Posts Tagged ‘Lüge’

Peter Töpfer (Teil 21 – Ende)

19. Januar 2026

Die prinzipielle Wahrheit kann idealistisch als Ausdruck absoluter Kategorien betrachtet werden. Dann läßt sich die „göttliche“ Wahrheit erkennen und die „weltliche“ Wirklichkeit durch Handeln demgemäß umformen.

Es ist aber auch möglich umgekehrt, materialistisch von der Wirklichkeit auszugehen und von hier aus „opportunistisch“ verschiedene „spezielle Wahrheiten“ zu sehen, je nachdem in welche Richtung man in der Landschaft der Wirklichkeit blickt. In Abhängigkeit vom Blickwinkel ändert sich die Wirklichkeit (die Form der „Landschaft“), der jeweils eine andere spezielle Wahrheit entspricht.

Es ist beispielsweise prinzipiell wahr, daß Homosexualität eine schwerwiegende Biopathie darstellt und stets mit extremer orgastischer Impotenz einhergeht. In bestimmten Zusammenhängen ist es aber auch wahr, daß Homosexuelle den sexualökonomischen Grundgedanken, demzufolge Sexualität und Fortpflanzung separate Gegebenheiten sind, verkörpern, oder etwa, daß Toleranz gegenüber Homosexuellen ein Maß der eigenen orgastischen Befriedigung ist. (Jedenfalls kann kein Homosexuellenhasser orgastisch potent sein.)

Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Alternative zwischen prinzipienfester „Gesinnungsethik“ und opportunistischer „Handlungsethik“. Die erstere wird von „Theoretikern“ vertreten, die letztere von „Praktikern“.

Tatsächlich gibt es keine abstrakte theoretische Wahrheit, die neben einer praktischen Wirklichkeit existiert. Wahrheit ist Kontakt mit der Wirklichkeit und wenn dieser Kontakt nicht besteht, dann ist alle Theoretisiererei nichtig. Haben wir diesen Kontakt, können wir die eine prinzipielle Wahrheit vertreten und uns trotzdem der speziellen Wahrheiten bewußt sein, die manchmal in Gestalt einer „Gegenwahrheit“ gegen den „Wahrheitskrämer“ verteidigt werden müssen.

Ab und an wird insinuiert, daß die Orgonomie einen geradezu „faschistischen“ Terror ausüben könnte, etwa indem sich jeder durch das „Ideal“ der orgastischen Potenz schlecht fühlt, insbesondere aber sexuelle Minderheiten wie Homosexuelle oder etwa vermeintliche „Hermaphroditen“. Dem ist nicht so, denn kontaktvolle Menschen gehen eben nicht mit der Wahrheit hausieren. Außerdem haben Kontaktlose ohnehin per definitionem keinen Zugang zur Wahrheit. Sie plappern sie allenfalls mechanisch nach.

Peter Töpfer (Teil 20)

18. Januar 2026

Uns langsam dem Ende nähernd, sollten wir angesichts der Töpferschen Tiefenwahrheit betrachten, was Wahrheit wirklich ist und welche therapeutische Funktion sie wirklich hat.

Die Psychologin Anita Kelly und der Statistiker Lijuan Wang von der University of Notre Dame, Indiana konnten eine Verbindung zwischen einer verbesserten Gesundheit und dem Verzicht auf das Lügen nachweisen. Dazu wurden zwei Gruppen von Versuchsteilnehmern über einen Zeitraum von zehn Wochen beobachtet. Weniger Lügen, sowohl Notlügen als auch wohlüberlegte Lügen, gingen einher mit einer besseren psychischen (emotionalen) Verfassung, etwa deutlich weniger Gefühle der Anspannung und Melancholie, und weniger körperlichen Beschwerden, wie Halsweh und Kopfweh. Auch verbesserten sich die Beziehungen und das soziale Leben.

[Die Forscher] vermuten, daß Streß, der beim Lügen entsteht, der Drahtzieher hinter den Effekten ist. Seine negativen Folgen auf die Psyche des Menschen, aber auch auf seinen körperlichen Gesundheitszustand sind bereits bekannt. Die Studie bietet diesbezüglich nun eine ermutigende Botschaft: „Viele Teilnehmer konnten die täglichen Lügen tatsächlich drastisch reduzieren und wurden dafür belohnt“, resümiert Studienleiterin Anita Kelly.

Lügen ist anstrengend, Wahrheit entspannt. Die konzeptionelle Nähe zur Panzerung ist offensichtlich.

Von orgonomischer Warte aus betrachtet ist Wahrheit der bioenergetische Kontakt zur Wirklichkeit:

Wer lügt, leugnet entsprechend nicht nur einfach die Wirklichkeit, sondern er stört auf eine fundamentale Art und Weise den orgonotischen Kontakt selbst. Das umfaßt dann automatisch soziale (zwischenmenschliche), psychische (emotionale) und körperliche Komplikationen: ein wirklichkeitsgerechtes Funktionieren wird hintertrieben.

Was Beziehungen betrifft wissen wir alle, wie heilsam „Aussprachen“ sein können. Aus einem toten Nebeneinanderherleben, in dem jeder dem anderen etwas vormacht, wird wieder eine lebendige Beziehung.

Orgontherapie ist in mancher Hinsicht „bewußtmachen des Unbewußten“. Natürlich nicht im psychoanalytischen Sinne, sondern im Sinne des Bewußtmachens von Lügen. Das ständige Grinsen ist eine Lüge. Es soll die unbewußte Traurigkeit zurückhalten. Die hochgezogenen Schultern sind eine Lüge, denn sie sollen etwas schützen, was aktuell gar nicht mehr bedroht ist, den „Nacken“. Indem das Bewußtsein wieder in Übereinstimmung mit der Wirklichkeit gebracht wird, wird bioenergetischer Kontakt hergestellt.

Ein Leben in Wahrheit beeinflußt uns auf denkbar grundlegender Ebene. Wie Charles Konia gezeigt hat, beruht unser gesamtes plasmatisches System (d.h. das autonome Nervensystem, das kardiovaskuläre System, das endokrinologische System und nicht zuletzt das Immunsystem) auf orgonotischem Kontakt.

Die Wahrheit heilt nicht, weil irgendwelche mystischen Kräfte wirksam werden, sondern weil das Lügen unmittelbar den einen Faktor kompromittiert, der die Grundlage unserer sozialen, emotionalen und sogar körperlichen Existenz ist: den orgonotischen Kontakt.

Immerhin bringen Mystiker, die zumindest einen gewissen, wenn auch verzerrten Kontakt zum bioenergetischen Kern bewahrt haben, das hochpoetisch im Satz „Gott ist die Wahrheit und die Liebe!“ zum Ausdruck. Jene, die die Lüge, das Lügen, zum Prinzip gemacht haben, die Roten Faschisten und die Islamisten (Stichwort „Taqiyya“, „Taquiya“), verkörpern entsprechend das Böse schlechthin.

Max Stirner, Soter (Teil 14)

7. Juli 2025

Die von Stirner gemeinte „Empörung“ hat natürlich nichts mit Revoluzzertum zu tun:

Sie ist kein Kampf gegen das Bestehende, da, wenn sie gedeiht, das Bestehende von selbst zusammenstürzt, sie ist nur ein Herausarbeiten Meiner aus dem Bestehenden. Verlasse Ich das Bestehende, so ist es tot und geht in Fäulnis über. Da nun nicht der Umsturz eines Bestehenden mein Zweck ist, sondern meine Erhebung darüber, so ist meine Absicht und Tat keine politische oder soziale, sondern, als allein auf Mich und meine Eigenheit gerichtet, eine egoistische. (Der Einzige, S. 354)

Heißt es nicht der Niederträchtigkeit das Wort reden, wenn alles „meinetwegen“ geschieht? Die gleichen, die diese Ängste äußern, würden ohne zu zögern jeden Meineid, jede Lüge, jede denkbare Niedertracht verüben. „Denn wurde nicht jede Niederträchtigkeit um Gottes willen verübt, alle Blutgerüste um seinetwillen erfüllt, alle Autodafés seinetwegen gehalten, alle Verdummung seinetwegen eingeführt, und bindet man nicht noch heute schon bei den zarten Kindern durch religiöse Erziehung den Geist um Gottes willen?“ (Der Einzige, S. 335). „Es ist verächtlich, ein Vertrauen, das Wir freiwillig hervorrufen, zu täuschen; aber jeden, der Uns durch einen Eid in seine Gewalt bekommen will, an der Erfolglosigkeit seiner zutrauenslosen List verbluten zu lassen, macht dem Egoismus keine Schande. Hast Du Mich binden wollen, so erfahre denn, daß Ich deine Bande zu sprengen weiß“ (Der Einzige, S. 337).

Hinter der Maske von Religion, Menschlichkeit, Sozialismus geht es eh nur darum an fremdes Eigentum zu gelangen, doch statt das Fremde direkt in Eigenes zu verwandeln, „spielt man den Unparteiischen und verlangt nur, daß alles Eigentum einem Dritten (z.B. der menschlichen Gesellschaft) überlassen werde. Man reklamiert das Fremde nicht im eigenen Namen, sondern in dem eines Dritten. Nun ist der ‚egoistische‘ Anstrich weggewischt und alles so rein und – menschlich!“ (Der Einzige, S. 353).

Sowohl der mitleidige Christ als auch der erbarmungslose „satanistische Thelemit“ (vgl. Der Einzige, S. 64.66) handeln willkürlich, wenn sie z.B. einen Verdurstenden „aus Prinzip“ laben bzw. „aus Prinzip“ verdursten lassen, da sie beide jenen Ideen von Sklaventum oder „Freiheit“ folgen (bzw. dagegen rebellieren), denen sie zufällig in Kindheit und Jugend ausgesetzt waren. In jedem Fall waren und bleiben sie Besessene, die nicht aus sich heraus leben, sondern auf die eine oder andere Weise von außen bestimmt sind.

In der religiösen, sittlichen und humanen „Liebe“ wird nicht die konkrete Person geliebt, sondern Gespenster wie „Jesus“ oder „der Mensch“, während der wirkliche, unwiederholbare Einzelne nur als „Dreck“ betrachtet wird (Der Einzige, S. 27), der mit, wie Stirner sich ausdrückt, „dumpfer Unbarmherzigkeit“ verfolgt wird. Der dergestalt „Liebende“ „findet es lobenswert und unerläßlich, die Erbarmungslosigkeit im herbsten Maße zu üben; denn die Liebe zum Spuk oder Allgemeinen gebietet ihm, den nicht Gespenstischen, d.h. den Egoisten oder Einzelnen, zu hassen; das ist der Sinn der berühmten Liebeserscheinung, die man ‘Gerechtigkeit’ nennt“ (Der Einzige, S. 321).

Ich liebe die Menschen auch, nicht bloß einzelne, sondern jeden. Aber Ich liebe sie mit dem Bewußtsein des Egoismus; Ich liebe sie, weil die Liebe Mich glücklich macht, Ich liebe, weil Mir das Lieben natürlich ist, weil Mir’s gefällt. Ich kenne kein „Gebot der Liebe“. Ich habe Mitgefühl mit jedem fühlenden Wesen, und ihre Qual quält, ihre Erquickung erquickt auch Mich: töten kann Ich sie, martern nicht. Dagegen sinnt der hochherzige, tugendhafte Philisterfürst in [dem zeitgenössischen Roman von Eugène Sue: Les mystères de Paris], weil ihn die Bösen „entrüsten“, auf ihre Marter. Jenes Mitgefühl beweist nur, daß das Gefühl der Fühlenden auch das meinige, mein Eigentum, ist, wogegen das erbarmungslose Verfahren des „Rechtlichen“ (z.B. gegen den Notar Ferrand) der Gefühllosigkeit jenes Räubers gleicht, welcher nach dem Maße seiner Bettstelle den Gefangenen die Beine abschnitt oder ausreckte: Rudolfs Bettstelle, wonach er die Menschen zuschneidet, ist der Begriff des „Guten“. Das Gefühl für recht, Tugend usw. macht hartherzig und intolerant. Rudolf fühlt nicht wie der Notar, sondern umgekehrt, er fühlt, daß „dem Bösewicht Recht geschieht“; das ist kein Mitgefühl. (Der Einzige, S. 324f)

„Wirklich lieben kann nur der „natürliche Mensch“ – durch das Dazwischengehen der „Bildung“ wird sie zum Gebot und damit zur Lüge. Aus dieser Verstrickung muß die Liebe zurückgefordert und „erlöst“ werden (Der Einzige, S. 323).

Max Stirner, Soter (Teil 5)

22. April 2025

Betrachten wir, was Stirners größter, wenn nicht überhaupt sein eigentlicher Widersacher einzuwenden hat: Auch wenn Nietzsche ihn nirgends erwähnt, stellt doch sein Gesamtwerk eine Kritik der optimistischen Anthropologie Stirners dar. Für den „heroischen Pessimisten“ Nietzsche war jedes „eigentlich“ Werden des (für Nietzsche) angeblich entfremdeten Menschen eine Illusion. Man könne sich nicht, so Nietzsche, außerhalb des kranken Getriebes stellen und objektive Kritik üben, wie es alle „Offenbarungen“ tun. Man könne sich nicht, wie Stirner es tut, außerhalb der krankmachenden Moral stellen, da nach Nietzsche alles Moral ist; alles ist Bewertung, Perspektive, d.h. das Aufzwingen von Standpunkten, von „Ideen“. „Die Welt ist Wille zur Macht und nichts außerdem.“ Die Welt selbst hat sozusagen eine sadomasochistische Struktur, so daß das rationale Funktionieren „egoistischer Vereine“ ausgerechnet beim grausamen Raubtier Mensch abwegig sei.

Stirners „Eigner“ hingegen argumentiert nicht aus der Perspektive des Strebens, d.h. des Willens zu Macht, heraus, sondern aus der der bloßen Bewahrung seiner Eigenheit gegen die Enteignung durch die Gesellschaft, d.h. aus der Schwäche heraus, die für Nietzsche gleichbedeutend mit der Lüge ist. Wenn Wahrheit überhaupt einen Sinn mache, dann sei es die Sicht von einer höheren Perspektive, von der größeren Macht her, – die groß genug ist, um sich nicht zu bewahren, sondern „heroisch“ verschwenden zu können. Für Nietzsche gibt es kein authentisches, wahres Leben außerhalb der „Wertsetzungen“, d.h. „Machtsetzungen“. Hinter jeder Maske gäbe es nur wieder eine weitere Maske, ohne zu einer „Eigenheit“, bzw. „Eigentlichkeit“ vordringen zu können. Von daher sei Eigenheit bzw. „Eigentlichkeit“ die Lüge der Schwachen, deren beschränkte Perspektive kaum über die Grasnarbe reiche. Nietzsches implizite Kritik an Stirner bestand in der Entlarvung dieses Ressentiments des Grashüpfers. Nietzsches Moral war, nicht die Schwäche als „Wahrheit“ zu verkaufen, sondern die Wahrheit aus eigener Machtfülle zu „setzen“.

Nietzsches Haltung zu Stirner entspricht ziemlich genau der Haltung Freuds zu Reich: der abgeklärte Blick des desillusionierten Aristokraten hinab auf den ungestümen kindlichen Romantiker, der sich naiv den vermeintlich wahren „eigentlichen“ Gefühlen, der vermeintlich „guten Natur“ hingibt, „sein Steckenpferd reitet“. Aber warum wurde dieser Konflikt nie offen ausgetragen? Warum schwiegen Nietzsche und Freud ihren jeweiligen Antipoden tot? Die Antwort findet sich in den letzten Schaffensperioden der beiden Männer. Nietzsche wandte sich am Ende von seiner Philosophie des „Willens zur Macht“ ab und dem lebendigen Urgrund seines Denkens zu. In seiner wenn man so will „Autobiographie“ Ecce homo war Nietzsches letztes Thema Nietzsche selbst und der Durchbruch zum Authentischen, der ihm ja auch schließlich auf verzerrte Weise durch das Absinken in den Wahn gelungen ist.

Nietzsche konnte sich nicht mit Stirner explizit auseinandersetzen, ohne sich (im doppelten Sinne des Wortes) zu verraten. Ähnlich gelagert war es mit Freud, der zum Schluß doch an der gegenüber Reich verteidigten „Kultur“, mit der das Untier Mensch zu zivilisieren sei, zu zweifeln anfing.

Als Freud vor den Nazihorden 1938 nach England flüchten mußte, machte er Aufzeichnungen, aus denen hervorgeht, daß er an seinen eigenen Spekulationen zweifelte. Vielleicht ließen sich Neurosen vermeiden, schrieb er, wenn man das kindliche Sexualleben frei gewähren ließe, wie es bei vielen Primitiven der Fall war. Er war verunsichert, ob die Ätiologie der Neurosen nicht doch komplizierter sein würde, als er sie ausgeführt habe. Er ließ es dahingestellt, ob nicht eine zu frühzeitige Eindämmung des Sexualtriebes eine negative Wirkung auf die spätere Kulturbereitschaft bewirken könnte. Er sprach zynisch von einem „hochgeschätzten“ Kulturbesitz, von dem vieles auf Kosten des Sexualtriebes erworben wurde. In seinem letzten Brief an Arnold Zweig drückte er seinen Mißmut über Zweigs Bewunderung des Buches Das Unbehagen in der Kultur mit den Worten aus: „Was Sie für trostreiche Aufklärung in meinem Unbehagen entdeckt haben, kann ich nicht leicht erraten. Dies Buch ist mir fremd geworden“. Das Buch, das nach scharfen Auseinandersetzungen mit Reich zustande gekommen war, sollte jetzt nicht mehr gelten. Sollte also Reich doch recht behalten? (Walter Hoppe: Wilhelm Reich, München 1984, S. 65f)

Am Ende stellte sich heraus, daß die „kindlichen ‚kulturfeindlichen‘ ‚Nihilisten’“ Stirner und Reich die Realisten waren, während Nietzsche und Freud bei ihrer lebenslangen Flucht vor sich selbst ihr Leben für das inhaltsleere Spiel der sinnlosen und willkürlichen „Werte“ vertan hatten, für ein kindisches Maskenspiel. Genau das ist Thema der Fälschung Meine Schwester und ich.

Der Gegensatz Freud-Reich war nicht der faire Gegensatz „des Einzigen (SF) gegen den Einzigen (WR)“ (Der Einzige, S. 229), sondern der Gesellschaft, vertreten durch den von fixen Ideen besessenen Freud, gegen den Einzigen Reich – also extrem unfair. Genauso unfair und „moralisch“ verwerflich, wie der Gegensatz zwischen Gesellschaft (vertreten durch die psychoanalytisch geschulten Eltern) und Kind, dessen angeborenes eigensinniges „Verbrechertum“ ausgetrieben werden soll, damit es sich für das vermeintlich Höhere opfere.

David Holbrook, M.D.: Über „das Ende der Welt“ / Die Fähigkeit zu weinen / Wie ein Vogel in der Serengeti-Ebene / Die Macht des Vermeidens / Das Prinzip der Liebe / Über die „Emotionelle Pest“ und den „emotionell pestilenten Charakter“ / Ein Weg zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden / Antagonismus, Unsicherheit und die Suche nach der Wahrheit

2. Februar 2025

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Über „das Ende der Welt“

Die Fähigkeit zu weinen

Wie ein Vogel in der Serengeti-Ebene

Die Macht des Vermeidens

Das Prinzip der Liebe

Über die „Emotionelle Pest“ und den „emotionell pestilenten Charakter“

Ein Weg zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden

Antagonismus, Unsicherheit und die Suche nach der Wahrheit

Der Blaue Faschismus dargestellt anhand einer Jung‘schen Gedankenblähung

21. September 2024

„Wer nach außen schaut, träumt; wer nach innen schaut, wacht auf.“ – C.G. Jung

Das ist die größte Lüge und die größte Wahrheit in einem Satz! Das übliche Geschwafel „weiser“ Männer!

Er ist eine Lüge, weil er die okulare Panzerung und die verkehrte Welt des Schizophrenen und Mystikers nicht nur beschreibt, sondern gutheißt. In der Außenwelt sieht der okular Gepanzerte keine räumliche Perspektive und keine geordnete Abfolge (Zeit), sondern das traumhafte Mäandern des funktionellen Bereichs „koexistierende Wirkung“. Daher all die Verschwörungstheorien, die Verbindungen und Kausalitäten sehen, wo es objektiv keine gibt. Auf der anderen Seite wird sein Innenleben immer trostloser und leerer. Das zeigt sich letztendlich in den Negativsymptomen der Schizophrenen und dem Ausbrennen von Mystikern, vor allem aber anhand des erschreckend profanen Innenlebens von religiösen Menschen, bei denen alles fein geordnet ist und alles seinen Platz in Schubladen hat.

Andererseits beschreibt Jungs Satz die Wahrheit, denn wenn wir um uns blicken, schauen wir auf die Matrix aus Lüge, Manipulation, Propaganda. Von Anfang an wurden der Charakter (die Panzerung) im allgemeinen und das Über-Ich (die psychologische Seite der Panzerung) im besonderen dem ungepanzerten Kind von außen aufgeprägt. Wir haben Unsinn inkorporiert und leben in einer unsinnigen Welt. Erst wenn wir es wagen, uns unseres wirklich eigenen unverfälschten Selbst bewußt zu werden (Kontakt aufzunehmen), wachen wir auf, d.h. die Panzerung wird fremd und lästig – und damit auch die Umwelt, die wir in Gestalt der Panzerung in uns aufgenommen haben.

Das Problem der „Reichianer“ ist, daß sie die Lüge und die Wahrheit miteinander vermengen. Deshalb sind tantrischer Buddhismus, der durch und durch schwule Sufismus, C.G. Jung und all dieser ultrareaktionäre Quark bei diesen Leuten so beliebt. „Turn on, tune in, drop out“ kommt der Wahrheit nahe und ist gleichzeitig die größtmögliche Lüge. DAS ist die Funktionsweise der Emotionellen Pest.

Das Gute, Wahre und Schöne

25. Juli 2024

Wahrheit ist Kontakt mit der Realität. (Wilhelm Reich)

Kontakt ist die Verschmelzung von Wahrnehmung und Erregung. (Charles Konia)

Wahrnehmung und Erregung sind die beiden Varianten des Strömens. (Charles Konia)

Trotz des Wortes ist „Strömen“ eine tiefere Funktion als nur „Bewegung“. (Robert Harman)

Strömen ist die Essenz (das Wesen, das Sein) der Realität.

Die Wirklichkeit ist Wahrnehmung der Erregung bzw. Erregung durch Wahrnehmung.

Daher ist die Wahrheit die Wirklichkeit und die Wirklichkeit die Wahrheit.

Beides geht verloren (a) durch die Augenpanzerung, die die Wahrnehmung von der Erregung trennt (Psychose) und umgekehrt (Hyperaktivitätsstörung), und (b) durch die Muskelpanzerung, die sowohl die Wahrnehmung als auch die Erregung abschwächt, d.h. das Strömen unterbindet.

Strömen (Wahrheit) ist das Gegenteil von Panzerung (Lüge). Letztlich ist es der Antagonismus von OR und DOR.

Am nächsten kommen wir der Erregung und Wahrnehmung, wenn wir im Orgonenergie-Akkumulator sitzen, der durch die gegenseitige Erregung von Organismus und ORAC funktioniert, sowie durch die Beobachtung des atmosphärischen Orgons, was die grundlegendste Form der Wahrnehmung ist. Der Medical DOR-Buster kommt dem Strömen am nächsten, da er sowohl „Bewegung“ induziert (siehe oben) als auch DOR eliminiert.

Das Strömen steht hinter der Antischwerkraft, wie jeder gewöhnliche Baum („Osmose“) und der menschliche Organismus, der der Schwerkraft trotzt, zeigen. Die „Essenz“ wird durch den Goldenen Schnitt, die Fibonacci-Reihe und all die anderen mathematischen Wunder, die in jedem Organismus zu sehen sind, eingraviert. Es ist der Logos, das Wort Gottes, die wahre Naturwissenschaft, die mit dem Naturrecht identisch ist.

Es gibt eine objektive Wahrheit – es gibt ein Naturrecht in jedem Sinne des Wortes. Reich starb ausdrücklich bei der Verteidigung dieses Gesetzes!

Wie der Linksorgonom tickt

18. Juli 2024

Bei Gesundheit sind Fassade und bioenergetischer Kern zwar unterschiedlich aber wesensgleich, d.h. die soziale Fassade des Menschen dient dazu, die rationalen Antriebe möglichst effektiv und „diplomatisch“ zum Ausdruck zu bringen. Das klassische Beispiel ist die „Lüge“ in der Partnerschaft: „Toll, was Deine Friseurin da mal wieder gezaubert hat.

Bei der Emotionellen Pest ist es umgekehrt: Rationales und „Orgonomisches“ wird nur vorgespielt, um den bioenergetischen Kern zu unterdrücken. Man spricht dann von „Verlogenheit“. Beispielsweise werden die politischen Voraussetzungen einer gesunden gesellschaftlichen Sexualökonomie (Recht auf Abtreibung, ein dezidiert nichtmoralischer Umgang mit dem Thema Sexualität in der Öffentlichkeit, ausreichend Wohnraum, d.h. Intimsphäre, Mutterschutz und generell soziale Sicherheit, etc.) dazu benutzt, um die gesellschaftliche Rotverschiebung, also die umfassende Tendenz zum Roten Faschismus (a la aufgedunsene Dampfnudel), zu unterstützen und „orgonomisch“ zu fundieren.

Gemeinhin sind die Konservativen und ist allgemein die Rechte eher gegen Abtreibung; moralistisch, was überhaupt die Sexualität betrifft, und neigt zu einem Sozialdarwinismus, der keine Rücksicht auf „weiche“ und „soziale Themen“ nimmt. Reich hat sich seit 1927 zur Genüge darüber ausgelassen und kein gutes Haar am autoritären „christlichen“ Zeitalter gelassen! Und genau das nutzt der Linksorgonom aus, um heute insbesondere (ausgerechnet den New Yorker erzliberalen) Trump mit einem antifantischen Fanatismus zu bekämpfen.

Da grundsätzlich jeder Politiker, der rechts von der Mitte steht, Lippenbekenntnisse für die christliche Sittlichkeit zum Besten geben muß, um reüssieren zu können, wäre bei einer „sexualökonomischen“ Herangehensweise an die Politik die Gesellschaft in alle Ewigkeit zu einem Linkskurs verdammt. Wenn man die Ruinierung der Staatsfinanzen durch eine „aktive Sozialpolitik“ und ein immer weiteres Wuchern des Staatstumors hinzuzählt, bei gleichzeitiger Zerstörung der produktiven Sphäre, ist das Ende im vollausgeprägten Roten Faschismus unausweichlich. Also alles das, was wir heute in der zur DDR 2.0 sich wandelnden BRD unmittelbar beobachten. Genau aber das will der Linksorgonom, der nichts anderes ist als ein kommunistischer Verschwörer „innerhalb“ der Orgonomie.

„Orgonomie“ ist bei diesem pestilenten Charakter nur Fassade, um die Orgonomie um so effektiver vernichten zu können. Es ist so bzw. er ist so, weil der liberale Charakter von Anfang an eine schwächere Verankerung im bioenergetischen Kern hat als der konservative Charakter und deshalb der geborene Verräter ist. Das sieht man allein schon an seinen irrwitzigen Übertreibungen, was das Ende von Frauen- und Minderheitenrechten im allgemeinen und die „sexuelle Repression“ unter Trump (oder jedem beliebigen anderen „Rechtspopulisten“) betrifft. Geht’s noch?! Und ohnehin: wenn irgendwas zu „sexueller Repression“ führt, dann die forcierte Einwanderung, d.h. die Ausweitung Saharasias, und parallel dazu bzw. in einem bizarren Kontrast dazu die „Dekonstruktion“ der Geschlechterrollen. Man denke an die immer aberwitzigere multikulturelle Wohnungsnot, die wachsende Verelendung der Unterschicht, das wachsende Klima der Gewalt, die Transformation der Kindheits- und Jugendjahre in eine Hölle von Entfremdung, antiweißem Rassismus und Hoffnungslosigkeit, garniert mit all dem blauhaarigen Trans- und Nichtbinärscheißkotzdreck.

Nicht ihre Ideologie, sondern deren nicht nur logischen, sondern aktuell AUGENFÄLLIGEN Konsequenzen erweisen die Linksorgonomen als Todfeinde der Genitalität, deren endgültige Vernichtung sie mit einem unbedingten Vernichtungswillen verfolgen, der ihrer ganzen „lebenspositiven“ Rhetorik den Stempel „Modju“ aufprägt.

Das Wahre, das Schöne und das Gute

27. Februar 2024

Oliver Flesch hat auf seiner Facebook-Seite ein Photo des neuen Fräuleinwunders Deutschlands („Miss Germany“) wie folgt kommentiert:

DAS ist SIE, Freunde! Die Hauptdarstellerin in der Realverfimung der Kinderhörspielserie „Die Hexe Schrumpeldei“. Ach nee, Moment, wartet, da hab ich was durcheinander bekommen! Diese Dame ist laut BILD „die schönste Frau Deutschlands“. Ja, ja, doch, doch, Ihr habt richtig gehört, schönste Frau Deutschlands. Apameh Schönauer (39) gewann das Finale der sogenannten „Miss Germany“-Wahl. Meine Meinung: Die orwellsche Umkehrung – häßlich ist schön – macht in Dummland selbst vor Misswahlen nicht halt. Von daher: lieber abschaffen!

Schönheit ist etwas Objektives. Im Iran ist das sogar eine Fakultät an der Universität! Persische Architektur ist schön. Das kann man nicht diskutieren. Punkt! Man denke nur an das Taj Mahal in Indien und so gut wie jede Moschee auf der Welt. Perserinnen gelten als die schönsten Frauen der Welt.

Der Kommunistendreck im Westen versucht nun seit Jahrzehnten uns immer weiter in die Entartung zu treiben. Das heißt nichts anderes, als daß man uns aus reinem Ressentiment gegen das Leben selbst immer weiter in die sekundäre Charakterschicht ziehen will. Groteske, dämonenhafte Transen werden uns als „Frauen“ verkauft, Dreck als außergewöhnliche tiefgründige Kunst und atonaler Krach als Musik.

Aber ist die Wahrheit nicht häßlich und „böse“, wie hier das Runtermachen einer „Schönheitskönigin“? Das ist eine Frage, die einem abstrakten, bioenergetisch unfundiertem „Denken“ entstammt. Philosophie! Wenn die Lüge, das Häßliche und das Böse bloßgestellt werden, dann ist das eine Funktion des bioenergetischen Kerns. Die sekundäre Schicht und die Fassade leben davon, existieren überhaupt, weil kein Unterschied zwischen den drei Schichten gemacht wird:

Die Trias von Wahrheit, Schönheit und Gutheit wird unmittelbar evident, wenn wir vom Bereich der orgonotischen Pulsation (der Kern umgeben von den Kreisen Plasma und Peripherie) zur kosmischen Überlagerung und Kreiselwelle übergehen, wie Reich sie in Die kosmische Überlagerung, aber auch im Abschnitt über die „Ausdrucksprache des Lebendigen“ in Charakteranalyse beschrieben hat. Die Wiederherstellung des Orgasmusreflexes durch die charakteranalytische Vegetotherapie, d.h. das „wahrhaftig Machen“ des Menschen, bringt uns in Harmonie mit den kosmischen Abläufen, wie sie sich in der Natur niederschlagen (man denke nur an die objektive, auf die Überlagerung zurückgehende, Schönheit des Goldenen Schnitts bei Tier und Pflanze) und geht einher mit der Auflösung des Panzers, der den Kernimpuls Liebe in Angst und Haß umwandelte.

Wir werden eins mit dem Logos des Universums. Unsere Todfeinde, die Christusmöder, HASSEN ob ihrer Häßlichkeit und Verkommenheit den Logos, tun alles, um ihn ständig zu verhöhnen, und unsere Kinder von ihm zu entfremden, indem sie das Dreischichtenmodell negieren. Sie verwandeln unsere Kinder in blauhaarige Scheusale, die ihr eigenes Wesen verleugnen und sich im Dreck, in der Entartung, im DOR suhlen. Ständig sollen wir politisch korrekt „aus moralischen Gründen“ die Schönheit hinterfragen – im Namen der „Wahrheit“ und des „Guten“:

Ist die Orgonomie eine Weltanschauung?

9. November 2023

1.

Wir sehen die Welt gemäß unseres Charakters – haben eine Weltanschauung (Ideologie, Vorurteil). Demgemäß sind Orgonomie und LSR, da außerhalb der Charakterfalle stehend, keine Weltanschauungen, keine „Philosophien“. Max Stirner:

Ein Philosoph ist eben darum Derjenige nicht zu nennen, welcher zwar offene Augen für die Dinge der Welt, einen klaren und unverblendeten Blick, ein richtiges Urteil über die Welt hat, aber in der Welt eben nur die Welt, in den Gegenständen nur die Gegenstände, kurz Alles prosaisch, wie es ist, sieht, sondern ein Philosoph ist allein Derjenige, welcher in der Welt den Himmel, in dem Irdischen das Überirdische, in dem Weltlichen – das Göttliche sieht und nachweist und beweist. (Der Einzige und sein Eigentum, reclam, S. 93)

Mit anderen Worten Philosophie ist brain fucking, Ersatzkontakt.

2.

Es gibt den genitalen Charakter – und entsprechend zwei Weltanschauungen (die Art, wie wir die Welt sehen): die des neurotischen Charakters (= Lüge, „den Himmel“, „das Überirdische“, „das Göttliche“) und die des genitalen Charakters (= Wahrheit, „prosaisch, wie es ist“) – in diesem Sinne sind Orgonomie und LSR Weltanschauungen.

3.

Orgonomie ist sowohl extrem subjektiv (sich in die Natur einfühlen) als auch extrem objektiv (das eigene Denken der Natur anpassen). Es gilt, die Natur sowohl wie ein Künstler zu erfassen und gleichzeitig die eigenen „Fühl-“ und Denkwerkzeuge ganz den Vorgaben der Natur anzupassen. Man könnte sagen: Wir sehen nicht nur einen Baum mit seinen sich bifurkativ verzweigenden Ästen, sondern wir nehmen wahr und denken auch wie ein Baum, nämlich bifurkativ (orgonometrisch).

Der Machano-Mechanist sieht keinen Baum, sondern nur das Wort B-a-u-m gemäß seinen willkürlichen kulturellen Vorgaben. Genauso geht er auch mit Bäumen um. Was gemeint ist, wird vielleicht anhand der Kindererziehung deutlicher: Er nimmt nicht das Kind in seinen naturgegebenen Bedürfnissen wahr, sondern nur das Wort K-i-n-d, das (wenn es ein Junge ist) beschnitten werden kann, dem man irgendwelche experimentellen „Impfungen“ verabreichen „muß“, das gezähmt und zivilisiert werden muß, dessen „Genderidentität“ offen ist und dessen natürlicher Bewegungsdrang als kinderpsychiatrische Störung betrachtet wird. Was nicht gesehen wird, ist das tatsächliche Kind. Es wird auf das Prokrustesbett einer kranken Ideologie geschnallt und „zu seinem eigenen Wohl“ zu Tode gefoltert, bis es zu einem toten Roboter mutiert ist. Roboter, wie es seine Peiniger sind.

4.

Die mechanistische Wissenschaft hat die Verschränkung des Subjektiven und Objektiven vom Tisch gewischt und vermeintlich „rein objektiv“ drauflos geforscht und gleichzeitig der subjektiven Willkür Tür und Tor geöffnet. Das letztere sieht man etwa daran, daß nunmehr die Geistes-„Wissenschaft“ der Biologie vorgibt, wie viele Geschlechter es zu geben hat.

Der Orgonomie ist die übrige Wissenschaft nicht wissenschaftlich genug, weil diese sich ihrer eigenen Grundlagen nicht bewußt ist. Es ist so, als wenn man durch ein Mikroskop schaut (sozusagen „von innen durch den Charakterpanzer auf die Welt schaut“), ohne zu wissen, ob es durch den Aufbau des Geräts und den Zustand der Linsen zu gravierenden Verzerrungen kommt.

Umgekehrt überläßt die dergestalt kritisierte Wissenschaft die Orgonomie der Expertise der „Skeptiker“, die im Namen der Vernunft („Vorurteilslosigkeit“) dem Vorurteil zu immer neuen Triumphen verhelfen. Es ist ungefähr so, als wollte man (in realiter kommt es eh kaum dazu!) in einem ORANUR-verseuchten Labor orgonotische Phänomene messen. Wer das ORANUR subjektiv nicht wahrnimmt und nicht naturgemäß forschen kann (sozusagen „ORANUR-frei“ fühlen und denken und entsprechend forschen kann), dessen Meinungen und Schlußfolgerungen in Sachen Orgonomie sind vollkommener, unwissenschaftlicher Unsinn.