Posts Tagged ‘Frankreich’

nachrichtenbrief147

17. Februar 2020

Ergänzung zu NACHRICHTENBRIEF145

1. Januar 2020

In nachrichtenbrief145 ging es darum, daß Deutschland Opfer der Emotionellen Pest wurde, weil in ihm die Arbeitsfunktion einigermaßen frei operierte und entsprechende Früchte zeitigte, was bei anderen zu „Neid und Mißgunst“ führte. An dieser Aussage ist nichts falsch, aber sie ist doch etwas flach, denn letztendlich geht es um den grundlegenden Gegensatz zwischen Emotioneller Pest und Arbeitsdemokratie. Warum verkörperte Deutschland die Arbeitsdemokratie?

Zunächst einmal hat Reich das Konzept der Arbeitsdemokratie ungefähr von 1937 bis 1942 ausgearbeitet, d.h. vor einem deútschen Erfahrungshintergrund und mit „deutscher Gesinnung“ – und natürlich ausschließlich in deutscher Sprache. Es ist zweifelhaft, ob er es als Angelsachse oder Franzose hätte schreiben können. In den Ländern Westeuropas gab es von jeher vielleicht ein „Klassenbewußtsein“ (insbesondere in England und Frankreich), aber mit Sicherheit kein Fachbewußtsein, d.h. ein Bewußtsein des eigenen Könnens und der eigenen Produktivität, der Stolz Teil einer langen Handwerkstradition zu sein und auf eigene Initiative zu arbeiten und nicht nach vorgegebenen Blaupausen, a la „Qualitätsmanagement“, das uns die angelsächsische Welt gegenwärtig aufzwingt. Dort war man Teil eines Getriebes, in das man eingewiesen wurde, frei nach Chaplins Moderne Zeiten, während man in Deutschland Herr über den eigenen Arbeitsbereich war.

Worum es bei diesem ganzen Komplex geht, zeigt etwa eine Untersuchung über die Haltung der Amerikaner zu Deutschen. Anfang der 1930er Jahren galten die Deutschen als „wissenschaftlich orientiert, fleißig, schwerfällig (stolid), intelligent, methodisch“. Weiter heißt es:

Die Wurzeln dieses Stereotyps reichen historisch weit zurück. Schon 1753 charakterisiert Benjamin Franklin die deutschen Einwanderer als fleißig. Er schreibt, „daß die Engländer in der Neuen Welt fauler zu werden schienen. Aber das ist nicht so bei den Deutschen; sie bewahren ihren gewohnten Fleiß und ihre Sparsamkeit und bringen sie mit …“ (…). Die Charakterisierung der Deutschen als ‚fleißig‘ hängt mit den Berufen und der Schichtzugehörigkeit der deutschen Einwanderer zusammen: es waren Bauern und Handwerker. (…). Häufig ist im 18. und 19. Jahrhundert das mittelständischer Handwerkstradition entsprechende „deutsche Familienunternehmen, das nicht gewillt ist, die Qualität seiner Arbeit seiner geschäftlichen Ausdehnung zu opfern“ (…). Im 19. Jahrhundert waren sie „von der Oberschicht der neuenglischen Handelskapitäne und den sich neu herausbildenden Industriedynastien … um Welten entfernt …“ (…). (Stapf, Stroebe, Jonas: Amerikaner über Deutschland und die Deutschen, Opladen: Westdeutscher Verlag, 1986, S. 40)

Geschichtlich ging dieser grundsätzliche Unterschied zwischen den Deutschen und den Westeuropäern darauf zurück, daß der deutsche Kaiser eigentlich von vornherein eine Witzfigur war. Was hatte jemals ein Kaiser mit der freien Reichsstadt Hamburg zu tun? Bis heute nimmt ein echter Hanseat Orden und Ehrungen ausschließlich vom Hamburger Senat an. Undenkbar, etwa das Bundesverdienstkreuz zu akzeptieren. – Der Kaiser hatte nicht viel zu melden, mußte ständig um seine Finanzierung besorgt sein, zog anfangs von Pfalz u Pfalz und auch später gab es nie eine echte Machtzentrale. Anfangs wurde er sogar von den Kurfürsten gewählt! Er war geschwächt durch den Investiturstreit und nicht zuletzt wegen der hoffnungslosen territorialen Zersplitterung des Landes. In vieler Hinsicht war das Reich so, wie sich die Gründerväter der USA, Kinder des zentralistischen Englands, die neue Nation erträumten: ein Bund von Staaten, in der sich die verschiedenen Machtebenen gegenseitig in Schach halten, um dem Bürger eine möglichst große Freiheit und Sicherheit zu garantieren und diesen frei agieren zu lassen. Die USA waren zumindest der Versuch, sich der Tendenz, die das gesamte westliche Europa erlegen war, zu widersetzen: die Machtkonzentration und dem damit einhergehenden allumfassenden Schlendrian und Ineffizienz. Aber es ist immer noch die angelsächsische Welt…

Die grundlegende Auseinandersetzung zwischen der „Reichsidee“ und „dem Westen“ kulminierte in der Auseinandersetzung zwischen der „arbeitsdemokratisch“ organisierten Wehrmacht und den rein maschinellen Verbänden der Alliierten, insbesondere denen der USA.

Siehe dazu Die Saharasia-Theorie im Lichte der Arbeitsfunktion und Arbeitsdemokratie und Kriegsführung.

nachrichtenbrief145

26. Dezember 2019

Deutschland und die Emotionelle Pest REDUX (Teil 5)

18. Mai 2019

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 29)

Deutschland und die Emotionelle Pest REDUX (Teil 3)

16. Mai 2019

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 27)

Deutschland und die Emotionelle Pest REDUX (Teil 1)

14. Mai 2019

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 25)

Besprechung: Marx, Engels, Lenin, Trotsky – GENOCIDE Quotes (The Hidden History of Communism’s Founding Tyrants, in their Own Words) von James DeMeo

13. Mai 2019

In der Einleitung zu dieser Zitatensammlung ist ständig von „königlichen Despoten“ die Rede, so als wäre die beiden Kaiser Despoten gewesen. Wenn man das mit dem mörderischen Wüten der „Demokratien“ England, Frankreich und insbesondere Belgien in deren Kolonien vergleicht… Nicht vergessen sei auch, daß diese Demokratien Verbündete des despotischen Rußland gegen das „despotische“ Deutschland waren. Im Ersten Weltkrieg einen Kampf zwischen Gut und Böse sehen zu wollen, ist mystisches, d.h. irrationales Denken, das sich in seiner Struktur beispielsweise kaum vom Antisemitismus unterscheidet.

Ein zweites Leitmotiv, das das Büchlein durchzieht, ist die Linie, die von den deutschtümelnden, antisemitischen, „antislawischen“ und antidemokratischen Marx und Engels zu Hitler gezogen wird. Beispielsweise zeigt ein Zitat, daß Marx 1870 auf der Seite Preußens stand und daß seiner Meinung ein deutscher Sieg im sich abzeichnenden Krieg den Interessen der Arbeiterbewegung im allgemeinen und des Marxismus im besonderen diene (S. 26). Ja, und?! Bindeglied zwischen „Marx“ und „Hitler“ ist die Unterstützung und Finanzierung Lenins durch das deutsche Oberkommando, das Friedensdiktat von Brest-Litowsk (wo Rußland übrigens nur nichtrussische Gebiete abgeben mußte!) und nach dem Krieg die strenggeheime enge Kooperation der Reichswehr mit der Roten Armee. Das ganze schließlich gekrönt vom Hitler-Stalin-Pakt.

Neben Marx wird auch Lenin zitiert, der 1920 erklärte:

Ich bin kein Freund der Deutschen, aber im gegenwärtigen Augenblick erscheint es mir besser, sie zu nützen, als sie herauszufordern. Ein unabhängiges Polen ist eine große Gefahr für Sowjetrußland; aber es ist ein Übel, das auch sein Gutes hat, denn solange es besteht, können wir auf Deutschland rechnen. Die Deutschen hassen die Polen genauso wie wir und werden sich jederzeit mit uns verbünden, um dieses Land zu vernichten. … Deutschland will Rache, und wir wollen die Revolution. Im Augenblick haben wir die gleichen Ziele. Wenn sich unsere Wege einmal trennen werden, werden die Deutschen unsere größten und erbittertsten Feinde sein. Aber die Zeit wird erweisen, ob aus den Trümmern Europas eine deutsche Hegemonie oder der kommunistische Zusammenschluß erwachsen wird. (S. 48)

Wieder: Ja, und?! Formal ist hier Lenin, ein offenbar sehr kluger Mann, nicht „böser“ oder zynischer als jeder andere Politiker dieser Zeit. Ich denke dabei insbesondere an England und Frankreich. Diese Zitatenauswahl empfinde ich als tendenziös, als wolle DeMeo sagen, daß Deutschland schlechthin böse war und daß Marx und Engels böse gewesen seien, weil sie deutsche Nationalisten waren, während Lenin und Trotzki böse gewesen seien, weil sie auf die deutsche Karte setzten. Es geht um nicht weniger als die Eroberung der Welt! DeMeo:

Lenin, Trotzki und Stalin hatten sich alle an Geheimplänen deutscher Techniker und Ingenieure beteiligt, neue Munitionsfabriken tief im sowjetischen Territorium zu errichten, geschützt vor den neugierigen Blicken der Versailler Inspektoren, mit Aufteilung der produzierten Waffen. In diesen neuen Fabriken wurden nach gemeinsamen Plänen der Sowjets und des deutschen Oberkommandos neue Generationen von Jagd- und Bomberflugzeugen, Panzern und Artillerie, Giftgas und anderen Waffen für einen späteren offenen Eroberungskrieg gegen den Rest der Welt heimlich hergestellt und getestet. Diese Täuschung blieb auch nach 1933, als Hitler an die Macht kam, geheim, und in Deutschland erschienen „wie durch Zauberei“ riesige Mengen neuer und erschreckender Waffen. Der bekanntere „Hitler-Stalin-Pakt“ von 1939, kurz vor der gemeinsamen Invasion Polens durch Deutschland und die Sowjetunion, war die erste öffentliche Ankündigung einer tödlichen Verschwörung für die Welteroberung, die zwischen den deutschen Militaristen und den bolschewistischen Sowjets zwei Jahrzehnte zuvor ausgebrütet worden war. (S. 60)

Man weiß gar nicht, wo anzufangen! Es kann keine Rede davon sein, daß da großartig Rüstungsgüter für die deutsche Armee hergestellt und nach Deutschland, gar nach Hitlers Machtergeifung, gebracht wurden. Hitler hat seinen Generälen nach der besagten Machtergreifung strengstens verboten, die alten Kontakte in die Sowjetunion zu aktivieren. Der Hitler-Stalin-Pakt war von beiden Seiten Machiavellistische Diplomatie, nicht Ausfluß der angeblichen „Welteroberungspläne der deutschen Militarkaste“. (Ebenso hätte Deutschland Polen als Partner und etwa das faschistische Italien als Gegner haben können!) Beim Polenfeldzug drohte der Wehrmacht, die angeblich die Welt erobern wollte, die Munition auszugehen, etc.pp. Auf diesen ganzen Komplex werde ich in den nächsten Tagen näher eingehen. Aber zunächst zum eigentlichen Inhalt der Broschüre: die Sammlung von Zitaten von Marx, Engels, Lenin und Trotzki, die von Linken (einschließlich Reich!) gerne als Lichtgestalten gegen den mörderischen Stalinismus abgehoben werden. Doch deren eigene Worte verdammen sie, „die Klassiker“. Diese zeichnen nämlich den Roten Terror vor, wenn sie ihn nicht direkt anordnen. Erschreckend ist die Menschenverachtung, mit der „Klassen“ und ganze Völker der Ausmerzung überantwortet werden. Das ganze mutet wie eine mörderische Mischung aus (Pseudo-) Hegelianismus und (Pseudo-) Darwinismus an. Für Marx, Engels & Co. gehen die „Gesetze“ der Geschichte gefühllos wie ein Erdbeben über Individuen und ganze Nationen hinweg und es gilt das eherne Gesetz der „Auslese“. Menschen werden zu „Ungeziefer“.

DeMeo bietet ein Zitat Maos (das einzige eines Stalinisten im Buch) über den Laogai, den chinesischen GULAG, das mir vollkommen neu war und das denkbar plastisch den Unterschied zwischen der „Stalinistischen“ und der Reichschen Marx-Interpretation verdeutlicht:

Unsere Wirtschaftstheorie besagt, daß der Mensch die grundlegendste Produktivkraft ist. Mit Ausnahme derer, die aus politischen Erwägungen physisch ausgerottet werden müssen, müssen Menschen als Produktivkraft eingesetzt werden vorausgesetzt sie sind unterwürfig. Laogai-Einheiten zwingen Gefangene zur Arbeit. Die grundlegende Politik des Laogai lautet: „Zwangsarbeit ist das Mittel, während Gedankenreform das grundlegende Ziel ist.“ (S. 13)

Man vergleiche das mit dem „Marx-Kapitel“ in Menschen im Staat und den Ausführungen über die „natürliche Organisation der Arbeit“ in Die Massenpsychologie des Faschismus! „Gebt Veratwortung der lebensnotwedigen Arbeit!“ DeMeo zeigt mit seiner Zitatensammlung, daß Reich einem Mythos anhing, der nichts mit dem lebensfeindlichen und despotischen Grundwesen des Marxismus zu tun hat. Die Tragik ist, daß dieser rosarote Mythos der amerikanischen Jugend flächendeckend eingetrichtert wird (mit aktiver Hilfe rotverstrahlter pestilenter „Reichianer“!) – und daß DeMeos Buch niemals zum „Kleinen Roten Buch“ dieser Generation werden wird.

Wie der Marx-Mythos geschaffen wurde und was Marx und Engels wirklich an mörderischem Schrott verzapft haben (hunderte Seiten wörtlicher Zitate!) findet sich in den beiden Werken von Konrad Löw:

Der Mythos Marx und seine Macher, München 1996

und

Das Rotbuch der kommunistischen Ideologie, München 1999

Nicht Menschen gehören ausgerottet, sondern menschenverachtende Ideologien wie der Marxismus.

Charles Konia und Stephen Smith

28. September 2018

Charles Konia hat unsere heutigen Probleme bereits vor Jahren u.a. auf Die Ausbreitung der anti-autoritären Gesellschaftsordnung auf die moslemische Welt zurückgeführt.

Ganz ähnlich argumentiert jetzt der US-amerikanische Afrikanist Stephen Smith in bezug auf Schwarzafrika (Die Zeit, 27.09.2018, S. 50). Smith, der lange als Journalist in Frankreich und Afrika arbeitete, müsse heute zugeben, daß er die Rolle von Korruption, Mißmanagement und „Autoritarismus“ bei der schier unlösbaren Misere des postkolonialen Afrika bisher überschätzt habe.

Im Jahre 2050 werden 2,5 Milliarden Afrikaner, davon Zweidrittel unter 30, gerade mal 0,45 Milliarden überalterten Europäern gegenüberstehen. Heute sind 40% aller Afrikaner unter 15! Und je besser es ihnen geht, desto mehr werden sie nach Europa streben! Sie fliehen nicht, so Smith, vor dem Elend, sondern nur die Bessergestellten wagten die Reise nach Europa. Smith weiter: „Sie fliehen vor der Herrschaft der Älteren, sie suchen Modernität und Abenteuer. Mehr noch als um ökonomische geht es ihnen um existentielle Fragen.“ (Soviel zu Merkels vulgär-Marxistischer „Bekämpfung der Fluchtursachen“!)

Genau wie in Arabien geht es um die Ausbreitung der anti-autoritären Gesellschaftsordnung auf die schwarzafrikanische Welt. Smith:

Das traditionelle Afrika ist untergegangen, die Werte und Normen der Vergangenheit bedeuten den Jugendlichen nichts mehr. Deren Ideale kommen heute von außen, via Satellitenfernsehen und Internet. Die aufsteigende Mittelklasse – heute etwa 150 Millionen Afrikaner, in 30 Jahren viermal mehr – wird das tun, was unter vergleichbaren Umständen alle anderen in der Welt getan haben, nämlich auswandern.

Was tun? Smiths Antwort ist einfach: „Flüchtlinge kommen immer mit legitimen Interessen, und wir können sie genauso legitim zurückweisen.“ Jeder folgt seinen eignen rationalen Interessen (der biologische Kern) und nicht irgendwelchen wirren Ideen und „Idealen“ (die Panzerung, das „Über-Ich“)! Jeder steht für sein Eigenes ein!

Deutsches Wesen und Arbeitsdemokratie

10. Mai 2018

Kein Volk der Weltgeschichte hat materiell und ideel mehr geleistet als das deutsche, und kein Volk hat sich jemals mehr zerfleischt. Das zeigt der Altnazi in dem hiermit verlinkten Vortrag sehr schön. Durchaus hörenswert! Neben der Verehrung für Hitler, den der Redner in seinem Duktus auch noch zu imitieren scheint, habe ich aber ein weiteres gewichtiges Problem mit dieser Rede: sie verfehlt das deutsche Wesen und die deutsche Mission grundlegend.

Wir sind wie einst die antiken Griechen, die in Stadtstaaten zersplittert waren und trotzdem bzw. DESHALB den gesamten Planeten geprägt haben, – weil sie sich im „olympischen“ Geist ständig gegenseitig zu äußersten Höchstleistungen angestachelt haben („Agon“). Was die Weltherrschaft Griechenlands betrifft, muß nicht viel erläutert werden: die Kultur des Römischen Reiches und aller seiner Ausläufer bis heute war griechisch und selbst der Osten bis zum fernen Japan: eine Buddha-Statue ist griechische Kunst und die indischen Epen sind nichts anderes als ein fader Aufguß der Homerschen Epen! Genauso ist weltweit heute die Naturwissenschaft, Philosophie, Literatur, Musik, Kunst und Kultur deutsch.

Worum es geht, kann man an Wagners und Nietzsches Reaktion auf die Gründung des Zweiten Reiches durch Bismarck ermessen. Wagners deutscher Mythus endet in der Götterdämmerung, die Hitler dann auch im ganz großen Stil inszenierte, und Nietzsche empfand nichts als Verachtung für den neuen „Kaiser“. Genau wie das antike Griechenland lebt Deutschland in Streit, Zwietracht und Zersplitterung. Das führte dazu, daß man sich ständig gegenseitig zu Hochleistungen hochputschte und jedes Provinznest, etwa Schwerin, Weimar oder Mannheim, von Hochkultur geradezu platzt. Deutschland LEBT! Einigung und Gleichschaltung zerstört dieses Leben. Ein Zentrum, eine „Welthauptstadt Germania“ und ein „Führer“ ist der deutschen Nation wesensfremd. Ja, etwas Totes und Abgestandenes wie „die Nation“ ist uns wesensfremd. Anders als Rom, Rußland, England, Frankreich oder heute „Europa“ ist Deutschland kein imperialistisches „Projekt“, sondern ein Organismus, ein Baum mit vielen Ästen, die gleichermaßen am Licht teilhaben.

Das erste Kaiserreich der Deutschen hat in 1000 Jahren nie seine Nachbarn angegriffen, sondern sich allenfalls selbst zerfleischt. Es war, wie das antike Griechenland, kein mechanisches Gebilde, das jemand „entworfen“ hat, sondern ein sich organisch entfaltendes funktionelles Geflecht. Ähnlich wie die Arbeitsdemokratie kann man Deutschland nicht „entwerfen“, wie es das elende Gesindel versucht, das uns heute beherrscht. Tod den Nationalisten, den Sozialisten, den Visionären, den Faschisten, den Tyrannen!

Wenn der „Kampf gegen Modju“ zu einer pestilenten Farce wird

28. November 2017

Solange ich zurückdenken kann, war mein Bewußtsein durch einen kompromißlosen, geradezu fanatischen Anti-Nazismus geprägt und durch eine viszerale Verachtung für und, ja, auch Haß auf „Sekten“. Meine Mutter hat mir immer erzählt, daß Oma ihr eine Tracht Prügel angedroht hat, wenn sie es jemals wagen würde, den ehemaligen Hausarzt der Familie, der nun mit dem Judenstern durch St. Pauli laufen mußte, nicht mit ausgesuchter Höflichkeit zu grüßen. Und es war immer ein Rätsel, warum Uroma nie „abgeholt“ wurde, denn die schimpfte ständig über Hitler und das „Nazi-Pack“. Ich erzähle das, weil dieser Blogeintrag mich vor eine schier unlösbare Aufgabe stellt, denn ich will darlegen, daß in der gepanzerten Gesellschaft der „Kampf gegen das Böse“, hier konkret gegen den Nationalsozialismus und gegen Scientology, nicht das ist, was er zu sein vorgibt, sondern selbst böse ist.

Alles, was in dieser Hinsicht veröffentlicht wird, strotzt nur so von Halbwahrheiten, Lügen und bizarren Mythenbildungen. Wer auf diese Weise gegen die Emotionelle Pest kämpfen will, d.h. aus der neurotischen und perversen „sekundären Schicht der Charakterstruktur“ heraus, erzielt damit nur einen einzigen Effekt: er mehrt die Emotionelle Pest in dieser Welt – er stärkt die Emotionelle Pest. Man nehme nur die Mythenbildung über den Widerstand in Frankreich und Norwegen gegen die Okkupanten. Von einigen einzelnen heroischen Ausnahmen abgesehen, haben die Franzosen und Norwegen brav mitgespielt. Oder David Irving, den „Nazi“. Man nehme etwa diesen Bericht aus dem kommunistischen Schmierblatt New York Times und schaue sich das Bild an: David Irving im Bücherschrank – der Mann, um den es im Artikel geht, muß ein Nazi sein! Dabei hat keiner dieser „Antifaschisten“ jemals tatsächlich eines der Bücher von Irving gelesen, die durchweg kein gutes Haar an den Nazi-Größen lassen. Irving ist nur deshalb in Verruf geraten, weil er sich weigert sich dem „Anti-Nazi-Kult“ anzuschließen, der nur einen marginalen Bezug zur historischen Wirklichkeit hat. Ich verweise auf folgendes Interview mit Irving:

Die „Antifaschisten“ merken gar nicht, daß sie sich in ihrem vermeintlichen „Antifaschismus“ genauso aufführen wie – Faschisten. Wie Irving sagt: sie können nicht mit dir argumentieren, deshalb bringen sie dich zum Schweigen. Man denke nur an die Geistesakrobaten der Antifa! Eine Antifa, deren Herz vor Freude aufgeht, wenn sie an die Opfer des allierten Bombenterrors denkt; die bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Leichen, die auf den Straßen St. Paulis lagen.

Man kann die Irrationalität, in diesem Fall den Hitlerismus, nicht mit Irrationalität bekämpfen. Ganz im Gegenteil: die Emotionelle Pest triumphiert! Das sieht man auch im Kampf gegen den Esoterik-Betrüger L. Ron Hubbard und seine Sekte Scientology. Hier das Anfangsvideo einer sehr langen Serie von Videos, in denen Marthy Rathburn, einst der zweite Mann und der „Vollstrecker“ von Scientology, sich über den Anti-Scientology-Kult lustig macht:

Hubbard und Scientology werden von der Antiscientology mit Lügen und Manipulationen „bekämpft“ und dabei ein Korpsgeist eingefordert, der dem von Scientology selbst in nichts nachsteht. Man zieht in Bild-Zeitungs-Manier über das Privatleben von Hubbard her, ignoriert aber vollständig die zigtausenden von Seiten, die er verfaßt hat. Man dichtet sich irgendwelche wilden Geschichten zusammen, die zwar gut beim sensationslüsternen Publikum ankommen, die aber nichts mit dem wirklichen Geschehen zu tun haben. Rathburn war schließlich dabei, hat das meiste selbst befehligt, bevor er aus den Fängen der Sekte geflohen ist. Und diesen „anti-scientologischen“ Idioten fällt gar nicht auf, daß sie sich hier genau jener Taktiken befleißigen, die sie Hubbard und Scientology vorwerfen.

Nur die Wahrheit kann die Welt von der Emotionellen Pest befreien, niemals die Lüge. Ganz im Gegenteil! Die „Antifaschisten“ und „Antiscientologen“ reiten uns nur noch tiefer in die Scheiße rein! Was wir brauchen ist AUFKLÄRUNG. Die Aufklärung im eigentlichen Sinne des Wortes. Aber der Kleine Mann will davon nichts hören, er will nur hetzen, sich echauffieren und das Gegenüber erniedrigen, um sich moralisch überlegen zu fühlen.