Posts Tagged ‘Gesundheit’

Reichianer

1. Januar 2017

„Reichianer“ hat es von Anfang an gegeben. Man denke nur an all die Psychoanalytiker, die Reich in den 1920er und Anfang 1930er Jahren in seinen charakteranalytischen Verfahren ausgebildet hat. In der Psychoanalyse, der allgemeinen Psychotherapie und etwa in der Klassifikation der „Persönlichkeitsstörungen“ wirkt er fort, doch das Wesentliche wurde fortgelassen: die systematische Auflösung der Panzerung, um die genitale Libido freizulegen. Statt Gesundheit, also das, was der Patient selbst fühlt, wenn sich die Blockaden lösen, werden willkürliche gesellschaftliche Normen zum Leitfaden der Psychotherapie. Ähnlich ist es um seine „Sexpol-Arbeit“ bestellt, die von der Studentenbewegung wiederaufgegriffen wurde, wobei ausgerechnet jener Fehler wiederholt und potenziert wurde, den Reich bereits Ende der 1930er Jahre rückblickend an sich selbst kritisiert hatte: die Instrumentalisierung der Sexualität für politische Zwecke. Also genau das, was er etwa den Katholiken vorgeworfen hatte. Für Reich war die Sexualität Selbstzweck, d.h. das Leben selbst („die expansive Lustfunktion“) sollte zu Wort kommen, nicht irgendwelche Ideologien.

Dem eigentlichen „Reichianismus“ ist Reich bereits in den 1940er und 1950er Jahren in den USA begegnet, wenn nicht sogar zuvor in Dänemark und Norwegen. Über die Verhältnisse in Skandinavien schreibt er in Rede an den kleinen Mann! Seine Kameradschaftlichkeit und Offenheit wurde gnadenlos ausgenutzt, seine Betonung der Rolle des Liebesglücks im Leben wurde auf pornographische Weise interpretiert, etc. Nach einigen Jahren In Amerika mußte er Presseberichte über Jugendliche lesen, die sich ein geschlossenes „Reichianisches“ Weltbild gebastelt hatten, zeitweise gehörte der Orgonenergie-Akkumulator geradezu zum „chic“ etwa bei dem, was später „Beatniks“ genannt wurde. In Ansätzen hatte man hier bereits alles, was sich später bei den Hippies und „68ern“ fand. Reich lehnte das damals alles radikal ab und wollte nichts damit zu tun haben. Schaut man sich jedoch etwa den Dokumentarfilm Wer hat Angst vor Wilhelm Reich? an, wird Reich explizit mit der späteren Woodstock-Generation in Verbindung gebracht, als wären in irgendeiner Weise seine Träume in Erfüllung gegangen. Nichts könnte ferner von der Wahrheit sein.

Du kannst mir mal am Hobel blasen!

22. Dezember 2016

Kuang-Yi Ku von der Design Academy in Eindhoven, Niederlande, ein Zahnarzt, der zum Künstler wurde, will im Zahnlabor des King’s College in London die Art und Weise, wie wir über Medizin denken, mit Hilfe von Sexprothesen verändern. Sein Workshop ist Teil der Ausstellung „Mouthy“ der Science Gallery, in der Werke gezeigt werden, in denen sich Kunst und Wissenschaft vereinigen. In dem Artikel, in dem seine Arbeit vorgestellt wird, heißt es:

Die Wissenschaft hat keine große Erfolgsbilanz vorzuweisen, wenn es darum geht, menschliche Sexualität in Forschung und Praxis zu integrieren. Die Zahnmedizin betrachtet beispielsweise drei Funktionen für die Mundhöhle: Ästhetik, Aussprache und Kauen. „Es gibt eine andere Funktion, Sex, die in den Lehrbüchern nie erwähnt wird“, sagt Ku. „Ich komme aus der Homosexuellen-Gemeinschaft und ich erkannte, daß die Ausbildungsinstitute der Medizin sehr patriarchalische Systeme sind, sehr ernst, und die Professoren sind sehr traditionell, vor allem in den asiatischen Ländern. Folglich wollte ich mich diesem Zusammenhang nähern.“

Resultat ist eine Zahnprothese, die die Fellatio lustvoller machen soll. Zum erwähnten Workshop gehören auch Frauen aus der LGBT-Gemeinschaft der Universität. Fellatio-Hilfen sind für Lesben zwar irrelevant, doch die LGBT-Gemeinschaft sei im ganzen offener eingestellt, was Körperveränderungen betrifft, und sie böte so eine hervorragende Plattform dafür, wie Kunst und Wissenschaft zu diesen körperlichen Modifikationen beitragen könnten. Kuang-Yi Ku selbst plant, seine Prothese schließlich mit lebendem Gewebe zu überziehen und fest im Gaumen zu verankern und dergestalt den Mund so zu modifizieren, wie es den sexuellen Präferenzen des betreffenden Klienten entspricht. Der Leiter der Science Gallery sieht den umfassenden Zusammenhang:

Ein Gutteil des Denkens über Gesundheit löst sich vom Aufheben des Negativen von Krankheit, Tod, Schmerz und bewegt sich zu etwas das ihm eigen ist, den positiven Dingen, die wir mit Hilfe aller möglichen Interventionen anstreben sollten. Das ist demnach Teil einer Bewegung, die Technologie einsetzt und Wissenschaft benutzt, um das Leben zu verbessern und nicht nur um Schaden zu mindern.

Wie man bei Wilhelm Reich, Elsworth F. Baker und Charles Konia nachlesen kann, hat sich der linksliberale Charakter, also genau jene Klientel, die heute die entarteten Kunstgalerien und die „Wissenschaft“ dominieren, vollständig von seinem bioenergetischen Kern gelöst. Sexualökonomische Analysen im Sinne Reichs findet man heutzutage nur in konservativen Publikationen, während sich die linksliberalen in Geschlechtsgleichschaltung („Gendermainstreaming“) erschöpfen. Die Verknüpfung der Sexualwissenschaft mit ihren biologischen Grundlagen, wie Reich sie in der Orgonbiophysik vorexerziert hat, nimmt heute eine extrem „antibiologische“ Wende, d.h. die Körper sollen mit Hilfe von Robotik, Schnittstellen zum Computer und genetischen Modifikationen so modifiziert werden („Transhumanismus“), daß sie den pervertierten Trieben des gepanzerten Menschen entsprechen.

Die Zukunft wird ein Horrorfilm sein, dessen Grauen unser jetziges Vorstellungsvermögen übersteigt. Die einzige Überlebenschance der Menschheit ist die allgemeine Verbreitung der von Elsworth F. Baker und Charles Konia entdeckten soziopolitischen Charakterologie im allgemeinen und die Analyse des liberalen Charakters im besonderen. Siehe dazu Dr. Konias Blog http://www.orgonomie.wordpress.com.

Lebenshilfe im NACHRICHTENBRIEF (Teil 3)

7. November 2012

Die verhängnisvollste Lüge stammt von „Aufklärern“ wie Adorno. Sie lautet, daß es „im Falschen kein Richtiges gibt“ oder wie Ernst Bloch es ausgedrückt hat:

Gesundheit ist ein sozialer Begriff, genau wie das organische Dasein der Menschen, als Menschen insgesamt. So ist sie überhaupt erst sinnvoll steigerbar, wenn das Leben, worin sie steht, nicht selber von Angst, Not und Tod überfüllt ist. (Bloch: Das Prinzip Hoffnung, Frankfurt/Main 1977, Bd. 2, S. 541)

Klingt gut, ist aber die denkbar radikalste Lebensverneinung. Selbst wenn es in Europa allen Menschen hervorragend ginge, kämen solche Leute mit dem Schicksal irgendwelcher Aborigines auf fernen Kontinenten an oder gleich mit dem Schicksal der Tiere, die an unserem „Spezieismus“ leiden, einer Form von Rassismus.

Es wird immer „Angst, Not und Tod“ geben. Es ist gut möglich, daß das jetzige Deutschland bereits den Höhepunkt des gesellschaftlichen Glücks verkörpert. Heißt das, daß Gesundheit, bzw. in Reichschen Begriffen „Genitalität“, ein ewiger uneinholbarer Wunschtraum bleiben muß?

Ja, solange es pestilente Freiheitskrämer wie Adorno und Bloch gibt, die den Einzelnen von jeder Verantwortung freisprechen, da ja „die Gesellschaft“ und „die Umstände“ Schuld an der Misere trügen. Es sind alles nur Ausreden! Der Intellekt wird als Abwehr benutzt. Die Massen folgen diesen Scharlatanen, weil diese jeden Einzelnen von seiner persönlichen Verantwortung exkulpieren. Es sind diese angeblichen „Aufklärer“, die die Falle verewigen.

Imgrunde ist diese angebliche Quintessenz der Aufklärung („kein Wahres im Falschen!“) ganz gewöhnlicher sadomasochistischer Mystizismus, denn es läuft darauf hinaus, daß die „Erlösung“ von außen kommt, statt aus der freien Initiative jedes Einzelnen.

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=UKR7LgP1jDM%5D

Die bioenergetischen Grundlagen der gegenwärtigen Sozialpolitik, Psychiatrie und Schulmedizin (Teil 2)

29. Mai 2012

In der gegenwärtigen Gesellschaft stellt sich die Situation grundsätzlich wie folgt dar:

Im ersten Funktionsschema wird beschrieben, wie die biologische Energie aufgrund der gesellschaftlichen, muskulären und „psychischen“ Panzerung (e) mit sich selbst in Konflikt gerät (b gegen a). Beispielsweise wird in der Gesellschaft gegen „unpassende“ Triebe (a) die Moral (b) mobilisiert, die aber schließlich immer mit phallischen oder analen Sadismus (d) einhergeht. Es ist schließlich immer ein: „Ich FICK dich!“ bzw. „Ich SCHEISS auf dich!“ Wenn die Leute die Kontrolle verlieren, sagen sie charakteristischerweise immer so etwas. Dieser Impuls, etwa „Polizeibrutalität“, muß wiederum gebremst werden (wieder b‘ gegen a‘), was, in diesem Beispiel, zu ungeheuerlichen Ungerechtigkeiten Polizeibeamten gegenüber führt, und immer so weiter, bis alles hoffnungslos verfahren ist.

Für die individuelle Charakterstruktur hier ein konkretes Beispiel, wie sich so etwas Schicht auf Schicht von unten nach oben fortsetzt:

Was den somatischen Bereich anbetrifft: gegen das Symptom (a) wird das Medikament (b) gerichtet, was unvermeidlich zu Nebenwirkungen (d) führt, die gegebenenfalls wieder als Symptome bekämpft werden müssen (a‘). Als Netzeffekt wird letztendlich die Energie gedrosselt (e), was, wie in Teil 1 dieses Blogeintrags dargestellt, zu einem einigermaßen stabilen Zustand führt („neurotisches Gleichgewicht“).

Die Orgonomie geht anders vor. Sie gibt den primären Trieben Raum, so daß sich, wie im zweiten Funktionsschema, der eine Trieb (b) nicht mehr gegen den anderen Trieb (a) richten muß, ohne daß es zu einer Katastrophe kommt. Insbesondere Sexualität (a) und Arbeit (b) haben abwechselnd ihren Platz im Leben.

Deshalb liegt auch ein erfülltes Sexual- und Arbeitsleben nicht etwa am Ende einer Orgontherapie, wie mystische „Reichianer“ glauben, sondern am Anfang. Das bedeutet, daß der Orgontherapeut, soweit er diese Bezeichnung verdient, alles tut, um den Patienten zu einem besseren, funktionelleren Leben zu ermutigen. Das gleiche gilt auch für den sozialen und den somatischen Bereich: Lebe jetzt, hoffe nicht auf mystische Weise auf eine zukünftige „Arbeitsdemokratie“ oder „Gesundheit“, sondern tue jetzt und hier alles, damit Demokratie, Produktivität, Lebensfreude und Gesundheit sich entfalten können. Lebe deine primären Triebe aus.

Das erklärt auch, warum die diversen „Reichianischen“ Therapien, inklusive mancher angeblicher „Orgontherapie“, vollständig nutzlos sind. Auch die grandiosen „Reichianischen“ Gesellschaftsentwürfe, egal ob Marxistisch geprägt oder nicht, sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Es ist alles purer Mystizismus! Entweder lebt man jetzt ein funktionelles Leben oder nie. Das ist Therapie und sonst nichts, das ist „gesellschaftliches Engagement“ und sonst nichts. Die Arbeitsdemokratie fängt jetzt an oder nie. „Der Weg ist das Ziel!“ Deshalb habe ich mich auch so maßlos über das Antifa-Arschloch aufgeregt. Durch eine einzige Geste hat er bewiesen, daß alles, was er vertritt, nichts weiter als eine dreckige, verkommene Lüge ist und alle seine Aktivitäten nur dazu dienen, uns noch weiter und diesmal vielleicht endgültig im Wirrwarr der Panzerung gefangen zu halten.