwei Jahrzehnten Deutschland zerstört hat. Der Alzheimer, die Hohlbratze und der Schwachkopf sind nur Statisten aufgehangen an den Täuschungsschnüren der Journaille.

Warum, wieso, wie? Wie ist es möglich unaufhaltsame, produktive, lebendige Bewegungen wie die Orgonomie oder wie Deutschland aufzuhalten und zu zerstören. Was motiviert die verschwindend kleine Minderheit, die das Unmögliche zuwege bringt. Man lese dazu Paul Mathews Das Weltgeschehen, die Medien und Modju.