Posts Tagged ‘Empfindungen’

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 9)

13. Februar 2019

Eine Einführung in die klinische Theorie der Orgonomie mit einer Diskussion einiger paralleler Funde in der modernen Neurowissenschaft und Psychotherapie von David Holbrook, M.D.

 

DER WEG EINES ORGONOMEN ZUR ORGONOMIE (Fortsetzung)

Erst als ich ungefähr 30 war, wurde mir klar, daß ich nicht wirklich die Wörter eines Songs höre – ich höre den Klang der Wörter. Mir wurde klar, daß ich oft keine Ahnung hatte, worum es in einem Song geht, auf verbaler Ebene. Ich habe mich immer darauf konzentriert, welche Gefühle die Sounds in mir hervorriefen, nicht so sehr auf den verbalen Inhalt der Texte. Für mich erzählten mir die Musik und der Klang der Wörter eine Geschichte, die lauter sprach, als die Worte selbst. Und ich fühle mich genauso, wenn ich mit Menschen interagiere oder sie beobachte.

Körpersprache, Ausdruckssprache, Emotion sind ansteckend. Es wird von Körper zu Körper ohne bewußte Absicht oder bewußte Teilnahme übertragen. Man fühlt, was andere fühlen, ob man will oder nicht. Reich drückte das schön aus, als er schrieb:

Wenn in einer Gruppe von Sperlingen ein einziger Sperling unruhig wird und Gefahr witternd davonfliegt, fliegt die ganze Gruppe, gleichgültig ob alle anderen Sperlinge die Ursache der Unruhe bemerkt haben oder nicht … Der Bewegungsausdruck des Kranken führt in unserem Organismus unwillkürlich eine Imitation herbei. Indem wir imitieren, empfinden und verstehen wir den Ausdruck in uns selbst … Unter „Charakterhaltung“ verstehen wir den „Gesamtausdruck“ eines Organismus. Dem emtspricht wörtlich der „Gesamteindruck“, den ein Organismus auf uns macht. (Reich 1949, S. 478f, kursiv im Original).

Mir wurde immer mehr bewußt, daß so viel im Leben eine plasmatische Erfahrung ist, eine organismische Erfahrung, etwas, das vom Körper bestimmt wird, nicht nur vom Gehirn oder von Worten. Es ist, als ob das Gehirn nur Mitfahrer wäre. Der Körper „weiß“, bevor das Gehirn „weiß“. Das Gehirn versucht zu artikulieren, was der Körper ihm sagt, Dinge in Worte zu fassen, die manchmal fast unmöglich in Worte zu fassen sind. Dies steht im Einklang mit der Vorstellung, daß das ANS, dessen Funktion so tiefgehend mit körperlichen, emotionalen Erlebnissen verbunden ist, eine weitaus wichtigere Rolle im menschlichen Leben spielt, als das bisher außerhalb der Orgonomie gewürdigt wurde. In der konventionellen Psychiatrie und Neurowissenschaft wird das ZNS gegenüber dem ANS weit überbetont, aber ist das wirklich gerechtfertigt? Dr. Robert Harman hat darüber in The Journal of Orgonomy geschrieben. Er schreibt:

Das autonome Nervensystem hat sich viel weiter entwickelt als das Gehirn. Das autonome Nervensystem wird manchmal als „primitives“ Nervensystem verstanden im Gegensatz zum Gehirn … das genaue Gegenteil ist der Fall … Das Gehirn eines Menschen hat sich gegenüber dem Gehirn eines Fisches sehr wenig verändert. … mit einer Ausnahme … dem retikulären System … in 300 Millionen Jahren erscheint nichts „Neues“ … Im Gegensatz dazu ändert sich das autonome Nervensystem in jeder Entwicklungsstufe tiefgreifend …. es ist im Fisch nicht vollständig vorhanden. (Harman 2007, S. 33).

Dr. Harman erklärt, daß die Evolution des ANS eng mit der Evolution der emotionalen Funktion bei Tieren zusammenhängt, im Gegensatz zur Funktion der Sensation, die eher mit dem ZNS verbunden ist und in der Evolution viel früher vorhanden ist. Daher entspricht die verbreitete Vorstellung, daß Emotionen primitiv sind und das Denken, das als eine Art Sensation betrachtet werden kann, fortgeschrittener ist, zumindest in gewisser Weise genau dem Gegenteil der Wahrheit. Dr. Harman läßt die Entwicklung des ANS Revue passieren und weist darauf hin, daß es bei Säugetieren und insbesondere beim Menschen am höchsten entwickelt ist (Harman 2007).

 

Literatur

  • Harman R 2007: The Autonomic Nervous System and the Biology of Sleep (Part 1). Journal of Orgonomy 41(1):7-49
  • Reich W 1949: Charakteranalyse, Köln: KiWi, 1989

 

Dieser Text aus dem Jahre 2013 wurde mit Genehmigung von Dr. Holbrook seiner Facebook-Seite entnommen und übersetzt.

ÄTHER, GOTT UND TEUFEL: Übersetzung des Klappentexts und der Inhaltsangabe des Originals von 1949

25. November 2018

In diesem Buch beschreibt Wilhelm Reich den Prozeß des funktionellen Denkens und wie die innere Logik dieses objektiven Denkprozesses ihn zur Entdeckung der kosmischen Orgonenergie und anderer grundlegender orgonomischer Entdeckungen der letzten drei Jahrzehnte führte. Funktionelles Denken und Organempfindungen sind wesentliche Werkzeuge der naturwissenschaftlichen Forschung und entscheidend für die Bewältigung der Probleme des Lebendigen. Der Unterschied zwischen der Denkweise des orgonomischen Funktionalismus und der mechanistischen und mystischen Denkweise wird deutlich durch die Darstellung der Beziehung der kosmischen Orgonenergie zu den beiden Grundpfeilern des menschlichen Denkens: „Gott“ und „Äther“. Reich zeigt, wie der „Teufel“ in Religion und Volksglauben eine Verzerrung des menschlichen Körpergefühls darstellt und wie die Orgonomie jenseits des Reiches des Teufels geht.

I. DIE WERKSTÄTTE DES ORKONOMISCHEN FUNKTIONALISMUS
Das „zu viel auf einmal“ der Orgonomie; die Funktion des Orgasmus – der einzige Zugang zu den kosmischen Orgonenergie-Funktionen; außerhalb des Rahmens von Mechanismus und Mystizismus; der Funktionalismus als Forschungsinstrument; die wissenschaftliche Ordnung der Freiheit; der biophysikalische Standpunkt; Grundlagenforschung auf unbekanntem Gebiet.

II. DIE ZWEI GRUNDPFEILER MENSCHLICHEN DENKENS: „GOTT“ UND „ÄTHER“
Der Standpunkt der Lebendigen; das Irren des Menschentiers; irrationale Fehler; die Logik des Irrens; das „GÖTTLICHE“, das „ABSOLUTE“, das „STATISCHE“; die Suche nach Schutzmaßnahmen gegen Fehler; die Frage der „SCHULD“ im Bereich des Wissens; naive Fragen und ausweichende Antworten; das Gemeinsame von Gott und Äther; Unterschiede zwischen Gott und Äther; die „Nichtexistenz des Äthers“; die Selbstkontrolle der Forschung; das gemeinsame Prinzip irrationaler Fehler; die biophysikalische Panzerung.

III. DIE ORGANEMPFINDUNG ALS WERKZEUG DER NATURFORSCHUNG
Die Rationalität der primären biophysikalischen Emotionen; Wahrnehmung – unterschiedlich bei gepanzerten und ungepanzerten Organismen; das Lebendige als Bezugsrahmen; das Kind als Lebewesen und als Bürger; biosexuelle Energiestauung; gepanzertes und ungepanzertes Leben; Reaktionen der Gepanzerten auf die Orgonomie.

IV. ANIMISMUS, MYSTIZISMUS UND MECHANISMUS
Das Verbot gegen die Untersuchung des Lebendigen; die Charakteranalyse öffnet das Tor zur Einsicht in die Empfindungen; Weltbild und Struktur des Forschers; die Natur ist unexakt; Angst vor der Organempfindung und Angst vor der Orgonforschung; Animismus und Mystizismus; Mystizismus und Erforschung des Mystizismus; die Panzerung des Mystikers; die pulsierende Welt des orgonomischen Funktionalismus; die Reinhaltung von Sinneswerkzeuge; die Lebensfunktion als Modell grundlegender Naturvorgänge; die Natur ist im Fluß; grundlegende Natur und abgeänderte Natur; funktionelle Krebsforschung; das Gemeinsame und das Trennende; der Funktionalismus löst Widersprüche auf; funktionelle Verbindungen, keine Zauberei; mechanistische, mystische und funktionelle Vorstellungen vom Organismus.

V. DAS REICH DES TEUFELS
Religion und die kosmische Erfahrung des Menschen; Gott und Teufel; das Übersehen des Wesentlichen; Hauptmerkmale des gepanzerten Menschen; die Logik der Moral; der gemeinsame Nenner des gesellschaftlichen Versagens des Menschen; Ereignisse aus Sicht der Lebenden beurteilen; Orgasmusangst als Hindernis für ein rationales Leben; Orgonomie geht über den Teufel hinaus.

VI. KOSMISCHE ORGONE ENERGIE UND „ÄTHER“
Die Existenz einer alles durchdringenden und nachweisbaren Energie; kein „leerer Raum“; Allgegenwart; orgonomisches Potential; Orgon-Metabolismus; Pulsation; Pulse und Wellen; West→Ost-Bewegung; Sichtbarkeit; Erstrahlung; Wärmeerzeugung; die orgonotische Sensibilität des Beobachters; die Eigenschaften der Orgonenergie und des Äthers; Zusammenfassung.

ZUKUNFTSKINDER: 3. Die Entstehung des „Nein“, d. Autismus und Schizophrenie

12. Februar 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

3. Die Entstehung des „Nein“, d. Autismus und Schizophrenie

Der Rote Faden: Reich und Marx

8. November 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

e. Der Übermensch

f. Die Untermenschen

2. Der Weg in den Kalten Krieg

a. Das rote Berlin

b. Agenten des Roten Terrors

c. Der Friedenskämpfer Nr. 1

d. Der Kalte Krieger Nr. 1

e. Der Warmduscher

3. Mentalhygiene

a. Sexpol

b. Die sexuelle Revolution in der Sowjetunion

c. Psychoanalyse und Kommunismus

d. Otto Fenichel und seine „Rundbriefe“

e. Die Leninistische Organisation

4. Polithygiene

a. Reich in Norwegen

b. Reich und Marx

 

Der Kern des orgonomischen Funktionalismus, die Orgonometrie

27. Oktober 2017

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6

Teil 7

nachrichtenbrief69

13. September 2017

Diedrich: Naturnah Forschen (2000)

13. März 2017

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Diedrich: Naturnah Forschen (2000)