Posts Tagged ‘Nervensystem’

David Holbrook, M.D.: DER WEG EINES ORGONOMEN ZUR ORGONOMIE

29. Mai 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Der Weg eines Orgonomen zur Orgonomie

 

David Holbrook, M.D.: ERGEBNISSE DER ZEITGENÖSSISCHEN NEUROWISSENSCHAFT UND PSYCHOTHERAPIE, DIE PARALLELEN ZUR ORGONOMISCHEN PERSPEKTIVE AUFWEISEN

22. Mai 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Ergebnisse der zeitgenössischen Neurowissenschaft und Psychotherapie, die Parallelen zur orgonomischen Perspektive aufweisen

 

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 10)

15. Februar 2019

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Emotionen sprechen lauter als Worte

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 9)

13. Februar 2019

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Emotionen sprechen lauter als Worte

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 5)

5. Februar 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Emotionen sprechen lauter als Worte

 

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 3)

1. Februar 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Emotionen sprechen lauter als Worte

 

Gershon: Der kluge Bauch (2001)

21. März 2017

Bücherlogo

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

Gershon: Der kluge Bauch (2001)

Diskussionsforum 2011: eine Nachlese (Teil 6)

12. Dezember 2015

Sebastian fragte: Sind die Begriffe „Block der Plasmamotilität”, „Plasmaimmobilität”, „Anorgonie”, „Plasmastauung” und „plasmatische Panzerung” Synonyme?

Darauf Peter: Plasmamotilität und Plasmaimmobilität

Reich ist von den beiden psychischen Zuständen Lust und Angst ausgegangen und hat sie auf Bewegung zurückgeführt: Expansion (Lust) und eine Kontraktion, die gegen diese Expansion gerichtet ist (Angst) („13 Spontaneous Motility as the Comprehensive Functioning Principle of the Living“, Orgone Energy Bulletin, IV(4), October 1952, S. 186-196). Diese Erscheinungen, die er zunächst bei seinen Patienten beobachtet, dann objektiviert hat (bioelektrische Experimente, „die Amöbe im Menschen“), hat er schließlich auch direkt in der plasmatischen Bewegung bei Protozoen beobachtet. „Reich untersuchte die Funktion und Organisation der Protozoen, um sein Verständnis und seine Erforschung der Bildung und des Funktionierens des menschlichen Verhaltens sowie der Biopathien zu verstärken“ (Steven Dunlap: „Working with the Wilhelm Reich Archives at the Countway Library of Medicine”, The Journal of Orgonomy, 44(1)). Man kann Reichs Ansatz nur verstehen, wenn man ihn nicht nur als Therapeuten, sondern als Forscher sieht, der die Vorgänge im menschlichen Organismus vom Plasma her sah. Aus Sicht des energetischen Funktionalismus zeigen sich die Gesetze der Energie auf allen Größenebenen!

Das Gemeinsame Funktionsprinzip bei all diesen Erscheinungen, die so viele verschiedene Teilfunktionen zum Ausdruck bringen, ist stets Bewegung. Es ist sogar möglich, das Anhalten der Bewegung, ihre Einstellung, zu verstehen, als ein spezieller Bewegungszustand, wie Unbeweglichkeit. „Psychische Unbeweglichkeit“ oder „Affektblock“, wie in der Katatonie, ist die Entsprechung im Bereich der Empfindungen. („13 Spontanous Motility as the Comprehensive Functioning Principle of the Living,“ Orgone Energy Bulletin, IV(4), October 1952, S. 186-196)

Anorgonie

Plamaimmobilität hat dabei zunächst nichts mit Anorgonie zu tun, da der Affektblock durch innere Energieimpulse aufrechterhalten wird (Trieb und Abwehr blockieren sich gegenseitig), während bei der Anorgonie der innere Impuls plötzlich erlischt: Stupor vs. Ohnmacht.

Plasmastauung, plasmatische Panzerung

Siehe in diesem Zusammenhang die „negative bioelektrische Konditionierung“ und die „Enttäuschungsreaktion“ bei Amöben: wenn man eine Amöbe (auch „die Amöbe im Menschen“) immer wieder mit widerwärtigen Reizen quält, verharrt sie schließlich in der Kontraktion. Das ist „Plasmastauung“, die bei „ungepanzertem Plasma“ auftritt. Der Neurotiker hat „gepanzertes Plasma“, um sich gegen die widerwärtigen Reize zu schützen und irgendwie weiterleben zu können.

Sebastian: Okay, Plasmastauung dürfte klar sein. Habe ich den Rest so richtig verstanden:

Plasmatische Panzerung = Plasma im chronischen Kontraktionszustand (mit inneren Impulsen)
Anorgonie = Plasma im „toten“ Zustand (ohne innere Impulse)?

Wenn das aber stimmt, dann wäre doch beides Plasmaimmobilität? „Der Begriff Anorgonie faßt diejenigen biopathischen Zustände zusammen, die sich auf den gemeinsamen Nenner: ‚Block der Plasmamotilität‘ zurückführen lassen“ (Krebs, S. 347). Benutzt Reich jemals den Begriff plasmatische Panzerung? Ich habe ihn bisher nur bei Müschenich gelesen.

Peter: Moment mal, woher hat Müschenich den Begriff „plasmatische Panzerung“? (Seitenangabe?) Bei Reich ist „das ungepanzerte Plasma“ ein stehender Begriff. Die Mobilisierung der „plasmatischen Strömungen“, d.h. die Beseitigung der Plasmastauung, dient der Auflösung der Panzerung.
Das mit der „Plasmamotilität“ ist so eine Sache, denn Anorgonie kann sowohl auf das Überwiegen der Kontraktion, als auch auf einen schleichenden Orgonenergie-Verlust des Gewebes zurückgeführt werden. In beiden Fällen kommt die Bewegung des Plasmas zum Erliegen. Anorgonie bedeutet mehr: das Leben (sozusagen das „Leben an sich“) wird prekär, weil die Lebensenergie nichts mehr gegen die tote Masse stellen kann. Panzerung wird überflüssig – die tote Materie selbst übernimmt den Job.

Sebastian: Ich weiß nicht, woher Müschenich den Begriff hat. Genau das frage ich mich seit geraumer Zeit. In seinen Literaturangaben habe ich ihn nicht gefunden. Er verweist auf mehrere Kapitel in Bd.1 und Bd.2 – allerdings die Fischer Taschenbuchausgabe, die ich nicht habe. Auf Seite 130 seiner Dissertation spricht er von plasmatischer Panzerung:

In Versuchen an Einzellern und anderen primitiven Organismen wies Reich nach, daß wiederholte aversive Reizung zu einer immer rascheren Abkugelung z.B. der Amöbe, schließlich sogar zur chronischen Kontraktionshaltung derselben führt, bis sie letztlich in völliger Bewegungslosigkeit erstarrt und keinerlei Tendenz zur erneuten Ausdehnung (bzw. „Expansion“) mehr aufweist.
Auf den menschlichen Organismus übertragen bedeutet dies, daß auch solche Körperregionen „gepanzert“ sein können, die von der neuromuskulären Innervation nicht erreicht werden, bzw. daß eine Panzerung auch z.B. allein durch Elektrolytverschiebungen zustande kommen kann. […] Reich bezeichnet diesen für die Entstehung „somatischer Biopathien“ relevanten Sachverhalt auch als „plasmatische Panzerung“.

Peter: Ich konnte Dr. Müschenich in dieser Hinsicht kurz sprechen. Beispielsweise denkt er da an Kalium, dessen entquellende Wirkung funktionell identisch mit der kontraktiven sympathischen Funktion ist. Panzerung auf Plasmaebene.

O.: Reich und seine Begrifflichkeiten, da weiß man nie, wann hat er einen Analogieschluß gezogen und wann meint er es präzise, wie er es schreibt. Das will ich einmal einwerfen, bevor man ihn zu wörtlich interpretiert. Mit der „Analogiedenktechnik“ der funktionellen Identität kann man Zusammenhänge sehr oberflächlich in einen „tieferen“ Zusammenhang bringen, die wenig Sinn machen, wenn man nicht sie vorher fundiert (theoretisch und experimentell) hat. Orgontherapie kann so doch sehr schnell zu einen medizinischen Mystizismus werden, um Reichs Aussagen zu belegen, die evtl. nicht immer so fundiert getroffen wurden, was letztlich auch nicht zu beurteilen ist, weil die Schritte zu den Aussagen (Protokolle) fehlen. [Anmerkung von PN 2015: Hier ist ein Bezug auf Hans Hass sinnvoll, um zu verstehen, daß „analog“ und „funktionell identisch“ zwei grundlegend unterschiedliche paar Schuhe sind: „Um diesem Denken folgen zu können, muß entgegen der üblichen biologischen Betrachtungsweise beachtet werden, daß sich bestimmte Teile an und Vorgänge in einer Pflanze und einer Fabrik entsprechen, nicht weil sie homolog (entwicklungsgeschichtlich verwandt) oder analog (strukturell ähnlich) sind, sondern, wie Hass sich ausdrückt, weil sie ‚funktionsverwandt‘ sind. Die Teile und Prozesse entsprechen einander, wenn sie dem gleichen Funktionskomplex dienen, etwa der Abwehr von Räubern, wie z.B. die Stacheln einer Rose und der Werkschutz von BAYER“ (Hans Hass und der energetische Funktionalismus http://www.orgonomie.net/hdomath.htm ).]
Reich wollte wohl gesagt haben, daß auch die plasmatische Ebene – neben den anderen (sozial, psychologisch, vegetativ-physiologisch) – relevant ist.
Damit wurde nicht gesagt, daß Panzerung auf Ionenebene – alleine – stattfindet und die plasmatische Ebene diejenige Einflußebene der Orgontherapie sei. Die Panzerung geht bis in diesen Bereich hinein, aber ihre Lösung ist nicht eine letztlich chemische Lösung.
Wie obenerwähnt, zeigen sich die energetischen Gesetze auf allen (auch plasmatischen) Ebenen, aber nicht ausschließlich. Die Medizin hat hier ihren Wirkungsbereich, würde sie die energetischen Zusammenhänge besser verstehen, kann sie vermutlich effizienter arbeiten. Den Blick auf das Plasma zu fokussieren und alles andere aus dem Blick zu verlieren, ist nicht Sinn und Zweck der Orgontherapie.
Das ANS (vegetative Nervensystem) innerviert nicht das Plasmasystem, sondern das „energetische System“ bestimmt beide Systeme. Orgontherapie wird dadurch nicht zu einer “Plasmatherapie”. Der Orgonverlust zeigt sich im Biologischen, also auch im Plasma. Somit wird der Gesundheitsbegriff erweitert, wie Müschenich dies thematisiert, und die Erkrankung des Charakters hat auch eine biopathische Komponente. Vor allem im medizinischen Bereich sind energetische Zusammenhänge zu betrachten, wenn somatische Erkrankungen schon jenseits der Psyche den Körper partiell in seinen Funktionen stören oder den Körper zersetzen und eine lebensbedrohliche Situation schaffen.
„Die Panzerung wird überflüssig – die tote Materie selbst übernimmt den Job.“ PN

Peter: Erinnert irgendwie an den Abdruck des Brady-Artikels im psychoanalytischen Bulletin of the Menninger Clinic:
http://internationalpsychoanalysis.net/2011/08/02/author-christopher-turner-takes-us-inside-the-orgasmatron/

Dazu Robert am 23.9.2011: Nebenbei:
Heute starb vor 72 Jahren Sigmund Freud.

Darauf O.: Und er starb nicht an einer Überdosis Orgon.
Und um nicht nur die Psychoanalytiker zu Wort kommen zu lassen, erinnere ich an Frau Professor Dr. Florin, Vertreterin der Verhaltenstherapie an der Universität Marburg, die ca. 1988 mir auf die Frage „Warum Sie nicht Wilhelm Reich zitiere, der klinische Diagnosen doch wesentlich einfach erklären würde?“, antwortete: „Reich ist nicht wissenschaftlich.“ Zehn Jahren später verstarb (auch) Frau Florin mit nur 60 Jahren an Krebs.

Peter: Rothenberg 1927-2000, Schulfreund von Myron Sharaf.

Das Folgende ist ein Austausch zwischen Dr.med. Wilhelm Reich und seinem Schüler Michael Rothenberg auf Orgonon während des Sommers 1950. Rothenberg arbeitete als Laborant auf Orgonon während der Sommer von 1948, 1949 und 1950. Später wurde er Arzt und Kollege des berühmten Kinderarztes Dr.med. Benjamin Spock.
REICH: Das Arbeit ist gewachsen, nicht wahr?
ROTHENBERG: Einige gehen, mehr kommen, um ihre Plätze einzunehmen.
REICH: Ja, es ist wie ein Personenzug. Leute springen auf und Leute springen ab, aber der Zug bewegt sich immer in die gleiche Richtung.
http://www.wilhelmreichtrust.org/update_11_06.html

Nach Reichs Tod war er einer der ersten Schüler Bakers, wurde 1960 Orgontherapeut, brach aber 1964 mit Bakers Gruppe, weil sie ihm zu kultartig war. 1967 siedelte er in den Nordwesten der USA um. 1968 und 1970 hat er im The Journal of Orgonomy veröffentlicht, hat sich dann aber vom ACO endgültig getrennt, weil er ein „liberal“ war. Zusammenarbeit mit Sobey, Lewis und Schiff (The Institute for the Study of the Work of Wilhelm Reich).

Jonas: Dr. Spock und Orgonomie – ein interessanter, mir bislang gänzlich unbekannter Zusammenhang.
Dr. Spocks berühmtes Buch über Säuglinge erschien erstmals 1946. Kennt jemand das Buch? Macht sich darin ein „orgonomischer“ Einfluß Rothenbergs bemerkbar? Oder war Rothenberg damals noch gar nicht auf die Orgonomie gestoßen?

Peter: Spock war von Reichs Todfeind Sandor Rado ausgebildet worden. Sein „manual on child rearing“ galt als „permissive“, war aber eher sexualnegativ eingestellt. Wenn Eltern „some sort of sex play“ beobachten sollten, sollten sie etwa sagen „That isn’t polite!“ und die Kinder zu anderen Aktivitäten animieren. Ein typischer „Liberaler“ (im europäischen Sinn), wie Reich sie so gehaßt hat.
Das Buch wurde dann 1985 und 1992 von Rothenberg umgeschrieben. Ich nehme an, der steinalte Spock, Jahrgang 1903, hat das “mit sich geschehen lassen”.

Robert: The fifth and sixth editions, in 1985 and 1992, featured a co-author, Dr. Michael B. Rothenberg. (wiki)

Robert: http://spon.de/veZWj
Ina May Gaskin: Mutter der natürlichen Geburtshilfe
Im US-Staat Tennessee gründete Ina May Gaskin das „Farm Midwifery Center“, eines der ersten außerklinischen Geburtszentren in den USA. Sie setzt sich für eine natürliche Geburt ein, bei der Familie und Freunde anwesend sind. Als Hebamme brachte sie über 1000 Kinder zur Welt.

Peter über ein Fernsehgespräch 2011: Hier ein hervorragendes absolut sehenswertes Beispiel für die Rolle der okularen Panzerung und Ideologie auf der einen Seite (unsere Politiker und der Qualitätsjournalismus) und klares, wissenschaftliches Denken auf der anderen Seite (Wilhelm Henkel). Das ist das absolut Erschreckende: in Politik und Medien fast nur Verwirrtheit. Kein einziger Gedanke wird zuende gedacht.

Das betreffende Video ist nicht mehr auf YouTube, doch Robert ergänzte damals:

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=gY87qysRjNU%5D

Peter: Arbeitsdemokratie statt Formaldemokratie!

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=iLLfUIm4sWs%5D

Peter: Schwachköpfe und dann auch noch Verfassungsfeinde!

Die FAS berichtet, Pofalla habe gesagt: „Wenn ich so eine Scheiße höre wie Gewissensentscheidung.“
Als Bosbach zu beschwichtigen versucht und zu Pofalla sagt: „Ronald, guck bitte mal ins Grundgesetz, das ist für mich eine Gewissensfrage“, habe dieser schon auf der Straße vor seinem Dienstwagen geantwortet: „Laß mich mit so einer Scheiße in Ruhe.“
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13638311/Als-Pofalla-Bosbachs-Fr-nicht-mehr-sehen-konnte.html

Peter: Schwachköpfe. Verfassungsfeinde, Krypto-Nazis – wir werden vom letzten Abschaum regiert!
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/frech_wie_angela/

Peter 2015: Man sollte sich den oben verlinkten Artikel wirklich anschauen angesichts dessen, was Merkel mittlerweile hinsichtlich der Flüchtlingskrise angerichtet hat!

Peter 2011: Selten habe ich mich so gegruselt. Der neue Entweder Broder: am Ende die Kinder – ich mußte an die HJ denken… Der Anarchist in mir wäre beinahe durchgedreht. Nun ja, er dreht regelmäßig durch, wenn es um Mülltrennung und ähnliches geht.

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=4Rl5xq2tDTs%5D

Peter: Ööööööööööökos, die neuen Nazis:

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/klimaschutz_es_darf_gemordet_werden/

Robert: Broder hat übrigens einmal Orgonon besucht und darüber einen Artikel in der Psychologie heute veröffentlicht. (Enthielt ein paar kleine Fehler, war aber sonst korrekt.)

Peter: Meinem hochverehrter und geliebter Henryk M. Broder hat 1997 in Psychologie heute über das WR Museum geschrieben. Im Spiegel vom 16.3.98 (Nr. 12) dann ein Essay über eine Biographie der Feministin Alice Schwarzer. Als er auf Schwarzers autoritäres Gehabe gegen andere Frauen zu sprechen kommt (das verblüffend dem Verhalten ähnelt, das manche Machos gegen Frauen zeigen!), schneidet er die psychologische Erklärung dieses Phänomens. Erstmal kritisiert er die besagte Biographin, die auf die Neo-Psychoanalyse Karen Horneys zurückgreift: Menschen, die als Kinder Demütigung erfahren haben, müssen als Erwachsene andere Menschen demütigen. Dagegen wendet Broder ein, daß eine solche Kausalität nie nachgewiesen wurde und daß man in den Kindheitsgeschichten etwa von Hitler und Albert Schweitzer Identisches finden könne. Dann fährt Broder fort: „Dafür scheint ein anderer Zusammenhang plausibler, der mehr mit dem Erkenntnissen von Wilhelm Reich als mit der Psychoanalyse von Sigmund Freud zu tun hat.“ Das Dritte Reich hätte in vielen Gebieten ein Vakuum hinterlassen, u.a. was Autorität betrifft. „Doch ebenso wie es seine innere Logik hat, daß im Vatikan die größte Porno-Sammlung der Welt liegt, hat es auch einen organischen Grund, daß im fortschrittlichen, alternativen, ‘antiautoritären’ Milieu das Verlangen nach Autorität heftig wabert.“ Nur, daß hier der „Führer“ einen „alternativen“ Anstrich haben muß, wie etwa Alice Schwarzer.

Peter 2015: Broder als Reichianer, bei etwa Minute 11:

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=35zADIE2TTY%5D

Peter: Die kommunistische Hetzpresse in Deutschland:
http://www.pi-news.net/2011/09/die-roten-geyer-in-der-frankfurter-rundschau/

Peter: Es setzt sich immer mehr die Marxistische Ideologie durch, derzufolge stets die “sozioökonomischen Verhältnisse” die Schuld haben und deshalb durch die Regierung verändert werden müssen. Das, und nichts sonst, ist auch der eigentliche Grund für die Schuldenkrise in der westlichen Welt.
Siehe dazu auch den folgenden Leserkommentar zu http://www.faz.net/aktuell/marseille-spielend-in-die-kriminalitaet-11484496.html

Schon alleine das kaschierende und entschuldigende Wort „orientierungslose Jugendliche“ spricht Bände, welche jungen, aggressiven Männer sich tatsächlich hinter diesem Begriff verbergen und dann auch noch in Schutz genommen werden, als seien es keine Täter, sondern eben Opfer der Umstände. Wer muß eigentlich überhaupt noch Verantwortung für sein Handeln übernehmen, wenn wir doch alle nur irgendwie Opfer unserer Sozialisation und Herkunft sind? (Darf ich letzteres überhaupt noch sagen?!)
Den wahren Ursachen der Banden- und „Jugend“kriminalität, gerade in Marseille, geht der Artikel leider nicht auf den Grund!

O.: Zum FAZ Artikel über bewaffnete Banden in Marseille läßt sich nur sagen, daß das schon vor Jahren (auch in Berlin) gesagt wurde. Aber das wurde nicht Ernst genommen. Die Schröder-Regierung hat angefangen die Pädagogen ausbluten zu lassen mit „Scheinselbständigkeit“, „Qualitätsmanagement“, Reduzierung der Trägerlandschaft der freien Träger der Jugendhilfe, Haushaltsstopps bei den Jugendämtern, Gehaltssenkungen und Nullrunden, Entlassungen und Trägerschließungen, Schließungen von Jugendclubs … – was soll ich mehr sagen?
Die Jugendlichen kaufen sich dann Waffen, stehlen und dealen mit Drogen. Sie sind organisiert in „Banden“.
Da gibt es dann nur die Antwort mit mehr Polizei(-staat) und Videoüberwachung, mit denen man trefflich die Normalbürger überwachen kann. Die Jugendlichen sind ja nicht verblödet und laufen ohne Masken rum, wenn sie losziehen.
Und nun die Frage, ob die „Politik der großen Koalition“ versagt hat? Ja. Ebenso die Konservative und Sozialdemokratische etc. Sie haben versagt. Sie wollten versagen. Dies war ihre „Globalisierungs- und Sparpolitik“. Bei solcher Jugendpolitik gibt es dann schnell die Quittung: Bewaffnete drogenabhängige Banden mit AK 47 in den Händen in allen Städten.
Arbeitslosigkeit und die gemachte, geplante und inszenierte Schulden-/Finanz-/Wirtschaftskrise sind die Kehrseite dieser „Gewaltmünze“. Nach dem Untergang des „Sozialismus/ Kommunismus“ war die westlich-amerikanische Gier so groß, daß sie das Europaprojekt starten mußte. Da wundert es, wenn die marxistischen Wirtschaftstheorien wieder neuen Aufwind bekommen? Sie ist das Ergebnis und berechnete Kalkül der amerikanischen „militärischen Revolution“. Schaun wir mal, ob der nächste Akt auch genau nach Drehbuch gespielt wird.
Die Medien benutzten die „Kriminellen“ (welche auch immer) um nach mehr Staatspolizei zu rufen, die Schreibtischtäter werden nicht benannt, da sie von denen schließlich auch abhängig sind.

Peter: Ich quäle mich gerade („quälen“ wegen einer skandalös laienhaften Übersetzung der englischen Texte) durch den Ausstellungskatalog Wilhelm Reich revisited (hrsg. Birgit Johler, Wien 2008).

Es wurde nach Reichs Facharzttitel gefragt; ob WR den überhaupt hatte. Am 28. Mai 1925 stellte Freud Reich ein kurzes Zeugnis aus, “daß er auf die Würdigung als Facharzt voll begründeten Anspruch hat” (S. 35). Demnach muß Reich vielleicht im Juni 1925 seinen Facharzttitel in der Tasche gehabt haben.

Peter: http://orgonomist.blogspot.de/2011/10/lecture-on-reich-influence-on-marcuse.html
Ich glaube nicht, daß Dr. Schwartzman den geringsten Schimmer hat, welchen Dreck er da ankündigt. (Peter 2015: Inzwischen veröffentlicht in der „orgonomischen“ Zeitschrift Annals of the Institute for Orgonomic Science.)

Robert: Sieht so aus, als wenn Marcuse ohne Reich gar nicht soweit gekommen wäre. Marcuse ist quasi der Sexualökonom der Prägenitalität.

Peter: Ich kann mich so etwas über Dr. Schwartzmans Blogeintrag aufregen. Allein schon Marcuse als „Juden“ hinzustellen! Er hat weder koscher gelebt, noch sich mit Israel oder der jüdischen Gemeinschaft identifiziert. (Genausowenig wie Reich!) Es ist schlichtweg nationalsozialistische Sprechweise so jemanden als „jüdisch“ zu bezeichnen.
Während Reich sich auf der Straße mit den Nazis prügelte, hat Marcuse zu Füßen des Nazis Heidegger Philosophie studiert. Später war er dann Experte des US-Geheimdienstes und des US-Außenministeriums, um dann das geruhsame Leben eines Uniprofs zu führen.
In den 1950ern hat er die Prägenitalität (in offener Opposition gegen Reich!) gepredigt, in den 1960ern dann die große Verweigerung inklusive der Verweigerung der sexuellen Hingabe.
Und Dr. Schwartzman macht für so etwas Werbung – für eine Veranstaltung mit der Roten Faschistin Angela Davis! Reich rotiert in seinem Grab!

Jonas: Wer auf der Seite
http://www.MarcuseSociety.org/
die Suchfunktion nutzt und das Stichwort „Reich“ eingibt, erhält Brahinskys vorläufiges Paper als erstes Ergebnis.
Der Bezug zwischen Marcuse und Reich, der hier konstruiert wird:

Reich glaubte, daß, wenn die Panzerung schmilzt, Menschen natürlich kooperativ werden, daß demokratische Werte auftauchen, in den Worten von Lao Tzu, „ohne Belastung oder Einschränkung“. Reich betrachtete diese Art von Gesellschaft als „Arbeitsdemokratie“, ein Konzept, das er in Die Massenpsychologie des Faschismus ausbreitet. Wie ein Studium dieses Buches zeigen wird, hat diese Art von Gesellschaft viel gemeinsam mit Marcuses Konzept einer demokratischen sozialistischen Utopie.

Brahinskys aktuelle Beispiele für Faschismus sind übrigens die Tea-Party-Bewegung sowie der Generalverdacht gegenüber Muslimen. Seine Reich-Lesart ist scheinbar das genaue Gegenteil von dem, was auf diesem Blog vertreten wird.

Sebastian: Die Orgonenergiehülle der Erde: http://wimp.com/rocketcamera/
Ganz schöne Aufnahmen von 2:50min – ca. 8min.

Peter: Man sieht die Orgonhülle am Rande des Weltalls, aber auch das weiße „neblige“ Gleißen der Wüstenatmosphäre (DOR).

Julius Wagner-Jauregg und wir

18. März 2015

Wagner-Jauregg ist bis heute unvergessen, weil er als bisher einziger Psychiater 1927 den Nobelpreis erhielt. Damit wurde seine jahrzehntelange Arbeit zur Heilung von Psychosen durch künstlich hervorgerufenes Fieber und Infektionskrankheiten gewürdigt.

Er war Kollege und Freund von Sigmund Freud. In einem Verfahren wegen von Jaureggs Elektrotherapie bei Kriegsneurosen erstattete Freud ein Gutachten zu von Jaureggs Gunsten. Wagner von Jauregg verfaßte den Bericht für die Wiener Fakultät, aufgrund dessen Freud ordentlicher Professor wurde. (Schott/Tölle: Geschichte der Psychiatrie, München 2006, S. 524).

Reich hatte an der Universität Psychiatrie-Vorlesungen bei Wagner-Jauregg gehört, und im Anschluß an das Medizinstudium seine Facharztausbildung an der von Wagner-Jauregg geleiteten Universitätsklinik für Neurologie und Psychiatrie gemacht.

In den 1940er Jahren erinnerte sich Reich an seinen Lehrer. Nachdem Reich ausführt, daß das Sitzen im Orgonenergie-Akkumulator zu einer „Erstrahlung“ der organismischen Orgonenergie führt, fährt er fort:

Man könnte von einem Standpunkt aus die Orgontherapie auch als eine natürliche „Fiebertherapie“ bezeichnen, wenn man das Fieber korrekt als Anzeichen erhöhter bioenergetischer Tätigkeit des Organismus auffaßt. Von hier aus versteht man auch manche Heilungsmethoden in der Medizin, die bisher rein empirisch, ohne begriffen zu sein, angewendet werden. Die Malariatherapie, die mein klinischer Lehrer Wagner-Jauregg in Wien gegen die allgemeine Parese einführte, besteht in nichts anderem als in der künstlichen Anregung starker Zellerstrahlung durch Injektion von Malariaparasiten. Hierher gehört der heiße Tee mit Rum bei Erkältung ebenso wie der „warme Umschlag“ gegen Zahnschmerzen. Wir stehen vor der Aufgabe, die Wirkungen mancher chemischer Heilmittel von diesem Standpunkt aus zu begreifen. (Der Krebs, Fischer TB, S. 323)

Wagner-Jauregg lehnte es ab, psychische Erkrankungen als reine Erbkrankheiten zu betrachten, wie es damals en vogue war. Es gäbe zwar eine unterschiedliche Vulnerabilität doch Auslöser könnten beispielsweise Infektionserkrankungen sein.

Er konnte sich vorstellen, daß bei einer Erkrankung einzelner Organe das Gehirn mitbetroffen sei und abnorm funktioniere – etwa daß Psychosen Folgen gastrointestinaler Erkrankungen seien, bei denen Stoffwechselprodukte von Bakterien toxische Wirkungen auf das Nervensystem ausübten. Seine grundsätzlich psychosomatische oder besser somatopsychische Haltung sollte er später in dem schönen Satz, jede Körperzelle sei am depressiven Prozeß beteiligt, in radikaler Weise ausdrücken.

Für einen einführenden Überblick verweise ich auf den soeben zitierten kurzen Aufsatz von Theodor Meißel Wagner-Jauregg – ein Wegbereiter der modernen biologischen Psychiatrie.

Wagner-Jauregg war ein Deutschnationaler, wenn auch kein Rassist; seine erste Frau war Jüdin. Aus seiner großdeutschen Gesinnung heraus war seine Annäherung an die Nationalsozialisten im Verlauf der 1930er Jahre nur allzu natürlich. Meißel schließt daran jedoch grundsätzliche Überlegungen an:

Wagner-Jaureggs Wahlspruch: „Wer einen Charakter hat, braucht keine Prinzipien“ zeigt ihn als zutiefst problematischen Menschen, der sich selbst Charakter zuspricht und verbindlicher Prinzipien ledig sein zu können glaubt, die Gefahr übersehend, damit verbindliche menschliche Spielregeln zu entwerten, Grenzen überschreiten zu können und übergriffig zu werden. Die schöne poetische Übersetzung dieses Wahlspruchs von Paul Lorenz für die Wagner-Jauregg-Medaille (…) „eine durch und durch edle Natur bedarf keiner eigenen Gesetze“ – diese Übersetzung transzendiert Wagner-Jaureggs Problematik in einen menschlichen Grundkonflikt, den zwischen menschlicher Natur und menschlicher Kultur und Zivilisation. Wagner-Jaureggs Wahlspruch macht seine Affinität bzw. fehlende Abgrenzung zu einer Herrenmenschenideologie verständlich.

Die Frage ob Wagner-Jauregg ein „Nazi“ war, sei dergestalt auch heute noch von Bedeutung, „um Prinzipien menschlicher Kultur, menschlicher Gesittung zu erhalten, zu verteidigen und weiterzuentwickeln.“

Für den Studenten der Orgonomie ist das ganze von Bedeutung, weil Wagner-Jauregg seinen Wahlspruch sicherlich (wenn auch vielleicht nur indirekt) von Nietzsche abgeleitet hat und dieser wiederum mit einiger Sicherheit von Max Stirner.

Es ist bezeichnend, daß vermeintlich „kritische Geister“ wie Theodor Meißel das Heil in „ethischen Prinzipien“ suchen, der Konservative im „Charakter“. Hier wird auch unmittelbar deutlich, warum die Orgonomie so eine Affinität zum konservativen Spektrum hat.

Abschließend einige Zitate aus dem Nachlaß und den Schriften Nietzsches:

Ideale der Art sind die vorwegnehmenden Hoffnungen unserer Triebe, nichts weiter. So gewiß wir Triebe haben, verbreiten diese auch in unserer Phantasie eine Art Schema von uns selber, wie wir sein sollen, um unsere Triebe recht zu befriedigen – dies ist idealisieren. (Kritische Studienausgabe, Bd. 9, S. 336f)

Vertrauen wir den Trieben, sie werden schon wieder Ideale schaffen! wie es die Liebe immerfort thut. (Bd. 9, S. 353)

Und weiter bezeichnet Nietzsche die Triebe als „schaffende Künstler“ (Bd. 9, S. 354). „Das Ideal ist die Vorwegnahme der Hoffnungen unserer Triebe (der herrschenden Triebe)“. Ein anderes Ideal entsteht, wenn „ein anderer Trieb zur Herrschaft kommt“ (Bd. 9, S. 396). Das „Rechte und Naturgemässe“ ist, „ohne Grundsätze, aber mit Grundtrieben, ein beweglicher Geist im Dienste starker Grundtriebe, und eben deshalb ohne Grundsätze“ zu leben (Bd. 3, S. 149).

Was ist der Mensch? Ein Haufen von Leidenschaften, welche durch die Sinne und den Geist in die Welt hineingreifen. (Bd. 10, S. 207)

Psychopharmaka und Orgonomie (Teil 1)

10. März 2015

Zum folgenden siehe auch Psychischer Kontakt und vegetative Strömung.

Eine „dogmatische Orgonomie“ ist ein Widerspruch in sich selbst, da nach dem Orgonomischen Funktionalismus jedes Phänomen zwei Seiten hat und es vom Zusammenhang abhängt, welche Seite lebensförderlich („funktionell“) ist und welche nicht. Beispielsweise bedeutet bei Leberkrebs die Option „Orgonakkumulator“ den sicheren Tod, während jene, die sich für die „lebensverneinende“ Chemie, das Messer oder „Todesstrahlen“ entschieden haben, weiterleben dürfen.

Oder mit anderen Worten: Ideologen und „Rechtgläubige“ sind nichts anderes als Vollidioten.

Ein schönes Beispiel ist die so gern verteufelte Psychopharmakotherapie. Es stimmt, teilweise ist sie wirklich vollkommen hoffnungslos und man frägt sich, was das denn für eine „Wissenschaft“ sei. Andererseits gibt es aber auch ganz erstaunliche Erfolge, die „orgonomische“ Ideologen einfach nicht wahrhaben wollen.

Besonders eindrucksvoll ist die Wirkung des Antidepressivums Escitalopram (z.B. Cipralex) bei hirnorganischen (!) Schädigungen, genauer gesagt nach einem Hirnschlag. Man hatte angenommen, dieses SSRI hätte nur Auswirkungen auf die nach einem Hirnschlag sekundär auftretende (vollkommen verständliche) Depression und würde so indirekt den Heilungsprozeß unterstützen. Jedoch scheint das Psychopharmakon tatsächlich auf die Hirnstruktur selbst einzuwirken!

Offensichtlich stimulieren Antidepressiva wie Escitalopram die Produktion von Stoffen, die für das Wachstum von Nervenzellen notwendig sind.

Nach dieser notwendigen Einführung traue ich mich, daß folgende zu schreiben:

Wer noch etwas Lebendigkeit in sich hat, spürt, daß seine „innere Amöbe“, das kontraktile autonome Nervengeflecht, durch Medikamente (d.h. Zellgifte) zeitweise lahmgelegt und vielleicht dauerhaft geschädigt wird.

Für die mechanistische Medizin existiert diese hochempfindliche „innere Amöbe“, die uns erst zu Menschen macht, nicht. Vielmehr sind wir wie Roboter, die von starren Nervenbahnen durchzogen werden und in denen Hormone, Enzyme, etc. ungefähr nach dem gleichen Prinzip ausgeschüttet werden, mit dem ein Kühlschrank seine konstante Innentemperatur aufrechterhält.

Daß dem nicht so ist, sieht man an der neurotischen Entwicklung, die nichts anderes darstellt als die von Reich entdeckte „negative bio-energetische Konditionierung“ (Enttäuschungsreaktion) der besagten „Amöbe“: das Biosystem streckt sich nie wieder vertrauensvoll aus, nachdem es „doch harmlosen“ Erziehungsmaßnahmen, „die noch niemanden geschadet haben“, ausgesetzt worden ist oder von Anfang an in einer kalten, emotionalen Wüste ohne genuinen Kontakt vegetieren mußte.

Das Problem ist wirklich, daß sich die Menschen kaum noch als pulsierende, sich streckende und zusammenziehende, Lebewesen fühlen, sondern als starre Roboter. So werden sie „aufgezogen“, das wird ihnen im Unterricht und durch die Medien eingetrichtert und so werden sie von ihren Ärzten behandelt.

Mit den modernen Antidepressiva sind einst gefürchtete Nebenwirkungen in den Hintergrund getreten, dafür kristallisiert sich jedoch die aus Sicht der Orgonomie vielleicht wichtigste Nebenwirkung klarer heraus: sexuelle Dysfunktionen. In der Januarausgabe 2010 von INFO Neurologie & Psychiatrie wurde eine Metastudie referiert, derzufolge die Prävalenz von sexuellen Dysfunktionen unter der Einnahme von Antidepressiva um ein etwa Zehnfaches höher liegt, als bis dahin angenommen wurde.

Unter Placebo lag die Rate von sexuellen Dysfunktionen bei 14,2 %, während sie unter Citalopram (z.B. Cipramil), Fluoxetin (z.B. Fluctin), Paroxetin (z.B. Tagonis), Sertralin (z.B. Zoloft) und Venlafaxin (z.B. Trevilor) bei sage und schreibe 70 bis 80 % lag. Ganz anders sieht die Sache bei einer zweiten Klasse von Antidepressiva aus. Hier liegt die Rate von sexuellen Dysfunktionen teilweise sogar niedriger als unter Placebo, d.h. zwischen 4 und 20 %: Amineptin (wird seit 2005 weltweit nicht mehr hergestellt), Agomelatin (z.B. Valdoxan), Bupropion (z.B. Elontril), Mirtazapin (z.B. Remergil), Moclobemid und Nefazodon (2003 vom Markt genommen).

Ein ähnlich trauriges Bild zeichnet sich ab, wenn man die Wirkung von Antidepressiva (SSRIs) auf Kinder, Pubertierende und jüngere Erwachsene unter 24 betrachtet. In der diesjährigen Februarausgabe von Info Neurologie und Psychiatrie ist zu lesen, daß es bei hohen Dosierungen durch die Induktion innerer Unruhe und Antriebssteigerung zu selbstschädigenden Handlungen bis hin zu Selbstmorden kommen kann, bevor eine Stimmungsaufhellung eintritt. Warum hohe Dosierungen? Metaanalysen haben gezeigt, daß die Wirksamkeit von Antidepressiva in diesen Altersgruppen nur sehr gering ist. Stimmungsaufhellung? Es gibt ohnehin oft keinen Zusammenhang zwischen Dosis und antidepressiver Wirkung!

Man muß Psychopharmaka kritisch, aber auch differenziert sehen. Ähnlich war Reichs Herangehensweise.

Hier, was Reich selbst zum Thema in Der Krebs zu sagen hat (damals gab es so gut wie keine Psychopharmaka):

Ich persönlich hatte von jeher eine Abneigung gegen Injektion körperfremder Substanzen (…) in einen lebenden Organismus. Man konnte nicht übersehen, daß so viele schmerzstillende Chemikalien zwar die Schmerzen lindern, aber gleichzeitig den autonomen Lebensapparat schädigen. Ja, die schmerzstillende Wirkung der Alkaloide (Morphium etc.) besteht gerade in einer Herabsetzung der vegetativen Empfindungsfähigkeit des Organismus. Sie bewirken also biologisch genau das Gegenteil dessen, was die Orgontherapie erzielen will: Herabsetzung und nicht Steigerung der Lebensfunktion. (Der Krebs, Fischer TB, S. 307)

Reich sagt aber auch, daß der Orgonenergie-Akkumulator künstlich eine Erstrahlung des Organismus hervorrufe und fährt fort:

Wir stehen vor der Aufgabe, die Wirkungen mancher chemischen Heilmittel von diesem Standpunkt aus zu begreifen. Dadurch könnten die guten von den schädlichen chemischen Heilmitteln unterschieden werden. Ein Heilmittel, das den Bazillus tötet, aber gleichzeitig die Blutzellen und das Plasmasystem schädigt, statt sie zu stärken, sollte nicht zugelassen werden, auch wenn mächtige Profitinteressen solche Maßnahmen verhindern wollten. Es kann auch nichts anderes als die orgonotische Erstrahlung im Organismus sein, die Schmerzen aller Art rasch herabsetzt oder sogar beseitigt. (ebd., S. 323)

Dazu führt er weiter aus:

(…) orgonotisch versagendes Gewebe verträgt Giftmittel schlecht. Es wird uns zur Regel, bei Krebsbiopathien keine chemischen Substanzen zu applizieren, die sympathikoton auf den Lebensapparat wirken oder die Gewebe schädigen, auch wenn sie die Schmerzen lindern. Sie fördern die Anorgonie, statt sie zu beheben. (S. 355)

Abschließend zwei Aussagen über Psychopharmaka von dem Medizinischen Orgonomen Charles Konia:

Der Niedergang der autoritären sozialen Struktur hat zu einer allgemeinen Schwächung der Muskelpanzerung und einer Verstärkung der Augenpanzerung der Massen geführt. Die verminderte Verfügbarkeit der Abwehrfunktion der Muskelpanzerung, d.h. des Dämpfens von Ängsten und Empfindungen, brachte in den letzten Jahrzehnten den epidemischen Gebrauch und Mißbrauch von illegalen Rauschgiften und den steilen Anstieg in der Vorschreibung aller Arten von psychopharmakologischen Medikamenten mit sich. Sicher benötigen einige Patienten Psychopharmakotherapie – aus einer Vielzahl von Gründen sind sie keine Kandidaten für die medizinische Orgontherapie oder für andere Arten von Therapie. Jedoch verschlimmert die Behandlung von Emotionen mit Medikamenten, so als seien sie pathologische Symptome, den zugrunde liegenden kontaktlosen Zustand. Es ist das Verabreichen von Medikamenten, die die emotionale Intensität und den Kontakt abstumpfen, an Menschen, bei denen bereits eine verminderte Kapazität für Kontakt vorliegt. (The Journal of Orgonomy, Vol. 32, No. 2, Fall/Winter 1998)

Aus massenpsychologischer Perspektive sieht Konia die moderne Psychiatrie wie folgt:

Die mechanistische Herangehensweise der zeitgenössischen Psychiatrie ist der funktionellen, energetischen Herangehensweise diametral entgegengesetzt, dem Einzelnen dabei zu helfen, größeren Kontakt zu sich selbst und seiner Umgebung zu gewinnen. Trotz der Minderung von Symptomen macht sie die Massen in ihrem Gefühlsleben noch kontaktloser, als sie es vorher waren. Manchmal beginnt ein Patient, der bereits psychopharmakologische Medikamente nimmt, die ihm von einem anderen Arzt verschrieben wurden, die Behandlung bei einem Medizinischen Orgonomen. Die Erfahrung, die der Patient während der medizinischen Orgontherapie macht, erlaubt es fast immer diese Medikamente auszuschleichen und ganz abzusetzen. Dadurch wird sich der Patient der Wirkung des Medikaments bewußt. Er beschreibt sie als „Neutralisierung der Emotionen“, als: „Ich bin irgendwie von mir getrennt.“ Heute umgeht die pharmazeutische Industrie die rationale Autorität des Arztes und wendet sich in ihrer Werbung direkt an das Publikum. Auf den ersten Blick scheint diese Praxis das Ziel zu verfolgen, das Publikum zu informieren, entsprechend der von der Pharmaindustrie bekundeten Absicht. Tatsächlich ist es jedoch offenkundiger Kommerzialismus, der durch einen medizinischen Berufsstand ermöglicht wird, der bereits durch sein eigenes Abgleiten in den Kommerzialismus und durch den Mißerfolg seiner mechanistischen Herangehensweise geschwächt ist. (ebd.)