Ronald Reagan hat die blanke Emotionelle Pest in Wirtschaft und Außenpolitik angestachelt und Helmut Kohl hat der rotgrünen Untergangsagenda den Weg geebnet.
Es waren die 1980er Jahre. Seit Kennedy hatten in den USA die Demokraten mit immer gigantomanischeren Sozialprogrammen und orwellschen Eingriffen in die Wirtschaft die Ökonomie in den Sand gesetzt. Außerdem hatte der Rote Faschismus seit Vietnam weltweit einen Triumphzug ohne gleichen hingelegt und mit der Revolution im Iran hob der Islamismus erstmals sein Haupt. Es war Reagan, der sich diesem sicheren Weg in den Untergang entgegenstemmte, die Wirtschaft von ihren Fesseln befreite und die Sowjetunion in deren Untergang rüstete. Währenddessen leitete Kohl die vielbelachte „geistig-moralische“ Wende ein, um die sich abzeichnende rot-grüne Pest (den Roten Faschismus als Wassermelone getarnt) einzuhegen. Man kann sich heute gar nicht mehr ausmalen, wie degeneriert und „Marxistisch“ die 1970er Jahre tatsächlich waren!
Trotzdem triumphierte nach bzw. DURCH Reagan und Kohl die Emotionelle Pest wie nie zuvor und führte uns zu heute: kurz vor die Apokalypse… Mit der Befreiung der Wirtschaft ließ sich nämlich Reagan von seinen Beratern gleichzeitig aufschwatzen, wohlbegründete Regeln für die Finanzwirtschaft und zur Eindämmung monopolistischer Marktmacht ersatzlos zu streichen. „Freiheit!“ Riesige Vermögen wurden mit Finanzgeschäften gemacht, die volkswirtschaftlich ausschließlich zerstörerisch wirkten und wirklich rein gar nichts zum Wohlstand der Gesellschaft als Ganzer beitrugen. Legalisierte Wirtschaftskriminalität, deren Mechanismen nur Fachleute durchschauen. Gleichzeitig wurden durch Hedgefonds reihenweise Familienunternehmen aufgekauft, ausgeschlachtet, der Profit eingeheimst – und zerstörte Kommunen hinterlassen. Der volkswirtschaftliche Schaden war unermeßlich. Aus diesem Sumpf ist schließlich der wuchernde Krebstumor BlackRock entstanden, dem mittlerweile faktisch die westliche Welt gehört. Grüne, SPD, FDP und nicht zuletzt die CDU sind wirklich nichts anderes als Agenturen von BlackRock. Genauso in Frankreich, Großbritannien, Australien, überall!
Diese schwarze Krebskrake hat von Anfang an einen begehrlichen Blick auf den Jackpot dieses Planeten geworfen: die menschenleeren Weiten der ehemaligen Sowjetunion, mit ihren unermeßlichen Bodenschätzen und nicht zuletzt dem Kronjuwel der ehemaligen UdSSR: die Ukraine mit dem fruchtbarsten Boden der Welt, ihren Rohstoffen und den Bodenschätzen sowie Industrieanlagen in der Ostukraine. Wer das beherrscht und das richtig daraus zu machen weiß, dem gehört der Planet. Das wußte schon Hitler… Auf diese Weise kehrte sich der Kampf gegen die Emotionelle Pest (den Roten Faschismus) nach Reagan in sein diametrales Gegenteil: den ultimativen Triumph des (buchstäblich) Schwarzen Faschismus.
Ähnlich ist es mit dem Erbe Kohl bestellt: er und niemand anderes hat uns „Kohls Mädchen“ Merkel beschert und all die anderen Clowns. Man denke nur an Heiner Geißler und seinen „Euroislam“! Ich war dabei: all die ekelhafte Degeneration, die uns heute ins Gesicht springt, konnte sich erst unter vermeintlich „konservativer“ Ägide in der Gesellschaft wirklich im Kernbereich festsetzen und wie ein alles zersetzendes Schimmelpilzgeflecht ausbreiten. Der dümmliche Kohl wollte ja mit der Zeit gehen…
Reich hat gesagt, daß, hätte sich seine kommunistische „Sexpol“ Anfang der 1930er Jahre durchgesetzt (eine denkbar abwegige Vorstellung, aber ein interessantes Gedankenspiel!), dies eine der größten Katastrophen der Menschheitsgeschichte eingeleitet hätte (Christusmord, Walter-Verlag, S. 358). Der Mensch wäre aller seiner „Sekundärtugenden“ ledig geworden und die Familienstruktur wäre zugunsten einer Krippenerziehung aufgelöst worden. Und dies alles ohne ein tieferes Verständnis der bioenergetischen Bedürfnisse und der Panzerstruktur des Menschen, das Reich im Anschluß entwickelte. Diese Katastrophe läuft nun nach Reichs Tod mit 30jähriger Zeitverzögerung seit Anfang der 1960er Jahre im Rahmen der „sexuellen Revolution“ ab und hat mittlerweile den Stand einer karikaturhaften Überspitzung erreicht.
Parallel hat sich in der ökonomischen Sphäre das Leben in den letzten Jahrzehnten verändert. Manches zum Besseren, vor allem was den phantastischen technischen Fortschritt betrifft (Quantität), manches zum Schlechteren, insbesondere was das menschliche Miteinander betrifft (Qualität).
Allenthalben wird behauptet, der Lebensstandard sei in den letzten Jahren gesunken. Alle arbeiten sich zu Tode und kommen trotzdem auf keinen grünen Zweig. Dagegen wird dann die steigende Lebenserwartung, sinkende wöchentliche Arbeits- und steigende jährliche Urlaubszeit angeführt, überhaupt der hohe Lebensstandard und Billigprodukte die früher der reine Luxus waren. Darauf dann wieder der Einwand: Altersarmut, Niedriglohn, Leiharbeit, Pflegenotstand, steigende Energiekosten, steigende Mieten, Massenentlassungen, Produktionsverlagerung, marode Infrastruktur, Steuererhöhungen. So verlaufen Diskussionen immer. Ich kann darauf verweisen, daß Anfang des Millenniums für Alltagsgüter die Deutsche Mark einfach in Euro umgeschrieben wurde, während sich das Gehalt halbiert hat. Und mein Gegenüber kann auf mein lächerlich billiges Notebook zeigen, mit dem ich Dinge tun kann, die vor 30 Jahren noch Science Fiction waren. Ich verweise dann auf die minderwertige Qualität meiner neuen Badezimmerarmaturen, im Vergleich zur gußeisernen Qualitätsarbeit, die dort vor 50 Jahren installiert worden war.
Was derartigen Diskussionen abgeht, ist die richtige Gewichtung der vorgebrachten Tatsachen. Ich bin sehr dankbar für die Fortschritte etwa in der Zahnheilkunde und in der Elektronik, aber diese Fortschritte sind rein quantitativer Natur. Der Fortschritt hängt hier nicht von den Menschen ab, sondern ist ein rein maschineller. Die Maschine bestimmt den Menschen statt umgekehrt. Die Frage ist, ob auf dieser Grundlage der Fortschritt wirklich dauerhaft weiterlaufen kann! Vor 50 Jahren waren Badezimmerarmaturen Produkte hochqualifizierter Handwerker und Facharbeiter, heute sind sie Plastikmüll, der von Angelernten in Übersee zusammengepfuscht wird und auch dem heimischen Handwerker macht seine Arbeit sichtlich keine Freude mehr.
Wer Länder wie Deutschland, Japan oder Korea betrachtet und mit anderen vergleicht, wird bald einsehen, daß ihr hoher Lebensstandard einzig und allein auf der Charakterstruktur ihrer Völker beruht. Es geht um die „Sekundärtugenden“, insbesondere Fleiß und Gewissenhaftigkeit, über die man sich im Verlauf der „sexuellen Revolution“ so gerne lustig gemacht hat.
In Deutschland wurden diese Tugenden seit Anfang der 1970er Jahre systematisch untergraben und zerstört und zwar auf allen Ebenen. Es fehlt die Bereitschaft etwas zu lernen, d.h. sich selbst erst einmal zurückzunehmen, es fehlt die Opferbereitschaft, stattdessen sucht jeder rücksichtslos nach seinem eigenen Vorteil, nicht ohne unrealistische und sozial destruktive moralische Anforderungen an „die Gesellschaft“ zu stellen. Der „ehrbare Kaufmann“ ist zu einem Objekt des Spottes geworden und eigene Untaten werden mit Verweis auf die Untaten von „denen da oben“ so klein, daß sie gar keine mehr sind. Mit anderen Worten: wir befinden uns in der anti-autoritären Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die die Axt an ihre eigenen Grundlagen gelegt hat.
Das, was wir heute als Fortschritt genießen, ist einfach nur Ergebnis des blinden Agierens einer Maschinerie, bzw. der Maschinen, deren Eigendynamik vor Jahrzehnten in Gang gesetzt worden ist. Und das, was wir heute beklagen und dabei sehnsuchtsvoll auf die gute alte Zeit zurückblicken, ist unmittelbarer Ausdruck einer alles entscheidenden qualitativen Veränderung: die Charakterstruktur der Menschen hat sich verändert.
Schon bald werden nur noch eingebildete Idioten an den Computern sitzen und uns mit perfekten Zähnen angrinsen, doch wenn sich einmal die technische Eigendynamik, von der sie leben, zu Tode gelaufen hat, dann Gnade uns Gott.
Wir erleben etwas, was Marx vorausgesehen hat und auf das Reich zum Konsternieren seiner konservativen Anhänger noch 1953 in Menschen im Staat bestanden hat: Einzig und allein die menschliche Arbeitskraft schafft Werte. Das ist die Quelle des Mehrwerts, von dem die Kapitalisten leben. Gleichzeitig setzen die gleichen Kapitalisten Himmel und Hölle in Bewegung, um den lebendigen und deshalb widerständigen und eigenwilligen Menschen durch die tote Maschine zu ersetzen und stechen sich, da das sehr „kapital-intensiv“ ist, dabei gegenseitig aus, bis am Ende nur einer übrigbleibt: BlackRock, d.h. Melanor… … … … Folge ist, genau das, was sich in der BRD seit 60 Jahren abenteuerlich akzelerierend abzeichnet: zunehmende Massenverelendung (beispielsweise werden genau jetzt durch KI praktisch alle Büroangestellten schlichtweg überflüssig!) und wachsender materieller Überfluß sind nicht mehr voneinander zu scheiden. Man denke etwa daran, daß noch in den 1970er Jahren ein Facharbeiter eine fünfköpfige Familie problemlos durchbringen konnte. und er dabei sogar an einen Hausbau denken konnte, während heute schon kinderlose Doppelverdiener unter Existenzängsten leiden. Etwas ist grundsätzlich aus den Fugen geraten.
Es ist ungefähr so wie mit dem Geld, nachdem Anfang der 1970er Jahre die Goldbindung endgültig gekappt wurde. Eine reine Goldwährung war schon immer eine Illusion, erstens weil man nie sicher sein kann, ob ein Geldschein wirklich 1:1 mit Gold gedeckt ist, aber vor allem weil Geld vor allem ein Schuldverhältnis ist und deshalb bei jeder Wirtschaftsaktivität spontan entsteht, d.h. der Gegenwert irgendwann von irgendjemandem im internationalen Wirtschaftsgeflecht „abgearbeitet“ werden muß. Ohne zugrundeliegende, buchstäblich „fundierende“ Goldbindung besteht dabei die Gefahr, daß dieses labile System irgendwann durch Hyperinflation zusammenbricht – wie bisher jedes Geldsystem, außer dem Gold selbst, das heute praktisch genausoviel wert ist, wie vor 6000 Jahren. Die Gleichung Geld = Gold ist rational bzw. wirtschaftstheoretisch kaum haltbar: das einzige Argument ist die Historie!
Ähnlich mit der Marxschen Werttheorie, zu der sich Reich stets bekannt hat: Sie ist unbeweisbar („unmeßbar“) bzw. erweist sich einzig allein durch ihre prognostischen Wert, was die historische Entwicklung des Kapitalismus betrifft. Kein Marktteilnehmer muß sich um sie scheren, da die Preise sich vollkommen unabhängig vom „Wert“ entwickeln bzw. der Unterschied zwischen „Preis“ und „Wert“ nicht auszumachen ist. Aber es ist ähnlich wie beim Gold: letztendlich bestimmt die einzig werterzeugende „lebendige Produktivkraft“ doch alles. Die Maschinen füllen die Welt inflationär mit buchstäblich immer „wertloserem“ Tinnef, die Freizeit nimmt immer mehr zu, gleichzeitig steht die Gesellschaft aber unmittelbar vor dem Kollaps mit einem unvorstellbaren Massenelend all der unproduktiven durch die Maschine ersetzen nutzlosen Esser, die nichts mehr besitzen, aber – glücklich sind…
Wir haben die Wahl: Arbeitsdemokratie oder der nackte Faschismus. Die nach innen und außen genozidale rot-grüne Ampel ist erst der Anfang. Mit der Antifa (Wir impfen euch alle!“) haben sie sogar ihre eigene SA…
Am Ende war Bad Day at Black Rock (1955) Reichs Lieblingsfilm…
Nirgends sonst sieht man den Zerfall unseres deutschen Vaterlandes plastischer als auf dem Todesacker. Ein sterbendes Land, eine sterbende Kultur. JEDER kann es sehen auch beim diametralen Gegensatz eines Friedhofs, im nächsten Freibad:
Aber zum Todesacker: Jahr für Jahr verwahrlosen mehr Gräber und die Friedhöfe werden immer leerer. Die Respektlosigkeit gegenüber dem EIGENEN Fleisch und Blut ist atemberaubend.
Das hat zwei Elemente:
Erstens ist es Ausdruck des chaotischen Zusammenbruchs der individuellen und gesellschaftlichen Panzerung seit etwa 1960. Der psychische Aspekt der Panzerung ist das Über-Ich, d.h. die zur „inneren Stimme“ internalisierten Eltern mit ihren lustfeindlichen Geboten. Die heutigen Menschen befinden sich in einer dauerhaften Rebellion gegen die ödipalen Verstrickungen, die die Grundlage ihres Charakterpanzers bilden. Der Abbruch der Generationenkette ist Ausdruck dieser krankhaft infantilen und durch und durch impotenten „Emanzipation“, die nur deshalb auf diese verheerende Weise einsetzte, weil die EINZIG WIRKLICHE Aufklärung (LaMettrie, Stirner, Reich) jeweils erstickt wurde durch die „Aufklärer“.
Zweitens gibt es eine weitere „innere Stimme“ und das ist unsere ureigenste Stimme, die „Stimme der Natur“, wie man so schön sagt. Sie verbindet uns mit dem eigenen Blut und Boden, d.h. mit der Zeit (die über uns selbst hinausweisende Abfolge der Generationen) und den Raum, den unsere Ahnen uns unter unendlichen Opfern erkämpft und bereitet haben, damit wir gedeihen und sie in uns weiterleben können.
Der verwahrlosende Friedhof sagt uns, daß die biologische Revolution, die nach Reichs Tod eingesetzt hat, auf eine fundamentale Weise gescheitert ist. Da wir das Fremde in uns (das Über-Ich) nicht gnadenlos ausgemerzt haben, werden wir vom Fremden überrannt. Und man glaube doch nicht, daß der durch Vernachlässigung geschändete Grabstein bezeugt, daß das Über-Ich überwunden ist! Nein, das rotgrüne Toastbrot unterwirft sich, VOLLKOMMEN abgeschnitten von seiner eigenen Natur wie es ist, mehr denn je dem Fremden bis zur kompletten Selbstaufgabe, alles nur um ein „gutes Gewissen“ zu haben: die sprichwörtlichen Gutmenschen.
[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]
Im Ukraine-Krieg war untergründig stets Immanuel Kants Stimme vernehmbar: „Handle nur nach dieser Maxime, wobei du gleichzeitig wollen kannst, daß sie zu einem universellen Gesetz wird.“ Wenn Rußland es tut, wird es schließlich jede Nation tun, usw. Der Punkt ist, daß a) die Realität so nicht funktioniert, d.h. niemand wird tatsächlich so handeln; und b) ein „universelles Gesetz“ ist unsinnig, weil es eine Vielzahl von Umständen gibt. Kant träumte schließlich von einer einzigen Weltregierung, um den universellen Frieden zu sichern. Kant war ein verdammter globalistischer Kommunist.
Diese vermeintliche „Aufklärung“ ist doch nur Religion mit anderen Mitteln, d.h. es läuft immer auf das Gegenteil von ungepanzerter Selbstbestimmung hinaus. In die gleiche Kategorie fällt Adornos Diktum, „es kann kein gutes Leben im Schlechten geben, nichts Wahres im Falschen“. Nicht nur, daß es hervorragend zu seinem Elitedenken und seinem großbürgerlichen Hochmut paßte. Man kann sich gut ausmalen, wie Adorno auf die drei letzten „kitschigen“ Seiten von Reichs Rede an den kleinen Mann reagiert hätte, wo Reich das gute, einfache, anständige, „kleinbürgerliche“ Leben preist: die exakte Gegenposition zum besagten Diktum, das ebenfalls auf den kommunistischen Terror hinausläuft.
Wie grundsätzlich anders Reichs Herangehensweise war, zeigte sich bei seinen Sexpol-Veranstaltungen: daß, wenn sie sich geschützt und in der Gruppe geborgen fühlen und durch die Sanktionierung durch die Gruppe vom individuellen Über-Ich befreit sind, einfache Menschen genau die gleichen Gedanken und Empfindungen äußern, wie sonst nur die ganz raren genitalen Charaktere. (Manche behaupten, Reich wäre damit der Begründer der Gruppentherapie gewesen.) Man kann den Menschen und der Natur vertrauen jenseits aller von Meisterdenkern, die keinerlei Kontakt zu den Massen und zur Natur haben, ausgeheckten bzw. erträumten Idealwelten – die sich letztendlich immer als Höllen erweisen.
Adorno konnte seinen berühmten Satz nur Formulieren, weil er einer jener Marxisten war, die Reich so sehr verabscheut hatte: zu denen, die sich nie bei Demonstrationen und Massenveranstaltungen sehen ließen, sondern lieber wie Marcuse bei Heidegger promovierten und in Intellektuellenzirkeln ihre Gehirnsekrete absonderten. Jene, die keinerlei Kontakt zu den Zadnikers, Templetons und Ross‘ hatten.
Wer „bildet“ diese Gesellschaft: diese Gesellschaft wird von den Lehrern „gebildet“ (inklusive den Eltern, den Nachbarn, Kollegen und den Medien: „Über-Ich“). Alle folgen der „Kultur“ und alle geben den gleichen Schwachsinn von sich. Aber wenn sie zur Ruhe kommen, sich entspannen und im intimen Kreis ihr Herz öffnen, wird fast jeder Dinge von sich geben, als hätte er Reich „etc.“ gelesen.
Reich hatte die Hoffnung, daß der Zweite Weltkrieg auch die allerletzte Illusion von den Menschen nehmen würde und deshalb in der Nachkriegszeit die „Arbeitsdemokratie“ ausbrechen würde. Gewisserweise hatte er recht, denn die Generation unserer Väter und Mütter, die für nichts und wieder nichts durch die Hölle gegangen waren, war wirklich ein für allemal „fertig“. Ich weiß doch, was in meiner Familie, mit meinen Eltern abgelaufen ist – und so war es in jeder einzelnen deutschen Familie! So sehe ich die Apathie, kalte Verachtung und die grundsätzliche Verweigerung von Engagement die dem Enthusiasmus und der Aufbruchstimmung der „68er“ entgegenschlug: es war die absolut gesunde Verweigerung irgendwelchen neuen „Kulturprojekten“ zu folgen. (Wohin das führt, zeigt heute der Grüne Abschaum!) „Bioenergetisch“ betrachtet ist damals das genaue Gegenteil dessen vorgegangen, als was es oberflächlich erschien.
Nur ein grundsätzlich anderes „68“ hätte zum Erfolg führen können, nämlich das, was Reich vorschwebte: Schluß, endgültig Schluß mit aller Politik, allen großen Ideen und Ideologien, die Menschen nehmen ihr Leben selbst in die Hand, angefangen von den kleinsten Einheiten.
Für Hermann Schmitz gibt es drei Grundverfehlungen des westlichen Geistes: erstens die autistische Verfehlung, d.h. heiß das In-sich-selbst-verrannt-sein, zweitens die „dynamistische“ Verfehlung, d.h. die Besessenheit mit Macht, und drittens die „ironistische“ Verfehlung, d.h. die Beliebigkeit des eigenen Standpunkts.
Damit steht Schmitz in denkbar fundamentaler Opposition gegen Stirner und dessen einzigen ernstzunehmenden Interpreten und „Propagandisten“, nämlich Bernd Laska. Geht es doch Stirner um genau das, dessen Bekämpfung Schmitz zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat: erstens den unaussprechlichen „Einzigen“, zweitens den „Egoisten“ und drittens den „Eigner“, für den Wahrheit und Wirklichkeit sein frei verfügbares Eigentum sind.
Tatsächlich geht es Stirner in Laskas (einzig gültigen) Interpretation bei „Einzigkeit“, „Egoismus“ und „Selbsteignertum“ um die Befreiung von einer Instanz, einer „Besessenheit“ durch etwas wesensfremdes aber unhinterfragbar „Heiliges“, die Laska etwas hilflos als „Über-Ich“ bezeichnet. Gegen diese Instanz gilt es sich vermeintlich „autistisch“, „machtbesessen“, „ironistisch“ abzusetzen: WO ÜBER-ICH WAR, SOLL ICH WERDEN. Es geht um die Selbstbehauptung der Insassen eines weltweiten KZs! Eines KZs, das gar keiner Wachen bedarf, weil jeder Insasse eine „Wache“ in Gestalt seines Über-Ichs in sich trägt.
Schmitz ist für diese Perspektive absolut blind und führt wahnwitzigerweise das asoziale über-ich-gesteuerte „autistische“, „machtbesessene“, „ironistische“ Verhalten der KZ-Insassen auf den Einfluß jener zurück, die das ganze als einzige durchschaut haben und sich gegen das Über-Ich empört haben! Warum tut er das, warum diese auffällige Faszination für „das Heilige“ und „das Einpflanzen von Gefühlen“? Stockholmsyndrom (Laska ist James Bond und Schmitz sowohl die entführte Millionärstochter als auch, in einer Doppelrolle, M!):
[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]
Reich war der Überzeugung, daß die Arbeitsdemokratie (und somit auch die „Eigenheit“ der Individuen bzw. die LSRity), so sehr sie auch mit Füßen getreten wird, bereits im Hier und Jetzt überall existiert und daher „nur“ ausgebaut bzw. als solche besser artikuliert werden muß. Auch Stirner ist alles andere als ein Utopist, da die ersehnte Welt, die aus Vereinen von Egoisten besteht, schon jetzt alltäglich funktioniert – entsprechend Reichs „Utopie“ von der Arbeitsdemokratie. Einem seiner Kritiker, der ihm Utopismus vorwarf, entgegnete Stirner:
Sähe Heß (der besagte Kritiker) das wirkliche Leben, worauf er doch soviel hält, aufmerksam an, so würde er hunderte von solchen teils schnell vorübergehenden, teils dauernden egoistischen Vereinen vor Augen haben. Vielleicht laufen in diesem Augenblicke vor seinem Fenster Kinder zu einer Spielkameradschaft zusammen; er sehe sie an und er wird lustige egoistische Vereine erblicken. Vielleicht hat Heß einen Freund, eine Geliebte; dann kann er wissen, wie sich das Herz zum Herzen findet; wie ihrer zwei sich egoistisch vereinen, um aneinander Genuß zu haben, und wie keiner dabei „zu kurz kommt“. Vielleicht begegnet er ein paar guten Bekannten auf der Straße und wird aufgefordert, sie in ein Weinhaus zu begleiten; geht er etwa mit, um ihnen einen Liebesdienst zu erweisen, oder „vereint“ er sich mit ihnen, weil er sich Genuß davon verspricht? Haben sie sich wegen der „Aufopferung“ schönstens bei ihm zu bedanken, oder wissen sie’s, daß sie zusammen auf ein Stückchen einen „egoistischen Verein“ bildeten? Freilich wird Heß es diesen trivialen Beispielen nicht ansehen, wie inhaltsschwer und wie himmelweit verschieden sie von den heiligen Gesellschaften, ja von der „brüderlichen, menschlichen Gesellschaft“ der heiligen Sozialisten sind. (Stirner, Max: Parerga, Kritiken, Repliken, Nürnberg 1986, S. 204)
Das ist das Problem der Arbeitsdemokratie: daß die „einfachen Menschen“ nicht die Macht übernehmen politisch und „intellektuell“. Reich ist bei seinen Sexpol-Abenden aufgefallen, daß die „einfachen“ Menschen zu bestimmten Fragen weitaus vernünftigere Ansichten vertreten als seine psychoanalytischen und Apparatschik-Kollegen, die, losgelöst vom tatsächlichen Leben wie sie sind, immer „um den heißen Brei herumreden“, wie man so schön sagt. „Heilige Sozialisten“! Mit traumwandlerischer Sicherheit weichen sie der LSR-Essenz aus – und durch die dergestalt erzeugte Freifläche weisen sie auf eben diese LSR-Essenz hin. Genau diese Dialektik ist die „bioenergetische“ Grundlage von Bernd Laskas Arbeit, die nur scheinbar intellektualistisch abgehoben ist! Er hat immer wieder darauf bestanden, daß er aus der „Arbeitssphäre“ stammt.
Letztendlich geht es um den Unterschied zwischen dem liberalen („linken“) Charakter und dem konservativen Charakter, der heute sichtbarer wird als je zuvor, wo die „einfachen Menschen“, „die Arbeiter“, AfD wählen, die Herrschenden und Parasiten jedoch fast durchweg rotgrün sind – und „heiliger“ als jemals zuvor.
[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]
Der liberale und pseudo-konservative Westen, a la CDU, mag mit seiner „Rationalität“ und „Freiheit“ noch so hausieren gehen: es ist alles nur buchstäblich Fassade. Eine Fassade, die aufrechterhalten wird durch den Kampf gegen das Irrationale und den Faschismus, Nationalismus, Populismus, d.h. gegen Trump, die AfD und „Putler“. Doch das ist nur vorgeschoben, zumal der „liberale Westen“ ohne mit der Wimper zu zucken, Millionen opfert wie Churchill in Indien und Deutschland oder Bush im Irak oder wir jetzt in der Ukraine. In Wirklichkeit steckt dahinter etwas ganz anderes: die Todesangst vor dem bioenergetischen Kern. Der wirkliche Konservative hat zumindest einen durch die Panzerung verzerrten Kontakt zum bioenergetischen Kern und kann deshalb noch einigermaßen rational denken und handeln, aber der Großteil des Westens, praktisch alle Politiker und Meinungsmacher, sind im Reich des Liberalen gefangen und würden eher ein atomares Armageddon riskieren, denn buchstäblich in sich zu gehen.
Beim Durchfliegen eines älteren Zeitgeistbuches bin ich auf einen Niederschlag James DeMeos im deutschen Feuilleton gestoßen. Nachdem stichwortartig die New Age-Bewegung verhohnepipelt wird, kommt zum krönenden und ausführlichen Abschluß:
Auf dem Gebiet der Esoterik und der Übersinnlichkeit als den neuen Sinnstiftern gibt es buchstäblich nichts, was es nicht gibt und was nicht bei zahlreichen ansonsten durchaus ernstzunehmenden Menschen Anklang und Zulauf findet. Der Vortrag eines amerikanischen Epigonen Wilhelm Reichs in Berlin wurde kürzlich von Hunderten ergriffen lauschenden Zuhörern besucht. Die Botschaft: Mit Hilfe massiven Einsatzes der Orgon-Maschine, die von dem sozialistischen Psychoanalytiker (Hauptwerk: „Die Massenpsychologie des Faschismus“) in der Phase seiner beginnenden geistigen Umnachtung entwickelt worden ist, kann die Atmosphäre im Sinne der Steigerung positiver Energie beeinflußt und damit auch das Wetter reguliert werden. Das Wahngebilde des esoterischen Welterneuerers, der sich zutraut, mit seiner Methode selbst Wüsten zum Blühen zu bringen, gibt sich strikt wissenschaftlich und versteht sich als ernste Herausforderung der schulmäßigen Meteorologie, die wesentliche Phänomene des kosmischen Waltens nicht begreifen könne.
Und weiter:
Derartige Pseudowissenschaft macht sich den allgemein vorherrschenden Generalverdacht gegenüber einem „seelenlosen Rationalismus“ zunutze, der die Rationalität auf bloße zweckhafte Verstandestätigkeit reduziere und die ganzheitliche Eingebundenheit des menschlichen Lebens in natürliche und kosmische Kreisläufe ignoriere. (Richard Herzinger: Die Tyrannei des Gemeinsinns, Rowohlt, Berlin 1997, S. 63f).
Herzinger schreibt in seinem „Bekenntnis zur egoistischen Gesellschaft“ über die Tyrannei des Gemeinsinns“ – aber kein Wort zum eigentlichen Thema: dem Über-Ich (Panzerung) = Tyrannei des Gemeinsinns. Lieber wird über Hunderte Seiten am Problem vorbeigeseiert und genüßlich im Verruchten gesuhlt. Ein anderer Aspekt: typisch, daß, aufgeklärt von Bernd Senf und (dem damaligen) DeMeo, Libertinisten wie Herzinger Reich für einen „Sozialisten“ halten.
Herzinger ist ein braver Verfechter der „liberalen Demokratie“, der „offenen Gesellschaft“ und der Westausrichtung und nicht zuletzt, wie wir gesehen haben, des „Rationalismus“. Seine Feinde sind die AfD und der „Putinismus“. Das Böse schlechthin. Herzinger:
Was Herzinger umtreibt, sind die „westlichen Werte“ bzw. die „universalen Werte“, die es gegen die gewachsenen „ganzheitlichen“ Ordnungen („Nationalismus“) und gegen das „Verbrechertum“ zu verteidigen gilt. Woher dieser Fanatismus? Untergründig geht es natürlich um Hitler… Letztendlich aber lauert dort LSR: Reich und Stirner … Das wird natürlich nie deutlich ausgesprochen, zeigt sich aber, wenn man den richtigen „psycho-analytischen“ Blick für das Verdrängte und Unbewußte hat.
Hinter der gegenwärtigen antirussischen Psychose des Westens – „Spätestens mit dem Beginn der Aggression Rußlands gegen die Ukraine 2014 hätte der Westen realisieren müssen, daß Putins Verbrecherstaat keiner Rationalität zugänglich ist und daher weder ein wirtschaftlicher noch ein sicherheitspolitischer ‚Partner‘ sein kann.“ (Herzinger) – lauert etwas weitaus Fundamentaleres.
Das ist so bemerkenswert, weil Herzinger die westliche Gesellschaft nicht auf die moralische Gesinnung des Individuums, überhaupt gar nicht auf Moral, sondern auf das Eigeninteresse, Freiheit und Individualismus aufbauen will. Steht er damit nicht auf der Seite der Selbststeuerung und müßte LSR-affin sein?
Ganz im Gegenteil! Herzingers Haß entstammt seiner Angst vor dem Gruppenegoismus, den „Gemeinsinn“. Es ist letztendlich der Terror vor der Selbstorganisation, sei es der Gesellschaft oder sei es des Einzelnen. Für diesen Terror vor der EIGENHEIT stehen das moderne Rußland und die Person Putin.
Ausgerechnet Shakespeares zwei Parade-MODJUs Richard III. und Jago (der Gegenspieler des genitalen Charakters Othello) sind für Herzinger idealtypische Verkörperungen von Stirners „Egoisten“! (S. 89) (siehe auch http://www.lsr-projekt.de/miscams.html#herzinger).
Das ganze Bekenntnis zur Freiheit und zum Individuum ist nur aufgesetzt, wie überhaupt generell im „freien Westen“. Es ist die alte Geschichte, die sich etwa im Kampf des „liberalen“ Freud gegen Reich zeigte. Es ist der Terror der (pseudo-) liberalen oberflächlichen Schicht vor den „faschistischen“ Tiefen. Ein Terror der vor keinem Terror, etwa Taurus-Flugkörper, zurückschreckt, um den Teufel zu bannen.
[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]
Was die Konservativen auf ewig von LSR trennen wird, ist Reichs Diktum, daß die Moral erst das erzeugt, was sie bekämpfen will. All die, jedem Konservativen eigene, moralische Empörung gegen die „Dekadenz“ ist gut und richtig, bleibt aber imgrunde ein Verhängnis, denn mit den sekundären Trieben werden letztendlich auch die primären Triebe unterdrückt. Man denke dabei insbesondere an die Sexualmoral und daß alle Ethik einen antisexuellen Kern hat.
Ähnliches läßt sich über die „natürliche“ oder „gottgegebene Ordnung“ sagen, denen jeder Konservative anhängt. Stehen LaMettrie und Stirner nicht für die konsequenteste und „zynischte“ Rebellion gegen diese Ordnung? Das ist eine abstrakt philosophische Frage. In Wirklichkeit führt individuelle Willkür stets zu mehr Ordnung als jeder künstliche Eingriff. Das zeigt sich im offensichtlichen Gegensatz von Planwirtschaft, die immer im Chaos mündet, und Marktwirtschaft. Oder man denke daran, daß Menschen immer künstlich sozusagen „durchgewürfelt“ werden müssen, weil sich ansonsten Schulklassen in Cliquen aufspalten, Städte spontan in voneinander abgegrenzte ethnisch und einkommensmäßig Wohnquartiere zerfallen, Kirchengemeinden sich nach ethnischen Zugehörigkeiten organisieren etc. Freiheit und Ordnung bedingen einander. Das beste Beispiel ist Evolution selbst, die auf freier Partnerwahl beruht. Jede „sexuelle Planwirtschaft“ muß zu einer fortschreitenden Qualitätsabnahme des Genpools führen, zu mehr Entropie, Dekadenz.
Wohlverstanden (man beachte: wohlverstanden) ist LSR die EINZIGE konsequent konservative Lebenshaltung. Der linke Abschaum nimmt das sehr wohl wahr!
Bernd Laska sah, wenn ich die Diskussion zwischen ihm und mir von vor 20 Jahren richtig interpretiere, die Funktion Hitlers in der gegenwärtige Welt zwiefach: Erstens war Hitler der perfekte Behälter, um alles denkbar „böse“, bzw. „das Böse“ schlechthin, aufzunehmen und damit unschädlich zu machen. Durch Sequestration stabilisiert Hitler das gegenwärtige Unrechtsregime. Das Böse ist verortet und durch Zuschreibung können alle Wiedersprüche geglättet werden. Zweitens werden alle Bestrebungen, das gegenwärtige Unrechtsregime in seine Schranken zu weisen und schließlich zu überwinden, mit der Chiffre „Hitler“ abgewürgt. Immer wenn du für Liebe, Arbeit und Wissen eintrittst, outest du dich als Hitler!
Zur Jahrtausendwende hatte mit Laska dringend die Lektüre von Hermann Schmitz‘ Buch Adolf Hitler in der Geschichte (1999) ans Herz gelegt, weil hier mit Hitler anders umgegangen werde. Ich war beeindruckt. Schmitz‘ Analyse des östlichen Christentums und der verhängnisvollen Rolle von Augustinus in der Westkirche hat mich nachhaltig beeinflußt, während ich, zum Unverständnis Laskas, den Ausführungen über Hitler mit meinem antifaschistisch angekränkelten Gehirn wenig abgewinnen konnte.
So jetzt halte ich die Korrespondenz zwischen Laska und Schmitz in den Händen, die beiden größten Denker, die die Bundesrepublik hervorgebracht hat. Vielleicht das einzige, was dieses volksvernichtende GENOZIDALE Besatzungsgebilde am Ende seiner Krüppelexistenz im Nachhinein rechtfertigt.
Anfangs war ich ambivalent, was Schmitz und seine „Neue Phänomenologie“ betrifft, angesichts dessen, was Reich allgemein über das „Philosophieren“ und insbesondere über den Begründer der Phänomenologie, Husserl, gesagt hatte:
Die Unsicherheiten in der Beurteilung der eigenen Wahrnehmungen und Aussagen war [bei gepanzerten Menschen] von jeher so groß, daß man oft den Eindruck hat, als hätten sich berühmt gewordene philosophische Schulen in leere Zwangsgrübelei verrannt (z.B. Husserl). (Äther, Gott und Teufel, S. 43)
Es bleibt eine gewisse Irritation, zumal sich Schmitz einer, wie ich finde, teilweise verschrobenen Privatsprache befleißigt, während ich selbst von jeher der Überzeugung war, daß 1. die Sprache des Volkes aus der „Ausdruckssprache des Lebendigen“ hervorgegangen ist und von daher klüger ist, als es jeder Einzelne jemals sein könnte, und 2. mein (natürlich nicht absolut zu nehmendes) Lebensmotto lauten könnte: Wenn du jemanden nicht verstehst, hat dieser es selbst nicht verstanden!
Andererseits, wenn man sich etwas eingelesen hat, kann Schmitz auch für den orgonomisch interessierten Leser anregend sein. Beispielsweise, wenn Schmitz zwischen Autoritäten „in vertikaler Richtung (Autoritäten von oben)“, wie sie früher gängig waren, von den heutigen „in horizontaler Richtung (Kollektivdruck der herrschenden Meinung, political correctness, multimediale Suggestion)“ unterscheidet (S. 62). Das ist eine treffende Beschreibung des Unterschieds zwischen der alten autoritären Gesellschaft bis etwa 1960 und der daran anschließenden antiautoritären Gesellschaft.
Nichts beschreibt den Unterschied zwischen den damaligen „vertikalen“ Menschen und dem heutigen nichtigen „horizontalen“ Gekröse besser als dieser Film:
Wenn ich Schmitz richtig verstanden habe, war früher das Heilige etwas, das die Menschen im Sinne von Stirner und Laska verformt hat: die Hierarchien werden verinnerlicht – ich und eine innere Instanz über mir. Etwas, das, um mit Schmitz zu sprechen, zur „Sedimentierung von Einschüchterungen“ geführt hat, was, Schmitz zufolge, dem von Laska verwendeten Begriff des „Über-Ich“ entspricht (S. 68) – weit mehr noch aber Reichs „Schichten des Charakterpanzers“. Sedimentierung von Einschüchterungen!
HEUTE hingegen hat das Heilige geradezu eine emanzipatorische Funktion, weil es, und hier weiche ich im Sprachgebrauch sowohl von Schmitz als auch von Laska ab, dem Ich-Ideal entspricht, d.h. dem Kontakt zum bioenergetischen Kern. In die oberflächliche Welt des besagten hirntoten Gekröses, das heute unser Nachwuchs ist, zieht der Ernst ein, die Gravitation setzt ein, Kontakt und Schicksal. Überraschenderweise neige ich in dieser Hinsicht eher zu Schmitz als zu Laska.
Ohnehin wirkt die Korrespondenz teilweise wie ein Dialog zwischen Orgonomie und LSR-Projekt! Eine unverzichtbare Lektüre für jeden Leser dieses Blogs! Meine gestrigen Ausführungen im Nachrichtenbrief über das „Bauchgefühl“ und die „Beobachtung“ zeigen beispielsweise, wie Reich vieles vom Grundimpetus bei Schmitz (Subjektivität und das Objektive sind miteinander verzahnt) vorweggenommen hat. Von Daher wird dieser Briefwechsel für mich mit jeder neuen Seite immer interessanter. Ich bin auch überrascht, wie sich das Buch wie ein wirkliches Buch, geschrieben von zwei Autoren, ausnimmt und nicht wie ein Sammelsurium launiger Briefe ohne Tiefgang. Die beiden größten Denker der BRD haben zusammen das Requien am Totenbett eines 1000 Jahre alten Kulturkreises verfaßt! Tiefer und gewichtiger kann ein Buch nicht sein!