Archive for the ‘Wissenschaft’ Category
Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 5)
13. September 2018Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 4)
11. September 2018Die Reaktion von Ola Raknes auf David Boadellas Arbeit über orgonotische Erstrahlungseffekte
3. August 2018In einem Brief an die Herausgeber von Orgonomic Functionalism vom 27. Mai 1958 hat der norwegische Orgonom Ola Raknes anläßlich von David Boadellas Arbeit über „Einige orgonotische Erstrahlungseffekte“ von seinen eigenen Forschungen berichtet. Raknes:
Ich möchte einige Beobachtungen erwähnen, die ich in den letzten acht oder zehn Jahren wiederholt gemacht habe.
Von einer norwegischen Firma beschaffte ich mir ein paar zylindrische Vakuumröhren aus Glas, Länge ca. 20 cm, Durchmesser ca. 1,5 cm. Der Innendruck der Röhren wurde von den Herstellern zwischen 10-4 C und 10-5 Atmosphären garantiert. In einem dunklen Raum strich ich mit einer Styroporstange von etwa 2 cm Durchmesser über die Röhren, wobei ich manchmal das Glas mit der Stange berührte und sie manchmal entlang der Röhre führte, ohne diese zu berühren. Meistens hatte ich zuerst mit dem Stab durch meine Haare gestrichen. Wenn die entsprechenden Bewegungen nicht zu langsam waren, begann das Innere der Röhre nach einigen Durchgängen zu leuchten. Die Farbe der Erstrahlung war blaugrün, sie war in ständiger Bewegung und erinnerte an die Bewegungen und die Farbe von nicht zu starken „northern streamers“ [die Lichtstreifen des Nordlichts]. Die Erstrahlung fiel stärker aus, wenn ich zuerst durch meine Haare gestrichen hatte und sie war definitiv stärker, wenn die Röhren vorher für einige Zeit in einem Orgon-„Shooter“ plaziert worden waren. Ich erhielt auch Erstrahlungseffekte, wenn auch schwächer, wenn ich statt der Vakuumröhren alte, ausgebrannte elektrische Glühbirnen benutzte. Ich erhielt auch Erstrahlung, als ich, statt den Stab über die Röhren zu führen, die Röhren mit meiner Hand rieb. Dieses letztere Experiment führte ich nur mit Röhren durch, die zuvor für einige Zeit in einem Shooter gelegen hatten.
Ich habe diese Experimente mehreren Leuten gezeigt und festgestellt, daß Menschen, die meines Erachtens stark gepanzert sind, viel länger brauchen, um die Erstrahlung zu sehen – oder zumindest zuzugeben, daß sie sie sehen – als Menschen, die weniger stark gepanzert sind.
Unter denen, die die Experimente sahen, waren auch ein paar Physiker. Sie boten weder eine Erklärung an, noch hielten sie die Phänomene für wichtig genug, um weitere Untersuchungen anzustellen.
Einige orgonotische Erstrahlungseffekte. Eine vorläufige Mitteilung (1958) (Teil 7)
2. August 2018von David Boadella
Gefühlsreaktionen
Die Erstrahlung der Birnen war mit einer Reihe spezifischer Gefühlsreaktionen verbunden, die bemerkenswert waren. Mein eigener Widerstand, der die Beobachtungen so lange hinauszögerte, wurde bereits besprochen. Es kann vielleicht verallgemeinert werden als „Magie passiert nicht, und wenn sie es tut, wird es mich beunruhigen. Also werde ich nur darüber lesen.“ Es scheint klar zu sein, daß dies ein Beispiel für den instinktiven Selbstschutz des gepanzerten Organismus ist. In meinem Fall war die Irrationalität offensichtlich, da sie in direktem Widerspruch zu dem stand, von dem ich intellektuell wußte, daß es wahr ist und intellektuell wollte, daß es sich ereignet. Aber es gab die Angst, sich mit der wahren lebendigen Sache auseinanderzusetzen.
Diese Angst wurde mir verständlich, nachdem ich die erste große Erregung beim Spielen mit den Glühbirnen gespürt hatte und die leuchtenden Blitze und Punkte und die Erstrahlung erhalten hatte. Es ist sehr beunruhigend zu erkennen, daß das Pest-Individuum indirekt durch seinen Panzer hindurch auch auf diese Erregung reagiert. Er spürt, daß es in dem ganzen Unterfangen etwas gibt, das irgendwie nicht ‚richtig‘ ist. Es ist ziemlich einfach, zum Beispiel hinter der bereits zitierten Ablehnung der A.E.I.-Managers, eine vage moralistische Reaktion auszumachen. Wenn man bedenkt, daß das Streichen und Reiben der Birne dem Masturbieren nicht unähnlich ist, kann die unbewußte und implizite Gleichung, die durch eine verzerrte Organempfindung gemacht wird, besser eingeschätzt werden: Orgon = Sex = etwas Schmutziges, „unsachgemäß verwendet“. Die Bemerkung: „Die meisten Menschen behandeln sie natürlich nicht wie Aladdins Lampen“ (die im Wesentlichen unvollständig ist ohne den Ton, mit dem sie ausgesprochen wurde), verrät das Gefühl, daß elektrische Glühbirnen verkauft werden, um sie in Steckdosen zu stecken und sie leuchten zu lassen, um etwas zu sehen, entsprechend dem Penis, den man zum Zwecke des Urinierens hat. Der Hinweis, daß Penisse Lustorgane sind, ist für viele Menschen ausgesprochen schockierend, und ebenso der Vorschlag, daß man mit elektrischen Glühbirnen lustbetont spielen kann, einfach weil die Lichteffekte schön und aufregend zu beobachten sind, wird unbewußt als schockierend empfunden. Vielleicht hat die Freudsche Symbolik der Lampe tiefere Wurzeln, als wir uns gewärtig sind.
Der Begriff „Erregung“ wird nicht von ungefähr für die orgonotische Erstrahlung verwendet. Der subjektive Genuß des Phänomens wird von einer tatsächlichen ‚Aufladung‘ des Organismus und, wie ich es subjektiv beurteile, der ihn unmittelbar umgebenden Atmosphäre begleitet. Viele der Beobachtungen wurden gemacht, während ich im Orgonakkumulator saß, in dem ich normalerweise für mindestens eine Stunde sitzen kann, ohne irgendein Gefühl der Bedrückung zu verspüren. Aber an den Abenden, an denen ich die Glühbirne zur Erstrahlung brachte, mußte ich zweimal den Akkumulator verlassen, weil ich das Gefühl hatte, „zu viel“ Energie absorbiert zu haben, daß ich von der Glühbirne „zu viel“ Erstrahlung erhalten hatte. Dieses Gefühl der Bedrückung wurde von einer leichten Übelkeit begleitet, wie sie von Reich als symptomatisch für Überladung beschrieben wurde. Sie wurde sofort nach einem Bad besser, der Abhilfe, die nahegelegt wird.
Die Identität der Orgonenergie innerhalb des Körpers und der Orgonenergie außerhalb des Körpers wurde des Weiteren belegt durch die Angstreaktion bei einer Person, der die Lichteffekte gezeigt wurden. Diese Person äußerte Bedenken, daß ich meine Augen schädigen könnte und gab zu, sich vor der Erstrahlung zu fürchten. Es wirke „unheimlich“ und sähe „wie ein Hexenlicht aus“. Es ist nur ein kurzer Weg von dieser Reaktion zur Angst, die das Gefühl der Energie umgibt, die sich im Körper bewegt, und der allgemeinen Tendenz bei Leuten, die die Ströme spüren, zu glauben, daß sie böse sind, daß sie die ‚Eingebungen des Teufels‘ sein müssen. (Es ist wahrscheinlich, daß leichtes Schwitzen der Handflächen aufgrund von Angstzuständen ein Grund ist, warum manche Leute Schwierigkeiten haben, die Glühbirne zum Leuchten zu bringen, selbst wenn sie sich abmühen ihre Hände trocken zu kriegen.)
An einem der Abende, an denen ich die Glühbirne beobachtete, flackerte gegen 9 Uhr als es dunkel wurde ein Lichtblitz über den Himmel. Die Identität dieses Blitzes am Himmel mit dem Aufleuchten der Glühbirne war sehr auffällig. Emotional und visuell schienen sie ein und dasselbe zu sein. Diese Identität macht auch Sinn in Bezug auf Reichs Annahme, daß der Blitz eine Entladung von akkumuliertem Orgon ist, und trug dazu bei, etwas Licht auf das eigenartige Phänomen des winzigen Funkens zu werfen, der auf den Kontaktbolzen einer der Birnen sichtbar wurde, sowie dem Auftreten von elektrischem Strom in der Vakuumbirne, der ausreicht, um die Neonlampe durch den Zwischenstecker zum Leuchten zu bringen. Die Möglichkeit, daß der Wolframdraht als Miniatur-Blitzableiter fungieren könnte, um einen Teil der Energie abzuleiten, ist eine Überlegung wert.
Der Vergleich mit dem Blitz wird durch die zweite Art des Aufleuchtens, die strichartig ist, bestätigt und durch die Tatsache, daß Blitze, wie das Elmsfeuer und Irrlichter, etwas sind, bei denen auch der mechanistische Wissenschaftler Probleme hat sie zu erklären. In einem Buch über Blitze wird angemerkt, daß es „auf den ersten Blick merkwürdig ist, daß diese großen elektrischen Maschinen (Gewitterwolken), die Potentiale von Tausenden von Millionen Volt entwickeln können und viele Meilen lange Funken produzieren, nur aus Wasser und Eis bestehen, das vom Wind fortgeblasen wird“ (8, S. 122). In ähnlicher Weise versucht Harvey Irrlichter zu erklären: „Ihre Natur ist kaum verstanden, aber es wurde verbrennendem Phosphin zugeschrieben, einem selbstentzündlichen Gas, das irgendwie durch die Zersetzung von organischem Material im Sumpf erzeugt werde. Leider ist Phosphin nicht als Zersetzungsprodukt organischer Materie bekannt. Methan, ein wohlbekanntes Abbauprodukt, brennt mit einer schwachen bläulichen Flamme, und einige meinten das Irrlicht, sei das Ergebnis dieses Gases. Da Methan sich nicht selbst entzündet, bleibt zu erklären, wie es entflammt wird“ (2, S. 20).
Der Blitz ist also „nur Wasser und Eis, das vom Wind hinweg geblasen wird“, und Irrlichter sind nur irgendwelche nichtentflammbaren Gase, die irgendwie Feuer gefangen haben, und die Erstrahlung von Vakuumlampen ist „nur Statik“ und „Statik“ ist etwas, was dem Wissenschaftler peinlich ist, es ist ein Ärgernis, etwas, das er versucht loszuwerden, abzutöten, abzuschaffen; es sind „atmosphärische Störungen“ die sein Radio stören und ‚Raumwellen“, die den Flugverkehr stören. Und die zugrundeliegende Einheit geht völlig verloren.
Als ich zuerst das Aufleuchten in der Birne erzeugt hatte und mich erkundigte, ob dies ein unbekanntes oder ein wohlbekanntes Phänomen sei, konnte ich nicht glauben, daß ein so leicht herstellbarer Effekt bei einem Allerweltobjekt wie der Haushaltsbirne von allen unbemerkt geblieben sein konnte außer vereinzelten Beobachtern des Ungewöhnlichen. Dann schien es so offensichtlich: hier war wieder einmal der Ehrfurcht einflößende Tatsache, zu der Reich Anmerkungen gemacht hat – die Sache ist zu einfach. Das Tabu Hand an die einfachen Dinge zu legen, ist voll wirksam; berühre es nie! Sobald du anfängst im Dunkeln zu sitzen, beginnen sich harte und voreilige Unterscheidungen aufzulösen, Verwirrung kommt auf und sicher zu erwartende Dinge geschehen nicht mehr. Du mußt buchstäblich ‚im Dunkeln tappen‘, bevor ein Licht aufgeht.
Literatur
2. Harvey, E. Newton: LIVING LIGHT. Princeton University Press, 1940
3. Reich, W.: „Orgonotic light functions. 3. Further physical characteristics of Vacor Lumination (1948)“ Orgone Energy Bulletin Vol. 1, No. 3, 1949
8. Schonland, B.F.L.: THE FLIGHT OF THUNDERBOLTS, Clarendon Press, 1950
* Abdruck der Übersetzung aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung des Autors, Dr. Boadella. Der Originalaufsatz „Some Orgonotic Lumination Effects“ findet sich in der von Paul und Jean Ritter in Nottingham, England herausgegebenen Zeitschrift Orgonomic Functionalism, Vol. 5 (1958), No. 3, S. 139-150.
Einige orgonotische Erstrahlungseffekte. Eine vorläufige Mitteilung (1958) (Teil 6)
30. Juli 2018von David Boadella
Erklärungen (Fortsetzung)
Die Beobachtung, daß das Streicheln von Glühbirnen sie zur Leuchten bringt, während heftige Reibung entweder eine viel schwächere Wirkung oder gar keine Wirkung hervorbringt, ist also eine direkte Bestätigung der 1944 getroffenen Annahme Reichs „statische Elektrizität im üblichen Sinne ist überhaupt kein Strom“. In einem Artikel über „orgonotische Pulsation“ (siehe 5) kommt er zu dem Schluß: „Es ist nur eine Frage der Konvention, ob wir die ‚Elektrizität‘ der Alten mit dem Orgon identifizieren und den Begriff der Elektrizität für die orgonotischen Phänomene. In diesem Fall müßten wir ein neues Konzept für das entwickeln, was seit Faraday, Ampere und Volta als Elektromagnetismus bekannt ist. Oder wir müssen das Konzept der Elektrizität der Alten fallenlassen, die jeweiligen Phänomene orgonotisch nennen und den Begriff der Elektrizität auf jene Phänomene beschränken, die man durch die Bewegung von Drähten in Magnetfeldern erzielt“ (S. 122). In diesem Zusammenhang ist die Reaktion eines elfjährigen Jungen interessant, dem beiläufig vom Verhalten der Glühbirne im Dunkeln beim Reiben erzählt wurde. Im Gegensatz zu der Skepsis, der Verwirrung und dem abwehrenden Lachen der Experten gab er eine direkte, gefühlsmäßige Reaktion: „Oh, was soll‘s? Das ist die Elektrizität in deinen Händen, nicht wahr?“ Dieser Junge wußte kaum etwas von Wissenschaft und wußte sicherlich nichts von Millivolt. Aber er mußte die Energie in seinen Händen gefühlt haben, und da er keine bessere Bezeichnung für diese Energie hatte, nannte er sie „Elektrizität“.
Sobald man diesen Schritt macht, galvanische Elektrizität von den orgonotischen Phänomenen zu unterscheiden (von denen die ‚Statik‘ nur ein Sonderfall ist), beginnen einige verwirrende Widersprüche Sinn zu machen. Reich hat in CANCER BIOPATHY beschrieben, wie er sich der Tatsache bewußt wurde, daß die Energiemenge, die an der Hautoberfläche nachweisbar war, in keinem Verhältnis zur minimalen Ladung stand, die in Millivolt gemessen wurde. Er weist darauf hin, daß, obwohl „wir empfindliche Voltmeter beeinflussen können, indem wir sie berühren, das Ausmaß dieser Reaktionen so unendlich klein ist, – verglichen mit den Energiemengen im Organismus, – daß wir keine Verbindung sehen können“ (1, S. 6).
Eine ähnliche Diskrepanz besteht in der Annahme, daß das, was mit dem Elektroskop, dem Standardinstrument der Elektrostatik, gemessen wird, mit Spannung gleichgesetzt werden kann. Tatsächlich haben wir zwei radikal verschiedene Energieformen, die beide in ein und derselben Einheit gemessen werden. Reich beschreibt diese Diskrepanz wie folgt: „Wir laden ein Elektroskop mit Energie aus unseren Haaren, so daß das Elektroskopblatt um 45° oder 90° abgelenkt wird. Wir können den gleichen Effekt durch Anlegen eines elektrischen Stroms mit hoher Spannung an das Elektroskop erzeugen. Eine Einheit der Orgonladung entspricht jener Spannung, die notwendig ist, um die gleiche Ablenkung des Elektroskopblatts zu erzeugen. Wir finden auf diese Weise, daß, wenn wir nur einmal sanft durch unser Haar streichen, wir Energiemengen von mehreren hundert Volt abnehmen können“ (4, S. 113).
Die Auswirkungen sind relevant und wichtig. Obwohl eine bestimmte Menge an Orgonenergie einer gegebenen Menge an elektrischer Energie entsprechen kann, sind sie in keiner Weise äquivalent. Obwohl wir Energie abziehen können, die Hunderten von Volt ‚entspricht‘, können wir nicht durch Streichen unserer Haare ein Voltmeter veranlassen, eine Ablenkung zu registrieren, die anzeigt, daß unser Haar mit einer Spannung von Hunderten von Volt elektrisch geladen ist. Effekte, die sehr leicht und einfach mit Orgonenergie aus den Händen erzeugt werden können, können nur durch eine elektrische Spannung reproduziert werden, die tausendmal größer ist als die elektrische Spannung der Hände.
Ein nützliches Ergebnis dieser Befunde ist, daß sie eine Antwort auf jene Kritiker von Reichs Interpretationen seiner Vacor-Experimente liefern, die behaupten, daß er ‚nichts Neues‘ getan hat und daß seine blaue Erstrahlung im Vakuum unter elektrischer Spannung eine bewährte Tatsache in der klassischen Physik darstellt und nichts mit Orgonenergie zu tun hätte. Was neu war, war nicht die Erzeugung von bläulicher Erstrahlung im Vakuum, sondern die Erkenntnis, daß diese funktionell identisch ist mit anderen Beispielen bläulicher Erstrahlung in der Natur und sich ebensogut, wenn nicht besser, orgonomisch erklären läßt. Soweit ich weiß, hat Reich niemals die allein mit Hilfe der Hände hervorgerufene Erstrahlung im Vakuum nachgewiesen. Die Tatsache, daß dies möglich ist, ist eine überzeugende Bestätigung der orgonomischen Hypothese. Die Kraft der Erstrahlung mit Hilfe der Hände entspricht voll und ganz der Kraft, die man von dem „elastischen Kissen“ zwischen den Handflächen erwarten kann, wie es Reich auf dem Röntgenfilm photographiert hat (6). Die größere Brillanz der 25- und 15-Watt-Glühbirnen gegenüber den Glühbirnen mit höherer Leistung und die Beobachtung, daß die gasgefüllten Glühbirnen ‚gedämmt‘ und ‚beschlagen‘ schienen, steht voll im Einklang mit Reichs Entdeckung, daß die im Vakuum erzielbaren Impulsraten größer sind als die aus gasgefüllten Geiger-Röhren: „Materie in Form von Gasmolekülen oder Luftmolekülen BEHINDERT die Energiefunktion der kosmischen OR-Energie, … Or-Energie ist am stärksten bzw. ‚schnellsten‘ im gasfreien Raum“ (7, S. 252).
Literatur
1. Reich, W.: CANCER BIOPATHY. Orgone Institute Press, 1948
4. Reich, W.: EXPERIMENTELLE ERGEBNISSE ÜBER DIE ELEKTRISCHE FUNKTION VON SEXUALITÄT UND ANGST. Sexpolverlag, Copenhagen, 1937
5. Reich, W.: “Orgonotic Pulsation” International Journal of Sex-Economy and Orgone Vol. 3, 1944
6. Reich, W.: „Orgonotic light functions. 2. An X-ray photograph of the excited orgone energy field of the palms (1944)“ Orgone Energy Bulletin Vol.1, No.2, 1949
7. Reich, W.: „The Orgone Energy Charged Vacuum Tubes (VACOR) (1948)“ Orgone Energy Bulletin Vol. 3, No. 4 ,1951
* Abdruck der Übersetzung aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung des Autors, Dr. Boadella. Der Originalaufsatz „Some Orgonotic Lumination Effects“ findet sich in der von Paul und Jean Ritter in Nottingham, England herausgegebenen Zeitschrift Orgonomic Functionalism, Vol. 5 (1958), No. 3, S. 139-150.
„Tu es niemals auf politische Art und Weise!“
29. Juli 2018Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über den Religionsersatz Gesellschaftspolitik:
Einige orgonotische Erstrahlungseffekte. Eine vorläufige Mitteilung (1958) (Teil 5)
26. Juli 2018von David Boadella
Erklärungen (Fortsetzung)
Aus diesen Reaktionen wird deutlich, daß die einzigen Menschen, die die Glühbirneneffekte nicht ignorieren, diejenigen sind, die sie zufällig für sich entdeckt haben; daß es keine „offizielle“ Erklärung dafür gibt, weil es keine „offizielle“ Anerkennung dafür gibt; und daß die erste Reaktion, wenn das Thema erwähnt wird, die ist, so zu tun, als ob es nicht für „ernsthafte wissenschaftliche“ Überlegungen geeignet wäre, sondern, wie psychische Forschung oder Fliegende Untertassen, nur Witze und Spott verdient. Entweder wird die ganze Sache als Scherz betrachtet (wie die Haltung des Managers von A.E.I. nahelegt); oder ich war das Opfer einer Halluzination (wie von einem Lehrer scherzhaft vorgeschlagen); oder es ist „bloß eines dieser Dinge“, ein guter Partytrick und etwas, um das sich der Physiker, wie um so viele Dinge auf dem Jahrmarkt, in der Seance oder am Tisch des Wahrsagers, nicht zu kümmern braucht.
Die zweite Reaktion, die nur eintritt, wenn das Phänomen unmißverständlich nachgewiesen wird oder wenn der Physiker bereit ist, deine Aussage in gutem Glauben zu akzeptieren, beinhaltet den Versuch, etwas zu tun, was die Lehrbücher nicht getan haben, die Tatsache in Begriffen der bestehenden Theorie zu erklären. („ … ein elektrostatisches Feld … nehme ich an“).
Wenn der Physiker überzeugt werden kann, eine ernsthafte Antwort auf die Frage „Was ist die Energie, die die Glühbirnen zum Aufleuchten bring?“ zu geben, wird seine Antwort sich in Begriffen von elektrostatischen Konzepten bewegen. Es wird angenommen, daß die verschiedenen Phänomene der Elektrostatik mit demselben Konzept erklärt werden können, mit dem die Wirkung von Batterien und Dynamos bei der Erzeugung eines elektrischen Stroms erklärt werden. Somit können die gleichen elektrischen Einheiten, falls notwendig, verwendet werden, um sowohl „statische“ als auch „Strom-“ Effekte zu beschreiben.
Die einzigen Fälle von blaugrüner Erstrahlung in einem Vakuum, die ich gefunden habe, treten auf, wenn eine hohe elektrische Spannung zwischen den Elektroden einer speziell konstruierten Vakuumröhre erzeugt wird. (Im Falle des einen Beispiels, das vom A.E.I.-Manager zitiert wurde, wurde auf die speziell konstruierte Röhre und die Elektroden verzichtet, aber die Hochspannung blieb erhalten). Die erforderliche Spannung wird offensichtlich entsprechend dem Druck des Restgases und dem Abstand zwischen den Elektroden variieren, es kann jedoch normalerweise erwartet werden, daß sie sich in dem Bereich von 100 bis 1000 Volt bewegt. Dies war der Bereich, den Reich in seinen Vakuumexperimenten (siehe 3) mit 0,5 Mikrometer Druck und mit 15 cm Abstand zwischen den Elektroden verwendete. Im Vergleich scheinen die vom A.E.I.-Manager genannten Volt für eine 25-Watt-Glühbirne hoch, aber möglicherweise ist dies auf die Tatsache zurückzuführen, daß Glühlampen nicht mit Elektroden ausgestattet sind. (Reich berichtet jedoch an anderer Stelle, daß er eine Spannung von 1000 bis 2000 Volt verwendete, um die Vakuum-Erstrahlung auszulösen. Siehe 9). Was die Rolle der Elektroden spielte, als die Spannung von 12 000 angelegt wurde, weiß ich nicht; möglicherweise war es „nur“ das Glas und nur die Wolframverdrahtung oder möglicherweise sind Elektroden nicht einmal notwendig, was wahrscheinlich erscheint.
Alle Fälle von Vakuum-Erstrahlung, von denen ich gelesen habe, beruhten auf einer elektrischen Spannung, die per Drahtverbindung von einem Dynamo, einer Batterie oder einer Induktionsspule irgendeiner Art geliefert wurde. Erst wenn dem Physiker das „eigentümliche“ Ereignis präsentiert wird, daß eine Glühbirne ohne jegliche Drahtverbindungen leuchtet, sieht er sich zu der Annahme genötigt, daß ein elektrostatisches Feld eine Vakuumerstrahlung ins Werk setzten kann. Zuvor war das alles irrelevant. Aber sobald diese Annahme verzweifelt getroffen wurde (und wenn der Versuch, das Ganze mit einem Lachen abzutun, gescheitert ist), zeigt eine kleine Überprüfung, daß sie unhaltbar ist, solange wir davon ausgehen, daß die elektrostatische „Elektrizität“ die gleiche ist wie die faradische Elektrizität, der elektrische Strom.
Die elektrische Spannung, die benötigt wird, um die Vakuumerstrahlung auszulösen, fällt in einen Bereich von Hunderten von Volt bis zu Tausenden von Volt. Wir müssen fragen, ob es möglich ist, daß die Hände, die die Glühbirne sanft streichen, diese hohen Spannungen liefern können? Die Frage erscheint lächerlich, „eigentümlich“ und von daher neigen wir dazu der ganzen Frage und deren Antwort auszuweichen. Es wurde gezeigt, daß die elektrische Ladung der Hautoberfläche, gemessen mit Hilfe des Oszillographen, im Bereich von Millivolt liegt (4). Die Hände bilden hier keine Ausnahme. Wir stehen vor der Tatsache, daß die Hände, deren Spannung vernachlässigbar ist, „durch Erzeugung eines elektronenstatischen Feldes“ eine Spannung herstellen können, die sehr beträchtlich ist und zu brillanten Lichteffekten führen kann.
Weitere Überlegungen zeigen, daß die elektrostatische Theorie zur Erklärung der Vakuumerstrahlung nicht ausreicht. Die höchsten Ladungen der ‚Elektrostatik‘ werden durch die heftigsten Formen der Reibung erzeugt, wie z.B. in der Wimshurstmaschine [siehe folgenden Absatz!]. Aber wenn die Vakuumbirne kräftig gerieben wird, sogar auf Seide, entsteht kein Glühen, solange die Hand die Seide nicht festhält und die Seide die aufleuchtend-machende Kraft der Hand behindert.
[Anmerkung des Herausgebers in der nächsten Ausgabe von Orgonomic Functionalism:] Die hohen Ladungen, die von der Wimshurstmaschine produziert wurden, seien durch heftige Reibung erzeugt worden. Das ist falsch. Nur sehr frühe elektrische Maschinen verwendeten Reibung, um Ladung zu erzeugen. Die Wimshurstmaschine akkumuliert ihre Ladung durch Induktion ohne direkten Kontakt zwischen den Drehtellern.
Literatur
3. Reich, W.: „Orgonotic light functions. 3. Further physical characteristics of Vacor Lumination (1948)“ Orgone Energy Bulletin Vol. 1, No. 3, 1949
4. Reich, W.: EXPERIMENTELLE ERGEBNISSE ÜBER DIE ELEKTRISCHE FUNKTION VON SEXUALITÄT UND ANGST. Sexpolverlag, Copenhagen, 1937
9. Reich, W.: „Meteorological Functions in Orgone-charged Vacuum Tubes“ Orgone Energy Bulletin Vol. 2, No. 4, 1950
* Abdruck der Übersetzung aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung des Autors, Dr. Boadella. Der Originalaufsatz „Some Orgonotic Lumination Effects“ findet sich in der von Paul und Jean Ritter in Nottingham, England herausgegebenen Zeitschrift Orgonomic Functionalism, Vol. 5 (1958), No. 3, S. 139-150.
(D)ORgonit, Chembuster, ein Abend in Münster
23. Juli 2018Fast überall wo „Wilhelm Reich“ draufsteht, ist das Gegenteil drinne. Seit Jahrzehnten schreibe ich nun gegen „Reichianer“ und Pseudo-Orgonomen an. Siehe etwa meine dreiteilige umfassende Rezensionsreihe über „Reichianische Bücher“. Das eindeutigste Beispiel sind aber die (D)ORgonit-Leute, die irgendwelchen toxischen Elektroschrott in Kunstharz gießen und daraus sogar „Chembuster“ fertigen, mit denen sie „Chemtrails“ beseitigen wollen. Nicht von ungefähr erinnert mich die krankhafte Ästhetik dieser Orgonit-Gerätschaften an Filme wie Hellraiser oder Alien.
Tatsächlich verkörpert das Orgonit das exakte Gegenteil der Orgonomie. Beispielsweise hat Reich seinen Cloudbuster auf jene Himmelregionen gerichtet, wo die Kondensstreifen, die die Flugzeuge der US-Luftwaffe hinter sich herzogen abrupt aufhörten. Dort war DOR, das die Bildung von Wolken inklusive den „künstlichen Wolken“, die Jets produzieren, verhindern, da DOR der Atmosphäre den Wasserdampf entzieht. Dieses dürre-erzeugende DOR mußte Reich abziehen, um die natürliche Pulsation der Atmosphäre wieder ingang zu bringen.
Hier drei Photos, die ich vor wenigen Tagen gegen 20:00 Uhr in Münster geschossen habe: Auf dem ersten Photo sieht man wie ein langer Kondenzstreifen plötzlich aufhört, weil quer zu ihm ihn eine von Wolken eingegrenzte DOR-Region kreuzt. Auf dem zweiten Photo sieht man das ganze frei vom Zoom, also wie es sich dem nackten Auge darbot. Das dritte Photo zeigt das ganze wenige Minuten später. Man sieht wie sich der vermeintliche „Chemtrail“ ausbreitet.
Übrigens kann man, wenn man genau hinschaut, auf allen drei Photos unterhalb des Kondensstreifens eine DOR-Linie ausmachen.
Einige orgonotische Erstrahlungseffekte. Eine vorläufige Mitteilung (1958) (Teil 4)
22. Juli 2018von David Boadella
Erklärungen
Es gibt im Großen und Ganzen drei Arten von Erklärungen, die für jedes gegebene Phänomen dargeboten werden können: eine mechanistische Erklärung, eine funktionelle Erklärung oder als Lösung der Rückgriff es als Mystizismus abzutun. Es ist eine vertraute Erfahrung, daß wenn das mechanische Weltbild durch ein Ereignis herausgefordert wird, welches die orthodoxe Wissenschaft nicht länger ignorieren kann, sie versucht, es entweder als ‚bloß‘ dies oder das zu erklären oder es als ‚verrückt‘ und mystisch außerhalb des Bereichs der ernsten Wissenschaft stehend auszulachen.
Wir erinnern uns, daß die Bione entweder „nur Streptokokken“ waren; oder sie waren „Privatphantasie“; daß der To-T-Unterschied im Akkumulator entweder nicht existierte, oder wenn er existierte, war es „nur Konvektion von der Tischplatte zur Decke“. Ähnlich war es, wenn der Anstieg des Fieberthermometers beschrieben wurde: entweder waren die Thermometer fehlerhaft oder der Anstieg der Körpertemperatur wurde „subjektiv“ erzeugt.
Trotz dieses theoretischen Gewahrseins war ich anfangs vorsichtig und zögerte den Schluß zu ziehen, daß die Erstrahlung der Birnen ein orgonotisches Phänomen war. Da war ein Widerstand gegen die Verbindung der Vakuumeffekte mit Reichs „Vacor“-Experimenten. Es war, als hätte ich befürchtet, daß jemand sagen könnte: „Da haben wir sie wieder die verrückten Orgonomen, die immer vorschnell zu dem Schluß kommen, daß es das Orgon ist.“ Irgendwie gab es in meiner Haltung zur Orgonomie ein Element der Mystik: es war, als ob wenn Reich es tun konnte, wenn er es wollte, und daß es dann ‚orgonomisch‘ und real war. Ich habe bereits beschrieben, wie diese Art von Haltung meine Beobachtungen seit Jahren verzögert hat. Selbst als die Glühbirne in meinen Händen aufleuchtete, funktionierte immer noch derselbe Widerstand. In gewisser Weise wollte auch ich glauben, daß es „nur dies oder das“ ist.
Dementsprechend habe ich einige Literatur zu vier eng verwandten Bereichen untersucht: Lampentechnologie, Bio-Elektrizität und Bio-Lumineszenz, Elektrostatik, und die Ionisierung von Gasen. Ich nahm auch Kontakt mit einer Anzahl verschiedener Leute auf, von denen ich dachte, daß sie in der Lage wären, das Aufleuchten zu erklären: G.E.C. (General Electric Co., Nottingham), A.E.I. Lamp and Lightning, Nottingham; das Department of Physics an der Nottingham University und das National Physical Laboratory, London.
In keinem der konsultierten Bücher wurde erwähnt, daß Glühbirnen leuchten, wenn sie in einem dunklen Raum gerieben werden. Nur ein Buch, das Harvey über LIVING LIGHT geschrieben hat, bezieht sich auf die Tatsache, daß „das bloße Reiben einer Neonröhre das Gas zum Leuchten bringt“ (2, S. 105).
Es schien vernünftig anzunehmen, daß das Phänomen nicht allgemein bekannt war. Diese Annahme fand sich durch Autoritäten, die konsultiert wurden, voll bestätigt. Ihre Reaktionen sind schon allein ein fesselndes Thema und werden im folgenden ziemlich ausführlich zitiert:
(a) Der Sprecher der G.E.C. sagte, das mit den beschriebenen Lichteffekte klänge „eigenartig“ und sagte, daß, da wohl etwas mit der Birne defekt sei, ich sie zurückgeben und gegen eine intakte tauschen sollte.
(b) Der Assistent beim A.E.I., mit dem ich sprach, reagierte, als ob er zu einem Thema befragt würde, das seinen Horizont übersteigt und holte den Manager. Der Manager nahm eine ‚stachelige‘, ziemlich aggressive Haltung ein und sagte, daß er natürlich mit einem solchen Effekt vertraut sei und sich bewußt sei, daß 25-Watt-Glühbirnen bläulich-grün leuchten. Als er nach Details gefragt wurde, mußte er zugeben, daß er dieses Phänomen nur einmal beobachtet hatte, und daß damals eine elektrische Spannung von 12 000 Volt von einem elektrischen Generator an die Lampe angelegt worden war. Er war sichtlich irritiert über die Aussage, daß man die Glühbirne mit den Händen reiben und so zum Erleuchten bringen könnte, und merkte an: „Die meisten Menschen behandeln sie natürlich nicht wie Aladdins Lampen und erwarten, daß der Geist aus ihnen herauskommt.“ Er beeilte sich, hinzuzufügen, daß er sicher sei, daß kein Elektrohersteller an einem solchen Phänomen interessiert sei, und daß er auf jeden Fall keinen Zweifel daran habe, daß die meisten von ihnen bereits mit dem Effekt vertraut seien.
(c) Der promovierte Wissenschaftler an der Universität war viel aufgeschlossener und schien ‚interessiert‘. Er war interessiert, weil er, wie er sagte, in letzter Zeit etwas ähnliches bemerkt hatte, als er in der Dunkelheit eine Neonröhre an seinem Ärmel gerieben hatte. Das hatte ihn überrascht, also hatte er es gegenüber den Mitarbeitern der Universität von Durham erwähnt, die sich mit Physik beschäftigten, doch keiner von ihnen war damit vertraut. Er hatte von mehreren Leuten gehört, die Neonröhren gekauft hatten, daß einige der Glühlampen leuchteten und andere nicht. Als er gefragt wurde, wie er diese „überraschenden“ Effekte erklärte, kamen ihm eher Zweifel, er wurde vage und sagte: „Sie bauen ein elektrostatisches Feld auf, nehme ich an.“ Er hatte noch nie von elektrischen Glühbirnen gehört, die auf diese Weise aufleuchteten und wußte eindeutig nicht, was er sagen sollte, als man ihm mitteilte, daß Reibung auf Seide das Aufleuchten vermindert. Er schlug vor, daß die Neonröhren auf einer Party gute „Zauberstäbe“ hermachen würden.
(d) Ein Elektriker beim Nottingham Electricity Board hatte noch nie von dem Phänomen gehört, „außer auf dem Jahrmarkt“. Er sagte ebenfalls ziemlich höhnisch, daß es wie ein guter Partytrick klinge.
(e) Von dritter Hand hörte ich, daß ein Elektriker in Yorkshire von dem Effekt (den die meisten Leute seiner Meinung nach erzielen könnten) seit einigen Jahren wußte und ihn tatsächlich auf Partys benutzte und seine Freunde regelmäßig damit amüsierte.
(f) Ein erfahrener promovierter Physiker, mit Kenntnis von Reichs Arbeit, sagte, das ganze sei, soweit er wisse, unbekannt und unerklärt.
(g) Die National Physical Laboratories haben eine Woche nach einer Anfrage noch nicht geantwortet. [In einer Nachschrift fügte Boadella folgendes an:]
Den folgenden Brief, unterschrieben von L.A. Sayce, dem Superintendenten der Licht-Abteilung des National Physical Laboratory, erhielten wir vor der Drucklegung:
Sehr geehrter Herr,
die Wirkung, die Sie in Ihrem Brief vom 5. Mai erwähnen, scheint sicher auf die durch die Reibung der Hand erzeugte Elektrifizierung zurückzuführen zu sein. Wir stellen fest, daß man es am leichtesten hervorbringen kann bei Vakuumlampen, wie sie früher hergestellt wurden, in denen das Vakuum zweifellos so gut ist wie in neueren Lampen. Dies legt nahe, daß die Hauptursache eine Entladung im Restgas ist, das in der Lampe zurückblieb, – viel weniger intensiv als in einer Neonröhre, weil es viel weniger Gas gibt. Bei diesem sehr niedrigen Druck ist es wahrscheinlich, daß ein Teil der Lumineszenz auch von dem Glas der Birne kommt, das mit Elektronen beschossen wird, die bei der Entladung freigesetzt werden.
Die Erregung einer Entladung innerhalb der Birne kann nicht einfach durch einen konstanten Zustand der statischen Ladung auf der Außenseite entstehen, sondern nur durch sehr plötzliche oder hochfrequente Änderungen in diesem Zustand. Folglich wird es sehr von der Art des Reibens abhängen. Von daher wird die schnellstmögliche Annäherung eines geladenen Hartgummistabes keine Wirkung zeitigen, da sie immer noch nicht schnell genug ist. Wahrscheinlich wird Seide den Effekt erzeugen, den richtigen „Ruck“ geben. Terylen [Polyesterfaserstoff] schafft es mit Sicherheit.
Was die Farbe anbetrifft, so wäre die Entladung in der Restluft (hauptsächlich Stickstoff) bläulich, während die Lumineszenz des Glases das bekannte Grasgrün wäre und die allgemeine Wirkung wäre natürlich blaugrün.
Uns sind keine Literaturverweise zu dieser Frage bekannt, aber wir sind uns sicher, daß die einfache Erklärung, die wir gegeben haben, im Großen und Ganzen die richtige ist. Wir wiederholen, daß der Grad des Vakuums den Effekt bestimmen wird, so daß einige gut gemachte moderne Vakuumlampen ihn nur schwer oder gar nicht zeigen könnten.
Kommentar von David Boadella: Die Erklärung wurde eindeutig speziell für die Anfrage entworfen. „Es scheint“, „wir fühlen“, „wahrscheinlich“, „im Großen und Ganzen“, weist auf Schwierigkeiten hin, eine Theorie zu finden, die den Tatsachen entspricht. Man beachte die folgenden Widersprüche: 1. Herr Sayce sagt, daß das Glühen (Entladung) „viel weniger intensiv ist … weil es viel weniger Gas gibt“. Vakuumlampen waren jedoch heller als gasgefüllte Birnen. 2. Herr Sayce deutet an, daß das „bekannte grasgrüne“ Leuchten des Glases intensiver wäre, wenn man den Druck reduziert. Aber sein letzter Satz sagt das Gegenteil: „einige gut gemachte moderne Vakuumlampen könnten es nur schwer oder gar nicht zeigen”.
Wie sanftes Streicheln „sehr plötzliche“ Veränderungen hervorrufen kann, wird nicht gesagt.
Literatur
2. Harvey, E. Newton: LIVING LIGHT. Princeton University Press, 1940
* Abdruck der Übersetzung aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung des Autors, Dr. Boadella. Der Originalaufsatz „Some Orgonotic Lumination Effects“ findet sich in der von Paul und Jean Ritter in Nottingham, England herausgegebenen Zeitschrift Orgonomic Functionalism, Vol. 5 (1958), No. 3, S. 139-150.





















