Du kannst nur authentisch, autonom, frei, selbstbewußt, glücklich und produktiv sein, weil die Orgonenergie eine ganz bestimmte Eigenschaft hat, die aller mystisch-mechanistischen Weltanschauung widerspricht: Spontanität.
Die Auseinandersetzung mit Max Stirner zwang Marx seinen Feuerbach‘ismus, d.h. die pseudoatheistische Vergöttlichung „der Menschheit“, hinter sich zu lassen und stattdessen den Historischen Materialismus zu entwerfen. Was leistet der? Er vergesellschaftet das Individuum und errichtet so durch die Hintertür doch wieder „die Menschheit“ Feuerbachs.
Wie passen LaMettrie, Stirner und Reich hier rein? Sie vertreten keine Projektionstheorie, sondern, frei nach Sandor Ferenczi (als der um 1910 herum ganz kurz Reich vorwegnahm und dafür von Freud zusammengestaucht wurde), eine Introjektionstheorie.
Wer vertritt noch eine Introjektionstheorie? Das Christentum: der Mensch betet keinen Götzen (Gott) an, sondern umgekehrt wird Gott zum Menschen. Stirner spielt darauf in seinen anfänglichen Reden an Kirchengemeinden an. Und Stirner kehrt es schließlich um: ich habe meine Sache auf mich gestellt – genauso wie Gott die Welt aus dem Nichts geschaffen hat. Was bedeutet, die Welt aus dem Nichts zu schaffen? Spontanität, agieren aus der eigenen Fülle jenseits von „Ursache und Wirkung“.
Das Christentum vertritt eine zweite, komplementäre Introjektionstheorie: das gesamte Neue Testament handelt von nichts anderem, als daß „Dämonen“ von uns Besitz ergreifen und uns der Selbststeuerung berauben. Aus äußeren Hierarchien werden „innere Hierarchien“ (das Über-Ich), die uns dazu bringen gegen unsere eigenen Interessen zu handeln.
Stirner war dergestalt Materialist, weil er die allgemeinen Begriffe („die Menschheit“) aufhob und er war gleichzeitig Antimaterialist, weil er damit genau das aufhob, was den Wesenskern des Materialismus ausmacht: Ursache und Wirkung. Spontanität ist mit jedwedem Materialismus unvereinbar. Ich erinnere an den strengen Determinismus sowohl bei Marx als auch bei Freud (und gewisserweise auch bei Nietzsche). Hinter diesem Determinismus verbirgt sich natürlich letztendlich nichts anderes als der Deismus und damit ein „moralisches Universum“ – also die pseudomaterialistische Pseudoaufklärung, die alles Tat, um den Störenfried LaMettrie zu beseitigen.
Die folgenden Bücher und Artikel sollte man in dieser Reihenfolge lesen, um sich in Bernd A. Laskas LSR-Projekt einzuarbeiten.
Am Anfang steht natürlich Laskas Reichs Biographie sowie Reich selbst und zwar jenes Buch, das Laska ursprünglich in seinem LSR-Verlag neu herausbringen wollte: Reichs von seinen beiden engsten Mitarbeitern, dem Psychiater Elsworth F. Baker und dem Gynäkologen Chester M. Raphael, kurz nach Reichs Tod zusammengestellte Ausgewählte Schiften.
Daß Reich in dieser Liste an erster Stelle steht, hat sowohl historische als auch inhaltliche Gründe: mit ihm hatte sich Laska zuerst beschäftigt (und das als einer der ersten in unserem besetzten Vaterland) und zweitens ist Reich eine notwendige Einführung, um LaMettrie überhaupt verstehen zu können, nämlich daß sich beide Ärzte mit genau den gleichen beiden Dingen beschäftigt haben – nur daß dies bei LaMettrie zeit- und „verfolgungsbedingt“ nicht so eindeutig ist. Die besagten beiden Dinge sind das Angehen des Charakterpanzers (also des Über-Ichs) und die Orgasmustheorie, bei LaMettrie entspricht das seinen Theorien über das Schuldgefühl und „die Kunst Wollust zu empfinden“.
Die Frage ist natürlich, warum ich Stirner an die dritte Stelle verschoben habe, hatte Laska diesen doch nach Reich und vor LaMettrie für sich entdeckt. Zunächst einmal waren Reich und LaMettrie Ärzte und ihre beiden Theorien machen, wie angedeutet, einander verständlicher und zweitens wollte Laska in der Chronologie seines LSR-Projekts zunächst durchaus inhaltlich vorgehen, d.h. jeweils die Theorien seiner drei Helden herausarbeiten. Ansatzweise hat er das bei Reich und den Vorreden zu seinen LaMettrie-Übersetzungen auch gemacht, doch änderte er dann seinen Plan: „Die Widerstände und Abwehrmechanismen gegen L/S/R traten (….) in den Vordergrund meines Interesses; sie waren aufzudecken und zu studieren, bevor an ein Verständnis für die Intentionen von L/S/R auch nur zu denken war. Hier bot sich allerdings aus verschiedenen Gründen vorzugsweise Stirner bzw. dessen Wirkungsgeschichte an, so daß anstelle der ursprünglich geplanten Schriftenfolge zunächst die Stirner-Studien erscheinen.“ Dieses „Zunächst“ erwies sich dann als der eigentliche Abschluß des LSR-Projekts. Stirner ist nur in der von Laska angedeuteten Weise erschließbar, d.h. vom Widerstand gegen sein Werk her, und die Vorkenntnisse, die wir durch die Auseinandersetzung mit Reich und LaMattrie erworben haben, dienen uns hierbei als Orientierungspunkte, ohne die wir uns allzuleicht verirren könnten, beispielsweise „Stirner als Vertreter des Egoismus und Herold der nihilistischen Transgemeinde“.
Bernd A. Laska: Zum Status der Reich’schen Theorie (1980): B. „Früher“ contra „später“ Reich eine überflüssige Kontroverse (http://lsr-projekt.de/wrb/wrstatusb.html)
Es ist wirklich auffallend: praktisch jeder, der sich bei der Wahl zwischen Reich und Freud für den letzteren entscheidet, argumentiert quasi „Schopenhauerisch“. Er ziehe den Stoiker Freud vor, weil der illusionslos gewesen sei, was die Natur des Menschen und dessen Stellung im Universum betrifft. Das ist so bezeichnend, weil Nietzsche auf diese Weise Stirner entkommen ist. Wie Laska entdeckt hat, hat Nietzsche seine schicksalswendende Entdeckung von Schopenhauers Die Welt als Wille und Vorstellung vorgeschoben, um so die Erschütterung durch Stirners Der Einzige und sein Eigentum zu bewältigen und den Konsequenzen durch Pseudoradikalität auszuweichen: die gesellschaftliche Sauerei verblaßt zu einem Nichts, weil das ganze Universum die Hölle ist. Jeder, der ein optimistisches Weltbild hat, ist entsprechend, so Nietzsches Meinung, ein verachtenswerter Philister.
Diesen Mechanismus, dieses Weglaufen von Stirner und Reich in die vermeintliche Illusionslosigkeit findet sich immer wieder in der Rezeptionsgeschichte der Werke Stirners und Reichs. Man nehme etwa das erste Buch des Psychoanalytikers und Historikers Bernd Nitzschke:
Was ist Orgonomie? Am Anfang steht der Entdecker der Lebensenergie. Was hat er entdeckt? 1. die Funktion des Orgasmus, 2. das Orgon und 3. die objektive Logik der Natur (orgonomischer Funktionalismus) sowie 4. ORANUR/DOR. Das ist der Kern der Orgonomie.
Wirkliches Leben wird der Orgonomie aber nur eingehaucht in der Klinik (medizinische Orgonomie), im gesellschaftlichen Leben (soziale Orgonomie), im Labor (biophysikalische Orgonomie) und in der Studierstube (Orgonometrie). Das ist sozusagen der „zweite Kreis“ der Orgonomie, ihre „mittlere Schicht“, wenn man so will – das „Mesoderm“.
Der dritte Kreis, die „soziale Fassade“ der Orgonomie ist die Tradition, die Organisation, die „Kultur“ der Orgonomie. Selbstverständlich kann jeder die Orgonomie für sich selbst studieren und sich selbst die Dinge praktisch erarbeiten, etwa am Mikroskop, aber wie in jeder anderen Wissenschaft, gibt es auch hier so etwas wie ein „Peer Review“. Etwas, was nicht der kritischen Überprüfung durch andere ausgesetzt wird, existiert schlichtweg nicht. Außerdem kann eben nicht jeder „tun und lassen, was er will“. Bzw. kann er schon, aber er muß die Konsequenzen tragen. Wissenschaft ist weder eine Demokratie und schon gar nicht eine Anarchie. Sie ist eine Monarchie, solange der Gründer bzw. die Gründergeneration noch tätig ist und geht dann in eine Republik über, die von Gesetzen bestimmt wird und dem ständigen Austausch zwischen den Gliedern der Gesellschaft getragen wird, von denen sich einige eine besondere Autorität erarbeitet haben. Von daher wären Mehrheitsabstimmungen über Sachfragen oder libertäre „Freiheit“ vollkommen abwegig.
Man wird fragen, ob denn nicht das Labor im Zentrum stehen müßte, aber das macht weder historisch Sinn noch „funktionell“. Am Anfang steht immer ein „Wilhelm Reich“, der eine Beobachtung macht bzw. eine Hypothese aufstellt und die dann überprüft. Es ist, man verzeihe mir den Vergleich, wie bei einem Rockstar. Normalerweise überbieten sich diese bei ihrem überschwenglichen Dank an die Fans, die das ganze erst möglich machen würden. Sie, die Fans, wären sozusagen „der Kern“ der ganzen Angelegenheit. Diese Haltung ist genauso universell wie unlogisch. Das ist mir bei einem Interview mit Doyle Wolfgang von Frankenstein aufgegangen, der sich über die Zudringlichkeit seiner Fans schrecklich aufregte und vollkommen richtig meinte, sie, die Fans würde es (eben als Fans) gar nicht geben, würde er, Doyle, seine Vision und seine Arbeit, nicht existieren! Sie sollen gefälligst ihm dankbar sein und ihn bezahlen, wenn sie seine Musik hören wollen.
Abschließend möchte ich das genannte Motiv der Verschwörung konkretisieren: Ich war heute etwa eine Stunde in einer großen radiologischen Praxis, als ich jemand bei seiner Untersuchung begleitete. Ob des ORANUR, war mir hundeelend, doch als ich mich umschaute, blickte ich in die üblichen leeren, teilweise blasierten Gesichter der medizinisch-technischen Angestellten und der anderen Besucher. Das erinnerte mich spontan an die „Pandemie“, als sich die gleichen Leute indolent die Todesspritze abholten, obwohl auch dem größten Idioten doch klargewesen sein sollte, daß das alles ein mörderischer Betrug war. Die gleiche blasierten Gesichter derer, die „damals“ auf die „Schwurbler“ und „Querdenker“ hinabsahen.
ORANUR und die Emotionelle Pest haben viel gemein. Es geht um Erregung („Pandemie!“) bei einem gleichzeitigen langsamen Absterben des Energiesystems (Indolenz). Und vor allem geht es um das kaum zu überbietende Unheimliche: Du sitzt da und wunderst dich, daß niemand etwas zu spüren scheint. Wie ertragen das die Angestellten in der Strahlenpraxis jahrein jahraus? Wie sieht der Bürger nicht, daß er in einem mörderischen System lebt, unter dem in den Impfzentren Dr. Mengele auf dich wartet? Sind denn alle verrückt geworden?!
Und du erkennst zweierlei: ORANUR ist nicht einfach nur Physik, sondern vor allem Sozialpsychologie. Und die Emotionelle Pest ist nicht einfach nur Sozialpsychologie, sondern vor allem Physik. Es handelt sich um grundlegende bio-physikalische Prozesse, die grundsätzlich nur dem Studenten der Orgonomie zugänglich sind.
Der in den vorangegangenen 13 Teilen beschriebene Wahnsinn ist integraler Bestandteil eines fundamentalen Wandels in der atmosphärischen Lebensenergie, den bisher nur Wilhelm Reich und Jerome Eden in ihrem ganzen Umfang erfaßt haben.