Posts Tagged ‘Sexualunterdrückung’

Der linke Reich: Die mittlere Schicht und die Mittelschicht

18. November 2021

Ich habe dieses Thema in folgendem Video bereits angeschnitten:

Reich war ohne jede Frage ein Feind der Mittelschicht, weil hier Ökonomie und Sexualökonomie besonders unheilvoll miteinander verzahnt sind. Sie macht das Rückgrat des Patriarchats aus und ist der „Ort“ von Sexualunterdrückung und Faschismus (Nach oben buckeln, nach unten treten). Die entsprechende Analyse ist der Kernbestand des „Freudo-Marxismus“. Siehe dazu ein typisches Produkt der „68er“, das Buch Die deklassierte Klasse (Studien zur Geschichte und Ideologie des Kleinbürgertums von Annette Leppert-Fögen, Fischer TB, 1974). Marx, Freud, Reich geben sich hier die Stichworte!

Die prinzipiell negative Haltung Reichs war bis in die Orgonomie hinein wirkmächtig. Insbesondere der Kaufmann und Händler steht (ähnlich dem Politiker und anderen „Funktionsträgern“) dem direkten Kontakt zwischen Produzenten und Konsumenten im Wege. Sie blockieren den freien Fluß der Energie. In diesem Sinne kann man die Mittelschicht mit der Panzerung, der biophysischen „mittleren Schicht“ und dem Charakter gleichsetzen. Ich verweise auf das obige Video und auf folgende Aussage von Jerome Eden:

Aus seiner gepanzerten Struktur heraus produziert ARM [der gepanzerte Mensch, armored man] die Zwillingsbrüder seiner Versklavung – den „Mittelsmann“ und den Politiker. Wie die mittlere Schicht seiner gepanzerten Struktur besteuert der Mittelsmann die Energie, die Früchte bioenergetischer Arbeit, weil ARM nicht fähig ist, für seine eigene Produktivität, für den Verkauf und die Verteilung seiner selbst erzeugten Güter die Verantwortung zu übernehmen. Der Politiker repräsentiert ARMs oberflächliche Fassade. Beide sind wesentlich für die Fortdauer der gepanzerten Gesellschaft. Sie können in einer arbeitsdemokratischen Gesellschaft nicht geduldet werden. (The Value of Values, Careywood, Idaho: Jerome Eden, 1980)

Das Problem des ganzen ist natürlich, daß sich das alles auf die autoritäre Gesellschaft bezieht. In der anti-autoritären Gesellschaft fällt die Panzerung weitgehend weg und die daraus resultierende Angst wird mittels Kontaktlosigkeit kompensiert. Die Menschen werden derartig verpeilt, daß sie buchstäblich „nicht mehr wissen, ob sie Weiblein oder Männlein sind“! Funktionell exakt dasselbe findet sich in der gesellschaftlichen Struktur. Früher konnte man sich blindlings auf den Handwerker verlassen, heute kommt man angesichts des unglaublichen Pfusches aus dem Fluchen nicht mehr raus. Früher konnte man mit dem Kreditberater seiner Bank noch sprechen und gemeinsam Chancen und Risiken abwägen und darauf vertrauen, daß die Interessen beider Seiten (die letztendlich dieselben sind!) harmonieren, weil die Verkörperung von Tradition, Erfahrung, Menschenkenntnis und Integrität vor einem saß. Heute grinst einen eine hohle Maske an, die irgendwelche Module abarbeitet und sich stets bei ihren Vorgesetzten absichern muß, der abstrakten Vorgaben und unrealistischen Computerprogrammen folgt. Resultat ist, daß der gesellschaftliche Wohlstand für haltlose Projekte verpulvert wird, während zukunftsträchtige Unternehmungen im Anfangsstadium ihrer Existenz verdorren.

Und so in allem: die Menschen sind hohl und die Gesellschaft ist hohl. Das ist wortwörtlich zu nehmen! Gespräche erschöpfen sich auf Versatzstücke aus den Massenmedien und hohle Phrasen. Da, wo man sich noch vor wenigen Jahren Rat darüber einholen konnte, was man eigentlich macht, wenn seltsamerweise der elektrische Rasierer „stumpf“ geworden ist, findet sich heute eine Spielhalle oder ein Laden für Computerspiele oder – Leerstand. Die sexuelle Freiheit mündete in einer Jugend, die dazu angehalten wird ihre Sexualität „einzuordnen“, so wie man Gewaltdarstellungen und Fake News „einordnen“ soll. Es geht nicht mehr um körperliche Ladung und Entladung, sondern um kognitive Verarbeitung!

Um Reichs Rede an den Kleinen Mann zu paraphrasieren: sie haben weder Selbstbewußtsein (ein Gefühl von Eigenheit) oder „Arbeitsbewußtsein“ (Reich), d.h. das Gefühl durch den objektiven Arbeitsprozeß vereint zu sein, noch haben sie ein Gefühl für ihre ureigensten Bedürfnisse. Die alte Mittelschicht mit ihrem Stolz, dem Geist der alten Gilden und ihrer Lebenskunst, wurde durch Menschen ersetzt, die voller Begeisterung ihrer Sklavenexistenz nach dem „Great Reset“ entgegenschauen.

Das Aufkommen des Psychopathen (Teil 12)

11. Mai 2021

von Dr. med. Dr. phil. Barbara G. Koopman

Der Mittelklasse-Übergangstyp: Genese und soziales Umfeld

Unter Berücksichtigung der obigen Formulierungen des Ghetto-Triebhaften sind wir nun in der Lage, einige Übergangstypen unter unseren zeitgenössischen städtischen Hochschülern näher zu betrachten. Betrachten wir zunächst die Genese.

Diese Jugendlichen kommen oft von Eltern, die in der Wirtschaftskrise aufgewachsen sind und in einem Klima der mehr oder weniger sexuellen Unterdrückung erzogen wurden. Solche Eltern begeistern sich oft für extreme sexuelle Freizügigkeit. Sie sind stark hin- und hergerissen zwischen ihren intellektuellen Überzeugungen sexuell bejahender Natur und den automatischen sexualnegativen Einstellungen, die zur Struktur und verinnerlicht wurden. Intensive Schuldgefühle und Ressentiments (normalerweise verdeckt) sind gegen ihre eigenen Eltern gerichtet. Je neurotischer sie sind, desto kontaktloser sind sie. Bei dem Versuch, „moderne“ Ideen auf ihre Kindererziehung anzuwenden, tun sie Dinge rein mechanisch, ohne den richtigen Gefühlston oder das „Bauchgefühl“, das ein offenerer Mensch haben würde. Eine Frau aus meinem Bekanntenkreis wusste zum Beispiel aus der Lektüre, dass sie sich nicht in die Selbstbefriedigung ihres 4-jährigen Sohnes einmischen sollte. Eines Tages hatte das Kind eine Erektion und zeigte sie stolz seiner Mutter, um zu verkünden: „Schau, Mami, mein Pipimann ist so groß!“ Die Frau, die klug genug war, ihren unwillkürlichen Widerstand verstummen zu lassen, erstarrte dennoch. Das Kind kontrahierte sofort. Hätte sie warmherzig gesagt: „Oh, ist das nicht schön, Schatz!“, und wäre dann ihrer Arbeit weiter nachgegangen, hätte sich das Kind wohl gefühlt. Das andere Extrem und mit noch größerer Kontaktlosigkeit ist die Mutter, die der Bitte ihres kleinen Sohnes nachkam, ihn zu masturbieren, als er sich ihr stolz zeigte. Nach den Prinzipien der Selbstregulierung hätte diese Mutter auf eine freundliche, entspannte Art sagen können: „Das ist sehr nett, Schatz, aber Mami ist zu groß, um so mit dir zu spielen. Kinder und Erwachsene spielen nicht so, aber es ist sehr schön und Mami hat dich sehr lieb.“

Es sind normalerweise die Exzesse wie die des zweiten Beispiels, die den größten Schaden anrichten und zu einer triebhaften Struktur führen. Die hypersexuelle Stimulation spielt hier eine große Rolle. Im Laufe meiner Praxis habe ich Anamnesen von schockierend kontaktlosen Kindererziehungspraktiken erhalten, die im Namen der Selbstregulierung durchgeführt wurden. Dazu gehören die folgenden: Kinder, die ins elterliche Bett mitgenommen wurden, während die Eltern Geschlechtsverkehr hatten; eine Mutter, die ihre Kinder schon sehr früh masturbierte und sie dann in ein Sexualleben drängte, anstatt der Natur ihren Lauf zu lassen; ein Vater, hochgebildet und intelligent, der trotz wiederholter Ermahnungen eines Arztes, es zu unterlassen, sexuell mit seiner vorpubertären Tochter spielte. Dies sind natürlich die Extreme.

[Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 7 (1973), Nr. 1, S. 40-58.
Übersetzt von Robert Hase]

Die Zerstörung der autoritären Familie

22. September 2019

Dr. Charles Konia über die eine Ursache des gesellschaftlichen Zerfalls:

Die Zerstörung der autoritären Familie

Besprechung von Andreas Peglau: RECHTSRUCK IM 21. JAHRHUNDERT (Teil 2)

14. August 2017

Im zweiten Teil des Buches wird auf etwa 70 Seiten Reichs Faschismusanalyse von 1933 auf das Jahr 2017 übertragen. Peglaus Analyse ist durchweg nachvollziehbar. Kunststück, denn Reichs Analyse ist noch genauso stichhaltig, wie sie es 1933 war. Auf die Türkei Erdogans kann man sie 1:1 ohne jeden Abstrich übertragen. Peglau macht das für Deutschland und muß deshalb den Kontrast voll aufdrehen, so daß das Bild merkwürdig irreal wird, geradezu „psychedelisch“. Beispielsweise kommt man bei dem Thema „Sexualunterdrückung“ heutzutage nicht sehr weit und muß wirklich alle denkbaren entsprechenden Überbleibsel der autoritären Gesellschaft herbeizitieren. Beispielsweise die Kirche als sexualfeindliche Institution anzuführen, ist geradezu abenteuerlich. Jugendliche und Kinder haben heute mit ganz anderen sexualfeindlichen Instanzen zu kämpfen, etwa die Medien, die ein vollständig unrealistisches Körperbild vermitteln, allgegenwärtige Pornographie und abwegigste Fehlinformationen in Sachen Sexualität, die mit einem „wissenschaftlichen“ Anspruch daherkommen. Kinder- und Jugendpsychotherapeuten werden zurzeit von Patienten geradezu überrannt, die Probleme mit ihrer „Geschlechtsidentität“ haben. „Erfüllende Sexualität und Partnerschaft“ (S. 116) werden heute insbesondere durch den Feminismus gefährdet. Wie viele junge Mädchen verwandeln sich von einem Tag auf den anderen von hoffnungsvollen, rehäugigen zukünftigen Müttern, in häßliche, haßzerfressene, keifende Furien mit grüngefärbten Haaren und ausschließlich zwei „Argumenten“ („Rassist“ und „Sexist“)?

Reich lebte 1931 und 32 in der „Sexhauptstadt der Welt“, Christopher Turner beschreibt das lang und breit in seinen Adventures in the Orgasmatron, doch in Reichs Massenpsychologie des Faschimus findet sich so gut wie nichts über diese Subkultur, – weil sie zur damaligen Zeit massenpsychologisch vollkommen irrelevant war. Heute gibt es zweifellos all das, was Peglau an „rechten Umtrieben“ beschreibt, doch die sind in der antiautoritären Gesellschaft genauso irrelevant, wie es zu Reichs Zeiten Magnus Hirschfelds Transgender-Freaks waren!

Unglaublicherweise bringt Peglau sogar das englische Rotherham vor (S. 73), um die anhaltende Sexualunterdrückung im Westen zu illustrieren. Über viele Jahre wurden dort 1400 ausschließlich indigene Kinder von ausschließlich „asiatischen Männern“ (Pakistani und andere Moslems) sexuell mißbraucht und zur Prostitution gezwungen. Peglau erwähnt das mit keinem Wort, – daß die Täter Moslems waren, daß sie jahrelang unbehelligt agieren konnten, weil die zuständigen Stellen nicht als „rassistisch“ dastehen wollten und daß das ganze überhaupt nur durch den antiautoritären gesellschaftlichen Zerfall der indigenen weißen Gesellschaft möglich war. Stattdessen fragt Peglau, warum die Arbeiterklasse angesichts der „zunehmenden Immigration“ (Fremdwörter sollen immer die Tatsachen verschleiern! „Immigration“!) zur „chauvinistischen Ausgrenzung“ statt zur „Solidarisierung“ schreitet! (S. 60). Er erwähnt Gewaltdelikte in öffentlichen Verkehrsmitteln, Gewalt von Fußballfans und Anschläge auf sogenannte „Asylantenunterkünfte“ (S. 86). Kein Wort über Moslems, die Dorffeste mittlerweile unmöglich machen, die Fußballspiele, etwa mit türkischen Mannschaften, zu einer buchstäblich lebensgefährlichen Angelegenheit machen und die eine Asylunterkunft nach der anderen kleinschlagen bzw. abfackeln. Kein Wunder, daß im ganzen Buch nirgends der Name „DeMeo“ fällt! Die Ausbreitung der Gewaltkultur „Saharasias“ auf Mitteleuropa!

Ja, Faschismus ist „nach oben buckeln und nach unten treten“ (siehe S. 94), aber angesichts der „Asylkrise“ wirkt dieses Bild, jedenfalls die Weise, wie es von Peglau benutzt wird, absurd. Sind Arbeiter „faschistisch“, wenn sie sich gegen lumpenproletarische Streikbrecher wenden, die ihnen von den Unternehmern vor die Nase gesetzt werden? Wer ist denn hier autoritätshörig: jene, die 2015 wie blöde an den Bahnhöfen standen, um die Zerstörer des deutschen Sozialsystems enthusiastisch in Empfang zu nehmen, oder die, die gegen die durchgeknallte Politik einer durchgeknallten Führerin protestieren und dabei ihre bürgerliche Existenz aufs Spiel setzen?! Wer ist denn hier der Rassist: Ich, wenn ich mich tierisch über die Neger gelinde gesagt „aufrege“, die in St. Pauli den ganzen Tag über dem Fischmarkt am Pinnasberg und in der Hafenstraße rumlungern, um Drogen zu verticken. Oder ist nicht vielmehr der ein Rassist, der diese Krämer des Todes akzeptiert und sogar romantisiert, aus dem einzigen Grund, weil sie Neger sind?!

Rechtsruck ist eine derartige Verzeichnung der Realität… Reichs Leistung war es bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen früh erkannt und praktisch als einziger „massenpsychologisch“ erfaßt zu haben. Und hier kommt Peglau mit einem massenpsychologisch praktisch komplett blinden Buch.

Ein Totalverriß von Peglaus Buch entspricht nicht meiner Intention. Nicht nur, weil, wie erläutert, am ersten Teil des Buches nichts auszusetzten ist, ganz im Gegenteil, sondern auch, weil angesichts des bevorstehenden Zusammenbruchs des Finanz-, Wirtschafts- und Sozialsystems Deutschlands, für den allein schon die EU und der Euro (Peglaus so heißgeliebte „offenen Grenzen“!) sorgen werden, „1933“ schon bald wieder aktuell sein wird. Jederzeit kann die antiautoritäre Gesellschaft (Pseudo-Expansion) in eine extrem autoritäre Gesellschaft (spastische Kontraktion) umschlagen. Nur eine (leider vollkommen ausgeschlossene) „Machtübernahme“ von „AfD und Pegida“ könnten uns noch vor dieser Katastrophe bewahren. Aber das wäre natürlich nur eine kurzfristige Lösung, denn die bioenergetische Dynamik, die die antiautoritäre Gesellhaft freigesetzt hat, ist nicht mehr aufzuhalten, eine Rückkehr in die angeblich „gute alte Zeit“ ist nicht möglich. Es gibt nur einen langfristigen Weg: erstens (!) die Bekämpfung der Emotionellen Pest und zweitens (!) die Fortführung des Projekts Kinder der Zukunft. Alles, was dazu zu sagen ist, hat Charles Konia in The Emotional Plague gesagt.