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nachrichtenbrief69
13. September 2017Auflösung von Strukturen und Freilegung von Strukturen
9. Juni 2016Was ist Orgonomie? Imgrunde dreht es sich um zwei Dinge: das Auflösen und das Freilegen von Strukturen. Erstens soll die Energie aus ihren materiellen Beschränkungen befreit werden und zweitens zeigt sich, wie die Energie für Strukturierung sorgt.
Das Human Genome Project hat herausgefunden, daß der Mensch seine Existenz nicht etwa einem Mehr, sondern einem Weniger an Genen verdankt. Im Vergleich zum Schimpansen fehlen beim Menschen 510 DNA-Sequenzen, die bis auf ein einziges Gen sämtlich der Regulation der Genexpression dienen. Zwei dieser fehlenden regulatorischen Gene konnte man bisher dingfest machen: das eine begrenzt das Hirnwachstum, das andere ruft auf dem Penis Stacheln hervor. Das Fehlen dieser beiden Gene ist also für unser wucherndes Hirngewebe und für unsere liebevolle weitgehend monogame Sexualität verantwortlich. Soweit Manfred Spitzer, Herausgeber der Nervenheilkunde, in einem Editorial (5/2011).
Für uns ist neben dieser bemerkenswerten Verbindung zwischen Gehirn und Genital zunächst von Bedeutung, daß Entwicklung primär mit einem Wegfall von Hemmungen verbunden ist, die zuvor einen freien Ausdruck der organismischen Orgonenergie verhindert haben. Ich habe diesen Aspekt bereits in Die Verfassungen des Lebendigen angeschnitten.
Das erinnert an die Entwicklung der Bione aus nichtlebender, sozusagen „eckiger“ Materie. Durch Quellung, Autoklavieren oder Glühen wird die Materie soweit „aufgelöst“, daß sich eine nachgiebige membranöse Hülle bildet, die der Fließbewegung und Pulsation des Orgons nachzugeben vermag.
Vergleicht man die Morphologie eines Menschen mit der eines Affen wird deutlich, daß der menschliche Organismus weit mehr durch das Orgonom geprägt ist und entsprechende mathematische Gesetzmäßigkeiten widerspiegelt. Darauf bin ich in Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht eingegangen.
Schließlich beweisen die von Spitzer referierten Forschungsergebnisse auch, daß der Mensch nicht außerhalb der Evolution steht. Es hat keines Gottes, bzw. keiner „Götter“ (außerirdischer Gentechniker), bedurft, um aus Menschenaffen die heutigen Menschen zu machen. Tatsächlich berauben derartige mystische und mechano-mystische Theorien dem Menschen seiner kosmischen Bedeutung, die Reich erstmals offengelegt hat. Ich verweise auf meine Ausführungen über die Entwicklung der Orgasmusfunktion im Tierreich in Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht.
In der psychiatrischen Orgontherapie wird nichts anderes getan als den Menschen zu befähigen, seiner biologischen Bestimmung gerecht zu werden: frei mit der kosmischen Orgonenergie mitzuschwingen.
Und was das „strukturierende“ Wesen dieser Energie betrifft:
In „The Electroscope (Part II)“ (The Journal of Orgonomy, Vol. 4, No. 1, May 1970) diskutiert Courtney F. Baker (unter dem Pseudonym C. Frederick Rosenblum) das Funktionieren von Elektroskopen aus dem Blickwinkel der Orgonphysik.
Besonders interessant ist das Verhalten einer Leuchtstoffröhre im Feld eines elektrostatischen Generators. Bewegt man die Leuchtstoffröhre immer weiter von einer Metallplatte, die an den Generator angeschlossen ist, weg, sieht man, daß es einen Abstand gibt, an dem die Röhre aufhört zu erstrahlen, das Leuchten in einer weiteren Entfernung aber wieder anfängt. Ähnliche „Schalen“ des elektrostatischen Feldes beobachtete Baker am Elektroskop, als er einen geladenen Kamm vom Elektroskop weg und wieder auf es zu bewegte.
Als Beispiele für energetische Schalen um geladene Körper herum erwähnt er das Atommodell mit seinen unterschiedlichen „Elektronenschalen“, das „Titius-Bode-Gesetz“, das sich Gravitationsfeld der Sonne und der äußeren Planeten zeigt (siehe dazu meine Ausführungen im IV. Kapitel von Orgonometrie: Teil 1), den „Energiekörper“ des Menschen mit seinen unterschiedlichen Schichten und die unterschiedlichen Schichten der Erdatmosphäre.
Ich möchte auf eine weitere Schichtung verweisen, die auf den ersten Blick denkbar weit von allen „bioenergetischen“ Überlegungen entfernt zu sein scheint: die geologischen Schichten der Erdkruste.
Minerale und Gesteine sind häufig rhythmisch gebändert, was bislang durch Schwerkraft oder sequentielle Stoffzufuhr erklärt wurde. Mechanische Erklärungsmuster allein sind nicht in der Lage, die beobachtbare Vielfalt gebänderter Strukturen zu deuten. Rhythmite können auch durch interne Phänomene der Selbstorganisation (z.B. Liesegang-Ringe) entstehen, die durch äußere Energiepotentiale noch verstärkt werden. – Neben dem Schwerefeld verfügt das elektrische Feld der Lithosphäre über wesentliche gefügebildende Kräfte, so wahrscheinlich auch bei der Lagerstättengenese. Durch naturverwandte Elektrolyse-Experimente lassen sich rhythmische Mineralgefüge erzeugen, die das Verständnis natürlicher Gefüge erweitern. (Jacob, K. H.; Krug, H.-J. & Dietrich, S. (1992): „Lagerstättenbildung durch Energiepotentiale in der Lithosphäre“, Erzmetall, 45: 505-513)
Wie ein solches denkbar einfaches Experiment, das nun wirklich jeder nachvollziehen kann, aussieht, wird im folgenden Video gezeigt (ab min 7:20):
Funktionalismus bei Hans Hass (Teil 2)
31. Dezember 2013Energone müssen ihrer Energiequelle entsprechen, die sie dergestalt zwar nicht herstellt, aber trotzdem ihren Bau bestimmt. Hans Hass:
Jene ihrer Funktionsträger, die das Aufschließen einer Energiequelle besorgen, müssen in Form und Anordnung deren Besonderheiten entsprechen. Die Energiequelle stellt sie nicht her, diktiert aber doch, wie sie beschaffen sein müssen. Wie und auf welche Weise sie zustande kommen, ist somit sekundär; wichtig ist bloß, daß sie die richtigen Eigenschaften haben. Fragen wir somit nach dem „Ursprung“ dieser Eigenschaften, dann dürfen wir diesen nicht beim Hersteller suchen. Diese notwendigen Eigenschaften haben ihren Ursprung in der Beschaffenheit der Energiequelle.
Und weiter:
Die Gestalt der Tiere und Pflanzen erklärt sich somit nicht aus ihrer Herstellungsart, nicht aus dem Weg ihres Zustandekommens. Sie wird vielmehr weitgehend durch die Beschaffenheit der Energie- und Stoffquellen diktiert. Diese haben mit dem Herstellungsvorgang nicht das geringste zu tun – und sind doch für wesentliche Strukturelemente verantwortlich.
Diese „steuerkausale“ Betrachtungsweise kann jedoch die Entwicklung des Lebens nur recht unvollkommen erfassen, da sie von vornherein hinsichtlich der funktionellen Zusammenhänge blind ist. So kann Hass zwar überzeugend darstellen, wie durch die natürliche Auslese die Arten geformt wurden und wie der Artenwandel sich in der Natur vollzogen hat, doch er erklärt nicht die verblüffende morphologische Konstanz, die Reich bei den Lebewesen beobachtet hat. Warum, so ist zu fragen, sind sich fast alle Leistungsgefüge in der Natur morphologisch so verblüffend ähnlich. Reich hat diese Formgesetze in Die kosmische Überlagerung beschrieben und auf Energiebewegung zurückgeführt. Doch nach Hass‘ Theorie, der zufolge allein die Effizienz der erbrachten Leistungen die Evolution bestimmt, müßte die Natur von abenteuerlich gestalteten Monstern bevölkert sein, so wie unsere Maschinenparks von Gestalten geprägt sind, die keinerlei Formgesetzen, sondern einzig und allein Leistungskriterien folgen.
Das Zweckmäßige, also Leistungsgerechte, entstehe, so Hass, rein mechanisch dadurch, daß alles Unzweckmäßige, also alles, was nicht die erforderlichen Leistungen erbringt, nicht überlebt. Auf diese Weise bestimmen die aktuellen Leistungserfordernisse, was an den vorgefundenen Funktionen zweckmäßig ist und was nicht. Entgegen seinem eigenen funktionalistischen Ansatz übernimmt Hass diesen leistungsfixierten, mechanistischen Blickwinkel des Entfaltungsstroms. Der denkbar „unfunktionellen“ Logik der natürlichen Auslese folgend, führt Hass die gesamte Entwicklung der Energone einseitig auf die „Steuerkausalität“ zurück. Die „lebendige Funktion“ wird dergestalt von zwei Seiten her eingeklemmt:
Für Hass bezeichnet Funktion „einen auf einer konkreten materiellen Struktur beruhenden aktiven oder passiven Vorgang, der zum Zustandekommen einer benötigten Leistung beiträgt“. So kann nur jemand argumentieren, der nichts von der Entdeckung der kosmischen Orgonenergie weiß.
Hass betrachtet Energie als eine mehr oder weniger eigenschaftslose bzw. rein quantitative Gegebenheit, mit deren Hilfe „Bilanz gezogen wird“, ähnlich dem Geld, das zwar alles in Gang setzt, aber selbst keine Eigenschaften hat.
Die Orgonenergie hingegen ist sozusagen das widerspenstige, „elastische“ Material, das der Steuerkausalität ausgesetzt wird, durch sie aber nur in eng umschriebenen Grenzen verformt werden kann. Entsprechend kann Reich die Grundgestalt einer Giraffe erklären, während Hass verständlich macht, wie aus dieser Grundgestalt unter Selektionsdruck ein langhalsiges „Monstrum“ sich entwickelt hat. So wird erklärlich, wie sich die Orgonom-Form einerseits bei manchen Lebewesen bis zur Unkenntlichkeit verändert hat, andererseits aber doch im Verlauf der Evolution immer wieder durchschlug.
Wie nahe Hass trotz allem Reich steht, wird deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt, daß auch für ihn Energie allem real Seienden zugrunde liegt und sogar Raum und Zeit konstituiert. Deshalb lehnt er, wie vor ihm Wilhelm Ostwald, den „Materialismus“ ab. Hass:
Denn gerade das, was uns die Materie als etwas Klotziges, Plumpes, von den geistigen Vorgängen und unseren Gefühlen so äußerst Verschiedenes erscheinen läßt, hat gar keine reale Basis. Es ist eine Interpretation unserer höchst mangelhaften Sinne. Dieses Klotzige, Plumpe, „primitiven Gesetzmäßigkeiten blind Gehorchende“ ist in Wahrheit eine Erscheinungsform höchst differenzierter Kräfte. Was wir Materie nennen, besteht ganz und gar aus dem gleichen geheimnisvollen Etwas, das auch den subtilsten Prozessen, auch unseren Denk- und Gefühlsvorgängen zugrunde liegt.
Leider war für Hass in Anlehnung an seinen Lehrer Konrad Lorenz das Bewußtsein nur „Projektionsschirm“ der Außenwelt. Eine energetische Theorie, die nicht vor dem Problem steht, vom „Klotzige, Plumpe, ‚primitiven Gesetzmäßigkeiten blind Gehorchenden’“ auszugehen, hätte in dieser Hinsicht ein Potential, das Reich im Gegensatz zu Hass ausgeschöpft hat.
Aus orgonomischer Sicht stellt sich ohnehin die Frage, ob ein funktionierender Organismus eine Art „Orgonmotor“ ist, für den die zugeführte sekundäre Energie nur so etwas wie eine aktivierende „Anschubenergie“ darstellt. Immerhin reagieren tierische Organismen auf die Witterung genauso wie Reichs Orgonmotor. Man vergegenwärtige sich nur die Verluste bei der Umwandlung der zugeführten Nahrungsenergie in die lebensnotwendigen Leistungen. 80 bis 99 % geht verloren, wenn die in die Muskelzellen gelangende chemische Energie in mechanische Energie umgewandelt wird, bei der Reibung in den Gelenken, etc. Ob der klägliche Rest ausreicht, um (insbesondere) die Maschine Mensch am Laufen zu halten, kann bezweifelt werden.
Nun beruht aber die gesamte Energontheorie auf der Prämisse, daß wegen des horrenden Energieverlusts, der bei der „Umsetzung der vereinnahmten Rohenergie in funktionale Nutzenergie“ auftritt, die Bilanz der Lebewesen „außerordentlich positiv“ sein muß. Bedeutet demnach die Entdeckung der „freien“, d.h. negentropischen, Lebensenergie Orgon, daß die Energontheorie nicht nur Stückwerk ist, sondern null und nichtig? Im hoffe, es wird deutlich, daß dem nicht so ist, sondern daß die Energontheorie, obwohl sie erst durch die Orgonomie ein festes Fundament erhält, eine unverhoffte wie wichtige Ergänzung der Orgonomie darstellt.

























