Orgontherapie ist nichts anderes als der Kampf gegen eine bestimmte Infektion, die sich im Patienten ausbreitet, die Emotionelle Pest. Es ist ein „Hör auf, meinem Kumpel wehzutun, du Mistkerl!“ Dazu muß eine „freundschaftliche Allianz“ zwischen Therapeut und Patient aufgebaut werden, ein Bündnis gegen die Infektion. Das ist so, als würde die freie Welt Freunde in der ganzen Welt suchen, um die Ausbreitung des Islamo- und Roten Faschismus zu stoppen. Aber das bedeutet nicht, daß „der Westen sich ausbreitet“, sondern nur, daß er die zerstörerische Ausbreitung des Faschismus aufhält. Das Prinzip der Ausbreitung selbst ist unser Gegner. Man nehme die Kreuzzüge: daß war keine Ausbreitung, sondern das Errichten einer Mauer gegen die Ausbreitung der Pest! Wenn ich mich gegen die Antifa stelle, ist das etwas grundlegend anderes als umgekehrt!
Es ist wie die Sache mit den Äpfeln. Faule Äpfel infizieren gesunde Äpfel. Die Fäulnis breitet sich aus. Aber gesunde Äpfel verbreiten ihre Gesundheit nicht. Das geht gar nicht! Alles, was man tun kann, ist, die Ausbreitung der Fäulnis zu stoppen, indem man ihr Hindernisse in den Weg stellt und dann darauf zu warten, daß sie förmlich „austrocknet“. Zur Enttäuschung aller wohlmeinenden Menschen ist Liebe und Gesundheit leider nicht ansteckend. Das Gute kann nur arbeitsdemokratisch nach Verbündeten Ausschau halten, um sich gemeinsam der Ausbreitung des Bösen entgegenzustämmen. Alles andere ist liberale Verblendung! Die Liberalen fangen immer erneut mit „Laßt uns die Botschaft der Liebe und des Verständnisses verbreiten!“ an, aber weil sie keine Ahnung von dem grundlegenden Unterschied zwischen Gut und Böse haben, werden sie letztlich selbst zu Roten Faschisten, d.h. dem schlimmsten vorstellbaren Übel. Der Liberale ist dem Untergang geweiht, gerade weil er so „liebevoll“ ist. Nur der Konservative hat eine Chance, seine Seele nicht an den Teufel zu verkaufen!
Das Leben ist durch drei Funktionsbereiche gekennzeichnet:
1. Sexualökonomie: Liebe gegen die Emotionelle Pest (beispielsweise Pornographie und LGBTQ+)
2. Wirtschaft: Arbeit gegen die Emotionelle Pest (beispielsweise Friedrich Merz und BlackRock)
3. Weisheit: Wissen gegen die Emotionelle Pest (beispielsweise Ursula von der Leyen und die Internetzensur)
Wenn diese drei Bereiche (Liebe, Arbeit und Wissen) relativ frei sind, funktionieren sie einfach und kümmern sich nicht um die Außenwelt. Werden sie von Perversen und Lobbyisten angegriffen setzen sie einfach ihre Aufklärungsarbeit fort und suchen verbündete in der Trump-Administration, wie es gegenwärtig unsere AfD tut. Wobei die AfD nach der Machtübernahme niemals so handeln wird wie die gegenwärtigen linken Pestratten, die roten Nazis: Debanking, aus öffentlichen Dienst entlassen, flächendeckende Linkspropaganda, Gleichschaltung der gesamten Akademie, antiweißer Rassismus, Christophobie, die Jugendorganisation blockiert die Parteitage anderer Parteien, der militärisch durchstrukturierte Antifa-Terror, etc. ES IST UNDENKBAR, DASS DAS LEBENDIGE LEBEN (die AfD) JEMALS SO PESTILENT HANDELN WÜRDE! Leipzigs Antifa zieht gegen die Bürger von Schwarzenberg. Der umgekehrte Fall ist jenseits allen Vorstellungsvermögens, so absolut grotesk wäre er. In nichts ähnelt unser Verhalten dem der Emotionellen Pest. Das „Wie“ ist das „Was“!
So arbeitsdemokratisch waren im Wesentlichen die USA in der Zeit zwischen General Washington und Teddy Roosevelt. Es war der pseudoliberale pestilente Charakter Woodrow Wilson, der die irrsinnige Idee der „Verbreitung der Demokratie“ auf der ganzen Welt einführte. Das ist nicht die Art und Weise, wie Liebe, Arbeit und Wissen mit dem Pest umgehen. Wahre Konservative wie Senator Robert A. Taft zur Zeit Reichs Anfang der 1950er Jahre haben immer versucht, den gesunden Menschenverstand und Rationalität nach Amerika zurückzubringen. Trump ist die jüngste Inkarnation dieser Vernunft. Kein einziger amerikanischer Steuerdollar, kein einziger amerikanischer Blutstropfen für die Ukraine und anderen destruktiven Blödsinn!
Stattdessen sollten sich die USA all dieser wahnsinnigen pseudoliberalen, neokonservativen, krypto-Trotzkistischen Pestbeulen entledigen, die ständig „Demokratie“ in der Welt verbreiten wollen. Das ist nicht die Art des lebendigen Lebens! Lebendiges Leben ist friedlich und wehrt sich nur gegen die Ausbreitung der Pest, indem es Barrieren aufrichtet. Es ist nie und nimmer mit der Freiheit hausieren gegangen. Pornographie und Perversion (LGBTQ) verbreiten sich, während die Genitalität sich nur vor Pornographie ekelt und nicht im geringsten an Perversion interessiert ist. Die Genitalität ignoriert diese Dinge einfach! In dieser Hinsicht ist Genitalität konservativ und „isolationistisch“. Die Liberalen wollen „die Welt verändern“, während die Konservativen einfach in Ruhe gelassen werden wollen!
Also würde die Genitalität immer durch die Pest dominiert werden? Keineswegs, denn „Ausbreitung“ ist der Modus Operandi der Pest. Wenn sie sich nicht ausbreiten kann, schrumpft sie einfach und stirbt. Das Gegenteil ist bei der Genitalität der Fall: Wenn sie sich ausbreitet, wird sie verwässert und von der Pest infiziert. Dies geschah mit Amerika nach Woodrow Wilson. Wie viele schreckliche Dinge wurden im „Namen der Demokratie“ verübt? Wie viele Menschen wurden völlig sinnlos getötet? LASST DIE WELT IN RUHE!! So wie Trump es tut: Verbündete in fremden Ländern finden, Deals machen, aber aufhören, „Demokratie zu verbreiten“. Mit potentiellen Freunden in Kontakt treten und andererseits „eine Mauer bauen“, aber nichts „verbreiten“. Reich operierte auf ähnliche Weise: „Keine Propaganda ist die beste Propaganda.“ Mache einfach deine Arbeit und das war’s.
Du sagst, daß es mir an Optimismus mangelt und daß ich irgendwie DOR erliege, weil ich sage, daß sich die Genitalität nicht ausbreitet, sondern einfach auf dem Boden bleibt. Was ich eigentlich ausdrücken will, ist doch offensichtlich. Die pestigen Comanchen terrorisierten die Prärie und verbreiteten sich wie ein Lauffeuer. Es ist absolut unvorstellbar, daß ein genitaler Stamm etwas ähnliches getan hätte. Die Pest breitet sich aus, während die Genitalität einfach ihr Leben lebt und sich verteidigt. Wenn sie den Comanchen nacheifern würde, würde es bald selbst zur Pest werden!
Ein schönes Beispiel ist der Zweite Weltkrieg. Ich habe mich hier schon breit genug über das atlantische Theater ausgelassen, nehmen wird deshalb das pazifische: Nachdem Japan 1905 den Krieg gegen Rußland gewonnen hatte, beschloß es, den westlichen Weg einzuschlagen und ebenso wie Großbritannien und andere Länder expansionistisch bzw. imperialistisch zu werden, anstatt einfach nur Handelspartner zu sein. Als Amerika mit lähmenden Sanktionen gegen Japan reagierte, war der japanisch-amerikanische Krieg unvermeidlich. Die Dynamik der Emotionellen Pest begann also schon lange vorher, z.B. mit Großbritanniens irrsinnig verbrecherischer Politik wie dem Opiumkrieg in China. Wie auch immer, Amerikas angebliche „Befreiung“ Ostasiens führte zur Ausbreitung des Roten Faschismus, was wiederum eine militärische Intervention der USA erforderlich machte. Nichts an dieser Kette von Ereignissen war in irgendeiner Form „genital“ oder „rational“. Trump, hätte es ihn damals gegeben, hätte einen Deal gemacht, so wie er jetzt die Situation in der Ukraine handhabt: auf eine rational konservative Weise, nicht mit dem halbirren liberalen Ansatz seiner „neokonservativen“ Gegenspieler.
Es ist der charakteranalytische Ansatz. Man geht nicht mit der Brechzange vor, sondern systematisch und angepaßt von außen nach innen, von der Oberfläche aus zum Kern und dämmt so langsam aber sicher die Pest ein. Was man nicht tut, ist, den Lebenskern zu einem Putsch gegen die Pest anzustacheln, sondern diese gemeinsam immer mehr einzugrenzen und zu „sequestrieren“. Das mechanistisch-mystische Denken stellt den Kampf zwischen Gut und Böse so dar, als sei es eine manichäische Auseinandersetzung zwischen irgendwie zwei gleichen Kräften. Nein, der Unterschied ist fundamental und zeigt sich vor allem im WIE der Auseinandersetzung auf der jeweiligen Seite.
Der Friedensvertrag von Versailles wird in der heutigen Forschung gleichermaßen als zu hart und zu milde bewertet. Das Vertragswerk erwies sich ohne Zweifel als eine schwere Bürde für die junge deutsche Demokratie. Gleichzeitig waren die Bedingungen des Friedensvertrages aber weniger rigoros ausgefallen, als dies aufgrund der Gegebenheiten möglich gewesen wäre. Der Vertrag besaß durchaus einen Kompromißcharakter, wenn er auch nicht den deutschen, realitätsfernen Hoffnungen auf einen milden „Wilson-Frieden“ entsprach. Das Deutsche Reich konnte trotz des Vertrages seinen Status als europäische Großmacht behalten und man hätte, bei geduldigem Vorgehen, auf längere Sicht wieder eine aktive Rolle in der europäischen Politik spielen können. Die außenpolitische Bewegungsfreiheit hatte sich durch die Abdrängung Rußlands aus Mitteleuropa und durch die anhaltende Fokussierung auf innenpolitische Probleme in Rußland sogar vergrößert.
So weit, so gut, man darf aber nicht das eigentlich Perfide an diesem Vertrag vergessen: daß Deutschland seine Reparationszahlungen nur hätte leisten können, wenn es freien Zugang zum Welthandel gehabt hätte, aber genau dieser wurde Deutschland verwehrt. Das war ja auch das eigentliche Kriegsziel der Alliierten! Dieser antideutsche Grundimpetus setzt sich über den Zweiten Weltkrieg hinweg bis heute fort. So verglich Le Figaro den Vertrag von Maastricht mit dem Vertrag von Versailles:
Die Gegner von Maastricht fürchten auch, daß die Einheitswährung und die europäische Zentralbank die Überlegenheit der Mark und der Bundesbank festigen würden. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn der Vertrag angewandt wird, muß Deutschland seine Geldmacht teilen, die es heute gebraucht und mißbraucht, indem es sich die Wiedervereinigung vom Ausland bezahlen läßt. „Deutschland wird zahlen“, sagte man in den zwanziger Jahren. Heute zahlt es: Maastricht, das ist der Versailler Vertrag ohne Krieg.
Es ist unmöglich über diese Verträge frei zu diskutieren, denn wir sind eingenebelt von den propagandistischen Hirngespinsten von Deutschland als „Obrigkeitsstaat“ und Hort der Barbarei („Hunnen“), gegen den es galt die Zivilisation zu retten. Das deutsche Kaiserreich war sicherlich keine Demokratie im westlichen Sinne, aber eben auch alles andere als eine Diktatur. Es hatte einen gewählten Reichstag, der den Haushalt kontrollierte, und einen Bundesrat, der die Interessen der verschiedenen Länder vertrat, aus denen sich das Reich zusammensetzte. Nur Elsaß-Lothringen wurde unmittelbar vom Kaiser regiert (in Preußen war er in Personalunion der König). Deutschland war eines der ersten Länder mit allgemeinem Wahlrecht – wenn auch ohne Frauen, obwohl es bereits 1918 das volle Frauenwahlrecht einführte, während es in England und Frankreich erst 1928 bzw. 1944 soweit war. Vor allem war das Kaiserreich aber ein Rechtsstaat. Ein armer Bauer konnte einen Herzog vor Gericht zerren. Das damals zusammengestellte „Bürgerliche Gesetzbuch“ gilt ungebrochen bis heute. Tatsächlich war, wie bereits ausgeführt, das deutsche Kaiserreich historisch der erste moderne Wohlfahrtsstaat, der mit Jahrzehnten Vorsprung Pionierarbeit für andere Staaten leistete. Bereits 1883 wurde die obligatorische Krankenversicherung für die Arbeiterklasse durch den Staat eingeführt, 1884 die Unfallversicherung, 1889 die Altersrente und die Invalidenversicherung. Auch nach heutigen Maßstäben brauchte sich Deutschland hinter keinem Land dieser Welt verstecken.
Die höchst fortschrittlichen sozialen Errungenschaften in Deutschland waren etwas, von denen die Arbeiter der viel reaktionäreren Klassengesellschaften in Frankreich, England (mit seinem „Manchester-Kapitalismus“) oder gar dem zaristischen Rußland nur träumen konnten. Verglichen mit dem herzzerreißenden Elend englischer Fabrikarbeiter im viktorianischen Zeitalter oder der extremen Armut des russischen Volkes (beide wurden von einer kleinen Gruppe von dekadenten „Herrenmenschen“, unglaublich reichen Adeligen, erbarmungslos ausgebeutet) war die soziale, wirtschaftliche und rechtliche Situation der unteren Klassen im deutschen Kaiserreich wesentlich besser.
Im Gegensatz zu Frankreich, England und Rußland hatte das Kaiserreich eine florierende Mittelschicht. Vor allem die Handwerkergilden waren mächtig, wohlorganisiert und hatten einen hohen gesellschaftlichen Rang. Sie bildeten eine expandierende Bürgergesellschaft (zwischen den Proletariern und den wohlhabenden Adligen), so daß ein fleißiger Handwerker oder Besitzer einer Manufaktur mit Adligen durchaus wirtschaftlich konkurrieren konnte. Dies war eine wirklich fortschrittliche und zutiefst „demokratische“ Entwicklung. Der Kaiser konnte keine Politik gegen die Mehrheit seines Volkes machen, zumal das Land von seiner Struktur her im krassen Gegensatz zu England (London) und Frankreich (Paris) nicht zentralistisch organisiert war.
Im Kaiserreich war die vertikale soziale Beweglichkeit viel höher als in vergleichbaren Ländern. Wenn du als Sohn eines ungelernten Arbeiters in den Docks von Liverpool geboren wurdest, war zu 99% vorgezeichnet, daß du in den unteren Klassen verbleiben wirst. Rußland war in dieser, und jeder anderen, Hinsicht das Schlimmste. Entsprechend waren die deutschen Sozialdemokraten (übrigens ganz im Geiste der fanatischen Rußland-Hasser Marx und Engels!) im Ersten Weltkrieg besonders bestrebt, gegen Rußland zu kämpfen, denn der Zarismus stand für eine äußerst reaktionäre Klassengesellschaft, die die Bedürfnisse der Bevölkerung mißachtete.
Das Kaiserreich war also (im Verhältnis zu anderen Monarchien und sogar zu einer Republik wie Frankreich) eine bemerkenswert moderne Gesellschaft. Das wurde durch die wirklich beeindruckende Entwicklung der technischen und naturwissenschaftlichen Revolution in Deutschland zwischen 1871 und 1914 verstärkt und beschleunigt. Wobei dieser Wohlstand nicht, wie in England, Frankreich, Belgien und den Niederlanden auf Jahrhunderten des Kolonialismus beruhte. Die Geschichte des deutschen Kolonialismus war auf kleine Gebiete beschränkt und dauerte gerade mal 30 Jahre an! Der gute Leumund Deutschlands ist in Afrika und der Südsee bis heute ungebrochen. Man vergleiche das mit dem britischen Imperium, das ein Drittel der Welt beherrschte… Wollen wir über all die Völkermorde, Massaker, die Ausbeutung Indiens sprechen? Fragen wir mal KI:
Schätzungen zufolge starben während der Hungersnot in Bengalen 1943-1944 zwischen 800 000 und 3 Millionen Menschen, wobei viele Historiker Winston Churchill und seiner Regierung eine Mitschuld geben, da sie eine Blockade von Nahrungsmittelhilfen aufrechterhielten, obwohl sie von der Katastrophe wußten und die Situation durch Kriegsmaßnahmen verschlimmert wurde, was zu massiver Unterernährung, Krankheiten und Tod führte, wobei Churchills rassistische Äußerungen über Inder die Debatte über seine Verantwortung weiter anheizen.
Für ihn waren sie einfach nur Ungeziefer , ähnlich den deutschen Untermenschen…
Zur Illustration der „tiefen Identität“, von der Dugin in Eurasische Mission spricht, beruft sich Töpfer in seinem Vorwort offensichtlich zustimmend auf Richard Wagner, der „Gefühl und Wirklichkeit (gleichsetzt)“ (S. XIV). Hier paßt, was Reich über das nationalsozialistische „Blutwallen“ geschrieben hat:
Was verbirgt sich also hinter dem Mystizismus der Faschisten (…)? Die Antwort darauf gibt die Analyse der von Rosenberg im Mythus des 20. Jahrhunderts geführten „Beweise“ für die Gültigkeit der faschistischen Rassentheorie. Rosenberg schreibt gleich im Beginne: „Die Werte der Rassenseele, die als treibende Mächte hinter dem neuen Weltbild stehen, sind noch nicht lebendiges Bewußtsein geworden. Seele aber bedeutet Rasse von innen gesehen. Und umgekehrt ist Rasse die Außenwelt der Seele.“ Hier haben wir eine der unendlich vielen, typisch nationalsozialistischen Phrasen vor uns, Sätze, die auf den ersten Blick keinen Sinn verraten, ja ihn wie absichtlich zu verhüllen scheinen, auch vor dem Schreiber dieser Sätze selbst. Man muß die massenpsychologische Wirkung gerade solcher mystischen Sätze kennen und gebührend einschätzen, um auch ihre politisch-irrationale Wirkung zu begreifen. Weiter: „Rassengeschichte ist deshalb Naturgeschichte und Seelenmystik zugleich, die Geschichte der Religion des Blutes aber ist umgekehrt die große Welterzählung vom Aufstieg und Untergang der Völker, ihrer Helden und Denker, ihrer Erfinder und Künstler.“ Die Anerkennung dieser Tatsache ziehe die Erkenntnis nach sich, daß das „Kämpfen des Blutes“ und die „geahnte Mystik des Lebensgeschehens“ nicht zwei verschiedene Dinge seien, sondern ein und dasselbe auf verschiedene Weise darstellen. „Kämpfen des Blutes“ … „geahnte Mystik des Lebensgeschehens“ … „Aufstieg und Untergang der Völker“ … „Blutsvergiftung“ … „jüdische Weltpest“ …, dies alles liegt auf einer Linie, die beim „Kämpfen des Blutes“ beginnt und weltanschaulich bei blutigem Terror gegen den „jüdischen Materialismus“ von Marx und beim Judenmord endet. Man tut der Sache der menschlichen Freiheit nichts Gutes an, wenn man diese Mystik nur verlacht, statt sie zu entlarven und auf den ihr zugrundeliegenden irrationalen Gehalt zu reduzieren. Das meiste und praktisch wichtigste daran ist irrational und mystisch aufgefaßter biologischer Energieprozeß, extremer Ausdruck reaktionärer Sexualideologie. Die Weltanschauung von der „Seele“ und ihrer „Reinheit“ ist die Weltanschauung der Asexualität, der „sexuellen Reinheit“, also im Grunde eine Erscheinung der durch die patriarchalische autoritäre Gesellschaft bedingten Sexualverdrängung und Sexualscheu. (Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 91f)
Töpfer ist bekennender Reichianer und der „Eurasier“ Dugin ist nun wirklich so ungefähr das Gegenteil eines Verfechters einer „reinen“ Rasse, was bleibt ist aber der Appell ans Gefühl und an die „Tiefe“. Nicht, daß irgendetwas gegen „Gefühle“ und „Tiefe“ spricht! Der Unterschied ist trotzdem ein fundamentaler: Wagner, Heidegger und Konsorten verlieren sich im Ungefähren und Ambivalenten, nicht klar Formulierbaren: die Wirklichkeit wird zu einer Sache bloßen „Empfindens“… Während für Reich klare Gedanken der Ausdruck klarer Gefühle und Emotionen sind, die sich orgonometrisch („dialektisch“) ausformulieren lassen, verkörpern diese Leute das Pathos des im Unklaren Lassens: das „Ahnen“.
Töpfer beruft sich bei seinen Querfrontbestrebungen, Dugin fortspinnend, nicht zuletzt ausgerechnet auf Reich (sowie Fritz Perls und Arthur Janov…). In Gestalt des frühen linken und des späten konservativen Reich biete sich ein Schnittstelle zwischen linken und rechten Antiglobalisten an (S. XVI). So, als wenn wir das ganze nicht schon hatten, etwa in Gestalt des bekennenden Sozialisten Joseph Goebbels. Jede Querfront, wie sie etwa im Begriff „Nationalsozialismus“ zum Ausdruck kommt, vereinigt den Mystizismus der Rechten, der biophysisch im Solar Plexus zentriert ist (verkörpert im Duginschen Symbol der acht Pfeile, die von einem Zentrum ausgehen) und den kopfzentrierten Mystizismus der Linken, mit ihren „Visionen“ einer besseren Welt. Letztendlich bestimmt hier nicht das Orgon („die Sexualität“) die Agenda, sondern die Panzerung („die Sexualabwehr“), weshalb das „offensichtlich deplazierte“ obige Zitat aus der Massenpsychologie eben doch trifft. In diesem Zusammenhang sei auch auf das „theistisch-agnostische Bündnis“, das Töpfer ein Jahr später in seinem Buch Pan-Agnostik anvisiert, mit dem wir uns im nächsten Teil beschäftigen werden. Ich habe diese ganze Syndrom als Blauen Verschißmus bezeichnet.
In Harmonie mit der soziopolitischen Orgonomie, Töpfer zitiert dazu ausdrücklich Elsworth F. Baker (S. XVI), wendet sich Dugin gegen die anti-autoritären („liberalen“) unipolaren (zentralistischen) „Atlantiker“ und setzt dagegen die kontinentalen autoritären („konservativen“) multipolaren „Eurasier“. Künstliche zentrale Autorität („Washington“) gegen gewachsene lokale Autoritäten. Energetisches Orgonom (weitausgreifende Kreiselwellen-Bewegung, Gehirn) gegen „konservative“ stationäre Pulsation (orgonotisches System, Solar plexus). „Die alte, zentralisiert unipolare Welt mit ihrem einzigen, satanischen Hirten zur reinen Versklavung aller Völker mittels Atomisierung – der verwüstenste aller Wüstenstürme, inakzeptabel, unerträglich –, sie geht unter“ (S. XXVI). Töpfer spricht im Zusammenhang mit DeMeos Saharasia-Theorie von der „Geopolitik des seelischen Elends“ und will das „neolithische Matriarchat“ mit der unserer Natur entsprechenden „Mikrogesellschaft“ wiederherstellen (S. XXV).
Klingt doch alles sehr gut! Nun ja, was die uns hier nicht weiter interessierenden geopolitischen Ausführungen von Dugin selbst betrifft: auf weltpolitischer Ebene ist die „Geopolitik“ eine exakte Entsprechung der „Gesellschaftspolitik“ auf nationaler (und mittlerweile europäischer und UN-) Ebene – sie ist Emotionelle Pest. Politik sollte einfach nur Staatskunst sein, wie sie beispielsweise die CDU bis Ende der 1960er Jahre betrieben hat, und sonst nichts. Es ging schlicht darum, der Wirtschaft und Gesellschaft eine effiziente Verwaltung zur Verfügung zu stellen, ohne großen Anspruch auf die Gesellschaft einzuwirken. Das änderte sich mit dem schleichenden Einfluß des Kommunismus durch die sozialdemokratische Pest, die das Land mit „Reformen“ überzog und die „Lufthoheit über die Babykrippen“ erlangen wollte. Genauso ist es auf globaler Ebene mit den „Neocons“ in den USA und den Dugins in Rußland und China bestellt. Statt einfach nur Diplomatie im Sinne Bismarcks zu betreiben, werden „Großräume“ abgesteckt und von einer „vierten politischen Theorie“ schwadroniert! Man verschone uns mit „Gefühlen“ und „Visionen“. Wer sowas in die Politik trägt, sollte, frei nach Helmut Schmidt, zum Arzt gehen.
Wir springen ins Jahr 2022 und landen bei dem Buch von Alexander Dugin Eurasische Mission (Eine Einführung in den Neo-Eurasianismus, London: Arktos) bzw. bei Töpfers Vorwort: „Das Radikale Subjekt als Katechon“. Das gemahnt natürlich an Laskas Auseinandersetzung mit Carl Schmitt und dessen Ringen mit Max Stirner. Der „Katechon“ stellt sich dem Kommen des Antichrist entgegen, also dem nihilistischen, haltlosen Liberalismus des Westens bzw. dem, was Charles Konia als „antiautoritäre Gesellschaft“ mit ihrer nihilistischen relativen Moral bezeichnet hat.
Töpfer plaziert also das „radikale Subjekt“ in Stellung gegen den alles zersetzenden Liberalismus des Westens. Dieses Subjekt scheint jedoch merkwürdig verkümmert zu sein, denn er konstatiert, daß „die Motivation von Handlung, (…) immer aus einer Unzufriedenheit (Nichtbefriedigtheit) heraus geschieht. Und nur für uns soll alles geschehen. Dugins Manifest der Globalen Revolutionären Allianz wird mit dem Motto Unzufriedene auf der ganzen Welt, vereinigt euch! eingeleitet“ (S. X). In meiner Welt folgen Handlungen eher aus einem Wohlgefühl der Stärke und des Überflusses. Töpfer und Dugin hingegen geht es um den „existentialistischen“ Heideggerschen Menschen: ein Seiendes, das sich zu seinem eigenen Sein verhält. Es ist ein Da-Sein, dessen Hauptmoment die Sorge ist. Diese hört auf, wenn wir, frei nach Dugin und Töpfer, die Trennung von Objekt und Subjekt, Sein und Denken aufheben und ganz „postphilosophisch“ zum bloßen Ereignis werden: Authentizität, die in „existentieller Politik“ mündet (S. XII-XIV). An die Stelle der Moderne soll die Archaik treten, die, wie angedeutet, mit Heidegger „alle modernen philosophischen Konzepte auslöscht: Subjekt, Objekt, Realität, Zeit, Raum, Technik, das Individuum usw.“ (S. XXIII). Für mich klingt das nach infantilistischer Hippie-Kultur und – Nationalsozialismus!
Das rationale Individuum geht in einem irrationalen narzißtischen Brei aus purem Affekt auf. Dugin präsentiert seine „vierte Theorie“ als Alternative zum westlichen Antiautoritarismus, sie ist aber kaum mehr als eine weitere Facette dieses weltweiten Phänomens. Der Epochenbruch von 1960, der Übergang von einer autoritären zu einer antiautoritären Gesellschaft, ist an Rußland nicht vorbeigegangen, genausowenig wie beispielsweise an irgendeinem Landstrich der islamischen Welt. Ein beredtes Beispiel ist der Pop-Islamismus von ISIS.
Töpfer verbindet die von Reich und Elsworth F. Baker vertretene Theorie, daß der Liberale „keinen Kern“ hat, mit Dugins durch Heidegger inspirierte Vorstellung, daß der Liberale keine tiefe Identität hat, also quasi, wenn man so sagen kann, hohl ist und „implodieren“ muß, um „die Selbstbestätigung als die einzigartige und ultimative Instanz des Seins“ zu erreichen. Infolge erscheint das wahre Selbst. „Das Selbst entdeckt in seiner Radikalisierung nicht nur seine Transpersonalität und Weltverbundenheit, sondern auch sein Bedürfnis nach Verwurzelung“ (S. XVII). Aus dem Nichts erwächst so das Authentische und der „Katechon“ erhebt sein Haupt.
Was hier beschrieben wird, ist jedoch nicht etwa der Ausgang aus der Falle, sondern der Circulus vitiosus der Falle selbst. Die Falle ist: Die notwendige konservative Abwehr der sekundären Triebe betrifft auch die primären Triebe, die dergestalt in sekundäre Triebe umgeformt werden. Dagegen bäumen sich die freiheitskrämerischen Liberalen auf und setzen noch mehr sekundäre Triebe frei, bis sie schließlich desillusioniert dem Konservativen recht geben und zu Kreuze kriechen, auf daß die ganze Scheiße von vorne beginnt. Der einzige Ausweg aus der Falle ist die Aufklärung über diesen Mechanismus und die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Trieben. Genau das hintertreiben Töpfer und Dugin jedoch mit ihrem kategorienverwässernden Obskurantismus.
Die Duginsche „Implosion“ mit ihrem Tribalismus, Emotionalismus und untergründigem Mystizismus ist nicht etwa Ausdruck eines Impulses, der sich gegen die antiautoritäre Gesellschaft und den Gesamtwahnsinn der Falle stellt, sondern direkter Ausdruck dieser. Das reicht vom „Tribal Tattoo“ der Jahrtausendwende bis hin zum heutigen „Meine wahre Identität ist ein lila Space-Fury-Fuchs vom Andromeda“ und anderen Besessenheitsphänomenen. Die Gesellschaft implodiert und reorganisiert sich auf immer primitiverer Ebene – gesellschaftlicher bionöser Krebszerfall! Aus diesem Grund hat die Orgonomie in den 1960er Jahren in keinster Weise sich der „Gegenkultur“ der 1960er und dem New Age der 1980er Jahre angeschlossen. Das ganze ist ihr so fremd und antithetisch wie – Arthur Janov. In diesem Zusammenhang ist es kein Zufall, daß sich Töpfer in seinen Schriften ständig auf eben diese „Gegenkultur“ beruft von Bob Dylan und John Lennon bis hin zu den heutigen Entsprechungen.
Seit der Französischen Revolution galt Rußland nicht ganz zu Unrecht als DER Hort der Reaktion in Europa. Ein auf faktischer Sklaverei beruhendes mittelalterliches Land, in dem es ständig Pogrome gab und das mit seiner Barbarei permanent Europa bedrohte. Der junge Reich konnte noch gerade so eben dem Schicksal entgehen, von zaristischen Kosaken in die Weiten Sibiriens verschleppt zu werden. Und ein Mann wie Edward Teller hat sein Leben der Wasserstoff-Bombe und den Krieg der Sterne gewidmet, nicht etwa, weil er so sehr Antikommunist war, sondern weil er als gebürtiger Ungar den russischen Imperialismus fürchtete. Es wird gerne vergessen, daß die Sozialdemokratie, insbesondere aber Marx und Engels höchstselbst, Rußland abgrundtief gehaßt hat.
Daß ausgerechnet Rußland Marxistisch wurde (und zwar durch einen lächerlichen Putsch, der so nur im durch und durch maroden Rußland möglich war!), ist eine schlichtweg nicht zu überbietende Farce. Warum es im Westen früher Linke und heute Rechte gibt, die das „russische Modell“ voller Begeisterung beklatschen und mit absonderlichster Hirngymnastik rechtfertigen, läßt sich durch ein Zitat erklären, das Maximilien Rubel seiner rororo-Bildmonographie über Stalin voranstellte:
Solcherart ist die russische Propaganda, unendlich variierend, je nach den Völkern und den Ländern. Gestern sagte sie uns: „Ich bin das Christentum“. Morgen wird sie uns sagen: „Ich bin der Sozialismus“. (Jules Michelet, 1854)
Orgonomisch interessiert uns am heutigen Rußland, das Auftritt wie DAS christliche Land, viererlei:
Die Sowjetunion war ein Krebsgeschwür, das in lauter „T-Bazillen“ zerfallen ist, d.h. in eine Art Mafia-Gebilde. Besonders schön sieht man das an den unabhängig gewordenen teilweise nur als grotesk zu bezeichnenden zentralasiatischen Republiken, an Weißrußland und nicht zuletzt an der – Ukraine.
Reich und Paul Mathews haben die UdSSR nicht etwa deshalb erbarmungslos GEHASST wegen der Abschaffung der Demokratie oder etwa den Verstaatlichungen, noch nicht einmal wegen dem GULAG, sondern aus einem spezifischen Grunde: weil die Kommunisten die individuelle und gesellschaftliche Selbststeuerung nicht etwa unterstützt und ausgebaut haben, sondern weil sie sie systematisch und praktisch endgültig zerstört haben. Putin, dieser Wiedergänger Mussolinis, und all das Gesindel, das nach Gorbatschow von den Massen umjubelt wurde, sind nur ein Symptom dieser biophysischen Katastrophe. Kaum waren sie frei, sind die Russen politischen Scharlatanen zum Opfer gefallen, haben Stalin nachgetrauert, das Volksvermögen ließen sie sich willenlos von irgendwelchen „Oligarchen“ entwenden und nicht zuletzt krochen sie auf allen Vieren vor irgendwelchen Okkultbetrügern a la Nicolai Levashov.
Liberale Charaktere wie Gorbatschow können weder Aufbauen noch erhalten. Alles, was sie anfassen, zerstören sie, selbst das System, das sie (also liberale Charaktere) selbst aufgebaut haben. Gegenwärtig zerstören sie den liberalen Westen, also IHR System. (Deshalb wollte Elsworth F. Baker auch keine Liberalen in der Orgonomie.)
Apropos Liberale, die sich in der Orgonomie breitmachen: Jahrzehntelang haben sie sich implizit und sogar explizit über Reich lustig gemacht, von wegen „Moskau“ und „roter Verschwörung“. Heute stammeln exakt die gleichen Leute von „Russia Gate“, verbreiten die abstrusesten und durch weniger als nichts untermauerten Verschwörungstheorien, werfen Präsident Trump „Landesverrat“ vor, betrachten Putin als die Inkarnation des ultimativen Bösen und sind kriegsgeiler als die abgefahrensten Kalten Krieger von einst.
Im gegenwärtigen schuldenbasierten Kapitalismus bauen wir die Zukunft, indem wir sozusagen – bei der Zukunft schuldenmachen. Ich bekomme von der Bank Geld, „investiere in die Zukunft“, indem ich mir etwa eine Würstchenbude und deren Ersteinrichtung kaufe, und zahle dann den Kredit plus Zinsen mit den Einnahmen des Würstchenverkaufs zurück. Das ganze System beruht auf Zuversicht und Optimismus, denn ansonsten würde weder ich noch mein Kreditgeber dieses Risiko auf sich nehmen. Es basiert auf bioenergetischer Expansion und genau das ist das Element, das das System instabil macht. Erstens gründet es auf fragiler Psychologie, besser gesagt auf hochempfindlichen Emotionen. Beispielsweise macht es etwas mit Geschäftsleuten, wenn sie auf dem Frankfurter Hauptbahnhof ankommen und angesichts des „Stadtbildes“ und Schießereien im Einkaufzentrum schon innerlich Abstand nehmen: „Vergiß es!“ Und zweitens ist die Inflation, die schleichende Entwertung des Geldes, ins expansive System eingebaut, womit zumindest tendenziell jedwede vernünftige Zukunftsplanung untergraben wird. Der Geldgeber bekommt eine Geldsumme zurück, die nichts mehr wert ist und meine Kunden können sich schlichtweg keine im Grunde überflüssigen Würstchen am Straßenrand mehr leisten. Das System implodiert in einer scharfen Kontraktion, es kommt zu einer extremen krampfartigen Verstärkung der gesellschaftlichen Panzerung und ein schwarz- bzw. rotfaschistisches Regime bildet sich aus.
Die Ökonomie funktioniert hier ähnlich wie die Sexualökonomie: Paarbindung beruht buchstäblich auf geweiteten Pupillen, d.h. wenn wir uns verlieben, sehen wir das Gegenüber wie mit einem Weichzeichner und in rosarotem Licht. Außenstehende fragen sich dann: „Was findet die bloß an dem?!“ Im Laufe der Zeit und unter dem Druck des ernüchternden gemeinsamen Alltags sehen wir schließlich schärfer und – stellen uns schließlich die gleiche Frage. Beziehungen kollabieren und wenn Kinder und gemeinsames Wohneigentum im Spiel sind: absolute Katastrophe! Keine Gesellschaft kann diese ständigen destabilisierenden Mikroimplosionen überleben, allein schon weil in solchen zerbröselnden Familien alle Kinder als neurotische Wracks aufwachsen. Deshalb gab es in traditionellen Gesellschaften, die durch ihre bloße Existenz gerechtfertigt waren, ein Element jenseits individueller Emotionen: den gesellschaftliche Verbund. Man war als Paar eingebunden, so wie ein Stein in ein Mauerwerk eingebunden ist. Man hat sich entsprechend „zusammengerissen“ und miteinander „arrangiert“. Manchmal war das die Hölle auf Erden, aber im Durchschnitt waren die Menschen sicherlich glücklicher als heute, wo die Gesellschaft einzig und allein nur noch funktioniert, weil die vereinsamten und in ihrem Selbstwertgefühl fundamental verunsicherten Menschen durch Psychopharmaka ruhiggestellt werden, sonst wäre die Zombieapokalypse schon längst eingetreten!
Die BRICS-Staaten gehen gegenwärtig den Weg einer Rückabwicklung der aus dem Ruder geratenen sexuellen Revolution, was einhergeht mit einer zum Goldstandard zurückkehrenden stabileren Ökonomie. Von daher der alle Grenzen sprengende Haß des Finanzkapitals und seiner woken Speichellecker gegen Putin und Rußland!
Ist diese Entwicklung begrüßenswert? Abstrakt kommt die Schulden-Ökonomie und die „freie Liebe“ sowohl der Arbeitsdemokratie (autonom funktionierendes Gewebe gegenseitiger Verpflichtungen) als auch der Sexualökonomie (individuelle Autonomie in Liebesdingen) noch am nächsten, aber konkret haben wir es hier mit einer in jeder Hinsicht gescheiterten und gegenwärtig rasant auf eine finale Katastrophe zusteuernde biologische Revolution zu tun, die nichts als das Nichts hinterlassen wird.
Wie im 13. Teil ausgeführt, war Hitler nicht nur „Hitler“, sondern auch Reichskanzler und hat sich „im Rahmen der Schweinerei“, wie Reich sich ausgedrückt hätte, entsprechend „rational“ verhalten, genauso wie sich Stalin „rational“ verhielt, als er die Grenzen des zaristischen Rußlands wiederherstellte. Beiden kam ihre jeweilige Charakterstruktur mit ihren jeweiligen kommunistischen bzw. rassistischen Vorurteilen in die Quere.
Als Reichskanzler schaute Hitler voller Neid auf England, das, selbst wenn er es erobert hätte (was er im übrigen niemals ernsthaft vorhatte), den Krieg von den Commonwealth-Gebieten, insbesondere Kanada, aus bequem hätte fortsetzen können. Er wollte aber Großbritannien, das er als „arische Brudernation“ betrachtete, ohnehin nie zerstören, desgleichen nicht Englands ehemalige Kolonie Amerika, dessen Rassengesetzgebung und „Rassenwissenschaft“ einen Gutteil der nationalsozialistischen Ideologie und Praxis geprägt hatte. Es ist auch kein Zufall, daß während des Ostfeldzugs Hitler seinen Generälen Karl May-Bücher über den „Rassenkampf“ im Wilden Westen empfahl, sozusagen als Lektüre für seine „Rassenkämpfer“ im „Wilden Osten“.
Das ganze erklärt auch die überraschende Tatsache, daß er keinen Versuch unternommen hat, die Hunderttausende von britischen Elitesoldaten bei Dünkirchen 1940 zu vernichten, sondern er sie entkommen ließ. Neuere Aktenfunde sollen belegen, daß sich Hitler mit diesem denkbar überraschenden Befehl einfach gegenüber seinen Generälen, die bis dahin den Krieg (extrem erfolgreich!) geführt hatten, durchsetzen wollte, um nicht wie Wilhelm II. in die Ecke gedrängt zu werden. Aber ist das eine Erklärung? Hitler selbst gab später an, dies sei ein Akt der Freundschaft und des Fair Play gewesen, eine Geste dafür, daß er einen dauerhaften Frieden mit England anstrebte. Historiker sind sich einig, daß England besiegt gewesen wäre, wenn Hitler (aus welchem Motiv auch immer) sich nicht eingemischt hätte. (Überhaupt, wenn er sich nie in die Kriegsführung eingemischt hätte!)
In die gleiche Richtung geht Rudolf Hess‘ Flug nach Schottland 1941, um dort, vermeintlich im impliziten Sinne Hitlers, irgendwie Friedensverhandlungen mit der britischen Regierung in die Wege zu leiten. Diese Aktionen entsprachen Hitlers irrationaler Charakterstruktur und dem Wahnsinn seiner von ihm ausgewählten Umgebung, nicht seiner („im Rahmen der Schweinerei“) rationalen Persona als Reichskanzler.
Hitler wollte nicht die Fehler des Ersten Weltkriegs wiederholen und entsprechend ernsthaft nur im Osten eine Expansion, die ja schließlich im Ersten Weltkrieg im vollen Umfang geglückt war, aber auch das war nur bis zu einem gewissen Grad realistisch. Wenn Deutschland den Krieg gegen Rußland gewonnen hätte, wäre es, aufgrund unserer geringen Zahl von Bürgern und Soldaten, unmöglich gewesen, diese extrem großen Gebiete und langen Grenzen für mehr als nur ein paar Jahre zu kontrollieren, zumal Hitler – aufgrund seiner extrem narzißtischen und starren Psyche – einen sehr großen Fehler machte, der sich später als entscheidend für die Niederlage gegen die UdSSR erweisen sollte.
Der Fehler war, daß (im Gegensatz zu den Briten in Indien) die Wehrmacht auf ihrem Weg Richtung Moskau die ethnischen Minderheiten der Sowjetunion unterwerfen sollte, statt ihnen die Hand zur Freundschaft zu reichen und sie zu einem gemeinsamen militärischem Vorgehen gegen die UdSSR zu nutzen. Man darf dabei, wie erwähnt, nicht vergessen, daß im Ersten Weltkrieg die Reichswehr bereits schon einmal weite Teile des damaligen Zarenreichs besetzt hatte und die Bevölkerung, insbesondere aber die jüdische Bevölkerung, dabei weitgehend gute Erfahrungen mit den Deutschen gemacht hatte.
Als Soldaten der Wehrmacht ihre Füße auf ukrainischen Boden setzten, wurden sie in jedem Dorf von der ländlichen Bevölkerung enthusiastisch begrüßt, weil die Bewohner so überglücklich waren, endlich vom Bolschewismus befreit zu sein. Arm, wie sie waren, überhäuften sie die deutschen Soldaten mit Geschenken, und die ukrainischen Mädchen wollten deutsche Soldaten heiraten. Unter den ethnischen Minderheiten im westlichen Teil der UdSSR wollten Hunderttausende junger Männer freiwillig in der Wehrmacht oder der Waffen-SS dienen, um gegen die verhaßten Kommunisten in den Kampf ziehen zu können. Aber Hitler war so verblendet, daß er die Hilfe dieser Völker ablehnte und sie wie Dreck („Untermenschen“) behandelte. Nicht vor Ende 1944 erlaubte Hitler der „Wlassow-Armee“ zu kämpfen, einer großen Gruppe von russischen Offizieren, die Stalin derartig haßten, daß sie immer noch (Ende 1944!) Hitlers Krieg gegen Moskau unterstützen wollten.
Es ist einfach zu sagen, daß die Deutschen „böse“ waren. Tatsächlich waren sie Opfer der extremen okularen Panzerung ihrer Führungselite, die buchstäblich nicht sehen konnten, daß Deutschland als die Mittelmacht eine ganz andere Funktion im Weltgefüge einnahm als sozusagen „randständige“ Nationen wie Frankreich und insbesondere England; daß England aus diesem Grund nie und nimmer der „Freund“ Deutschlands sein konnte. Das durch den Kolonialismus nur oberflächlich gestärkte, im Mark aber zutiefst geschwächte England konnte und durfte Deutschland in keinster Weise als Vorbild dienen. Gut, Hitler hätte lernen können, wie man mit einer verhältnismäßig kleinen Heimatbevölkerung und einer eher kleinen Armee wie England ein Viertel der Welt beherrscht, aber dazu war er wegen seiner verqueren „biologischen“ Hirngespinste nicht in der Lage. Während Großbritannien intelligente Freundschaften mit den lokalen Eliten in Indien einging und es den Briten so gelang, einen ganzen Kontinent zu regieren, obwohl dort nur ein paar tausend britische Soldaten stationiert waren, bewegte sich Hitler in Rußland wie ein blinder Elefant.
Hess hatte den Nationalsozialismus als „praktische Biologie“ definiert. In dieser Art von verquerer „Biologie“ waren die Engländer die „natürlichen Freunde“ und die Ukrainer die „natürlichen Feinde“. Kaum je war eine Führungselite wirklichkeitsfremder und bioenergetisch kontaktloser als die deutsche. In dieser „Biologie“ gab es nur den „Kampf um Lebensraum“ statt friedlichem Handel. Tatsächlich war es die „Biologie“ der verhärteten Körper von Leuten wie Hitler und Hess. Mit Wilhelm II., der partout in Konkurrenz zur Seemacht England treten wollte, sah es auch nicht viel besser aus.
Abermillionen mußten sterben, eine der großen Nationen der Weltgeschichte zugrundegehen – aus Gründen, die ein (orgonomisch geschulter) Psychiater besser beurteilen kann als ein Historiker…
Generell neigen Betrachter der Geschichte dazu, ein hoffnungsloses Durcheinander anzurichten, indem sie Dinge verknüpfen, die nichts miteinander zu tun haben, etwa daß Hitler der legitime Kanzler des Deutschen Reiches war, mit der Tatsache, daß er ein Nazi und Massenmörder war. Stalins „geschichtliche Aufgabe“ als Führer der russischen Nation war es, jene Gebiete zurück zu Rußland zu holen, die vor dem Versailler Vertrag zu ihm gehörten, insbesondere Ostpolen. Das hat erst mal nichts mit seiner Rolle als Kommunist und Massenmörder zu tun. Nicht viel anders sieht die Sache bei Hitler aus. Aber kaum argumentiert man so, steht man irrwitzigerweise als „Nazi“, „Leugner“, „Revisionist“ da. „Reichianer“ sind besonders gut darin, denn für die war Hitler ein pestilenter Charakter, und damit ist für sie alles erklärt. Tatsächlich haben sie nichts begriffen, denn es geht nicht um das Was (in diesem Fall um die Rückgängigmachung von Versailles, die etwa Stauffenberg voll und ganz begrüßt hat), sondern um das Wie, das in den Holocaust mündete.
Der Zweite Weltkrieg und der Holocaust wären vermeidbar gewesen, wenn England und Frankreich dem Reichskanzler (!) Hitler Osteuropa als dessen Interessengebiet überlassen hätten (ein Großteil hatte, wie angedeutet, vor dem Ersten Weltkrieg sowieso dem Deutschen Reich bzw. der k.u.k.-Monarchie angehört), genauso wie sie es 5 Jahre später Stalin überließen. Im Gegenzug hätte Hitler die bestehenden Westgrenzen und den Erhalt des Empire garantiert. Ohnehin waren die deutschen Generäle vor dem Angriff auf Polen nicht auf eine umfassende europäische Invasion vorbereitet. Nach dem Krieg haben die Alliierten und die Historiker nie konkrete Pläne beispielsweise für eine Invasion Englands gefunden. Als Deutschland in Österreich und Tschechien einmarschierte, standen nicht einmal Militärkarten zur Verfügung, so daß sich die Panzerkommandeure auf Karten für Autofahrer verlassen mußten.
Natürlich wird auf den Militärakademien jeder Nation regelmäßig der Einmarsch in die Nachbarländer simuliert. Und natürlich haben alle Länder ihre Hardliner, etwa Amerika seinen General McArthur, der taktische Atombomben im Koreakrieg zum Einsatz bringen wollte. Aber die beiden Weltkriege mit dem Hinweis auf die „preußischen Junker“ und die aggressive „preußische Militärkaste“ zu erklären, grenzt an Idiotie.
Im Umfeld von Kaiser Wilhelm II. 1914 sowie von Hitler 1939 gab es zwar einige Scharfmacher, die davon träumten, daß Deutschland die Welt regiert, aber solche Spinner gab es in allen Ländern. Beim Krieg, der Ende der 1930er Jahre begann, sollte man nie einen Krieg vergessen, der Anfang der 1930er Jahre beinahe ausgebrochen wäre und dessen Strategie schlichtweg verbrecherisch war, was das Involvieren der Zivilbevölkerung betrifft. Ich spreche vom Beinahe-Krieg zwischen den USA und England (Landkrieg mit Kanada plus Seekrieg):
Auch sollte man an einen Krieg denken, der tatsächlich stattgefunden hat: der Spanisch-Amerikanische Krieg von 1898, mit dem die USA begannen ihr Interessensgebiet auszuweiten. Man denke erst einmal in solchen Kategorien, bevor man Deutschland als singulär böse hinstellt, nur weil es seine egoistischen nationalen Interessen durchsetzen wollte wie alle anderen Mächte auch! Man gebe sich doch keinen Illusionen hin, daß Stauffenberg oder Rommel oder wer auch immer großartig anders gehandelt hätten als Hitler. Nochmals: Es ging weniger um das Was, sondern das Wie. Da, in der Art der Hitlerschen Kriegsführung im Osten, beginnt das Problem der Emotionellen Pest in diesem Krieg, nicht bei den Fragen nach Territorien und deutschen Interessensgebieten.
Ich bin mir bewußt, daß es während des „Boxeraufstands“ 1899-1901 in China und in einigen von Deutschlands Kolonien (die sie bereits nach einigen Jahren verloren) wie Namibia „deutsche Metzger“ gab, die die indigene Bevölkerung abschlachteten, versklavten und sie allgemein schlecht behandelten. Aber Deutschlands Verbrechen während des „Boxeraufstands“ waren nicht größer als die britischen Verbrechen während der „Opium-Kriege“, und was Deutschland in seinen 2 oder 3 Kolonien wie Namibia tat, war quantitativ viel kleiner als das, was beispielsweise der britische Imperialist Cecil Rhodes den Bewohnern mehrerer afrikanischer Länder angetan hat. Im dankbaren Angedenken seines mörderisches Imperialismus‘ benannten die Briten nach dem Zweiten Weltkrieg sogar ein Land nach seinem Namen: „Rhodesien“.
Was die Ausbeutung überseeischer Kolonien betraf, verantwortete das Kaiserreich vielleicht 5 Prozent, während die restlichen 95 Prozent in der Verantwortung von Großbritannien, Spanien, Portugal, Holland, Japan, Frankreich und Belgien lagen, wobei die Kolonialmacht Belgien mit Abstand am brutalsten war. (Auch wenn ich bei letzterem zunehmend in Zweifel gekommen bin und mich frage, ob hier die Verbrechen von arabischen Sklavenjägern, etwa das Abschlagen von Händen und Füßen, den Belgiern zugeschrieben wurden.)
Natürlich weiß ich, daß es sehr große Unterschiede gab, wie die Kolonisierung durchgeführt wurde und wie die indigene Bevölkerung behandelt wurde. Die Spanne reicht von einer „sehr weichen und moderaten“ Kolonisation (die einer „Supervison“ nahekam und sehr viel Verantwortung und Mittel den Eingeborenen überließ), wie auf dem indischen Subkontinent, im Gegensatz zu sehr brutaler Kolonisation, die auf Völkermord hinauslief und den Diebstahl sämtlicher Ressourcen, wie in Belgisch-Kongo. (Aber siehe oben… ) Und ich bin mir auch bewußt, daß viele europäische Kolonialisten eher harmlos waren im Vergleich mit den extrem brutalen Verbrechen mancher indigener Völker untereinander vor dem Beginn der europäischen Kolonisation. Man denke nur an die Sklaverei, die im gesamten Machtbereich der Briten verboten wurde.
Nebenbei bemerkt: all die linken Antikolonialisten scheren sich einen Dreck darum, wenn es etwa um die indonesische Annexion von Ost-Timor geht.
Kaiser Wilhelm II. 1914 und Hitler 1939 sahen, daß die westlichen Nationen sich untereinander die Welt bereits aufgeteilt hatten. Statistisch gesehen, hatte jeder britische Bürger 100mal mehr Quadratmeter als ein deutscher Staatsbürger zur Verfügung, und auch das sehr kleine Land Belgien war im Besitz eines Territoriums, das 100 mal größer war als sein Heimatgebiet. Selbst der Kleinstaat Niederlande hatte sein riesiges Indonesien! Alle anderen westlichen Länder waren autark, während Deutschland es als einziges nicht war. Deutschland war immer abhängig von Ressourcen, die es von der wirtschaftlichen Konkurrenz kaufen mußte. Beispielsweise waren wegen der Zollschranken für die Deutschen Öl, Gas, Gold (vor allem, da alle Nationalökonomien und alle Währungen auf dem Goldstandard beruhten) und Südfrüchte viel teurer als für Engländer oder Franzosen.
Die westlichen Nationen hatten ihre Kolonien mit militärischen Mitteln gestohlen, zeigten aber mit dem moralischen Zeigefinger auf Deutschland, wenn dieses seine Interessen durchsetzen wollte. Die Situation war für Deutschland schlichtweg nicht hinnehmbar, weil bei jedem kleineren wirtschaftlichen Konflikt die anderen leicht eine Seeblockade verhängen und so Deutschland von allen Ressourcen abtrennen konnten.
Im Leben des Einzelnen und in der Geschichte der Völker ereignet sich nichts „einfach so“. Genauso wie im neurotischen Individuum alle Strebungen jeweils Impuls und Gegenimpuls (Abwehr) entsprechen, kann man auch gesellschaftliche Ereignisse, insbesondere aber Kriege, einordnen. Stets entspricht die eine Kriegspartei dem Durchbruch von Trieben und die andere dem Versuch, diese Triebe in Schach zu halten. „Materielle“ Interessenkonflikte spielen hierbei nur eine untergeordnete, vernachlässigbare Rolle. Jene Auseinandersetzungen, bei denen es geschichtlich tatsächlich nur um Ressourcen ging, entsprechen selbstredend nicht dem erwähnten neurotischen Kräftespiel und gehören deshalb nicht in diese Ausführungen. (Keine Angst, in späteren Teilen werde ich noch zu genüge auf die materiellen Interessen in den beiden Weltkriegen eingehen!)
Hier eine Tabelle von Kriegen, die primär neurotischer Natur waren:
Das ganze geht natürlich auch umgekehrt:
Es ist immer so, daß die Kräfte des Lebens (OR) gegen die Kräfte des Todes (DOR) stehen. Einer der Kontrahenten kann dabei gleichzeitig zwei entgegengesetzte Funktionen einnehmen. England kann gegen die rationale amerikanische Revolution angehen und gleichzeitig gegen die irrationale französische Revolution. Es ist genauso wie in der Neurose, wo etwa Zwanghaftigkeit jede natürliche Lebensäußerung unmöglich macht, aber gleichzeitig auch anal-sadistische Triebe in Schach hält.
Ähnlich sieht es mit dem Gegensatz zwischen „die Alliierten (DOR)“ und „Faschismus (OR)“ aus. Beispielsweise stand in den 1930er Jahren ganz und gar nicht fest, daß Italien, das sich schließlich als Schutzmacht eines unabhängigen Österreich sah, mit Deutschland ein Bündnis eingehen würde. England hätte damals kein Problem damit gehabt, sich mit Italien zu verbünden. Es hatte ja auch keines bei Polen, das zu dieser Zeit alles andere als eine Demokratie war! Im Verlauf des Krieges wechselte die Sowjetunion die Fronten: von einem faktischen Bündnispartner Deutschlands zu einem offenen Bündnispartner Englands. England hatte damit kein Problem, obwohl die Sowjetunion in mancher Hinsicht schlimmer als Hitlerdeutschland war!
Nun, das sind abstrakte Überlegungen im Nachhinein vom bequemen Schreibtisch aus. Italien hatte sich nun mal auf Gedeih und Verderb mit Deutschland verbunden und schließlich sogar dessen „Rassengesetze“ übernommen. Rußland bot sich dem vollkommen isolierten England als Waffenbruder an, nachdem Hitler Rußland angegriffen hatte, explizit um England auch diese letzte Hoffnung eines möglichen Bündnispartners auf dem Kontinent zu nehmen. Churchill konnte da gar nicht anders, als sich mit der Sowjetunion zu verbünden, zumal deren Lage anfangs alles andere als rosig aussah und die Sowjetunion entsprechend nicht gerade bedrohlich wirkte!
Genauso wie in der Orgontherapie es nicht darum geht, Panzerung per se zu beseitigen, nur weil sie vorhanden ist, sondern systematisch vorzugehen, d.h. jeweils darauf zu achten, welche Funktion die Panzerung im gegebenen Augenblick hat, gilt auch in der Geschichte, daß eine gewisse Ehrfurcht vor der Macht des Faktischen geboten ist. Die freie Welt, die damals in Gefahr stand, auf die USA reduziert zu werden, konnte unmöglich gleichzeitig Hitler und Stalin angreifen. Die Umstände zwangen dazu, zuerst Hitler zu beseitigen und erst dann die Sowjetunion. General Patton wollte zusammen mit der Wehrmacht unter neuer Führung gleich weiter nach Moskau weitermarschieren. Dies war politisch unmöglich durchsetzbar. Doch wenige Jahre später wurde mit Wehrmachtsoffizieren die Bundeswehr gegründet und in einem Kalten Krieg schließlich auch die Sowjetunion besiegt. Wären durch die Atomspione und durch Playboy-Politiker a la Kennedy den Alliierten nicht ständig Knüppel zwischen die Beine geworfen worden, wäre die Sowjetunion spätestens in den 1960er Jahren kollabiert, aber 1989, spätestens 1991, hat es dann doch geklappt.
Trotzdem bleibe doch die Tatsache, daß ich in meiner Gleichung ausgerechnet die Sowjetunion Stalins mit der pulsierenden Orgonenergie (OR) gleichgesetzt habe! Meine Antwort: Es handelt sich bei orgonometrischen Gleichungen nie um mechanische („logische“) Gleichsetzungen und Entgegensetzungen, sondern um funktionelle (lebendige) Beziehungen, d.h. um bewegliche Prozesse, die nicht vom Zusammenhang und der zeitlichen (bzw. funktionellen, was nicht unbedingt das gleiche sein muß) Entwicklung getrennt werden können. Ein und das gleiche Messer sind in den Händen eines Chirurgen und in den Händen Jack the Rippers funktionell vollkommen unterschiedliche Dinge. Das gleiche gilt auch, wenn Jack the Ripper tagsüber als Chirurg gearbeitet hätte! Am Tag wäre Jack ein Werkzeug des Lebendigen gewesen, nachts ein Werkzeug der Hölle.
Prinzipiell ist eine Beckenpanzerung etwas Schlimmes, sogar sozusagen das „ultimative Böse“. Für den Neurotiker, erst recht für Schizophrene, ist die Beckenpanzerung jedoch ein absoluter Segen, da sie den Organismus vor der Überflutung mit Energie und dem kompletten Zusammenbruch bewahrt. Wahrheiten sind wohlfeil, Gegenwahrheiten sind kostbar! Das Problem ist, daß Faschisten ähnlich wie „Reichianische“ „Bioenergetiker“ mit Wahrheiten nur so um sich werfen, als handele es sich um Konfetti. Das geht soweit, daß heute in der sehr populären „revisionistischen“ Literatur Churchill als Blutsgeselle Stalins verteufelt wird, während Hitler demgegenüber geradezu ein Glorienschein verliehen wird. (Keine Angst, auch in dieser Beziehung werde ich in den folgenden Teilen nicht einfach den konventionellen Standpunkt widerkauen!)
Als Israel „endlich“ den Iran angriff und Trump einen draufsetzte, war ich spontan begeistert, da ich den Islam derartig hasse und eine tiefe Sympathie für Israel hege. Doch je mehr ich darüber reflektierte, kamen mir schnell Zweifel.
Jedes Land sollte sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern, statt sich in fremde einzumischen. Wenn Israel sich bedroht fühlt und, genauso wie zuvor Rußland in der Ukraine, zu einem Präventivschlag ausholt; – soll es nur, was geht uns das an? Ich weiß nicht wer Recht und wer Unrecht hat und selbst wenn ich mich in diese Angelegenheit hineinknien würde: es wird immer Leute geben, die besser informiert sind als ich und eine gegenteilige Meinung vertreten.
Israel und der Iran sollen das unter sich ausmachen! Unser deutsches Interesse kann nur sein, zu allen Beteiligten ein gutes Verhältnis zu bewahren und als potentieller Vermittler zu gelten. Es ist vollständig gleichgültig, wie gut Israel und wie böse der Iran ist bzw. nach einer solchen Einschätzung zu agieren, denn jedes Volk wird sich immer treu hinter ein von außen bedrängtes Regime stellen. Entsprechend sollten wir niemanden auf diesem Planeten bedrängen oder bevorzugen. Alle Völker sind unsere Freunde, ohne Ausnahme und ohne jedwede Abstufung. Wenn die ihre Probleme untereinander haben, sollte uns das prinzipiell nichts, aber auch rein gar nichts angehen.
Außenpolitik ist immer der zentrale Fokus der Emotionellen Pest. Man nehme den derzeitigen Bundesfritzen, ein in Sachen Diplomatie ohnehin absolut unfähiger Narr, der aber trotzdem fast 100 % seiner Bemühungen auf die Außenpolitik konzentriert, weil Deutschland im Kern zerstört ist, entsprechend man mit Innenpolitik keinen Blumentopf gewinnen kann und die Außenpolitik wie bei allen bankrotten Pestregimen als Ablenkungsmanöver dient. Und ohnehin: wozu braucht Deutschland überhaupt eine Außenpolitik außer zur Sicherung des Außenhandels? Was hat uns die feministische Außenpolitik anderes eingebracht, als wirklich jeden vor den Kopf zu stoßen und Deutschland unbeliebter zu machen?
Warum gibt es auch nur ein einziges terroristisches amerikanisches Angriffsziel außerhalb der USA? Wenn Amerika arabisches und iranisches Öl haben will, soll es es einfach kaufen, genauso wie es beispielsweise Japan tut. Um meinen lieben Freund Dr. Google zu zitieren: „George Washingtons Außenpolitik, wie er sie in seiner Abschiedsrede formulierte, betonte die Neutralität und die Vermeidung dauerhafter Bündnisse mit fremden Nationen. Er riet der jungen Nation, Handelsbeziehungen mit allen Ländern zu pflegen, sich aber von politischen Verwicklungen fernzuhalten, die die Vereinigten Staaten in europäische Konflikte hineinziehen könnten. Washington war der Ansicht, daß die Aufrechterhaltung der Neutralität es den Vereinigten Staaten ermöglichen würde, sich auf ihre eigene Entwicklung zu konzentrieren und die Fallstricke ausländischer Machtkämpfe zu vermeiden.“
Und selbst wenn die Außenpolitik ein rationaler Faktor wäre, sollte die Emotionelle Pest schlichtweg ignoriert werden. Man denke nur an Nixons Reise nach China auf dem Höhepunkt des schlimmsten pestilenten Ausbruchs der Menschheitsgeschichte, dem Maoismus. Mao war der Höllenfürst höchstpersönlich! Dennoch war es ein vernünftiger Schritt, den Nixon unternommen hat, denn er untergrub die Macht der UdSSR und es war somit der Beginn von Amerikas Sieg im Kalten Krieg. Emotionelle Pest sollen wir in uns selbst, in der eigenen Familie und im eigenen persönlichen Umfeld bekämpfen, aber nicht in der internationalen Politik. Der Besitzer meiner örtlichen Bäckerei könnte das schlimmste pestilente Scheusal sein, das man sich vorstellen kann, solange das strafrechtlich nicht relevant ist, soll es mir vollständig egal sein, solange er gutes Brot backt. Ich bin nicht der Retter der Welt. Wenn er Lügen und Gerüchte über mich verbreitet, um mir zu schaden, ist das eine andere Sache, denn dann wird es persönlich. Es geht mich definitiv etwas an! Das ist die Weltanschauung des Konservativen, der im Grunde nur „vor sich hin pulsiert“ und dem die „übergriffige“ Art und Weise des von der Kreiselwelle bioenergetisch bestimmten und deshalb „außenpolitisch“ orientierten Linksliberalen vollständig wesensfremd ist. „Feministische Außenpolitik“…
Dazu eine bezeichnende Leserbriefstelle aus dem Merkur:
„Nichts Besseres weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, wenn hinten, weit, in der Türkei die Völker aufeinander schlagen. Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten. Dann kehrt man abends froh nach Haus und segnet Fried und Friedenszeiten.“ – Herr [Leserbriefschreiber] bemerkt treffend: „An den Menschen hat sich seit Goethe leider kaum etwas geändert. Nur ist die Türkei nicht mehr so weit weg.“ Wie nah uns die Kriege und Krisen im Nahen Osten sind, sehen wir gerade an den Anschlägen in der Mitte Europas.
Werter Leserbriefschreiber, die Türkei geht dich einen feuchten Dreck an! Hast du nicht genug zu tun, dich um dein EIGENES zu kümmern? Und wer hat denn überhaupt „die Türkei“ ins Land geholt und uns in fremde Angelegenheiten hineingezogen? Das linksliberale GESINDEL, das sich überall einmischt, alles zu begreifen vorgibt (der Intellekt als Abwehrfunktion) – und mit seiner „Solidarität mit dem Befreiungskampf des transkarpotenensischen Volkes“ nur Chaos, Tod und unlösbare Konflikte hinterläßt….
Scheiß auf die Politik, vor allem auf die Außenpolitik, und wenn du, Herr Leserbriefschreiber, unbedingt Menschen töten willst… Die Linksliberalen um dich herum sin das Problem und nicht die Leute, von denen du nichts weißt und die sich nicht weniger für dich interessieren könnten. Leute, in Ländern, von denen du nicht weißt, wo sie auf der Weltkarte zu finden sind!