Rationale Politik versus ideologische Politik
Fühlen heißt leben
Zuhören
Der Zuhörer und der dem zugehört wird
Lustangst
Angst vor dem Verstehen
Rationale Politik versus ideologische Politik
Fühlen heißt leben
Zuhören
Der Zuhörer und der dem zugehört wird
Lustangst
Angst vor dem Verstehen
[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]
Wäre ich beispielsweise Gesangslehrer, würde ich den Schüler einfach bitten, etwas zu singen, das aufnehmen und ihm das sozusagen „charakteranalytisch“ zurückspiegeln, indem wir uns gemeinsam die Aufnahme anhören. Sodann würde ich ihn fragen, was hier nicht zu seiner Vision von dem paßt, was er erreichen wollte, erstrebt hat. Auf diese Weise würde ich die Hemmung, die ihm sein Leben frustabel macht, d.h. seine individuelle Panzerung ansprechen.
In einem zweiten Schritt würde ich ihn fragen, ob es wirklich seine eigene wahre Vision von Singen, von Performance, ist oder er irgendeiner heteronomen Modeerscheinung aufgesessen ist, mit der er sich nicht wirklich identifizieren kann. Ich würde damit sozusagen die gesellschaftliche Ideologie angehen, die soziale Panzerung.
Im ersten Fall geht es um die Technik, im zweiten um den Stil. Das Ziel meines Unterrichts wäre es, Fassade und Kern wieder miteinander zu verbinden und die sekundäre Schicht in einem Zweifrontenkrieg immer weiter einzuengen und schließlich zu zermalmen.

Das bringt mich zu Marx, demzufolge Arbeit definiert ist als „Vision“ plus Handanlegen, was von vornherein die gesamte Thematik von Arbeitsteilung, Überbau und Unterbau, Produktionsmittel und Produktionsverhältnisse, Klassenbewußtsein und gesellschaftliche Ideologie impliziert. Ich habe in den vorangegangenen Teilen dieser Blogserie versucht darzustellen, daß es sich hier um sozusagen Masken der Stirnerschen Anthropologie handelt: verinnerlichte Hierarchien, Über-Ich, Panzerung.
Bei Freud geht es um das „Ichideal“, d.h. die Vision dessen, was man gerne wäre; womit man sich identifiziert: mit dem heteronomen Vorgaben der Gesellschaft (letztendlich der „schwarzen“ Mittlere Schicht in der obigen Abbildung) oder mit dem autonomen bioenergetischen Kern.
Man wird Eigner seiner selbst, d.h. gewinnt „seine eigene Stimme“, wie man so schön sagt!
[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]
Der Marxismus ist aus Marx‘ „Widerlegung“ von Stirners Anthropologie hervorgegangen. Siehe Marx‘ Die deutsche Ideologie. Bei Stirner dreht sich alles um die „inneren Hierarchien“, d.h. die Verinnerlichung der gesellschaftlichen Ideologie, also das, was Freud „Über-Ich“ und Reich „Panzerung“ genannt hat. Diese Dichotomie von (Eigen-) Natur und Gesellschaft wurde von Marx ersetzt durch die von materiellem Unterbau und ideellem Überbau, d.h. deine Eigenheit ist (ideelle) Illusion bzw. widersetzt sich dem unaufhaltsamen (materiellen) Fortschritt.
Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre vermischt der Pseudo-Marxist Reich diese beiden Sichtweisen, indem er frägt auf welche Weise die gesellschaftliche Ideologie auf das Individuum einwirkt. Die Marxsche Gesellschaftslehre mußte, so Reich, diese Frage als außerhalb ihres Bereichs liegend offenlassen, die Psychoanalyse hingegen kann sie beantworten: in der Familie bekommt das Kind ein Über-Ich verpaßt. Reich beschrieb die Schere zwischen „progressivem“ Unterbau (Ökonomie) und „regressivem“ Überbau (Ideologie). Beispielsweise ist ein Arbeiter in moderne Zusammenhänge eingebunden, doch sein Bewußtsein ist immer noch von der bäuerlichen Herkunft seiner Familie geprägt.
Gewisserweise kann man vom Gegensatz zwischen Genealogie und Entwicklung sprechen. Die Generationen meiner Vorfahren werden immer weniger, sozusagen „spitzen sich zu“ (16 Ururgroßeltern, 8 Urgroßeltern, 4 Großeltern, 2 Eltern), während ich selbst Ursprung einer sich immer weiter auffächernden Entwicklung sein kann. Das Gewissen bzw. Über-Ich, das ganze kulturelle Gepäck, ist sozusagen „überdeterminiert“, während mir selbst praktisch unendlich viele Optionen offenstehen.

Meines Dafürhaltens drückt das Stirner wie folgt aus:
Kommt es darauf an, sich zu verständigen und mitzuteilen, so kann Ich (…) nur von den menschlichen Mitteln Gebrauch machen, die Mir, weil Ich zugleich Mensch bin, zu Gebote stehen. Und wirklich habe Ich nur als Mensch Gedanken, als Ich bin Ich zugleich gedankenlos. Wer einen Gedanken nicht los werden kann, der ist soweit nur Mensch, ist ein Knecht der Sprache, dieser Menschensatzung, dieses Schatzes von menschlichen Gedanken. Die Sprache oder „das Wort“ tyrannisiert Uns am ärgsten, weil sie ein ganzes Heer von fixen Ideen gegen uns aufführt. Beobachte Dich einmal jetzt eben bei deinem Nachdenken, und Du wirst finden, wie Du nur dadurch weiter kommst, daß Du jeden Augenblick gedanken- und sprachlos wirst. Du bist nicht etwa bloß im Schlafe, sondern selbst im tiefsten Nachdenken gedanken- und sprachlos, ja dann gerade am meisten. Und nur durch diese Gedankenlosigkeit, diese verkannte „Gedankenfreiheit“ oder Freiheit vom Gedanken bist Du dein eigen. Erst von ihr aus gelangst Du dazu, die Sprache als dein Eigentum zu verbrauchen. (Der Einzige und sein Eigentum, reclam, S. 388)
Wenn man sich meine obige Skizze anschaut: im Fokalpunkt bricht sozusagen die („gedanken- und sprachlose“) Biologie ein und die Karten werden neu gemischt. Das ist der ganze Sinn der Reichschen „sexualökonomischen Lebensforschung“.
Man kann die obige Abbildung aber auch anders interpretieren, mehr „Marxistisch“: Affektiv („plebejisch“) sagt das Menschentier „ich“, doch dieses „Ich“ wird von einem Chor gesungen: den unendlich vielen Zellen, Organen, Antrieben, physiologischen Vorgängen, etc. „Ich habe mein Sache auf Nichts gestellt“, verweist im Sinne des jüdischen Altertums auf das absolute „Chaos“ unzähliger Strebungen („Tohuwabohu“). Tatsächlich fließen im retikulären Aktvierungssystem Myriaden Impulse zusammen, um so unser Bewußtsein zu bilden, ungefähr so wie in der Abbildung dargestellt.
Interessanterweise kann man die Geschichte der Arbeitsdemokratie ähnlich betrachten: Warum spreche ich Sie im Plural an („sie“)? Soweit ich mich an germanistische Aussagen erinnere, wurde das erst am Ausgang des 18. Jahrhunderts wirklich Usus. Vorher wurde weitgehend „geduzt“. Nur die Untertanen sprachen den Herrscher im Plural mit „Sie“ an, weil der ja nie „ich“, sondern immer nur „Wir“ sagte (Pluralis majestates). Das „Sie“ ist dann im bürgerlichen Zeitalter langsam zu einer allgemeinen Höflichkeitsform geworden. (Im Englischen ist das entgegen dem ersten Anschein nicht anders, denn „you“ steht ursprünglich für das Plural „ihr“!)
In der einfachen Ökonomie des Mittelalters waren die Menschen noch „Individuen“, während mit der wachsenden Arbeitsteilung der Einzelne immer mehr in ein Netz von Beziehungen eingebunden war. Schaute er „zurück“, was andere alles zuarbeiten mußten, damit er ein Produkt produzieren konnte, war es, als blicke er auf eine „Genealogie“ zurück. Entsprechend wurde auch aus einfachen Menschen ein „wir“, das mit „Sie“ angeredet werden muß. Wir tendieren dazu „Penner“ und Pensionäre zu duzen, während Leute, die voll im Arbeitsleben stehen, die ganze Gesellschaft vertreten: wir, ihr, „Sie“.
Gewiß haben Marx und Engels die Ideologie, das Bewußtsein an einigen Stellen weiter gefaßt, als bloß als intellektuelle Spiegelung. Man denke an den berühmten Satz aus der Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie (Einleitung) „… die materielle Gewalt muß gestürzt werden durch materielle Gewalt, allein auch die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift“.
Doch hier ist Theorie nur verstanden als revolutionäre Theorie, die ein den realen Verhältnissen entsprechendes, unmittelbar aus ihnen entspringendes Handeln ermöglicht. Also ist es hier doch wieder weniger die Theorie als eben jene Verhältnisse, die die materielle Gewalt aus sich erzeugen. Nirgends wird die reaktionäre „Theorie“ in gleicher Weise als materielle Gewalt gefaßt. Diese ist vielmehr in den Machtverhältnissen lokalisiert, die diese reaktionäre Theorie bedingen.
Der schwankenden Bedeutung des Marxschen Ideologie- und Bewußtseinsbegriffs wäre nur durch eine ausführliche Untersuchung beizukommen. Für unsere Zwecke hoffen wir genügend klar gezeigt zu haben, daß im Ganzen die intellektualistische Auffassung überwiegt. (Karl Teschitz: Religion, Kirche, Religionsstreit in Deutschland. Kopenhagen: Sexpol-Verlag, 1935, S. 63).
Hier findet sich der krypto-idealistische Urgrund der Leninistischen, Trotzkistischen, Stalinistischen, Maoistischen Revolutionsauffassung, die einzig und allein auf dem „Willen“ und fixen Ideen basiert, losgelöst von jedweder materiellen Grundlage. Beispielsweise hatten sich Stalin und Pol Pot in den Kopf gesetzt, daß gigantische Kanal- und Bewässerungssysteme irgendwie im Sozialismus münden würden. Für Kambodscha war das einfach eine wahnwitzige Idee, die nichts, aber auch rein gar nichts mit den tatsächlichen Bedürfnissen des Landes zu tun hatte, und in der UdSSR mündete das im vollkommen nutzlosen Weißmeerkanal und nicht zuletzt im Austrocknen des Aralsees. Ähnlich ist es heute mit der krypto-Marxistischen Politik von CDUSPDGrünen bestellt. Etwa dem schieren Wahnwitz der Zuwanderungs- und Energiepolitik. Der kontaktlose Irrsinn wird zur materiellen Gewalt!
Das ganze kann man nur mit der von Wilhelm Reich, Elsworth F. Baker und Charles Konia entwickelten sozialen Orgonomie verstehen. Es geht insbesondere um die Dreischichtung des Menschen (soziale Fassade, destruktive mittlere Schicht, bioenergetischer Kern), die Emotionelle Pest, die soziopolitische Charakterologie und die Transformation der autoritären (dezentralen) zur antiautoritären (zentralen) Gesellschaft.
Im Vulgärmarxismus spiegelt die Ideologie einfach die materiellen Verhältnisse wider. Die Arbeiter darben, woraus der Klassenkampf folgt. Andererseits ist die herrschende Ideologie die Ideologie der Herrschenden, so daß der Marxistische Intellektuelle „Theorie“ den Werktätigen vermitteln muß, so daß aus Ideologie eine materielle Gewalt, die „Arbeiterfaust“, wird. Reich löste diesen widersprüchlichen Mumpitz auf, indem er zunächst zeigte, daß sexuelle Unterdrückung ganz und gar nicht zur revolutionären Tat führt, sondern ganz im Gegenteil die Menschen handlungsunfähig („gepanzert“) macht. Sodann zeigte Reich, daß die politischen Ideologen durchweg die wirklichen Parasiten („Herrschenden“) der Gesellschaft sind, der organisierte Irrationalismus. Seinen Lösungsansatz präsentiert er in der dritten Auflage der Massenpsychologie des Faschismus von 1946. Die Arbeit und die Arbeitenden sollten das Schicksal der Gesellschaft bestimmen nicht Ideologien und Ideologen.
Reich beginnt mit einem Kapitel über die Schere, die sich zwischen der Ideologie, konkret dem Wahlverhalten, und der ökonomischen Situation der Menschen auftut.
Nehmen wir unsere heutige Zeit. Es gibt gegenwärtig in Deutschland gerade mal 15 Millionen wirkliche Nettosteuerzahler, die die restlichen 68 Millionen finanzieren müssen. (Staatsbedienstete können formal „Nettosteuerzahler“ sein, werden aber natürlich letztendlich ebenfalls von den besagten 15 Millionen bezahlt.) Was wählen diese Leistungsträger: größtenteils CDU, die nichts anderes ist als eine schwarze SPD, dann mit einigem Abstand die FDP, die das sozialistische Program absichert (man betrachte nur die gegenwärtige Ampel!) und schließlich, wieder mit einigem Abstand, zu gleichen Teilen Die Grünen und die SPD. Man muß wohlhabend sein, um sich den Klima- und Sozialklimbim leisten zu können.
Und was die 68 Millionen wählen: man schaue den Bundestag an! Alle beklagen sich, aber nichts geschieht. Dieses Land könnte sicher und märchenhaft reich sein, doch die „Leistungsträger“ und die Massen lassen sich moralisch erpressen und fallen auf die faschistische Kriegspropaganda einer Annalena Baerbock herein.
Wie so etwas möglich ist, hat Reich 1946 in der dritten Auflage der Massenpsychologie des Faschismus erklärt. In der ursprünglichen Fassung von 1933 wird das durch Marxistischen Jargon und den Versuch den Marxismus, trotz dessen eklatanten Scheiterns an der Wirklichkeit, zu rechtfertigen, leider eher verschleiert: die sexuelle Unterdrückung führt nicht etwa in die Rebellion, sondern verformt die Menschen ganz im Gegenteil dergestalt, daß sie sich selbst im Wege stehen. Und was das ganze perfide macht: der Reichsche „Urtext“ wird nun dazu mißbraucht, den beschriebenen Wahnsinn noch weiter zu verschärfen. Der Wähler soll noch mehr als bisher mit dem Wahlzettel „gegen Nazis“ stimmen, IM DENKBAR EKLATANTESTEN WIDERSPRUCH ZU SEINEN UREIGENDSTEN INTERESSEN.
Was ist der grundlegende sozusagen „metaphysische“, Unterschied zwischen den beiden Ausgaben? 1933 führte Reich, angeregt durch den Marxismus, die „psychische Struktur“ auf die „materiellen Seinsbedingungen“ zurück. Die Psychoanalyse untersuche, wie sich die Widersprüche dieses Daseins im Individuum niederschlagen, „wenn sie sich aber zur Erforschung der einer Schichte, Klasse, Berufsgruppe etc. gemeinsamen typischen psychischen Prozesse spezialisiert und das [individuell] Unterschiedliche ausschaltet, wird sie zur Massenpsychologie“ (S. 26). 1946 ging es um die Rückführung des politischen Irrationalismus auf die biophysische Dreischichtung der menschlichen Charakterstruktur aus „liberaler“ Fassade, „faschistischer“ mittlerer Schicht und „arbeitsdemokratischem“ Kern. Daraus entwickelte sich durch die Arbeiten von Elsworth F. Baker und Charles Konia die heutige soziopolitische Orgonomie.
Reichs sozialwissenschaftliche Entwicklung ging von der Psychologie (die Weiterentwicklung der Psychoanalyse zur Charakteranalyse) über die Soziologie (die Ergänzung des Marxismus durch die politische Psychologie) hin zur Biologie (die sexualökonomische Lebensforschung). Diese Schritte machten jeweils eine grundlegende Kritik sowohl an der Psychoanalyse als auch später am Marxismus möglich. Beide verlieren sich in wirklichkeitsfremde Spekulationen bzw. „Analysen“, während Reich im Technischen Seminar, in der konkreten Sexpol-Arbeit und schließlich im Labor der Wirklichkeit verhaftet bleibt: beobachten, bis sich die Theorie von selbst aufdrängt.
Kollektivismus
Schmerz, Sucht und Leben: Brief an einen Süchtigen
Text an eine 22-jährige Patientin mit schweren Wut- und Angstproblemen in der Vorgeschichte und Zeiten der Obdachlosigkeit, weil ihre Eltern sie im Stich ließen, wenn sie ihre Wut auslebte, und weil sie aufgrund ihrer Angst und Wut nicht arbeiten konnte
In seinem neuen Buch Clueless schreibt Charles Konia über die muslimische Welt des Mittleren Ostens:
Realistisch betrachtet, wird es unter den günstigsten Bedingungen Generationen, wenn nicht Jahrhunderte dauern, bis die Mindestanforderungen erfüllt sind, die notwendig sind, um in den Ländern des Nahen Ostens eine stabile Demokratie westlichen Stils zu schaffen und zu erhalten. Um dies zu erreichen, müssen die folgenden sozialen Veränderungen schrittweise und verantwortungsbewußt durchgeführt werden, wobei eine klare Unterscheidung zwischen primären Kernfunktionen und destruktiven sekundären Trieben getroffen werden muß.
– Aufhebung der sexuellen Unterdrückung von Kindern
– Gleichstellung der gesellschaftlichen Kräfte der politischen Linken und Rechten
– juristische Trennung von religiösem (Scharia) und weltlichem Recht
– Trennung von Religion und Wirtschaft
– Emanzipation der Frauen
– Abschaffung des Tribalismus (S. 119f)
Der Westen ist verhältnismäßig frei von der sexuellen Unterdrückung von Kindern, politischer Einseitigkeit, einem religiösen Ständestaat, Frauenunterdrückung und Tribalismus.
Das Problem dabei ist, daß genau das gerade rapide Rückgängig gemacht wird und zwar von Seiten der radikalen Linken in einer unheiligen Allianz mit den globalen Großkonzernen:
Damit sind der westlichen Demokratie und einer gedeihlichen von sexualökonomischen und arbeitsdemokratischen Grundsätzen bestimmten Zukunft sämtliche Grundlagen entzogen. Was bleibt ist die Barbarei, die Hölle auf Erden.