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Diskussionsforum 2010: eine Nachlese (Teil 2)

5. Juni 2015

Futjah wendet sich Anfang September 2010 direkt an mich, PN:

Deine Grundeinstellung wirkt auf mich sehr feindselig und VERurteilend.

Ich habe nichts gegen BEurteilungen, aber deine Abfälligkeit ist sehr auffällig.

Versteh mich nicht falsch, dafür möchte ich dich nicht verurteilen, finde es eher unheimlich verständlich, nur wenig hilfreich und damit unlebendig. Damit tust du dir selbst keinen Gefallen!

Ich hoffe du nimmst meine Kritik auf und verstehst, daß ich mich mit dir, dem „breitbeinig dastehenden Araber“ und allen anderen Menschen auf Augenhöhe fühle und ihnen nicht mehr ihre „Schwächen“ vorwerfe, die hat nämlich jeder auf seine Weise.

Botschaft Reichs ist für mich, daß jeder Mensch im Grunde gut bzw. lebendig ist. Was nicht bedeutet, daß ich mein Leben in die Hände anderer legen möchte und ihnen keine Grenzen bzgl. meiner Selbst aufzeigen werde.

Doch i.d.R. nicht ohne Verständnis für den anderen. Werte ich ihn ab, weil er angelblich mehr DOR und weniger Orgon ausstrahlt o.ä., so bin ich mehr „DOR-Verseucht“ als ich mir eingestehen möchte.

Ich hoffe bei dir ist nicht Orgon sowas wie Arier und DOR sowas wie Juden! Das Spiel hatten wir schon, bitte nicht nochmal! Auch wenn die Gefahr sehr groß ist wie man immer wieder mal sieht…

Klingt gut, worum es aber wirklich geht, scheint deutlich durch: die Angst davor, daß es mit dem „Gutsein“ des Menschen nicht sehr weit trägt und daß dies alptraumhafte Konsequenzen hat. „Reichianer“, größtenteils liberale Charaktere ohne jede Tiefe, können meist nicht begreifen, daß Christusmord eine Wasserscheide in Reichs Werk darstellt und Blütenträume über das Gute im Menschen, das man nur freilegen müsse, passé sind – das Böse real ist, keine bloße Oberflächenerscheinung. Ich verweise beispielsweise auf den Blogeintrag Verfilmungen von Reichs Buch CHRISTUSMORD.

Und was die abfällige Art von PN betrifft… Karl Klein wendet sich ebenfalls an mich:

Was die orgonomische Qualität ihrer Nachrichtenbriefe betrifft, möchte ich nur an einen Nachrichtenbrief erinnern, in dem sie ihre „Gegner“, hier Linke, ganz allgemein als „Kinderficker“ beschimpfen.

Ich antwortete damals: „Welchen? Wohl https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2015/05/13/kommunarden%C2%A0kinderficker/ Ich hätte noch ganz anders argumentieren können, insbesondere auf die Anfänge der GRÜNEN verweisen können.“

Was mich wirklich unermeßlich ankotzt, ist die Arroganz der Grünen: daß ausgerechnet dieses DRECKSPACK, diese schmierigen Sexkunde-Onkel und -Tanten, es wagt, die Katholische Kirche wegen deren Vergehen an Kindern anzuklagen. Und so in allem: daß diese „Israelkritiker“ überall „Nazis“ sehen, diese Vogelschredder („Windkraftanlagen“) es wagen, den Begriff „Umweltschutz“ in den Mund zu nehmen. Eine Partei, deren Klientel überwiegend von Steuergeldern lebt, „Ausbeutung“ anklagt. Leute, die „Bürgerrechte“ einklagen, aber gleichzeitig einen bürokratischen und Meinungsterror aufgebaut haben, der seinesgleichen sucht… Diese Pfaffen der Political Correctness hatten uns freie Rede versprochen. Niemand spielt virtuoser auf der Klaviatur der Schuldgefühle, denn die grünen ARSCHLÖCHER! Schluß, ich muß auf meine Herzgesundheit achtgeben.

Mal etwas Grundsätzliches über bestimmte Herrschaften: Jene, die sich in der Partei Die Grünen, im Umfeld der TAZ und nicht zuletzt im Reichianismus zusammengefunden haben, sind Menschen, die alles zerstören, mit dem sie in Kontakt kommen. In der DDR wurden die „Petra Kellys“ von der Stasi erbarmungslos verfolgt, während die Kommunisten freudig zuschauten, wie sie die westlichen Gesellschaften mit immer neuen Absurditäten unterminierten. Wären die Russen zum Atlantik durchmarschiert, wären „Die Grünen“ die ersten gewesen, die man an die Wand gestellt hätte. In dieser Hinsicht kann man von den Kommunisten nur lernen! Wenn die Orgonomie überleben soll, muß man diese Leute durch ständige Provokationen draußen halten. Es sind Zecken, nichts weiter als Zecken. Verpißt euch! Meinetwegen gendergerecht. Aber verpißt euch!

Robert zitiert folgende Stelle, die er hier gefunden hat:

An diesem Punkt möchte ich auf Deleuze und Guattari zu sprechen kommen. Im Anti-Ödipus schreiben sie an einer Stelle, die mir zentral erscheint: „So bleibt die grundlegende Frage der politischen Philosophie immer noch jene, die Spinoza zu stellen wußte und die Reich wieder entdeckt hat. Warum kämpfen die Menschen für ihre Knechtschaft, als ginge es um ihr Heil? Was veranlaßt einen zu schreien: ‚Noch mehr Steuern, noch weniger Brot‘?” Das ist eine sehr aktuelle Erscheinungsform von Askese, sie paart sich mit dem neuen, nicht-asketischen Gestus der Eliten.

Braungebrannte Sportwagenfahrer treten derzeit als politische Führer auf, die den Massen signalisieren, daß sie jetzt um ihre soziale Absicherung gebracht werden. Oder sie kündigen der Bevölkerung, wie der gegenwärtige Finanzminister es genannt hat, einen „Verlust von Annehmlichkeiten“ an. Wenn die Massen daraufhin nicht sagen, „Na gut, das müssen wir einsehen“, sondern statt dessen sogar noch rufen, „Hurra, endlich wird das Sozialsystem, werden die Gewerkschaften zerstört, die uns vor dem amoklaufenden internationalen Kapital vielleicht noch hätten schützen können“, dann zeigt sich hier ein offen einbekannter Hedonismus der politischen Führer mit einem eigenartigen asketischen Geist auf Seiten der Massen gepaart: Was der Führer an Nicht-Askese verkörpert, das verkörpern die Massen nun als asketische Haltung.

PN sagt dazu: So wird Reich für den Sozialismus dienstbar gemacht. Die Massen, die schließlich die Arbeitsdemokratie tragen, werden wie Kinder betrachtet, die geschützt werden müssen. (Bezeichnenderweise immer vor „denen da oben“, aber nie von „denen da unten“!)

Robert an anderer Stelle:

Reich in den Fängen der Stalinisten

In der Yale Universität existiert ein Dokument aus der Sowjetunion von 1936, bei der die meistgesuchten Trotzkisten aufgeführt werden. Folgender Eintrag ist dort zu finden:

10) OTTO KNOBEL (OTTO BRANT) [xxv] – ein ehemaliger Mitarbeiter des Kommunistischen Jugendverbandes Deutschlands, der beim Internationalen Jugendverlag in Deutschland gearbeitet hatte und der 1933 ohne Zustimmung der Partei nach Paris emigrierte. [Ihm] wurde kein Status als politischer Emigrant zuerkannt. [Knobel] kehrte nach Deutschland zurück und emigrierte dann erneut. In Paris war [er] mit den Trotzkisten verbunden. [Er] zog, um zu arbeiten, nach Kopenhagen, wo er nicht mit der Partei verbunden war und keine Verbindungen mit der Gemeinde der Emigranten hatte. In Kopenhagen arbeitete [er] im Verlag von Wilhelm Reich [xxvi], der aus der KPD wegen Trotzkismus ausgeschlossen worden war. Ihm zufolge brach er mit Reich wegen persönlicher Differenzen. Einigen Parteigenossen zufolge ging er jedoch mit Reichs Zustimmung nach Berlin und ein Monat später, Ende 1935, kam er über Inturist in die Sowjetunion ohne Verbindungen und ohne Erlaubnis der Partei. Er stand Reich so nahe, daß er [Reichs] Briefe an Trotzki gelesen und sie sogar selbst abgeschickt hat.

Im April 1936 meldete die Kaderabteilung Knobels Vergangenheit an die zuständigen Organe. Seine letzte Adresse [war]: Hotel „Novomoskovskaia“.

[xxv] Otto Knobel (Brandt). Geboren 1908 in Schwerin, Deutschland, war seit 1929 Mitglied der KPD. Juni 1935 zog er in die UdSSR und unterrichtete an der deutschen „Karl-Liebknecht-Schule“ in Moskau. Er wurde am 1. Oktober 1936 verhaftet und am 22. Juni 1937 zu fünf Jahren in einem Arbeitslager verurteilt.

[xxvi] Wilhelm Reich (1897-1957). Ein Psychoanalytiker, spezialisiert auf Sexualprobleme und sexuelle Aufklärung, trat 1930 der KPD bei und wurde 1934 ausgeschlossen.

http://www.yale.edu/annals/Chase/Documents/doc20chapt4.htm#_edn25

Zu Knobel fand Robert noch folgenden Eintrag:

Knobel, Otto Ernst (alias Brand). Geb. 8.2.1908 in Schwerin. 1922-1928 Besuch der Karl-Marx-Aufbauschule in Neukölln, Freundschaft mir Bruno Krömke. Mitglied des SSB und Redaktionsmitglied der Zeitschrift Schulkampf. Seit 1927 Mitglied des KJVD, seit 1929 in der KPD, Redakteur der Zeitung Kommunistische Jugendinternationale. Fünf Semester an der Berliner Universität. 1935-1935 Emigration nach Frankreich und Dänemark, im Juni 1935 in die UdSSR. Im Sommer 1935 zeitweilige Arbeit am Moskauer Elektrotechnischen Institut für Nachrichtenwesen. Seit September 1935 Unterricht in der Karl-Liebknecht-Schule (Werken bzw. „Technologie“), seit September 1936 Klassenleiter und Biologielehrer, verantwortlich für das Biologiekabinett. Im Sommer 1936 einer der Leiter bei der Schulreise zum Sewan-See (Armenien). Am 1.10.1936 verhaftet, am 22.6.1937 zu 5 Jahren Arbeitslager verurteilt, vermutlich im Lager ums Leben gekommen. Rehabilitiert 9.3.1989.

Quelle: Natalja Mussienko, Alexander Vatlin: Schule der Träume. Die Karl-Liebknecht-Schule in Moskau (1924–1938), Klinkhardt Verlag 2005, S. 243

martincoldwar

Stalins Rückkehr

2. Juni 2015

Eine „gemäßigte Linke“ ist ein Widerspruch in sich selbst. Man kann das Lebendige nicht kontrollieren, ohne es zu töten. Man kann eine Gesellschaft, die auf Jahrhunderte gewachsene Traditionen ruht, nicht „transformieren“, ohne in der Tyrannei zu landen. Man kann nicht in das diffizil austarierte Ineinandergreifen der Wirtschaft „lenkend“ eingreifen, ohne Massenelend zu erzeugen. (Konkret stehen wir dank der krypto-marxistischen keynesianischen Wirtschaftpolitik heute weltweit vor der grandiosen Alternative: unvorstellbares Massenelend durch Hyperinflation a la Zimbabwe oder ein die Zukunft unserer Kinder negierender Schuldenberg.) Die Linke hat uns „das freie Wort“ versprochen und uns einen erbarmungslosen, rotfaschistischen Meinungsterror beschert. Eine „Bildungsreform“ nach der anderen hat uns nur eins gebracht: Massenverblödung.

Massenpsychologisch haben wir es damit zu tun, daß das, was Reich als liberale, „soziale Fassade“ bezeichnet hat, in den Dienst der „sekundären Schicht“ tritt: der lebensfeindlich entstellten, „faschistischen“ Triebe im Menschen. Siehe dazu Reichs Massenpsychologie des Faschismus.

Die organisierte pseudo-liberale Pest hat zum finalen Schlag gegen die „herrschende Klasse“ angesetzt. Wie in Lenins und Staliens Rußland, Maos China, auf Castros Cuba, etc. geht es um deren biologische Vernichtung. Während jedoch in diesen Ländern nur eine Gesellschaftsschicht mitsamt ihren Traditionen ausgemerzt werden sollte, ist es den westlichen Linken um einen Völkermord zu tun: „der weiße Mensch“ soll ausgerottet werden. Man denke nur mal an den Kult um „Tugce“, „um die ganz Deutschland weint“. Wäre sie blond und blauäugig gewesen, hätte ihr Unfalltod (bei Tugce ist natürlich stets von „Mord“ die Rede) niemanden hinter dem Ofen hervorgelockt. „Weiße“ sind für unsere „aufgeklärte Kulturelite“ nichts weiter als Dreck, den die Schwarzen und Braunen, d.h. die neuen Proletarier nach belieben FICKEN können.

Der Skandal um die muslimischen Vergewaltigungsbanden in Großbritannien wird immer schlimmer. Letzten August berichtete die BBC noch, daß „mindestens“ 1400 Kinder in Rotherham zwischen den Jahren 1997 und 2013 in abstoßendster Weise mißbraucht wurden. Kinder im Alter ab 11 Jahren wurden von verschiedenen Vergewaltigern mißbraucht und in andere Städte verkauft, geschlagen und eingeschüchtert. Fünf Monate später ist nur wenig geschehen, um diese Geißel zu bekämpfen, es ist im Gegenteil in exponentiellen Zahlen gewachsen. Hunderte neuer Fälle wurden entdeckt und eines der Opfer sagte, daß diejenigen, die sie mißbrauchten, „Unberührbar“ seien.

Das sind keine Einzelfälle, sondern es steckt dahinter System. Es geht, wie angedeutet, um ethnische Säuberungen. Hier ein Blick nach Schweden:

Im kulturell hochbereicherten Malmöer Viertel Rosengard mußte gestern ein Kindergarten nach zahlreichen Schikanen und Drohungen aus Sicherheitsgründen schließen. Eine Mitarbeiterin war bereits von einer aus einem Fenster geworfenen Flasche getroffen worden. Täter sind „südländische Jugendliche“, die schon länger die Umgebung bis zur kompletten Verwahrlosung hin (die Rede ist von Dreck und Kakerlaken) bereichern. Rund um den Kindergarten liegen überall Glasscherben, die Wand ziert ein Einschußloch unbekannten Ursprungs.

Zu der schwedischen Originalveröffentlichung wurde folgender Leserbrief geschrieben, der plastisch illustriert, welche Geisteshaltung diesen „menschlichen“ Abschaum in unsere Länder gespült hat und wie dieser „Liberalismus“ fest entschlossen ist, unsere Zivilisation endgültig zu zerstören:

Ich habe in einer Uni in Schweden drei Jahre lang „soziale Integrationsprozesse“ studiert, nur um zu erfahren, als ich nach London ging, daß „Integration“ ein geschichtliches Phänomen ist. In Schweden muß endlich die Assimilation beginnen. Hier [in London] sind die lokalen Behörden stolz!! auf die kulturelle Diversität und ihre Demographie. Von dir wird erwartet, je nach deiner Nachbarschaft, unterschiedlich auszusehen, zu sprechen und dich zu verhalten! Diese Gangs werden solange ihr Territorium verteidigen, bis ihnen die Möglichkeit gegeben wird, Teil von etwas größerem zu werden als nur Besitzer über ein paar Blocks von Rosengard. Gebe ihnen Respekt und Würde. Sie als Idioten zu bezeichnen, führt nicht nach vorne. Kannst du dir irgendeinen großen Politiker oder Weltführer vorstellen, der jene Menschen in seiner Gesellschaft, die am meisten verletzlich und am meisten ausgeschlossen sind, als Idioten bezeichnet??? Nein, nur schwedische Politiker können es sich leisten, so etwas zu tun. Schwedische Politiker sollten über die gelben und blauen Grenzen [Schwedens] hinausblicken, um nach Lösungen zu suchen, die sie in Schweden nicht finden können.

Das ist genau das, was die „südländischen Jugendlichen“ erreichen wollen, wenn sie unsere Gesellschaft vom Kern her zerstören. Wir haben uns anzupassen. Wir müssen unser ganzes Leben neu organisieren, um sie nicht mehr zu provozieren. Wir sollen sie mit Respekt behandeln! Schweden muß endlich liberaler und offener werden!

Linksliberale und Sozialisten, wie unser schwedischer Student, werden nicht eher ruhen, als bis sich der gesamte Planet in ein Rattenloch a la Londonistan verwandelt hat! Das Ende des sozialdemokratischen Projekts ist die Herrschaft der Kakerlake. Man muß blind sein, um nicht zu sehen, daß seit geraumer Zeit eine signifikante Islamisierung unseres Landes stattfindet und daß jeder gesellschaftlichen Selbstmord begeht, der das anspricht oder sich gar dagegen wendet!

Wie Anfang der 1930er Jahre versuchen die rotlackierten Nazis im Verbund mit Faschisten (Beispielsweise den türkischen Nationalsozialisten: die Grauen Wölfe) dieses Land zu zerstören. Der Vernichtungskrieg gegen die Freiheit hat schon längst begonnen:

03.05.2010
Bielefeld: Autonome und Graue Wölfe haben Tour-Konvoi eingekesselt und Pro-NRW-Bus teilweise entglast – Kreistagsabgeordneter Ulrich Manes wurde von mehreren Dutzend autonomen Linksextremisten angegriffen und konnte nur unter massiven Polizeischutz Bielefeld wieder verlassen.
Dramatische Szenen spielen sich derzeit in Bielefeld-Brackwede ab, wo die Brinkmann-Wahlkampftour zum dritten Mal am heutigen Tag Station gemacht hat. Nach einer erfolgreich verlaufenen Veranstaltung, an deren Rande bereits zahlreiche Linksextremisten und Vertreter der Grauen Wölfe ihren Unmut gegen die Demokratie äußerten, wurde der Tour-Konvoi auf dem Kirchplatz von Autonomen eingekesselt. Neben Eiern flogen auch bereits die ersten Steine und entglasten den Brinkmann-Tourbus teilweise. Die Polizei geht momentan leider noch nicht konsequent gegen die laut Augenzeugenberichten offenbar teilweise von der SPD in Wahlkampfbussen herangekarrten Autonomen vor, die mit einer Sitzblockade die Abfahrt des Konvois blockieren.

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Soziopolitische Charakterologie

23. August 2014

Linke und Rechte unterscheiden sich nicht primär durch ihre Weltanschauung, sondern durch ihren Charakter. Dazu Gideon Böss, der feststellt, daß heute Linke und Konservative weitgehend gleicher Meinung sind, doch trotzdem: bei Kommentaren könne er „oft schon nach einem oder zwei Sätzen sagen, aus welcher politischen Richtung der Widerspruch kommt“.

Linke sind aggressiver und zielen viel schneller auf den Menschen hinter einem Argument. Sie halten sich nicht lange auf der Sachebene auf, sondern spekulieren laut darüber, welche Lobby einen wohl für diese Meinung bezahlt. (…) Was auch ein klares Indiz dafür ist, mit einem Linken zu diskutieren, ist der inflationäre Gebrauch von Worten wie „Rassist“, „Xenophober“, „Hetzer“ und „Brandstifter“. (…) Ebenfalls beliebt ist der autoritär-lehrerhafte Verweis auf Quellen, die es zu studieren gilt. „Ließ erst einmal, was Autor A geschrieben hat. Wenn es dann immer noch nicht Klick gemacht hat, weiß ich auch nicht weiter, Rassist!“

Konservative hätten andere Prioritäten:

Die Kritik ist weniger scharf auf die Person bezogen. Oft ist der irrende Autor einfach nur ein weiterer Beleg für den traurigen Zustand der Gesellschaft. (…) Schließlich wird ja immer alles schlimmer in diesem Land (…). Außerdem fehlen dem konservativen Wortschatz die starken Begriffe. (…) Weil die Kritik von linker Seite aggressiver und persönlicher ist, ist sie auch anonymer. Es sind oft Fake-Namen, unter denen gepostet wird. Die Konservativen treten häufiger mit eigenem Namen (…) auf. (…) Von daher ist die Unterscheidung zwischen Linken und Konservativen heute vor allem eine, die über den Knigge und nicht mehr die jeweiligen Weltanschauungen geht. (…)

Die soziopolitische Charakterologie wurde von Elsworth F. Baker entwickelt.

In etwas modifizierter Form wird sie in Der politische Irrationalismus aus Sicht der Orgonomie beschrieben. Kurz gesagt behauptet die Orgonomie, daß der ideologische Gegensatz zwischen Liberalen („Linken“) und Konservativen auf strukturellen Unterschieden beruht, d.h. grundsätzlich unterschiedliche Charakterstrukturen vorliegen.

2007 hat eine Forschergruppe der New York University (David Amodio, et al.) festgestellt, daß bei liberal („links“) eingestellten Menschen der sogenannte anteriore cinguläre Cortex im Vorderlappen des Gehirns wesentlich aktiver ist als bei Konservativen. In dieser Gehirnregion wird gesteuert, wie wir mit Konfliktsituationen umgehen, uns auf Neues einstellen können. Beim betreffenden Versuch mußten Versuchspersonen bei Erscheinen eines Signals auf einen Knopf drücken. Nach einer Gewöhnungsphase erschien ein zweites Signal, das die Probanden veranlassen sollte, nicht mehr auf den Knopf zu drücken. Bei dieser Umstellung feuerten die Nervenzellen bei den „Liberalen“ weitaus stärker als bei den „Konservativen“. Entsprechend machten die letzteren auch mehr Fehler, d.h. drückten weiterhin auf den Knopf. Liberale können sich auf Neues besser einstellen, während Konservative am Altbewährten haften bleiben.

Es ist wirklich auffallend, daß konservative Politiker und Journalisten in den Medien als wenig schlagfertig, ungelenk, unkonzentriert, teilweise geradezu „trottelhaft“ „rüberkommen“. Man denke an Helmut Kohl, Edmund Stoiber, George W. Bush oder etwa an die stotternden Auftritte eines Gerhard Löwenthals seligen Angedenkens – und das stets schlagfertige, eloquente Auftreten ihrer Gegenspieler. Ein solches Verhalten ist unmittelbares Ergebnis grundsätzlich verschiedener Energieflüsse im Organismus. Während der Konservative buchstäblich „hirnfern“ im Bauch lebt (orgonotisches System), dreht sich beim Liberalen alles um die Versorgung des Hirns mit Orgonenergie (energetisches Orgonom).

Der grundlegende bioenergetische Unterschied zwischen „Linken“ und „Rechten“ wird durch eine Gallup-Umfrage aus dem gleichen Jahr ebenfalls beleuchtet: Konservative haben weniger psychische Probleme als „Progressive“. Ein statistisch signifikanter Unterschied, der weder mit Einkommensunterschieden noch mit irgendwelchen anderen Faktoren wegerklärt werden kann. Aus bioenergetischer Sicht ist es geradezu selbstevident, daß die, die aus dem Bauch heraus leben, weniger innerlich zerrissen sind, als jene, die „zerebral“ organisiert sind.

Jason Rentfrow von der University of Cambridge hat die geographische Verteilung der Persönlichkeitsmerkmale in den USA untersucht. Grob gesagt sind an der Ost- und Westküste die Menschen kreativer, einfallsreicher und offener als im Mittleren Westen und im Süden, wo die Leute pragmatischer, gradliniger und traditioneller eingestellt sind. Verglichen mit dem Rest des Landes, sind die Bewohner des Mittleren Westens und Südens auch nachbarschaftlicher, freundlicher und freigiebiger.

Dieser Unterschied zwischen den Küsten und dem Mittleren Westen, also „Intellekt“ hier und „Tradition“ dort, schlägt sich unmittelbar in den Wahlergebnissen nieder: die Küsten sind blau (Democrats), der Mittlere Westen und der Süden rot (Republicans).

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Warum etablieren die Roten Faschisten in Europa eine schwarz-faschistische Kultur?

15. November 2013

Warum sorgen die Kommunisten in Deutschland („Sozialdemokraten“ und sogenannte „Grüne“), Frankreich, England, den skandinavischen Ländern, etc. dafür, daß sich immer mehr Türken, Araber, Nordafrikaner in Europa niederlassen, deren Lebenseinstellung extrem konservativ ist und deren Feindbilder Neger, Schwule und Kommunisten sind. Wenn irgendwo „Nazigesinnung“, einschließlich Antisemitismus und „Antifeminismus“, zu finden ist, dann dort!

Was überführt den naturgegebenen antagonistischen Gegensatz, in den derartig widernatürlichen einfachen Gegensatz?

linksrechtswiderspruch

  1. Der Linke identifiziert sich mit dem Underdog, insbesondere den „kleinen braunhäutigen Opfern des Kolonialismus“. Das ist nur mit dem Ödipus-Komplex zu erklären. Während der Rechte, beispielsweise so gut wie alle Türken, seinen Ödipus-Komplex dadurch verarbeitet, indem er sich mit dem Vater auf einer erwachsenen Ebene auseinandersetzt, d.h. mit ihm in Augenhöhe in Konkurrenz tritt, bleibt der Linke das ewige rebellische Kind, daß „gegen die da oben“ protestiert und sich mit anderen vermeintlichen Opfern des Establishments solidarisiert.
  2. Der Linke ist von seinem bioenergetischen Kern vollständig abgeschlossen und lebt ausschließlich in der sozialen Fassade und in seiner destruktiven mittleren Schicht. Das äußert sich u.a. in seiner Naturferne. Der moderne „Ökologismus“ ist nur eine Möglichkeit den Kapitalismus (den Vater!) zu untergraben und sich mit der „ausgebeuteten Kreatur“ zu solidarisieren, ist also ausschließlich eine Funktion der sozialen Fassade und der destruktiven mittleren Schicht. Kaum wird es konkret, d.h. betrifft das soziale Leben und damit den eigenen bioenergetischen Kern, ist sofort von „Biologismus“, „Rassismus“, etc. die Rede! In vieler Hinsicht verbindet dieser Punkt den Linken mit dem „Südländer“, der ebenfalls ein gebrochenes Verhältnis zur Natur hat. Zwar sieht er die naturgegebenen Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen, doch wer ist schon einmal einem Südländer im deutschen Wald begegnet? Beide leben in einer emotionalen Wüste, sind in DOR und ORANUR verliebt und haben eine tiefsitzende Aversion gegen OR.
  3. Der rote Faschist und der schwarze Faschist haben einen gemeinsamen Todfeind. Diese Todfeindschaft überstrahlt zeitweise alle Gegensätze zwischen diesen beiden Parteien und macht aus ihnen eine Partei. Dieser Todfeind ist die freie Marktwirtschaft (der Kapitalismus), die westliche Freiheit und Demokratie. Der Linke haßt sie, weil er gegen den Vater, den „Kapitalisten“, rebelliert und alles ablehnt, was aus dem bioenergetischen Kern kommt, also auch nur ansatzweise an die Arbeitsdemokratie erinnert. Der südländische Rechte haßt Kapitalismus und Freiheit, weil sie die (sexuelle) „Unmoral“ fördern und traditionelle Autoritären unterminieren. Beide, rote und schwarze Faschisten, können das Lebendige nicht ertragen und tun alles, um es zu strangulieren und zu vernichten.

Nachtrag zu „Die sozio-politische Charakterologie Elsworth F. Bakers am Beispiel der Bundestagsparteien“

5. Dezember 2012

Man meint, den Streit Liberalismus gegen Konservativismus dadurch umgehen zu können, indem man („Schluß mit der Politik!“) einfach die Lebensfeindlichkeit schlechthin bekämpft oder positiver ausgedrückt: für das Leben einsteht, egal ob es nun von rechts oder von links bedroht wird. Aber ist nicht a priori „politisch sein“ identisch mit „links sein“? Die Linken sagen doch selber immer, daß eine apolitische Haltung zu reaktionären Ansichten führt. Politik bestimmt unser Leben wie kaum etwas, wir sollen aber nicht versuchen sie zu begreifen?

Um effektiv für das Leben und gegen das Antileben eintreten zu können, muß man:

  1. die pestilenten Mechanismen in ihren Einzelheiten erkennen; und
  2. sich im konkreten Leben, jenseits nebelhafter Grundsätzlichkeit, so neurotisch wie es nun mal ist, für eine Seite in einer bestimmten Situation entscheiden. Genauso wie sich Reich immer entschieden hat.

Mit grundsätzlichen (einfachen) Überlegungen kommt man im Leben halt nicht immer weiter.

Menschen denken gemeinhin nach dem mechano-mystischen Ausschließlichkeitsprinzip, anstatt funktionell („dialektisch“) zu denken. Für sie scheint es so zu sein, daß sich:

  1. der Liberale als „guter Mensch“ und der Faschismus einander ausschließen. In Wirklichkeit können sie aber sehr wohl funktionell identisch sein. Etwas, was Leute nicht verstehen, die immer beklagen, Reich hätte wahllos jeden Linken als Roten Faschisten bezeichnet.
  2. der rigide konservative und der weiche genitale Charakter einander ausschließen. In Wirklichkeit können auch sie funktionell identisch sein, z.B. dann, wenn sie im Gegensatz zum Liberalen die Freiheit und nicht den „Frieden“ an die erste Stelle setzen.

In Die Massenpsychologie des Faschismus hat Reich drei Charakterschichten postuliert und sowohl mit soziologischem Verhalten als auch mit Gesellschaftssystemen in Zusammenhang gebracht:

  1. die oberflächlichste, die Fassade: das Reich der liberalen Gesinnung; soziales System: die liberale Gesellschaftsordnung;
  2. die perverse mittlere Schicht: faschistische Gesinnung; Gesellschaftssystem: Faschismus; und
  3. die tiefste, primäre Schicht: Genitalität; Arbeitsdemokratie.

Diese Einteilung ist die Grundlage für die Beurteilung der Politik in der Orgonomie.

Zur „Fassade“ ist zu sagen, daß es hier zwei Arten des Liberalismus gibt, die das Gesetz der gleichzeitigen Gegensätzlichkeit und Identität (mit der zweiten Schicht) aufzeigen:

  1. Der Gegensatz: der genuine Liberale, der seinen rationalen Platz in einer gesunden Gesellschaft hat, um den Konservativen in Schach zu halten, versucht ehrlich seine mittlere Schicht durch intellektuelle Abwehr unter Kontrolle zu halten. Leider Gottes ist diese Abwehr aber äußerst labil und schlägt leicht in ihr Gegenteil um. Damit haben wir:
  2. Die Identität: die Abwehr wird zum Diener der mittleren Schicht. In „Modju at Work in Journalism“ schreibt Reich dazu:

    Das Motiv fair und rational zu erscheinen, ist nicht etwa fair und rational zu sein, sondern nur den Anschein des Fairen und Rationalen zu wahren, um auf besonders gerissene Weise zu verbergen, daß man unfair und zerstörerisch irrational ist. (Orgone Energy Bulletin, Vol. 5, March 1953)

Deshalb haut also die Orgonomie immer so „einseitig“ auf die Linke ein:

  1. weil der Liberalismus doch nur der Zuckerguß über einer stinkenden Eiterbeule ist;
  2. weil er sehr schnell nach unten in die mittlere Schicht abgleiten kann; und
  3. weil dies der Liberalismus auf eine unglaublich teuflische Weise tut: all die „Gutheit“ wird benutzt, um so effektiver böse sein zu können – man schaue sich nur die „Friedensoffensiven“ der Sowjetunion an!

Das erklärt, warum die Orgonomie gegen die Linke ist (jedenfalls tendenziell). Warum tendiert sie dann mehr zur Rechten?

In der obigen Reichschen Einteilung in die drei Charakterschichten fällt natürlich auf, daß dort kein Platz für das Reich des Konservativen ist. Aus persönlicher Erfahrung heraus werden die meisten den Konservativen wie folgt beschreiben:

  1. rigid und sexuell verklemmt;
  2. mystisch veranlagt (Primärprozeßdenken: Mutter = Nation, Vater = Staat); und
  3. autoritär.

Der erste Punkt weist darauf hin, daß eine muskuläre, anstatt einer intellektuellen Abwehr vorliegt. Der zweite Punkt auf einen verzerrten Kontakt mit dem Kern, der sich nicht nur in Religiosität zeigt, sondern auch in der Verbindung mit dem Ahnenerbe. Ist es nicht naheliegend den konservativen Charakter aus diesen Gründen zwischen die mittlere Schicht und den Kern einzuordnen? Und kommt er damit nicht der Genitalität am nächsten?

soziopol

Seine Rigidität und sein Konservatismus schützt den Konservativen „nach oben“ in die mittlere Schicht abzugleiten und zum Nazi zu werden.

In der Welt, wie sie nun mal ist, müssen wir, wenn wir den Genitalen Charakter suchen, wohl vorerst mit dem Konservativen vorlieb nehmen. Das ist auch der Grund dafür, daß man faktisch die Arbeitsdemokratie mit dem Kapitalismus gleichsetzen kann. Eine entsprechende Frage von mir hat Charles Konia wie folgt beantwortet:

Der Kapitalismus ist eine Kernfunktion im ökonomischen Bereich. Die Arbeitsdemokratie ist eine Kernfunktion im tieferen, umfassenderen bio-sozialen Bereich.

Kommen wir nun, immer noch unter dem strukturellen Gesichtspunkt „tiefer-höher“, zu einer mehr therapeutischen Sichtweise:

Dazu wollen wir den liberalen Charakter mit dem Schizophrenen vergleichen, wobei aber nicht vergessen werden darf, daß es genauso viele liberale wie konservative Schizophrene gibt:

  1. beide können oberflächlich manchmal ziemlich gesund wirken, da sie nicht so rigid gepanzert sind wie der Zwangs- bzw. der konservative Charakter;
  2. beide sind unglaublich kontaktlos;
  3. deshalb können sie weit destruktiver sein als ihre neurotischen Pendants; und
  4. beide müssen zuerst neurotisch bzw. konservativ werden, bevor sie die Genitalität erreichen können.

Leider ist es dabei so, daß der so freie Schizophrene erst zum beschränkten Spießer werden muß (wie Reich es in Charakteranalyse beschreibt), während der Liberale zuerst seine angeblich fortschrittliche Haltung aufgeben muß, was ihn sicherlich auch nicht sympathischer werden läßt.

Der „aufklärerische“ und der konservative Blick auf die Welt

31. Januar 2012

Wieder eine Studie, die, auch nach Einschätzung der Forscher selbst, auf etwas deutet, was Reichs Schüler Elsworth F. Baker bereits 1967 behauptet hat: politische Haltungen sind in erster Linie biologisch fundiert und haben so gut wie nichts mit – Politik zu tun. Oder hätte schon einmal jemand erlebt, daß politische Debatten irgendetwas an den Grundauffassungen der Teilnehmer der vermeintlichen „Diskussion“ (tatsächlich abwechselnde Monologe) geändert hätten? Politik spiegelt die soziopolitische Charakterstruktur wider, wie sie von Baker ausgearbeitet wurde. Siehe dazu sein Buch Der Mensch in der Falle.

Die besagte Studie stammt von Mike Dodd, University of Nebraska, et al. Die Forscher untersuchten die physiologischen Reaktionen und Augenbewegungen von Versuchspersonen, denen abwechselnd schöne und schreckliche Bilder gezeigt wurden. Während „liberals“ länger auf die schönen Bilder blickten und bei diesen stärkere Reaktionen zeigten, waren es bei den „conservatives“ die schrecklichen Bilder.

Die Forscher schließen daraus, daß Linke und Konservative die Welt buchstäblich mit unterschiedlichen Augen betrachten. Dergestalt ist es allzu offensichtlich, warum Linke, angesichts von Fragen der „nationalen Sicherheit“ oder etwa der Einwanderungsproblematik, die ängstlichen Sorgen der Konservativen einfach nicht nachvollziehen können. Und warum andererseits Konservative angesichts der „rosaroten Brille“, die Linke ständig zu tragen scheinen, einfach nur fassungslos sind.

Es sind die grundlegend unterschiedlichen biologischen Strukturen dieser beiden Bevölkerungsgruppen am Werk, bzw. in orgonomischer Begrifflichkeit: es sind unterschiedliche Charakterstrukturen!

Hier zwei Beispiele für den Unterschied zwischen dem linken („aufklärerischen“) und dem konservativen Blick auf die Welt:

Es ist ein Phänomen jeder Armee, ich habe es selbst bei privaten Videoabenden bei der Bundeswehr erlebt: Soldaten sind geradezu krankhaft fasziniert von Kriegsfilmen – die fast durchweg als Anti-Kriegsfilme konzipiert waren, tatsächlich aber das „kriegsbegeisterte“ Selbstbild von Soldaten stärken und die noch nicht infizierten ins militaristische Fahrwasser ziehen. Ein „Antikriegsfilm“ ist ein Widerspruch in sich selbst. Der linke Regisseur vermeint mit Peng und Bumm und Hektolitern von Blut die Zuschauer wachrütteln zu können, doch tatsächlich werden diese nur um so blutgeiler. (Kurioserweise kenne ich nur einen Kriegsfilm, der einen wirklich die Lust am Kriegsspiel austreibt – und der ist das genaue Gegenteil eines Antikriegsfilms: Mel Gibsons konservativer Vietnamfilm Wir waren Helden von 2002.)

Die aufklärerischen Träume der Liberalen und Linken sind nur Schäume, die immer zum Gegenteil dessen führen, was sie ursprünglich intendieren. Auf dem DGPPN-Kongreß 2011 in Berlin haben dazu Antonie Arnoldussen und Jörg Wolstein ein schönes Beispiel vorgestellt: „Der paradoxe Effekt eines Theaterstücks zur Prävention riskanten Alkoholkonsums bei Kindern und Jugendlichen in einer Längsschnittuntersuchung“.

In Bamberg hatten zwei Laienschauspieler ein Alkoholpräventionsprojekt an Hauptschulen initiiert: ein 30minütiges Theaterstück plus eine anschließende 60minütige Diskussion über die Hintergründe und Gefahren des Alkoholkonsums. Die Jugendlichen reagierten positiv auf das Projekt und gaben an, die Aussage verstanden und etwas gelernt zu haben. Paradoxerweise stellte sich aber bei einer „Nachuntersuchung“ drei Monate später heraus, daß sie infolge des grandiosen Aufklärungsprojekts sich häufiger betranken als vorher. Und das sowohl in der Gruppe mit niedrigem als auch der mit hohem Risiko. Offensichtlich, so nehmen jedenfalls die beiden Autoren an, war das der hohen Attraktivität des Antihelden des Theaterstücks zu schulden. Eine positive Identifikationsfigur! (Info Neorplogie & Psychiatrie, Januar 2012).

Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere an die vom Stern und anderen Medien betriebene Aufklärungsarbeit hinsichtlich „der Kinder vom Bahnhof Zoo“, mit Kinofilm und allem drum und dran. Erfolg war, daß sich zahllose Jugendliche und Kinder „Christiane F.“ zum Vorbild nahmen und unter den Klängen von David Bowies „Heroes“ in die Drogenhölle und den Kinderstrich abdrifteten. Kaum eine ach so gutgemeinte Kampagne der linken Aufklärer war verheerender!

Wie berechtigt die fatalistische, quasi „biologistische“ Haltung der Konservativen ist, zeigt eine Studie von Michael Haselhuhn und Elaine Wong, University of Wisconsin: statistisch (!) sind Männer mit, im Verhältnis zur Höhe des Kopfes, breiten Gesichtern dazu prädestiniert unethisch zu handeln. Bereits zuvor hatten die Autoren gezeigt, daß solche Männer statistisch (!) dazu neigen, auf die kleinsten vermeintlichen Herabsetzungen aggressiv zu reagieren und das Vertrauen ihrer Mitmenschen auszunutzen. Oder mit anderen Worten: es sind geborene Kriminelle!

Damit haben die beiden Forscher die „aufklärerische“ Weisheit der letzten 100 Jahre vom Tisch gewischt! „Vielleicht sind einige Männer tatsächlich bis auf die Knochen böse.“

Der Konservative fühlt sich ob solcher wissenschaftlicher Erkenntnisse in seiner finsteren, leicht paranoiden Weltsicht bestätigt, der Linke – guckt weg und singt fröhlich und naturbekifft: „Lalalalala, Sonne, Mond und Sterne!“

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