Posts Tagged ‘Kleinkinder’

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Philip Steinberg und ORANUR

8. Januar 2021

 

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Philip Steinberg und ORANUR

David Holbrook, M.D.: FREIHEIT IST SELBSTREGULATION

6. Dezember 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Freiheit ist Selbstregulation

 

Über die genitale Selbstbefriedigung der KINDER DER ZUKUNFT

6. März 2018

Das Kapitel „Über die Onanie im Kindesalter“, so jedenfalls die ursprüngliche Überschrift des 1927 verfaßten Aufsatzes, der 1928 in der Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik erschienen ist, wurde 1950 im Orgone Energy Bulletin in amerikanischer Übersetzung erneut veröffentlicht. Mit einem Vorwort („Editorial note“), einer einzigen Korrektur im Text (im ersten Satz des Aufsatzes wurde „Analysanden“ in „Patienten“ umgeändert) und drei zusätzlichen Fußnoten. 1983 wurden in Children of the Future zwar die Fußnoten übernommen und die besagte Korrektur, aber nicht das Vorwort. Auf welchem Planeten in diesem Universum würde ein Herausgeber es wagen sowas zu unterschlagen und nicht mal auf die Veröffentlichung im Orgone Energy Bulletin hinzuweisen? Übrigens hat sich Reich etwas dabei gedacht, als er dort dem Aufsatz den Titel gab: „About Genital Self-satisfaction in Children“!

Was steht im unterschlagenen sehr langen Vorwort? Der wissenschaftliche Fortschritt sei sehr langsam, was sich nicht zuletzt bei der Haltung zur Genitalität des Kleinkindes zeigte. In den USA hätte es um das Jahr 1945 eine abrupte Wende zum Besseren gegeben. Reich verweist in diesem Zusammenhang auf seine Veröffentlichungen in den USA seit 1942 und auf seinen Aufsatz von 1928, in dem erstmals in der Geschichte von Medizin, Psychiatrie und Psychologie die kleinkindliche genitale Sexualitat nicht nur toleriert, sondern bejaht und das Kind darin bestärkt wurde: das FEHLEN von kleinkindlicher genitaler Selbstbefriedigung stelle eine pathologische Abnormität da, das FEHLEN von kleinkindlicher genitaler Selbstbefriedigung sei prognostisch negativ zu bewerten, was die zukünftige seelische Gesundheit betrifft. Bis zu Reichs Auftreten wurde die infantile Genitalität als pathologisch, unmoralisch, sündhaft, böse, schlecht und gesundheitsschädlich betrachtet. Reichs dazu konträre in der Weltgeschichte erstmalige Auffassung brauchte danach 20 Jahre, um sich in der Öffentlichkeit durchzusetzen. Mit anderen Worten: Reich stellt seinen Aufsatz in den wissenschafts- und gesellschaftsgeschichtlichen Zusammenhang.

Im Buch folgt auf den Aufsatz von 1928 das „Gespräch mit einer vernünftigen Mutter“ von 1936, das sich ebenfalls um die kindliche Selbstbefriedigung dreht. Warum 2018 der Übersetzer von Kinder der Zukunft ein „Interview“, das ausschließlich aus gesprochenem Wort besteht, jeweils von neuem in Anführungszeichen setzt, die kennzeichnen sollen, daß es sich um gesprochenes Wort handelt, gehört zu den Absurditäten dieser Ausgabe.

Weitere Absurditäten: Das Interview erschien 1936 erstmals in der Zeitschrift für politische Psychologie und Sexualökonomie. Hier ist es der Wortwechsel zwischen „Mutter“ und „Arzt“. Raphael und Higgins haben das 1983, wie ich finde sehr unpassend, in „Mutter“ und „Reich“ abgewandelt. Das Buch ist doch schließlich von Wilhelm Reich… Ich meine, was ist denn das für ein Stil! Und vor allem: niemand hat das Recht am Reichschen Text auch nur ein Komma zu ändern! Auch der Text selbst wurde verändert, beispielsweise wurde aus „Mutter: Das Kind ist nicht so gleichmäßig ruhig…“ (1936) der Satz „Mutter: Meine Tochter ist nicht so gleichmäßig ruhig…“ (1983). Oder etwa: „Das Kind entwickelt nun zunächst nicht etwa die Lust am Zurückhalten, sondern Angst vor dem Herauslassen des Kotes.“ So lautet der Text im Original und in Kinder der Zukunft (S. 145f), doch in Children of the Future haben Higgins und Raphael beim Komma aus eigener Machtvollkommenheit hinzugefügt „as psychoanalysts claim“. Das ist eine Verbesserung des Textes, der so klarer und unmißverständlicher wird, aber… Wenn Herausgeber in den Texten ihrer verstorbenen Autoren herum schmieren… – das ist geradezu Urkundenfälschung.

Das Ende des Interviews, so wie es in Zeitschrift für politische Psychologie und Sexualökonomie abgedruckt ist, lautet: „Auf Wiedersehen!“ In Children of the Future und Kinder der Zukunft wurde das einfach gestrichen! Wenn man das Gespräch liest, hat dieses „Auf Wiedersehen!“ eine Funktion, denn es ist von weiteren möglichen Treffen die Rede. Mal abgesehen, daß man nicht im Reichschen Text einfach so Passagen streichen kann!

Den Vogel abgeschossen hat aber folgende unerklärliche Abfolge. Im Original von 1936 lautet der Satz:

Sie dürfen doch nicht eine Liebesaffäre des Kindes deshalb als unernst oder harmlos hinstellen, weil das Kind gleichzeitig Genitalangst hat.

In der Übersetzung von 1983 wurde „oder harmlos“ gestrichen…

You should not treat the child’s love affair as trivial, just because she is troubled by genital anxiety.

…um dann 2018 auf mir unerklärliche Weise zurückzukehren:

Sie sollten eine Liebesaffäre eines Kindes nicht deshalb als unernst oder harmlos hinstellen, weil das Kind gleichzeitig Genitalangst hat.

Eine Rückübersetzung kann es ja nicht sein, denn wie soll aus „as trivial“ wieder exakt „unernst oder harmlos“ werden? Eine Übernahme des Originals von 1936 kann es aber auch nicht sein, denn es wäre nicht nachvollziehbar, wie dann aus „Sie dürfen…“ ein „Sie sollten…“ hätte werden können. Mir wird unheimlich!

Das rotverschobene Kleinkind

26. Dezember 2017

Materie entsteht durch die kontraktile Überlagerung zweier massefreier Orgonenergie-Ströme. Im Kosmos erkennt man junge Materie, etwa in Quasaren, an den größeren Atomen, was sich in der Emission von langwelligeren Photonen ausdrückt („intrinsische Rotverschiebung“). Reift die Materie, wird die Strahlung immer kurzwelliger, weil sich der kontraktile Prozeß der Überlagerung fortsetzt.

Ähnliches beobachtet man beim Menschen. Zwar schrumpfen wir nicht physisch (zunächst wachsen wir sogar und die meisten nehmen in ihren besten Jahren an Körpergewicht und entsprechend an Körperumfang zu), jedoch bioenergetisch. Das zeigt sich vor allem in unserer Psyche: im Laufe der Zeit wird die Welt immer kleiner und die Zeit verfließt immer schneller. Man betrete nur mal den Schulhof der Kindheit: eine Landschaft voller Abenteuer schrumpft zu einer beklemmend kleinen Asphaltfläche. Man vergleiche wie die letzten Jahre vorbeigeflogen sind mit der unendlich großen Zeitdauer der frühen Kindheit!

Mechanistisch wird das damit erklärt, daß wir schlichtweg größer geworden sind und uns die Welt vertrauter geworden ist, weshalb auch die Zeit schneller zu fließen scheint. Wir lernen mit der Welt umzugehen, weswegen sie schrumpft, und außerdem gibt es nichts neues, weshalb die Zeit davoneilt. Doch das sind nur oberflächliche und wenig überzeugende Erklärungsversuche. Tatsächlich spiegelt die Psyche getreulich unser bioenergetisches System wider und das schrumpft in direkter Fortsetzung der kontraktilen Überlagerung, aus der wir ursprünglich hervorgegangen sind („genitale Überlagerung“).

Man könnte einwenden, daß die Welt uns größer erscheinen müßte, wenn wir (bioenergetisch!) schrumpfen, doch das ist mechanistisch gedacht, an anschaulichen Modellen orientiert. Es geht um das innere Erleben: mit uns schrumpft unser „Weltempfinden“.

Der Archipel der Kitas

7. März 2017

Die „DDR“ wollte bis Mitte der 1960er Jahre das verwirklichen, was Krypto-Stalinisten auch bei uns einführen wollen: arbeitende Mütter ohne Doppelbelastung, d.h. die staatliche Krippenerziehung. In der „DDR“ sprach man von „Wochenkrippen“. Forschungen, die die negativen Folgen für die emotionale („psychische“) Entwicklung der Kinder zeigten, schränkten den anfänglichen Enthusiasmus der sozialistischen Obrigkeit zwar ein und das Programm wurde in der „DDR“ nicht mehr mit gleicher Vehemenz durchgesetzt, aber entsprechende Forschungsergebnisse wurden in der Folgezeit unterdrückt und die Bindungstheorie, also daß Kinder den unmittelbaren emotionalen Kontakt zur Mutter brauchen, um gesund heranzuwachsen, wurde zum Tabu. Und das, nachdem man herausgefunden hatte, daß sich gravierende Defizite im Vergleich zu normalen Kindern im Bereich Orientierung und Bewegung im Raum, beim Sprachvermögen und Sozialverhalten zeigten.

Die Pädagogin und Dozentin Ute Stary hat die Betroffenen befragt. „Sie schildern“, so Stary, „schwierige Beziehungsverhältnisse zu ihren leiblichen Eltern, daß sie das eher als angespannt empfinden, dieses Verhältnis, daß man sich auch ein stückweit fremd ist. Und daß sie selber Schwierigkeiten haben, in Beziehung zu kommen, sich auf Partnerschaften einzulassen und vor allen Dingen ihren eigenen Kindern gerecht zu werden.“

Die Ergebnisse ihrer Untersuchung hat Ute Stary in einem Fachbuch publiziert. Weitere Forschungsarbeiten zum Thema Wochenkrippe gibt es in Deutschland bislang nicht. Schade, sagt Ute Stary, wäre doch hilfreich, jetzt, wo das Bundesfamilienministerium kräftig in 24-Stunden-Kitas investiert und in die sogenannte Randzeitenbetreuung, abends und nachts.

Sozialisten, etwa der Modju Herbert Marcuse, haben Säuglinge und Kleinkinder schon immer gehaßt. Diese bewegen sich nämlich in jenen Bereichen, gegen die die Sozialisten aufbegehren. Säuglinge und Kleinkinder funktionieren weniger im Zerebrum, als vielmehr im Vegetativum, während die Charakterstruktur des Sozialisten das energetische Orgonom (zu dem das Zentrale Nervensystem gehört) betont, zuungunsten des orgonotischen Systems (zu dem das Autonome Nervensystem gehört). Mit Kindern oder gar Säuglingen kann man keine intellektuellen Debatten führen, sie sind deshalb langweilig und, wenn man so will, „reaktionär“. Diese eklig aus dem Kern heraus lebenden gefühlsduseligen kleinen Wesen, d.h. „Konservative“, gehören solange unter Quarantäne, bis sie zu vollwertigen Menschen herangereift sind, mit denen die Marcuses dieser Welt angeregt über repressive Strukturen debattieren können.