Posts Tagged ‘Orgonomie’

Peter im Netz (Teil 4): Vorsicht Heckenschützen!

20. Dezember 2018

Es gibt Menschen, die ihr Leben der Orgonomie gewidmet haben, sie Jahrzehnte nicht nur studiert, sondern auch öffentlich ihren Namen damit verbunden haben, also sich quasi selbst ein „Kainsmal“ auf die Stirn gemalt haben. Um so unerträglicher sind „Kritiker“, die vielleicht gerade mal ein Buch von Reich gelesen haben und von denen man nie etwas gehört hat und nie wieder etwas hören wird. Vollkommen risikolos und in Zeiten des Internets eh meist anonym, markieren sie den großen Experten, der vernichtende Urteile fällen kann. Die Arbeitsdemokratie könne nicht gleichzeitig Utopie und bereits existierende Realität sein, die sekundäre Schicht nicht Quelle der sekundären Triebe und gleichzeitig Schutz vor den sekundären Trieben, die Emotionelle Pest sei auch nur eine Krankheit und man müsse sich deshalb aller Werturteile über sie enthalten, etc.

Diese „Kritiker“ vermischen Dinge, die getrennt werden müssen, und trennen Dinge, die zusammengehören. Oder mit anderen Worten: sie können nicht funktionell denken, sonnen sich aber in ihrer Ignoranz.

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 20)

16. Oktober 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

VIII. Schlußbemerkung

Die Orgonomie ist, wie wir gesehen haben, frei von ideologischem und dogmatischem Ballast. Ihr geht es einzig und allein um das Verständnis von Naturphänomenen und um die Wiederherstellung der natürlichen Funktionsweisen für den Menschen und die menschliche Gesellschaft. Oberstes Prinzip ist die rationale Auseinandersetzung mit Tatsachen. Hierbei ist wichtig, daß die Funktionsfähigkeit des menschlichen Orgonenergiesystems, das für die Empfindung und Wahrnehmung der Natur und der in ihr wirkenden kosmischen Orgonenergie verantwortlich ist, nicht beeinträchtigt ist. Hierin unterscheidet sich die Wissenschaft der Orgonomie von der traditionellen Wissenschaft, der Objektivität alles, Subjektivität so gut wie nichts bedeutet. Für die Orgonomie ist ein gesunder bioenergetischer Organismus (orgastische Potenz) zur korrekten Naturerkenntnis unerläßlich. Diese Anforderung wird heute von kaum einem Wissenschaftler erfüllt, die ja selbst auch alle eine lebensfeindliche Erziehung durchlaufen und Panzerungen aufgebaut haben, um das Lebendige abzuwürgen. Wie sollen nun aber Wissenschaftler, die das Lebendige (Orgonenergie) in sich selbst bekämpfen, das Lebendige außerhalb ihrer selbst erkennen können? Ein gepanzerter Wissenschaftler, der die Natur und den Menschen erforscht, ist wie ein Farbenblinder, der eine wissenschaftliche Untersuchung über Farben betreibt. Eine intakte Funktionsfähigkeit aller Sinnes- und Wahrnehmungsorgane, die an das freie, ungepanzerte Pulsieren der körpereigenen Orgonenergie gebunden ist, bildet die Grundlage der orgonomischen Forschungsweise, der es darum geht, natürliche – und nicht künstlich hervorgerufene Vorgänge im Naturgeschehen zu begreifen. Eine ausführliche Darstellung der orgonomischen Forschungsmethode, die Reich ‚orgonomischen Funktionalismus‘ nannte, findet sich in seinem Werk Ether, God and Devil,1 in dem er seine eigene Vorgehensweise reflektiert und gegen Mystizismus und Mechanismus abgrenzt. Die Orgonomie unterscheidet sich vom Mystizismus, der auch Reichs Auffassung die Orgonenergie zwar wahrnimmt, sie aber infolge der Panzerung des Mystikers losgelöst von der realen Existenz des Menschen betrachtet und sie als Überirdische, göttliche Macht bezeichnet, gerade dadurch, daß sie die Lebensenergie rational erforscht und in Verbindung zum menschlichen Organismus betrachtet.

Die Diskussion des orgonomischen Grundsatzes des „common functioning principle“, dem gemeinsamen Funktionsprinzip der verschiedenen Naturphänomene, demzufolge die Entstehung der Materie, die Organisation von Einzellern, die Funktionen des menschlichen Organismus, die Bildung von Wolken, Stürmen, Sonnensystemen etc. alle ein und demselben kosmischen Funktionsgesetz folgen, und nach dessen Auffassung die spezifischen Besonderheiten der verschiedenen Naturerscheinungen als Variation dieses gemeinsamen Funktionsprinzips, das den Urgrund des Universums beherrscht, verstanden werden, würde den Rahmen dieser Arbeit, der es um Darstellung der Orgonomie ging, sprengen.

Die Orgonomie stellt sicherlich kein fertiges Rezeptbuch für ein glückliches Leben dar und möglicherweise müssen einige Anschauungen revidiert werden, aber an der grundsätzlichen Existenz einer spezifischen Lebensenergie, die im Kosmos ebenso funktioniert wie im menschlichen Organismus, gibt es meiner Ansicht kaum noch begründete Zweifel.

In der Gegenwart kommt es meiner Auffassung nach darauf an, grundlegende Experimente der Orgonomie nachzuvollziehen und zu überprüfen und in einer größeren Öffentlichkeit eine sachliche Diskussion über Orgonomie zu führen. Dieser Prozeß hat bereits begonnen. Die weitere Entwicklung der Orgonomie hängt entscheidend davon ab, ob es gelingt, eine Erziehung der Neugeborenen auf der Grundlage der Selbstregulierung durchzuführen.

 

Fußnoten

  1. Dieses Werk ist bislang nicht in der Bundesrepublik veröffentlicht worden. Mir war es in französischer Übersetzung zugänglich: Reich, W., L’éther, Dieu et le Diable, Paris 1975

Orgonomie: doktrinär, autoritär und kultisch?

12. September 2018

Doktrinär, autoritär und kultisch zu sein, wird der Orgonomie seit nunmehr 70, wenn nicht 80 Jahren vorgehalten. Deshalb sei sie steril und komme nicht voran. Da frägt man sich, was denn die beizutragen hatten bzw. hinterlassen haben, die gegen diese Doktrinäre, Autoritäre und Kultische gegenhielten! Was ist von Paul Ritter und David Boadella, deren Zeitschriften Orgonomic Functionalism und Energy and Character übriggeblieben? Liest man diese Periodika heute, stellt man fest, daß mit jedem Jahrgang, d.h. je mehr sie sich von Reich „emanzipierten“, die Beiträge flacher und unbedeutender wurden. Was an Originalität in den Vordergrund drang, war durchweg null und nichtig. Nicht ein fruchtbarer Gedanke, nicht einer! Nur Wirrnis und Leere. Ähnliches läßt sich über Alexander Lowen mit seiner „Bioenergetik“ sagen und Charles Kelleys „Radix“. Was bleibt, ist ein schlechtes Gefühl. Narzißten spreizen sich und wenn sie gegangen sind, bleibt nichts Produktives zurück.

Soweit die heterodoxen Nullen, aber mit den Orthodoxen ist es kaum besser. All die Orgonomen, die sich über die Jahrzehnte vom Hauptstrang der Orgonomie gelöst haben, um „frei“ zu sein… Dann hat man nie wieder von ihnen gehört. Bei manchen mag die Trägheit dafür gesorgt haben, daß die Bewegung einige Zeit anhielt, aber das verpuffte schnell. Am Ende stand eine gähnende Frustration.

Das, was diese Desperados von der Orgonomie entfremdete, war gar nicht das Doktrinäre, Autoritäre und Kultische der Orgonomie (das ich durchaus nicht bestreiten will!), sondern etwas ganz anderes: ihre eigene strukturelle Unfähigkeit Bewegung zu ertragen. Deshalb versuchen sie zu bremsen, die einheitliche, gerichtete Bewegung zu zersplittern und in chaotische Wärmebewegung zu transformieren. Sie sind im Organismus der Orgonomie das, was im einzelnen Organismus die Panzerung ist, die die einheitliche orgonotische Strömung eindämmt und zersplittert. Aus funktioneller Sicht sind deshalb SIE, die Rebellen der Orgonomie, doktrinär, autoritär und kultisch. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 1)

5. September 2018

Klaus Heimann (Philipps-Universität Marburg/Lahn 1977, gepostet mit der freundlichen Genehmigung des Autors)

Einleitung

In Deutschland ist wenig echtes Wissen über die Orgonomie bekannt. Sie ist die Wissenschaft von der primordialen, kosmischen Energie, Orgonenergie genannt, die universell gegenwärtig ist und in den Lebewesen als biologische Energie funktioniert. Die Orgonomie erhebt den Anspruch, Naturwissenschaft zu sein. Obwohl ihr noch Pioniercharakter anhaftet, beruhen ihre Grundlagen auf klinisch-empirisch gut begründeten Thesen und aus Experimenten gewonnenen Einsichten. Das Stadium der bloßen Spekulation ist längst überwunden, was natürlich nicht heißt, daß es keine offenen, unbeantworteten Fragen mehr gibt.

Die Entdeckung der Orgonenergie in den Jahren 1936 bis 1939 und ihre weitere Erforschung ist im Wesentlichen das Werk Wilhelm Reichs. Reich begann seine wissenschaftliche Laufbahn als Mitglied der damals von Freud geleiteten Wiener psychoanalytischen Gesellschaft, in die er 1920 noch als Student auf Grund klinischer und theoretischer Beiträge aufgenommen wurde. Die konsequente Verfolgung tiefenpsychologischer Fragestellungen und Probleme führte zunächst zum Versuch einer Synthesebildung zwischen Psychoanalyse und Marxismus, später dann zur Entdeckung der Orgonenergie. Reichs Schriften, die lange Zeit in Vergessenheit geraten waren, wurden in der Studentenbewegung neu verlegt. Sie bildeten einen der theoretischen Stützpfeiler für die Forderungen nach Abschaffung der autoritär-patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen.

Jedoch erhielt die Ablehnung der Orgonomie durch die meisten von Reichs Zeitgenossen während der Studentenbewegung in Deutschland eine schicksalhafte Neuauflage. Die Reich-Renaissance der späten sechziger Jahre beschränkte sich auf seine frühen Schriften, die sich mit dem Zusammenhang von Sexualität und Politik befassen. Die Orgonomie wurde weiterhin ungeprüft abgelehnt.

In zahlreichen Gesprächen mit jungen, engagierten Intellektuellen zeigte sich, daß niemand, der sich mit dem frühen sexualpolitischen Schriften Reichs befaßt hatte, den logischen Schritt zur Beschäftigung mit der Orgonomie vollzogen hat. Mehrere Positionen lassen sich zusammenfassen.

  • „Ich weiß nichts über Orgonomie, ich kann da nichts zu sagen.“ Vertreter dieser Gruppe diskutieren ungeniert auf der Grundlage der sexualpolitischen Schriften Reichs Fragen zur Erziehung und Sexualität. Dieses anachronistisch anmutende Vorgehen ist in etwa vergleichbar dem Verhalten eines Mathematikers, der trotz Entdeckung der Computertechnik schwierige mathematische Aufgaben mit dem Rechenschieber zu lösen versucht, weil die neuen Erkenntnisse noch nicht Allgemeingut geworden sind.
  • „Wenn da was dran wäre, hätte schon längst jemand etwas gemerkt. Schließlich wird die Orgonomie ja von führenden Wissenschaftlern (klugen Köpfen!?) abgelehnt.“ Diese Aussage trifft oft gepaart mit einer anderen, im Folgenden beschriebenen Haltung auf.
  • „Reich stand unter dem Einfluß einer beginnenden Schizophrenie, als er sich mit der kosmischen Energie befaßte“ (statt als angesehener Therapeut, der er damals war, Geld und Anerkennung nachzujagen). Die Thesen der Orgonomie seien ja auch viel zu absurd, als daß man sich ernsthaft damit auseinandersetzen müßte.1
  • Von marxistischer Seite wird Reich die Aufgabe des Marxismus vorgeworfen. Eine Auseinandersetzung unterbleibt, man verweist in diesen Kreisen ebenfalls auf die vermeintliche Geisteskrankheit Reichs.

Gelegentlich bekam ich auch zu hören, die Orgonomie sei bereits widerlegt, jedoch wußte niemand anzugeben, wo eine wissenschaftliche Kritik nachzulesen ist. Ich selbst habe keine wissenschaftliche Veröffentlichung gefunden, die auf Grund von Überprüfung der Orgonenergie-Experimente zu einer Kritik an den gefundenen Phänomenen gelangt. Im Gegenteil: Wissenschaftler, die einzelne Experimente nachvollzogen haben, bestätigen die Reich’schen Entdeckungen. Darauf werde ich im Verlauf der Darstellung zurückkommen.2

Gegenwärtig mehren sich die Anzeichen für eine sachliche Auseinandersetzung mit der Orgonomie. Seit 1975 gibt eine Wilhelm Reich Studiengruppe in der Bundesrepublik die Wilhelm-Reich-Blätter heraus, die die Information und Diskussion über die Orgonomie zum Ziele haben. Auch existieren inzwischen schon einige Orgonenergie-Akkumulatoren in Deutschland, mit deren Hilfe Experimente nachvollzogen werden können. Ich selbst besitze seit Januar 1977 einen Akkumulator. Auf meine eigenen Erfahrungen gehe ich im Rahmen dieser Arbeit noch ein.

Die Beschäftigung mit der Orgonomie – und damit mit der Lebensenergie – ist unmöglich von der Beschäftigung mit dem eigenen Denken und Fühlen, den Manifestationen der Lebensenergie im eigenen Organismus, zu trennen. Voraussetzung für den praktischen Nachvollzug der Entdeckung der Orgonenergie ist die biologische Funktionsfähigkeit des forschenden Organismus. Ein Wissenschaftler der – vielleicht ohne es zu wissen – unfähig ist, das natürliche Funktionieren der Lebensenergie im eigenen Körper zu erleben, sich im Orgasmusreflex gänzlich hinzugeben, also das unwillkürliche, konvulsive Zucken des gesamten Körpers zuzulassen, kann unmöglich über eben diesen Orgasmusreflex und dessen bioenergetische Grundlage wissenschaftlich urteilen. Hierin liegt sicher ein Grund, warum bisher nur so wenige versucht haben, die Orgonomie sachlich zu behandeln. Mich persönlich führte die Beschäftigung mit der Orgonomie schließlich zur Einsicht in die eigene Neurose und damit zur Einsicht in die Notwendigkeit einer Orgontherapie mit dem Therapieziel: Herstellung des Orgasmusreflexes (orgastische Potenz). Da es gegenwärtig in Europa lediglich einen Orgontherapeuten gibt, muß ich eine längere Wartezeit in Kauf nehmen und kann daher die praktische Erfahrung einer Orgontherapie in diese Arbeit noch nicht einbeziehen.

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die Entdeckung der Orgonenergie darzustellen und dem Leser einen ersten Eindruck zu vermitteln, wie die Orgonenergie funktioniert. Es ist nur allzu verständlich, daß viele Fragen auftauchen werden, die nicht alle in dieser Arbeit behandelt werden können. Die Entdeckung der Orgonenergie kann heute nur sehr schwer systematisch nachvollzogen werden. Einer der Gründe hierfür liegt in der Tatsache, daß die umfangreichen Veröffentlichungen, die sich auf einen Zeitraum von ca. 30 Jahren verteilen, infolge verschiedener politischer und sozialer Umstände nur sehr schwer zugänglich sind. Es wurde in den USA, wo Reich seit 1939 arbeitete, während der fünfziger Jahre die Verbreitung orgonomischer Literatur ebenso wie die Verbreitung sexualpolitischer Schriften in Nazi-Deutschland gerichtlich verboten. In Deutschland sind viele Schriften Reichs zur Orgonomie heute noch nicht veröffentlicht. Daher war es mir auch nicht möglich, Reichs Arbeit Contact with Space in diese Darstellung einzubeziehen.3 Ein Lehrbuch zur Einführung in die Orgonomie existiert nicht, und die vorliegende Arbeit kann die mühsame Auseinandersetzung mit der Originalliteratur nicht ersetzen. Das Ziel dieser Arbeit wäre erreicht, wenn der Leser zu näherer Beschäftigung mit der Orgonomie motiviert würde und somit an einer sachlichen Diskussion über die Orgonenergie teilnehmen könnte.

 

Fußnoten

  1. Vgl. z.B. Rycroft, Charles, Wilhelm Reich, München 1972, S. 92.
    Die These, Reich sei schizophren gewesen und bei der Orgonomie handele es sich um pseudowissenschaftliche Wahnwelten, wurde noch im März 1977 in einer vom WDR ausgestrahlten Rundfunksendung vertreten. Aus dem Manuskript von Marianne Lienau geht hervor, daß sie ihre Aussage auf die Reich-Biographie von Ilse Ollendorff-Reich stützt. Ollendorff-Reich gibt aber deutlich zu verstehen, daß sie selber von der Existenz und Nützlichkeit der Orgonenergie überzeugt ist. Vgl. Ollendorff-Reich, I., Wilhelm Reich, München 1975, S. 165. Sie bezeichnet lediglich einige von Reichs Ideen in den fünfziger Jahren, also rund 12 Jahre nach Entdeckung der Orgonenergie, als paranoid, z.B. daß Reich glaubte, der Prozeß gegen ihn sei von den Sowjets angezettelt, und die amerikanische Regierung stünde auf seiner Seite und bewache ihn ständig. (Vgl. ebenda S. 196). Eine derartige Verdrehung von Aussagen durch den WDR kann als schlecht recherchierte Sendung abgetan werden. Meiner Auffassung nach stellt sie jedoch ein typisches Beispiel für die Rufmordkampagne gegen die Orgonomie dar. In einem Antwortbrief teilte mir die Autorin mit, sie habe sich kaum mit Orgonomie befaßt.
  2. Kelley bemerkt zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Orgonomie: „Was hat die traditionelle Wissenschaft getan, um Reichs Behauptungen zu widerlegen oder in Zweifel zu ziehen? In den mehr als 20 Jahren, seit Reich die Entdeckung der Orgonenergie verkündet hat, wurde niemals eine glaubwürdige Wiederholung irgendeines kritischen Orgonexperiments veröffentlicht, die Reichs Ergebnisse widerlegte. Dr. Bernard Grad wiederholte und bestätigte Reichs ‚Experiment XX‘. Wer hat es widerlegt? Ich wiederholte und bestätigte seine Wetterkontrollversuche. Wer hat diese widerlegt? Tatsache ist, trotz (und teilweise auch wegen) Spott, Verleumdungen und Versuchen der Orthodoxen, Reich und die Orgonomie zu ‚begraben‘, gibt es keine Gegenbeweise zu seinen Experimenten in einer wissenschaftlichen Publikation, geschweige denn eine systematische Widerlegung der Bände an wissenschaftlicher Arbeit, die ihren Standpunkt unterstützen.“ Aus: Kelley, Ch. R., What is Orgone Energy, Raubdruck, S. 72f [Zitat übersetzt von PN]. Bei dem Raubdruck handelt es sich um einen Vortrag aus dem Jahre 1962.
  3. Inzwischen habe ich von der Möglichkeit erfahren, diese Schrift in englischer Ausgabe über einen österreichischen Alternativ-Verlag zu beziehen.

Orgonomie? Kein Interesse!

23. Mai 2018

Leute interessieren sich für die Orgonomie nur, wenn sie sich für sich selbst interessieren. Aber heute bringt niemand mehr Interesse für sich selbst auf! Alles geht in der sozialen Fassade auf, d.h. der Anpassung an die Umgebung. Man hat seinen „eigenen“ Style, seine „eigene“ Meinung, seinen „eigenen“ Geschmack, d.h. man geht im Kollektiv auf. Man schaue sich doch heutige Jugendliche an: es gibt sie gar nicht mehr als Individuen, es sind bloße Abziehbilder, hohl und ohne Fatum, Tiefe, Gravitas. Die gesamte Existenz einer derartig „vergesellschafteten“ Kreatur erschöpft sich im menschlichen Bereich.

Wenn es in die Tiefe geht, dann geht es allenfalls um die mittlere Schicht, d.h. die verinnerlichten gesellschaftlichen Verbote bzw. die sinnlose Rebellion gegen sie. Das Kind identifizierte sich mit der lustfeindlichen Umwelt, um nicht vernichtet zu werden. So entstand „sein“ Charakter, der nichts weiter ist als das Fremde in ihm. Dergestalt ist er sein eigener schlimmster Feind! Entsprechend ist sein „Egoismus“, seine „Selbstsucht“ nichts als eine Illusion, denn mit seinem wirklichen Selbst hat dieser Wahn nichts, aber auch rein gar nichts gemein. Er dient nicht sich selbst, sondern „Dämonen“, die ihn besetzen und besitzen. Entsprechend ist auch seine gesamte „Spiritualität“ null und nichtig.

Seinen bioenergetischern Kern, d.h. er selbst, die Orgonenergie: für den bzw. die bringt er keinen Funken Interesse auf. Und wer sich nicht für sich selbst interessiert, sondern, um mit Max Stirner zu reden, für „den Menschen“ oder irgendein anderes Hirngespinst, der interessiert sich auch nicht für die Orgonomie. Das rabbinische Judentum und der an seine Stelle tretende Humanismus, der das intellektuelle Leben in den USA dominiert, ist, um mit Reich zu reden, „ausschließlich auf den ‚menschlichen‘ Bereich beschränkt. Es ist diese Beschränkung auf rein menschliche Angelegenheiten, eine Folge der Panzerung, die dafür verantwortlich ist, daß der Mensch keinen Kontakt mit dem Universum bekam“ (Reichs Speaks of Freud). Allein schon von daher, kann die Orgonomie keinen Blumentopf gewinnen.

Liebe Leser und Freunde,

2. März 2018

der Betrieb von Netzseiten wie nachrichtenbrief.wordpress.com und http://www.orgonomie.net ist mit einem sehr großen Zeitaufwand und natürlich auch Kosten verbunden. Ich bitte Sie deswegen um Spenden. Ich weise darauf hin, daß diese Spenden nicht in der Steuererklärung angeführt werden können. Überweisen Sie bitte einen beliebigen Betrag auf mein folgendes Konto bei der Postbank, das ausschließlich für diesen Zweck eingerichtet worden ist:

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nachrichtenbrief95

7. Dezember 2017

Blogeinträge Februar 2012

13. Oktober 2017

Im Zusammenhang mit den Erläuterungen des sozialen Orgonomen Paul Mathews hier weitere Ausführungen über die soziale Orgonomie von Charles Konia:

Blogeinträge Februar 2012

  • Das Porträt eines politischen Halbgotts
  • Was ist falsch an der Denkweise der Teenager?
  • Warum es notwendig ist, die Emotionelle Pest als medizinische Krankheit in den Griff zu bekommen
  • Eine arbeitsdemokratische Organisation
  • Zwei Möglichkeiten die Wissenschaft der Orgonomie zu zerstören
  • Amerika und Rußland im 21. Jahrhundert
  • Zwischen Sozialisten und Kommunisten besteht kein Unterschied mehr

 
 

Zu „Das Porträt eines politischen Halbgotts“ schrieb Peter 2012:

Oscar-winning actor Jamie Foxx recently called Barack Obama “our lord and savior.”

http://www.wnd.com/2012/11/jamie-foxx-our-lord-and-savior-obama/

Zu „Was ist falsch an der Denkweise der Teenager?“ schrieb Robert (Berlin) 2013:

„In der Tat ist die psychiatrische Praxis von heute zum Zustand von vor 100 Jahren regrediert, als die subjektive Funktionsweise des Geistes eins zu eins mit der objektiven Funktionsweise von bestimmten Hirnarealen gleichgesetzt wurde.“

Das habe ich auch immer in diesem Blog geschrieben. Die Psychiatrie ist auf den Erkenntnisstand vor FREUD zurückgefallen.

FREUD hat übrigens mit dieser Gehirnmythologie vor der Psychologie gearbeitet, bis er merkte, dass es größtenteils unrichtige Spekulationen waren. Sein Lehrer war THEODOR MEYNERT.

Zu „Zwei Möglichkeiten die Wissenschaft der Orgonomie zu zerstören“ schrieb Robert (Berlin):

„In Bezug auf psychiatrische Therapien ist jede denkbare Art von Behandlung zulässig und gleichberechtigt, unabhängig von ihrer Wirksamkeit“

Dazu passt auch die Beliebigkeit der Parteien, die nicht mehr in ihren Werten unterscheidbar sind:
„Jede Partei schleift die Fundamente, auf denen sie gegründet wurde: Die christliche CDU will nichts mehr von der christlichen Ehe wissen, die liberale FDP macht den Kotau vor der diktatorischen EU-Kommission, die sozialdemokratische SPD drückt die Löhne ihrer Arbeiterwähler durch importierte Billiglöhner, die einst gewaltfreien Grünen sind für jeden Krieg zu haben.“

https://www.compact-magazin.com/compact-neu-mut-zur-wahrheit/

O.: Reichs Wissenschaft zu zerstören, gibt es mehrere Methoden: blanker Terror, physische und psychische Vernichtung, Unterwanderung und Übernahme, die Orgonomie „einzukaufen“, sie inhaltlich zu verflachen und mit anderen Inhalten füllen, Verwirrung zu stiften, üble Nachrede, dümmliche Darstellungen, egomainische Selbstdarstellungen, Anerkennungssucht mit Reich ausleben oder schlicht Reich in den Himmel zu loben, ihn „anzuerkennen“, ihn für die Körperpsychotherapie als maßgeblich zu stilisieren.

Eine offene Gegenerschaft ist sicherlich nicht einfach zuertragen, pestiger ist eine geheime Gegnerschaft, doch die schlimmste Gemeinheit bleibt die vermeintliche Anerkennung!

Zu „Amerika und Rußland im 21. Jahrhundert“ schrieb Robert (Berlin):

Es ist offiziell: Obama verzeichnete vier Jahre hintereinander ein Billionen-Defizit

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/j-d-heyes/es-ist-offiziell-obama-verzeichnete-vier-jahre-hintereinander-ein-billionen-defizit.html

Peter: Rußland ist heute freier als die EUdSSR:

http://www.pi-news.net/2013/08/klonovsky-ist-eudssr-freier-als-russland/

Darauf Robert: Eine russische Bekannte von mir besuchte 2012 ihre Heimatstadt Moskau und zeigte mir Fotos von Buchläden, die mehrere Regale Anti-Putin Literatur hatten. Buchläden im Zentrum und am Hauptbahnhof. Titel wie ‚Satan Putin‘ und ‚Putin unser Untergang‘ und massenhaft ähnliches. Die Cover sprachen Bände. In Deutschland undenkbar, wenn es so etwas über Merkel gäbe.

Zeitgenosse: Salut.

@Robert Leider hat Obama ein schweres Erbe angetreten; den geringen Haushaltsüberschuss der Clinton Administration hat Bush jr. komplett verpulvert und hat die Verschuldung massiv angehoben. Und diese Erblasten haben die Obama Regierung von Anfang an schwer belastet – dazu kommen die gewaltigen Konjunkturprogramme die während der Wirtschaftskrise angeworfen werden mussten. Aber das ist ja ein generelles Problem der OECD-Staaten.

Aber ich muss Henryk M. Broder recht geben: Obama war und ist eine Mogelpackung; an die Macht gepusht durch die Medienkampagnen und den kleinen Bonus eines Friedensnobelpreises (erhalten für was eigentlich…?). Aber keine Sorge: es ist vollkommen unerheblich, wie hoch die Schulden der USA sind. So lange der US-Dollar Weltleitwährung bleibt, ist es irrelevant. Dazu empfehle ich die Erläuterungen von Dirk Müller.

Darauf Robert: Ich habe vor kurzen eine interessante Grafik gesehen. Die über Staatsschulden. Und die hat fast nur der Westen und US-Protektorate. Womöglich deshalb der aggressive Nato-Kurs.

http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsschulden

Zeitgenosse antwortet: Möglicherweise. Staatsschulden haben ja andere auch. Das Grundproblem des ganzen ist ohnehin nur das Zins- und unser aller Schuldgeldystem. Auch deshalb dreht sich die Schuldenspirale immer schneller. Klar. Alle Zins- und schuldgeldsysteme kollabieren nach ca. 80 Jahre. Ist keine ideologisch gefärbte Meinung sondern Erfahrungen aus der Wirtschaftsgeschichte und reine Mathematik.

Aber es ist etwas interessantes geschehen: Die EZB hat die Banken ihres wichtigsten Geschäftsbereiches beraubt – die Verleihung von Geld (die mittels Bilanzverlängerung aus dem Nichts geschöpft werden ohne Risiko) gegen Zinsen an Staaten. Und das ohne gewaltige Zinsen. DIe Banken jammern natürlich jetzt klarerweise. 🙂

O.: Wenn ich als Amerikaner (der ich nicht bin) behaupte, dass mein Land (USA) zum stalinistischen Kommunismus mutiert ist, gilt das noch als konservatives politisches Stilmittel oder als „Kommunismus-Wahn“?
Kommunisten durfte es in Amerika eigentlich nicht geben, diese sind dort doch schnell klein gehalten worden und die soziale Kontrolle gegen Kommunisten ist sehr groß. Wer unter dem Kommunsimusverdacht steht, wird sozial geächtet, schlimmer als es in Deutschland üblich war bis in die Achtziger.
Entweder diffarmiert Konia sein Land als kommunistisch oder er hetzt ganz massiv gegen eine kaum existente „Bedrohung“ und folgt somit der Obama-Politik, die eine konsequente Fortstzung der früheren Regierungen war. Soll dies die allgemeine Haltung der ACO widerspiegeln? Schließlich ist er in exponierter Stellung Präsident derselben. DeMeo, der sich für meinen Geschmack immer aus allem raushält (wenn er gerade mal sich nicht angegriffen fühlt) übernimmt Konias Haltung?? – Wie Verhalten sich die anderen Kollegen des ACO? Gibt es hier hierzu eine sichtbare Haltung?

Darauf Peter: http://orgonomie.wordpress.com/wo-sind-all-die-kommunisten-hin/

Und Zeitgenosse: @O Was du angesprochen hast, offenbart ein noch tieferes Problem der organisierten Orgonomie: Politische Richtungen einzuschlagen ist ein gefährlicher Weg. Es gibt „linke“ Orgonomen und „rechte“ Orgonomen. Liberale und Ultrakonservative Ansichten. So kann man es natürlich halten, aber es entsteht dabei ein Grundproblem (besonders für Neueinsteiger und Interessenten von außen): Wenn Orgonomen „ihre“ Orgonomie unterschiedlich interpretieren, dann kann sie nicht den Anspruch einer exakten Wissenschaft erheben. Aber das sollte sie!! Und sie muss es auch, falls sie nicht endgültig zu einem reinen „Nischenprodukt“ verkommen will, die sich mit Lichtschiffkontaklern, Wünschelrutengänger usw. ein Ghetto teilen muss.

Denn dafür ist die Orgonomie viel zu wertvoll! Welche Politik Reich vertreten hat bis kurz vor seinem Tod, weiß niemand. Denn er hat sich dazu nicht wirklich EINDEUTIG geäußert. Es gibt nur eine Menge unterschiedlicher Interpretationen. Meine ist zB, das er bis zum Ende ein Marxist geblieben ist :-). Vielleicht ist meine Interpretation ja auch falsch; so wie die Interpretation eines Bakers, Sharafs, Konias,usw. Man weiß es nicht. Leider enthält die Orgonomie eine nicht unwesentliche soziale Komponente, was die ganze Sache noch mühsamer macht.

Lösung für diese Angelegenheit? Habe ich keine. Vielleicht haben andere eine für.

PS.: Die universale Orgonenergie steht ja auch nicht politisch in irgendeiner Richtung – genau so wenig wie die Relativitätstheorie zB. 🙂

Zeitgenosse weiter: Moment. Eine Lösung hätte ich sogar: Zuerst die Orgonomie so zu fördern und aufbauen, dass sie sich als Wissenschaft etablieren kann (die dann auch auf Unis endlich gelehrt wird). Dafür Sorge tragen das Kinder möglichst ungepanzert aufwachsen können. Bis dahin eine Konsenspolitik der Mitte fahren (wo Konservative und Liberale mit leben können). Die bestehenden Charakterpanzerungen der Menschen weitestgehend und sukzessive auflösen.

Beginnt man damit heute werden die Menschen, so schätze ich, in ca. 400 Jahren geistig und seelisch reif genug sein, um auch eine Arbeitsdemokratie nach Reich`schen Muster aufbauen und leben zu können.

Dann stellt man der gesamten Menschheit die Frage: Wie wollt ihr nun zusammenleben?
Und die Antwort(en) darauf werden in diesem Entwicklungsstand dann so sein: Wozu brauchen wir überhaupt noch so etwas wie Politik. 🙂

Lieber wäre mir so ein Zustand allerdings morgen schon – aber das ist und bleibt Illusion. 😦

O. antwortet: Meine Sicht: Die Orgonomie beginnt und endet mit Reich. Danach gab es einige interessante Leute und Ansätze, die hier weitergearbeitet haben, die ich mir gerne ansehe, aber jeder von ihnen war ein Individualist (letztlich wie Reich einer war).
Organisationen scheinen schwierig zu sein, weil es immer (bei gepanzerten Untherapierten) um Macht und Sektentum geht, einer wird zum Guru. – Diese Strukturen gehören nicht in die Orgonomie. Leute, die mystischen Esokram mit Reichs Worten vermischen, zerstören Reichs Wissen absichtlich. Sind sie Reichianer? Gewiss nicht.

Besser ist es neu zu beginnen, ohne die falschen Typen einzuladen und zu hofieren. Wenn Individualisten sich treffen und ihre eigene Meinung und Erfahrung austauschen, gefällt mir das besser, auch wenn mal um die verschiedenen Richtungen gerungen wird und wir nicht gleicher Meinung sind. Und immer muss man in der „Orgonomie“ auf der Hut sein, vor pestigem oder zu neurotischem Verhalten.
Gegenseitige Anerkennung ist der Schlüssel zur Orgonomie, aber ich dulde nicht die Zerstörung von Wissen durch Esos usw. Wer der Anerkennung Willen sich hier aufhält, geht garantiert nicht den richtigen Weg.

Die soziale Komponente ist die Ursache von allem und daher ganz zentral. Sie läßt sich für mich nicht im Links-rechts-Schemata lösen. Wenn wir etwas ändern wollen, müssen wir diese Ebene verlassen. Machiavelli hat gesagt: Teile und herrsche. Das bedeutet, wenn zwei Parteien sich streiten, kannst du über sie herrschen … so oder ähnlich.

Es sei hier auch an Max Stirner erinnert in „Der Einzige und sein Eigentum.“ (1845)

Dazu Zeitgenosse: Ein Neubeginn ist ein spannender Gedanke – aber so völlig ohne irgendeine Form von, sagen wir, Dachorganisation? Hmm. Weiß nicht.

Richtig. Um persönliche Anerkennung sollte es wirklich nicht gehen; allenfalls um die Anerkennung der Orgonomie prinzipiell. Divide et impera hat auch schon das Römische Imperium zusammenbrechen lassen.

Aber das Hick hack macht es Interessenten schwer einen guten Zugang zu diesem Thema zu finden – leider landet man eben zu oft bei der Suche bei den „Esos“.

Mein allererster Kontakt beispielsweise zu dem Thema Orgontherapie fand, nach Lesen des Buches „Der Krebs“, zur Lassek?schen Methode statt (In Österreich von einer Ärztin propagiert aus WIen; Name ist unerheblich). Aber ich sagte den Termin kurz bevor ab, weil ich ein kaum Übereinstimmung zum ursprünglichen Therapiekonzept sah. Im Nachhinein zum Glück.

Aber was meinst du mit dem Hinweis die politische Ebene zu verlassen? Irgendwie muss ja das Zusammenleben der Menschen organisiert werden und eine Arbeitsdemokratie würde bei gepanzerten Menschen (zu denen ich auch gehöre zB) nicht funktionieren. Also bleibt leider derzeit nur die Politik (ohne eine politische Seite zu favorisieren). Aber das habe ich ja in meinem Nachtrag zur Antwort ohnehin beklagt.

Aber PN ermöglicht ja solche Treffen zB nächsten Monat in Hamburg – also Erfahrungsaustausch findet sehr gut statt. Die Idee eines Stammtisches finde ich toll.

Robert (Berlin) 2015: Doku Kalter Krieg 2015 – TÄUSCHUNG DIE METHODE REAGAN

Mit Reagans Machtantritt ändert sich die Strategie der USA im Kalten Krieg grundlegend: Angriff statt Verteidigung. Sein geheimes „Komitee für Täuschungsoperationen“, dessen Existenz in dieser Dokumentation zum ersten Mal von Zeitzeugen bestätigt wird, plante brillante und perfide Geheimdienst-Operationen – gegen die Sowjets, aber auch gegen die Entspannungspolitik.

nachrichtenbrief4

31. März 2017

Orgonomie, eine Wissenschaft

5. Januar 2017

Reich war zu Beginn Psychoanalytiker und seine ersten methodologischen Überlegungen kreisten um die bereits in den 1920er Jahren virulente Kritik, die Psychoanalyse sei keine Wissenschaft, da sie nur mit subjektiven Gegebenheiten hantiere. Er wandte dagegen ein, daß jeder, der die Psychoanalyse richtig anwende, zum gleichen Ergebnis kommen würde, daß also objektive Vorgänge erschlossen würden. Durch die Anwendung seiner speziellen, d.h. systematisch vorgehenden Art von Psychoanalyse, die „Charakteranalyse“, stieß Reich schließlich regelmäßig auf etwas, was er als „vegetative Strömungen“ bezeichnete. Sie waren der Ausgangspunkt seiner Erforschung der Natur. Zunächst versuchte er diese subjektiven Strömungen 1935 mit Hilfe von „bio-elektrischen“ Messungen zu objektivieren, d.h. dem Potentialunterschieden zwischen einer aufgekratzten „neutralen“ Hautstelle und der Hautoberfläche an den erogenen Zonen. Bei Lust kam es nicht nur subjektiv, sondern, wie die elektrischen Potentialveränderungen zeigten, auch objektiv zu Expansion, bei Angst entsprechend zur Kontraktion. Sodann versuchte Reich die „vegetative Strömung“ direkt unter dem Mikroskop, etwa bei durchsichtigen Würmern und Einzellern, zu beobachten. Über diese ungewöhnliche Art der ausführlichen Beobachtung gelang ihm über den Umweg der Entdeckung dessen, was er als „Bione“ bezeichnete, schließlich die „Entdeckung des Orgons“, also dessen, was durch den Körper strömt. Die Entwicklung des „Orgonakkumulators“ führte ihn dann weiter zur Erforschung der „Orgonenergie“ in der Atmosphäre, was schließlich im „Cloudbuster“ kulminierte, der bis heute zur Wetterbeeinflussung verwendet wird, indem „atmosphärische Strömungen“ umgeleitet werden.

Diese Entwicklung wäre unmöglich gewesen, wenn Reich nicht subjektive Empfindungen als Leitfaden genommen hätte. Er konnte sich auf diese verlassen, weil er mit seinem in der Charakteranalyse entwickelten Konzept der „Panzerung“ ein Kriterium dafür hatte, was an Subjektivität vertrauensvoll ist und was nicht, bzw. was weiterführt und was nur in die Sackgasse. Das ist beispielsweise Thema seines Buches Äther, Gott und Teufel: daß diese drei Vorstellungsbereiche, Äther, Gott und Teufel, zwar jeweils Teile dessen abdecken, was er auch selbst entdeckt hat, aber auf verzerrte Weise. Der „Äther“ (und alles, was sich nach dem 19. Jahrhundert in der Quantenphysik und Relativitätstheorie daraus entwickelt hat) ist eine mechanistische Verzerrung und „Gott“ eine mystische. Der „Teufel“ ist die Wahrnehmung der Panzerung selbst bzw. der Triebe, die durch sie entstellt werden („sekundäre Triebe“).

Fast in allen Darstellungen von Reichs Theorien wird es so dargestellt, als habe Reich sozusagen ein umfassendes „Weltbild“ entworfen, das weitgehend der Äther-Vorstellung des 19. Jahrhunderts oder dem „lebenden Universum“ der diversen Religionen entspricht. Diese Darstellungen sind selbst eine ungemeine Verzerrung des Reichschen Lebenswerks. Tatsächlich hat Reich nur entdeckt, daß auf den verschiedensten Ebenen (Einzeller, der menschliche Körper, die menschliche Gesellschaft, die Atmosphäre und schließlich bei Galaxien) die gleichen energetischen Funktionen auftreten, insbesondere Expansion, Kontraktion, die „Kreiselwellenbewegung“ und die Überlagerung.

Bei seiner Forschung suchte er stets nach den gemeinsamen energetischen Funktionen, die unterschiedlichste Bereiche miteinander verband. Nach außen mag es ausgesehen haben, als habe er in den unterschiedlichsten Bereichen dilettiert (was hat ein Psychotherapeut in der Meteorologie zu suchen?), doch tatsächlich hat er sich stets nur mit seinem eigenen begrenzten Fachbereich beschäftigt: den energetischen Funktionen, die er unter dem Begriff „Orgon“ zusammengefaßt hat.

Der Begriff „Funktion“ läßt sich nur an konkreten Beispielen erklären. Beispielsweise hat das Stachelkleid eines Igels und der Werkschutz einer Firma ungefähr die gleiche Funktion, doch von der Entwicklung her und von den materiellen Strukturen her verbindet beide Bereiche rein gar nichts. Sie haben nur die gleiche Funktion. Im „energetischen Funktionalismus“ bzw. „orgonomischen Funktionalismus“ geht es spezifisch darum, wie die Orgonenergie in den unterschiedlichsten Bereichen und auf den unterschiedlichsten Größenordnungen zum Ausdruck kommt. Dabei hat die Orgonenergie bestimmte charakteristische Eigenschaften: sie bewegt sich spontan aus sich heraus, pulsiert, bewegt sich in Kreiselwellen, ist anti-entropisch, etc.