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Paul Mathews: Der genitale Charakter und die genitale Welt

19. September 2019

 

Paul Mathews:
Der genitale Charakter und die genitale Welt

 

Der genitale Charakter und die genitale Welt

13. April 2018

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Paul Mathews: Der genitale Charakter und die genitale Welt

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Der genitale Charakter und die genitale Welt (Teil 1)

9. Oktober 2017

DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE

Paul Mathews: Der genitale Charakter und die genitale Welt

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Mechanistische und funktionelle UFO-Forschung

24. April 2015

Tja, UFOs, immer diese blöden UFOs auf diesem Blog! Die einen halten mich für irgendwie durchgeknallt, wenn ich UFOs immer wieder zum Thema mache. Nun, ich betrachte die vermeintlichen „Skeptiker“ als sonderbar. Man schaue sich etwa an, was am 16. September 1994 bei der Ariel School in Ruwa, Zimbabwe geschehen ist. Es ist mir unbegreiflich, wie man so etwas vom Tisch wischen kann.

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=TeXq-ifs5JY%5D

Man kann sich alles Mögliche ausdenken, um UFOs zu erklären. Sinnvoller ist es, nacheinander die Theorien zu betrachten, die seit Ende der 1940er Jahre die jeweils aktuelle Diskussion bestimmt haben.

The Mammoth Encyclopedia of Extraterrestrial Encounters (editor R.D. Story, London 2001) führt acht „UFO-Theorien“ an:

  1. In den 1950er Jahren (und wieder in neuster Zeit) glaubten viele, daß man es mit geheimen Waffenprojekten insbesondere der US-Regierung zu tun hat. Möglicherweise in Zusammenhang mit erbeuteten „Wunderwaffen“ Nazi-Deutschlands.
    Seit etwa 1990 beobachtet man in den USA große „Dreiecke“ mit „Positionslichtern“, die am Rande der Städte und Highways in geringer Höhe lautlos durch den Nachthimmel schweben und sich manchmal wie aus dem Nichts „materialisieren“. Vor einiger Zeit gab es auch in Mitteleuropa öffentliches Aufsehen wegen einer Häufung ähnlicher Sichtungen. Die manchmal recht drolligen „Skeptiker“ hatten instantan eine abschließende Erklärung zur Hand: nächtliche Drachenflieger! Noch weltfremder: Drachenflieger, die Drogen über die offenbar ansonsten hermetisch abgeschotteten Grenzen zwischen den Beneluxländern und dem restlichen Europa schmuggeln. Aber im Ernst: Worum handelt es sich wirklich? Militärische Testflugzeuge? Die würden wohl kaum über dicht bewohntem Gebiet Testflüge absolvieren!
  2. Vielleicht noch älter ist die Theorie der „Hohlerde“, die 1945 aufkam, als in einem zeittypischen amerikanischen Schundblatt die Wahnvorstellungen eines gewissen Richard Shaver veröffentlicht wurden, der an paranoider Schizophrenie litt. Unter der Erde würden zwei Rassen, Überlebende der untergegangenen Zivilisationen von Atlantis und Lemurien, hausen, die mit ihren bewußtseinsverändernden „Strahlen“ das Weltgeschehen kontrollieren. Das Blatt wurde mit Tausenden von Leserbriefen überschwemmt, die nicht nur Shaver bestätigten, sondern teilweise auch mit eigenen Erlebnisberichten und neuen „Fakten“ anreicherten.
  3. Als Basen für UFOs wurden die unerforschten Tiefen der Ozeane ins Spiel gebracht, die uns tatsächlich unzugänglicher und fremder sind als die Weiten des Weltraums. Bisher haben mehr Menschen den Mond betreten als den Grund der Ozeane!
  4. Bereits bei den ersten Untersuchungen des UFO-Phänomens Ende der 1940er Jahre hat man das „Flugverhalten“ von atmosphärischen Leuchterscheinungen mit dem von Tieren verglichen. Trevor James Constable hat sogar von einer speziellen „amöbenartigen“ Tierart gesprochen, die in der oberen Atmosphäre lebt – siehe dazu meine Ausführungen über sein Buch The Cosmic Pulse of Life. Weitaus interessanter wäre es, von einem bisher unbekannten orgonotischen „Erstrahlungs-Phänomen“ zu sprechen, auf das Reich beim Cloudbusten zufällig gestoßen ist und im Sinne der damaligen UFO-Euphorie falsch interpretiert habe.
  5. UFOs mit außerirdischen Raumschiffen gleichzusetzen, wie auch Reich es getan hat, wäre vielleicht am naheliegendsten, wäre da nicht das Problem der schieren Masse der Erscheinungen. Der „Flugverkehr“ würde jedes vernünftige Maß übersteigen. Außerdem gäbe es keinen sinnvollen Zusammenhang zwischen Aufwand und Resultat.
  6. Das Mißverhältnis zwischen den ungeheuren kosmischen Entfernungen und dem Fehlen jeder offensichtlichen Einflußnahme auf das Weltgeschehen mußte logisch zur Theorie der Zeitreisenden führen: die UFOs und ihre Insassen kommen aus der Zukunft und sind deshalb darauf bedacht, eben diese Zukunft nicht durch eine Kontaktaufnahme mit uns zu gefährden. Das würde auch erklären, warum sie uns so ähnlich und den Bedingungen auf diesem Planeten so gut angepaßt sind. Vertreter dieser These vergessen gerne, daß, wer derartige Zeitreisen beherrscht, wohl erst recht die Weiten des Weltalls überwinden könnte – und es ohnehin sinnlos ist, diese beiden „Reisen“ voneinander trennen zu wollen.
  7. Hat man einmal die exotische Theorie einer „Manifestation aus der Zukunft“ in Erwägung gezogen, ist die „ultraterrestrische“ Theorie kein großer Schritt mehr: man hat es mit „Manifestationen aus anderen Dimensionen“ (was immer das auch sein soll!) zu tun. Eine gewisse Nähe zu Shaver ist unverkennbar – mit dem Unterschied, daß die „ultraterrestrische“ Theorie, die zunehmend die extraterrestrische verdrängt und die „seriöse“ UFO-Debatte zu dominieren beginnt, nicht klar formuliert ist und prinzipiell auch gar nicht klar gefaßt werden kann. Es ist deshalb unmöglich sie zu widerlegen. Ohnehin vertritt jeder Autor seine persönliche Sondertheorie, die sich kaum mit anderen „extradimensionalen“ Theorien zur Deckung bringen läßt.
  8. Ähnlich vage und inhärent willkürlich sind die auf C.G. Jung zurückgehenden Theorien der „psychischen Projektion“. Demnach sind UFOs sozusagen „Veräußerungen“ unseres unbewußten Seelengrundes und haben dabei möglicherweise, ähnlich wie Poltergeist-Phänomene, eine durchaus materielle Komponente.

In Ea und die Wellenfunktion habe ich versucht derartige Fallstricke zu umgehen und eine orgonomische Theorie zumindest anzudeuten. Beispielsweise habe ich das „Fermi-Paradoxon“ diskutiert: Es ist ein wissenschaftliches Rätsel, warum wir nicht von Außerirdischen besucht werden!

In Bild der Wissenschaft wird dieses Paradoxon erneut aufgerollt. Abwegige Theorien werden ventiliert, etwa, daß die Außerirdischen Angst vor unserem Waffenarsenal haben könnten oder uns isolieren, weil wir noch nicht geistig hoch genug entwickelt sind, um in die galaktische Konföderation aufgenommen zu werden. Nur eins wird nicht in Erwägung gezogen: UFOs – und daß sich die UFOs genau so verhalten, wie man es von Außerirdischen erwarten sollte, wenn man die Theorien, die das Ferrni-Paradoxon erklären sollen, ernstnimmt.

Der Mechanismus zeichnet sich dadurch aus, daß die lebendigen Zusammenhänge ausgeblendet werden. Das zeigt sich sogar in der UFO-Forschung selbst. Was nützt es beispielsweise, wenn man sorgfältig Dutzende von UFO-Sichtungen untersucht, in denen die Zeugen schwere körperliche Schäden davontrugen, darüber jedoch den grundsätzlich feindlichen Charakter dieser Aktionen aus den Augen verliert und sich im Gegenteil gegen „voreilige“ Schlüsse verwahrt?

Wie ist Reich in seiner UFO-Forschung vorgegangen? Er ging zuallererst nicht mit einer vorgefaßten „wissenschaftlichen“ Meinung ans Werk, sondern er ließ zuerst einmal die Beobachtungen in sich einströmen und entfalten.

Messungen jeder Art waren vollständig wertlos, bevor nicht zuerst die Qualitäten des untersuchten Phänomens verstanden waren: welche Eindrücke, welche emotionalen Empfindungen riefen diese „Dinger am Himmel“ im Beobachter hervor?“ (Jerome Eden: Planet in Trouble)

Man zergliedert also nicht ein Phänomen, um es dann zu verstehen, nachdem man es aus dem lebendigen Zusammenhang gelöst hat, sondern man nimmt zuerst den Gesamteindruck auf, bemüht sich die Funktion bestimmter Dinge im Gesamtprozeß zu erspüren, und versucht erst nach dieser intuitiven-empathischen Phase die verschiedenen Variationen eines Phänomens mit Meßinstrumenten so gut wie irgend möglich zu verifizieren. Dann wird man auch die Gesamtheit der UFO-Erscheinungen in das Gesamtbild einer globalen Bedrohung einordnen können und nicht Gefahr laufen, durch intensives Forschen das wichtigste am erforschten Phänomen aus den Augen zu verlieren. Es geht hier um den instrumentellen Charakter „der“ Wissenschaft als Mittel des Ausweichens vor dem Wesentlichen. Tausende von Wissenschaftlern leben davon, daß die Probleme nicht gelöst werden.

Für den Mechanisten sind alle Naturerscheinungen isoliert zu betrachten, z.B. käme es ihm kaum in den Sinn, eine Amöbe und eine Wolke einheitlich als Systeme zu sehen, deren Entropie im Laufe der Entwicklung bis zu einem bestimmten Niveau abnimmt, konkret also Orgonenergie akkumuliert, bis ein Punkt erreicht ist, an dem es zur Entladung kommt: zur Zellteilung, beim Metazoon zur orgastischen Plasmakonvulsion und bei Wolken zu Blitzen und Abregnen.

So sieht er auch keine Verbindung zwischen der Wirkung der Radioaktivität auf Organismen und der Wirkung von UFOs auf die Atmosphäre, die ja immer wieder mit einer erhöhten Hintergrundstrahlung in Zusammenhang gebracht werden. Er begreift nicht, daß grundsätzlich alle Funktionsgebiete der Natur gemeinsamen Funktionsprinzipien folgen, da alle von der Lebensenergie durchströmt werden.

Reich zufolge entsprechen die „Eindrücke“ eines Menschen den „Ausdrücken“ der Natur. Wir können die Natur erkennen, weil wir in uns empathisch empfinden, was außerhalb von uns der gleichen Lebensenergie folgt, deren Produkt auch wir sind. Der mechanistische Wissenschaftler, dessen Aufgabe es doch sein sollte, diese „Eindrücke“ in sich aufzunehmen und danach möglichst unabhängig von der spezifischen Struktur seiner Wahrnehmungsorgane (inklusive dem Gehirn) zu verifizieren und quantitativ zu erfassen, blockt diese Empfindungen von vornherein als subjektiv ab – so als ob es so etwas wie „freien Geist“ unabhängig von der Natur gäbe, also wirkliche Subjektivität überhaupt möglich wäre. Dem steht Reichs Ansicht gegenüber, daß „körperliche Empfindungen die wichtigsten Werkzeuge der Naturforschung sind“.

Dem Mechanisten entgeht z.B. der „energetische“ (orgonotische) Zustand der Atmosphäre nach UFO-Sichtungen – er fühlt nicht, wie die Atmosphäre „bedrückend“ wird oder für ihn hat dieses Gefühl keinerlei Relevanz im Zusammenhang mit UFOs. Ihm fällt auch nicht weiter auf, daß dieses Gefühl immer dann wahrnehmbar ist, wenn sich etwa keine Kondensstreifen mehr am Himmel bilden bzw. sich schnell verflüchtigen, daß die Bläue des Himmels „milchig“ wird und daß das Licht greller und blendender wirkt, wobei objektiv die Lichtintensität bei DOR in der Atmosphäre abnimmt (Stichwort „Global Dimming“).

Auch wird er es kaum in den richtigen Zusammenhang bringen, daß in solchen atmosphärischen Zuständen bestimmte Orgonenergie-Experimente schlecht oder überhaupt nicht mehr funktionieren. Und selbst wenn, er würde nie eine Verbindung zu den UFO-Manövern in unserer Atmosphäre ziehen und von dort zur Ausbreitung der Wüstengebiete und dem allgemeinen Wetterchaos und auch zur allgemeinen emotionalen und körperlichen Verfassung der Menschen.

Eine Lösung des UFO-Problems wird nur dann möglich sein, wenn die Wissenschaft die Funktionen der primordialen kosmischen Energie und ihre Derivate (OR, ORANUR und DOR) verstanden hat. „Die“ Wissenschaft in ihrem heutigen Zustand kann den Leuten nicht sagen, was ihnen und ihrer Umwelt widerfährt – was wirklich das allgemeine Unwohlsein, meßbar an den steigenden Profiten der Pharmaindustrie und anderer Drogenhändler, die ansteigende irrationale Aggressivität und das zunehmend chaotischere Wetter verursacht.

„Die“ Wissenschaft weiß auch nicht, daß bestimmte seltsam eckig geformte Wolken, die wie Stahlwolle am Himmel hängen und bei sensiblen Beobachtern ein starkes Unwohlsein hervorrufen, fast immer die Präsenz oder die ehemalige Anwesenheit von UFOs anzeigen, und daß ihr Erscheinen zumeist Dürreperioden oder zerstörerisch starke Regengüsse ankündigt. (Was kein Widerspruch ist, wenn man nur an die periodisch wiederkehrenden verheerenden Regenfälle etwa in der Sahara denkt, die nur die Wüstenentwicklung vorantreiben).

Ihr ganzer Forschungsansatz macht es der offiziellen Wissenschaft schwer, überhaupt erst zur Problematisierung dieser Wolken zu gelangen. Sie mit atmosphärischen und emotionalen Einwirkungen in Zusammenhang zu bringen, ist ihr letztlich mangels eines adäquaten Forschungsansatzes unmöglich, da sie nicht die gemeinsamen Funktionsprinzipien der Natur zum Forschungsgegenstand hat, sondern nur deren unendlich vielfältigen Variationen und deren Wechselwirkungen. Sie betrachtet die Dinge nicht vom Blickpunkt der Energie, sondern der Masse.

UFOsfunkmyme

Die Massenpsychologie der Anthroposophie (Teil 1)

27. Oktober 2011

Rudolf Steiner glaubte, daß seine Gedanken ihm durch göttliche Kräfte eingegeben würden. Von Geburt an bis zu seinem Krebstod waren „geistige Wesenheiten“ seine ständigen Begleiter. während seiner Pubertät erlebte Steiner in der Beschäftigung mit der höheren Mathematik Befreiung von seinen drängenden Trieben. Statt genitaler erstrebte er mystische Erfüllung und „spirituelle Entladung“, während er, wohl aus persönlicher Erfahrung heraus, Sex mit Schwarzer Magie gleichsetzte.

1875 gründete Helena Petrowna Blavatsky die Theosophische Gesellschaft mit ihrer „Geheimen Lehre“ von Atlantis und dessen sieben „Wurzelrassen“, zu denen auch die „Herrenrasse“ zählte, die „Arier“. (Tatsächlich geht auf sie praktisch das gesamte Oeuvre der modernen „Esoterik“ zurück: etwa die „Hohlerde“ und David Icke ist nur ein fader Blavatsky-Aufguß.) Ein Freund Blavatskys, der Rosenkreuzer Franz Hartmann, gründete 1895 zusammen mit dem Wiener Fabrikanten Karl Kellner in Wien die Loge Ordo Templi Orientis (O.T.O.), deren Ordensgeheimnis tantrische Sexualmagie war. Aus dieser Geheimloge ist, neben Aleister Crowley (auf den wiederum die Scientology zurückgeht) Steiners Anthroposophie hervorgegangen. Eine weitere Abzweigung des O.T.O. war Lanz von Liebenfels Ordo Novi Templi (O.N.T.), der den Mutterboden der NSDAP formte. Jedenfalls gehörte das Hakenkreuz zum Logen-Wappen und aus dem Logenmotto „Heil und Sieg!“ wurde „Sieg Heil!“.

1920 schrieb der Anthroposoph Karl Heise (der später die Heraufkunft des Nazi-Regimes enthusiastisch begrüßen sollte) ein Buch über Entente-Freimaurerei und Weltkrieg, dessen Druck Steiner persönlich finanzierte und für das er das Vorwort schrieb. Das Buch handelt von „der britisch-freimaurerischen Verschwörung“ und zitiert dazu ausführlich Guido von List, den Logenbruder von Lanz von Liebenfels und Begründer des proto-nazistischen „Armanenordens“, dessen rassistische Sexualmagie ich an anderer Stelle beschrieben habe Der blaue Faschismus http://www.orgonomie.net/hdoblau.htm . Heute wird Heises Buch von neonazistischen Gruppen ständig neu verlegt.

Steiner hatte den Ersten Weltkrieg als „strafenden Sturmwind“ für die ungläubigen Alliierten bezeichnet. Wilson und Lenin nannte er „ahrimanische Mächte“ gegen Deutschlands spirituelle Sendung. In diesem Geiste hatte er bereits zu Beginn des Krieges den Chef des deutschen Generalstabs Helmuth von Moltke, einen Anthroposophen, beeinflußt. Anthroposophie als die Ideologie des deutschen Imperialismus! Der Gründer der anthroposophischen Kirche „Christengemeinschaft“, Pastor Friedrich Rittelmeyer, veröffentlichte 1934 ein Buch mit dem Titel Deutschtum, in dem er für einen Befreiungskrieg von der angelsächsischen Welt warb.

Als Hitler auftrat, reagierten zwar manche Anthroposophen reserviert, aber niemals wirklich feindselig, während sich die meisten begeistert der „Bewegung“ anschlossen. 1933 erklärte der ehemalige Privatsekretär Steiners und späteres Mitglied des Vorstandes der Anthroposophischen Gesellschaft, Guenther Wachsmuth, gegenüber einer dänischen Zeitung, daß es kein Geheimnis sei, daß die Anthroposophen die Entwicklung in Deutschland voll Sympathie verfolgten. Währenddessen schickte der Nachfolger Steiners und Präsident der Anthroposophischen Gesellschaft, Albert Steffen, ein Rundschreiben an die führenden Nazis, um ihnen zu vergewissern, daß sich die Lehren Steiners in vollkommener Übereinstimmung mit dem Nationalsozialismus befänden.

Dementsprechend waren schon manche Anthroposophen aktiv gewesen. Da wäre z.B. Hans Eberhard Maikowski (Spitzname „Roter Hahn“), ein Sturmbannführer der SA und in dieser Eigenschaft der Führer des berüchtigten Killerkommandos „SA-Mordsturm 33“. Sein Bruder, ein Waldorf-Lehrer, war enger Mitarbeiter Steiners gewesen und auch der „Rote Hahn“ selbst war glühender Verehrer Steiners. Am Tag der Machtübernahme wurde er von einem Kommunisten erschossen, woraufhin er neben Horst Wessel zu einem der Nationalheiligen Hitler-Deutschlands wurde.

Trotzdem bezeichnete z.B. Reinhard Heydrich die Anthroposophie als „orientalische Verschmutzung des klaren germanischen Geistes“. Entsprechend wurde 1935 die Anthroposophische Gesellschaft verboten. Daraufhin sandte der Vorstand an Hitler einen Brief, in dem ihm die führenden Anthroposophen vergewisserten, es gäbe keinerlei Verbindungen mit freimaurerisch-jüdischen Kreisen und außerdem hätten ja nationalsozialistische Rassenexperten den Anthroposophen offiziell bescheinigt, daß Steiner Arier gewesen sei.

Noch heute versteht es die Anthroposophie sich ein positives Image zu geben. Zum Beispiel gibt sie vor, für individuelle Gnosis zu stehen, doch ist sie tatsächlich ein steriles, dogmatisches System, dessen Dreh- und Angelpunkt die Unterdrückung aller kritischen Distanz und die vollständige Identifikation mit dem Führer ist. Ihr positives Image ist um so erschreckender, wenn man sich vergegenwärtigt, daß ihr spiritueller Wahn vom Krieg der Kräfte des Lichts gegen die der unterirdischen Dunkelheit praktisch mit dem biologischen Wahn der Nationalsozialisten identisch ist. Wie Jerome Eden in seiner Broschüre The Emotional Plague vs. Orgonomic UFOlogy (S. 32) geschrieben hat: „Von Ahrimanisch zu Nicht-Arisch ist nur ein einfacher pathologischer Schritt“.

Dem britischen Anthroposophen Trevor Ravenscroft zufolge träumten sowohl Anthroposophie als auch Nationalsozialismus von einer neuen „Sonnenrasse unter dem Hakenkreuz“, in der die alte rassische Reinheit neu erstehen würde, die nach theosophisch-anthroposophischer Lehre durch die „degenerierten Rassen“ aus dem Süden des „atlantischen Urkontinents“ besudelt wurde. Dort waren, um mit Lanz von Liebenfels zu sprechen, „die Sodomsäfflinge“ Opfer monströser Selbstmutationen aufgrund ihrer „bösen Seelenkräfte“ gewesen. Schließlich sei der rassisch geschwächte Arier durch intellektuell-luziferische und materialistisch-ahrimanische (d.h. jüdische) Kräfte, die ihn von seinen spirituellen Quellen abgeschnitten hätten, aus seinem arischen Paradies vertrieben worden. Es ist in der Anthroposophie also durchaus eine Verbindung zum „Rassebiologischen“ zu finden.

Die ganze anthroposophische Grals-Mystik geht in diese Richtung. Denn was ist der „Gral“ anderes als Träger des Blutes Christi – des noblen arischen Blutes. In der reinen, arischen Blutlinie der Gralsfamilie pflanze sich die Fähigkeit zur hellsichtigen Geistschau als „Blut-Erinnerung“ der arischen Gottes-Söhne fort. Steiner glaubte, so Ravenscroft, seine eigene Geistschau habe er als letzter Vertreter von seinen germanischen Vorfahren geerbt, die diese Fähigkeit mit dem Sonnensymbol der Swastika symbolisiert hätten. Aus dieser okkulten Hellsichtigkeit heraus spräche Steiner von der „okkulten Bedeutung des Blutes“, das Gefäß der Stammes- und Rassen-Identität sei, und von „okkulten Blutriten“ zum Hervorrufen einer magischen Mutation hin zur reinen arischen Rasse. Einer Mutation, die eine neue Phase in der menschlichen Evolution hervorrufen würde, die Geburt des „Übermenschen“ durch „Ätherisierung des Blutes“. Dazu müsse das arische Blut reinerhalten werden, denn Luzifer habe sich im Blut der Menschheit etabliert, nämlich im „Blut der jüdischen Rasse“, die heute zum Träger von Tragödie und Bosheit geworden sei. Das jüdische Blut sei gallig geworden, weil es sich verbohrt gegen das Blut des Neuen Bundes gesperrt habe. Deshalb dürfe das jüdische Blut keine weitere Rolle in der Evolution der Menschheit spielen.

Ich bezweifle, daß Ravenscroft solche Stellen belegen kann, was sich jedoch belegen läßt ist, daß die Steinersche „Geisteswissenschaft“ behauptet, in der Menschheit gäbe es eine evolutionäre Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen, wie beim einzelnen Menschen auch. Dementsprechend sei die negroide Rasse „Baby“, die malaisch-polynesische „Kind“, die mongolische „Jugendlicher“, die indoarische „Erwachsener“ und die indianische „Greis“ (und deshalb leider Gottes dazu bestimmt auszusterben).

In der Anthroposophie wird die persönliche Verantwortung auf Geisteswesen, das karmische Gesetz und den göttlichen Weltplan delegiert, während das Judentum für die persönlich Verantwortung vor Gott steht, die vom Kleinen Mann gehaßt und vom anthroposophischen Christus überwunden wird. Der Anthroposoph kann nur in fixen mystischen Strukturen denken, mit festen Vorstellungen von Gut und Böse. In Verbindung mit Steiners Offenbarung, daß alle Nationen, Völker und „Rassen“ Ausdruck von Geistwesen und deshalb festumrissene „organische“ Einheiten sind, wird sie zur Ideologie des rassistischen Nationalismus, der „Rassenseele“. Steiner selbst sprach im typischen späteren Nazijargon von der „Volksseele“, der unlösbaren Verbindung zwischen „Nation und Blut“ und der „germanischen Sendung“. Goebbels‘ Roman Michael (1929) zeigt die Geistesverwandtschaft von Nationalsozialismus und Anthroposophie, denn der Anthroposophie zufolge ist „Michael“, der Erzengel, der Deutschland verkörpert, die „geistige Macht“ unserer Zeit.

Goebbels denkt Gesellschaft ganz allgemein in der Kategorie der Identität, insofern sowohl von der fremden als auch von der eigenen Gemeinschaft behauptet wird, sie hätte ein „Wesen“; was weder wissenschaftlich noch rational begründet werden kann: „Der Jude ist uns im Wesen entgegengesetzt.“ (Claus-E. Bärsch: „Antijudaismus, Apokalyptik und Satanologie“, Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte, 1988, S. 118)

Steiners „atlantische“ Rassetheorien aus seiner Akasha-Chronik entsprechen denen Hitlers. Der deutsche Psychiater Wolfgang Treher zeigt in seiner Studie Hitler, Steiner, Schreber – Ein Beitrag zur Phänomenologie des kranken Geistes (Emmendingen 1966) die enge Verwandtschaft zwischen den geisteskranken Systemen Hitlers und Steiners auf. Treher zufolge kämpfte Hitler, in der Art von Projektion, die für Schizophrene charakteristisch ist, gegen das teuflische Böse, d.h. gegen die Juden, um die Einheit seiner manichäisch gespaltenen schizophrenen Seele wiederherzustellen. Treher betrachtet Steiner, der denselben psychotischen manichäischen Krieg des arischen Christus gegen den jüdischen Ahriman kämpfte, als sogar noch kränker und verrückter als Hitler. In beiden schizophrenen Wahnsystemen gibt es zwei Gruppen – eine höhere geistige Rasse und eine dämonische materialistische. Die letztere Rasse muß ihre Sünden abarbeiten, bis sie stirbt, wie in Hitlers KZs.

Steiner und Hitler waren beide Mystiker, aber für Steiner war die metaphysische Einheit der „absolute Geist“, der von der Materie unabhängig ist, während für Hitler es der „absolute Wille“ war, der nicht von den Umständen abhängig ist. So empfand Hitler nur Verachtung für den ästhetisierenden Schwächling Steiner. (In seinen frühen Tagen schrieb Hitler im Völkischen Beobachter gegen den „galizischen Juden“ Steiner.) Während Steiner sicherlich nur Mitleid mit dem primitiven Ahriman Hitler fühlte. Dies hinderte aber manchen ihrer Anhänger nicht daran, ihnen beiden zu folgen.