Der Rote Faschismus: Corona hat nicht nur in Deutschland, sondern weltweit die Demokratie nachhaltig zerstört. Der Sozialismus wurde eingeführt und allgemein wird eine „Normalisierung“ ausgeschlossen, stattdessen solle man die Möglichkeit am Schopfe packen, um die „große Transformation“ voranzutreiben. Praktisch bedeutet das, daß wir nach Notstandsgesetzen leben und mehr und mehr von einer technokratischen Zentralregierung abhängig werden. Es geht um Machtkonzentration und darum, daß die Menschen in allen Bereichen ihres Lebens gegängelt werden und auch gar nichts anderes ersehnen, denn sie wollen ja „Sicherheit“. Ganz offen wird uns dabei Rotchina als Blaupause für die Zukunft präsentiert. Ziel des Spottes, der Häme und der Anklage der „kritischen“ Medien sind nicht etwa die Mächtigen, insbesondere Frau Merkel, sondern die Dissidenten und „Populisten“. Es herrscht eine Einheitsmeinung und die Macht der Parlamente wird restlos ausgehöhlt. Ohnehin gäbe es für die heutigen Probleme nur noch internationale Lösungen, was praktisch bedeutet, daß wir von irgendwelchen unkontrollierbaren gesichtslosen Mächten regiert werden.
Der Schwarze Faschismus: Welche Funktion sollte die künstlich geschürte Corona-Hysterie für die Wirtschaftsbosse haben, die uns nicht zu unserem Besten unterdrücken, wie es die rotfaschistischen Politiker tun, sondern zu ihrem Besten. Nun, das Geschäftsmodel der pharmazeutischen Industrie ist am Absterben, da alle denkbaren Stoffe mittlerweile durchprobiert worden sind und es schlichtweg kaum noch neue Medikamente geben wird, mit denen man Gewinne erzielen kann, sondern nur noch spottbillige Nachahmerpräparate. Das Geschäft mit immer neuen Impfstoffen ist demhingegen zukunftssicher und verspricht horrende Profite, da natürlich JEDER geimpft sein muß. Ansonsten: der kleine Buchladen im Haus gegenüber geht pleite, während Amazon soviel Gewinn macht, wie nie zuvor. Andere Großkonzerne, etwa die Autoindustrie, leiden zwar unter der Absatzflaute, doch sie sind zu groß, um zu scheitern, während die Milliardenvermögen, die hinter ihnen stecken, darauf lauern, all die ruinierten mittelständischen und aufstrebenden Kleinunternehmen für praktisch nichts aufzukaufen, wenn die Wirtschaft kollabiert. Außerdem drückt Massenarbeitslosigkeit die Löhne und wir „Untermenschen“ werden auf den uns zustehenden Platz verwiesen. Wie in der Politik geht es auch hier um die Konzentration von Macht.
Wie Reich 1956 sagte: Seine Feinde sind „Moskau“ (der Rote Faschismus) und „Rockefeller“ (der Schwarze Faschismus), die gemeinsam an der Zerstörung der Entdeckung der Lebensenergie arbeiten, der eigentlichen Grundlage der Arbeitsdemokratie.
Betrachten wir zum Schluß Stefan Blankertz‘ vor wenigen Wochen erschienenes Buch Wilhelm Reichs MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS, das ich bereits in Teil 3 erwähnt hatte, etwas genauer. Der Grundimpetus dieses Buches des Gestalttherapeuten und „Anarchokapitalisten“ Blankertz scheint zu sein, daß „mehr Staat“ nicht hilft, wenn es gegen den Faschismus geht. Reich selbst sei dafür Zeuge durch seine Entwicklung vom staatsgläubigen Kommunisten zum Arbeitsdemokraten (S. 8). Diese Schrift ist also auch gegen jene vermeintlichen Antifaschisten gerichtet, die ständig nach mehr Staat und Überwachung verlangen und vollkommen intolerant sind – so als würden sie Adolf Hitlers Credo channeln. Daran schließt sich die bemerkenswerte Feststellung an, daß die Massen das Leben in der Demokratie mit dem „freien Handeln freier Menschen“ verwechseln und so allem Freiheitlichen gegenüber skeptisch bis ablehnend werden (S. 14). Reich selbst hat natürlich die Ablehnung des bürgerliche Liberalismus durch die Massen und deren Hinwendung zum Faschismus als eine Art Protest betrachtet; ein Protest gegen den hohlen oberflächlichen Liberalismus, der direkter Ausdruck der oberflächlichen charakterstrukturellen Fassade ist.
Eine merkwürdige Aussage Blankertz‘ ist die, daß Ursachen desto weniger wirken, je mehr sie zurückliegen (S. 8). Stimmt das? Ich meine, wie viele Menschen werden von den Traumen ihrer Kindheit erst im hohen Alter eingeholt! Heute ist der Gegensatz zwischen dem lateinischen und dem keltisch-germanischen Europa stärker denn je, obwohl die Ursache zwei Jahrtausende zurückliegt! Die fernen Ursachen werden wirkmächtig, weil sie Struktur geworden sind (etwa in der Sprache und natürlich in der Charakterstruktur) und die Vergangenheit deshalb immer noch „Resonanz findet“.
Das mit den weitzurückliegenden Ursachen scheint bei Blankertz ein zentraler Punkt zu sein, macht er daran doch Reichs vermeintliche Geisteskrankheit fest. („Wilhelm Reich endete im Irrsinn.“ S. 15, siehe auch S 129.) Reich mühe sich die Ursprünge des Faschismus tausende Jahre zurück zu datieren (Anklänge an DeMeos Saharasia-Theorie):
Ich kann mir gut vorstellen, daß der Wahn einen ergreift, falls man versucht, mehrere tausend Jahre Geschichte zu korrigieren, um (sic!) nicht einfach mal (sic!) einen anderen Ansatz zu versuchen, als er in den letzten Jahrzehnten vorherrschte: Freiwilligkeit statt Staatsgewalt. Paul Goodman hatte versucht, ihm diesen Gedanken nahezubringen (…). (S. 49f)
Da fragt man sich wer an welchem Wahn leidet! („Reichs Massenpsychologie und Goodmans Gestalt Therapy ergeben zusammen das Instrumentarium, um die Welt, wie sie heute ist, zu verstehen, zu analysieren und zurechtzurücken.“ S. 20.)
Das bringt mich zu meiner alten Kritik an Fritz Perls, der zusammen mit Paul Goodman die Gestalttherapie entwickelt hat, nämlich das er Kinder als Hindernis zu seiner und seiner Klientel kindsköpfigen „Selbstverwirklichung“ gehaßt hat. Die Kinder der Zukunft, Reichs eigentliche und vielleicht am Ende einzige Hoffnung für die Zukunft, tauchen in diesem Büchlein gar nicht auf, außer da, wo Reich Gesetze zum Schutze der Kinder verlangt, was dem Anarchisten Blankertz übel aufstößt (S. 71).
Worum es geht, wird an folgendem Schema deutlich: Reich will sozusagen die (wohlverstandene!) „Ursünde“ unserer Ahnen wettmachen, während Blankertz sich quasi autistisch mit einer denkbar oberflächlichen Funktion zufriedengibt:
Ja, in vieler Hinsicht hat Blankertz natürlich recht. Ich brauche nur den bekannten Ausspruch von C.S. Lewis zitieren: „Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern, aber Du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.“ Stimmt, aber, und dem würde Lewis, der Apologet des Christentums schlechthin, sicherlich zustimmen, geht das nur, wenn man bei der Änderung im Jetzt den Fehler des Anfangs, die „Ursünde“, aufhebt.
Reich gebe keine Ursachen für den Übergang vom ungepanzerten Matriarchat zum gepanzerten Patriarchat an. Offenbar kennt Blankertz Reichs Untersuchung Der Einbruch der Sexualmoral nicht, den er vor der Massenpsychologie des Faschismus geschrieben hatte, oder gar seine Spekulationen in Die kosmische Überlagerung.
In der Demokratie sollte man sich immer fragen, ob die Massen nach ihrem eigenen Wohl stimmen. Logischerweise sollte die Selbstregulierung das Leitprinzip sein. In der heutigen Welt ist dies der Kampf gegen den „Globalismus“, die verrückte „Eine-Welt-Ideologie“, die EU, der Euro und die Islamisierung sowie die Afrikanisierung Europas. In früheren Zeiten gelang es dem Nationalsozialismus und in Italien dem historischen Faschismus, die soziale Fassade der westlichen Zivilisation zu durchbrechen (intellektuelle Abwehr) – und infolge die Massen der Gnade wilder Verrückter auszusetzen. Deshalb versuchen die Gutmenschen, in Italien „die Bewegung der Sardinen“, die intellektuelle Abwehr zu mobilisieren, um eine neue Katastrophe zu verhindern, aber tatsächlich halten sie die heutigen verrückten Psychopathen, nämlich die „faschistischen“ Globalisten, an der Macht. Gegenwärtig werden sowohl Italien als auch Deutschland durch den Globalismus auf eine Art und Weise zerstört, die Mussolini und Hitler ähnelt – aber Höcke und Salvini, die letzte Hoffnung, diesen Wahnsinn zu stoppen, werden als neuer Hitler bzw. neuer Mussolini bekämpft.
Dem Wahnsinn kann nur durch Reichs, Bakers und Konias gesellschaftspolitischer Charakterologie entgegengetreten werden. Hier ist nicht nur die Rolle von Faschisten, Reaktionären und Konservativen einerseits und Liberalen und Kommunisten (Pseudoliberalen) andererseits zu berücksichtigen, sondern auch (1.) die dramatische „Rotverschiebung“ (Konia) in Deutschland und ganz Europa und (2.) die dramatische politische Polarisierung aufgrund der antiautoritären Transformation (Konia), d.h. der Abbau der gesamten gesellschaftspolitischen Struktur, die Baker in Der Mensch in der Falle beschrieben hat. Zwar plazieren „politische Analysten“ Salvini ganz rechts (rechts neben Mussolini und Hitler), aber aufgrund der Rotverschiebung ist er funktionell konservativ, während funktionell die andere Seite aufgrund der Polarisierung von Kommunisten dominiert wird. Ganz wie in den USA, wo der angebliche „faschistische“ Trump der letzte Konservative ist, während seine angeblichen „liberalen“ Gegner eigentlich Kommunisten sind!
Es ist mehr als idiotisch und offen gesagt kriminell, daß sogenannte „Reichianer“ die Analyse über Hitler und Mussolini in der Die Massenpsychologie des Faschismus verwenden, um die Welt vor Trump und Salvini zu retten! Dies ist die mechanische Anwendung von funktionellem Wissen – und letztendlich die Emotionelle Pest selbst – alles im Namen von „Wilhelm Reich“!
Seit 2000 Jahren bilden Italien und Deutschland zusammen das Römische Reich mit einem gemeinsamen Schicksal. Das Schicksal der Welt ist hier geprägt worden. Konkret bedeutet dies, daß Höcke und Salvini die Ausbreitung des Globalismus entweder stoppen werden oder es keine Hoffnung auf Selbstregulierung in dieser Welt gibt. Das rotfaschistische China wird den afrikanisch-eurasischen Kontinent dominieren – und die Stimmenbasis des „Trumpismus“ wird täglich durch die „Lateinamerikanisierung“ der USA und die unerbittliche kommunistische Indoktrination der amerikanischen Jugend untergraben.
Es gibt keine „Rechts-Orgonomie“, sondern nur Orgonomie. Dieser zufolge sind etwa Gefängnisse dazu da, die sekundären Triebe bei Menschen in Schach zu halten, deren Panzerung versagt hat. Landesgrenzen dienen der Eindämmung der Emotionellen Pest, ähnlich wie Schutzzäune errichtet werden, um die Ausbreitung etwa der Schweinepest einzudämmen. Die Durchsetzung der „Leitkultur“ dient dem Zusammenhalt der Gesellschaft und der Verankerung der Menschen in Kernfunktionen (Tradition). All das ist zweifellos „rechts“ und muß politisch durchgesetzt werden. Doch das kann niemals die Lösung der Probleme sein, sondern allenfalls einen Freiraum schaffen und soll vor allem Zeit gewinnen, um auf bio-medizinischer Weise der Emotionellen Pest die Grundlage zu entziehen: die Kontaktlosigkeit der Massen und letztendlich die Panzerung des Menschentiers an sich.
In seinem vor wenigen Wochen erschienen Buch über Reichs Massenpsychologie des Faschismus sagt Stefan Blankertz auf S. 11, daß es nur graduelle Unterschiede in der unrechtmäßigen faschistischen Staatsgewalt (Willkürherrschaft) und der staatlichen Gewalt gäbe, die vom Souverän, dem Volk, gerechtfertigt sei („Gewaltmonopol des Staates“, das es gegen die Extreme zu verteidigen gilt). Und was den Souverän betrifft: es gäbe auch nur graduelle Unterschiede zwischen Masse (der „formbaren Masse“ der Faschisten) und Volk (der „Demos“, die Siedlungsgemeinschaft, der Demokraten).
Nein, es gibt grundsätzliche Unterschiede! Zunächst einmal entspricht „das Volk“ und seine Identität der äußeren Schicht der Charakterstruktur, der „Fassade“. Wir sehen unmittelbar welchem Volk jemand zugehört und auch er selbst identifiziert sich mit diesem seinem Spiegelbild. Bei der „Masse“ ist das anders: sie ist buchstäblich eine „graue Masse“, ohne Farbe und Unterschiede, beliebig formbar und ohne Identität. Das ist so, weil sie aus Zeit und Raum herausgefallen ist, d.h. nur das Volk hat eine Vergangenheit und eine Zukunft, die aus der Vergangenheit erwächst – ein „Schicksal“ und nur das Volk hat Wurzeln in einer Region. Entsprechend sprachen die völkische Bewegung und die Nationalsozialisten von „Blut und Boden“.
Und was die Gewalt, genauer gesagt die Staatsgewalt betrifft: die sekundäre Schicht bzw. mittlere Schicht der Charakterstruktur kann man durchaus mit der mittleren der drei Keimblätter in Zusammenhang bringen. Dazu zitiere ich mich ausnahmsweise selbst:
Neben seiner Rolle als koordinierender Vermittlung zwischen Außen (Ektoderm) und Innen (Entoderm) bereitet das Mesoderm, aus dem sich sowohl die innere als auch die äußere Muskulatur entwickelt, gleichzeitig die „phallische Aggression“ vor, da „Aggression die Lebensäußerung der Muskulatur ist“ (Die Entdeckung des Orgons, Bd. 1, S. 120). Ursprünglich gibt es nur Lust und Angst. Reich schreibt dazu: „Die Sexualökonomie leugnet (…) den ursprünglichen Charakter der destruktiven Antriebe und läßt sie (…) aus den Funktionen der Sexual-Versagung einerseits, der Angst-Vermeidung andererseits phylogenetisch hervorgehen. Daß die Muskulatur, der Apparat der Destruktion, aus dem Mesoderm der Gastrula, also einer sekundären embryonalen Anlage hervorgeht, die Apparate der Sexual- und Angstfunktion dagegen schon im Einzeller gegeben sind, mag diese Auffassung entwicklungsgeschichtlich stützen“ (Die bio-elektrische Untersuchung von Sexualität und Angst, S. 43f).
Es gibt eine Gewalt, die willkürlich und letztendlich pestilent („faschistisch“) ist, weil sie auf sexueller Frustration beruht: angestaute Energie bricht ohne Sinn und Verstand aus der Panzerung heraus („faschistische Irrationalität“). Dem steht eine Gewalt entgegen, die auf dem Naturrecht beruht, d.h. dem Kontakt zum bioenergetische Kern, ein Kern, der seine Interessen durchsetzt und sich gegen die Emotionelle Pest wehrt. Genau darauf berief sich Hitler, wenn er sich über alles hinwegsetzend für die „Interessen des deutschen Volkes“ einsetzte und dabei vorgab einer höheren Macht zu folgen bzw. eine höhere Legitimation zu haben.
Ganz ähnlich wie im zweiten Teil dieser Serie von Blogeinträgen: genau das macht die verwirrende Faszination des Nationalsozialismus aus. Einerseits hat er wie erläutert, die „natürliche Ordnung“ (Kern, sekundäre Schicht, Fassade) vertreten, um sie andererseits wie keine andere Ideologie vor ihm und nach ihm zu verneinen, indem er das identitätslose willfährige Massenindividuum schuf, eine graue Masse, wo jeder Farbtupfer BUCHSTÄBLICH totgeschlagen wurde, – also die absolute Willkürherrschaft, die blanke Gewalt herrschte, ein Unrecht und eine Niedertracht, das einem den Atem verschlagen.
Die Massen kommen vom Thema „Nationalsozialismus“ nicht los, weil hier der Kern ihrer gesamten Malaise zu finden ist. Insbesondere in Zeiten, wo sich die Völker auflösen und die letzten Demokratien dem Globalismus geopfert werden, denn mit dem Nationalstaat und dem Staatsvolk verschwindet jede Grundlage einer „Volksherrschaft“ (Demokratie!) und Identitätslosigkeit; Unrecht und Willkür breiten sich aus.
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Wahrheit, „Triggering“, Political Correctness, Beziehungen und Demokratie
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Man überliest leicht, wie tief und wie weltumstürzend das war, was Reich geschrieben hat. Nehmen wir etwa folgende Aussage, die unserer gesamten bürgerlichen Gesellschaft den Boden unter den Füßen wegzieht:
Wenn homo normalis wirklich so normal ist. wie er behauptet; wenn er wirklich meint, daß Selbstverwirklichung und Wahrhaftigkeit die höchsten Werte individuellen und sozialen Lebens sind, dann sollte er doch (…) fähig und willens sein (…), sich vor sich selbst und vor seinem Therapeuten zu öffnen. Irgendetwas in der Struktur des homo normalis muß grundsätzlich nicht stimmen, wenn man die Wahrheit so schwer aus ihm herausbekommt. Würde man wie die angepaßten Psychoanalytiker erklären, daß das ganz in Ordnung sei, weil es ihm sonst unmöglich wäre, dem Ansturm all seiner Emotionen standzuhalten, so wäre dies gleichbedeutend mit völliger Resignation in Hinsicht auf die Verbesserung des menschlichen Schicksals. Man kann nicht die Verbesserung der Lebensbedingungen auf ein tieferes Wissen von der Seele des Menschen gründen und zugleich dessen Weigerung verteidigen, sich zu öffnen. Entweder – oder! Entweder wir vergrößern weiterhin unser Wissen vom Menschen und müssen dann auch die grundsätzlich ausweichende Haltung des homo normalis ablehnen, oder wir verteidigen diese Haltung und müssen den Anspruch aufgeben, die Seele des Menschen verstehen zu wollen. Es gibt keine andere Alternative. (Charakteranalyse, KiWi, S. 523)
All das Gerede über „Demokratie“ und „Aufklärung“ sind Makulatur, da wir nicht nur in der Lüge leben, sondern selbst eine Lüge sind; wir haben nicht nur Abwehrmechanismen, wir sind Abwehrmechanismen, d.h. bestehen nur aus Widerstand, unser Charakter selbst ist der Widerstand. Man spricht gemeinhin von „Charaktermaske“: uns selbst und anderen spielen wir nur etwas vor, schwatzen aber von Selbstverwirklichung und Wahrhaftigkeit, Demokratie und Freiheit! In jeder Orgontherapie-Sitzung bricht dieses ganze Lügengebäude zusammen, das alle, d.h. sowohl die Vertreter dieser Gesellschaft als auch ihre Kritiker, aufrechterhalten. Sollte die „Revolution“ erfolgreich sein, wird nur das Bühnenbild umgebaut, aber das Schauspiel, die Tragikomödie, die die Schauspieler (Charaktermasken-Träger) mit großem Pomp und Getue aufführen, wird fortgeführt.
Das bedeutet ganz und gar nicht, daß man in Resignation verfallen sollte, was eine gesellschaftliche Veränderung betrifft, wie es die „angepaßten Psychoanalytiker“ getan haben, von wegen „Todestrieb“ und sich in die allgegenwärtige Misere stoisch einpassen. Der Weg zu einer wahren Demokratie, der Arbeitsdemokratie, und zu einer wirklichen Aufklärung, d.h. Einsicht in die Funktionszusammenhänge („Orgonometrie“), kann nur freigemacht werden, wenn die „grundsätzlich ausweichende Haltung des homo normalis“ angegangen wird, das universelle Ausweichen vor dem Wesentlichen, der Zement der gepanzerten Gesellschaft.