Orgonomische Soziologie, Teil 4: Liebe, Arbeit und Wissen

15. November 2022

Die gesamte gegenwärtige Staatsführung der DDR 2.0 und die Parteiführungen ihres sozialistischen Einheitsblocks unter Führung der sogenannten „Grünen“ ist vollständig losgelöst von der Arbeitssphäre, d.h. ein Gutteil ihrer Apparatschiks haben nie in der Produktion gearbeitet und sind entsprechend null in den deutschen Volksmassen verankert. Man schaue sich die Minister an! Was genau qualifiziert die gegenwärtige Innenministerin? Was die Verteidigungsministerin?

Die einzige Qualifikation dieser, um die unsterblichen Worte Klaus Kinskis zu benutzen, „Bande von Idioten“ ist ihr neurotischer, d.h. ödipal bedingter Haß auf Deutschland (die Vater-Imago) und ihr dazu korrespondierender Haß auf den bioenergetischen Kern, d.h. auf Liebe, Arbeit und Wissen. Erinnert sei an die von den besagten Apparatschiks initiierten Genozid am deutschen Volk durch Umvolkung; Verdrängung aus dem öffentlichen Raum und Terrorisierung der indigenen Bevölkerung durch messernde Analphabeten, die insbesondere das Leben junger Frauen in einen bedrückenden Horrorfilm verwandelt haben. Durch Sprengung des Sozialsystems (d.h. des hart erarbeiteten Eigentums der deutschen Volksmassen), eine alles kappende Energiepolitik und eine alles erstickende Regulierung des Arbeits- und Geschäftslebens wird die Arbeitsfunktion systematisch erdrosselt. Abgesichert wird dieses mörderische Zerstörungswerk der Emotionellen Pest durch Denkverbote, die neuerdings mit der Androhung von Gefängnisstrafen bewehrt sind.

Hier paßt, was Charles Konia im Zusammenhang mit seiner Analyse der idealtypischen Verkörperung des Apparatschiks, Hussein Obama, geschrieben hat:

Kommunisten und sogenannte demokratische Sozialisten leiden unter einer ausgeprägten Störung ihrer Arbeitsfunktion. Da sie keinen Kontakt zu ihrem biologischen Kern haben, empfinden sie wenig oder gar keine Befriedigung bei der Arbeit. Ihre Ablehnung des Profits ist ein kaum verhüllter Ausdruck ihrer Abneigung gegen Arbeit und ihrer Unfähigkeit produktiv zu arbeiten, sowie ihrer Angst davor auf dem Markt überhaupt bestehen zu können.

Die Verlagerung ihres ödipalen Konflikts auf ihr soziales und politisches Umfeld führt dazu, daß sie die Autorität auf lokaler Ebene verachten. Ihr Bedürfnis, in der Politik „der Boß“ zu sein, entspringt ihrem Wunsch, sich an anderen zu rächen, die sie als Autoritätspersonen ansehen. Eben weil sie nicht arbeiten können, sind Sozialisten emotionell pestkranke Charaktere, die das Bedürfnis haben, andere durch ihre soziale und politische Macht zu kontrollieren. Sie identifizieren sich mit den hilflosen Massen, die sich ihrer Meinung nach als Opfer fühlen, weil sie arbeiten müssen. Sie beneiden diejenigen, die emotional und wirtschaftlich unabhängig sind, sich selbst versorgen und Verantwortung tragen. Aus diesen Gründen befürworten sie die Angleichung des Wohlstands und haben wenig Verständnis für individuellen Einfallsreichtum auf dem Markt oder für Privateigentum. Die kognitiven Störungen, die sich aus der im Gehirn festgehaltenen Energie ergeben, kommen in ihren sozialistischen Idealen zum Ausdruck und dienen als Rationalisierung für die Durchführung ihrer Sozialpolitik. Diese [kognitiven Störungen] fungieren unmittelbar oder letztendlich als unüberwindbare Abwehr in der Therapie. (Clueless, S. 298f)

Mit anderen Worten: diese kopflastigen impotenten Parasiten sind unheilbar krank und werden nicht ruhen, bevor sie uns alle umgebracht haben.

Vom Nicht-Erkennen des Niedergangs der Politik

14. November 2022

Vom Nicht-Erkennen des Niedergangs der Politik

Die orgonomische Soziologie, Teil 3: Historischer Funktionalismus (Ergänzung)

13. November 2022

In Anlehnung an Darwin („Evolution“) und Haeckel („biogenetisches Prinzip“: die Ontogenese wiederholt die Phylogenese) sprach Freud von der psychosexuellen Entwicklung des Menschen, die den Stufen der Libido entspricht: okular (Baker), oral, anal, phallisch und genital.

Das ist eine „vertikale“ zeitliche Abfolge. Reich hat die jeweiligen Stufen räumlich („horizontal“) sozusagen „mit Substanz gefüllt“ durch Segmente der Panzerung: Augensegment, orales Segment, Beckensegment, d.h. den fünf Stufen der Libidoentwicklung entsprechen bei einer gestörten Entwicklung fünf spezifische Muster der Panzerung. Grob gesprochen Verspannungen im Augenbreich, im Mundbereich, im hinteren und schließlich vorderen Beckenbereich.

In Anlehnung an Hegel und mit direktem Verweis auf Darwin haben Marx und Engels das entwickelt, was später Stalin als „Historischen Materialismus“ dogmatisiert hat: die Geschichte ist nur Oberflächlich die politische Abfolge von Dynastien, Republiken etc., vielmehr wird sie von Klassenkämpfen bestimmt, die wiederum von der Entwicklung der Ökonomie abhängen (dem Verhältnis von sich entwickelnden Produktionsmitteln und der Entwicklung hinterherhinkenden Produktionsverhältnissen). Grob ist es die Abfolge von Urkommunismus, Sklavenhaltergesellschaft, Feudalismus, bürgerlichem Kapitalismus, dem sozialistischen Staat und schließlich dem Kommunismus.

In seiner Massenpsychologie des Faschismus hat Reich klargestellt, daß diese Entwicklung (weitgehend unabhängig vom Menschen bestimmt der ökonomische Unterbau den politischen Überbau) in seinem Ablauf durch die Charakterstruktur der Massen gestört wird, so daß sich (in diesem Fall) der Kapitalismus nicht zum Sozialismus weiterentwickeln kann, in dessen Verlauf die Massen lernen, die Produktionsmittel zum eigenen Vorteil zu nutzen. Vielmehr kommt es durch die menschliche Panzerung zum schwarzen und roten Faschismus, also einer Regression zum Feudalismus, teilweise sogar zur Sklavenhaltergesellschaft.

Aus diesen beiden Kombinationen von vertikaler Zeitachse (Freud, Marx) und horizontaler Raumachse (charakteranalytischer Vegetotherapie und Massenpsychologie) entwickelte sich die soziale Orgonomie, d.h. das Konzept der Emotionellen Pest als Gegenspieler der Arbeitsdemokratie („Freud + Marx“) und das Konzept der soziopolitischen Charaktere (Baker), die deutlich machen, was konkret in den Massen vorgeht („Freud + Marx“).

Im Moment erleben wir den krebsigen Zerfall der Arbeitsdemokratie und den Triumpf der Emotionellen Pest (Polarisation der Gesellschaft) und eine generelle Rotverschiebung, die Bakers ursprüngliche Formulierung der soziopolitischen Charaktere grundlegend verzerrt. Charles Konia hat das als Transformation von der autoritären zur antiautoritären Gesellschaft beschrieben.

Allgemein geht es in der Orgonomie auch jenseits der medizinischen und sozialen Orgonomie um die Wechselbeziehung der vorwärtsströmenden primordialen Orgonenergie und den „materiellen“ Produkte eben dieser Orgonenergie, das reicht vom Aufbau und Funktionsweise des Orgonenergie-Akkumulators, über Reichs Forschungen im Zusammenhang mit dem Orgonmotor und ORANUR bis hin zum kosmischen Orgonenergie-Ingenieurswesen (CORE) und der kosmischen Überlagerung, die im übrigen erklärt, wie genau aus der primordialen Orgonenergie Materie hervorgeht.

Die orgonomische Soziologie, Teil 3: Historischer Funktionalismus

12. November 2022

Geschichte ist die Entfaltung der vegetativen Energie, die ihren Ursprung in der kosmischen Orgonenergie hat, zum biologischen Organismus wird, der eine entsprechend „reine“ Charakterstruktur ausbildet, die zu einer „biologischen“ (arbeitsdemokratischen) Gesellschaft führt. An dieser Stelle an es zum „Einbruch der sexuellen Zwangsmoral“ kommen. Gesellschaftliche Konflikte werden verinnerlicht, was die Charakterstruktur „verunreinigt“. Die entsprechend geprägte vegetative Energie führt zu veränderten Charakterstrukturen und so weiter.

Die Soziologie steht dergestalt zwischen der „politischen Psychologie“ (die sich mit der Verformung bzw. „Entformung“, d.h. Neustrukturierung des Charakters beschäftigt) und der sexualökonomischen Biologie bzw. „Lebensforschung“ (bei der es um die Gesetze der besagten vegetativen Energie geht). Man denke etwa an die in Der Mensch in der Falle von Elsworth F. Baker ausgeführte individuelle und soziopolitische Charakterologie und deren biologische Grundlagen als da sind die libidinösen Stufen der psychosexuellen Entwicklung, die Funktion des Orgasmus, die Orgasmusformel, die drei Schichten der Panzerstruktur, die organismische Pulsation, die natürliche Organisation des Lebendigen (von Protozoen bis zur Arbeitsdemokratie), Erstrahlung und Anziehung, die Segmente der Panzerung, Überlagerung, ORANUR etc. (man sieht, daß die Biologie hier langsam in die Physik übergeht!). Das alles bestimmt von den Gesetzen der gleichzeitigen Identität und Gegensätzlichkeit.

Die orgonomische Soziologie, Teil 2: Zwischen Fassade und bioenergetischem Kern

11. November 2022

Angefangen bei der Psychologie drang Reich ab 1919 immer tiefer in die Struktur des Menschen ein. Wobei man die „Tiefen“-Psychologie und das psychoanalytische Gerede von der „Libido“ nicht allzu ernstnehmen sollte. Alles bewegte sich noch im Bereich bloßer Worte, der menschlichen Vorstellungen, und war entsprechend von kulturellen Prägungen bestimmt. Zwar kann man „Psychologie“ mit „Wissenschaft von der Lebenskraft (psyche)“ übersetzen, doch diese „Lebenskraft“ ist nicht wirklich greifbar; es ist trotz aller „biologischen“ Rhetorik doch alles nur Fassade und Oberfläche.

Reich überwand dies, als er Freuds „Unbewußtes“ (also weite Bereiche des Über-Ich, Ich und Es) als gesellschaftlich bedingt entlarvte. Aus der Psychoanalyse entwickelte auf diese Weise die Charakteranalyse und, da so die Biologie zugänglich wurde, daraus schließlich die charakteranalytische Vegetotherapie, d.h. unmittelbarer Umgang mit der tatsächlichen Lebenskraft. Dieser Zugang zur Biologie bot ausschließlich die Soziologie (von socius, der Gefährte), die den Ursprung des „bösen Irrationalismus“, den Freud kurzschlußartig aus der (vermeintlichen) Biologie ableitete (ein schwaches, den Trieben wehrlos ausgesetztes Ich, der Todestrieb). Reich führte hingegen das Unbewußte auf gesellschaftliche Konflikte zurück, die als „sekundäre Schicht“ bzw. „mittlere Schicht“ verinnerlicht wurden. Wobei diese gesellschaftlichen Konflikte letztendlich natürlich auf die ödipalen Konflikte in der Kernfamilie zurückgehen.

Die orgonomische Soziologie, Teil 1: Zwischen Psychologie und Biologie

10. November 2022

Die Psychologie beschäftigt sich mit dem bewußten und unbewußten Seelenleben, d.h. den subjektiven Eindrücken und Motivationen für das Handeln. Reich setzte sich mit dieser „psychischen Energie“ (der Libido) in seiner psychoanalytischen Periode zwischen 1919 und 1933 auseinander. Ab 1934 versuchte er ins „biologische Fundament“ vorzudringen, d.h. die „vegetative Strömung“ zu untersuchen, die den beiden psychosexuellen Grundgegebenheiten Wahrnehmung und Erregung zugrundeliegt (siehe seine „bio-elektrischen Experimente“), was schließlich in der Entdeckung des Orgons 1939 mündete.

Der Übergang von der Psychologie zur Biologie in seinem Werk überlappt sich mit seiner intensiven Auseinandersetzung mit der Soziologie zwischen 1928 und 1936, der „Sex-Pol“-Zeit. Ohne seine soziologischen Studien hätte Reich niemals den Grundfehler der Freudschen Psychoanalyse durchschauen und überwinden können, die Gesellschaftliches (Neurosen und Perversionen) kurzschlußartig auf „Natürliches“ (unveränderliche Triebstruktur, „Todestrieb“) zurückgeführt hatte und dergestalt jeden Durchbruch ins biologische Fundament unmöglich gemacht hatte.

Umgekehrt hatte die Psychologie gezeigt und sollte die Biologie zeigen, daß die Soziologie mechanistisch ist. Eine Politik, die den objektiven Interessen der Massen widerspricht, führt nicht etwa zum Umsturz, sondern verfestigt das System, weil sich die Menschen aufgrund kindlicher Prägungen mit dem Angreifer identifizieren. Eine Soziologie, die das nicht berücksichtigt, ist imgrunde vollkommen wertlos. Die Biologie schließlich zeigte, daß, wenn man von diesem irrationalen Faktor abstrahiert, die so komplex wirkenden gesellschaftlichen Vorgänge auf einige wenige biologische Grundfunktionen reduziert werden können, Stichwort „Arbeitsdemokratie“. Ein Konzept, das Reich ab 1937 entwickelte.

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 16. Paulus der Christusmörder / Freud, Reich, Paulus und Christus

9. November 2022

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 16. Paulus der Christusmörder / Freud, Reich, Paulus und Christus

Der Kosmonenraum (eine Notiz aus dem Jahre 1999)

8. November 2022

Hanspeter Seilers Kosmonentheorie in der emotion 12/13: in meinen Augen nach wie vor der reine Mechanistizismus. Seiler redet wohl ständig von den „seelisch-lebendigen Eigenschaften der Materie“, aber das ist reine Rhetorik und beweist nur, daß der Mechanismus stets mit Mystizismus Hand in Hand geht: „der Geist in der Maschine“. Oder von einer anderen Seite her betrachtet: alles wird mechanisch anhand reibungsloser Flüssigkeiten wie flüssigem Helium erklärt, dabei aber das wirklich wichtige unterschlagen, nämlich, daß sich diese Flüssigkeiten teilweise ganz und gar nicht mechanisch, sondern quantenmechanisch verhalten – und daß erst hier die wirklich „seelisch-lebendigen Eigenschaften der Materie“, d.h. orgonotischen Eigenschaften der Materie zum tragen kommen – Eigenschaft, die sein Kosmonenmodell eben nicht erklären kann!

Was nun Seilers relativistischen Kosmonenraum betrifft behauptet er ja, daß die chaotische Bewegung der Ätherpartikel (Kosmonen) Einsteins Relativitätsforderung erfüllen. Groteskerweise hat Einstein 1905 nicht nur die Äthertheorie überwunden, sondern gleichzeitig mit dem Relativitätsaufsatz auch einen Aufsatz über eben diesen, Seilers „relativistischen Kosmonenraum“ veröffentlicht – über die statistische Analyse der chaotischen, Brownschen Bewegung der Moleküle. Das statistische Mittel der Kosmonenbewegung ergibt natürlich einen klassischen Ätherhintergrund.

Und überhaupt: Reichs Orgonphysik ausgerechnet auf die mechanistische Brownsche Bewegung gründen zu wollen und das dann auch noch als biophysikalischen Ansatz zu bezeichnen!

Außerdem hat Seiler die Relativitätstheorie gar nicht verstanden. Wenn Einstein schreibt, der „Bewegungsbegriff“ dürfe auf den Äther nicht angewendet werden, dann meint er natürlich nicht die Bewegung des Äthers (jedenfalls nicht im Seilerschen Sinne), sondern daß, entsprechend den mechanischen Experimenten, auch elektromagnetische Experimente nicht von ihrem Bewegungszustand abhängen dürfen: genauso wie ein Pendel in einem Raumschiff schwingt, unabhängig wie schnell das Raumschiff sich auch immer (gleichförmig) bewegt, darf auch ein elektromagnetischer Schwingkreis nicht von der Bewegung durch den Äther abhängig sein. Betrachtet man aber den Kosmonenraum aus statistischer Sicht (und nur das macht physikalisch überhaupt einen Sinn), ist er eben doch ein klassischer Äther, auf den der „Bewegungsbegriff“ anwendbar ist. Ob sich die einzelnen Teile dieses Äthers relativistisch korrekt verhalten oder nicht ist wahrhaftig egal!

Meine Lösung lautet wie folgt: wird das Raumschiff beschleunigt, wirkt sich das analog zu mechanischen Experimenten auch auf elektromagnetische Experimente aus: sie registrieren zwar nicht die konstante Bewegung jedoch die Beschleunigung – im Äther. Einsteins Spezielle Relativitätstheorie hatte also durchaus recht: der „Bewegungsbegriff“ läßt sich auf den Äther nicht anwenden. Sobald es im Äther jedoch zur Überlagerung, zur Kreiselwelle, zur Pulsation, also zur Beschleunigung kommt, ist der Äther nachweisbar. Wir wissen, wie sich dieser Äther bewegt: Reich hat es z.B. in Die kosmische Überlagerung beschrieben. Hier müßte m.E. auch die Wirbeltheorie der „Kosmonen“ ansetzen.

2. Seilers Aufsatz in Nach Reich ist extrem unglücklich plaziert, da er unmittelbar nach DeMeos Darstellung der Saharsia-Theorie folgt. Gegen DeMeo fällt mir wirklich kein einziger Einwand ein – während…. Seilers Kosmonenraum ist prinzipiell unnachweisbar – aber die Urmenschen sollen diese Kosmonen, die trilliarden-milliarden mal kleiner als der Splitter eines Sandkorns sind, gesehen und künstlerisch abgebildet haben, oder Kosmonen-Wirbel, die die Größe von Elektronen haben. Natürlich haben die Urvölker nicht subatomare „Kosmonen“, sondern die allseits sichtbaren Orgonwirbel und die atmosphärischen „Orgonpartikel“ dargestellt.

Auf S. 435 will Seiler erklären, warum es denn ausgerechnet auf dem amerikanischen Kontinent keine „Spiralkulturen“ gegeben hat: weil „der relativ geschlossene amerikanische Kontinentalblock wenig geographisch isolierte soziokulturelle Nischen aufweist, welche ein längeres Fortbestehen einer nicht-patriarchalischen Minderheitskultur ermöglicht hätte“. Nicht nur, daß das allenfalls für die nordamerikanischen Weiten zutrifft, darüberhinaus hatte vorher DeMeo im gleichen Buch das exakte Gegenteil bewiesen! S. 479 stellt dann DeMeo wieder seine Saharsia- und Seilers Spiralkultur-Theorie auf die gleiche Stufe als Weiterentwicklung der Orgonomie, was wieder zeigt, wie wirr, kontaktlos und irreführend das Buch Nach Reich in seiner Gesamtheit ist.

Okay, ich stehe auf, gehe zum Bücherschrank und hole mir das Buch Zauber vergangener Reiche und betrachte mir die Abbildungen zu den amerikanischen Kulturen: ich sehe eine Gesichtsmaske mit Mosaiken belegt – die Spiralen auf den Wangen zeigt; der zapotekische Vegetationsgott ist voller Wellen und stylisierter S-förmiger Spiralen; die gefiederte Schlange Quetzalcoatl ist eine einzige verstrudelte Welle mit lauter Spiralen; die Reliefs der Mayas sind total verschnörkelt voller Spiralen; an den Tempeln hängen merkwürdige spiralförmige „Elefantenrüssel“ und sie sind voll reliefartiger eckiger Spiralmuster; ein aztekischer Schild ist mit einer eckigen Spirale geziert. Ein erneuter Griff in den Bücherschrank und ich habe Cerams Der erste Amerikaner in der Hand: Tongefäß aus einem Pueblo mit klassischen Spiralen; Keramik aus dem Südwesten der USA mit Hund, dessen überlanger Schwanz zu einer überdimensionalen Spirale geringelt ist; Keramik aus Arizona mit den so typischen indianischen zackigen Hakenkreuz-Spiralen; Tonwaren aus New Mexico mit zackigen und runden Spiralen; Tonfigur der Hohokam über und über mit Spiralen bedeckt; dutzendfach Töpferware der Hohokam voller Spiralen genauso wie sie Seiler in seinem Buch abbildet; Schlangen-Mound aus Ohio am Ende mit einer klassischen Spirale; Räuchergefäß der Hohokam mit klassischen Spiralband. Zum Beispiel die Töpferware der chinesischen Spiralkultur der Yang-Shoa bei Seiler S. 434, ist geradezu typisch – indianisch!

Zentral in Seilers Aufsatz ist seine Interpretation der Abb. auf S. 440 als sexuelle Vereinigung. Nun, Malinowski fand, daß die Mythologie und die Trobriandrische Kunst gerade durch einen auffälligen Mangel an sexuellen Anspielungen gekennzeichnet ist. Ich glaube deshalb, daß die Abb. auf S. 440 etwas ganz anderes darstellt, als Seiler glaubt: ein Mann wird im Schlaf von einer der „fliegenden Hexen“ angegriffen, die sich von den Organen ihrer Mitmenschen ernähren. Es sieht ja auch ganz so aus, als würde eine Hexe auf einem Schlafenden knien und ihm das Herz, die Leber oder so rausreißen. Der größte Alptraum der Trobriandrischen Kanufahrer.

3. Seilers Spiralreise in die Unterwelt: Bei der Lektüre war es mir unmöglich irgendeine Verbindung zwischen dem Diskus von Phaistos und dem energetischen Orgonom herzustellen. [2022: zumal es immer deutlicher wird, daß der Diskus eine Fälschung aus dem 19. Jahrhundert sein könnte.] Die Lektüre wurde erst dann fruchtbar, als ich meine eigene Interpretation als Hintergrund wählte:

Im Matriarchat herrschte ein Sonnenkult („Alat“), deren zentrale Mythus die doppelt-spiralförmige Bewegung der Sonne war, zunächst zu ihrem Gipfelpunkt zur Sommersonnenwende und dann zu ihrem Tiefpunkt („Gefahr des Absturzes in die Unterwelt“) zu ihrer Wintersonnenwende. Das besondere an diesen beiden Spiralen, die wir im Diskus von Phaistos dargestellt finden, ist, daß die Hälfte des täglichen Spiralabschnitts sich offenbar in den Höhlungen der Erde abspielt. Dies wird durch die Labyrinth-Allegorien symbolisiert. Beide Elemente, also Spirale und Labyrinth, erklären die Mysterienkulte und Brettspiele. (Sind die beiden Zahlen 30 und 31 Monatstage und spielen hier die beiden Halbjahre (2 · 6 Monate) eine Rolle? Ist die Siebenheit, die angeblich für die „Chakras“ steht, nicht einfach Ausdruck der sieben Planeten und sieben Wochentage?

Im Patriarchat mit seinem Mondkult („Allah“) wurden diese Elemente bis zur Unkenntlichkeit verzehrt, die Himmelskönigin Isis wurde zu Seth, der zu Satan; aus dem Labyrinth wurde die Hölle, etc. Die Mythen wurden zu reiner Pornographie und Fruchtbarkeits- und murkeligen Mysterienkulten, etc. Außerdem spaltete sich der Mensch in zwei, es kam zur neurotischen Selbstbetrachtung und er zeichnete, auf entstellte Weise, die Bewegung seiner Bioenergie nach (Tantra, Taoismus, etc.). Bezeichnenderweise stimmen diese esoterischen Systeme nie ganz überein und widersprechen sich teilweise diametral. Diese „schizophren“ entstellten bioenergetischen Empfindungen wurden dann mit dem eingangs erwähnten Sonnenmythus verbunden und es ging dabei darum die Bioenergie aus dem gepanzerten Organismus zu befreien. Bezeichnenderweise dreht sich alles darum, sich so weit wie nur irgend möglich vom Genital zu entfernen: bis hin zur Schädeldecke und darüber hinaus.

Aus dieser meiner Theorie heraus machte dann die Lektüre von Seilers Aufsatz wieder für mich Sinn. Aber was hat die Schlange, d.h. die Sonnenschlange (man siehe nur mal Ras Kopfschmuck), denn eigentlich mit den beiden Sonnenspiralen zu tun? Warum ist ausgerechnet die Schlange Luzifer der Lichtbringer? Ist es, weil sich die Schlange als einziges Tier „theoretisch“ selbst fressen könnte: der Ouroboros als Symbol der ewigen Wiederkehr des Gleichen, der trotz allem Auf und Ab unwandelbaren Sonne?

Ich weiß nicht recht, aber vielleicht führt mein gegen den Strich Lesen letztendlich doch zu ganz ähnlichen Ergebnissen wie Seiler sie präsentiert. Am Schluß der Lektüre kam mir nämlich Seilers Interpretation der Diskusfelder ganz vernünftig vor.

Ich möchte hier meine „Besprechung“ abbrechen. Was mich persönlich an all den „alten Weisheiten“ fasziniert, die die Arbeit vom Buch über die Kosmonen bis zur Phaistos-Arbeit durchziehen, ist, daß ich einerseits all diese taoistischen, yogischen, etc. Weisheiten als Dreck erachte – andererseits aber immer wieder damit konfrontiert bin, daß aus vollkommen fehlerhaften, teilweise sogar betrügerischen Voraussetzungen (z.B. auch falschen Übersetzungen aus exotischen Sprachen) Dinge hervorgehen, die funktionieren. Ich glaube, es liegt einfach daran, daß überhaupt eine Struktur (egal welche) in die Gedanken kommt, daß überhaupt irgendwas getan wird. Der esoterische Mist ist einfach nur ein Mittel, mit dem wir als gepanzerte Wesen uns irgendwie bewegen, irgendwie koordiniert bewegen können. Ersatzkontakt.

„Dreck“? Teilweise ist es reine „Nazi-Ideologie“, das gilt sowohl für die „arischen“ Weisheiten Indiens als auch insbesondere die ägyptische Mythologie: vgl. Doris Wolf: Was war vor den Pharaonen? Die Entdeckung der Urmütter Ägyptens, Zürich: Kreuz Verlag, 1994. Und erst dieser Tage ist ein Buch über die Nazi-Ideologie „Tantra“ erschienen: Viktor und Viktoria Trimondi: Der Schatten des Dalai Lama. Sexualität, Magie und Politik im tibetischen Buddhismus, Padmos Verlag, 800 Seiten. Der Lamaismus sei ein kriegerischer und aggressiver Kult. Der Tantrismus sei nichts anderes als kruder Sexismus und sexuelle Ausbeutung der Frauen. Ziel sei die Transformation sexueller und weiblicher Energie in spirituelle und politische Macht zugunsten einer patriarchalischen Mönchselite. Mit einem ultimativen Anspruch auf Weltherrschaft durch den Dalai Lama als kosmischem Herrscher über Zeit und Raum. Die unlösbare Einheit von Politik und Religion. Saharasia pur! – Der Taoismus ist noch größerer Dreck, wie z.B. DeMeo gezeigt hat.

Auf der einen Seite die extrem mechanistische Kosmonentheorie, die dann durch zu viel „Esoterisches“ überwuchert und entstellt wird: Chakren, Meridiane, Tao, Yoga, ägyptische Mysterien etc. – und das dann noch alles ineinander verwoben…. Seiler schadet damit nur dem Gedankengang, der sich hinter den drei hier besprochenen Texten verbirgt: Kosmonenraum —> Wirbel —> Wirbelkugeln —> Elementarteilchen / matriarchale Urvölker waren sich dieser ätherischen Vorgänge bewußt —>  Spiralkulturen / Phaistos-Diskus als Beispiel einer Wirbelkugel. Diesen Gedankengang finde ich grandios. Aber was das mit der Neuinterpretation der Diskusfelder zu tun hat, kann ich nicht nachvollziehen. Anders würde es etwa aussehen, wenn die Kosmonentheorie die sieben Chakren und die Energiebewegung im Körper unabhängig ableiten könnte; feststellt, daß in Indien, China, Ägypten, etc. einzelnes der Kosmonentheorie vorweggenommen wurde und daß sich dergestalt manches neu erklären läßt. Daß das umgekehrt funktioniert, also vermeintliche „alte Weisheiten“ irgendwo hinführen, bezweifle ich doch sehr.

Soeben stolpere in meiner Fernsehzeitschrift über den Artikel „Riesige Formen finden sich im Kleinen wieder“ über das Buch: Albrecht Ploum: Spiegel des Universums, Hoppers Verlag BV, Aachen, DM 98. Beweise für die verblüffende Übereinstimmung im Aufbau des Mikro- und Makrokosmos mit vielen faszinierenden Photos.

Was die neueren physikalischen Ansätze betrifft, z.B. Puthoff, zero-point field und Stochastische Elektrodynamik, scheint sich wohl tatsächlich etwas abzuzeichnen, was die Kosmonentheorie mit ihren Bohrschen Elektronenbahnen, etc. akzeptabel macht. Doch mir kommen Ansätze wie der von Puthoff doch ziemlich mechanistisch vor. Ich bilde mir ein, daß mein Aufsatz über Quantenphysik die Differentia specifica des orgonomisch-funktionellen Ansatzes aufzeigt: sowohl der Rückfall zu einer „klassischen“ Mechanik á la Puthoff („Mechanismus“) als auch das Versinken ins „Tao der Physik“ der „klassischen“ Quantenphysik („Mystizismus“) wird vermieden. Die mechanistische („neo-klassisch-mechanische“) Betrachtungsweise wird, wenn sie auf die Quantenmechanik angewendet wird, stets an der geisterhaften Nichtlokalität der Quantenphänomene scheitern (EPR-Paradoxon), während die gängige Quantenmechanik zwar philosophisch elegant „alles erklärt“, aber praktisch-technologisch seltsam unfruchtbar ist.

Der mechanistische Ansatz krankt daran, daß aus einem primordialen Chaos Ordnung hervorgehen soll und niemand erklären kann wie, während der mystischen Ansatz diese Lücke mit „außerweltlichen Wirkstrukturen“ füllt. Beide Ansätze sehen nicht, daß die Natur funktionell ist, d.h. alles „spielt eine Rolle“, wobei der „Text“ der „gespielt“ wird, durch die Umstände gegeben ist. Der Mechanist sieht das „Rollenspiel“ nicht, während der Mystiker nach dem (gar nicht vorhandenen) Text sucht. In meinen Augen ist der chaotische Kosmonenraum die geradezu archetypische Verkörperung des Mechanismus („Mechanistizismus“), das wird dann, wie immer in solchen Fällen (Beispiele sind Newton und Einstein), durch vitalistische, mystische, esoterische, etc. Ansätze ergänzt.

Was mich verunsichert ist, daß es wohl tatsächlich so etwas wie „orgonotische Präkognition“ gibt: die Orgonenergie scheint zu wissen, was in der unmittelbaren Zukunft geschehen wird! Und ich spreche hier von unvorhersehbaren Ereignissen wie geheime Atomexplosionen und den Output von Zufallsgeneratoren. Hat die Kosmonentheorie hier einen Erklärungsansatz? Warum reagiert der Körper (etwa der Hautwiderstand) bereits Sekundenbruchteile bevor die Testperson einem Stimulus ausgesetzt wird, etwa dem Photo eines kuscheligen Hundebabies oder dem einer Szene aus dem Schlachthof? Warum kontrahiert die atmosphärische Orgonenergie bereits Stunden vor einem Atomtest, also zu einer Zeit, wo das Militär noch mit den Technikern über die Zündung diskutiert?

Anhang zu „Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 27)“ (The Great Reset, oder: Der Tod Gottes und seine Wiederauferstehung)

7. November 2022

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Wie Charles Konia in Clueless ausführt, geht die antiautoritäre Gesellschaft auf das bekannte Diktum von Ende des 19. Jahrhunderts zurück, Gott sei tot und damit alles erlaubt. Das Normensystem bricht zusammen, weil es keine metaphysische Begründung mehr hat.

In Äther, Gott und Teufel hat Reich die parallele Entwicklung im Bereich der Wissenschaft erläutert. Mit dem Verschwinden des Äthers zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde der zweite Grundpfeiler des menschlichen Denkens umgestoßen:

Die Idee Gottes leitet sich überall aus den inneren seelischen Empfindungen ab; die Idee des Äthers leitet sich aus rationalen Denkoperationen zur Erklärung physikalischer Erscheinungen ab. Gott soll die seelische oder geistige Existenz des Menschen, der Äther die materielle physikalische Existenz erklären. (Äther, Gott und Teufel, S. 40)

Was den „Tod“ des Äthers betrifft beschränkt sich Reich auf die Spezielle Relativitätstheorie von 1905, doch ebenso könnte man an die sich seit 1900 entwickelnde Quantenphysik denken. Beide reduzierten die Welt auf mathematische Formeln, unter denen man sich nichts mehr vorstellen kann, bzw. wird dieses „Vorstellen“ mit einer verächtlichen Handbewegung auf den Bereich der Naturphilosophie, also letztendlich der irrationalen Religion verschoben.

Die „neue Physik“ wurde in den 1930er Jahren, also genau zu der Zeit, als sich Reich der „sexualökonomischen Lebensforschung“ zuwandte, die in der Entdeckung des Orgons mündete, – auf die Biologie übertragen und der Mensch wurde dergestalt zu einer Maschine, die von einer Software (den Genen) betrieben wird. Für den Äther, der sich durch Membranen bewegt und so unser Innenleben hervorruft, d.h. letztendlich „Gott“ ist, war kein Platz mehr! Heute stehen wir mit dem „Great Reset“ am Ende dieser Entwicklung: Gott ist tot und alles ist erlaubt, d.h. über Genmanipulation und „Transhumanismus“ löst sich der Mensch von der Biologie und jedweder Ethik.

Daß das mit den Genmanipulationen etc. wissenschaftlich betrachtet vollkommener Unsinn ist und nicht funktionieren kann bzw. in einer Katastrophe enden muß (man denke nur an die explosionsartig sich entwickelnde Epigenetik), ist von dieser Grundintention unabhängig. Genauso wie im Bereich der Ethik mit dem Tod Gottes alle Dämme gebrochen sind, ist auch mit dem „Tod des Äthers“ alle Wissenschaftlichkeit flöten gegangen. Beide Bereiche fließen zusammen im Transgenderismus und seiner logischen Fortführung im Transhumanismus. Dazu möchte ich nur auf Martine Rothblatt und ihr Buch von 2011 verweisen: From Transgender to Transhuman: A Manifesto On the Freedom Of Form.

Der Verlag schrieb dazu:

Martine Rothblatt ist für die Gründung mehrerer Satellitenkommunikationsunternehmen verantwortlich, darunter das erste landesweite Fahrzeugortungssystem (Geostar, 1983), das erste private internationale Weltraumkommunikationsprojekt (PanAmSat, 1984), das erste globale Satellitenfunknetz (WorldSpace, 1990) und das erste nicht-geostationäre Satelliten-zu-Auto-Rundfunksystem (Sirius, 1990). Als Rechtsanwältin und Unternehmerin war sie auch federführend bei den Bemühungen um die weltweite Genehmigung neuer internationaler Verträge über die Zuweisung von Satellitenumlaufbahnen und Frequenzen für weltraumgestützte Navigationsdienste (1987) und für Satelliten-Direktübertragungen an Personen (1992). In den 1990er Jahren stieg Dr. Rothblatt in den Bereich der Biowissenschaften ein, indem sie das Projekt der International Bar Association zur Ausarbeitung eines Entwurfs für einen Humangenomvertrag für die Vereinten Nationen leitete (1999 vorgelegt) und ein Biotechnologieunternehmen, United Therapeutics, gründete (1996). Dr. Rothblatt ist Autorin von Büchern über Satellitenkommunikationstechnologie (Radiodetermination Satellite Services and Standards, Artech, 1987), Geschlechterfreiheit (Apartheid of Sex, Crown, 1995), Genomics (Unzipped Genes, Temple University Press, 1997) und Xenotransplantation (Your Life or Mine, Ashgate House, 2003). Sie ist auch Cyberschriftstellerin und hat eines der ersten Cybermuseen geschaffen, das World Against Racism Museum, http://www.endracism.org.

Ein Leser kommentierte ihr Buch bei Amazon wie folgt:

Martine Rothblatt stellt in ihrem bahnbrechenden Manifest die Art und Weise, wie wir sozialisiert werden, auf den Kopf und argumentiert, daß die binäre Einteilung in männlich und weiblich bei der Geburt von Natur aus diskriminierend ist und seit Tausenden von Jahren als Instrument zur Verfolgung der Hälfte der Menschheit eingesetzt wird. Sie argumentiert, daß das Geschlecht viel komplexer ist und wir besser bedient wären, wenn wir Farben auf einem unendlichen Spektrum verwenden würden, um unser Geschlecht zu beschreiben. Sie argumentiert, daß jene neuen unsterblichen [also transhumanen] Menschen in Zukunft mit der gleichen Diskriminierung konfrontiert sein werden, mit der jede Minderheitengruppe bisher konfrontiert war, und daß wir unsere Tendenz, die Menschheit zu spalten, durchbrechen müssen, wenn wir eine gemeinsame Zukunft als Spezies haben wollen. Was ist eigentlich der Mensch? Diese Kategorie ist mit jedem Jahrzehnt breiter geworden. Vielen Dank, Martine, für dieses wunderbare Buch, das mir den Mut gegeben hat, nicht nur als Transgender-Prä-Alles-Männchen [transgender pre-everything male] Stellung zu beziehen, sondern auch elektronische Menschen als meine Brüder und Schwestern zu betrachten, die nicht weniger Rechte oder Liebe verdienen. Die Menschheit braucht mehr Menschen wie dich.

Gemach. Der Pseudoliberale hat Gott zwar ermordet, aber auch zu dessen Wiederauferstehung beigetragen. Konia beschreibt das in Clueless wie folgt:

Der mystische Glaube, der in ihrer Ideologie enthalten war, bestand darin, daß das Leben der Menschen durch „fortschrittliche“ staatliche Sozialprogramme verbessert werden könnte. In der Tat übernahm die Linke die mystische religiöse Idee eines jenseitigen göttlichen Eingreifens und verwandelte sie in die ebenso mystische Idee eines säkularen menschlichen Eingreifens.

„Gott“ wurde durch den Staat ersetzt, so wie ihn sich Sozialdemokraten, Grüne und „Intellektuelle“ erträumen. Ein Staat, der von der Wiege bis zur Bahre alles mikromanaged und durch die neuen Technologien nicht nur stets weiß, wo du gerade bist, sondern dabei auch deine Vitaldaten, wenn nicht sogar deine Gedanken registriert. Allwissend und allmächtig wie Gott und dabei natürlich auch Weise wie Gott. Das ist der tiefere, sozusagen „metaphysische“ Sinn des Great Reset, so wie er einer Martine Rothblatt vorschwebt.

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 27)

6. November 2022

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Stirner hat gemeint, daß die Aufklärung an die Stelle Gottes die Chimäre der „Menschheit“ und die Werte des „Humanismus“ gesetzt hat, die Aufklärer also noch immer recht fromme Leute seien. Den LSR-Fortschritt von Stirner zu Reich sehe ich darin, daß Reich mit Hilfe seines Dreischichten-Modells den grundlegenden Unterschied zwischen diesen beiden Formen der „Frömmigkeit“ herausgearbeitet hat: der voraufklärerische Glaube an Gott stand immerhin noch für einen verzerrten Kontakt zum Kern (was sich nicht zuletzt an den wütenden Attacken gegen LSR zeigt: diese Frommen spüren noch, daß da was ist); die (Pseudo-) Aufklärung steht demgegenüber für die intellektualistische Loslösung vom Kern: alles wird gleich-gültig, alles hat die gleiche Wertigkeit. Die ersten (Pseudo-)Aufklärer D/M/F (Diderot, Marx, Freud), die noch einen Fuß in der alten Welt hatten, wehrten sich noch gegen LSR, während ihre postmodernen Nachfolger selbst diesen letzten Kontakt verloren haben und sich schlichtweg in ihrer Ignoranz suhlen.

Es geht darum, daß die Aufklärung, um einen Reichschen Begriff zu benutzen, eine „Biologische Revolution“ war: die Umstrukturierung des Menschen mitsamt seinen zusätzlichen Organen (Werkzeugen und Maschinen). Mit seinem „vitalistischen Materialismus“ („der Mensch als bioenergetische Maschine“) hat LaMettrie den einzig korrekten Weg gewiesen: ein organischer Abbau des Über-Ich mittels einer freiheitlichen Pädagogik und eine dazugehörige organische anti-metaphysische (und damit gleichzeitig anti-mechanistische) Weltauffassung mit der dazugehörigen Technologie. Ein entpanzerter Körper mit den dazu passenden zusätzlichen Organen (Werkzeugen und Maschinen). Und was ist passiert:

  1. warf man LaMettrie einen menschenverachtenden, unverantwortlichen Umgang mit Ethik und Moral vor; und
  2. wurde er zum Ahnherrn des mechanistischen Materialismus hochstilisiert.

Ausgerechnet LaMettrie wurde also, auf typische pestilent-„projizierende“ Weise, genau das vorgeworfen, bzw. wurde er dafür verantwortlich gemacht, was an der Aufklärung grundsätzlich falsch gelaufen ist:

  1. ein intellektualistischer, zynischer und kontaktloser Umgang mit „Gott“, was zum Verlust des allerletzten Kernkontakts geführt hat; und
  2. die Entwicklung einer Technologie, die geradezu prädestiniert zu sein scheint, den Menschen auch das allerletzte natürliche Lebensgefühl auszutreiben. Man betrachte etwa eine beliebige Darstellung des Immunsystems und man wird vergebens nach Begriffen wie „Erregung“ suchen, stattdessen wird alles in militärischen und maschinellen Begriffen erklärt, die denkbar ungeeignet sind, das zu erklären, worum es geht. Die Menschen empfinden sich als Maschinen, die nach Befehl und Gehorsam funktionieren – und sie verhalten sich auch so. Es sieht wohl heute bei den jungen Leuten nicht danach aus, aber man betrachte nur mal eine Tekno-Party: alle sind abhängig von einem unorganischen Maschinen-Beat und chemischen Glückspillen. Du drückst auf den richtigen Knopf und…

In diesen beiden Punkten sehe ich die Bedeutung der Orgonomie: nur sie bietet eine wirklich aufklärerische Möglichkeit des human und technological engineering im Sinne LaMettries.

Als Saharasia hereinbrach, kam es zu sozialem Chaos, das in manchen Gebieten, insbesondere Europa, in ein erträgliches „neurotisches Gleichgewicht“ mündete, auf dessen Grundlage die Rückgängigmachung des Saharasia-Einbruchs prinzipiell möglich wurde. Leider aber scheiterte diese Biologische Revolution trotz vereinzelter guter Ansätze (LSR) schon in den Anfängen. Es wäre zur absoluten Katastrophe gekommen, hätten sich die stümpferhaften Epigonen von LSR durchgesetzt. Man denke etwa an LaMettries Einfluß auf die französischen Aufklärer, insbesondere Rousseau, und die Katastrophe der Französischen Revolution, die zwei weitere Katastrophen einleitete. Bei der zweiten denke man sowohl daran, daß es ohne Marx Reaktion auf Stirner in Die deutsche Ideologie niemals zum Marxismus gekommen wäre und daß ohne Stirners Einfluß auf den russischen Nihilismus, insbesondere auf Netschajew, es nie zur Oktoberrevolution und Stalins Erfindung „Marxismus-Leninismus“, also zur größten und blutigsten Menschheitskatastrophe überhaupt gekommen wäre. Nun, sie wird gerade in den Schatten gestellt durch die Formierung der antiautoritären Gesellschaft, welche weitgehend identisch ist mit der sexuellen Revolution, die nicht zu trennen ist von dem Namen „Wilhelm Reich“. Auf diese Weise stellt LSR, die einzige Hoffnung, die die Menschheit hat, das Überleben eben dieser Menschheit in Frage!

Was tun?

  1. gilt es den verzerrten Kernkontakt zu „entzerren“, indem man den Kern ausspricht („euer ‘Gott’ ist nichts anderes als der Platzhalter für genitales Empfinden“); und
  2. gilt es die „konservative“ Zurückhaltung als das zu „entlarven“, was sie war: das wahrhaft revolutionäre Element, der wahrhafte Statthalter für LSR, während die angeblich „Progressiven“ nur immer weiter weg vom Kern flüchteten, dem Chaos zustrebten und jede LSR-Umformung der Gesellschaft verunmöglichten.