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Orgonomie und Metaphysik (Teil 9)

21. November 2021

Die „Fachleute für Religion“ gehen weltweit auf die Schamanen zurück. Schamanen waren typischerweise Männer, die nur schwer in die arbeitsteilige Stammesgesellschaft integriert werden konnten. Männer gingen Jagen und stählten sich für den Krieg, während die Frauen sammelten und sich um „Haus und Hof“ kümmerten. Hermaphroditen, Homosexuelle, Schizophrene, Autisten, Verstümmelte, etc. paßten nicht ins Schema und machten sich stattdessen damit nützlich, daß sie sich mit der „Anderswelt“ beschäftigten, in die sie durch Drogen, Exzesse jeder Art und Selbstkasteiung („Yoga“) eintraten. In früheren Zeiten wurden solche Leute in Europa Mönche und Priester – die sich tragischerweise um die Kindererziehung kümmerten. In Indien, wo das Priestertum erblich ist, bot die informelle Institution der „heiligen Männer“, wie etwa Ramakrishna, Vivikananda oder Ramana Maharishi, den ansonsten nutzlosen sexuellen Neutrums eine geachtete soziale Nische. Typischerweise haben diese heiligen Männer einen weiblichen Körperbau inklusive Titten. Man schaue sich beispielsweise dieses Video von Ramana Maharishi an:

Heutzutage wird diese sehr profitable Profession weitgehend von soziopathischen Kriminellen wie Baba Rampal, ein typischer Modju, beherrscht – die charakteristischerweise von sich behaupten ebenfalls Sexualkrüppel zu sein.

Im Unterschied zu den alles andere als unsympathischen Gurus der Vergangenheit sind es, was jedem, der zumindest etwas natürliches Lebensgefühl in sich bewahrt hat, sofort auffallen sollte, ekelerregende Arschgesichter!

Man denke nur an das von tiefer Weisheit durchwirkte Antlitz von Swami Paramahamsa Nithyananda, der eine beträchtliche Anhängerschaft in Indien, Malaysia und den USA hat. Er hätte vielleicht das Zeug zu einem neuen „Osho“ gehabt, wäre nicht das folgendes Video auf einem indischen Fernsehkanal gelaufen, das den offiziell zölibatär lebenden Gottesmann beim Drogenkonsum und Sex mit einer bekannten indischen Schauspielerin und einer weiteren Gespielin zeigt:

Was so skandalös an diesem Video ist? Ähnlich wie Sri Chinmoy, mit dem ich mich in Teil 8 beschäftigt habe, predigte Swami Nithyananda vollkommene Hingabe an den gottähnlichen, wenn nicht gottidentischen Meister (er selbst!), den zu hinterfragen eine schwere seelenzerstörende Sünde sei. Er predigte „sexuelle Reinheit“, verging sich aber selbst „auf unnatürliche Weise“ an seine ihm hörigen Anhängerinnen. Er verlangte Opfer von seinen Jüngern, um dann selbst im Luxus zu schwelgen. Er versprach Glück und Freiheit – und hat durch Manipulation, Machtmißbrauch, teilweise sogar körperliche Gewalt viele Ehen und Familien zerstört und Anhänger in den wirtschaftlichen Bankrott gestürzt, ganz zu schweigen von den seelischen Schäden (Depressionen, Selbstmordversuche).

Auch angesichts immer neuer abartiger Sexskandale in der Katholischen Kirche: Wann werden die Massen endlich begreifen, daß das, was ihnen als „Spiritualität“ verkauft wird, nichts anderes als sexuelle Perversion ist – und daß es keine „wahre Spiritualität“ gibt (irgendwo in exotischen Ländern), die in irgendeiner Weise anders wäre als das, was sie aus ihrer eigenen Kultur, vielleicht sogar aus eigener leidvollen Erfahrung, kennen!

Eure Priester, Lamas und Swamis sind Alkoholiker, Junkies und ihre erbärmliche Sexualität ist unauslöslich in ihren Arschgesichtern geschrieben. Frauen sind nicht besser: je „spiritueller“ sie sind, desto schmutziger sind ihre Seelen!

Wer sich weiter mit dem Thema auseinandersetzen will, insbesondere dem Gottmenschen und Kinderficker Sai Baba, verweise ich auf den Blog von Robert Priddy. Siehe auch die Videos hier.

Wie eine Sanyasin gesagt hat, gab es bei Osho Kindersex (d.h. Erwachsene haben mit Kindern geschlafen), damit, so Osho, die Kinder schon von Anfang an ihre Hemmungen, ihre Programmierungen verlieren. Ziel ist ein Wesen, dessen höheres Selbst nicht mehr von Emotionen vernebelt wird.

Der Yogi erstrebt vollkommene Stille im Schädel. Das ständige Geschnatter der Gedanken soll aufhören. Dies wird durch „Fokussierung“ erreicht. Etwa durch das ständige Wiederholen von „Mantras“ (ursprünglich Zaubersprüche wie unser „Abrakadabra“) oder durch das detaillierte Visualisieren irgendwelcher Götter oder die Konzentration auf das Ein- und Ausatmen, etc. Er tut auf systematische Weise genau das, was jeder Neurotiker spontan tut, wenn er mit Zwangsgrübeleien und irgendwelchen „Ritualen“ und vor allem Kontrolle der Atmung versucht, seinen Erregungs-, also Angstpegel zu senken, der durch die Energiestauung so hoch ist, die auf chronischer orgastischer Impotenz beruht.

Seine Heiligkeit Sri Sri Ravi Shankar (nicht zu verwechseln mit dem verstorbenen Sitar-Spieler!) will der Welt Frieden bringen mit Atemübungen. Er ist heute einer der größten „Gurus“, die uns Indien beschert. Was einst Maharishi oder Osho waren, ist heute Sri Sri:

Wer und was sind Leute wie seine Heiligkeit? Sie sind das reaktionäre Gegenteil der Orgonomie. Sie vertreten exakt das gleiche Gedankengut, das Beispielsweise Reichs Gegenspieler in der Psychoanalyse, Paul Federn (der später von Reich ausdrücklich als „Modju“ gebrandmarkt wurde), 1928 zum Durchsetzen einer konsequenten Enthaltsamkeit vorschlug. Es sei gut, so Federn,

wenn man gewürzte Kost und Alkohol völlig meidet, wenig Eier, Fleisch und Milch, namentlich abends, zu sich nimmt, viel Sport und körperliche Tätigkeit treibt und ein geregeltes, inhaltsvolles Leben führt. (…) Kühles, nicht zu hartes und nicht zu weiches Bett ist nützlich. Sexuelle Erregung kann durch kaltes Baden und Schwimmen herabgesetzt, wirkliche Reizzustände und Schlafstörungen können durch Arzneimittel bekämpft werden. Die spontane Erektion, die den Anlaß zur Onanie gibt und die das Einschlafen hindert, hört auf, wenn man solange als möglich den Atem anhält und das einige Male wiederholt. (z.n. Andreas Peglau: Unpolitische Wissenschaft? , Gießen 2013, S. 63f)

Yogis, wie Sri Sri, haben nie etwas anderes gepredigt: fleischlose Kost, Körperertüchtigung, kalte Duschen und – Atemanhalten, als alternativer Weg zu Glück und Seelenruhe, die ein befriedigendes Liebesleben schenkt. Wie das Federnsche Atmen konkret im Yoga aussieht, kann man beispielsweise hier nachlesen. Wer eine Orgontherapie möglichst effektiv konterkarieren will, sei dieses Einüben der orgastischen Impotenz wärmstens empfohlen!

Wie Reich in Die Massenpsychologie des Faschismus ausgeführt hat, geht diese Art von „Züchtigkeit“ immer mit „Züchtigung“ (= Faschismus) einher. Dazu ein Leserbrief eines ehemaligen Mitgliedes von Ravi Shankars Organisation Art of Living (AOL):

Ich war über zehn Jahre hinweg Trainer in der AOL und habe viel Zeit mit ihm [Sri Sri Ravi Shankar] verbracht. Jahre rang ich mit der Frage, ob das AOL ein Kult sei oder nicht. Schließlich tendierte ich dazu, das AOL als Kult zu betrachten. Einer der Hauptgründe, der mich zu diesem Schluß brachte, war die Unehrlichkeit, die den Organisationen zugrundeliegt.
Das AOL ist auf eine sehr grundlegende Art und Weise unredlich. Es stellt sich selbst öffentlich als eine wunderbar humanitäre, pädagogische Organisation dar, die spirituell orientiert ist, aber frei von den Dogmen und Regeln der Religionen. Sri Sri wird entsprechend als ein visionärer spiritueller und humanitärer Führer angesehen, der die Inspiration hinter den wunderbaren Hilfsprojekten ist, die das AOL auf der ganzen Welt durchführt. Sobald du jedoch in der AOL bist, wird eine ganz andere Lesart propagiert (aber es wird nie offen propagiert).
Diese Lesart läuft ungefähr darauf hinaus, daß Sri Sri eines der höchsten spirituellen Wesen auf Erden sei. Er sei in früheren Leben vermutlich Buddha, Jesus oder Krishna (oder alle drei) gewesen. Er sei ein vollkommen erleuchtetes Wesen, dem keine Fehler unterlaufen könnten. Wenn er einen Fehler zu machen scheint, ist es entweder eine Prüfung seiner Jünger oder es seien nur die geheimnisvollen Wege des Guru. Sri Sri weiß alles und seine Gnade kann alles erreichen. Alle Dinge sind möglich, wenn jemand nur an den Guru glaubt und voll und ganz seiner allgegenwärtigen Gnade offensteht. Er wird seine Jünger über das Meer der Täuschung zur Erleuchtung tragen. Ich erinnere mich, wie mir gesagt wurde, daß Buddha 50 von seinen Jüngern und Jesus nur 12 oder so erleuchtet habe, aber Sri Sri Hunderte erleuchten werde.
Unausgesprochenes Ziel des AOL ist es, den Menschen zu der Erkenntnis zu verhelfen, wie groß Sri Sri ist und den Glauben an ihn zu fördern. Es geht darum, sie in echte Jünger von Sri Sri zu verwandeln. Ich habe in meinen Jahren im AOL bemerkt, daß das Hauptziel der Hilfsprojekte darin besteht, Jünger, wahre Gläubige zu produzieren. Es reichte nicht, daß Sudarshan Kriya [d.h. Yoga-Atmung] oder Meditation erlernt wird oder daß irgendwie bei einem Hilfsprojekt geholfen wurde und daß es das war. Es gab immer eine sanfte (und wenn du DSN [ich komme darauf zurück, PN] machtest nicht so sanfte) Ermutigung dazu, daß die Leute echte Jünger wurden.
Ich dachte, daß diese Mythenbildung um Sri Sri nichts mit ihm zu tun hatte. Er selbst sagte nicht, daß er perfekt und ein Avatar Gottes sei. Es gehöre nur zu spirituellen Organisationen, ihre Gründer zu idealisieren. Ich glaube das nicht mehr. Wenn ich zurückblicke, sehe ich, daß Sri Sri reichlich Gelegenheit hatte, seine Vergöttlichung zu dämpfen, aber er tat es nie. Er kann einige bescheidene Aussagen tätigen wie: „Ich bin nicht anders als ihr. Ich bin genau wie ihr“, aber niemand hat ihm das wirklich abgekauft, weil die eigentliche Botschaft das genaue Gegenteil ist. Ich war mit ihm im gleichen Raum und sah, wie er Leute täuschte. Die Leute kamen zu ihm mit allen möglichen Problemen und Sri Sri schien auf magische Weise alles über ihre Probleme zu wissen. Derjenige war dann über Sri Sris Allwissenheit erstaunt. Sri Sri unterließ es dabei zu erwähnen, daß er über die Probleme dieser Person von jemand anderem unterrichtet worden war. Er ließ sie in dem Glauben, daß er allwissend sei.
Sri Sri ließ die Vergöttlichung zu und förderte sie auf subtile Weise. Er war darin sehr geschickt. Dieser Mythos vom Guru ist einer der Hauptgründe, warum ich glaube, daß das AOL eine Sekte und keine Religion ist. Religionen sind sehr offen hinsichtlich ihres Glaubenssystems. Das AOL hält sich sehr bedeckt. Das versteckte Glaubenssystem unterhalb der offiziellen Parteilinie ist nicht so offensichtlich und würde nie in ihren Marketing-Broschüren auftauchen. Du wirst nie in einem AOL-Grundkurs hören, daß Sri Sri der größte erleuchtete Meister aller Zeiten ist, daß der schnellste Weg zur Erleuchtung darin besteht, an ihn zu glauben, ihm zu dienen und ihm zu folgen, und daß du dich so glücklich schätzen kannst, auch nur von ihm gehört zu haben, geschweige denn von ihm zu lernen und ihm zu dienen. Wenn du diese Chance nicht nutzt und ihm nicht folgst, vertust du eine Möglichkeit, die sich dir nur selten in vielen, vielen Lebenszeiten bietet. Das ist, woran im inneren Kreis um ihn herum geglaubt wird.

Und so jemanden, der nach christlichem Verständnis nichts anderes als der Antichrist ist, präsentieren die scheiß Liberalen in der Evangelischen Kirche als eine Art Ersatz-Jesus! Der Abgesandte Satans thront in der Kirche des Herrn! Man schaue sich nur mal die seligen Gesichter der grenzdebilen Kirchentagbesucher an, wenn sie diese leere Witzfigur vergöttern!

„DSN“ steht für Divya Samaaj ka Nirmaan, ein Kurs zur Persönlichkeitsbildung, der alle Blockaden beseitigt. Das eigene Ego, der „Charakter“, wird zerstört und an seine Stelle das Ego von Sri Sri gesetzt!

Was ist Orgontherapie? (Teil 2)

14. Juli 2015

Die Augen sind Spiegel der Seele, da sie Teil des Gehirns sind. Im ungepanzerten Zustand sind sie frei beweglich, lebendig, strahlend und „offen“. Sie stehen weder vor, noch sind sie eingesunken und die Haut in ihrer Umgebung hat eine gesunde Farbe.

Von der subjektiven Seite her kann man sagen, daß, während etwa Mystiker in einer zweidimensionalen Welt leben, ein ungepanzertes okulares Segment durch eine dreidimensionale Tiefenwahrnehmung gekennzeichnet ist (beidäugiges Sehen). Sind die unteren Segmente ebenfalls frei von Panzerung, erstreckt sich dieses „dreidimensionale Gefühl“ auf den gesamten Körper. Der Mensch fühlt sich wirklich in der Welt und nicht als bloßen „in die Welt geworfenen“ „Teilnehmer“, dem aus dem „Jenseits“ Botschaften zugehen („Entfremdung“).

Störungen in der oralen Entwicklung können sich in Erkrankungen wie Depression und Eßstörungen niederschlagen (Der Krebs, Fischer TB, S. 385).

Das gesunde orale Segment zeigt sich darin, daß man fähig ist Grimassen zu schneiden und kraftvoll zubeißen kann. Was Reich in dieser Hinsicht betrifft schreibt sein Mitarbeiter und Biograph Myron Sharaf:

Ich erinnere mich noch lebhaft der Genauigkeit, der Subtilität und der Scharfsinnigkeit von Reichs Nachahmungen. (Fury on Earth, S. 181)

Sein Freund Alexander Neill erinnert sich:

Ich habe nie wieder einen solch entspannten Menschen gekannt. Wenn ich sein Kinn berührte, ging es auf und zu wie ein geölter Kopferdeckel. Sein Körper war immer entspannt. (z.n. Ilse Ollendorff: Wilhelm Reich, München 1975, S. 8 )

Darüber hinaus zeigt sich die Entspanntheit des Mund- und Rachenbereichs in einer ausdrucksvollen Stimme. Eine biopathische Störung in diesem Bereich ist z.B. die spastische Dysphonie.

Ein gesundes Halssegment zeichnet sich durch einen frei beweglichen Hals aus. Bewegungen, die insbesondere bei Frauen Schönheit und Eleganz vermitteln – im Gegensatz zur „Halsstarrigkeit“.

Das Hauptkennzeichen einer Brustpanzerung ist die chronische Einatmungshaltung. Das dient sowohl der Einschränkung der Energieversorgung des Organismus, als auch der unmittelbaren Kontrolle der Emotionen. Deshalb ist die „Atemsperre“ der Grundmechanismus, mit dem die Neurose aufrechterhalten wird.

Es gibt drei Hauptmechanismen der Atemsperre: neben dem angespannten, aufgerichteten, unbeweglichen Brustkorb in erster Linie das angespannte und unbewegliche Zwerchfell, sowie, weniger wichtig, eine chronisch zusammengezogene Bauchmuskulatur.

Die traditionellen Atemübungen dienen dazu, die organismische Energie und die Emotionen, insbesondere Angst, einzudämmen. Im Gegensatz dazu will die Orgontherapie sie freisetzen. Zur Auflösung dieser Atemsperre werden deshalb keinerlei „Atemübungen” benutzt. Der Patient muß Angst und Spontanität ertragen lernen.

Der „Zwerchfellspasmus“ bildet Reich zufolge „das Zentrum der biopathischen Bewegungsstörung und der Sexualabwehr (…) schlechthin“ (Der Krebs, S. 209f). Das Zwerchfell ist ein sehr starker Muskel, mit dessen Hilfe wir uns selbst förmlich „abwürgen“. Den Zwerchfellblock kann man beispielsweise an einer Exspiration erkennen, bei der sich der Bauch vorwölbt. Ein anderes Beispiel ist die Lordose.

Das Zwerchfellsegment ist eines der Hauptgebiete für psychosomatische Erkrankungen. Elsworth F. Baker berichtet:

Ich habe einen Fall mit Symptomen erlebt, die typisch für eine Erkrankung der Gallenblase waren, einschließlich schmerzhafter Verstopfung, Empfindlichkeit und Krämpfe in der rechten oberen Bauchregion (Hypochondrium), Verdauungsstörungen, Völlegefühl im Überbauch, Blähungen und Gelbsucht; der ganze Symptomkomplex wurde durch Massage des Magenausgangs vollständig behoben. Als der Pylororuskrampf nachließ, konnte man ein Gurgeln hören, und die Symptome verschwanden. Ich nehme an, daß der Krampf auch den Sphinkter Oddi mitumfaßte und so den Gallenfluß behinderte und die Gelbsucht hervorrief. Zu dem Zeitpunkt, als der Verkrampfung sich löste, äußerte die Patientin auch viel Bitterkeit, die sie ihrem Mann gegenüber empfand. (Der Mensch in der Falle, München 1980, S. 291f)

Reich ist auf den Orgasmusreflex zuerst beim Lösen des Zwerchfellsegments gestoßen und zwar durch das Provozieren von Erbrechen (wobei der Atem nicht angehalten werden darf). Interessant ist, daß der physiologisch so grundlegende Brechreflex bei so überaus vielen Menschen nicht funktioniert, bzw. nicht künstlich provozierbar ist und daß die moderne Medizin das Ausbleiben dieses grundlegenden Reflexes nicht als schwerwiegendes Krankheitszeichen wertet.

Die Bauchspannung ist eine „Widerstandsspannung“, die von vorne den Solar plexus schützen soll. Neurotiker reagieren extrem empfindlich, wenn nach dem Ausatmen knapp unterhalb des Brustbeins mit einem Finger Druck ausgeübt wird. Verhältnismäßig ungepanzerte Menschen, insbesondere Kinder, können im oberen Bauchbereich qualvolle Angstzustände empfinden. Die Atemsperre dient dazu, diese Angstquelle einzudämmen. Wie gesagt: der Patient muß lernen, diese Art von Angst zu ertragen.

Nachdem wir uns mit der Charakteranalyse und den sechs ersten „Panzersegmenten“ beschäftigt haben, kommen wir nun zum Kern der Orgontherapie: im Kern ist sie „Orgasmotherapie“, d.h. eine Therapie, die die orgastische Potenz als Ziel hat.

Zunächst ist zu sagen, daß entgegen dem gängigen Bild von den „sexbesessenen Anhängern Wilhelm Reichs“ in der Orgontherapie so gut wie nie von Sexualität die Rede ist. Es ist ziemlich genau wie beim Flirten: beide Parteien und ihre gesamte Umwelt wissen genau, worauf das ganze letztendlich hinausläuft, aber „es“ ist nie Thema.

Ziel der Therapie ist die Freilegung des bereits erwähnten „Orgasmusreflexes”: die unwillkürliche Kontraktion und Expansion des Organismus, die bei orgastisch potenten Menschen insbesondere während des sexuellen Höhepunkts in Erscheinung tritt. Andeutungsweise tritt beim Ungepanzerten die entsprechende Bewegung des Beckens bei jeder Ausatmung auf („Beckenreflex“).

Das Beckensegment ist das letzte Segment, das geöffnet wird. Infolge der Reinlichkeitserziehung und des Onanieverbots ertötet eine verkrampfte Beckenmuskulatur alle genitalen Gefühle. Entsprechend wird das Becken zurückgehalten (totes Becken). Im Unterschied zu den oberen Segmenten beherbergt das Beckensegment zwei erogene Zonen, die sich bei der Entpanzerung unterschiedlich äußern: das anale „Quetschen“ („Scheiße!“) und das „phallische“ Stechen („Fuck!“).

Durch das Öffnen dieses Segments wird ungemein viel Energie und entsprechend eine geradezu apokalyptische Angst freigesetzt („Orgasmusangst“). Man spricht auch von „Beckenangst“: die bis zum äußersten gesteigerte Angst vor dem endgültigen Kontrollverlust nach Öffnung des Beckensegments.

Elsworth F. Baker erinnert sich:

Reich war sehr zurückhaltend, den Orgonomen die Technik der Endphase beizubringen, da er glaubte, daß die meisten sie nicht richtig handhaben könnten und daß bei der Mehrheit der Patienten die Therapie besser vor dieser Phase abgebrochen werden sollte. („My Eleven Years with Wilhelm Reich (Part III)“ Journal of Orgonomy, 11(2), Nov. 1977, S. 172)

In Alexander Lowens „Bioenergetik“ kommt es zu einer verfrühten mechanischen Mobilisierung des Beckens, was künstlich eine Panzerungsstruktur erzeugt, die dem des Schizophrenen entspricht. Entsprechend wirken auch die Klienten der „bioenergetischen“ Quacksalberei.

Für Reich war Therapie nichts anderes als „biophysische Chirurgie“. Und genauso wie es selbstverständlich ist, daß die gewöhnliche Chirurgie auf wenige streng ausgewählte Spezialisten beschränkt bleiben muß, sollte es selbstverständlich sein, daß ebenfalls die „biophysische Chirurgie“ nur von medizinisch, psychiatrisch und orgonomisch ausgebildeten Fachärzten ausgeführt werden darf. Keinem Laien käme der Gedanke, einen anderen Menschen aufzuschneiden, weil aber, so Reich,

jeder Ignorant, da er selbst Emotionen hat, sich selbst für einen „Experten“ hält und deshalb meint, biophysikalische und psychologische Prozesse beurteilen zu können, ist die Situation in der Biopsychiatrie eine andere als in der Chirurgie. (Charakteranalyse, KiWi, S. 642)

Was ist Orgontherapie? (Teil 1)

13. Juli 2015

In Deutschland wird Orgontherapie in Hamburg praktiziert. Orgontherapie ist eine Behandlungsmethode für „psychische“ (emotionale), psychiatrische und psychosomatische Erkrankungen, die von den drei Psychiatern Dr. med. Wilhelm Reich (1897-1957), Dr. med. Elsworth F. Baker (1903-1985) und Dr. med. Charles Konia (geb. 1931) entwickelt wurde. (Was die Behandlung mit dem Orgonenergie-Akkumulator betrifft, finden sich hier und hier Erläuterungen.)

Die Orgontherapie läßt sich von der Atmung her vielleicht am besten einordnen. Tatsächlich kann Atmen tödlich sein. Beim „Überventilieren“ können „elektrische Strömungsempfindungen“ und gefährliche tetanische Anfälle auftreten. Sie entstehen aus der kontraktiven Reaktion des Organismus auf die ungewohnte Energiezufuhr. Bei dieser Reaktion kann die zerebrale Blutzufuhr um bis zu 30 % gedrosselt werden. Die Tetanie kann bis zum Tod führen, wenn man die Atmung nicht mehr stoppen kann.

Dem hingegen kann ein ungepanzerter Mensch so viel atmen wie er will und es passiert nichts, außer daß „schmelzende“ lustvolle Strömungsempfindungen auftreten. Die Hyperventilation ist ein biopathisches Phänomen, welches zeigt, wie der Organismus des heutigen Menschen gar nicht mehr an eine vernünftige Sauerstoffversorgung gewöhnt ist. Es handelt sich um einen allgemeinen Kontraktionszustand (Sympathikotonie), von dem die Atemsperre der wichtigste Aspekt ist.

Der Behandlungsmechanismus der Orgontherapie ist der Grundtendenz der mechanistischen Medizin genau entgegengesetzt. Beispielsweise wirken Psychopharmaka, indem sie die Atmung einschränken, damit den Energiepegel senken und so die Angst reduzieren, was ein differenzierteres Gefühlsleben und ein klareres Denken ermöglicht.

Es geht aber auch nicht um das bloße Beseitigen der Hemmungen. Orgontherapie ist mehr als bloße Katharsis. Eine „chaotische Situation“ entsteht, wenn der Therapeut die Krankheitsdynamik des Patienten nicht versteht, bzw. er keine Rücksicht auf den Aufbau der Neurose nimmt. Beispielsweise kann fehlende Panzerung ein weit größeres Problem darstellen als Panzerung. Beim Manisch Depressiven kann sie derartig desorganisiert sein, daß er hin und her geworfen wird, was im Extremfall (also beim Triebhaften Charakter) dazu führt, daß eine Therapie unmöglich ist. Jene Schizophrenen sind am schlimmsten dran, bei denen die Panzerung (außer im Kopfbereich) fehlt.

Ganz allgemein ist der hauptsächliche Fehler, den ein Orgontherapeut begehen kann, eine Fehldiagnose und eine entsprechend falsche Herangehensweise, die eine Behandlung schließlich unmöglich macht. Insbesondere kann es zu einem unheilbaren „ocular hook„ kommen, den manche „Orgontherapeuten“ massenweise in ihren Patienten hervorgerufen haben.

Ein „hook“, bzw. „Haken“, ist Baker zufolge eine Hemmung, die für den Patienten eine derartig konstituierende Bedeutung hat, daß eine Beseitigung schwierig bis unmöglich ist. Um so schlimmer ist ein Haken, der durch einen ärztlichen Kunstfehler entstanden ist, indem zu früh Energien freigesetzt wurden, die den Patienten zu überschwemmen und zu „vernichten“ drohen, weshalb er etwa im Augensegment derartig blockiert, als wäre sein Leben davon abhängig. Und vielleicht hat er dabei sogar Recht…

Um derartiges zu vermeiden, sollte stets die Charakteranalyse im Zentrum der Therapie stehen, d.h. das Auflösen erstarrter Verhaltensmuster durch ihr Bewußtmachen.

Charakteranalyse ist die Analyse der Art und Weise des Auftretens des Patienten, die ebenso auf kindliche Erlebnisse zurückgeführt werden kann, wie die Inhalte der Symptome. Im Gegensatz zum einfachen Symptom ist der komplexe Charakterzug gut rationalisiert und wird vom Patienten nicht als Fremdkörper empfunden. Aufgabe des Therapeuten ist es, aus dem Charakterzug einen solchen isolierten Fremdkörper zu machen, um ihn dann wie ein Symptom zu beseitigen.

Zuerst erfolgt Widerstandsdeutung, bevor es zu irgendeiner Sinndeutung kommen kann. Dabei ist mehr auf die Verhaltensweise des Patienten, als auf den Inhalt seiner Äußerungen zu achten, außerdem wird der negativen Übertragung besondere Beachtung geschenkt. Der Therapeut muß wie ein Archäologe Schicht für Schicht in die Vergangenheit vordringen und es vermeiden, durch zu tiefe Deutungen ein Chaos hervorzurufen. Bei dieser Deutungsarbeit hat er immer wieder vom Hauptwiderstand, dem formalen „Charakterwiderstand“ auszugehen, der den Charakter des Patienten definiert.

Der Charakterpanzer ist die Gesamtsumme der typischen („charakteristischen”) Haltungen, die der Patient als Abwehr gegen Angst entwickelt hat. Er führt zur Erstarrung und emotionaler Kontaktlosigkeit und ist mit dem Muskelpanzer funktionell identisch.

Reich schreibt:

Die Verkrampfung der Muskulatur ist die körperliche Seite des Verdrängungsvorganges und die Grundlage seiner dauernden Erhaltung. (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 228)

D.h. die Panzerung ist funktionell identisch mit dem Freudschen Unbewußten.

In der „charakteranalytischen Vegetotherapie“, die Reich in den 30er Jahre entwickelt hat, werden die Emotionen nicht mehr, wie in der klassischen Charakteranalyse, allein durch Bewußtmachen der Charakterwiderstände befreit, sondern gegebenenfalls auch durch direktes Angehen der Muskelpanzerung.

An Anfang der Entwicklung seiner Vegetotherapie mußte Reich zur Behebung von Blockierungen zu Übungen Zuflucht nehmen – ohne großen Erfolg. Das brachte ihn dazu, auf diese künstlichen Maßnahmen zu verzichten und nach den Hemmungen der natürlichen Beweglichkeit zu suchen. Auf diese Weise entwickelte sich die heutige Orgontherapie. Kurioserweise sind „Reichianer“ und „neo-Reichianische“ Quacksalber aufgetreten und haben ihre „bioenergetischen“ „Übungen“ dem Publikum als „Weiterentwicklung“ der Orgontherapie angedient.

Die Einheit von Charakter- und Muskelpanzer, Reich „biopsychiatrischer“ Ansatz, wird beispielsweise anhand des „Roten Fadens“ deutlich. Im Zusammenhang mit dem Dreischichtenmodell (biologischer Kern, irrationale Mittlere Schicht, soziale Fassade) führt Elsworth F. Baker aus:

Die soziale Fassade enthält einen grundlegenden Charakterzug (manchmal mehrere), mit dessen Hilfe der Betreffende der Umwelt begegnet. Dieser Charakterzug bleibt während der ganzen Therapie bestehen und veranlaßt den Patienten, konsequent in gleicher Weise auf jedes Problem zu reagieren, das ihm begegnet. Er wird zur hauptsächlichen Charakterabwehr. Reich nennt diesen Zug den roten Faden, und man muß ihn erkennen, damit man den Betreffenden verstehen und beurteilen kann. Der grundlegende Charakterzug löst sich niemals auf; er bleibt immer ein integrierender Bestandteil der Persönlichkeit, obwohl er abgewandelt werden kann. Er kann sozial annehmbar sein – Freundlichkeit, Bescheidenheit, Zurückhaltung, Schüchternheit, Korrektheit, Rechtschaffenheit oder sozial unannehmbar – Unehrlichkeit, Verschlagenheit oder Betrügerei. (Der Mensch in der Falle, München 1980, S. 102)

Charles Konia schreibt:

Der Rote Faden kann oft als ein besonderer Charakterzug, etwa Freundlichkeit, Aufrichtigkeit, Bescheidenheit, Ernsthaftigkeit, Zurückhaltung, ständiges Drängen, Gehässigkeit, usw. beschrieben werden. Manchmal kann er auch besser als ein bestimmter Menschenschlag oder Beruf charakterisiert werden. Beispiele aus der klinischen Praxis sind „Priester“, „Rabbi“, „Gestapo-Agent“, usw. Alternativ kann er vielleicht besser als bestimmte Persönlichkeit beschrieben werden, wie etwa „Samson”, „Shirley Temple”, „Alice im Wunderland”, „Hitler”, usw. Eine weitere brauchbare Kategorie ist ein besonderes Tier etwa „Schildkröte“, „Bulldoge“, „Maus“, usw. Es ist gleichgültig, wie der Rote Faden beschrieben wird, solange er spezifisch auf den Patienten zutrifft. („Orgone Therapy: Part 15“, Journal of Orgonomy, 28(2), Fall/Winter 1994)

1937 schrieb Reich:

Der körperliche Gesamtausdruck (des Patienten) ist gewöhnlich in eine Formel zu fassen, die sich früher oder später im Verlauf der charakteranalytischen Behandlung wie von selbst ergibt. Es sind merkwürdigerweise meist Formeln und Bezeichnungen aus dem Tierreiche wie „Fuchs“, „Schwein“, „Schlange“, „Wurm“ u.ä. (Funktion des Orgasmus, S. 228)

Was nun die eher widerlichen Wesenszüge betrifft merkt Konia an:

(…) der Rote Faden kann als Ausdruck der wesensmäßigen Stärke des Patienten betrachtet werden. Da jedoch eine Stärke zur Abwehr benutzt wird, kommt es zu einer Übertreibung des normalen Funktionierens. Beispielsweise wird ein von Natur aus aggressiver Mensch auf eine widerwärtige Weise aufdringlich, usw.

Konia weist ausdrücklich darauf hin, daß das Etikettieren von Mensch nach ihrer Charakterstruktur („genital = gut = gesund“ gegen „neurotisch = schlecht = krank“) selbst ausgesprochen neurotisch und sogar pestilent ist (Emotionelle Pest).

Es erinnert an den alten kommunistischen Trick Dissidenten als „schizophren” abzutun. („Cultism in Orgonomy“, Journal of Orgonomy, 26(1), Spring/Summer 1992)

Die Atemsperre (Teil 2)

5. Februar 2015

Arthur Craig vom Barrow Neurological Institute at St. Joseph’s Hospital and Medical Center in Phoenix, Arizona hat aufzeigen können, daß verlangsamtes Atmen Schmerzempfindungen reduziert.

Seine Studie wurde mit zwei Gruppen von Frauen im Alter von 45 bis 65 durchgeführt, wobei eine der beiden unter Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) litt. Während des Versuchs wurden den Teilnehmern schmerzhafte Hitzeimpulse auf ihren Handflächen verabreicht. Währenddessen atmeten sie zeitweise normal, zeitweise um die Hälfte verlangsamt. Craig stellte fest, daß durch das langsamere Atmen Schmerzintensität und Unannehmlichkeit deutlich abnahmen. Bei Fibromalgie-Patienten trat dieser Effekt jedoch nur auf, wenn sie eine gute Grundstimmung zeigten, was bei dieser häufig unter Depressionen leidenden Patientengruppe eher untypisch ist.

Man könnte spekulieren, daß diese Schmerzpatienten dermaßen angespannt sind, daß sie bei bewußterem und tieferen Atmen in der Einatmungsphase verharren, während die anderen Teilnehmer der Studie (und auch jene Fibromalgie-Patienten, die noch nicht von den Dauerschmerzen ständig angespannt sind) sich eher auf das Ausatmen konzentrieren und nach dem Ausatmen eine kleine Pause einlegen. Auf diese Weise kommt es zu einer vagotonen Entspannung des Körpers, die der Kontraktion (den Schmerzen) entgegenwirkt.

Auf jeden Fall sind Craigs Forschungen ein weiterer Beleg dafür, wie durch denkbar simple Interventionen teilweise große Effekte erzielt werden können. Ich habe das bereits in Funktionelle Medizin und Die Panzersegmente (Teil 4): Der Brust- und Zwerchfellpanzer aufgezeigt. Zwar werden wir, um beim obigen Beispiel zu bleiben, immer auf chemische Schmerzmittel angewiesen sein, aber ihr Anteil wird im Vergleich zu heute sehr klein sein, wenn die Menschen, die biophysikalischen Grundlagen ihrer Leiden erkannt haben. Die Pharmaindustrie lebt von der Hilflosigkeit und Uninformiertheit der Massen.

Damit will ich aber auf keinen Fall irgendwelchen „Atemtechniken“ oder „kontrollierter Atmung“ das Wort reden!

In seinem Aufsatz „The Significance and Treatment of Anxiety in Orgone Therapy“ führt der Psychiater und Medizinische Orgonom Vittorio Nicola (Hamburg) aus:

Ein gepanzerter Organismus wehrt sich gegen Angst in einer Art und Weise, die von seiner Charakterstruktur und dem Muster seiner muskulären Panzerung bestimmt wird. Diese Abwehrreaktionen erweisen sich manchmal als unzureichend und das Individuum durchleidet unangenehme Angstgefühle und deren physische Begleiterscheinungen, als da sind motorische Unruhe, gastrointestinale Sensationen, Beklemmung in der Brust, ein trockener Mund, etc. Wenn die Symptome schwerwiegend genug sind, wird manchmal psychiatrische Hilfe in Anspruch genommen. (Journal of Orgonomy, Vol. 28, No. 2, 1994)

Dr. Nicola fährt fort:

Im Gegensatz zu anderen Behandlungsformen versucht die medizinische Orgontherapie nicht mit Hilfe von Medikamenten, durch das Analysieren ihrer Ursprünge oder durch „Stärkung des Ichs“ die Angst zu beseitigen. Vielmehr ermöglicht der Orgonom während der Sitzung Ausdruck und Entladung der nach außen drängenden Emotionen, ob sie nun bewußt sind oder nicht. Der Orgonom ermutigt den Patienten die Angst zu ertragen, die unvermeidlich mit der Auflösung jeder Schicht von muskulärer oder charakterologischer Panzerung zutage treten wird. (…) Der Erfolg der Therapie hängt vom Ausgang des ständigen Kampfes zwischen dem Hang des Patienten ab, sein neurotisches Gleichgewicht (Panzerung) wiederherzustellen und der Stärke seines Wunsches zu gesunden.

Es dreht sich demnach alles um die Fähigkeit des Patienten Angst zu ertragen und die richtige Einschätzung des Therapeuten, wie weit er dabei den Patienten drängen kann. Zentral ist dabei eine tiefe „hemmungslose“ Atmung. Zunächst führt sie zu Schwindelgefühlen, Kribbeln in den Extremitäten und anderen Symptomen des „Hyperventilierens“. Wenn die Panzerung sich jedoch auflöst, verschwinden diese unangenehmen Empfindungen nach und nach, bis der Orgontherapie-Patient so viel Atmen kann wie er will – ihm wird nie wieder schwindelig, etc.

In unserer gepanzerten (d.h. zutiefst „reaktionären“) Gesellschaft geht alles darum, die Konflikte, die freie Bewegung, unter Kontrolle zu halten. Die Psychiatrie spielt dabei eine integrale Rolle: Emotionen, insbesondere Angst, werden psychopharmakologisch und psychotherapeutisch kupiert. Alles soll seinen geordneten Gang gehen, auch wenn die Menschen sich dabei in kontaktlose Zombies verwandeln, die kaum atmen. Unbewußte Rebellion wird zum Schweigen gebracht.

Alicia Meuret (Southern Methodist University, Dallas) et al. haben eine neue Behandlungsmethode gegen die Beklemmungen von Panikattacken entwickelt: die Patienten werden dazu gebracht weniger zu atmen!

Die neue Methode nennt sich Capnometry-assisted Respiratory Training (CART).

Menschen in Panik wird, so Meuret, oft gesagt, sich zu beruhigen und „tief durchzuatmen“. Aber für jemanden, der während einer Panikattacke hyperventiliert sei tiefes Atmen eine schlechte Idee, weil es zum Hyperventilieren kommt, wenn die Leute zu schnell und zu tief atmen, so daß sie eine ungewöhnlich hohe Menge an Kohlendioxyd ausstoßen, was wiederum zu Symptomen wie Schwindel und Benommenheit führt. Diese Symptome bringen Leute dazu, daß sie sich fühlen, als würden sie ersticken, woraufhin sie schneller und tiefer atmen und damit das Problem weiter verschärft wird.

Die „CART-Therapie“ lehrt die Patienten mittels Biofeedback flacher zu atmen. Dazu wird ein „Kapnometer“ zur Anwendung gebracht. Ein Gerät, das den Kohlendioxidgehalt der Ausatemluft mißt.

Die östlichen Entspannungstechniken wollen das Vegetativum ins Joch legen (Sanskrit „yoga“), während die Orgontherapie das Vegetativum vom Joch befreien will. Dies wird besonders daran evident, daß die Yoga-Schulen zur sexuellen Beruhigung führen wollen, wozu sie das langsame und kontrollierte Ausatmen lehren, während die Orgontherapie den Patienten ganz im Gegenteil zur ungehemmten Ausatmung führen will (Morton Herskowitz: „Human Armoring: An Introduction to Psychiatric Orgone Therapy“, Annals of the Institute of Orgonomic Science, Vol. 4, September 1987, S. 80).

Oberflächlich mag die Yoga-Atmung beruhigend wirken und sogar gegen die Biopathie des westlichen Menschen hilfreich sein, da die Bremsung der Einatmung für die westliche „Managerkrankheit“ verantwortlich ist (hoher Blutdruck, Nervosität, Herzerkrankungen, etc.). Aber das Festhalten der Ausatmungshaltung (das schon automatisch kommt, wenn man sein Bewußtsein unnatürlicherweise auf seine Atmung konzentriert, wie es die Haupttechnik jeder Meditation ist), führt langfristig zu einer generellen Senkung der zentralen Energieproduktion und einem allgemeinen depressiven Zustand, der euphemistisch als „Tiefenentspannung“ bezeichnet wird, von Reich aber als Phlegma des östlichen Menschen gebrandmarkt wurde (Charles Konia: „Orgone Therapy“, Journal of Orgonomy, Vol. 21, May 1987, S. 99f).

Diese Atemtechniken lassen den energetischen Kern der allgemeinen Sympathikotonie unberührt, so daß sie ständig praktiziert werden müssen, damit man nicht in den alten Zustand abgleitet, während die Etablierung der vollständigen Pulsationsfähigkeit das Problem der fehlgesteuerten sympathikotonen Erregung ein für allemal löst (Konia: „Reich’s Priority in Elucidating the Biophysical Basis of Somatic Diseases“, Journal of Orgonomy, Vol. 10, May 1976, S. 140f).

Charles Konia schreibt über die östlichen Atemtechniken:

Unterm Strich wird so ein verhältnismäßig expansiver Zustand hervorgerufen, indem alle innerlich erzeugten bioenergetischen Impulse abgetötet werden. Auf diese Weise (…) soll das jeweilige Individuum in die Lage versetzt werden, in besserer Übereinstimmung mit seinen emotionalen Problemen zu leben. Da die zu Grunde liegende in der Panzerung gebundene Energie nicht entladen, sondern nur reduziert wird, ist es keine Überraschung, daß die Symptome des Patienten wieder auftauchen, sobald er aufhört, diese Atemübungen zu praktizieren. Das ist genau der gegenteilige Effekt zu dem, wonach die orgontherapeutische Mobilisierung strebt. Sie will das emotionale Gleichgewicht zerstören, das von der Panzerung hergestellt wurde, und häufig den Patienten in größeren, nicht geringeren Kontakt mit seiner Angst bringen. Die Fähigkeit des Patienten, ein größeres Ausmaß von Angst auf eine gesetzmäßige, allmähliche Weise zu ertragen, ist das wichtigste therapeutische Verfahren, das dem medizinischen Orgonomen zur Verfügung steht. (Konia: „Orgone Therapy“, Journal of Orgonomy, Vol. 21, May 1987, S. 103)

Die Panzersegmente (Teil 4): Der Brust- und Zwerchfellpanzer

8. November 2014

In Funktionelle Medizin habe ich Beispiele dafür gebracht, wie ernsthafte medizinische Probleme durch denkbar einfache Maßnahmen, die die muskuläre Panzerung entweder auflockern oder verstärken, behoben werden können.

Ein britisch-französisches Forscherteam hat herausgefunden, daß man mit einer einfachen „Atemtechnik“ die Seekrankheit (Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen) lindern, wenn nicht sogar ganz verhindern kann. Alles, was man tun muß, ist entgegen der Intuition zu atmen.

In Versuchen in einem Flugsimulator neigten Freiwillige nämlich dazu, während der Rückwärtsbewegungen ein- und während der Vorwärtsbewegungen auszuatmen. Um körperlichen Beschwerden entgegenzuwirken, muß der Atemrhythmus jedoch genau umgekehrt sein. Wer zusätzlich ein wenig schneller oder langsamer atmet, als es der Bewegungsrhythmus vorgibt, kann die Symptome noch weiter lindern, berichten die Wissenschaftler.

Nun, Babys lieben es geschaukelt und sogar durch die Luft geschleudert, fallen gelassen und dann aufgefangen zu werden. Sie schreien vor Vergnügen und können gar nicht genug davon haben, dabei kein Anzeichen von „Seekrankheit“ – obwohl sie sicherlich „intuitiv atmen“.

Sie leiden noch nicht unter „Lustangst“ wie wir. Diese treibt uns dazu, während der aus bioenergetischer Sicht expansiven Hingabe (der Bewegung nach hinten) angstvoll einzuatmen (Kontraktion) und entsprechend bei der aus bioenergetischer Sicht kontraktiven Bewegung nach vorne auszuatmen (Expansion). Dabei folgen wir ängstlich angespannt sklavisch dem von außen vorgegebenen Takt.

Die Forscher verhalfen ihren Versuchspersonen wieder wie Kinder zu empfinden, indem sie sie „kontra-intuitiv“ dazu brachten, lustvoll auszuatmen, wenn es nach hinten ging und voller Erwartung einzuatmen, wenn es nach vorne ging. Außerdem brachten sie sie dazu, bei dem ganzen ihre „bioenergetische Autonomie“ zu wahren, d.h. locker zu bleiben.

Das ganze erinnert mich an einen Bericht des pseudointellektuellen Schmierantenmagazins Der Spiegel, das 1985 eine Geschichte über Lifte wie folgt abschloß:

Ihre (pseudo-)wissenschaftliche Deutung fanden „die verwirrten Sinne in der Vertikale“ [pornographische Anspielung auf „Horizontale“] schließlich bei dem österreichischen Marxisten und Freud-Schüler Wilhelm Reich. In seiner Untersuchung „Zur Funktion des Orgasmus“ befand der Analytiker: „Auch beim Schaukeln, im rasch abwärts fahrenden Lift (…) verspürt man am Herzen und am Genitale Empfindungen, die angst- und lustbetont zugleich sind.“

Ja, bei ganz gewöhnlichen Alltagsphänomenen kann es wirklich um die bioenergetischen Grundlagen unserer Existenz gehen!

Und woher kommt die Übelkeit beim „gepanzerten Atmen“? Sie ist eine direkte Folge der Unterbrechung der natürlichen Pulsation. Das Ergebnis ist mit jenem sehr unangenehmen Zustand vergleichbar, in den man gerät, wenn man kurz vor der orgastischen Entladung beim Geschlechtsverkehr gestört wird. Reich schreibt dazu:

Die prä-orgastische Erregung ist der Ansatz zu einer unwillkürlichen Zuckung des Plasmasystems. Ist eine solche Zuckung aus Angst abgewehrt, dann entwickelt der Organismus mitten in der Expansion, die in der Zuckung enden sollte, eine entgegenwirkende Kontraktion, anders ausgedrückt, eine Bremsung der Expansion. Dadurch kommt das Empfinden zustande, das man erlebt, wenn man in einem Fahrstuhl rasch abwärts fährt oder in einem Flugzeug rasch landet. (Der Krebs, Fischer TB, S. 196).

Vor 65 Jahren schrieb Reich in Äther, Gott und Teufel (S. 68):

Unter der Maske idealen oder hygienischen Verhaltens versteht es der gepanzerte Organismus, jede spontane Lebensregung in sich selbst und in anderen Organismen zu ertöten.

Das illustriert Reich mit „Atemübungen“, die 1945 in einer New Yorker Zeitung veröffentlicht worden waren.

Die deutsche Pharmaindustrie macht Werbung mit der Broschüre Durchatmen mit Martina Ertl (Mehr Leistungsfähigkeit und Vitalität mit der deutschen Skiweltmeisterin), die auf www.gesundheit.de auch ins Netz gestellt wurde. Dr. Dr. Hans-Herbert Vater schreibt zum Geleit:

Gesundes Atmen sollte eine Mischung aus Brust- und Bauchatmung sein. Doch die meisten von uns atmen völlig unbewußt und viel zu selten tief in den Bauch hinein.

So etwas wie eine natürliche, „unbewußte“ Innervation scheint es in diesem Weltbild nicht zu geben. Der von Ertl propagierte Umgang mit der universellen Atemhemmung sieht wie folgt aus:

Nehmen Sie beim Einatmen die Arme nach vorne und strecken Sie sie dann nach oben. Spannung halten. Beim Ausatmen die Arme langsam senken.

Und so in allen sieben Übungen: Einatmen und Spannung halten!

In der gegenwärtigen „Gesundheitsbewegung“ sind wir keinen deut weiter, als zu Zeiten von Turnvater Jahn und Schrebers Ärztlicher Zimmergymnastik (32 Auflagen bis 1909). Yoga (Einatmen, Spannung halten), der den Faschismus im „Volkskörper“ verankert….

Wahnsinn Psychiatrie

4. Oktober 2011

Das erste Psychopharmakon, das weite Verbreitung fand, war der 1955 auf den Markt gekommene Tranquilizer „Miltown“. Dieses Datum hat eine tiefere Bedeutung, denn spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte die American Psychiatric Association (APA) im Verbund mit dem Amt für Arzneimittelsicherheit (FDA) und der Pharmaindustrie den (nicht nur) damals einzig gangbaren Weg der Psychiatrie, die Reichsche Orgontherapie, endgültig ins Abseits gestellt. Innerhalb eines Jahrzehnts war dann auch die ohnehin wirkungslose psychoanalytische Therapie aus den psychiatrischen Kliniken verdrängt. (Die Psychoanalyse war, wenn sie denn mehr sein wollte als „Hören mit dem Dritten Ohr“, bloße Verballhornung der Charakteranalyse!)

Heute sind Psychiater kaum mehr als „Pillenverteiler“. Psychiatrische Kliniken sind berüchtigt dafür, daß sie Patienten mit absurd hohen Dosen und exotischen Pillenkombinationen als „gebessert“ entlassen. Tatsächlich sind die „geheilten“ Patienten einfach nur „high“. Hauptsache die Statistik stimmt! Die „adjuvante“ Psychotherapie wird zunehmend auf Psychologen abgeschoben. Diese Zusammenarbeit von Ärzten und Psychologen ist ein perfektes Gleichnis für den psycho-physischen Parallelismus, der als Kernideologie hinter dem ganzen Zauber der modernen Medizin steht. Es wird einfach nicht begriffen, daß angeblich „psychische“ Störungen in Wirklichkeit emotionale Störungen sind und Emotionen ein bioenergetisches Phänomen darstellen.

Reich konnte „psychische“ Krankheiten heilen, weil er eine bahnbrechende Entdeckung gemacht hatte. Die kranke „Psyche“ schlägt sich in chronischen, der willentlichen Kontrolle und dem Bewußtsein weitgehend unzugänglichen Muskelkontraktionen nieder. Damit stand erstmalig Medizinern ein Weg offen, die „Psyche“ quasi „chirurgisch“ zu behandeln. (Reich bezeichnete die Orgontherapie als „biophysische Chirurgie“, die deshalb Ärzten vorbehalten sein sollte.)

Bezeichnenderweise lautete der Werbeslogan des eingangs erwähnten Tranquilizers „Miltown relaxes both mind and muscles“. Das Mittel entspanne sowohl die „Psyche“ als auch die Muskeln! Heute wird der Wirkstoff ausschließlich als „Muskelrelaxans“ vermarktet. (Übrigens kann das Zeugs einen körperlich abhängig machen!)

Die Sache mit der angeblich gestörten „Hirnchemie“ kam später auf. Man ging daran, „gezielt“ in den Serotonin-, Dopamin-, Melatonin- etc. Haushalt einzugreifen. Und auch hier ist ein Fünkchen Wahrheit auszumachen, denn tatsächlich ist unser Gehirn (genauer gesagt das „retikuläre Aktivierungssystem“) der Schnittpunkt zwischen der objektiven Welt und der subjektiven Welt. Hier fließen alle separaten Wahrnehmungen und Impulse, die außerhalb unseres Kopfes nichts miteinander zu tun haben, zu einer Einheit zusammen, nehmen miteinander Kontakt auf und erzeugen dadurch das, was man „Bewußtsein“ nennt. So kommt das zustande, was Hans Hass als „inneren Projektionsschirm“ bezeichnet hat.

Das ändert jedoch nichts daran, daß irgendwelche Auffälligkeiten in der „Psyche“ Ausdruck des Körpers in seiner Gesamtheit sind, d.h. des bioenergetischen Feldes, das uns durchdringt und umgibt. Man setze sich beispielsweise im Schneidersitz hin und ahme die indischen Handstellungen, die Mudras, nach, etwa die Hände auf die Knie legen. Es ist ein dramatischer Unterschied für unser Bewußtsein bzw. unsere „Stimmung“, ob die Handinnenflächen nach oben oder nach unten gerichtet sind. Oder man halte die Hände wie in der Zen-Meditation, etc.pp.

Jetzt überlege man sich, was es für das Bewußtsein bedeuten muß, wenn eine Körperhaltung, etwa hochgezogene Schultern, über Jahre, Jahrzehnte, festgehalten wird. Nicht nur eine Hand einige Sekunden, sondern ganze Körperpartien über Jahrzehnte hinweg! Hier sind die „psychischen“ Leiden verankert und nirgendwo sonst. (Daß sich das gleichzeitig auch in der „Hirnchemie“ niederschlägt, – wie sollte es anders sein?!)

Ein rigider Körper spiegelt sich in einem rigiden, „mechanischen“ Bewußtsein wider. Das Leben des Neurotikers ist unendlich kompliziert und alles ist „sinnlos“ – und so verhält er sich auch. Ihm dann in der Psychotherapie mit der „Sinnfrage“ zu kommen, versöhnt ihn vielleicht mit dem Elend, doch dieses bleibt bestehen. Gleichzeitig nimmt er begierig die absurde, imgrunde mystischen, Vorstellung auf, Ort der „Psyche“ sei das Hirngewebe und Störungen der „Hirnchemie“ seien für sein Unglück verantwortlich. Er verändere sich mit entsprechenden Glückspillen, – ohne sich und seine Umgebung verändern zu müssen.

Die „Psyche“ spiegelt nicht nur den Körper wider, sondern ist auch untrennbar mit dem „sozialen Raum“ verbunden. Wir können uns beispielsweise den anderen nur öffnen, wenn wir auch unsere Körperhaltung öffnen. Neurotiker laufen ihr ganzes Leben mit einer „abweisenden“ Körperhaltung herum. Wir panzern uns nicht in erster Linie wegen der Umwelt, sondern wegen unserer Mitmenschen ab. Nicht nur die Sprache, das Bewußtsein an sich, sind ein soziales Phänomen. Wären wir keine Herdentiere, gäbe es beides gar nicht, da Sprache und Bewußtsein vollkommen überflüssig wären.

Es ist offensichtlich, Reich hat seit 1928 immer wieder vehement darauf hingewiesen, daß die Charakteranalyse bzw. später die Orgontherapie stets auch eine soziale, soziologische, „politische“ Komponente hat (Stichwort „Arbeitsdemokratie“), die, wie er sukzessive herausfand, wiederum in der Biologie und weiter in der Biophysik und Kosmologie fußt.

Manche Psychiater erfassen das intuitiv, engagieren sich sozial, landen gar in der sozialistischen Politik. Manche entwickeln sich weiter und wenden sich schließlich der „Spiritualität“ und „Esoterik“ zu. Da sie aber im mechano-mystischen Denken gefangen bleiben, trägt das alles nur zum allgemeinen Chaos bei.

Die an Patienten gerichteten Ratgeberbroschüren der Pharmakonzerne, mit denen sie ihre Glückspillen im Markt langfristig verankern wollen, machen typischerweise für Selbsthilfegruppen, „Atemübungen“, Meditation und Yoga Werbung. Selbst die schlimmsten Mechanisten vertreten heute einen „integrativen Ansatz“. Hier und da werden sogar „körpertherapeutische“ Maßnahmen für Patienten angeboten. Alles wirr und ohne Verstand, da das funktionelle Denken fehlt.

Übrigens werden auch in einer zukünftigen funktionellen Psychiatrie Psychopharmaka ihren Platz in besonderen Fällen haben, – nachdem man die „hirnchemischen“ Zusammenhänge wirklich verstanden hat, ähnlich wie Reich es Anfang der 1930er Jahre für das Autonome Nervensystem geleistet hat.