Archive for November 2021

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 7. Überlagerungs-Kosmologie. e. Reichs „Die kosmische Überlagerung“

20. November 2021
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ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 7. Überlagerungs-Kosmologie. e. Reichs „Die kosmische Überlagerung“

Der linke Reich: Die Arbeitsdemokratie und die Nichtregierungsorganisationen

19. November 2021

Zwischen 1928 und 1936 war Reich ein militanter Kommunist. Danach entwickelte er angesichts sowohl des Stalinistischen Neo-Zarismus als auch des Trotzkistischen und linkssozialistischen Sektierertums sein Konzept der Arbeitsdemokratie, das anfangs immer noch ein rätekommunistisches Gepräge hatte. Was das bedeutet, wird anhand folgender knappen Zusammenfassung deutlich:

Riete ich dir etwa, alle Diplomatie mit einem Male zu stoppen und an ihre Stelle deine fachliche und persönliche Brüderlichkeit mit allen Schustern, Schmieden, Tischlern, Maschinisten, Technikern, Ärzten, Erziehern, Schriftstellern, Journalisten, Administratoren, Bergarbeitern und Farmern Englands, Deutschlands, Rußlands, Amerikas, Argentiniens, Brasiliens, Palästinas, Arabiens, der Türkei, Skandinaviens, Tibetaniens, Indonesiens und so fort zu setzen; alle Schuster der Welt beraten zu lassen, wie man am besten die chinesischen Kinder mit Schuhen versorgt; alle Bergarbeiter selbst herausfinden zu lassen, wie man das Frieren von Menschen überall ausrottet; die Erzieher aller Länder und Nationen erfassen zu lassen, wie man alle Neugeborenen vor späteren Impotenzen und Geisteskrankheiten bewahrt und so fort; was tätest du dann, kleiner Mann, diesen Selbstverständlichkeiten eines menschlichen Lebens gegenübergestellt? (Rede an den kleinen Mann, S. 120)

Was soll man sich unter dieser „Arbeitsdemokratie“ ganz konkret vorstellen? Nun, die Emotionelle Pest hat uns mit den NGOs gezeigt, wie es geht! Was wir sehen, was wir essen, was wir anziehen, womit wir uns bewegen, wen wir beschäftigen, was wir sagen dürfen und was wir hinnehmen müssen, wird mittlerweile weltweit nicht etwa von Parlamenten und Regierungen bestimmt, sondern von Nichtregierungsorganisationen. Diese sind nichts anderes als monopolkapitalistischer Lobbyismus im Gewand von ultralinken Heils- und Glaubenslehren.

Man erzähle mir also nicht, daß Reichs Konzept einer „Arbeitsdemokratie“ in irgendeiner Weise abwegig oder unpraktikabel wäre! Wenn weltweit durchgesetzt werden kann, daß ich zwar keine Glühlampen mehr kaufen kann, aber dafür mit einem Elektroauto fahren muß, ohne daß dies in irgendeiner Weise rational abgewogen und demokratisch legitimiert wurde, warum soll dann nicht auch die RATIONALITÄT, die dem Leben inhärent ist, zu einer alles bestimmenden gesellschaftlichen Macht werden können? Merkt denn niemand wie zutiefst geisteskrank unsere gesellschaftliche Organisation ist?!

Der linke Reich: Die mittlere Schicht und die Mittelschicht

18. November 2021

Ich habe dieses Thema in folgendem Video bereits angeschnitten:

Reich war ohne jede Frage ein Feind der Mittelschicht, weil hier Ökonomie und Sexualökonomie besonders unheilvoll miteinander verzahnt sind. Sie macht das Rückgrat des Patriarchats aus und ist der „Ort“ von Sexualunterdrückung und Faschismus (Nach oben buckeln, nach unten treten). Die entsprechende Analyse ist der Kernbestand des „Freudo-Marxismus“. Siehe dazu ein typisches Produkt der „68er“, das Buch Die deklassierte Klasse (Studien zur Geschichte und Ideologie des Kleinbürgertums von Annette Leppert-Fögen, Fischer TB, 1974). Marx, Freud, Reich geben sich hier die Stichworte!

Die prinzipiell negative Haltung Reichs war bis in die Orgonomie hinein wirkmächtig. Insbesondere der Kaufmann und Händler steht (ähnlich dem Politiker und anderen „Funktionsträgern“) dem direkten Kontakt zwischen Produzenten und Konsumenten im Wege. Sie blockieren den freien Fluß der Energie. In diesem Sinne kann man die Mittelschicht mit der Panzerung, der biophysischen „mittleren Schicht“ und dem Charakter gleichsetzen. Ich verweise auf das obige Video und auf folgende Aussage von Jerome Eden:

Aus seiner gepanzerten Struktur heraus produziert ARM [der gepanzerte Mensch, armored man] die Zwillingsbrüder seiner Versklavung – den „Mittelsmann“ und den Politiker. Wie die mittlere Schicht seiner gepanzerten Struktur besteuert der Mittelsmann die Energie, die Früchte bioenergetischer Arbeit, weil ARM nicht fähig ist, für seine eigene Produktivität, für den Verkauf und die Verteilung seiner selbst erzeugten Güter die Verantwortung zu übernehmen. Der Politiker repräsentiert ARMs oberflächliche Fassade. Beide sind wesentlich für die Fortdauer der gepanzerten Gesellschaft. Sie können in einer arbeitsdemokratischen Gesellschaft nicht geduldet werden. (The Value of Values, Careywood, Idaho: Jerome Eden, 1980)

Das Problem des ganzen ist natürlich, daß sich das alles auf die autoritäre Gesellschaft bezieht. In der anti-autoritären Gesellschaft fällt die Panzerung weitgehend weg und die daraus resultierende Angst wird mittels Kontaktlosigkeit kompensiert. Die Menschen werden derartig verpeilt, daß sie buchstäblich „nicht mehr wissen, ob sie Weiblein oder Männlein sind“! Funktionell exakt dasselbe findet sich in der gesellschaftlichen Struktur. Früher konnte man sich blindlings auf den Handwerker verlassen, heute kommt man angesichts des unglaublichen Pfusches aus dem Fluchen nicht mehr raus. Früher konnte man mit dem Kreditberater seiner Bank noch sprechen und gemeinsam Chancen und Risiken abwägen und darauf vertrauen, daß die Interessen beider Seiten (die letztendlich dieselben sind!) harmonieren, weil die Verkörperung von Tradition, Erfahrung, Menschenkenntnis und Integrität vor einem saß. Heute grinst einen eine hohle Maske an, die irgendwelche Module abarbeitet und sich stets bei ihren Vorgesetzten absichern muß, der abstrakten Vorgaben und unrealistischen Computerprogrammen folgt. Resultat ist, daß der gesellschaftliche Wohlstand für haltlose Projekte verpulvert wird, während zukunftsträchtige Unternehmungen im Anfangsstadium ihrer Existenz verdorren.

Und so in allem: die Menschen sind hohl und die Gesellschaft ist hohl. Das ist wortwörtlich zu nehmen! Gespräche erschöpfen sich auf Versatzstücke aus den Massenmedien und hohle Phrasen. Da, wo man sich noch vor wenigen Jahren Rat darüber einholen konnte, was man eigentlich macht, wenn seltsamerweise der elektrische Rasierer „stumpf“ geworden ist, findet sich heute eine Spielhalle oder ein Laden für Computerspiele oder – Leerstand. Die sexuelle Freiheit mündete in einer Jugend, die dazu angehalten wird ihre Sexualität „einzuordnen“, so wie man Gewaltdarstellungen und Fake News „einordnen“ soll. Es geht nicht mehr um körperliche Ladung und Entladung, sondern um kognitive Verarbeitung!

Um Reichs Rede an den Kleinen Mann zu paraphrasieren: sie haben weder Selbstbewußtsein (ein Gefühl von Eigenheit) oder „Arbeitsbewußtsein“ (Reich), d.h. das Gefühl durch den objektiven Arbeitsprozeß vereint zu sein, noch haben sie ein Gefühl für ihre ureigensten Bedürfnisse. Die alte Mittelschicht mit ihrem Stolz, dem Geist der alten Gilden und ihrer Lebenskunst, wurde durch Menschen ersetzt, die voller Begeisterung ihrer Sklavenexistenz nach dem „Great Reset“ entgegenschauen.

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 7. Überlagerungs-Kosmologie. d. Der kosmische Metabolismus

17. November 2021
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ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 7. Überlagerungs-Kosmologie. d. Der kosmische Metabolismus

Orgonomie und Metaphysik (Teil 8)/Peter auf dem Weg zur Orgonomie (Teil 4)

16. November 2021

Beim Surfen im Internet bin ich zufällig über Photos von Sri Chinmoy gestolpert. Da er eine gewisse Bedeutung in meinem Leben hatte, als ich Kunstmaler war (siehe meinen heutigen Blogspot-Eintrag), bin ich hängengeblieben. Als ich dann nach ein paar Minuten mit meiner Schreibarbeit weiter machte, hatte ich ein intensives „Bewußtseinserlebnis“, wie es der Orgontherapie-Patient aus der Behandlung kennt. Ich bin überzeugt, daß Leute wie Sri Chinmoy genau so ihre lebenslangen Anhänger gewinnen: irgendwelche außergewöhnlichen Gefühle überzeugen diese, daß sie ein für allemal die Wahrheit gefunden haben. Das sind dann solche Typen, die sich auch in die nächstbeste Frau „unsterblich“ verlieben würden. Wie bewerkstelligen „religiöse Führer“ und ganz allgemein religiöse Systeme etwas, was sonst nur der Sexus vermag?

Wie Reich in Massenpsychologie des Faschismus ausgeführt hat, ist Religion nichts anderes als fehlgeleitete sexuelle Erregung. Diese wird auf „keusche“ Weise heraufbeschworen, indem jene Bewußtseinszustände erzeugt werden, die gemeinhin mit sexueller Erregung einhergehen. Das geschieht durch eine feierliche „übermannende“ Architektur, Riten und Musik die einen „orgastischen“ Spannungsbogen haben, eine „aufgeladene“ Atmosphäre, wie sie charakteristisch für orgonotische Erstrahlung ist, und durch eine „verzückte“ Erscheinung der „Erleuchteten“ mit selig „orgastisch“ weggetretenen Augen.

In der hinduistischen Religiosität wird diese sexuelle Komponente offen eingestanden. Beispielsweise haben in der klassischen indischen Musik die Liedtexte durchweg einen geradezu anzüglichen sexuellen Gehalt. Es sind schmachtende Liebeslieder. Alles dreht sich um „Bhakti“, die durchaus sexuelle Liebe zu Gott bzw. seiner Inkarnation auf Erden, dem Guru. Wobei der Gläubige stets die weibliche Rolle einnimmt, die ihren unerreichbaren Geliebten anschmachtet. Sexuelle Abstinenz im realen Leben soll das Seelenfeuer weiter anfachen.

Rationalistische Atheisten werden niemals die Religion besiegen oder auch nur eindämmen können. Es geht in der Religion nicht um bewußte „rationale“ Entscheidungen und Einsichten, sondern um Gefühle und „Bewußtseinszustände“, die einen spontan überkommen. Insbesondere sind jene betroffen, die „Lücken“ in ihrer Panzerung haben. Allenfalls vollkommen „zugepanzerte“ Menschen wären frei von religiösen Anwandlungen.

Derartige Anwandlungen sind auch vollkommen harmlos, solange sie nicht Anlaß für „feste religiöse Überzeugungen“ oder gar religiösen Fanatismus werden. Man kann beispielsweise von einem Weihnachtsoratorium, das man in einer Kirche hört, und der Verkündigung vollkommen ergriffen sein, daß das Licht in die Finsternis getreten ist und diese besiegt habe. Es handelt sich dabei um eine natürliche Erregung bzw. Erstrahlung der organismischen Orgonenergie. Es wird erst pathologisch, wenn man daran festhält, d.h. wenn man sich gegen das Weiterströmen der Orgonenergie sperrt. Je orgastisch impotenter man ist, desto fester klammert man sich an die vermeintlichen „Offenbarungen“: aus der Orgonenergie wird „Gott“.

Im Tantra wird die Sexualität, die stets mit „Bewußtseinszuständen“ jenseits des Alltagsbewußtseins einhergeht, für die „geistige Befreiung“ genutzt. Das mag auf den ersten Blick geradezu „sexualpositiv“ aussehen, entspricht jedoch ganz im Gegenteil der extremsten Form der orgastischen Impotenz, denn es wird auf die genital-orgastische Entladung verzichtet, „um keine spirituelle Kraft zu verschwenden“. Es entspricht in etwa dem, was Freud „Sublimation“ genannt hat.

Aber zurück zum 2007 verstorbenen „spirituellen Meister“ Sri Chinmoy, der, wenn auch indirekt, wie kaum jemand sonst mein Leben geprägt hat. Anfang der 1970er Jahre war ich ein eingeschworener Fan der Jazz-Rock-Gruppe Mahavishnu Orchestra, das von einem seiner Jünger, dem Gitarristen John McLaughlin gegründet worden war. Chinmoy hatte ihm den bombastischen spirituellen Ehrennamen „Mahavishnu“ verliehen und umgekehrt sollte nun das Mahavishnu Orchestra Gott mit Musik preisen – denn Chinmoy galt unter der Hand als Avatar Gottes. (Später erfuhr ich, daß Chinmoy ein Schüler von Sri Aurobindo war, dessen „integraler Yoga“ ich damals halbherzig betrieb.)

Bei der Lektüre des Buches über diese Gruppe Power, Passion and Beauty. The greatest band that ever was ist mir beim Bekunden des Verfassers, sein Schreibstil würde auf die zwischen Chaos und strenger Ordnung changierenden Musik des Mahavishnu Orchestras zurückgehen, aufgegangen, daß auf mich genau dasselbe zutrifft. Wir „Vishnus“ fühlen, denken und schreiben anders als ihr Normalos 😉

Aber nicht nur, weil er den Kopf der greatest band that ever was inspiriert hat – ohne Chinmoy hätte es diese Musik nie gegeben – auch um ihn selbst wegen, ist es verlohnend, sich mit diesem ansonsten vollkommen unbedeutenden Guru zu befassen. Beispielsweise verlangte er von seinen Jüngern sexuelle Abstinenz… – angesichts seiner klagefreudigen Jünger muß es hier leider bei den vielsagenden Punkten bleiben. Seine Komplexe kompensierte er mit absurden Weltrekorden im Gewichtheben, das Zelebrieren von Katzenmusik („Friedenskonzerte“) und das Beschmieren von Papier (unendlich viele „Gedichte“ und „Malereien“).

Seine tragikomische Geschichte ist ein Lehrstück über die Massenpsychologie des Faschismus. Diese Melange aus banalem Gelaber, das als „Tiefe“ durchgeht, aus Sexualhunger, Doppelmoral, Machtbesessenheit und einer gewissen „Dämonie“ findet sich bei allen Gurus und Lamas, – wenn man etwas an der Oberfläche kratzt. Es ist immer die gleiche schmutzige Geschichte: Alkoholiker, Kinderficker, Vergewaltiger, Perverse. Siehe dazu Die Massenpsychologie des Buddhismus, sowie Swami Paramahamsa Nithyananda (auf den ich noch zu sprechen kommen werde) oder etwa den Fall Oliver Shanti.

Um so verwunderlicher ist es, daß diese Wichte ihre Anhänger zu insbesondere künstlerischen Höchstleistungen inspirieren können. Dazu folgender Kommentar auf YouTube zu John McLaughlins Entwicklung von der greatest band that ever was hin zum zweiten Mahavishnu Orchestra bis heute:

Ich beneide Sie wirklich, daß sie bei jenen Konzerten in den 70ern teilnehmen konnten. Was die Intensität betrifft würde ich das erste Mahavishnu Orchestra bevorzugen, aber das zweite Mahavishnu Orchestra war auch noch ziemlich intensiv im Vergleich mit der One Truth Band und den späteren Bands von John. Während der Periode des ersten Mahavishnu Orchestra war er noch ein Apostel des Gurus Chinmoy und später, als er ihn verließ, wurde er meiner Ansicht ein mehr konventioneller Jazzspieler, ein Teil seiner einzigartigen Kraft verschwand.

Offensichtlich können wir erst dann zu unserem wirklichen Potential durchdringen, wenn wir unser lächerliches anerzogenes „Ich“, unsere ach so kostbare „Persönlichkeit“ opfern. Auf diese Weise tun die diversen Kulte und Religionen etwas, was die Kämpfer für die „geistige Freiheit“ (die schöne bunte Welt der Neurosen) wohlweislich nie erwähnen: sie demaskieren unsere vorgebliche „Mündigkeit“ und „geistige Unabhängigkeit“ und machen deutlich, daß wir sterile Seelenkrüppel sind, hoffnungslos abgetrennt von den Quellen unserer Produktivität.

In gewisser Weise trifft das sogar auf die Orgonomie zu. Viele „Orgonomen“ haben nur deshalb etwas geleistet, weil sie Reich und später Baker verfallen waren. Nach dem Tod ihrer kultisch verehrten Meister (oder nachdem sie sich bereits vorher desillusioniert abgewendet hatten) waren sie auf sich selbst zurückgeworfen – unproduktive leere Säcke, die wieder ihr vermeintlich „eigenes“ Leben lebten. Was sie zuvor geleistet hatten, steht genauso da wie beispielsweise die christlichen Kathedralen oder die große Kirchenmusik. Durch Löcher, die durch „Hingabe an den Meister“ in die Panzerung gerissen wurden, fließt die schöpferische Urkraft in die Falle hinein und erschafft unsterbliche wissenschaftliche und künstlerische Werke.

In ihrem Spiel wurden John McLaughlin und Jan Hammer (der Keyboarder) entscheidend vom südindischen Vina-Spieler S. Balachander beeinflußt. Hier eine seiner Schülerinnen – wenn Gott selbst Musik macht:

https://www.youtube.com/watch?v=XZ1cbUqnsJE

Wir werden alltäglich mit „Spiritualität“ bombardiert. Das Problem ist nur, daß es sich dabei meist um fettreduzierte Magerformen handelt. Man denke nur mal an die unerträglich gefällige New Age Musik.

Wahre Spiritualität muß man sich mühsam erarbeiten. Sei das nun, indem man sich lange in die klassische Musik einlebt oder etwa sich langwierig mit chinesischer Tuschemalerei beschäftigt.

Es ist ein Abenteuer. Man entdeckt immer wieder neue Nuancen und macht unerwartete Erfahrungen.

Es gibt die, die auf dem Wanderweg bleiben und von einer Sehenswürdigkeit zur anderen eilen. Und jene, die sich die Mühe machen, im Gehölz und Gestein herumzukraxeln, um die Landschaft bis in die tiefsten Winkel auszukundschaften.

„Unsterblichkeit der Seele“. Das ist eine Verortung der Ewigkeit in der Zeit – denkbar „unspirituell“.

Das einzige, was zählt, ist der gelungene Augenblick, der einen absoluten Wert an und für sich hat. Spiritualität ist das Aufsuchen solcher Augenblicke.

Oder wie John McLaughlin einmal sagte: „Die einzige Botschaft ist die Musik selbst!“

Was hat mich zur Orgonomie geführt? Tantra! Ursprünglich bedeutete das, Kontakt mit der Gottheit aufzunehmen entweder mittels Identifikation mit ihr, indem man durch Zauberformeln, Körperhaltungen und die Konzentration auf visuelle Repräsentanzen der Gottheit, seine „Energiekanäle“ mit den ihren in Resonanz bringt („Mantra, Mudra, Yantra“), oder indem man all seine Liebe, einschließlich der (natürlich sublimierten!) sexuellen Aspekte auf die Gottheit richtet („Bhakti“). Später trat der offen sexuelle Aspekt zum Tantra hinzu, den man heute fast ausschließlich mit ihm assoziiert. Aber das zeigt nur, wie sehr Tantra und Bhakti geistesverwandte Strömungen sind. Kurz gesagt geht es um die Mobilisierung der organismischen Orgonenergie – für extragenitale Zwecke.

Das erklärt auch, warum so viele Stücke des Mahavishnu Orchestra einen sexuellen Charakter zu haben scheinen, d.h. es scheint das Anwachsen der Leidenschaft und der schließliche Höhepunkt mit den Mitteln der Musik nachgezeichnet zu werden. Ein Beispiel ist Jan Hammers Stück „No Fear“, das er unmittelbar nach der Auflösung der Gruppe Ende 1973 aufnahm:

https://www.youtube.com/watch?v=9sRkV6TeFFM

Von da kam ich unmittelbar zu Reich, denn zu dieser Zeit führte Michael Naura für das NDR-Radio ein Interview mit Hammer, der zwar angab, daß er und die anderen Gruppenmitglieder (vielleicht mit Ausnahme des kürzlich verstorbenen Bassisten Rick Laird) nie etwas mit John McLaughlins „Hinduismus“ zu tun haben wollten, außer daß sie alle die indische klassische Musik bewunderten – „aber“ er lese gerade Wilhelm Reich…

Der linke Reich: Reich und die Technik

15. November 2021

Was den technologischen Fortschritt angeht, war Reich zeitlebens gespalten. Beispielsweise finden sich Anfang der 1930er Jahre Aussagen, die Lenins Diktum entsprechen, Kommunismus sei Sowjetmacht plus Elektrifizierung: der technologische Fortschritt, etwa das Arbeiten in Fabriken, sei mit einer sexuellen Befreiung einhergegangen. Entsprechend hat also die Technologie dazu beigetragen, den Menschen biophysische zu befreien.

Zehn Jahre später hat Reich dann in der umgeschriebenen und erweiterten Neuauflage der Massenpsychologie des Faschismus natürlich gegenteilige Töne angeschlagen: der Mensch sei durch seinen Kontakt zur Maschine selbst zur Maschine geworden, d.h. biophysisch entartet. Dabei blieb er, wie praktisch jeder seiner Generation, ein Technikfreak: immer das neuste Auto, die modernste Laboreinrichtung. Und dann ist er natürlich auch „Katastrophist“: der Zusammenbruch der technischen Zivilisation im/nach dem Zweiten Weltkrieg sollte die Menschen wachrütteln und verändern. Ohnehin wäre es besser, wenn wir zum einfachen Leben, wie es etwa die Trobriander führen, zurückkehrten.

Man kann schön von einem „indigenen“ Leben träumen, bis man unerträgliche Zahnschmerzen hat, sich das Becken gebrochen hat und die Freundin elendig und mit unvorstellbaren Schmerzen bei der Geburt des gemeinsamen Kindes verreckt, weil kein Kaiserschnitt durchgeführt werden kann und wenn, es einer Schlachtung bei lebendigem Leibe gleichkäme. Ich für meinen Teil bin heilfroh im 21. Jahrhundert leben zu dürfen! (Jedenfalls war ich das bis vor zwei Jahren.)

Und selbst was die Umweltverschmutzung betrifft: früher stanken die Städte unerträglich nach Menschen- und Pferdefäkalien, waren vom ewigen Pferdegetrampel und holprigen Pferdewagen unfaßbar laut, aus den Schornsteinen stiegen Giftschwaden aus nichtraffinierter Kohle und anderen Brennstoffen, die Lebensmittel waren voller Gift (beispielsweise wurde der Wein routinemäßig mit Blei versüßt) und fiese Krankheiten grassierten, die wir vor allem durch die Verbesserung der Hygiene ausgerottet haben. Nicht zuletzt wegen der mangelnden Fluktuation grassierten Erbkrankheiten durch Inzucht. Noch heute stößt man auf Indiostämme mit sechs Fingern an der Hand, etc. Mangelernährung, Klein- und Fehlwuchs waren die Norm.

Mit Reich und Hans Hass sehe ich Technologie einfach nur als ein Werkzeug des Lebendigen mit deren Hilfe der schmale Grat, auf dem das Lebendige wandelt, ausgeweitet werden kann. „Wir waren sogar schon auf dem lebensfeindlichen Mond!“ Auch könnten wir Gefahren abwenden, die die gesamte Biosphäre zerstören, etwa gigantische Meteoriten. Es ist wie mit einem Skalpell: in der Hand eines sadistischen Triebtäters ist es das lebensfeindliche Instrument, während es in der Hand eines guten Chirurgen die Verkörperung der Lebensbejahung schlechthin ist. Übrigens hat schon einmal der technische Fortschritt die Menschheit und den Großteil der anderen Lebewesen gerettet: ohne fossile Brennstoffe (erst Kohle, dann Öl) stände auf dem Planeten buchstäblich kein Baum und kein Strauch mehr! Es wäre alles verfeuert. Keine Übertreibung, ich erinnere nur daran, daß Spanien und England vor den großen Armadas dicht bewaldet waren. Und was das vermeintliche „Treibhausgas“ CO2 betrifft: erdgeschichtlich leidet dieser Planet, also vor allem das Pflanzenreich, unter einem verzweifelten Kohlenstoffmangel. Die Erde benutzt den Menschen, der integraler Bestandteil der Natur ist, um die Erdatmosphäre wieder mit Kohlenstoff anzureichern, damit es auf diesem Planeten weiter Leben geben kann.

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 7. Überlagerungs-Kosmologie. c. C.F. Baker über die kosmische Rotverschiebung (Fortsetzung)

14. November 2021
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ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 7. Überlagerungs-Kosmologie. c. C.F. Baker über die kosmische Rotverschiebung (Fortsetzung)

Der linke Reich: Die Schwarzen haben Amerika aufgebaut, die Türken Deutschland wiederaufgebaut und den Arbeitern sollte das gehören, was sie produziert haben

13. November 2021

Reich ging es stets, wie eine Kapitelüberschrift in Was ist Klassenbewußtsein? lautet, um die „Inbesitznahme des eigenen Besitzes“. In Amerika fragte er sich, warum die Arbeiter nicht selbst die Herrschaft über die Produktionsmittel übernehmen, was über das Aktienrecht durchaus möglich gewesen wäre. Er schrieb das ihrer „Freiheitsunfähigkeit“ zu, ihrer biophysischen Panzerung, die sie zum „Sitzen“ zwingt. Zwanzig Jahre zuvor hatte er dies noch ihrem mangelnden „Bewußtsein“ zugeschrieben, also einer weit einfacher zu handhabenden Störung. Davon abgesehen hat er seine Meinung aber nie grundlegend geändert. So schrieb er 1934:

Es ist klar, daß es keine Führung je geben kann, die alles überblicken und dirigieren könnte, was das gesellschaftliche Leben an zu bewältigenden Problemen und Aufgaben hervorbringt. Das bringt nur die bürgerliche Diktatur zustande, weil sie die Bedürfnisse der Massen nicht in Rechnung stellt, weil sie gerade auf der scheinbaren Bedürfnislosigkeit der Masse und auf deren politischer Stumpfheit ruht. Im heutigen kapitalistischen System ist die Arbeit längst vergesellschaftet, nur die Aneignung der Produkte ist eine private des Unternehmers.
Die soziale Revolution will etwa die Großbetriebe sozialisieren, das heißt, sie der Selbstverwaltung der Arbeiter dieser Betriebe übergeben. Wir wissen wie schwer die Sowjetunion im Anfang und auch heute mit dieser Selbstverwaltung zu ringen hat. Die revolutionäre Arbeit in den Betrieben kann nur erfolgreich sein, wenn sie das Interesse des Arbeiters für den Betrieb weckt, als sachliches Interesse an der Produktion, und an diesem Interesse ansetzt. Der Arbeiter hat aber kein Interesse am Betrieb als solchem, schon gar nicht am Betrieb in seiner heutigen Form. Ihn revolutionäres Interesse am Betrieb schon heute zu gewinnen, muß er diesen sich schon jetzt im Kapitalismus als ihm selbst gehörig zunächst vorstellen. In den Belegschaften muß das Bewußtsein geweckt werden, daß der Betrieb und seine Führung auf Grund ihrer Arbeit ihnen und nur ihnen zusteht; daß dieses Recht, das derzeit der Kapitalist für sich in Anspruch nimmt, mit vielen Pflichten verbunden ist, daß man über Betriebslenkung, Betriebsorganisation etc. Bescheid wissen muß, wenn man sein eigentlicher Herr ist. Es muß klar in der Propaganda zum Ausdruck kommen, daß der eigentliche Herr des Betriebes nicht der gegenwärtige Besitzer des Kapitals und der Produktionsmittel, sondern die Arbeiterschaft ist. Es ist massenpsychologisch ein großer Unterschied, ob wir sagen: „Wir enteignen den Großkapitalisten“, oder ob wir sagen: „Wir nehmen unser Eigentum in unseren rechtmäßigen Besitz“. Im ersten Falle reagiert der durchschnittliche unpolitische oder politisch verbildete Industriearbeiter auf die Enteignungsparole mit einem Schuldgefühl und einer Hemmung, als ob er sich fremden Besitz aneignete. Im zweiten Falle wird er sich seiner, auf Grund seiner Arbeit, gesetzmäßigen Eigentümerschaft bewußt, und die bürgerliche Ideologie von der „Unantastbarkeit des Privateigentums“ an den Produktionsmitteln verliert ihre Gewalt über die Massen. Denn nicht, daß die herrschende Klasse eine derartige Ideologie verbreitet und verteidigt, ist das Problem, sondern daß und weshalb die Masse davon ergriffen wird und sie bejaht.
Sollte es eine revolutionäre Organisation nicht Zustandebringen, der Belegschaft der Betriebe beizubringen, daß sie die rechtmäßige Herrin ist und sich schon jetzt um ihre Aufgaben zu kümmern hat? So wie sich die kleinbürgerlichen Kaufmannsfrauen und die Arbeiterinnen in den Sex-Pol-Gruppen darüber eingehend klar zu werden versuchten, wie man eigentlich die Erziehung der Kinder am besten gestalten, die Hausarbeit am praktischsten einrichten könnte, ob es nicht vorteilhafter sei, in einem Wohnblock eine kollektive Küche einzurichten, so können, werden und müssen die Belegschaften schon jetzt die Vorbereitung für die Übernahme der Betriebe treffen. Sie müssen ganz aus Eignem überlegen, sich schulen, verstehen, was alles notwendig ist und wie es am besten einzurichten wäre. (…) Der realen Übernahme der Macht in den Betrieben durch die Belegschaften muß die ideelle Übernahme der Macht durch konkrete Vorbereitung vorangehen. (…) Dies und nur dies heißt „Weckung des Klassenbewußtseins“. Die revolutionäre Parteiführung hat keine andere Aufgabe und kann keine andere haben, als diesen Vorstufen der revolutionären sozialen Demokratie nach der Machtergreifung zur restlosen Klarheit zu verhelfen, die Vorbereitungen zu lenken, mit dem größeren Wissen nachzuhelfen. Derart in die konkrete Arbeit einbezogen, wird jeder Arbeiter sich als eigentlicher Herr des Betriebs fühlen und den Unternehmer nicht mehr als Lohngeber, sondern als Ausbeuter seiner Arbeitskraft empfinden. (…) Er wird kämpfen für eigene Interessen, mehr, er wird lendenlahmen Führungen den Streik aufzwingen und sie beseitigen, wenn sie versagen. Die revolutionäre Propaganda war im wesentlichen nur eine negative Kritik; sie muß es lernen, außerdem aufbauend, vorbereitend, positiv zu sein. (Was ist Klassenbewußtsein? S. 63f)

Es ist offensichtlich, daß bereits angesichts dieser Aussagen Reichs der später im Rahmen des Konzepts „Arbeitsdemokratie“ geprägter Begriff „Fachbewußtsein“ weitaus passender ist, als der Begriff „Klassenbewußtsein“. Was sich bei Reich vollends grundlegend geändert hatte, ist die Stellung zum „Klassenkampf“.

Die Linke heute, Faschisten der allerübelsten Sorte, versuchen ständig das Ressentiment „der Unterdrückten“ zu wecken, etwa indem sie behaupten, Amerika wären von den Schwarzen und Deutschland von den Türken aufgebaut worden. Bereits Mitte der 1940er Jahre hielt Reich diesem Propagandatopos entgegen:

Nichts bist du, kleiner Mann, gar nichts! Nicht du hast diese Zivilisation erbaut, sondern einige wenige deiner anständigen Herren. Du weißt ja gar nicht, was du baust, wenn du am Baugerüst stehst. Und wenn ich oder sonstwer dir sagte: „Nimm Verantwortung für den Bau“, schimpfst du mich „Verräter am Proletariat“ und rennst hinter dem Vater aller Proletarier her, der solches nicht sagt. (Rede an den kleinen Mann, S. 85)

Reich hat nichts, rein gar nichts mit den „Klassenkämpfern“ seiner Zeit, den damaligen „Befreiern des Proletariats“ zu tun, da das ganze auf Lüge und kitschiger, moralistischer Propaganda beruhte.

Anfang der 1930er Jahre beurteilte Reich das politische Geschehen nach der Fragestellung, ob der jeweilige Vorgang in „Richtung der reaktionären oder der revolutionären Entwicklung“ weist und was dabei „in den verschiedenen Schichten der Masse (vorgeht)“:

Was in ihr ist für und was ist gegen uns? Wie erlebt die breite unpolitische oder verbildete Masse die politischen Ereignisse? Wie erlebt und empfindet die Masse die revolutionäre Bewegung?
Jedes Ereignis ist widerspruchsvoll, enthält Elemente für und gegen die Revolution; Voraussehen ist nur möglich: a) durch Erfassung der Widersprüche, b) durch Aufstellung der möglichen Varianten der Entwicklung, (z.B. reaktionäre und revolutionäre Elemente im Faschismus).
Der gesellschaftliche Prozeß enthält gleichzeitig vorwärtsdrängende und zurückhaltende oder rückwärtsdrängende Kräfte; revolutionäre Arbeit ist das Erfassen beider und das Vorwärtstreiben der revolutionären Tendenzen (z.B. Hitlerjugend: sexuelle Freiheit ist vorwärts, Autoritätsgläubigkeit rückwärtsdrängende Kraft). (Was ist Klassenbewußtsein? S. 66)

Es ist offensichtlich, daß diese Fragen weitaus besser und fruchtbringender in einem vollständig anderen Bezugsrahmen als der Marxistischen „Klassenanalyse“ beantwortet werden können, nämlich in dem Dreischichten-Modell der menschlichen Charakterstruktur, wie Reich es ein Jahrzehnt nach Was ist Klassenbewußtsein? in der Neufassung von Die Massenpsychologie des Faschismus vorstellen sollte.

David Holbrook, M.D.: EINE ZAUBERFORMEL: RATSCHLAG FÜR EINEN SEHR ÄNGSTLICHEN PATIENTEN

12. November 2021

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Eine Zauberformel: Ratschlag für einen sehr ängstlichen Patienten

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 7. Überlagerungs-Kosmologie. c. C.F. Baker über die kosmische Rotverschiebung

11. November 2021
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ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 7. Überlagerungs-Kosmologie. c. C.F. Baker über die kosmische Rotverschiebung