Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:
Posts Tagged ‘Alexander Lowen’
Peters Abstieg in die Hölle
30. September 2016Die hier beschriebene Szene ist zwar einige Jahre her, aber immer noch berichtenswert: Ich steige ins Souterrain hinab, in den Buchladen, wo ich früher immer meine „Reich-Bücher“ kaufte. Eine neue Einführung in die „Orgontherapie“ – mit dem „Orgonstrahler“. Das Buch strotzt von Bibelzitaten und mystischem Schmu. Daneben ein Buch, das die fünf Lowenschen Körpertypen erläutert. Unglaublich wie dieser pseudowissenschaftliche Unsinn ellenlang ausgewalzt wird – im Namen Reichs.
Angeboten wird u.a. eine Audiokassette vom „Auditorium aus der Münsterschwarzach Abtei“ mit einem Vortrag von Alexander Lowen über Reich und die Bioenergetik. Entsprechend „abteimäßig“ ist das Gesamtangebot: C.G. Jung, meditierende Pfaffen, Dürckheim, Rühdiger Dahlke, Bert Hellinger, Buddhisten-Mönche. Prominent zwischen all dem stiert der „Reichianer“ Wolf Büntig hervor, der zum 100 Geburtstag von Karlfried Graf Dürckheim „in enger Anlehnung an C.G. Jung“ spricht. Natürlich orientiert sich Büntig auch an Hellinger. Büntig, dessen Aufsatz über Reich* so überragend war, das ich wiederholt aufgefordert wurde ihn zu lesen, was ich nie getan habe, bekennt sich nun zu Hellinger, weil dieser intuitiv arbeitet, jede rationale Diagnostik ablehnt und aus dem „Sein“ heraus wirkt. Das „substantielle Leben“ ist das höchste Gut.
Für den Familientherapeuten Bernd Hellinger, einem ehemaligen Priester und Missionar, der sich auf Martin Heidegger beziehend vom „Offenbarungsgott“ ab und dem „Schöpfungsgott“ zugewandt hat, stehen die Gesetze des ontologisch aufgefaßten Lebens im Sinne Heideggers im Mittelpunkt: das, was zuerst da war, hat den höheren Wert und alles spätere muß sich ihm unterwerfen. Dementsprechend beruht die Therapie darauf, daß sich der Klient im nachhinein seinem Vater unterwirft und z.B. die sexuell mißbrauchte Tochter vor ihrer Mutter niederkniet und ihr sagt: „Liebe Mama, ich habe es für Dich getan!“
* Büntig, Wolf E.: Das Werk von Wilhelm Reich und seinen Nachfolgern. Die Psychologie des XX. Jahrhunderts. Bd. 3: Freud und die Folgen, Hrsg. von D. Eicke, Zürich 1977
„Reichianische Körperpsychotherapie“ und Psychiatrische Orgontherapie
17. August 2016Therapeuten, die nicht wissen, was sie tun, nehmen aus Unsicherheit zu dramatischen Interventionen Zuflucht. In der „Körperpsychotherapie“ sind das etwa „Streßpositionen“ nach Alexander Lowen oder direkte körperliche Interventionen, um die Panzerung „aufzubrechen“. Es wird strengen Vorgaben gefolgt, wie der Patient zu liegen hat, wie er Arme und Beine zu halten hat, wie er zu atmen hat, etc. All das soll überspielen, daß der Therapeut nicht weiß, was er tut, und nicht mal eine Diagnose hat stellen können. Seine Unsicherheit überspielt er mit Show und Action.
Die Orgontherapie beruht darauf, daß der Therapeut eine biopsychiatrische (= auf der Struktur der Panzerung beruhende) Diagnose gestellt hat und sich der jeweiligen Blockaden seines Patienten bewußt ist, die dem vollständigen Orgasmusreflex (= der Fähigkeit des Organismus als Einheit zu funktionieren, ganz, d.h. gesund zu sein) entgegenstehen. Daraufhin versucht er die Blockaden auf geordnete Art und Weise aufzulösen. „Geordnet“ meint hier, daß jede Blockade eine Funktion hat, die erkannt werden muß, bevor man sich daran macht sie zu beseitigen. Ansonsten kann es nämlich zu einem Desaster kommen. Man muß wissen, was man tut, bevor man einem Krüppel seine Krücke wegschlägt!
Ein neutraler Beobachter wird sich wahrscheinlich darüber wundern, daß die Interventionen des Orgonomen selten sind und zu einem Gutteil konventionell wirken, jedenfalls im Vergleich zum theatralischen Aktionismus des „Reichianischen Therapeuten“. Der eine bleibt gelassen, weil er weiß was er tut, d.h. wie er den weitgehend autonom verlaufenden Heilungsprozeß („Ganzwerdungsprozeß“) anregen und aufrechterhalten kann, der andere kompensiert seinen Amateurstatus mit hektischem, „zersplitterndem“ Engagement und – zerstört die Selbstregulation des Patienten endgültig.
Ich verweise auf die denkbar eingehende Beschreibung der Orgontherapie auf www.w-reich.de.
Das Schicksal der Orgonomie (Teil 3): Die Ausbreitung der Kunde von der Entdeckung der Orgonenergie im Lichte des ORANUR-Experiments
6. Februar 2016In seiner Schrift The Orgone Energy Accumulator von 1951 hält sich Reich unter dem Motto „Keine Propaganda ist die beste Propaganda!“ zugute, daß sich die Nachricht von der Entdeckung der kosmischen Orgonenergie zwar langsam, aber organisch verbreitet habe und deshalb nicht, nach einem kometenhaften Erfolg, genauso schnell aus der Öffentlichkeit verschwinden werde.
Reich war sehr stolz darauf, daß sich „die Entdeckung der kosmischen Orgonenergie“, d.h. einer Energie, die in Psyche und Körper des Menschen, in der Biologie ganz allgemein, in der Atmosphäre und schließlich auch jenseits des Planeten (etwa in der Formation von Galaxien) jeweils identisch zum Ausdruck kommt, sehr langsam und „organisch“ verbreitet habe, was ganz und gar ihrem organischen, „bioenergetischen“ Wesen entspräche.
Leider sollte sich „die Entdeckung“ in den Folgejahren auf eine ganz andere Art und Weise verbreiten. Der gepanzerte Mensch kennt keine organische Bewegung. Reichs Orgasmustheorie wird bei ihm zum „Rumficken“ (schnelles Stoßen, Gemeinsein), die Orgontherapie zur „Körpertherapie“ a la Alexander Lowen mit grotesken Verrenkungen und die Entdeckung des Orgons zu etwas Groteskem, über das man sich lustig macht oder dem man selbst nachgeht (etwa in Gestalt der „Orgonit“-Scheiße).
In The Orgone Energy Accumulator kommt Reichs ORANUR-Experiment und dessen Konsequenzen noch nicht vor. Genau das, was im ORANUR-Experiment geschehen ist, ist der Ausbreitung der Nachricht von der Entdeckung der kosmischen Lebensenergie widerfahren. Statt sich organisch entfalten zu können und dabei die Panzerung der Menschen sozusagen zum „Mitschwingen“ und zur Auflösung zu bringen, wie Reich noch 1949 in Äther, Gott und Teufel hoffte, kam es zu einer chaotischen Situation. Was im ORANUR-Experiment das radioaktive Kernmaterial (NR) war, war in der Ausbreitung der Entdeckung der kosmischen Lebensenergie die Emotionelle Pest (EP). Im ORANUR-Experiment verwandelte sich das gutartige, „lebendige“ Orgon (OR) durch NR in das hyperaktive, „verrückte“ ORANUR und schließlich in das abgestorbene DOR. Ihre Entsprechung finden diese toxischen Energien in dem abstoßenden Affenzirkus, der sich um das Reichsche Werk entwickelt hat. Die organische Entfaltung der Orgonomie brach sich an EP. Ich habe das auf diesem Blog oder etwa in meinen Besprechungen „Reichianischer Bücher“ zur Genüge dokumentiert.
Man muß nur ins Kino gehen oder das Radio anmachen: überall nur Knall, Bumm, Kratz, Beiß und Schock oder allenfalls eine süßliche, klebrige Sentimentalität. Für organische Entwicklung ist im kollektiven Bewußtsein kein Platz mehr. Die Wirtschaft krankt letztendlich daran, daß es weder in den Betrieben noch in der Wirtschaftspolitik Raum für notwendige organische Anpassungen und Entwicklungen gibt, vielmehr wird gegen jede Vernunft alles erzwungen und „erpreßt“. Von der Sphäre der Sexualität brauchen wir erst gar nicht sprechen. Überall triumphiert das Mechanische, Erpreßte, Gepreßte und Groteske. Das gesamte Erziehungssystem vom Kindergarten bis zur Universität scheint geradezu darauf ausgerichtet zu sein, die Menschen systematisch blind gegenüber dem Orgon zu machen.
Diskussionsforum 2011: eine Nachlese (Teil 7)
17. Dezember 2015Peter: Reich wird abgewickelt und in die Tonne getreten, als neurotischer Sonderling:
http://www.lrb.co.uk/v33/n20/adam-phillips/am-i-a-spaceman
Robert: Das Od ist ein historischer Vorläufer des Orgon gewesen und wurde im 19. Jahrhundert von von Reichenbach entdeckt:
http://www.karolinger.at/detail-reichenbach-odischmagnetischebriefe.html
Peter: Henryk M. Broder über die systematische Zerschlagung der Arbeitsdemokratie durch den Wohlfahrtsstaat:
[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=rdUuJk-nDyk%5DDie Sozialdemokratie ist eine Pest!
Darauf Robert: Wie Broder über die Armutsindustrie spricht, fiel mir wieder der Prozentsatz von 40% ein, der bei den Betroffenen ankommt. Den Rest verschlingen der Apparat und seine Profiteure.
Peter: Die Musik zu Die Funktion des Orgasmus:
[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=IO1DCE_43mY%5DIs it wrong to understand
The fear that dwells inside a man?
What’s it like to be a loon?
I liken it to a balloon
Peter 2015: Übrigens war David Bowie nur ein fader Marc Bolan-Imitator!
Robert:
Umfrage: 40 Prozent der Frauen kommen gelegentlich früher zum Orgasmus
Ein beträchtlicher Anteil der Frauen kommt gelegentlich früher zum Orgasmus als es ihnen lieb ist: 40 Prozent der befragten Frauen haben bereits einen vorzeitigen Orgasmus erlebt. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage unter 18 bis 45-Jährigen, die von einem Krankenhaus in Porto durchgeführt wurde. Für 14 Prozent trete dieser Fall sogar regelmäßig ein.
Davon leiden drei Prozent gar unter chronischen vorzeitigen Orgasmen. Diese Frauen hätten keine Kontrolle über ihre Orgasmusfunktion. Für die betroffenen Frauen ist die Fortsetzung des Geschlechtsaktes oftmals unangenehm. Das hat zur Folge, dass der Mann unbefriedigt zurück bleiben muß. Somit führt ein vorzeitiger Orgasmus bei Frauen, ähnlich wie ein verfrühter Samenerguß beim Mann, häufig zu ernsten Beziehungsproblemen.
http://www.news25.de/news.php?id=38603&title=Umfrage%3A+40+Prozent+der+Frauen+kommen+gelegentlich+fr%FCher+zum+Orgasmus&storyid=1319626687397
Peter 2015: Interessant, wie wir damals den Film Der Fall Wilhelm Reich sahen:
Jonas über den Brandauer-Film über Reich: „Am Ende seines Lebens steht der Psychiater und Grenzforscher Wilhelm Reich auf der Suche nach dem Ursprung des Lebens wegen Betrugs vor Gericht. Sein Traum, das Individuelle im Menschen zu entfesseln, macht ihn zu einem gefährlichen Gegner eines amerikanischen Systems, das nach 1945 mit allen Mitteln die Weltvorherrschaft anstrebt.“ http://www.filminstitut.at/de/the-boundary-man/
Robert: Die Schauspielerinnen sehen überhaupt nicht wie Ilse Ollendorff oder Eva Reich aus!
„Ein Flop an den Kinokassen wäre aber eine Bruchlandung für die Firma“, unterstreicht Glehr das Risiko als Produzent.
Den Flop kann ich euch Trottel schon jetzt voraussagen.
Peter 2011: Das Wilhelm Reich-Museum versucht gerade Hollywood für einen Reich-Spielfilm zu interessieren bzw. für das bereits vorliegende Drehbuch. Die Frage ist, ob die österreichische Schmonzette dieses Projekt verunmöglicht. Beispielsweise mußte Kubrick einen Holocaust-Film aufgeben, weil inzwischen Schindlers Liste erschienen war. Was mich aber wirklich aufregt: in ihrem Text behaupten die Filmemacher, Amerika hätte nach 1945 die Weltherrschaft angestrebt und Reichs Individualismus hätte da gestört. Die Wahrheit ist natürlich, daß die USA 1945 die Weltherrschaft bereits innehatte, aber halb Osteuropa freiwillig an die SU abtraten (sie hätten noch weiter nach Osten vordringen können!), die riesige Militärmacht denkbar drastisch demobilisierten, zuschauten wie China den Kommunisten anheimfiel, den Nahen Osten nicht wegen dem Öl kolonisierten, sondern stattdessen die Scheichs märchenhaft reich machten, etc.pp. Außerdem wird Reich mit den 68ern verknüpft – deren Projekte hoffnungslos diskreditiert sind. Reich wird mit einer Sache verknüpft, die dem unmittelbar bevorstehenden Untergang geweiht ist.
Jonas: Schwer zu sagen, ob der Film Erfolg haben wird.
Zumindest wird sich die Aufmerksamkeit nächstes Jahr wohl vermehrt auf Reich richten, wenn zugleich auch noch eine Übersetzung von Turners Buch kommt.
Interessant ist natürlich, mit welcher Taktik man hier versucht, Reich schmackhaft zu machen: als Kommunist und als „vom U.S.-Geheimdienst bespitzelter Emigrant“. Aurora Karrer (gespielt von Minichmayr) tritt hier als „Denunziantin“ auf. Insgesamt also, soweit man bisher absehen kann, ein recht loser Umgang mit den Fakten.
Peter: Tatsächlich: „Birgit Minichmayr [spielt Aurora Karrer = Frau Reich] tritt als Denunziantin des vom US-Geheimdienst bespitzelten Emigranten auf, während Jeanette Hain als dessen Frau Ilse vor der Kamera stehen wird.“
Dazu fällt mir nun rein gar nichts mehr ein… Bzw. ich muß meine Zunge hüten! ?&%§$!ÄxY&;!!!
O.: Keine Sorge das ist alles Kleingeld … aus gewissen Kassen. Aber interessant ist doch das nebenbei zugegeben wird, daß Reich vom „US-Geheimdienst“ bespitzelt wurde! Da hat sich doch einer ganz dumm verplappert. 🙂
O.: Nun, ich hätte wohl “My eleven years with Reich” von Baker zuerst lesen sollen, doch manchmal greife ich blind in den Bücherschrank und finde eine spannende Lektüre.
So findet sich ab Vol 19, 1/2 bis Vol. 20/1 (85/86) eine dreiteilige Serie (um Bakers Tod), in der Baker die Geschehnisse nach Reichs Tod dokumentiert und kommentiert.
Es soll mir gar nicht darum gehen für oder gegen Baker hier Position zu beziehen. Es zeigt mehr die Streitigkeiten und (von außen betrachtet sinnlosen) Auseinandersetzungen zwischen Eva Reich und Aurora Karrer, Aurora und Mary Higggins, M. Higgens und E. F. Baker, Raphael und Baker, um die Frage, wie wird Reichs geistiges Erbe weiter vertreten. Am Ende haben sich viele Personen, die hier nicht genannt werden, abgewandt und sind nur teilweise (wenn heute bekannt) eigene Wege gegangen.
Wenn unterschiedliche Personen zusammentreffen ist es schwer, eine gemeinsame Position zu finden. Als Reich nicht mehr da war, fehlte plötzlich die gemeinsame Richtung. Offensichtlich gab es nur das Testament, aber nicht einen gemeinsamen Plan, was danach passieren würde. Dennoch sind einige Dinge sehr konstruktiv und gemeinsam noch auf den Weg gebracht worden, ohne die Reich vergessen worden wäre.
Jonas: Kosmische Überlagerung in Vogelschwärmen?
http://www.achgut.tv/201111031093/
Dazu Peter: https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2015/10/07/vogelschwarme/
Peter: Die gegenwärtig „orgonomischste“ Werbung im Fernsehen:
[youtube:https://www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=v_uCeYSbwak%5DPeter: Die von mir verlinkte Seite POLITICALLY INCORRECT bringt den Eintrag Die Familie und ihre Zerstörer http://www.pi-news.net/2011/11/die-familie-und-ihre-zerstorer/
An prominenter Stelle natürlich Wilhelm Reich als einer dieser Zerstörer: http://www.dfuiz.net/kap_3/3-2/1.html
Das Problem ist, daß seit etwa 1960, d.h. mit dem Anfang der antiautoritären Gesellschaft, Reichs Bücher kontraproduktiv sind. Außerhalb der Orgonomie ist “Reich” eine Pest.
Dazu Robert: Aber auch nur, wenn man von Geschichte und Soziologie keinen blassen Schimmer hat. Die islamische Familie ist genau der Zwangsapparat, den Reich beschrieben hat. Reichs Kritik trifft exakt die autoritäre Zwangsfamilie (egal welcher Religion oder Ideologie). Einzig wer sehr kurz denkt und wenig Intelligenz hat, wird nicht merken, dass das Buch Die sexuelle Revolution sich auf andere gesellschaftliche Zustände bezieht.
Peter antwortet: Erstens die Mißverständnisse (beispielsweise Reich als „Zerstörer der Familie“), die jede Wirkungsmöglichkeit der Orgonomie hintertreiben.
Zweitens der Mißbrauch für Dinge, die Reich nie und nimmer gut geheißen hätte (beispielsweise der Vortrag auf dem Marcuse-Kongreß für den ausgerechnet Dr. Schwartzman Werbung gemacht hat).
Drittens die „Rehabilitierung“ Reichs und seine „Heimholung“ in den allgemeinen Diskurs – er wird Teil des allgemeinen Blablabla. Der ultimative Verrat an Reich!
Peter 2015: Wenn man die Veröffentlichungen und etwa die Face Book-Einträge von so manchem „Nicht-ACO-Orgonomen“ in den USA anschaut, dann leben diese Leute noch immer in der gleichen autoritären Welt, die Reich beschrieben hat, so als wären sie in eine Zeitkapsel eingeschlossen.
Robert: Hier ein Text von Eva Reich (der mir bisher unbekannt war):
http://www.dsaes.de/deutsch/reich_ichundichkom.htm
Jonas: Mein Eindruck von Eva Reich ist, daß sie in ihrem Leben viel Sinnvolles getan und ziemlich viel Unsinn geredet/geschrieben hat. Das ist mir immerhin lieber als umgekehrt 😉
Peter: Dabei muß immer ihr total zerrissenes Leben im Auge behalten werden: Tochter eines rigiden Psychoanalytikers, der plötzlich auf die Idee der Selbstregulation gekommen ist; Tochter eines militant atheistischen Kommunisten, die vom streng katholischen Kindermädchen heimlich indoktriniert wurde; danach Opfer der Kinderpsychoanalyse a la Anna Freud; als kleine Hausärztin wurde sie dann gezwungen sich mit UFOs und ähnlichem zu beschäftigen, was sie vollständig überfordert hat; danach superorthodoxe „Gralshüterin“ – die eine Heterodoxie nach der anderen unterstützt hat. Ich habe sie einmal gesehen und habe sie nicht gemocht – vielleicht wollte ich sie auch nicht mögen.
Robert: Zweimal hab ich sie bei Vorträgen live erlebt. Sie wirkte ziemlich paranoid, als sie mich als ersten Besucher reinkommen sah. Ansonsten war sie jedoch eine liebenswerte Frau, die Interessantes über Babys (auch in verschiedenen Kulturen, z.B. DDR und Japan) zu berichten wußte.
Ihre Schwester Lore wirkte auf mich nicht wie eine Psychoanalytikerin.
Beiden konnte ich anmerken, daß sie Schweres durchgemacht hatten.
Peter: Man betrachte sich die beiden folgenden Berichte:
http://www.cnsnews.com/news/article/grassley-obamas-immigration-policies-are-odds-rule-law
Der erste ist aus Amerika, der zweite aus der Schweiz. Gemeinsam ist ihnen, daß die Linke, etwa der Kommunist Obama, wirklich alles tut, um den Westen ethnisch zu säubern. In Amerika werden Grenzkontrollen verhindert, weil das „racial profiling“ gleichkomme. In die Schweiz kann eh jeder reinspazieren.
Peter: Es ist schon erstaunlich, was Menschen aus Langeweile so alles tun. Gestern habe ich ferngesehen! ZDF!! Eine Sendung über das topaktuelle Thema Hitler!!! Hitlers Familie wurde volkspädagogisch aufgearbeitet. Während des Films hatte ich das ungute Gefühl, das was fehlt. Aber erst jetzt fällt es mir ein. Es ist wirklich erschütternd, in welchem Ausmaß hier primitivste Volkspädagogik a la Goebbels betrieben wird. Wirklich das einzige, was erwähnenswert gewesen wäre, wurde mit keinem Wort auch nur angeschnitten: daß der Kerl aus einer degenerierten Inzest-Sippe stammte! Jeder Hundezüchter weiß, was Inzucht anrichtet: unberechenbar aggressive, kränkliche, psychisch gestörte Köter.
Dreimal darf der Leser raten, warum dieses Thema ausgeblendet blieb! Dabei hätte es doch volkspädagogisch so gepaßt, denn Hitler wäre derjenige, der entartet ist, und die Sache mit der „reinen Rasse“ wäre ad absurdum geführt. Aber, nein, das Volk könnte ja auf falsche Gedanken kommen.
Das heutige Deutschland ist eine Realsatire, die in vielem kaum dem „Dritten Reich“ nachsteht!
Robert: Auf der Rohstoffmesse 2011 in München haben wir am 04.11. Prof. Dr. Hans Jürgen Bocker zu seinen Ansichten über die aktuellen Ereignisse befragt.
Die Antworten überraschen nicht jedermann, allerdings spricht Prof. Bocker wie immer Klartext:
O.: Valium für OWS (occupy frankurt), es gibt eine youtube video, dass ihr unter dieser Überschrift finden könnt „Occupy Frankfurt — Demonstration und die komplette Rede von Bernd Senf“.
Ich habe es hier nicht reingestellt, damit es hier nichts verschandelt. Das Video hilft bei Schlafstörungen. Müssen diese Berliner überall rumreisen und ihren SENF dazu geben?? WHY? (answer: liberal character)
Er ist die schärfste Waffe des Establishment, da bedarf es keiner Polizei, die knüppelhart eingreift. Fast möchte auch ich begreifen, was hier im Blog mit „liberalem“ Gerede gemeint ist.
Ich zitiere hierzu Pink Floyd “Another Brick in the Wall”: We don´t need no education, we don´t need no thought control …” we don´t need you, B.S., please go back to “fachhoch-school” and give only there your lectures.
Also einfach weghören und weiter gehts!
Peter: Ein Plakat wird eingeblendet: “Kollektives Denken um Neues zu erschaffen”. Kollektives Denken?
Die ersten beiden Redner sind einfach nur Wichtigtuer und Demagogen. Senf redet wie immer klug, didaktisch und logisch. Aber worauf läuft das ganze heraus? Die Gläubiger sind die Bösewichter. Nicht etwa Griechenland, daß seinen aufgeblähten Staatsapparat immer weiter wuchern ließ, sondern die Banken. Ich möchte mal den Aufschrei hören, wenn sich die Banken geweigert hätten, griechische Staatsanleihen zu kaufen! Und wenn sich Leute überschulden, sind nicht sie selbst verantwortlich, sondern der „Konsumterror“. Ihnen wurden „Kredite aufgeschwatzt“.
Es ist nie von Eigenverantwortung die Rede, sondern immer vom „System“, dessen Opfer man doch sei. Die Lösung? „Kollektives Denken um Neues zu erschaffen“.
Sebastian: Hm, die letzten Posts waren nur Meckereien von mir. Das ist mir unangenehm, weil ich den Blog richtig gut finde. Ich lerne hier sehr viel. Gerade die letzten Blogeinträge, die Kommentare und ein paar Diskussionsbeiträge gefallen mir sehr (z.B. der mit den Vogelschwärmen, wunderschön!).
Aber das geht jetzt wieder gar nicht!
Wenn das System (Struktur) schuld ist, können nicht die Gläubiger (Personengruppe) schuld sein. Irgendetwas haben Sie da falsch verstanden.
Sie wissen vermutlich, daß jeder Staat der Welt hoffnungslos überschuldet ist, einschließlich Deutschland? Jedes Unternehmen wäre bei solchen Haushalten als bankrott anzusehen. Keine Bank würde einem Unternehmen, das seine Schulden mit neuen Schulden bezahlt, dauerhaft Kredit gewähren, was zu seiner Zahlungsunfähigkeit führen würde. Anders bei Staaten. Sie haben durch Steuern Zugriff auf das Finanzguthaben ihrer Untertanen. Außerdem müssen sie nicht wie Unternehmen bilanzieren.
Bei Griechenland stockt der Fluß an Steuergeldern, um die Zinsen zu bezahlen. Das ist der einzige Grund, warum sie zahlungsunfähig sind – nicht weil sie „verantwortungslos“ einen Haufen Schulden gemacht haben. Da unterscheiden sie sich nicht von jedem anderem Staat. Das exponentielle Auftürmen von Schulden ist eine Zwangsläufigkeit, solange man Sparguthaben hat, die verzinst werden. Wer ist daran „schuld“? Niemand! Es ist einfach die Struktur eines Kredits bzw. von Sparguthaben, das verzinst wird. Früher oder später geht sowieso jeder Staat bankrott, was man auch historisch weiß. Es ist genauso eine systemische Zwangsläufigkeit.
Stellen wir uns die „Wahlmöglichkeit“ von Politikern vor. Entweder Schulden machen, so dass alles weiterläuft wie bisher, oder keine Schulden machen und eine tiefe Depression mit Massenelend in Kauf nehmen. Ist das eine Wahlmöglichkeit? Wie kann man hier von Eigenverantwortung sprechen? Das Problem ist doch gerade das, was dieses System charakterisiert: Die Alternativlosigkeit.
Sebastian weiter: Alles klar! 🙂 Außer, daß der Staat die Menschen selbst sind. Er ist eine Minderheit von Menschen. Die, die über alles entscheiden, sind eine Minderheit von der Minderheit, die größtenteils, wenn es nicht gerade um Verfassungsänderungen geht, von einer Minderheit gewählt/legitimiert ist.
Was Senf betrifft, stellt er sich eine Reform des Finanzsystems in Form einer Monetative vor. http://www.monetative.de/
Im Gegensatz dazu sehe ich das Problem nicht im Zins. Er ist Begleiterscheinung, sobald es Eigentum iSd bürgerlichen Rechts gibt. Um der Sache auf den Grund zu gehen, empfehle ich einfach mal das Buch Eigentum, Zins und Geld von Heinsohn/Steiger. Das sind konservative Wirtschaftswissenschaftler, die das derzeitige System für das Beste halten, was es im Moment gibt. Das Buch beinhaltet 500 Seiten Sprengstoff, um ein grundsätzliches Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge zu bekommen, u.a. eine radikale Kritik am Sozialismus. 😉 Ich denke man verschwendet damit nicht seine Zeit, auch wenn menschliches Handeln ziemlich kurz kommt. Ökonomie ist eben mehr als die Freiheitskrämerei, die wir von Wirtschaftspolitikern zu hören bekommen.
Was real mögliche Alternativen betrifft, sehe ich Selbstversorgung und kleine Solidargemeinschaften als einen guten Anfang an. Ich denke unten bei sich selbst anfangen, ist erfolgversprechender als etwas von oben zu erwarten, was ja leider gerade in Deutschland extrem ausgeprägt ist. Man erwartet „Reformen“ von Oben und B. Senf befriedigt das. ;-(
Die Eigenverantwortung ist in diesen Gemeinschaften maximal. Sie funktionieren also nur mit extrem hohen Idealen (Zwangsmoral) oder sexualökonomischer Selbststeuerung. Ich habe solch eine Gemeinschaft (Ökodorf) besucht. Mir sind (selbstverständlich) vor allem Idealisten begegnet. MMn sind diese Projekte aber fortschrittlicher als jede beknackte „Reform“ von Oben.
Peter: Ich weiß, daß ich hier als Laie auf sehr dünnem Eis herumstampfe, aber „Geldschöpfung in öffentlicher Hand“ – wenn ich allein schon an die Landesbanken denke, dann träufelt bei mir der Angstschweiß. Noch mehr Regulierung als ohnehin schon? Hayek hat vorgeschlagen, „gesetzliche Zahlungsmittel“ ganz abzuschaffen und welches Geld sich durchsetzt, solle der Markt entscheiden. In Krisenzeiten wird das immer Gold und Silber sein! Ist es nicht vollständig absurd, daß sich Politiker mit Wirtschaftsfragen beschäftigen?!
Peter über Obama: Hier http://www.humanevents.com/article.php?id=47438 ein weiterer Beleg dafür, daß Obama Antichrist nichts weiter als ein pestilenter Haufen Scheiße ist. Es geht darum, daß er ausschließlich durch die sexuelle Diffamierung seiner Konkurrenten und Gegner an die Macht gekommen ist – und daß er jetzt mit den gleichen Mitteln versucht an der Macht zu bleiben. Wenn der Begriff „Emotionelle Pest“ überhaupt irgendeinen Sinn macht, dann hier!
O.: Die Maske ist wohl ganz runtergelassen worden, er sieht ja eben doch aus wie Bin Laden.
Von Osbama habe ich mich auch blenden lassen, hätte mich schon mißtrauisch machen müssen, daß der andere seinen Platz so friedlich geräumt hat.
Robert über Saharasia: 80 Millionen Opfer: Die Eroberung Indiens durch arabische Muslime mündete im größten Genozid der Weltgeschichte: http://www.islam-deutschland.info/forum/viewtopic.php?t=10099&sid=4288f0fed15cfbb4db1ebe9e560b310b
Peter: Hinzu kommt, daß die Araber den Indern ihr „Kolonialreich“ genommen haben: Malaysia, Indonesien – das könnte heute noch alles so sein wie Bali. Es ist schlichtweg unfaßbar, was Mohammed der Menschheit gekostet hat.
Robert: Ein Tag bevor ich den Artikel las, erzählte mir ein Freund von einer Arte-Sendung über die Kreuzzüge. Dabei wurde behauptet, erst die Kreuzritter hätten mit den Greueltaten angefangen. Zum Glück konnte ich ihn dann mittels des Artikels aufklären.
Solche Arte-Lügen sind typisch für das westliche Establishment.
Robert: Linke wie Jürgen Elsässer oder der Macher von Schall&Rauch schreiben immer von der Religionsfreiheit im Iran, weil dort Juden im Parlament sind.
Hier ein Bericht von anderen religiösen Minderheiten, die nicht als Buchreligionen im Koran genannt werden: http://de.europenews.dk/Iran-Wie-die-Islamische-Republik-mit-religioesen-Minderheiten-umgeht-108937.html
Peter: Ich glaube, die Zoroastrier sind ausdrücklich als „Buchreligion“ anerkannt. Freiwild sind Naturreligionen, deren Anhänger als Tiere betrachtet werden (Moslems behandeln beispielsweise in Dänemark Eskimos entsprechend), Polytheisten (etwa Hindus, die als Teufelsanbeter betrachtet werden) und natürlich postkoranische Religionen, insbesondere die Bahai (die als abtrünnige Ketzer betrachtet werden).
http://www.politikforen.net/showthread.php?64866-Rassismus-der-keinen-quot-Antirassisten-quot-st%F6rt!-Umsiedlungen-wegen-Moslemterror
Robert: Nacktbild treibt Orks in den Wahnsinn:
Peter: Das mechanistische Selbstempfinden des heutigen Menschen:
[youtube:https://youtu.be/y6ItD32BQLE%5DPeter: Hier wird sehr schön die Verblödung des deutschen Volkes durch die Schundmedien beschrieben:
Das infame deutsche „Nachrichtenmagazin“ Spiegel meldet online, „selbst liberale Kräfte in Agypten rückten von ihr ab“.
Von geforderter Schariastrafe steht da nichts, das alles wird dort wie folgt verharmlost: „Manche haben gedroht, uns zu verklagen und die Polizei zu informieren.“
Das ist ein Kommentar zu folgendem seriösen und sexualökonomisch korrekten Beitrag:
http://parseundparse.wordpress.com/2011/11/18/die-hochste-gesetzliche-strafe-der-scharia-fur-alia-majida-al-mahdi/
Es lebe der freie Iran, es lebe das freie Ägypten, es lebe das freie DEUTSCHLAND!
Peter: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,798906,00.html
Es wäre ein toller Traum, wenn die Sexuelle Revolution den Islam-Faschismus erschüttert.
Peter: http://tangsir2569.wordpress.com/2011/11/20/heldin-des-counterjihad-alia-majida-al-mahdi/
Peter: Organhandel mit Schwarzafrikanern in Ägypten:
http://nachrichten.t-online.de/sinai-halbinsel-beduinen-rauben-fluechtlingen-die-organe/id_51615082/index
Ganz ähnlich ist früher der mohammedanische Handel mit kastrierten schwarzafrikanischen Sklaven abgelaufen.
Robert: Andy Kahn performs his annual fundraiser for the Wilhelm Reich Museum at Orgonon in Rangeley, Maine. This July 14, 2010 excerpt from Andy’s piano solo concert features Cole Porter’s classic “At Long Last Love”
[youtube:https://youtu.be/emcr1Awj2B0%5DPianist, songwriter, record producer Andy Kahn performs in a fundraiser to benefit the Wilhelm Reich Museum at Orgonon in Rangeley, Maine on July 11, 2009. Andy’s huge repertoire includes this Cole Porter classic “Everytime We Say Goodbye”
[youtube:https://youtu.be/tyqWUTsfWzY%5DPeter 2015: Vor kurzem hat Kahn nach 37 Jahren seinen Freund geheiratet.
Robert: Chuck Kelley’s Rendition of The St. James Infirmary Blues
On the occasion of his 80th birthday celebration, Chuck sings his favorite blues song!
The late Dr. Charles R. Kelley learned body psychotherapy directly form the great Wilhelm Reich. Kelley later adapted what he had learned to create his own system of Radix® Education in Feeling and Purpose.
Peter 2015: Kelley löste sich Mitte der 1960er von den Orgonomen, u.a. da er deren Umgang mit Alexander Lowen nicht gutheißen konnte. Das Problem war, daß Lowen als bloßer praktischer Arzt keine Ahnung von Psychiatrie hatte, ähnlich wie Kelley, der als Psychologe sich auf Ergonomie spezialisiert hatte, also die bedienerfreundliche Ausstattung von Arbeitsplätzen, Konsolen, etc. Zuvor war Lowen Gymnastiklehrer gewesen und hatte nur Zugang zur Körpersprache, nicht jedoch zur Gefühlssprache des Körpers, das, was Reich als „Ausdruckssprache des Lebendigen“ bezeichnet hat. Diese „Therapien“ sind ein kontaktloses Unterfangen, das nirgends hinführt und sogar Schaden anrichten kann.
Robert: Journey to Orgonon
A docudrama based on the mythic life of Wilhelm Reich
(mit einigen Aufnahmen von Orgonon)
Robert: http://www.wilhelmreichtrust.org/orgone_energy_bulletin.html
O.: An einem Novembertag wie diesen, wo der Todeszug „Castor“ wieder in Europa rollt und weite Gebiete mit Oranur überzieht, uns dehydriert – Wasser und Orgon entzieht – und wir das Verbrechen gegen unsere Gesundheit erdulden müssen, Wetter und Gesundheit geschädigt, manipuliert und dem DOR-Prozeß zugeführt werden. An dem Tag von dem der Tod in unsere Häuser ziehen wird, schwache und von Krankheit geschwächte Menschen – infolge diesen Tages – sterben können, Krankheiten ausgelöst werden, unsere Köpfe vom Schmerz gepeinigt sein mögen und ohne daß jemand die Verantwortung hierfür übernehmen möchte – an diesem Tag setze ich dem etwas entgegen in Erinnerung nicht an …
[youtube:https://youtu.be/eiUAuVfmfoY%5DRobert:
[youtube:https://youtu.be/rU3wNgrxLwc%5DRobert:
[youtube:https://youtu.be/h29pYhReZPg%5DPeter: Man schaue sich mal den Anfang folgenden Videos an. So beginnen alle Beiträge der „Kommunistischen Initiative“! Die Heroen der Kommunisten heute sind die Vertreter Saharasias. Mullahs und Stalinisten!
[youtube:https://youtu.be/x6SlBjLxEvI%5DDiskussionsforum 2011: eine Nachlese (Teil 1)
30. August 2015Am 13. März 2011 wurde auf BBC Radio 3 folgende Sendung über Reich gebracht:
http://www.bbc.co.uk/programmes/b00zddlm
Außerdem verwies ich auf den „orgonomischen“ Regisseur Jon East, der ein vierteiliges Drama über Summerhill gedreht hat, die man hier sehen kann:
https://vimeo.com/channels/194093
Robert machte auf zwei Nachrufe, einer zu Alexander Lowen von David Boadella, einer zu Eva Reich von ihrer Tochter Renata aufmerksam:
http://www.traumaheilung.ch/Literatur/literatur.html
Darauf merkte ich an, daß Boadella ein schlimmer Wirrkopf war. Zitat Boadella: „Wohingegen die späten Vegetotherapeuten den Charakter vernachlässigten, hat Lowen die ‚somatische‘ Analyse in seinen therapeutischen Ansatz zurückgebracht. Lowen glaubte sehr an den Wert der emotionalen Katharsis, die Entladung von starken Energien der muskulären Panzerung.“ (sic!)
Des weiteren verwies Robert auf folgendes „ohne Kommentar“: Reichian Growth Work. Melting the Blocks to Life and Love
http://homepage.ntlworld.com/n.totton/reichintro.htm
O. wies auf Wilhelm Reich, das Schreiben, meine Neurose und ich von Jan Decker hin, der wie folgt anfängt:
Das Schreiben entspringt einem neurotischen Bedürfnis, daran besteht gar kein Zweifel. Wer völlig ausgeglichen durch die Welt geht − und das ist doch ein wünschenswerter Zustand − wird nicht zu Papier und Feder greifen, um seine inneren Konflikte auszugleichen. Daß Schreiben heute im Kontext einer für neurotische Zustände anfälligen Gesellschaft stattfindet, macht das Schreibbedürfnis nicht schlechter oder besser. Es richtet sich nicht primär nach der jeweiligen Gesellschaft, in der es stattfindet, eher sucht es in jeder Gesellschaft seine eigenen kanalisierten Wege. Einen Roman der Finanzkrise wird es solange nicht geben, bis ein Schriftsteller sich an diesem Stoff entzündet − und das ist keine Frage der Wahrscheinlichkeit, sondern eher der Unwahrscheinlichkeit.
Klicke, um auf jan-decker-wilhelm-reich-das-schreiben-meine-neurose-und-ich.pdf zuzugreifen
Dazu Peters Kommentar 2015: Diese Leute mögen sich noch so sehr auf Reich berufen, letztendlich sind es doch Freudianer. Alles wird bei ihnen zu einer Kompensation, Reaktionsbildung, Sublimierung, Ersatzhandlung, d.h. Ausdruck der Panzerung. Beispielsweise das Schreiben ist nie einfach nur Ausdruck der Lebensenergie. Offenbar ist für sie der ungepanzerte Mensch nur ein sich lustvoll räkelndes Tier. Das ist die Freudsche unversöhnliche Trennung von Kultur und Natur in einem anderen Gewande.
Robert machte auf folgende Quelle von pdf-Dateien von Reichs Arbeiten aufmerksam:
http://ebookbrowse.com/search/wilhelm-reich
Ich auf das Archiv von Aurora Karrer:
Robert zitierte auch Joseph Wortis: Meine Analyse bei Freud, Verlag Integrative Psychiatrie, Innsbruck, Wien 1994:
14. Dezember 1934: [Joseph Wortis] „Von dem, was ich beobachtet habe“, sagte ich, „scheinen es genau die Menschen zu sein, die ihren Trieben freien Lauf lassen, die dann am freundlichsten und am besten gelaunt sind. Diejenigen, die sich zuviel einschränken, werden mürrisch und verbittert; mir scheint, die unglücklichen Leute sind die gefährlichsten.“
[Sigmund Freud] „Eine berechtigte Behauptung“, erwiderte Freud. „Das ist auch wahr. Es hängt vom Grad und der Qualität ab. Alles mit Maß. Das haben sie offensichtlich auch in Rußland entdeckt. Zuerst wurde alles frei und hemmungslos, aber dann stellte sich heraus, daß es nicht funktionierte. Ein Analytiker namens Wilhelm Reich ging nach Rußland, unterrichtete dort und erzählte soviel von Promiskuität, daß sie ihn schließlich aufforderten zu gehen“. (p. 101)
31. Januar 1935: [Sigmund Freud] „Der kommunistische Preis für intellektuelle Freiheit ist zu hoch. Kommunismus bedeutet intellektuelle Diktatur, und er ist nicht mit der Psychoanalyse vereinbar, weil er zu dogmatisch ist. Reich, ein talentierter Psychoanalytiker, muß wahrscheinlich die psychoanalytische Bewegung verlassen, weil er Kommunist wurde und seine Ansichten änderte. Er glaubt beispielsweise, daß der Aggressionstrieb und die sexuellen Probleme Produkte des Klassenkampfes sind anstatt angeborene biologische Triebe”. (p. 156)
Robert kommentierte: Zu Freuds Bemerkung ist anzumerken, daß Reich zu dieser Zeit auf Wunsch Freuds schon ein Jahr vorher aus der I.P.Vereinigung ausgeschlossen worden war. Womöglich hoffte er, Reich würde seine ‘Fehler’ einsehen und wieder zurück zur Psychoanalyse kommen.
Peter ergänzt 2015, daß Reich am 17. Februar 1955 an Neill über Wortis‘ Fragments of an Analysis with Freud schrieb: „Er ist ein geschickt manipulierter Helfershelfe der amerikanischen rotfaschistischen Verschwörer. Ich glaube nicht, daß Freud jemals so etwas zu ihm gesagt hat. Das Zeugs wurde von Moskauer Gangstern, die mich fürchten, in seinen Text geschleust.“
Robert: Aus der Reihe „Ehemalige Schüler und Studenten Reichs“: Zitat aus dem Buch: Friedrich Stadler (Hg.): Vertriebene Vernunft I. Emigration und Exil österreichischer Wissenschaft 1930-1940. Reihe: Emigration – Exil – Kontinuität. Schriften zur zeitgeschichtlichen Kultur- und Wissenschaftsforschung, Bd. 1, 2. Auflage, 2004:
Stella Klein-Löw, geb. Herzig, wurde 1904 in Przemysl in Galizien geboren. Sie studierte klassische und moderne Philologie und Psychologie an der Universität Wien. Zu ihren Lehrern zählten Karl und Charlotte Bühler und Wilhelm Reich. Sie war Mitglied des Verbandes der sozialistischen Studenten und ab 1922 auch Mitglied der Sozialdemokratischen Partei. Von 1933 bis 1939 unterrichtete sie an einem jüdischen Privatgymnasium mit Öffentlichkeitsrecht. Als Jüdin und Sozialistin hatte sie keine Chancen auf eine andere Stelle. 1939 erhielt sie eine Einreisebewilligung als Hausgehilfin nach Großbritannien […]
Ich habe von James DeMeos Orgone Biophysical Research Laboratory verlinkt:
1.) Experimental Confirmation of the Reich Orgone Accumulator Thermal Anomaly. Subtle Energies, Vol. 20, No. 3, pp. 17-32
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Abstract: Experimentelle Untersuchungen wurden vom Autor durchgeführt hinsichtlich der thermische Anomalie (To-T) innerhalb des Orgonenergie-Akkumulators (ORAC). Ein Phänomen, das zunächst von Dr. Wilhelm Reich beobachtet wurde, der das ORAC-Gerät erfunden hat. Diese thermische Anomalie entsteht, Reichs Theorie zufolge, durch das dünne, sich pulsierend bewegende Orgonenergie-Kontinuum, das innerhalb der ORAC konzentriert ist und durch Reibung eine thermische Erwärmung der Luft erzeugt. Die experimentellen Beweise, die hinter Reichs Theorie und Behauptungen stehen, werden behandelt und auf ähnliche Konzepte in den modernen Wissenschaften verwiesen. Die Orgonenergie entspricht in vieler Hinsicht dem älteren kosmischen Lichtäther, da es den gesamten Raum erfüllt, es erfüllt aber auch die Rolle einer atmosphärischen-biologische Lebensenergie, da sie pulsiert und erregbar ist und lebendes Gewebe auflädt. Im To-T-Experiment wurde die Lufttemperatur im oberen Teil eines 10 cm großen kubischen ORAC gemessen und mit der Temperatur innerhalb einer thermisch ausgewogen aber nicht orgon-ansammelden Kontrolle verglichen, gemäß den Protokollen Reichs. Außerordentliche Mühen wurden bei der Konstruktion des Gerätes und bei Kontrollverfahren aufgewandt, mit einer Instrumentierung, die bis auf ~0.002 °C kalibriert wurde. Das Experiment wurde in einem gut belüfteten, aber völlig abgeschatteten im Freien stehenden thermischen Unterstand vorgenommen, der speziell für die Auswertungen konstruiert wurde. Unter optimalen Bedingungen für das Funktionieren des ORAC (d.h. niedrige Luftfeuchtigkeit, schwacher oder kein Wind, klarer Himmel) wurde eine zyklische positive thermische Anomalie systematisch festgestellt, mit einem Durchschnitt von +0,13 °C Unterschied in zwei 10-Tage dauernden experimentellen Läufen, die hier vorgestellt werden mit Maxima von täglich etwa +0,5° C wärmer als die Kontrolle und Minima bei etwa –0.1 °C. Die Experimente bestätigten Reichs Behauptungen von einer leichten spontanen Erwärmung innerhalb des ORAC, der keine bekannte Energiequelle hat, wenn man von klassischen auf dem „leeren Raum“ beruhenden Bewertungsmaßstäben ausgeht.
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2.) Following the Red Thread of Wilhelm Reich: A Personal Adventure. Edge Science 5, October-December 2010, p. 11-16.
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Ich las Dr. Wilhelm Reichs Buch Ausgewählte Schriften, als ich noch ein Bachelor-Student war, und fand es spannend und atemberaubend. Ich konnte es kaum weglegen. Das Buch skizziert eine ganze Reihe von neuen Entdeckungen, von der Biologie der Sexualität bis hin zu Emotionen und Krebs und somit zur Biophysik, atmosphärische Wissenschaft und Kosmologie. Mit Erstaunen erfuhr ich, daß seine Bücher verboten und verbrannt worden waren, zuerst in Europa, dann später durch die US Food and Drug Administration, die auch Reichs Tod im Gefängnis bewerkstelligt hat. Dies verstärkte nur meine Neugier. Nur Wissenschaftler von historischer Bedeutung erlitten solch ein Schicksal. Seine Wissenschaft von der Lebensenergie, die er als Orgonomie bezeichnete – nach der Orgonenergie, die er entdeckt hatte – bot derartig viele hoffnungsvolle Entwicklungen für eine leidende Menschheit. Ich konnte nicht einfach ruhegeben, ohne zu wissen, ob es wahr war oder nicht. Und so folgte ich dem roten Faden, den Reich wie im Mythos von Ariadne im Labyrinth hinterlassen hatte, wohin er auch führen würde. …
Im Diskussionsforum wurde auch die „offizielle Stellungnahme der Wilhelm Reich Gesellschaft vom 30.4.1995“ erneut diskutiert. Sie lautete:
Die WRG maßt sich weder eine Alleininterpretationsherrschaft zu den Forschungen und Arbeiten von Wilhelm Reich an, noch wird sie sich gegen wissenschaftlich notwendige Korrekturen stellen … Wir interpretieren den Orgonbegriff Reichs als universelles Lebens- und Liebesprinzip … Während Reichs Erkenntnisse auf biologischen, medizinischen und therapeutischen Gebiet eine zunehmende Evidenz und Bedeutung zukommt, sind Reichs quantitative Formeln als physikalische Definitionen nicht haltbar. Die Begriffe Orgonspannung und Orgonenergie bedürfen einer Korrektur und Neudefinition.
Dazu O.: Eine solche Aussage der WRG wurde meines Wissens nicht zurückgenommen und zeigt eine, wie ich meine, bedenkliche Grundhaltung der WR-Szene. Damit ist das Orgon sicher nicht abgeschafft worden, doch die physikalische Existenz einer Orgonenergie wird hier von der WRG bestritten, ohne eigene Experimente durchgeführt zu haben (…).
Peter kommentierte: Ein vages „Lebensprinzip“ wurde von allen möglichen Leuten „anerkannt“ und auch „genutzt“. Das reicht von „Tantrikern“, über „Shaolin-Mönche“ bis hin zum „Ahnenerbe der SS“. Das besondere an der Entdeckung des Orgons ist seine Greifbarkeit, seine „Unmittelbarkeit“ – sie zwingt den Körper mitzuschwingen, mitzupulsieren, sich hinzugeben. Die besagten „Leute“ hingegen, halten die Lebensenergie sozusagen auf Distanz und reduzieren sie auf möglichst statische Teilfunktionen, etwa „Erstrahlung“. Der Unterschied wird insbesondere am okularen Segment deutlich: während die besagten „Leute“ typischerweise einen verschleierten Blick haben und in einer „zweidimensionalen“, „flachen“ Welt leben, weitet sich bei korrekt durchgeführter Orgontherapie parallel zum wachsenden Kontakt mit der organismischen Orgonenergie und aufkommenden Strömungsempfindungen das okulare Segment und man beginnt genuin dreidimensional zu sehen.
Peter schrieb damals im Diskussionsforum: Neulich habe ich buchstäblich mit offenem Mund vor dem PC gesessen, als ich das von Dorothea Fuckert las – die Quelle ist heute, 2015, aus dem Netz verschwunden:
Heilung ist Entfaltung unserer vielschichtigen Gesamtheit und göttlichen Natur. Denn hinter den Körpersymptomen, emotionalen Beschwerden und negativen Gedanken schlummert ein riesiges Potential, das auf seine Entfaltung wartet. Dies ist als Evolutionsweg im menschlichen Bewußtsein angelegt. Es ist die Göttlichkeit in jedem Einzelnen, denn wurden wir nicht nach göttlichem Ebenbild erschaffen? Diese Annahme wird dadurch belegt, daß wir bisher nur 15% unserer Gehirnfunktionen kennen und nutzen. Das heißt, unser IQ liegt bei 15%, und unser begrenzter Verstand kann noch nicht erfassen, was 100% bedeuten würde. Diese Tatsache ist kein bedeutungsloser Zufall der Natur, sondern besagt, daß noch 85% zu erkennen und zu entwickeln sind. Wo liegt dieses Potential, wie sieht es aus und welches sind die Schlüssel, um es zu erschließen? In unseren 7 feinstofflichen Hauptchakras (Energietransformatoren) sind jeweils 12 unterschiedliche Ressourcen, Qualitäten und Energien eingebettet und warten auf ihre vollständige Aktivierung. Diese 84 Ressourcen können aus den energetischen Verdichtungen der entsprechenden Körperbereiche gelöst und als göttliche Qualitäten gelebt werden. Das letztendliche Ziel dieses Entwicklungsweges ist Liebe als die universale Schöpfungs- und Heilungskraft. Das Seminar bietet gleichzeitig einen Überblick an über die Ausbildung „Chakra-Heilung und Einweihungsweg nach St. Germain“
Ja wirklich: der Graf von Saint Germain! Auf den Unsinn mit den „Gehirnfunktionen“ will ich gar nicht erst eingehen. https://de.wikipedia.org/wiki/Zehn-Prozent-Mythos
O.: Fuckerts rechtfertigen ihren Esoteriktrip wie folgt: ” …Unsere Behandlungsangebote entwickelten sich mit unserer eigenen Entwicklung. Nicht zuletzt wäre auch Reich nicht auf dem damaligen Stand stehen geblieben, sondern hätte ganz sicher seine energetische Forschung und Therapiemethode weiterentwickelt. Er gelangte in den letzten Jahren vor seinem Tod in spirituelle, kosmische Bereiche und wäre wohl dort auch weitergegangen.” http://www.fuckert.de/wilhelm-reich-institut/uber-unser-institut
Warum dann noch mal auf Reich sich beziehen? Fällt der Abschied so schwer? Hr. Dr. Fuckert tritt aus dem Schatten seiner Frau und gibt sich die Ehre mit der Mischung Homöopathie und Reich. Ich hoffe er versteht wenigstens von einer Sache etwas und kann es auch verständlich erklären, ansonsten bleibt es bei einer geschüttelten homöopathischen Dosis über Reich. Es ist völlig unverständlich, warum nach dem Achtziger Artikel über die Wundheilungen, nichts mehr wesentliches folgte. (s. Müschenich & Gebauer 1986) Die Fuckerts wollen nun – so angekündigt, die „Reichsche Forschung“ verlassen. – Thanks for leaving this Sector!
Peter 2015: Zu Homöopathie und Orgonomie siehe meinen Beitrag Buchbesprechung: LEBENSKRAFT UND KRANKHEITSDYNAMIK von Manfred Fuckert .
Peter: Sie ist Mitglied beim Institute for Orgonomic Science (IOS) und veröffentlicht in deren Annals. Dazu mein folgender Eintrag 2011: Herskowitz war, als letzter Schüler Reichs, diesem bis zu seinem Tod treu. Danach ist er (neben Duval) der einzige amerikanische Orgonom der alten Garde gewesen, der Baker treu geblieben ist. Nach dessen Tod wechselte er zum IOS, das zuvor einige Orgonomen (darunter Bakers Sohn) gegründet hatten, weil sie glaubten, daß mit Baker das passiert sei, was allen alten Leuten früher oder später widerfährt: als erstes geht die Urteilskraft flöten. Ob das bei Baker der Fall war, ist fraglich. (Es ging darum, ob man Millionen in eine Zentrale im ultrateuren, aber prestigeträchtigen Princeton stecken sollte. Um irgendwelche theoretischen Fragen ging es – jedenfalls zunächst – nicht.) Ich fürchte jedoch, daß das mit dem Verlust der Urteilskraft auf Herskowitz definitiv zutrifft. Es gibt aber m.W. nicht auch nur den kleinsten Hinweis darauf, daß Herskowitz zum Mystiker geworden wäre oder sonst irgendwas vertreten würde, was… ähhhh – daneben ist.
Robert passend zum Thema: Es wird langsam immer wahnsinniger:
http://www.orgoniseafrica.com/
http://cropfm.at/mp3/sendung_orgonise.mp3In Indien nennt man es Prana, in China Chi, in der westlichen Welt beschäftigte sich die Physik bis Anfang des vorigen Jahrhunderts mit dem so genannten Äther-Medium und Wilhelm Reich prägte schließlich den Begriff des Orgon. Gemeint ist immer ein sehr ähnliches Konzept einer universellen Lebensenergie, die alles durchdringt und aus der alles in gewisser Weise bestehen soll. Gast der Sendung ist der in Südafrika lebende Deutsche Georg Ritschl, der im Rahmen des Projekts „Orgonise Africa“ seit dem Jahr 2002 praktische Ansätze zur Energetisierung der Umwelt verfolgt und bereits ca. 20 000 kleinere Orgon-Akkumulatoren, sowie ca. 60 Orgonit-Cloudbuster in Süd- und Ostafrika installiert hat.
O. verwies auf:
[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=S1hpmqB9KGE%5Dund ich verwies auf:
[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=FzWOwwNX6Rk%5DUnd dann ist da natürlich Steven Katz, zu dessen Helden, seiner Face Book-Seite zufolge, u.a. Reagan und Che Guevara gehören. Er hatte 2011 das Buch Wilhelm Reich – Liberation Theologian of Cosmic Energy veröffentlicht. http://skatz.magcloud.com/
Diese Arbeit untersucht die spirituellen Implikationen der letzten Jahre des Erfinders, Wissenschaftlers und Philosophen, Dr. Wilhelm Reich. Neue Fakten werden über Dr. Reichs UFO-Kontakte und seine Entdeckung eines metaphysischen Portals während des Oranur-Experiments enthüllt. Dies sind die geheimen und unterdrückten Beweise für Reichs Durchbruch in das Okkulte.
Peter 2011: Das Buch enthält beispielsweise Angriffe auf Elsworth Baker und Paul Mathews. Und so einen „mystisch-kommunistischen“ schizophrenen Schrott wie: „Insbesondere verglich sich Reich mit Martin Luther, als er sich dem abgekarteten Spiel der kapitalistischen Justiz entgegenstellte, der er ausgesetzt war wegen dem Versand von Orgonenergie-Akkumulatoren über inneramerikanische Staatsgrenzen hinweg (um den Organismus mit revolutionärer Energie biologisch aufzuladen).” Mein Gott, das ist ja schlimmer als das Buch über das „Orgasmotron“ von Christopher Turner! Nur ein weiteres Beispiel: “Eden, Jerome, Planet in Trouble. The UFO Assault On Earth (Careywood, ID, Jerome Eden Co., 1973) (Diese Arbeit beschreibt feindliche Formen von UFOs. Diese Raumschiffe stehen im Bündnis mit den Kapitalisten, um die Bevölkerung in Angst zu versetzen und zu verhindern, daß Menschen Kontakt mit den kommunistischen extraterrestrischen Raumschiffen aufzunehmen.)” sic!
Klaus ergänzt Diskussionsforum 2010: eine Nachlese (Teil 3): Habe nun dieses ‘Rotorgon’ gebaut (wie schlecht auch immer): Scheint sich nur zu bewegen, wenn es oben und an der offenen Seite nicht abgedeckt ist – spricht dafür, daß da nur Luftbewegungen am Werk sind. Wie schade.
[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=DhDBdIwGU3U%5DMartin (Regensburg) merkt an:
Man sollte keinesfalls glauben, daß die Wissenschaft per se eine honorige Angelegenheit ist. Auch in dieser Sparte wird oft mehr vertuscht als aufgeklärt; das Interesse der Macht gebietet sogar kategorisch, dem Volk zuviel wissen zu lassen.
Im 19.Jahrhundert wurde von Gauß und seinen Schülern in Göttingen die moderne Physik revolutioniert durch geniale Versuche. Der Arzt und Mathematiker Helmholtz wurde als Gegenpol in Berlin installiert und massiv gefördert. Auf diese Weise wurden die stringenten praktischen Untersuchungen der Göppinger durch mathematisch-metaphysische Konstrukte ersetzt. Man wird eines Tages einsehen müssen, daß der Stillstand in der Physik mit Einstein zementiert wurde. Seither gibt es keine vorurteilsfreie Forschung mehr, Urknall und E = mc² verhindern die freie Sicht.
Ein genialer Schüler von Gauß, sein Nachfolger Weber, fuhr kurz nach Faradays Tod nach London, um dessen hinterlassene Aufzeichnungen durchzusehen. Enttäuscht fuhr er zurück, denn es war fast alles auf mysteriöse Weise verschwunden. Natürlich werden diese Zusammenhänge von den Physikern bestritten, aber leider ist nichts schwerer aus den Köpfen zu bekommen, wie ein über lange Jahre angelerntes Vorurteil. Was würde geschehen, falls tatsächlich ein genialer Kopf den „Äther“ als Energiequelle anzapfen könnte? Über Nacht verlören die Mächtigen ihre Macht, weil jeder Bürger von den ihn versklavenden Energielieferungen frei wäre. Der Tod von Reich im Gefängnis wird unaufgeklärt bleiben und seine Aufzeichnungen aus dieser Zeit sind verschwunden.
Peter 2015: Nun ja, der deutlich vorgealterte Reich war zweifellos seit mindestens Anfang der 1950er Jahre schwer herzkrank. Selbst wenn er sich hätte konventionell behandeln lassen, konnte man solchen Patienten zur damaligen Zeit kaum helfen. Seine letzten Manuskripte sind tatsächlich verschwunden. Ob sie mehr enthalten haben als Contact with Space?
James DeMeos Buch über den Orgonenergie-Akkumulator ziert ein bemerkenswertes Photo, das ein blaues orgonotisches Erstrahlungsfeld um den Körper eines Astronauten zeigt, der auf dem Mond, d.h. im Vakuum steht. Dazu merkte O. an: „DeMeo behauptet das originale Bild der Nasa auf dem Mond habe ein blaues Leuchten um den Anzug des Astronauten gehabt. Nimmt man jedoch an, daß die Mondlandung nirgendwo anders als in einem Londoner Studio stattgefunden hat, wie hat DeMeo dann das orgotische Leuchten des Astronauten aufs Bild bekommen und was beweist es dann?“
Ich verwies auf DeMeos http://www.orgonelab.org/astronautblues.htm, worauf O. anwortete:
Das sind schöne „Mondbilder“ auf DeMeos Seite. Ratzfatz läuft man da zum Rand des Mondes. Wenn man das Leuchtphänomen mal außen vor läßt, gibt’s ja noch die auf dem Mond aufgestellten Scheinwerfer … interessant wäre die Spiegelung im Visier des Mannes zu vergrößern … ich stelle mal die Hypothese auf, daß das Gerät auf dem Mond in keinem Kindergarten einen TÜV kriegen würde.
Peter 2015: Das zeigt, wie zerstörerisch Verschwörungstheorien sind: sie sorgen für Verwirrung, bringen den arbeitsdemokratischen Prozeß durcheinander und binden Energie im Gehirn. Hier wird von O. (ernsthaft?) darauf angespielt, ausgerechnet Stanley Kubrick, der vor McCarthy aus den USA geflohen war, mit dem Equipment von 2001 der NASA ausgeholfen hätte… Alle „Argumente“ dieser Verschwörungstheorie zeugen von einer naturwissenschaftlichen Naivität, die einfach nur peinlich ist. Beispiele: Zweifellos waren die Astronauten einer ungeheuren Strahlenbelastung ausgesetzt, als sie den Van-Allen-Gürtel durchflogen, aber sie war für diese relativ kurze Zeit vertretbar. Die Mondoberfläche reflektiert die Sonneneinstrahlung außergewöhnlich gut, wie jeder weiß, der bei Vollmond schon mal die Zeitung gelesen hat. Wer also glaubt, die „ausgeleuchteten“ Schatten auf den Photos vom Mond wiesen auf Studioscheinwerfer hin… Ja, in der Sonne ist es auf dem Mond unvorstellbar heiß, aber das bedeutet nicht, daß die Astronauten mit ihren Anzügen in einen Hochofen hineinspazieren hätten können, denn es handelt sich auf dem Mond um ein Hochvakuum. Schon mal eine moderne „Vakuum-Thermosflasche“ angefaßt, in der kochendheißer Kaffee ist? Und so in allem. Verschwörungstheoretiker sind meist von einer naturwissenschaftlichen Ahnungslosigkeit gezeichnet, die atemberaubend ist. Das gilt auch für „Experten“, etwa Photographen, die sich allen Ernstes fragen, wie denn die empfindlichen Filmrollen auf dem Mond eine Hitze überstanden hätten, die instantan Blei zum Schmelzen bringen würde. Seufz… Und so bei fast allen Verschwörungstheorien: als würde man mit Kleinkindern diskutieren!
Klaus warf ein: „wie hat DeMeo dann das orgonotische Leuchten des Astronauten aufs Bild bekommen und was beweist es dann?” Leute, was soll es denn beweisen?! So ratzfatz geht das mit dem Beweisen (und Beweisen wovon?) nicht. Man kann einen Hinweis darin sehen und ihm nachgehen. Beweisen kann man dann ALLENFALLS Hypothesen, die ausreichend klar formuliert werden müssen. Ich sehe nachts um jede Straßenlaterne ähnliche „Strahlenkränze“. Spannender sind z.B. Erscheinungen, die man mit einer Lupe vergrößern kann, wie es nach Meinung einiger ja z. B. bei den von Anaxagoras „Tilai“ genannten „Sonnenstäubchen“ der Fall ist (mir ist es noch nicht gelungen). Vgl.
Sonnenstäubchen paart mit Sonnenstäubchen
Sich in trauter Harmonie,
Sphären ineinander lenkt die Liebe,
Weltsysteme dauren nur durch sie.
(Schiller, Phantasie an Laura)
und Monets klare Darstellung des Phänomens auf einem Bild (v.a. Himmel):
Was ist Orgontherapie? (Teil 2)
14. Juli 2015Die Augen sind Spiegel der Seele, da sie Teil des Gehirns sind. Im ungepanzerten Zustand sind sie frei beweglich, lebendig, strahlend und „offen“. Sie stehen weder vor, noch sind sie eingesunken und die Haut in ihrer Umgebung hat eine gesunde Farbe.
Von der subjektiven Seite her kann man sagen, daß, während etwa Mystiker in einer zweidimensionalen Welt leben, ein ungepanzertes okulares Segment durch eine dreidimensionale Tiefenwahrnehmung gekennzeichnet ist (beidäugiges Sehen). Sind die unteren Segmente ebenfalls frei von Panzerung, erstreckt sich dieses „dreidimensionale Gefühl“ auf den gesamten Körper. Der Mensch fühlt sich wirklich in der Welt und nicht als bloßen „in die Welt geworfenen“ „Teilnehmer“, dem aus dem „Jenseits“ Botschaften zugehen („Entfremdung“).
Störungen in der oralen Entwicklung können sich in Erkrankungen wie Depression und Eßstörungen niederschlagen (Der Krebs, Fischer TB, S. 385).
Das gesunde orale Segment zeigt sich darin, daß man fähig ist Grimassen zu schneiden und kraftvoll zubeißen kann. Was Reich in dieser Hinsicht betrifft schreibt sein Mitarbeiter und Biograph Myron Sharaf:
Ich erinnere mich noch lebhaft der Genauigkeit, der Subtilität und der Scharfsinnigkeit von Reichs Nachahmungen. (Fury on Earth, S. 181)
Sein Freund Alexander Neill erinnert sich:
Ich habe nie wieder einen solch entspannten Menschen gekannt. Wenn ich sein Kinn berührte, ging es auf und zu wie ein geölter Kopferdeckel. Sein Körper war immer entspannt. (z.n. Ilse Ollendorff: Wilhelm Reich, München 1975, S. 8 )
Darüber hinaus zeigt sich die Entspanntheit des Mund- und Rachenbereichs in einer ausdrucksvollen Stimme. Eine biopathische Störung in diesem Bereich ist z.B. die spastische Dysphonie.
Ein gesundes Halssegment zeichnet sich durch einen frei beweglichen Hals aus. Bewegungen, die insbesondere bei Frauen Schönheit und Eleganz vermitteln – im Gegensatz zur „Halsstarrigkeit“.
Das Hauptkennzeichen einer Brustpanzerung ist die chronische Einatmungshaltung. Das dient sowohl der Einschränkung der Energieversorgung des Organismus, als auch der unmittelbaren Kontrolle der Emotionen. Deshalb ist die „Atemsperre“ der Grundmechanismus, mit dem die Neurose aufrechterhalten wird.
Es gibt drei Hauptmechanismen der Atemsperre: neben dem angespannten, aufgerichteten, unbeweglichen Brustkorb in erster Linie das angespannte und unbewegliche Zwerchfell, sowie, weniger wichtig, eine chronisch zusammengezogene Bauchmuskulatur.
Die traditionellen Atemübungen dienen dazu, die organismische Energie und die Emotionen, insbesondere Angst, einzudämmen. Im Gegensatz dazu will die Orgontherapie sie freisetzen. Zur Auflösung dieser Atemsperre werden deshalb keinerlei „Atemübungen” benutzt. Der Patient muß Angst und Spontanität ertragen lernen.
Der „Zwerchfellspasmus“ bildet Reich zufolge „das Zentrum der biopathischen Bewegungsstörung und der Sexualabwehr (…) schlechthin“ (Der Krebs, S. 209f). Das Zwerchfell ist ein sehr starker Muskel, mit dessen Hilfe wir uns selbst förmlich „abwürgen“. Den Zwerchfellblock kann man beispielsweise an einer Exspiration erkennen, bei der sich der Bauch vorwölbt. Ein anderes Beispiel ist die Lordose.
Das Zwerchfellsegment ist eines der Hauptgebiete für psychosomatische Erkrankungen. Elsworth F. Baker berichtet:
Ich habe einen Fall mit Symptomen erlebt, die typisch für eine Erkrankung der Gallenblase waren, einschließlich schmerzhafter Verstopfung, Empfindlichkeit und Krämpfe in der rechten oberen Bauchregion (Hypochondrium), Verdauungsstörungen, Völlegefühl im Überbauch, Blähungen und Gelbsucht; der ganze Symptomkomplex wurde durch Massage des Magenausgangs vollständig behoben. Als der Pylororuskrampf nachließ, konnte man ein Gurgeln hören, und die Symptome verschwanden. Ich nehme an, daß der Krampf auch den Sphinkter Oddi mitumfaßte und so den Gallenfluß behinderte und die Gelbsucht hervorrief. Zu dem Zeitpunkt, als der Verkrampfung sich löste, äußerte die Patientin auch viel Bitterkeit, die sie ihrem Mann gegenüber empfand. (Der Mensch in der Falle, München 1980, S. 291f)
Reich ist auf den Orgasmusreflex zuerst beim Lösen des Zwerchfellsegments gestoßen und zwar durch das Provozieren von Erbrechen (wobei der Atem nicht angehalten werden darf). Interessant ist, daß der physiologisch so grundlegende Brechreflex bei so überaus vielen Menschen nicht funktioniert, bzw. nicht künstlich provozierbar ist und daß die moderne Medizin das Ausbleiben dieses grundlegenden Reflexes nicht als schwerwiegendes Krankheitszeichen wertet.
Die Bauchspannung ist eine „Widerstandsspannung“, die von vorne den Solar plexus schützen soll. Neurotiker reagieren extrem empfindlich, wenn nach dem Ausatmen knapp unterhalb des Brustbeins mit einem Finger Druck ausgeübt wird. Verhältnismäßig ungepanzerte Menschen, insbesondere Kinder, können im oberen Bauchbereich qualvolle Angstzustände empfinden. Die Atemsperre dient dazu, diese Angstquelle einzudämmen. Wie gesagt: der Patient muß lernen, diese Art von Angst zu ertragen.
Nachdem wir uns mit der Charakteranalyse und den sechs ersten „Panzersegmenten“ beschäftigt haben, kommen wir nun zum Kern der Orgontherapie: im Kern ist sie „Orgasmotherapie“, d.h. eine Therapie, die die orgastische Potenz als Ziel hat.
Zunächst ist zu sagen, daß entgegen dem gängigen Bild von den „sexbesessenen Anhängern Wilhelm Reichs“ in der Orgontherapie so gut wie nie von Sexualität die Rede ist. Es ist ziemlich genau wie beim Flirten: beide Parteien und ihre gesamte Umwelt wissen genau, worauf das ganze letztendlich hinausläuft, aber „es“ ist nie Thema.
Ziel der Therapie ist die Freilegung des bereits erwähnten „Orgasmusreflexes”: die unwillkürliche Kontraktion und Expansion des Organismus, die bei orgastisch potenten Menschen insbesondere während des sexuellen Höhepunkts in Erscheinung tritt. Andeutungsweise tritt beim Ungepanzerten die entsprechende Bewegung des Beckens bei jeder Ausatmung auf („Beckenreflex“).
Das Beckensegment ist das letzte Segment, das geöffnet wird. Infolge der Reinlichkeitserziehung und des Onanieverbots ertötet eine verkrampfte Beckenmuskulatur alle genitalen Gefühle. Entsprechend wird das Becken zurückgehalten (totes Becken). Im Unterschied zu den oberen Segmenten beherbergt das Beckensegment zwei erogene Zonen, die sich bei der Entpanzerung unterschiedlich äußern: das anale „Quetschen“ („Scheiße!“) und das „phallische“ Stechen („Fuck!“).
Durch das Öffnen dieses Segments wird ungemein viel Energie und entsprechend eine geradezu apokalyptische Angst freigesetzt („Orgasmusangst“). Man spricht auch von „Beckenangst“: die bis zum äußersten gesteigerte Angst vor dem endgültigen Kontrollverlust nach Öffnung des Beckensegments.
Elsworth F. Baker erinnert sich:
Reich war sehr zurückhaltend, den Orgonomen die Technik der Endphase beizubringen, da er glaubte, daß die meisten sie nicht richtig handhaben könnten und daß bei der Mehrheit der Patienten die Therapie besser vor dieser Phase abgebrochen werden sollte. („My Eleven Years with Wilhelm Reich (Part III)“ Journal of Orgonomy, 11(2), Nov. 1977, S. 172)
In Alexander Lowens „Bioenergetik“ kommt es zu einer verfrühten mechanischen Mobilisierung des Beckens, was künstlich eine Panzerungsstruktur erzeugt, die dem des Schizophrenen entspricht. Entsprechend wirken auch die Klienten der „bioenergetischen“ Quacksalberei.
Für Reich war Therapie nichts anderes als „biophysische Chirurgie“. Und genauso wie es selbstverständlich ist, daß die gewöhnliche Chirurgie auf wenige streng ausgewählte Spezialisten beschränkt bleiben muß, sollte es selbstverständlich sein, daß ebenfalls die „biophysische Chirurgie“ nur von medizinisch, psychiatrisch und orgonomisch ausgebildeten Fachärzten ausgeführt werden darf. Keinem Laien käme der Gedanke, einen anderen Menschen aufzuschneiden, weil aber, so Reich,
jeder Ignorant, da er selbst Emotionen hat, sich selbst für einen „Experten“ hält und deshalb meint, biophysikalische und psychologische Prozesse beurteilen zu können, ist die Situation in der Biopsychiatrie eine andere als in der Chirurgie. (Charakteranalyse, KiWi, S. 642)
Die Atemsperre (Teil 1)
4. Februar 2015Die Gesundheit, d.h. orgastische Potenz eines Menschen kann man unmittelbar aus seiner Atmung ersehen. Bewegt sich der Brustkorb mit der Atmung? Wölbt sich der Bauch bei der Einatmung nach außen? Oder bei der Ausatmung („paradoxe Atmung“)? Liegt letzteres vor, sieht man unmittelbar wie beim Kranken sich Kontraktion und Expansion wechselseitig behindern („Panzerung“), während sich beim Gesunden Kontraktion und Expansion harmonisch abwechseln. Der Kliniker hat also mit der Art der Atmung ein durchgängiges Kriterium für Gesundheit vor sich, an dem er unmittelbar ersehen kann, ob der Proband gesund ist, d.h. ob seine Pulsationsfunktion gestört ist oder nicht.
Gleichzeitig kann er an dieser Beobachtung ansetzen, um die Gesundheit, d.h. die Pulsation wiederherzustellen. Aus Alexander Lowens Beschreibung seiner ersten Therapiesitzung bei Reich, wird deutlich was gemeint ist:
Ich legte mich mit meiner Badehose bekleidet auf das Bett. (…) Er befahl mir, die Knie anzuziehen, mich zu entspannen und mit offenem Mund und entkrampften Kinnbacken durchzuatmen. Ich befolgte die Anweisungen und wartete ab, was passieren würde. Nach einer ganzen Weile sagte Reich: „Lowen, Sie atmen ja gar nicht.“ Ich behauptete: „Selbstverständlich atme ich, sonst wäre ich doch schon tot.“ Darauf er: „Ihre Brust bewegt sich aber nicht. Fühlen Sie dagegen meine Brust!“ Ich legte eine Hand auf seinen Brustkorb und stellte fest, daß er sich bei jedem Atemzug merklich hob und senkte. Meiner tat es eindeutig nicht. (Bioenergetik, rororo, S. 10)
So geht es praktisch allen Menschen in dieser Gesellschaft, da die natürliche Atmung das erste Opfer des Urkonflikts zwischen Bedürfnis und versagender Außenwelt und der daraus resultierenden Existenzangst des Kindes ist. Die Störung der organismischen Pulsation zeigt sich in der flachen Atmung bzw. der „Atemsperre“, wie Reich sie in Die Funktion des Orgasmus beschreibt. Der Organismus panzert sich zunächst in seinem Zentrum ab, d.h. im Zwerchfell und dessen Umgebung, dem Brustkorb und dem abdominalen Bereich.
Generell ist bei den Neurotikern die Atemsperre mit einer chronischen Inspirationshaltung identisch. Von Kindesbeinen an ist diese hochgezogene Brust und das Atemanhalten unsere Abwehr gegen Angstgefühle (Morton Herskowitz: „Human Armoring: An Introduction to Psychiatric Orgone Therapy“, Annals of the Institute of Orgonomic Science, Vol. 4, September 1987, S. 79): Brust raus, Bauch rein (vgl. Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 270). Es tritt eine unnatürliche Pause zwischen der Ein- und Ausatmung auf und der Brustkorb gibt nicht nach, wenn man auf ihn drückt (Charles Konia: „Orgone Therapy“, Journal of Orgonomy, Vol. 21, May 1987, S. 100).
Daneben kann es aber auch Patienten geben, bei denen die Ausatmung blockiert ist. Bei ihnen gibt es eine Verlängerung der natürlichen Pause zwischen der Aus- und Einatmung und die Brust gibt nach, wenn man auf sie drückt. Diese schlaffe, eingefallene Brust weist auf Resignation hin und tritt bei zu Depressionen neigenden auf (ebd., S. 99f). Umgekehrt signalisiert die hochgestellte Brust eher eine reaktive Trotzhaltung (Elsworth F. Baker: „Orgone Therapy“,p Journal of Orgonomy, Vol. 12, November 1978, S. 202).
Bei der Krebsbiopathie wird die Energiebilanz zunehmend negativer. Der Organismus „veratmet“ regelrecht in letzter Resignation. Es ist auffallend, wie wenig Angst doch Krebspatienten vor dem Tod haben, verglichen mit dem Wechsel von Angst und Aggression bei kardiovaskulären Patienten.
Insbesondere auch bei Schizophrenen findet sich eine eingefallene vollkommen bewegungslose Brust. Wegen dieser Unbeweglichkeit und extrem reduzierten Atemtätigkeit ist die chronische Exspirationshaltung generell nicht so offensichtlich wie es im Vergleich die chronische Inspirationshaltung ist. Erst nach Aktivierung der Atmung wird die chronische Exspirationshaltung sichtbar (Robert A. Dew: „The Biopathic Diathesis: Introduction to the Pulmonary Biopathies“, Journal of Orgonomy, Vol. 6, May 1972, S. 41).
Die Mobilisierung der Brust am Anfang der Orgontherapie lädt den Körper nicht nur mit Energie auf, sondern konfrontiert den Patienten auch sogleich, vielleicht das erste Mal in seinem Leben, mit seinen unterdrückten und aus dem Bewußtsein verdrängten Emotionen. Zur Illustration möchte ich das obige Zitat aus Lowens Beschreibung seiner ersten Therapiesitzung bei Reich fortsetzen. – Er sah also, daß Reich frei atmete.
Ich legte mich wieder zurück und atmete erneut tief ein und aus; diesmal bewegte sich mein Brustkorb auf und ab. Nach einiger Zeit befahl Reich: „Lowen, lassen Sie den Kopf nach hinten fallen, und machen Sie die Augen weit auf!“ Ich tat es, und … mußte plötzlich laut aufschreien. (…) forderte Reich mich auf, den Kopf wieder zu heben – und sogleich erstarb der Schrei. Ich fuhr fort, tief durchzuatmen. Seltsamerweise hatte mich der Schrei nicht beunruhigt. Ich hatte keine emotionale Beziehung zu ihm. Ich fühlte keine Furcht. Nachdem ich abermals eine Weile geatmet hatte, bat mich Reich, den Vorgang zu wiederholen. Ich ließ den Kopf nach hinten fallen und machte die Augen weit auf. Der Schrei „kam“ abermals. Ich möchte nicht sagen, daß ich schrie, denn ich hatte nicht den Eindruck, daß ich es tat. Der Schrei „passierte“ mir einfach. Ich hatte auch diesmal eigentlich gar nichts mit ihm zu tun. Als die Sitzung beendet war und ich Reich verließ, hatte ich das Gefühl, daß mit mir doch nicht alles so in Ordnung war, wie ich gedacht hatte. Es gab „Dinge“ – Bilder, Emotionen – in meiner Persönlichkeit, die meinem Bewußtsein verborgen waren, und damals begriff ich, daß sie herauskommen mußten. (Bioenergetik, S. 11)
Das Brustsegment spielt demnach nicht nur als „Antriebsmotor“ des Organismus eine Rolle, sondern auch bei der Freisetzung unserer Emotionen, denn es nimmt an jeder emotionalen Äußerung teil:
Neben ihrer Funktion als Energiehemmung dient die Panzerung der Brust spezifisch dazu, die stärksten Ausdrücke von Liebe, Wut, Schwermut und Verlangen, als auch Angst, einzudämmen. (…) Der vollständige Ausdruck jedes tiefen Gefühls wird begleitet von einer Weitung der Brust. Die Brust wogt mit tiefem Verlangen. Sie keucht vor Wut und bebt beim Schluchzen. Umgekehrt wird sie so starr wie möglich gehalten, wenn diese Gefühle unterdrückt werden müssen. (Herskowitz: „Human Armoring: An Introduction to Psychiatric Orgone Therapy“, Annals of the Institute of Orgonomic Science, Vol. 4, September 1987, S. 79f)
Die festgesetzte Inspirationshaltung beruht auf der Angst sich hinzugeben, letztendlich also auf der Orgasmusangst. Bei der unwillkürlichen Phase der genitalen Vereinigung fällt jede Ausatmung mit einer tiefen Penetration des Penis zusammen (Elsworth F. Baker: „Sexual Theories of Wilhelm Reich“, Journal of Orgonomy, Vol. 20, November 1986, S. 191). Im Alltag spürt der Gesunde bei jeder Ausatmung eine angenehme Sensation in seinem Genital (Der Krebs, Fischer TB, S. 298). Reich behauptete dies von sich selbst (Baker: „My Eleven Years with Wilhelm Reich“, Journal of Orgonomy, Vol. 10, November 1976).
Atembremsung und orgastische Potenz bedingen sich wechselseitig (Reich: „On the Historical Developement of Orgonomic Functionalism“, Orgone Energy Bulletin, Vol. 2, April 1950, S. 54-62). Deshalb ist die Atemsperre der somatische Grundmechanismus der Neurose, an dem die Orgontherapie ansetzt.
Wie bereits angedeutet gehört zur Atemsperre zentral ein Zwerchfellspasmus. Das Zwerchfell bleibt ständig gesenkt, so daß es nie zu einer vollständigen Ausatmung kommt. Bei der orgontherapeutischen Befreiung des Zwerchfells beginnt sich, vorausgesetzt die über ihm liegenden Segmente sind bereits entpanzert, der Orgasmusreflex herauszuschälen, wenn auch in verzerrter Weise, da das Becken noch unbeweglich bleibt und am Reflex nicht teilhat, während sich der Oberkörper bereits mit jeder Exspiration nach vorn bewegt (Max M. Hughes: „Loosening of the Diaphragmatic Segment“, Journal of Orgonomy, Vol. 2, November 1968, S. 182).
Neben dem chronisch vor Angst kontrahierten Zwerchfell, das sich ausnahmslos bei allen Neurotikern in diesem Zustand befindet, ist auch die Bauchmuskulatur chronisch zusammengezogen (Herskowitz: „Human Armoring: An Introduction to Psychiatric Orgone Therapy“, Annals of the Institute of Orgonomic Science, Vol. 4, September 1987, S. 85f).
In den 1930er Jahren konnten sowohl Reich als auch der Neuroanatom Harold Saxton Burr das bioenergetische Feld des Menschen nachweisen. Dieses Feld wird vom Solar Plexus, dem bio-energetischen Zentrum des Organismus generiert. Entsprechend läßt sich die organismische Energie nicht auf die Verbrennung von Sauerstoff reduzieren.
Reich beschreibt den „Energiegenerator“ in seinem Buch über die bio-elektrischen Experimente. Leider ist Die bio-elektrische Untersuchung von Sexualität und Angst gegenwärtig vergriffen
Bei diesen Versuchen stellte er fest, daß das bio-elektrische Potential absinkt, wenn man auf den oberen Bauch drückt, wo sich der Solar Plexus befindet.
Das gleiche ist der Fall, wenn man den Patienten wie zum Stuhl pressen oder ganz tief einatmen läßt. (…) Atmet die Versuchsperson aus, so steigt das Potential langsam wieder auf die ursprüngliche Höhe. (…) Bei der Einatmung wird das Zwerchfell gesenkt und drückt auf die unterhalb gelegenen Organe. Die Bauchhöhle verengt sich, während sich der Brustraum erweitert. Bei der Ausatmung geht umgekehrt mit der Verengung des Brustraums eine Erweiterung des Bauchraums einher. Eine zweite Erscheinung weist in die gleiche Richtung. Atmet man tief ein, dann vergeht jede etwa vorhandene vegetative Strömungsempfindung im Bauchraum. Hingegen stellt sich bei tiefem Ausatmen im Oberbauch und im unteren Teil der Brust ein der Angst bzw. der Lust ähnliches Empfinden ein. (Die bio-elektrische Untersuchung von Sexualität und Angst, S. 122f)
Später konnte Reich zeigen, daß sich Gummistücke, die man auf den Bauch und andere Körperteile einer Versuchsperson legt, elektrostatisch desto besser aufladen, je freier die Atmung ist.
Läßt man Versuchspersonen, die schlecht reagieren, gut durchatmen, dann gelingt gelegentlich die Reaktion. Versuchspersonen mit starker vegetativer Erregbarkeit geben Reaktionen rasch und stark. (Drei Versuche mit Gummi am statischen Elektroskop, Oslo 1939)
Emotionale Gesundheit: Die medizinische Orgontherapie im Vergleich zu anderen Verfahren (Teil 4)
31. Dezember 2014DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE
Richard Schwartzman: Emotionale Gesundheit: Die medizinische Orgontherapie im Vergleich zu anderen Verfahren (Teil 4)
Die Orgasmusformel (Teil 2)
13. Juli 2012Der Psychologe Charles Kelley gehörte zu Reichs Lebzeiten zu dessen Anhängern, veröffentlichte sogar Artikel über Meteorologie und Orgonometrie in Reichs Zeitschrift. Nach dessen Tod gab Kelley Anfang der 1960er Jahre die Zeitschrift The Creative Process heraus mit der Vorgabe, er sei der einzige naturwissenschaftlich geschulte Anhänger Reichs gewesen im Gegensatz zu den Orgontherapeuten. Es kam zu Unstimmigkeiten, u.a. weil Kelley die Orgonenergie vollkommen nichtssagend als „den schöpferischen Prozeß in der Natur“ (daher der Titel der Zeitschrift) definierte, sich für Alexander Lowen und dessen „Beiträge“ einsetzte, etc. Schließlich trennte sich Kelley Mitte der 1960er Jahre vollständig von der Orgonomie – und kreierte eine Art Kelleyscher „Alternativ-Orgonomie“ mit eigener Therapieform (bzw. einer Form von „Erziehung“), einer eigenen Theorie und sogar einer eigenen Orgonometrie (der „Radix-Algebra“). Die Genitalität wurde als Fiktion verworfen, die physikalische Orgonenergie wurde durch ein metaphysisches Substrat, das „Radix“ ersetzt, welches die Wurzel aller Energie und Materie sei, und beispielsweise würden Orgonenergie-Akkumulatoren nicht etwa dadurch funktionieren, indem sie das „Radix“ anziehen, sondern ganz im Gegenteil das „Radix“ abschirmen. DOR sei nichts weiter als hochkonzentriertes „Radix“.
Man bekommt Kopfschmerzen, wenn man sich mit diesem schrecklichen Unsinn beschäftigt, der nicht einen Funken eigenständiger wissenschaftlicher Arbeit enthält. Siehe auch hier.
Eine dieser grandiosen Neuschöpfungen Kelleys war die Umformulierung der Orgasmusformel bzw. „Lebensformel“. Reich hatte sie wie folgt formuliert:
Da „Radix“ ja das Primäre schlechthin sei und deshalb vor allem Mechanischen stehen müsse, schloß Kelley messerscharf, daß nicht die mechanische Spannung, sondern die „Radixladung“ am Anfang des Viertaktes stehen müsse:
Dazu folgende drei Punkte:
Erstens: Kelley hat sich zwar von der Orgasmustheorie losgesagt, hätte aber gegenwärtig haben müssen, daß Reich seine Lebensformel unmittelbar aus der menschlichen Sexualität abgeleitet hatte. Nur mit der Abfolge „Spannung → Ladung“ kann man beispielsweise ein Phänomen wie die „kalte Erektion“ erklären. Außerdem wären ohne diese Formel Reichs bioelektrische Experimente und die Bion-Versuche undenkbar gewesen – die Orgonenergie wäre nie entdeckt worden! Ich bin darauf gestern eingegangen.
Zweitens: Kelley verwechselt die zentrale rein bioenergetische Erregung mit den peripheren Spannungs-Ladungs-Vorgängen, bei der sich Bioenergetisches und Mechanisches abwechseln.
Drittens teilt sich die Orgamusformel in zwei Abschnitte, wobei „Spannung → Ladung“ der gemeinsamen Überlagerung und jeweiligen Expansion der beiden Organismen entsprechen, „Entladung → Entspannung“ der orgastischen Konvulsion (Kontraktion). Die Trennung dieser beiden funktionellen Abschnitte spiegelt sich im Viertakt der Orgasmusformel wider, wenn man diese streng orgonometrisch betrachtet.
In Kelleys „Radixformel“ gibt es ausschließlich „heterogene Funktionen“: Ladung bzw. Entladung folgt stets Spannung bzw. Entspannung. In Reichs Orgasmusformel hingegen sind „Entspannung → Spannung“ und „Ladung → Entladung“ homogene Funktionen, die die beiden genannten funktionellen Abschnitte mit ihren jeweilig zwei heterogenen Funktionen voneinander scheiden.
Die innere Logik der Orgasmusformel, die Kelley zerstört hat (wie er überhaupt wirklich alles an der Orgonomie zerstört hat!), wird deutlich, wenn wir sie mit einer Sinuskurve beschreiben, in der die y-Koordinate die Erregung ist und die x-Koordinate die Zeit:
Wenn sich „nichts ändert“, d.h. die Steigung der Tangente (hier rot eingezeichnet) gleich Null ist, haben wir zwei homogene Funktionen vor uns: oben beim Wellenwerg „Ladung → Entladung“, unten beim Wellental „Entspannung → Spannung“. Wenn die Tangente ihren Maximalwert erreicht hat, sozusagen „die Änderung maximal ist“, finden sich zwei heterogene Funktionen: im aufsteigenden Schenkel „Spannung → Ladung“, im absteigenden Schenkel „Entladung → Entspannung“. Die Expansion (roter Tangenten-Pfeil nach oben) und die Kontraktion bzw. Konvulsion (roter Tangenten-Pfeil nach unten) findet zwischen dem unteren mechanischen und den oberen energetischen Bereich statt. Auch ist hier die für Reich so zentrale Zahl Vier mit der „Kreisfunktion“ unlösbar verbunden.
So etwas nennt sich „funktionelle Logik“, die von „Reichianern“ wie Charles Kelley stets zerstört wird. Aus einer wunderbaren Symphonie wird bei ihnen eine ekelhafte Kakophonie. Jene, die im Gegensatz zu Kelley klar denken können, werden entsprechend von sogenannten „Reichianern“ (sic!) als „Fundamentalisten“, als „orthodox“, „beschränkt“ und als „Kultisten“ abqualifiziert…
























