Archive for the ‘www.orgonomie.net’ Category

Peter liest Thomas Harms‘ Vorwort zu REICH ÜBER FREUD

17. Juli 2026

In diesem Buch wird das Interview, das der Psychoanalytiker Kurt Eissler 1952 mit Reich führte, dokumentiert.

Zunächst verwundert, daß das Buch keine 1:1-Übersetzung des amerikanischen Originals Reich Speaks of Freud von 1967 ist, das von Mary Higgins und Chester Raphael mit einem denkbar umfänglichen editorischen Apparat und einem überbordenden Anhang herausgegeben worden war. Warum das alles weggelassen wurde, bzw. überhaupt das es weggelassen wurde (das Buch wäre mehr als doppelt so dick!), wird von Harms mit keinem Wort erwähnt. Nicht, daß ich etwas dagegen hätte, denn wie Richard Blasband in seiner Besprechung der amerikanischen Originalausgabe (Journal of Orgonomy, 1968) hervorhob, lenkten die tatsächlich zahllosen und meist überflüssigen Fußnoten vom eigentlichen Inhalt des Gesprächs nur ab. Eissler und im Anschluß an ihn Higgins, Raphael und auch dem deutschen Herausgeber Thomas Harms drehte und dreht sich alles um Reichs Verhältnis zu Freud. Wie Blasband zu recht herausstellt, ging es Reich jedoch um etwas fundamental anderes: um sein, Reichs, Alleinstellungsmerkmal, die Genitalität. Und zwar nicht nur als Teil seines Lebenswerks, das man wohl oder übel erwähnen muß!

Bezeichnenderweise beginnt Harms etwas betulich daherkommende Einleitung mit einer Fußnote, in der er sich dafür entschuldigt, daß er in seinem folgenden Text nicht durchgehend gendert, aber natürlich jeweils immer alle „Geschlechtsidentitäten“ gemeint seien. Geschenkt, zusammen mit dem Verweis auf Reich als Vorläufer der „Körperpsychotherapien“ – die gleichfalls durchgehend auf der Negierung der Orgasmustheorie beruhen. Nicht geschenkt ist folgende vollkommen irreleitende und das gesamte Buch desavouierende Aussage. Harms beschreibt zunächst Reichs Erhebungen über die sexuelle Potenz von Neurotikern. Manche von diesen „schienen in ihrer Sexualität keinerlei Beeinträchtigungen aufzuweisen“. Korrekt, aber Harms fährt dann unglaublicherweise fort, daß dieses Ergebnis „zentralen Aussagen der damaligen psychoanalytischen Theorie“ widersprochen habe (S. 18). Das exakte Gegenteil ist der Fall! In Die Funktion des Orgasmus von 1942 erinnert sich Reich, seine psychoanalytischen Kollegen hätten darauf bestanden, daß seine Behauptung, die Genitalstörung sei für die Genese, Beurteilung und Behandlung der Neurosen von zentraler Bedeutung, schlichtweg falsch wäre (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 78). Reich hingegen insistierte: „Sollte meine Annahme zutreffen, die Genitalstörung also die Energiequelle für die neurotischen Symptome bildet, dann durfte sich kein einziger Fall von Neurose mit intakter Genitalität finden“ (ebd., S. 79, Hervorhebung hinzugefügt).

Wirkt wirr, aber dafür ist Harms verantwortlich! Also nochmals: Reich erhob (in der Psychoanalyse erstmals überhaupt) Daten über das konkrete Sexualleben der Patienten. Demnach war der Großteil der Neurotiker zwar sexuell gestört, aber nicht alle. Harms behauptet, dies widerspräche zentralen Aussagen der damaligen Psychoanalyse. „Wie kann es sein“, so fragt Harms, „daß erwachsene Menschen, die mit Angst-, Zwangs- oder anderen Persönlichkeitsstörungen in die Psychotherapie kamen, trotzdem eine intakte Sexualität aufwiesen?“ (S. 18) Das fragen jedoch nicht die Psychoanalytiker, sondern einzig und allein Reich, denn es widerspricht seiner Theorie. Deshalb hinterfragte er die Aussagen der Patienten, daß bei ihnen in sexueller Hinsicht alles in Ordnung sei, und entwickelte das Konzept der orgastischen Potenz.

Es ist im Lichte von Blasbands Analyse absolut symptomatisch, daß Harms ausgerechnet an dieser Stelle derartig ins Stolpern kommt! Uns aber Reich nahebringen wollen… „Man kann doch Fehler machen!“ Im zentralen Punkt des gesamten Buches?! In einem PSYCHOANALYTISCHEN Kontext so eine absurde Fehlleistung? Wie geht nochmal der Spruch? „Zum Glück bin ich kein Psychoanalytiker!“

Vielleicht wäre ich gnädiger, wenn Harms‘ Vorwort nicht so ungelenk und lieblos geschrieben wäre. Kennzeichnend dafür sind Stilblüten wie die folgenden beiden: „Nachdem Reich 1933 von den Nazis auf die rote Liste der politisch Verfolgten gesetzt worden war (…)“ (S. 24). „Seine therapeutischen Arbeiten nennt er, nachdem er die Orgonenergie postuliert hat – nun ‚Psychiatrische Orgontherapie‘“ (S. 26). Es lohnt einfach nicht, das alles zu kommentieren! Gut, einen habe ich noch: „Am Ende seines Lebens widmete sich Wilhelm Reich den Babys, den Schwangeren und den Eltern“ (S. 27).

Zum Abschluß nochmal das Zitat des Diplom-Psychologen (und „Körperpsychotherapeuten“ [sic!]) Harms: „Wie kann es sein, daß erwachsene Menschen, die mit Angst-, Zwangs- oder anderen Persönlichkeitsstörungen (sic!) in die Psychotherapie kamen, trotzdem eine intakte Sexualität aufwiesen?“ (S. 18) Meine Güte, Angst- und Zwangsstörungen sind keine Persönlichkeitsstörungen! Ohnehin ein Mitte der 1970er Jahre geprägter Begriff, der in diesem Kontext eh nichts zu suchen hat. Und wie heißt es drei Seiten weiter, wo Harms Reich referiert? „Anders als psychische Angst- oder Zwangssymptome wurden die Charakterhaltungen von den Patienten als Teil der Persönlichkeit erlebt“ (S. 21).

Orgonomische Spiritualität?

13. Juli 2026

In entsprechenden Aufsätzen wird meistens zweierlei getan: erstens spreizen sich die Autoren narzißtisch, was für außergewöhnliche Seelen sie doch seien, und zweitens versuchen sie das „Geistige“ in die vermeintlich „orgonomische Weltanschauung“ zu integrieren. Uns interessiert nur der ins Auge springende bioenergetische Hintergrund: der Drang nach oben, zum Kopf hin, weg vom Genital, egal welche „großseelischen“ und „sexualpositiven“ Lippenbekenntnisse auch immer dargereicht werden.

Diese, wenn man so will, „Verhirnung“ zeigt sich allein schon in der Obsession mit „weltanschaulichen“ Fragen. Tatsächlich hat Reich keine „Weltanschauung“ vertreten (von denen gibt es wahrhaftig schon genug!), sondern schlicht geforscht, seine Ergebnisse präsentiert und miteinander in einen Zusammenhang gebracht. Es handelt sich definitiv nicht um eine „Philosophie“, die man annehmen, vertreten und verbreiten könnte. Zwar kann man insbesondere Äther, Gott und Teufel so lesen („ein Universum aus einer Art Energiesuppe, in der es zu Verdickungen kommt“ etc.), aber die zentrale Aussage des Buches ist, daß der gepanzerte, d.h. „mechano-mystische“ Mensch nach dem Absoluten sucht, an das er sich festklammern kann, weil er Angst vor Bewegung hat.

Genau hier entlarven sich die Vertreter einer „spirituellen Orgonomie“! Ihre gesamte „Spiritualität“ ist genau das und nichts außerdem: die verzweifelte Suche nach bzw. das ängstliche Festklammern am „Absoluten“ – dem „Geist“. Ihr durchweg anti-orgonomisches Streben ist, wie angedeutet, bioenergetisch schlicht und ergreifend Orgasmusangst und die „Phänomene“, auf die sie verweisen, sind bisher unverstandene Funktionen der Orgonenergie im allgemeinen und Phänomene die zum Funktionsbereich der „koexistierenden Wirkung“ gehören im besonderen. Daß es bei letzteren durchweg um Erscheinungen der orgonotischen Erregung und Anziehung geht, verdrängen sie systematisch, denn genauso wie alles Religiöse mit Hilfe der orgonotischen Pulsation und des energetischen Orgonoms SEXUALÖKONOMISCH erklärt und „genichtet“ werden kann, wird mittels der orgonotischen Erregung und Anziehung auch alles Spirituelle SEXUALÖKONOMISCH dekonstruiert.

Mystik und Spiritualität sind nichts anderes als verzehrte Wahrnehmungen der Bewegung (Pulsation und KRW) und des einheitlichen Funktionierens (Erstrahlung und Anziehung) der kosmischen Orgonenergie – und haben als solche genausowenig etwas in der Orgonomie zu suchen wie, sagen wir, Sadomasochismus, Nationalsozialismus, Tantrismus oder Transvestitentum.

Email (Hartmann) 2008

11. Juli 2026

Email (Hartmann) 2008

Email (Der Fall Heisig) 2010

23. Juni 2026

Email (Der Fall Heisig) 2010

„Orgontherapie“ als perverse (sado-) masochistische Zwangshandlung

19. Juni 2026

„Reichianische“ Therapie und ab und an sogar Orgontherapie (in diesem Fall „Orgontherapie“) ist kaum mehr als eine Kombination aus dem ständigen Aufsuchen des kindlichen Traumas, auf das das heutige Leid zurückgeht, plus dem Hervorrufen physiologischer Flashs, die das aktuelle Leiden so kaschieren, daß es akzeptabler wird. Man zittert, erbebt, schreit, hat „Anfälle“ etc. „Es passiert was.“ In Wirklichkeit passiert rein gar nichts bei dieser Kombination von schlechter Psychotherapie und sadistischer „Körperarbeit“!

Das Reaktivieren des kindlichen Ungemachs erfolgt im Sinne des Freudschen Wiederholungszwangs, weil man auf magische Weise einen anderen Ausgang erwartet, irgendeine Lösung im nachhinein, ein zufriedenstellendes Schließen der offenen Gestalt. Das wird natürlich niemals eintreten! Wie auch? Man wird die ausgedrückte Zahnpasta nicht zurück in die Tube kriegen und stattdessen immer wieder von neuem an der alten Wunde verbluten!

Eine entsprechende Illusion entsteht allenfalls, weil man die damaligen Affekte und Emotionen von neuem erlebt, wogegen sicherlich nichts einzuwenden ist und was fraglos tatsächlich einen therapeutischen Effekt haben kann, aber es kann auch schnell zu einem kontaktlosen Ausagieren um seiner selbst willen entarten und mit einem ständigen Retraumatisieren einhergehen, was dann wieder nach „Aufarbeitung“ verlangt. Ein Teufelskreis, der einen immer tiefer in den seelischen Sumpf treibt.

Man bleibt jedoch bei der Stange, weil die Entspannung und das hemmungslose(re) Ausatmen in der „Reichianischen“ „Körpertherapie“ einen energetisch expansiven Zustand hervorruft, dem man ebenso suchtartig verfallen kann, wie der besagten hoffnungsvollen psychologischen „Aufarbeitung“, und deshalb immer wieder in den Therapiestunden („Therapie“) erlangen muß wie etwa bei Alkohol- oder Drogen- oder irgendeiner anderen Sucht. Das ist nichts als ein billiger Ersatzkontakt, der den „Therapeuten“ ähnlich ihren Lebensunterhalt sichert, wie Junkies das luxuriöse Leben ihrer Dealer finanzieren. Auf diese Weise erhält die „Therapie“ die Neurose und die neurotisierenden gesellschaftlichen Verhältnisse aufrecht. Ein schlimmerer Verrat an Reichs Lebenswerk ist kaum denkbar!

Es ist wie bei der Frau, die sich immer und immer wieder erniedrigen und vergewaltigen läßt und darauf insistiert, nur so könne sie „kommen“. Ihr gesamtes Sexualleben gruppiert sich um ihr Kindheitstrauma, das sie zwanghaft reinszeniert, um es endlich zu bewältigen, was natürlich nie und nimmer geschehen wird. Das wird zur selbstzerstörerischen Sucht, zumal die erneute Vergewaltigung jedesmal für einen Kick und einen Flash sorgt, der sie vermeintlich „befriedigt“.

Orgontherapie ist etwas grundsätzlich anderes als das Aufsuchen der traumatischen Vergangenheit und das sinnlose Hervormanipulieren vermeintlich spontaner „bioenergetischer“ Ausbrüche in der Gegenwart, die tatsächlich kaum mehr sind als der Ausdruck von masochistischer Kontaktlosigkeit. Wirkliche Orgontherapie ist die Auflösung von Kontaktlosigkeit und die Vereinigung und Integration der in der kindlichen Entwicklung zersplitterten Teilpulsationen zum einheitlichen Orgasmusreflex und sonst nichts. Ohne diese beiden Elemente sind „Reichianische“ „Körperpsychotherapeuten“ perverser Verbrecherabschaum der schlimmsten Sorte!

Die Krokodile der Orgonomie

11. Juni 2026

Es sind unreine Geister, Dämonen aus der Hölle, die Reich und die Genitalität nicht ertragen können, aber sich auf perverse Weise doch unwiderstehlich zu Reich hingezogen fühlen. Ihre Kompromißbildung besteht darin, Reich mit sich in die Schlammfluten des Okkultismus zu reißen. Belassen wir die Beschreibung bei fünf Gruppen – es gibt mehr:

1. Spiritisten, die selbst Medien sind, Medien folgen oder gar, etwa durch Rückführung in „Vorleben“, gar „Zwischenleben“ (sic!), ihre „Patienten“ selbst zu Medien machen. Was diese „spirituellen“ Menschen ausgerechnet zu Reich brachte, gehört sicherlich zu den absurdesten Kapiteln in den Annalen der Psychopathologie. Reich hat am Ende der Charakteranalyse ein ganzes Kapitel über diese schizophrenen Geisterseher geschrieben, die das Orgon durch ein ganz bestimmtes Prisma wahrnehmen: die Spaltung von Erregung und Wahrnehmung.

2. Magier im Sinne von Aleister Crowley, die weniger spirituell-ätherisch sind wie die erste Gruppe, d.h. mehr in der pervertierten Sexualität verankert sind. Es sind moderne Alchimisten und Tantriker, die als typische emotionell pestkranke Charaktere, die „Sexualenergien“ zu Machtzwecken kanalisieren wollen. In diese Gruppe fallen auch alle „Satanisten“.

3. Eine erstaunlich große Gruppe bilden die Anhänger von Gurdjieff, einem typischen Okkultbetrüger, auf den nur imgrunde schwache Menschen hereinfallen können. Je wirrer das Gestammel ist, desto mehr Tiefe sehen sie, je absurder die Lügengeschichten, desto faszinierter sind sie, je größer der Gruppenzwang, desto freier fühlen sie sich. Die Massenpsychologie des Faschismus!

4. Noch absurdere Menschen sind jene, die Reich ausgerechnet mit Rudolf Steiner und der Anthroposophie verbinden wollen. Steiner verbindet alle Charakteristika der ersten drei Absurditäten: schizophrener Geisterseher, gemeingefährlicher Okkultist und kompletter Wirrkopf, dem komplette Idioten hinterherlaufen.

5. Apropos Wirrköpfe: Man lese C.G. Jung! Dieser Mann hat kaum einen geraden Satz schreiben können, bei dem man sich nicht fragt, was dieser unsägliche Quatsch eigentlich zu bedeuten hat. Es ist die induzierte Verblödung! Wer Reich und Jung irgendwie miteinander verbinden will… Es macht mich sprachlos! Wie blööööde kann man eigentlich sein?

Ich kann hier unmöglich Beispiele für diese fünf Perversionen des „Reichianismus“ präsentieren, von wegen persönlicher Herabsetzung, übler Nachrede. Man lese doch bitte meine Ausführungen in „Reichianische“ Bücher. Immerhin sind hier wirtschaftliche Interessen betroffen und natürlich das unwiderruflich verlorene Investment einer Lebenszeit, in der sich diese Schweine im Dreck suhlten und sich nun vollkommen mit der okkulten Jauche identifizieren, die ihre Seele bedeckt. Es sind schlichtweg ekelhafte Kreaturen, echte Emotionelle Pest-Charaktere. Krokodile, die im okkulten Schlamm darauf lauern, die Orgonomie mit sich in den stinkenden Dreck zu ziehen.

Email [Freud, Reich und die Aufklärung] 2009

5. Juni 2026

Email [Freud, Reich und die Aufklärung] 2009

Reich in der Diskussion (Teil 2)

3. Juni 2026

Bücherlogo

Leserkommentare zu:

Kritik an Wilhelm Reich
 

Eva Reich in Makavejevs Drecksfilm:

Robert 2011: Reichs Tochter, Lore-Reich Rubin, hat sich auch so ihre Gedanken zu Makavejev´s Film gemacht (im letzten Zehntel der Seite):

Um nun zum Film zu kommen: Ich persönlich schätze den Film trotz etlicher gravierender Verdrehungen der Reichschen Ideen. In dieser erfundenen, in Jugoslawien handelnden Geschichte von Vladimir und Milena, verdeutlicht Makavejev sowohl Reichs Konzepte zur Charaktertypologie, als auch seine Vorstellung, dass es in autoritären Staaten durch Unterdrückung der Sexualität zu einer Unterwerfung und Idealisierung des Staates kommt.
Wenn wir aber auf das Thema Sexualität zu sprechen kommen, erkennen wir, dass Makavejev selbst die Ideale entstellt. In einem Interview bezeichnete er Reichs sexuelle Revolution als zahm. Er verherrlicht die Revolution der 60er und 70er Jahre mit allen ihren Extremen. Ein paar Beispiele:
1) Gleich in der ersten Szene des Films wird der Geschlechtsakt ei-nes Paares gezeigt und ist als Original-Filmmaterial aus der Sex-Pol-Zeit deklariert. Durch die unmittelbare Nähe zu anderen Szenen ist damit der Geschlechtsakt meiner Eltern, Wilhelm und Annie Reich, gemeint. Reich hätte diese Szene aber niemals gefilmt. Er glaubte an die Intimität des sexuellen Aktes. Tatsächlich wurde dieser Filmab-schnitt 1969 beim Hippie-Musikfestival in Woodstock aufgenommen. Wollte sich hier Makavejev über Reich, sein bewundertes Idol, lustig machen?
So können wir sagen, dass Makavejev Reich bewundert, sich für seine Vorstellungen und Theorien einsetzt und uns für seine ungerechte Inhaftierung trauern lässt. Gleichzeitig aber fühlt er sich als Rivale und möchte selbst ein berühmter Mann sein. Das gipfelt darin, dass er sich über Reich und seine Theorien lustig zu machen beginnt, obwohl er gerade in seinem Film aufgezeigt hat, wie großartig und einzigartig er die Theorien findet.
Trotzdem: Als Ganzes gesehen ist „Wilhelm Reich und die Mysterien des Organismus“ ein starker und bewegender Film, zeitweise brillant, Einblicke gewährend, manchmal schockierend und manch-mal amüsant. Er ist auch eine wunderbare Erinnerung an das Ethos der 1970er Jahre und eine eindringliche Warnung vor bedrohlichen Zeiten, in denen wir uns gegenwärtig befinden.

https://www.heikolassek.de/39994.html

Peter dazu: Danke für den Hinweis! Hier noch eine interessante Stelle:

Die Reichsche Therapie – das Lösen des Muskelpanzers mit tiefem Atmen und anderen Übungen – wird in Alexander Lowens Bioener-getik-Therapie in Hyperventilation und Übungen in Stresspositionen umgewandelt, bis Muskelzuckungen und Schüttelkrämpfe erfolgen, was das Ideal, den Panzer zu lösen, anstatt noch mehr Spannung aufzubauen, verfälscht. Während sich die Gruppensitzungen in ein Schreien, Stampfen und in einen aggressiven Tumult kehren, was bestenfalls Sadomasochisten ertragen würden. (Reich hat einmal zu seinem Sohn gemeint, dass er diese Art von Behandlung verabscheue.)

Peter: Das logische Resultat der „Revolution der 60er und 70er Jahre mit allen ihren Extremen“:

Dalrymple: Die Frivolität des Bösen (1)

Robert: Während sich die Gruppensitzungen in ein Schreien, Stampfen und in einen aggressiven Tumult kehren,…
Genau dass habe ich in meiner Bioenergetikgruppe vor 30 Jahren erlebt.

Peter: Zum Zerfall der Gesellschaft:
Reich sagt, daß man die Emotionelle Pest u.a. daran besonders gut erkennt, daß sie wie blind für prägenitale Perversionen ist, jedoch bei genitaler Liebe unerbittlich zuschlägt.
Dazu der „Politskandal“ in Schleswig-Holstein um einen CDU-Politiker und eine 16jährige (die ihn im übrigen ausdrücklich in Schutz genommen hat, man könne nichts Schlechtes über ihn sagen) und der passende Kommentar aus dem TAGESSPIEGEL.
Vor diesem Hintergrund ist es zwar nicht seltsam, aber ein ethisches Armutszeugnis unserer Gesellschaft, daß sie den Betrügern eher verzeiht als den Liebenden.
siehe [Link existiert nicht mehr]

Peter: Darauf hat sich ja auch Charles Kelley berufen („education in felling and purpose“): Reich hätte einseitig auf die Befreiung der Emotionen geschaut und dabei die „Kopfseite“ vernachlässigt: Motivation und Zielgerichtetheit, die (auch) geschult werden müsse.
Das Problem dabei ist, daß die Motivation am Anfang steht. Ohne Motivation von vornherein ist jede Therapie vollkommen aussichtslos. Aber wo kommt die her?
Meines Erachtens aus der Erziehung. Wird die hintertrieben, wie in „Wohlfahrtsfamilien“ und bei manchen dekadenten Superreichen, dann ist der Mensch rettungslos verloren. Motivation ist eine Angelegenheit des Überlebenskampfes. Im Zoo und im Wohlfahrtsstaat stirbt sie ab. Das sozialistische Paradies auf Erden wäre das Ende der Menschheit.

Klaus 2013: „Fakten, um Wahrheit und Nichtwahrheit“
Was Fakt ist, hängt außer von der Welt von der Weise, wie man sie beschreibt, ab. Da steckt der Teufel im Detail – u.a. im Detail der von Reich gewählten Ausdrücke.

Robert 2013: Es war schon immer mein Kommentar, dass die Orgonomie sich mit der Evolutionsbiologie im Einklang befinden muss, um Ernst genommen zu werden. Die utopischen Elemente der Orgonomie, die Reste von Reichs kommunistischer Periode sind, müssen langsam abgelegt werden.
Das menschliche Territorialverhalten würde in einer Genitalen Welt (was für eine irre Wortschöpfung) berücksichtigt werden müssen und durch Bevölkerungsabbau in einem vernünftigen Maß reduziert.
Nebenbei: man sollte sich immer klar machen, das die
Orgonomie eine vollkommen unbedeutende Sekte ist mit vielleicht einigen hundert bis tausend Gläubigen weltweit. Solche Artikel wie die von Mathews erinnern mich an die von kommunistischen Splittergruppen, die darüber spekulieren, wie die Welt nach ihrer Machtergreifung aussehen wird.

Markus: Man muss sich fragen, bei welchen Arten die organismische Pulsationsfunktion durch zb. ein Alphamännchen unterdrückt wurde?
Was ist mit Hunden? Hunde werden durch ihr Herrchen (Alphatier) unterdrückt und entwickeln auch einen Muskelpanzer. Genauso Rinder oder Hühner die in Ställen eingesperrt sind entwickeln einen Muskelpanzer und werden desktruktief, bzw neurotisch!
Autoimunerkrankungen entstehen nur bei unterdrückten Lebewesen. Das sollte doch wohl zu denken geben.
Schaut Euch doch die ganzen humpelnden Lebewesen an!
Die Menschen übertragen ihre Neurosen auf ihre Haustiere,..
ich wil gar nicht weiter schreiben, das geht tief, sehr tief.
Mans right to know! der letzte Abschnitt, Reich spricht genau das an was passiert ist!!!
Die Orgonomie verflacht und verwässert…

O.: Kritik an Reich wird wenig geübt innerhalb der „Reichszene“, da es oft an eigener Kompetemz fehlte und man sich dies nicht zutraute oder weil man eher sich am Positiven berauschen möchte – eine esoterische Sicht der Dinge hat und Reich für seine eigenen (mystischen) Bedürfnisse nützen will.
Reich hatte zwei Arten von Gegner: 1. hassefüllte Gegner, die ihn sehr wohl verstanden haben und 2. blinde Mitläufer, die sich mit ihm berauschen. Mischtypen zwischen diesen beiden Positionen sind auch denkbar.
Die Mitläufer – oft als „Nachfolger“ tituliert – sabotieren ihn von innen heraus.
Eine ernsthafte Beschäftigung mit Reich wird von beiden Gegnertypen aktiv verhindert. Die organisierte und institutionalisierte Gegnerschaft (emotionelle Pest) geht von beiden Typen aus und beide agieren Hand in Hand.
Nicht selten sind begeisterte Anhänger zunächst Reich gegen über positiv bestimmt und spüren im Verlauf der Beschäftigung mit ihm, dass sie strukturell keine Chance haben aus ihrer neurotischen Charakterstruktur herauszukommen – kein Orgontherapeut kann ihnen helfen (oder sie finden keinen) – auch kein Psychotherapeut wird ihnen hier heraus helfen können. Sie hassen sich und Reich für seine Entdeckung und klarere Sicht über ihre neurotische Struktur und werden ihm gegenüber von Hass erfüllt, sie müssen ihn zerstören, um selbst nicht an ihr Elend erinnert zu werden. Oft kaschieren sie ihren Hass in dem sie als „Reichianer“ ihn nicht so ernst nehmen, ihn uminterpretieren oder esoterisch weiterentwickeln. Sie verflachen und verwässern die Orgonomie. Reich wird für alle kommenden Generationen zerstört. Keiner soll haben, was sie gefunden haben und nicht für sich haben konnten.
_____________________________
Eine Kritik an Wilhelm Reich kann wohlwollend und systemimmanent geführt werden, wenn man sich von den oben geschilderten neurotischen Reaktionen frei machen kann. Doch wem gegenüber möchte man sie äußern? Wer kann damit sorgsam umgehen, ohne sie destruktiv zu nutzen?

O.: Bernd SENF meets Don CROFT:
Zu einer „orgonomischen Verschwörung“ wird hier folgende Theorie geboten: Bernd Senf distanziert sich in „neutraler“ Weise von der Verschwörung von Don Croft. Nun das mag man vielleicht noch informativ finden, wird doch alles Wissenswerte auf 19 Seiten zusammengepresst (danit es kein anderer sagt), doch was macht Senf so sicher, dass das Publikum so unfähig ist, seine Darstellung zu durchschauen? Geht es nicht um eine Rechtfertigung für die eigenen Taten, die zur Don Crofts „Werk“ führten? DeMeo wieder in der Position des „Aufklärers“, auch unfähig sich zu reflektieren, und Senf als Mittler und „objektiver Beobachter“.
Diese ganze Inszenierung ist eine Verschwörung, kaum schwer zu erkennen und eine „paranoide Beweiskette“ kann man sich auch sparen: Pseudo-Reichianer und originalste Reichianer treffen auf Pseudo-pseudo-Reichianer. Bei dieser Besetzung ist der Verschwörungsthriller garantiert, es fehlt nur noch die Verfilmung dazu, die gibt es dann auf youtube.
So wird suggeriert, dass „Reichianer“ die Guten in völliger Unschuld seien.

Klicke, um auf OrgonOrgonitCloudbusterChembuster.pdf zuzugreifen

O. 2015: Reich macht auf eines aufmerksam: Die psychovegetative Panzerung; – ich brauchte heute mal wieder einen neuen Begriff.
Und diese zeigt, wie sehr er von emotioneller Pest und von Idioten umringt war. Reich hoffte hieran etwas ändern zu können. Die Hoffnung hieß „Orgontherapie“.
Die einzige Kritik an der Orgonomie wäre die, dass ihr mehr als eine Person angehöre. – Sicherlich gab es um Reich nette und anständige Menschen, die ihn auch emotionell unterstützt haben.
Doch alle sind zwangsläufig gepanzert und limitiert im Nutzen für eine Orgonomie. Auch Reich stand sich emotionell oft selbst im Weg, doch für Selbstzweifel fand er keine Zeit.
Unter der Bedingung der psychovegeativen Panzerung, ist ein Fach, wie die Orgonomie, nicht etablierbar. Nicht eine Konferenz würde Sinn machen.

Wilhelm Reich, Physiker: ANHANG: Bernd Laska: Orgonomform und Kreiselwelle

31. Mai 2026

Wilhelm Reich, Physiker: ANHANG; Bernd Laska: Orgonomform und Kreiselwelle

Wilhelm Reich, Physiker: ANHANG: Bernd Laska: Die Begegnung Wilhelm Reich – Albert Einstein

29. Mai 2026

Wilhelm Reich, Physiker: ANHANG; Bernd Laska: Die Begegnung Wilhelm Reich – Albert Einstein