Posts Tagged ‘Lüge’

Ist die Orgonomie eine Weltanschauung?

9. November 2023

1.

Wir sehen die Welt gemäß unseres Charakters – haben eine Weltanschauung (Ideologie, Vorurteil). Demgemäß sind Orgonomie und LSR, da außerhalb der Charakterfalle stehend, keine Weltanschauungen, keine „Philosophien“. Max Stirner:

Ein Philosoph ist eben darum Derjenige nicht zu nennen, welcher zwar offene Augen für die Dinge der Welt, einen klaren und unverblendeten Blick, ein richtiges Urteil über die Welt hat, aber in der Welt eben nur die Welt, in den Gegenständen nur die Gegenstände, kurz Alles prosaisch, wie es ist, sieht, sondern ein Philosoph ist allein Derjenige, welcher in der Welt den Himmel, in dem Irdischen das Überirdische, in dem Weltlichen – das Göttliche sieht und nachweist und beweist. (Der Einzige und sein Eigentum, reclam, S. 93)

Mit anderen Worten Philosophie ist brain fucking, Ersatzkontakt.

2.

Es gibt den genitalen Charakter – und entsprechend zwei Weltanschauungen (die Art, wie wir die Welt sehen): die des neurotischen Charakters (= Lüge, „den Himmel“, „das Überirdische“, „das Göttliche“) und die des genitalen Charakters (= Wahrheit, „prosaisch, wie es ist“) – in diesem Sinne sind Orgonomie und LSR Weltanschauungen.

3.

Orgonomie ist sowohl extrem subjektiv (sich in die Natur einfühlen) als auch extrem objektiv (das eigene Denken der Natur anpassen). Es gilt, die Natur sowohl wie ein Künstler zu erfassen und gleichzeitig die eigenen „Fühl-“ und Denkwerkzeuge ganz den Vorgaben der Natur anzupassen. Man könnte sagen: Wir sehen nicht nur einen Baum mit seinen sich bifurkativ verzweigenden Ästen, sondern wir nehmen wahr und denken auch wie ein Baum, nämlich bifurkativ (orgonometrisch).

Der Machano-Mechanist sieht keinen Baum, sondern nur das Wort B-a-u-m gemäß seinen willkürlichen kulturellen Vorgaben. Genauso geht er auch mit Bäumen um. Was gemeint ist, wird vielleicht anhand der Kindererziehung deutlicher: Er nimmt nicht das Kind in seinen naturgegebenen Bedürfnissen wahr, sondern nur das Wort K-i-n-d, das (wenn es ein Junge ist) beschnitten werden kann, dem man irgendwelche experimentellen „Impfungen“ verabreichen „muß“, das gezähmt und zivilisiert werden muß, dessen „Genderidentität“ offen ist und dessen natürlicher Bewegungsdrang als kinderpsychiatrische Störung betrachtet wird. Was nicht gesehen wird, ist das tatsächliche Kind. Es wird auf das Prokrustesbett einer kranken Ideologie geschnallt und „zu seinem eigenen Wohl“ zu Tode gefoltert, bis es zu einem toten Roboter mutiert ist. Roboter, wie es seine Peiniger sind.

4.

Die mechanistische Wissenschaft hat die Verschränkung des Subjektiven und Objektiven vom Tisch gewischt und vermeintlich „rein objektiv“ drauflos geforscht und gleichzeitig der subjektiven Willkür Tür und Tor geöffnet. Das letztere sieht man etwa daran, daß nunmehr die Geistes-„Wissenschaft“ der Biologie vorgibt, wie viele Geschlechter es zu geben hat.

Der Orgonomie ist die übrige Wissenschaft nicht wissenschaftlich genug, weil diese sich ihrer eigenen Grundlagen nicht bewußt ist. Es ist so, als wenn man durch ein Mikroskop schaut (sozusagen „von innen durch den Charakterpanzer auf die Welt schaut“), ohne zu wissen, ob es durch den Aufbau des Geräts und den Zustand der Linsen zu gravierenden Verzerrungen kommt.

Umgekehrt überläßt die dergestalt kritisierte Wissenschaft die Orgonomie der Expertise der „Skeptiker“, die im Namen der Vernunft („Vorurteilslosigkeit“) dem Vorurteil zu immer neuen Triumphen verhelfen. Es ist ungefähr so, als wollte man (in realiter kommt es eh kaum dazu!) in einem ORANUR-verseuchten Labor orgonotische Phänomene messen. Wer das ORANUR subjektiv nicht wahrnimmt und nicht naturgemäß forschen kann (sozusagen „ORANUR-frei“ fühlen und denken und entsprechend forschen kann), dessen Meinungen und Schlußfolgerungen in Sachen Orgonomie sind vollkommener, unwissenschaftlicher Unsinn.

David Holbrook, M.D. über positives Denken, Wahrheit, Liebe und Haß, Verletzlichkeit und Mitmenschlichkeit

4. November 2023

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Positives Denken? Negatives Denken?

Ist „positives Denken“ positiv?

„Positives Denken“ ist kein Denken. Ich glaube an das „ganzheitliche Denken“, das Denken an das Ganze

Mechanismus und Mystik

Wahrheit versus Haß

Die Wahrheit benutzt die Liebe als Vehikel

Über Moralismus

Ein guter Weg, um sicherzustellen, daß jemand niemals das tut, was man von ihm möchte, ist, ihn zu drängen, es zu tun

Sadismus und seine Verkleidungen

Verletzlichkeit, Glaube, Hoffnung, Vergebung, Genesung, Auferstehung, Flexibilität und die Fähigkeit, Wut und andere Abwehrmechanismen fahrenzulassen, sind miteinander verbundene Phänomene

Verwundbarkeit, Vertrauen und Heilung

Nicht verteufeln, sondern vermenschlichen

L und S und R und das Affektleben der Intellektuellen (Teil 4)

18. Mai 2023

Bereits seit etwa 1937, spätestens aber 1947, dämmerte es Reich, der sich zuvor ausschließlich in „linken“, „progressiven“ Kreisen bewegt hatte, daß seine vermeintlichen Freunde tatsächlich die schlimmsten Feinde des Fortschritts sind. Sie, die stets gegen die „Autoritäten“ (die Vater-Imago, das Über-Ich) und „das System“ (repressive Strukturen, die Panzerung), angetreten waren, kamen ins Stottern, Stolperten, wenn es tatsächlich ans Eingemachte ging und real zu werden drohte. Es waren stets nur Worte gewesen, die im Gegensatz zu ihrer biophysischen Struktur standen, also eine Lüge waren. Für Reich waren es Leute, die eine unzuverlässige oder unwahre Idee oder Ansicht vertreten: Quacksalber in Sachen Wahrheit und Freiheit, „Wahrheits- und Freiheitskrämer“. Kaum besser als Faschisten, die die reaktionäre Sau rot anmalen. Schlimmer! Denn es ist mehr als ein bloßes Zurschaustellen „des Guten“ – es gibt jenseits dieses Gutmenschentums sonst nichts beim linken Charakter. Er IST Lüge – sonst nichts. Er ist bioenergetisch hohl!

Man ist immer wieder betroffen von der schrecklichen Angst, die der Liberale zeigt, wenn man seine Abwehr erfolgreich angreift. Er gerät außer sich und wird irrational. (Elsworth F. Baker: Der Mensch in der Falle, S. 270)

Kaum, daß die wirkliche Probleme angesprochen werden, insbesondere daß Wahrheit und Freiheit solange Illusion bleiben müssen, solange nicht die Charakterstrukturen wahr und frei (ungepanzert) sind, geraten Linke in eine Situation, in der es um ihre nackte Existenz geht. Es ist, als wenn man bei strahlendem Sonnenschein den Vorhang beiseite schiebt und dem Vampir das Kruzifix vor sein Gesicht hält!

Man bemerkt (…), daß frei praktizierende Ärzte gewöhnlich konservativ sind, während Psychiater und Psychoanalytiker, die weit intellektueller und mehr auf das Wort angewiesen sind, im allgemeinen liberal sind; das mag die zunehmende Tendenz in der Psychiatrie erklären, Gefühle und Freuds Libidotheorie, die sich mit dem [bioenergetischen] Kern befaßt, weniger zu betonen und statt dessen eine neutralere, entsexualisierte Ichpsychologie vorzuziehen. (ebd. S. 272)

Genauso ist es allgemein mit den Gesellschaftswissenschaften, insbesondere aber mit der Philosophie bestellt, die gegenwärtig von Michel Foucault und Konsorten dominiert werden. Linksintellektuelle fühlen sich, je nach intellektueller Konjunktur, zeitweise von LaMettrie, Stirner und Reich magisch angezogen, nur um schließlich alles zu verkorksen, was L und S und R ausmacht, oder sie gleich ganz in den Orkus zu treten. Oberflächlich fühlen sie sich zunächst angesprochen, aber die Botschaft (die Wahrheit) stellt sich schließlich als Krypton für ihre biophysische Struktur (die Lüge) heraus.

DER ROTE FADEN (Band 2): 1. Die American Civil Liberties Union und die Redefreiheit

19. Februar 2023

DER ROTE FADEN (Band 2): 1. Die American Civil Liberties Union und die Redefreiheit

David Holbrook, M.D.: ANGST / WIE MAN NICHT ÜBER POLITIK STREITET / EINIGE RATSCHLÄGE ZUM LEBEN UND ÜBERLEBEN

28. Dezember 2021

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Angst

Wie man nicht über Politik streitet

Einige Ratschläge zum Leben und Überleben

DER ROTE FADEN (Band 2): 1. Die American Civil Liberties Union und die Redefreiheit

17. Februar 2021

DER ROTE FADEN (Band 2): 1. Die American Civil Liberties Union und die Redefreiheit

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 13)

7. Dezember 2020

Die Wahrheit ist funktionell identisch mit dem, was die Emotionelle Pest mit fanatischem Haß verfolgt: die Arbeitsdemokratie und die Genitalität. Arbeitsdemokratie (das Wirken der kosmischen Überlagerung im Bereich der Arbeit) ist von der Wahrheit auf Gedeih und Verderb abhängig. Ein Arbeitsprozeß muß reibungslos ineinandergreifen wie das Zahnrad in die Welle. Jedes Element muß „wahr“ sein, die Arbeitenden müssen einander die Wahrheit sagen oder alles bricht zusammen. Man stelle sich etwa vor, ein Fluglotze würde dem Piloten eines großen Passagierflugzeuges falsche Angaben machen! Die Arbeitsdemokratie steht und fällt mit der Wahrheit, wie immer man die auch definieren mag.

Im Bereich der Sexualität führt die Verfolgung der Wahrheit zur genitalen Überlagerung und zur genitalen Erfüllung. Wahrheit ist Kontakt mit der Wirklichkeit und dieser orgonotische Kontakt führt naturnotwendig zur orgastischen Zuckung in der genitalen Umarmung – solange man „in der Wahrheit“ bleibt. Wegen seiner extremen Beckenblockierung tut der hochenergetische pestilente Charakter deshalb alles, um nicht nur der Wahrheit auszuweichen, wie es der einfache Neurotiker tut, sondern sie durch die Lüge zu ersetzen. Man braucht nur zu schauen, wie die Sozialisten (tatsächlich sind es Kommunisten!) mit ihrer Propaganda (Lüge!) alles tun, um das Arbeitsleben zu vergiften und etwa mittels „Gendermainstreaming“ (Lüge!) Sexualität in eine frustrierende Farce zu verwandeln.

Die Emotionelle Pest ist also „gegen die Wahrheit“. Gebraucht sie deshalb die „Gegenwahrheit“? Nein, das ist Unsinn! Man denke nur zurück an die Sowjetunion und die sogenannte „DDR“, die Westdeutschland mit ihrer Friedenspropaganda überfluteten. Man müsse den Frieden schützen, der Kern des Friedens sei aber die soziale Gerechtigkeit. Es gelte für Völkerverständigung und Demokratie einzustehen und die Schöpfung zu wahren. All das Zeugs, was die heutigen Bolschewisten (Die Grünen) ebenfalls von sich geben. Warum rüsten (sich buchstäblich abpanzern)? Warum sich für die Karriere und den schnöden Mammon abstrampeln, wenn man doch das Leben genießen kann? „Höre auf dein Herz und folge der Wahrheit!“ Dagegen setzt der Konservative die Stimme der Vernunft, eben die Gegenwahrheit. „Wenn du dich nicht auf den Krieg vorbereitest und dich dem Lebenskampf stellst, wirst du in Sklaverei und Armut enden! Die Wahrheitskrämer werden dich in den Untergang führen, wenn du nicht endlich Vernunft annimmst und die Gegenwahrheit erkennst.“

Das ist das Schlimmste und Verfluchenswürdigste überhaupt, das radikal Böse schlechthin: DASS DIE SOZIALISTEN ALS ARBEITSDEMOKRATEN DAHERKOMMEN. Wie soll auch der Vertreter der drögen Gegenwahrheit gegen das Herzblut der Wahrheitskrämer ankommen?!

David Holbrook, M.D.: WAHRHEIT UND GEGENWAHRHEIT IN DER KLINISCHEN SITUATION (Teil 2)

24. November 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Wahrheit und Gegenwahrheit in der klinischen Situation

 

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 3)

18. September 2020

Reich argumentierte, daß der rote Faschismus begann, als die Kommunisten die Bedeutung der Arbeit und ihre Funktion als produktivem Urquell von allem (entsprechend Marx‘ Arbeits- und Mehrwerttheorie) nicht mehr sahen und stattdessen entsprechende Versatzstücke nahmen und zu einer Morallehre verkürzten, mit deren Hilfe man Stimmung machen und „politisieren“ kann. Marx wissenschaftliche Erkenntnisse wurden durch bloße Polemik ersetzt.

Dazu muß aber auch gesagt werden, daß die Mehrwerttheorie impliziert, das kapitalistische System sei an und für sich ungerecht, sodaß alle Mittel zu seiner Beseitigung erlaubt sind. Alle Arbeiter in den USA könnten Millionäre sein, und dennoch ist das System ungerecht, weil es, gemäß der Mehrwerttheorie, ohne Änderung der Besitzverhältnisse an den Produktionsmitteln immer noch Ausbeutung gäbe. Wenn aber der Kapitalismus per definitionem ungerecht ist, führt das logischerweise zum roten Faschismus, der dergestalt direkt auf Marx zurückgeführt werden kann.

Das kapitalistische System ist aber aus zwei Gründen nicht ungerecht – wenn wir denn überhaupt derartige moralische Kategorien verwenden wollen: 1. sind wir „ungerechte“ biologische Geschöpfe, d.h. wir werden von Ehrgeiz, dem Willen zur Macht und der Weitergabe unserer Gene angetrieben; und 2. produziert der Kapitalist auch „Mehrwert“, indem er einfach ein Unternehmer, Erfinder, Manager und „Politiker“ (im besten Sinne) ist.

Für mich sind die Implikationen von Reichs „Marxismus“ zunächst einmal andere: es geht gar nicht um eine „Theorie“ (Werttheorien usw.), sondern um eine gewisse „Leidenschaft“, die gegen Ausbeutung und Machtmißbrauch gerichtet ist, und vor allem um die Einsicht, daß wirtschaftliche Faktoren eine Rolle spielen und man nicht alles, wie die Psychoanalytiker, auf Psychologie zurückführen kann, sondern Soziologie mit berücksichtigt werden muß.

Leider hängt das alles mit Marx zusammen, der ein Pestkranker und Hochstapler war. Reich hatte eine völlig falsche Auffassung von Marx. In den Archiven finden sich „CORE-Pilot“-Materialien, wo der sehr späte Reich zu seinen frühen, noch stark „rätekommunistisch“ geprägten Werken über die Arbeitsdemokratie von Ende der 1930er Jahre und zu Marx zurückkehrte und große Abschnitte aus Franz Mehrings Marx-Biographie zitierte, um Marx‘ Größe aufzuzeigen. Dabei ist alles, was uns Mehring über Marx weißmachen will, eine Lüge, Propaganda, wenn man so will „Stalinistische“ Propaganda, die mit Friedrich Engels und Karl Kautsky begann, die versuchten, Marx als sich aufopfernden und der Armut anheimfallenden Märtyrer und wissenschaftliches Genie hinzustellen.

Dank des Kapitalisten Engels lebte Marx aber tatsächlich ein sorgenfreies Leben im Luxus, oder besser gesagt, er hätte es leben können, wenn er nicht so viel Geld vor allem für fehlgeschlagene Börsengeschäfte verschwendet hätte. Von der tatsächlichen Wirtschaft hatte er nämlich nicht viel Ahnung. Ironischerweise hatte Marx, der soviel über die Arbeit zu sagen hatte, eine schlimme Arbeitsstörung und brauchte 20 Jahre, um sein Kapital zu schreiben. Ein Buch, dessen Theorie sich auf, sagen wir, 50 Seiten formulieren läßt. Der Rest ist nur unlesbares pseudointellektuelles Beiwerk, um den Leser zu beeindrucken und so zu tun, als ob in diesem ganzen unlesbaren Mist Substanz steckt, weil es ja alles so voluminös rüberkommt.

Marx ist nicht wichtig, aber das Symbol „Marx“ steht für etwas: die Arbeiterbewegung, kritische Wirtschaftstheorie (sogar Adam Smith war den Kapitalisten gegenüber kritisch eingestellt) und „Arbeitsenergie“. Mit Wohlwollen betrachtet sind die, vielleicht, ersten 200 Seiten von Kapital recht gut, denn hier wird definiert, was „Arbeit“ eigentlich ist.

Man sieht, ich habe eine dialektische Sicht auf Marx, wie sich im 4., 5. und 6. Teil erweisen wird…

David Holbrook, M.D.: „SELBSTZERSTÖRERISCHES VERHALTEN“ ALS BEDÜRFNIS SICH ZU PANZERN. BRIEF AN EINEN FREUND / FULL METAL JACKET UND DIE 1980ER JAHRE / ÜBER DIE SEELE / DER PANZER IST EINE LÜGE

29. Juli 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

„Selbstzerstörerisches Verhalten“ als Bedürfnis sich zu panzern. Brief an einen Freund

 

Full Metal Jacket und die 1980er Jahre

 

Über die Seele

 

Der Panzer ist eine Lüge