
W:ilhelm Reich, Physiker: 1. Biophilosophie, c. Antifunktionalismus: Der Geist in der Maschine
Die gegenwärtige Gesellschaft ist, jedenfalls in der Sphäre „unserer Demokratie“, zu fast 100% charakterstrukturell liberal mit einem zunehmenden Abdriften hin zum Pseudoliberalen (rotfaschistischen Extrem). Man betrachte nur den täglich hysterischer werdenden „Kampf gegen Rääächts“ und die immer absurder und grotesker werdende Linkssprechung zur „Generalprävention“, die nur noch als Roter Terror bezeichnet werden kann. Das ist so, weil der Liberale mit seiner Schuld (d.h. in der Muskulatur gefangenen Wut) nicht umgehen kann. Früher bot sich Gott selbst in Gestalt seines „eingeborenen Sohnes“ als Sündenbock an, der stellvertretend alle Schuld auf sich lud. Mit der Säkularisierung und „Liberalisierung“ fiel dieser Trost weg und der heutige Mensch wird von seinen Schuldgefühlen innerlich aufgefressen. An die Stelle von Jesus Christus als „Container, in dem die Schuld entsorgt wird“, tritt die Selbstkasteiung durch nur als psychotisch zu bezeichnende masochistische Asyl- und Klimapolitik und – Adolf Hitler. Alles denkbare und undenkbare Böse in der Welt wird ihm zugeschrieben und seine, offenbar unmittelbar bevorstehende, Machtergreifung wird mit immer größeren und grelleren Lettern an die Wand geschrieben. Der „Kampf gegen Rääächts“ ist nichts anderes als ein rasant inflationierendes „Ent-Schuld-ungsprogramm“!
Entsprechend muß diese Serie von Blogeinträgen, die ganz im Gegenteil das in ewiger Schuld ertrinkende Deutschland als OPFER darstellt, eine alle Maße sprengende Provokation des Zeitgeistes darstellen. Da dieser vollkommen psychotisch ist, hier für die ganz vernagelten rotgrünen Dummbratzen: Der NACHRICHTENBRIEF hat weit weit weit weniger als null Sympathie für den Nationalsozialismus, der in jedweder Beziehung das diametrale Gegenteil der Orgonomie darstellt. Ist alles selbstverständlich, aber ich entblöde mich nicht, das hier für die ganz Blöööden an zwei Namen festzumachen: Heinrich von Kogerer und Johanna Haarer.
Der Wiener Psychiater Dr.med. Heinrich von Kogerer war zehn Jahre älter als Reich und starb ein Jahr nach Reich. Wie Reich und zeitgleich mit ihm arbeitete er unter Julius Wagner-Jauregg an der Wiener Psychiatrisch-Neurologischen Universitätsklinik. Ab 1922 war er Leiter des dortigen psychotherapeutischen Ambulatoriums und damit automatisch der Gegenspieler des von Reich dominierten psychoanalytischen Ambulatoriums, das zeitgleich gegründet wurde.
Im Zuge des Anschlusses von Österreich arbeitete [von Kogerer] noch ab März 1938 in dem von Matthias Heinrich Göring geleiteten Deutschen Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie mit und wurde im gleichen Jahr zudem mit der Leitung eines psychoanalytischen Arbeitskreises in Wien beauftragt. Kogerer, der 1934 ein Werk zur Psychotherapie für Studierende und Ärzte verfaßt hatte, stellte 1938 fest, daß „[…] nunmehr endlich das ausgesprochen werden kann, was dem Kundigen längst bekannt war: nämlich, daß die Psychoanalyse Freuds spezifisch jüdische Psychologie ist und nur teilweise Geltung hat“.
C.G. Jung läßt grüßen! – Mit solchen „Kollegen“ hatte es Reich zu tun! 1935 wurde in Reichs Zeitschrift für Politische Psychologie und Sexualökonomie (Bd. 2, Heft 3) Kogerers erwähntes Buch Psychotherapie, Ein Lehrbuch für Studierende und Ärzte wie folgt kurz abgehandelt:
Das Buch behandelt die Geschichte der Psychotherapie, die Ursachen der psychischen Störungen allgemein und die einzelnen Krankheitsbilder im besonderen. Es wird den modernen Problemen der Psychotherapie in keiner Weise gerecht, weil es ein Sammelsurium von Methoden, Anschauungen und Arbeitsweisen in naiver, hoffnungsloser Weise zu vereinigen sucht.
Wie in Görings Institut, dem sich Kogerer später, wie erwähnt, anschloß, ging es um das, was man heute als „methodenübergreifende integrative Therapie“ bezeichnet. Alles wird mit allem vermanscht, die unterschiedlichsten psychotherapeutische Ansätze gemixt und mit diesem üblen Gebräu dann Patienten malträtiert. Daß sich dabei insbesondere kuriose „Wilhelm Reich Gesellschaften“ mit unterschiedlichen „neo-Reichianischen Methoden“ hervortun – drauf geschissen!
Die Lungenfachärztin Johanna Haarer (1900–1988) prägte die Erziehung, insbesondere die Säuglingspflege im Nationalsozialismus. Sie starb als noch immer bekennende Nationalsozialistin. Ihr bekanntestes Werk Die Mutter und ihr erstes Kind erschien in immer neuen Auflagen bis – 1987!
Im betreffenden Wikipedia-Beitrag heißt es, daß bis Kriegsende fast 700 000 Exemplare verkauft wurden. Der Inhalt wurde auch bei den offiziellen „Reichsmütterschulungen“, an denen bis April 1943 drei Millionen Frauen teilgenommen hatten, verbreitet. „Auch in Kindergärten und Heimen war Haarers Ratgeber Grundlage der Erziehung.“ Das Kind sollte rein unpersönlich mechanisch gepflegt werden ohne jedwede Zuneigung zu zeigen, um das Kind nicht zu „verweichlichen“. Man solle das Kind „ausschreien“ lassen, um es abzuhärten und seine Lungen zu kräftigen.
Sigrid Chamberlain faßte das Buch Haarers wie folgt zusammen:
Das Kind soll tags wie nachts in einem stillen Raum für sich sein. Die Trennung von Familie und Kind beginnt gleich nach der Geburt: Sobald der Säugling gewaschen, gewickelt und angezogen ist, soll er für 24 Stunden allein bleiben. Erst danach soll er der Mutter zum Stillen gebracht werden. Von der ersten Minute des Lebens an wurde also alles getan, um die Beziehungsunfähigkeit zu fördern. Alles war verboten, was Beziehung förderte. Denn das Hauptziel bestand darin, die Beziehung zwischen der Mutter oder den Eltern und dem Kind gar nicht erst entstehen zu lassen. Diesem Zweck dienen auch Haarers Forderungen, keine Zeit gemeinsam zu verbringen außer beim Füttern, Windelwechseln, Anziehen, Baden. Dafür aber waren genaue Zeitspannen vorgegeben. Das Füttern mit der Flasche sollte keinesfalls länger dauern als zehn Minuten, das Stillen nicht länger als zwanzig Minuten. Wenn das Kind „bummelt“ oder „trödelt“, soll das Füttern oder Stillen abgebrochen werden. Essen gibt es erst wieder bei der nächsten planmäßigen Mahlzeit. Hat das Kind bis dahin Hunger, geschieht es ihm erstens recht und zweitens lernt es dann, daß es sich beim nächsten Mal mehr beeilen muß.
Weiter heißt es in dem Wikipedia-Beitrag:
Erwachsene, so Haarer, hätten sich „ruhig über die Fehler und Schwächen der Kinder lustig machen und sie verspotten dürfen“, ergänzt Chamberlain und erwähnt Zeitzeugen, die berichteten, wie sie beschämt und bloßgestellt wurden, nicht nur von den Eltern, sondern auch von Erzieherinnen. Zu den Folgen einer solchen Erziehung gehören unter vielem Anderen die Schwierigkeit, „liebevoll, einfühlsam und warmherzig“ mit den eigenen Kindern umzugehen, aber beispielsweise auch, die eigene „Wohnung schön und gemütlich einzurichten“, so Chamberlain. Hinzu komme eine große Sehnsucht nach Anerkennung und Zugehörigkeit.
Noch lange nach dem Krieg wurden viele Kinder von ihrer Mutter nie in den Arm genommen. Körperlichkeit beschränkte sich auf die Reinlichkeitserziehung, ansonsten war für Haarer „Hautberührung […] unerwünscht“.
Es wird darauf verwiesen, daß der Rat Haarers an die Mütter, „die Bedürfnisse ihrer Babys gezielt zu ignorieren“ auf die nachfolgenden Generationen wirke – die Emotionelle Pest pflanzt sich fort:
„Wenn eine ganze Generation systematisch dazu erzogen worden ist, keine Bindungen zu anderen aufzubauen, wie kann sie es dann ihren Kindern oder Enkelkindern beibringen?“ Kinder, „die verführbar sind, nicht denken und nicht fühlen“, seien, so der Bindungsforscher Karl Heinz Brisch, „praktisch für eine Kriegernation“.
Dieses millionenfache Seelenmassaker war der Wesenskern des Nationalsozialismus: Emotionelle Pest in ihrer reinsten, widerwärtigsten Form.
Vor dem Hintergrund meiner ständigen unterschiedlichen Interessen seit meinem 13. Lebensjahr, als ich Alfred Adler las, indischen Okkultismus studierte (was mich überhaupt erst zur Orgonomie brachte), meiner Liebe zu Chestertons „Pater Brown“, meiner Faszination für Kulte und Sekten (wie Scientology) und meinem tiefen Interesse an gruseligen und abwegigen Ideen (insbesondere „Besessenheit durch Dämonen“) versuche ich heute ab und an so „un-orgonomisch“ wie möglich zu argumentieren. Warum das? Weil ich, frei nach meinem „zweiten Guru“ Hans Hass, überzeugt bin, daß man nur durch Verfremdung aus der alltäglichen Hypnose heraustritt und das Wesentliche wahrnimmt. Bei Hass ging es beispielsweise darum, Menschenmengen genauso zu betrachten, wie er als Zoologe und Meeresforscher Korallenbänke beobachtete. Dazu filmte er das Geschehen in einer Stadt von oben, so daß Menschen zu Ameisen schrumpften, und er betrachtete diesen Film im Zeitraffer, um das Entscheidende, die Bewegungsmuster, energetische Vorgänge, zu akzentuieren.
Es geht darum, orgonotische Prozesse und Zusammenhänge vollkommen neu und „unorgonomisch“ anzuschauen. So als wäre man ein Außerirdischer, der gerade erst auf dem Planeten „Orgonomia“ gelandet ist. Ungefähr so, wie Reich in einem anderen Zusammenhang seine Bionexperimente angegangen ist. Worauf läuft die Orgonomie, spezifischer die Orgontherapie, in „nicht-orgonomischen“ Begriffen hinaus? Was kein Psychiater tut, ist, sich die bizarrsten psychotischen Äußerungen seiner Patienten wirklich anzuhören. Für die Psychiater ist das alles auf eine zerrüttete Hirnchemie oder eine zerstörte Hirnstruktur zurückzuführen und somit in seiner vermeintlichen Sinnlosigkeit bloßes Symptom, das bedeutungslos in der Luft hängt. Reich hingegen hat versucht, das psychotische Gebrabbel in Bezug auf die Panzerstruktur und aus dem bioenergetischen Kern stammende aber verzerrte Funktionen, die vom Schizophrenen fehlinterpretiert werden, zu entschlüsseln. Doch was ist, wenn die Patienten (und etwa animistische Naturvölker) recht haben und echte Stimmen zu ihnen sprechen? Dann wäre der einzige Weg zur Heilung, diese als das zu behandeln, was sie sind, und sie als das anzusprechen, was sie sind, also als Dämonen, die einen widerrechtlich besetzen: „Ihr habt überhaupt nichts mit mir zu tun. Laßt mich in Ruhe!“
Zu dieser abwegigen Vorstellung wurde ich von dem Psychologen Jerry Marzinsky angeregt. Ihm zufolge stellt sich das Problem bei Homo normalis etwas anders dar, als bei Geisteskranken oder etwa Drogenabhängigen, d.h. ist das beim Normalmenschen mit den Dämonen nicht wörtlich zu nehmen. Er ist nicht von Dämonen besessen, sondern von der Gesellschaft. Es ist so, als hätte die Gesellschaft dir schon in jungen Jahren beigebracht, daß du nicht du selbst bist, sondern ein Narr, ein Widerling, ein Stinker, unbeholfen und ein Versager. Damals und seitdem warst du dumm genug, dich mit dieser widerlichen Person, die DIR angedichtet wurde, zu identifizieren; dieser falschen Identität, die dir eingetrichtert wurde. Alles, was du zur Heilung tun mußt, ist, diese Version von „dir“ als fremd und als eine Art „Dämon“ („Introjekt“ im Freud’schen Sinne) zu identifizieren, der absolut nichts mit DIR zu tun hat.
Und wieder: es geht darum, aus der „alltäglichen Hypnose“ herauszutreten, d.h. der okularen Panzerung ein Schnippchen zu schlagen. Nichts anderes sind nämlich die „Dämonen“, die dir irgendeinen destruktiven, selbstzerstörerischen Scheiß einflüstern, und dir weismachen, du seist die groteske Gestalt, die du mit dir selbst verwechselst!
Stellen wir dazu zwei Fragen: Was ist Therapie? Die Sequestration von DOR (die sekundäre Schicht) durch OR (der bioenergetische Kern und die soziale Fassade, soweit sie sich mit Kernfunktionen identifiziert). Wer ist die Person „ich“? Offensichtlich sind wir Funktionen der sozialen Fassade. Das Bewußtsein selbst ist eine SOZIALE Funktion. Ohne andere Personen um einen herum hat man kein Innenleben, kein Ego, kein Bewußtsein, kein nichts, außer einer Kasper-Hauser-artigen autistischen Leere. Ohne ein Du kein „ich“! Wenn dieses „ich“ mit dem Selbst (dem bioenergetischen Kern) harmoniert, ist alles gut. Wird uns hingegen ein fremdes „ich“ aufgedrängt, sind Neurose, Depression, inneres Elend die Folge.
Je stärker die Augenpanzerung wird, insbesondere auch durch Drogen, d.h. je mehr die Welt an Perspektive verliert und alles „näherrückt“, desto mehr verlagert sich das Außen ins Innere. Man hört Stimmen und „Gesichte“ verfolgen einen. Die sekundäre Schicht, die den Gepanzerten beherrscht, gewinnt ein Eigenleben und die besagten Dämonen kommen zum Vorschein. Das ist der Bereich von Gender und Trans, Multiplen Persönlichkeiten, psychotischen Spinnereien und anderen „Tänzen der Teufel“.
Wie Sartre sagte, „sind die anderen die Hölle“ – entweder, indem sie dir ein falsches, vom bioenergetischen Kern getrenntes „ich“ anhefteten („Sozialisation“) oder indem sie dich in Gestalt von „Dämonen“ bevölkern. Man könnte auch sagen, daß der Himmel darin besteht, sein authentisches Selbst unter den anderen authentischen Selbsten zu sein, sich zu behaupten und man selbst zu sein: der „Verein“ im Sinne Max Stirners. Gesundheit und Arbeitsdemokratie sind also ein und dieselbe Sache. Psychiater und Psychotherapeut zu sein, kann so erfüllend sein, weil man tagein, tagaus nichts anderes tut, als zu versuchen, die Hölle in den Himmel zu verwandeln. Aber auch normales alltägliches Interagieren kann ähnlich sein, wenn du dein authentisches Wesen zum Ausdruck bringst und dadurch andere dazu ermutigst, das gleiche zu tun: ein „Einziger“ (Stirner) zwischen anderen „Einzigen“. Gemeinsam sind wir alle damit beschäftigt, die Dämonen, die uns ent-eignen, zu vertreiben, was bedeutet, daß jeder versucht, die sekundäre Schicht zwischen Kern und Fassade in die Zange zu nehmen und das Ungeziefer auszumerzen.
Und was hat das nun mit Orgonomie zu tun? Es hat bis heute drei entscheidende Schritte in der Entwicklung der Orgonomie gegeben. Anfang der 1920er Jahre hat Reich den Begriff des „Charakters“ in die Psychoanalyse eingeführt und sie zur Charakteranalyse weiterentwickelt. Er hat sich dabei ausdrücklich auf Alfred Adler berufen. Macht ihn das zu einem Adlerianer, der die Libidotheorie verdrängt hat? Eine abwegige Frage, aber trotzdem unterstreicht es, den zutiefst sozialen Grundzug der Orgonomie: ohne Du (das Adlersche „Gemeinschaftsgefühl“) kein ich!
Anfang der 1950er Jahre hat Reich im Anschluß an das ORANUR-Experiment das DOR entdeckt und mit der mittleren, sekundären Charakterschicht gleichgesetzt. Das kulminierte in dem Aufsatz über das Wiederauftauchen des einst von ihm widerlegten Konzepts des „Todestriebes“ als DOR („Re-emergence of Freud’s ‚Death Instinct‘ as ‚DOR‘ Energy“), der 1956 zum 100sten Todestag Freuds in Elsworth F. Bakers Zeitschrift Orgonomic Medicine erschienen ist. Macht Reich das doch noch zu einem Freudianer? Absurd! Reich unterstreicht, daß der „Todestrieb“ kein „Trieb“ sei, sondern eine physikalische Realität, das DOR. Aber was ist, wenn es „den Teufel“ doch gibt?
Ende der 1990er Jahr hat Charles Konia das Konzept der „koexistierenden Wirkung“ im Anschluß an beispielsweise Albert Einsteins EPR-Paradoxon als eigenständige orgonotische Funktion neben der relativen Bewegung (Kreiselwelle und Pulsation) eingeführt. Macht ihn das zum Jungianer („Synchronizität“), der die aufklärerische Rationalität der Wissenschaft hinter sich läßt? Ebenfalls Absurd! Es öffnet „jedoch“ die Möglichkeit im DOR der sekundären Schicht jene quasi zu eigenen Entitäten gewordenen „Charakterzüge“ auszumachen, die es zu eliminieren gilt oder, wie Reich es im genannten Aufsatz nannte, zu „sequestrieren“. Es ist als würde sich der „Todestrieb“ personifizieren. „Personen“, die es auszutreiben gilt. Man lese dazu das Kapitel „Die Kinder der Finsternis“ aus Die kosmische Revolution.
„Jetzt ist Nasselstein endgültig durchgedreht!“ Es geht darum, die Welt vorurteilslos, d.h. „unorgonomisch“ zu betrachten. Man lese die Evangelien, die praktisch von nichts anderem handeln, als dem, was katholische Exorzisten bis zum heutigen Tag tun. Diese einfach mal zu Wort kommen lassen, insbesondere aber Jerry Marzinsky. Jeder Konsument der nicht-halluzinogene euphorisierende Droge Crystal Meth sieht „Schattenwesen“, – die mehr zu sein scheinen als bloße Halluzinationen. Millionen Menschen können davon aus eigener Anschauung berichten!
Mit Alex Jones, der mich auf diese Idee brachte, habe ich den Verdacht, daß die Priester der Azteken, die mit Hilfe aller möglichen Drogen mit derartigen „Wesenheiten“ Kontakt aufnahmen, von diesen dazu getrieben wurden, noch zuckende Herzen aus dem Brustkorb von Kriegsgefangenen zu reißen und einen regelrechten Menschenopferkult zu betreiben. Heute würden die globalistischen Eliten diesen Energieparasiten dienen, indem sie die Menschheit zerstören.
Zunächst verweise ich auf den Aufsatz Alfred Schuler und die kosmische Bläue von Martin Schwarz und auf meinen eigenen Artikel über den „blauen Faschismus“.
Alfred Schuler war ein Prophet der völkischen Bewegung – und verkörperte deren ganze Widersprüchlichkeit. Beispielsweise waren die „Völkischen“ die Verkörperung der autoritären Gesellschaft („Patriarchat“) – vertraten aber teilweise genauso extrem „anti-autoritäre“ Gedanken. Für Schuler war
das republikanische Rom (…) ein steriles, lebensfeindliches Gemeinwesen (…), in dem die Männer die Frauen, die eigentlich schöpferischen Geister der Stadt, tyrannisiert hätten. Dem stellte Schuler als leuchtendes Gegenbild das Rom der späten Kaiserzeit gegenüber, dessen opulente sexuelle Dekadenz er der modernen Welt zu Nachahmung empfahl. (David Clay Large: Hitlers München, München 2001, S. 60)
Man denke auch an das widersprüchliche Verhältnis der Kreise, aus der der Nationalsozialismus erwachsen ist, und des Nationalsozialismus selbst zur Homosexualität.
Wie Ludwig Klages vertrat Schuler die Idee der „Blutleuchte“, „hinter dem sich das Dogma vom Blut als geheiligter Substanz der menschlichen Kreativität verbarg, als Träger einer aus der fernen mutterrechtlichen Vergangenheit herübergeretteten Energie“ (Large, S. 60). Insbesondere die Juden würden wegen ihrer „Blutschwäche“ auf die „zersetzende Rationalität“ setzen. Ganz offen forderte Schuler dazu auf, „den Juden“, für Schuler Verkörperung des kindermordenden Patriarchats, auszurotten. Schuler: „Morde den Vater, eh‘ daß er dein Kind, deine Seele, frißt, und entfessle die Urknäuel, das hundertspeichige Feuerrad.“ Large erklärt das wie folgt:
Das „Knäuel“, von dem Schuler sprach, war das Hakenkreuz, ein uraltes, beinahe allgegenwärtiges Symbol, das für so unterschiedliche Dinge stehen konnte wie das Sonnenrad, die Verbindung zwischen Vater-Gott und Mutter-Erde oder auch die Vereinigung zweier Menschen im Koitus. Die Swastika war ein passendes Emblem für Schuler, weil sie, wie der Psychoanalytiker Wilhelm Reich in seiner Massenpsychologie des Faschismus bemerkt, auf die Psyche einen Reiz ausübt, der sich als um so mächtiger erweist, je unbefriedigter eine Person ist und je mehr sie sich in unerfülltem Sexualbegehren verzehrt. Schuler konnte in einen ekstatischen Erregungszustand verfallen, wenn er nur ein Hakenkreuzmuster auf einem Aschenbecher erblickte. „Swastika! Swastika!“ stammelte er dann mit weitaufgerissenen Augen. (ebd., S. 61)
Der Nationalsozialismus lebt fort, aber nicht dort, wo man ihn allgemeinhin vermutet, d.h. bei dem lächerlich versprengten Haufen, an dem sich Antifanten abarbeiten und aufgeilen, sondern bei den heutigen „Kosmikern“. Er findet sich in Esoterikläden, bei den „Suchenden“, „Tantrikern“ und nicht zuletzt bei so manchen „Reichianern“, die Reich mit C.G. Jung oder Rudolf Steiner verwechseln, und deren ganzes seelenvolles Geschwurmel genauso pathologisch ist wie die kosmische Hysterie Schulers.
Immanuel Velikovsky hat in seinem Buch über Das kollektive Vergessen (Frankfurt 1987) dargelegt, daß die Menschheit aufgrund von wiederholten, Jahrtausende zurückliegenden Traumen, die auf kosmische Katastrophen zurückgehen, neurotisch geworden sei. Die traumatischen Ereignisse wurden verdrängt, kehren jedoch verzerrt an die Oberfläche des menschlichen Bewußtseins zurück, um auf diese Weise die Menschheit immer wieder heimzusuchen.
Auch Reich spricht von einem neurotisierenden urzeitlichen Trauma. Ein Trauma, das den Einbruch der sexuellen Zwangsmoral, bzw. den Beginn der Panzerung markiert. Wir wollen dabei von Reichs Spekulationen über die Rolle des Bewußtseins absehen und uns stattdessen auf das DOR, die Ausdehnung der Wüsten und die damit verbundene Ausbreitung der „Emotionalen Wüste“ beziehen, die wir hier vorerst ohne weitere Belege apodiktisch mit einem dramatischen Anfang des UFO-Angriffs vor etwa 6000 Jahren gleichsetzen. Entgegen mancher optimistischer Berichte, über das Ergrünen der Sahara, nimmt weltweit die Ver-Wüstung ungebrochen zu.
Betrachten wir Velikovskys „kollektives Vergessen“ aus orgonomischer Sicht, können wir den genauen Mechanismus angeben, durch den sich das Trauma im Menschen festsetzte und autonom („unbewußt“) fortwirkte. Es ist die aktuelle Panzerstruktur, die die historische Ursache der Panzerung eingefroren hat, so daß diese Ursache noch in der Gegenwart wirken kann. Des weiteren kann man mit der Panzerung erklären, wie sich das Trauma über Generationen hinweg fortpflanzte, bzw. wie es fortwirken konnte. Die individuelle Panzerungsstruktur wird direkt über plasmatische, extragenetische Vererbung und indirekt über das Erziehungsverhalten weitergegeben, wobei dies Verhalten natürlich unmittelbar von der Panzerung bestimmt wird. Auf diese Weise pflanzt sich die Panzerung als Fremdkörper parasitär im Lebendigen fort, wie ein Virus („Emotionelle Pest“). Erziehungspersonen, die die Panzerung hervorrufen, werden als Über-Ich inkorporiert („schlechtes Gewissen“).
Das Über-Ich ist die psychische Entsprechung der Panzerung. Wo einst die Eltern von außen sagten, was wir zu tun und zu lassen hatten, dirigiert uns nun an ihrer Stelle der Fremdkörper Über-Ich von innen. Vermittelt über die Eltern wirkt ein Ur-Über-Ich, das wir „Gott“ nennen (es entspricht Freuds „Urvater“). Natürlich kann sich der Sinngehalt der Panzerung über die Jahrtausende nur erhalten, wenn auch die gepanzerte Kultur und Religion mit ihren Regeln und Göttern (= Über-Ich) getreu weitervermittelt werden. Bei dem hier vorausgesetzten „kosmischen UFO-Trauma“ kommt noch die über die Jahrtausende ununterbrochene UFO-Präsenz hinzu, die die Menschheitsneurose frischgehalten hat.
So mancher „UFO-Entlarver“ sieht den Sinn seiner „Aufklärungsarbeit“ darin, seine Mitmenschen von unnötigen Ängsten zu befreien. Weder ein rachsüchtiger, bitterböser Gott, noch ein „UFO-Angriff auf die Erde“ bedrohten den Menschen, sondern einzig seine Gutgläubigkeit. Die Orgonomie lehrt uns jedoch, daß man nur dasjenige sich vorstellen kann, nur dasjenige denken, nur dasjenige glauben kann, was irgendeine Wirklichkeit hat. Selbst die wildeste psychotische Wahnvorstellung entspricht einer Realität, die nur verzerrt wahrgenommen wird, während Homo normalis meist gar nichts wahrnimmt, was jenseits seiner Verdauung und seinen billigen Vergnügungen liegt. Nur in Ausnahmezuständen, in Träumen und während einer „Massenpsychose“ bricht manchmal ein Teil der Realität hervor, den wir ansonsten sorgfältig verdrängt haben. Damit will gesagt sein, daß man nur Ängste in uns hervorrufen kann, die irgendeine objektive Grundlage haben. Wenn es also z.B. Orson Welles gelang, mit seinem Hörspiel Der Krieg der Welten über die Invasion der Marsmenschen eine ganze Stadt in Panik zu versetzen, dann konnte er das nur, weil „die Angst schon in der Luft lag“. Die Panik trat in den USA 1971 bei der Wiederholung von Orson Welles‘ Hörspiel wieder auf. Die nämliche Panik ereignete sich zum 50. Jahrestag Ende Oktober 1988 bei der Ausstrahlung einer modernisierten Fassung des Hörspiels in der nordportugiesischen Stadt Braga.
Etwas „ist in der Luft“. Und man kann nicht einfach behaupten, dieses Etwas sei nur ein Produkt der Medien, ein „reines Medienereignis“. Denn auch die Medien existieren nicht losgelöst von der Realität, genausowenig wie die Regierungen einfach „über“ dem Volk, quasi losgelöst von der Realität regieren. Dies ist wieder so eine Verrücktheit der Aufklärung, die nicht wahrhaben will, daß man „die Massen“ nicht von einer Herrschaft befreien kann, die „die Massen“ Tag für Tag selbst errichten. Warum sonst würden sich denn auch nach jeder sogenannten „Revolution“ die alten Machtverhältnisse neu formieren? Die Aufklärer wollen dem Kleinen Mann weißmachen, er werde unterdrückt, ausgebeutet und hinters Licht geführt – und wundern sich dann, warum diese „Aufklärung“ keine Früchte tragen will. Weil, wie Reich uns gelehrt hat, der Sachverhalt geradezu umgekehrt ist! Der Kleine Mann, und sonst niemand, trägt die alleinige Verantwortung. Er regiert das Land, er bestimmt die Medien. Er und niemand sonst ist die „herrschende Klasse“, die „die Ideologie der Gesellschaft bestimmt“.
Die Medien können keineswegs etwas ins Volk tragen, was nicht schon längst im Volk drin ist, entsprechend sind auch die UFOs kein „reines Medienereignis“.
Velikovsky ist ein „Katastrophist“, der den Motor der gesamten Evolution einschließlich der menschlichen Geschichte in plötzlichen katastrophischen Veränderungen der Lebensumstände sieht. Velikovskys Leistung war es, solche Katastrophen nicht etwa in der fernen Vergangenheit des Untergangs der Saurier gesucht zu haben, auch nicht in der Vorgeschichte des Menschen, sondern in geschichtlicher Zeit. Velikovsky selbst benutzt den Begriff des mythischen „Goldenen Zeitalters“, das vor der Epoche der Katastrophen gelegen habe. Hier soll nun gezeigt werden, daß diese Katastrophen keine „natürlichen“ Ursachen hatten, wie Velikovsky glaubt, sondern von außen in unser Sonnensystem getragen worden sind. Gemeint ist hier natürlich das Eindringen von UFOs in unser Sonnensystem.
Velikovsky selbst erwähnt UFOs nur einmal nebenher und indirekt bei der Besprechung von C.G. Jungs Buch Ein moderner Mythus, wobei „die Dinge, die am Himmel gesehen werden“, erratische Planeten und Fliegende Untertassen, jene Verbindung eingehen, die hier gemeint ist (Das kollektive Vergessen, S. 158f).
In seinen Werken hat Velikovsky nachzuweisen versucht, daß vor wenigen Jahrtausenden die Planeten ihre Bahnen wiederholt geändert haben und dabei „wider die Erde stritten“, d.h. auf der Erdoberfläche Katastrophen kosmischen Ausmaßes auslösten. Zum Beispiel ist im biblischen Buch der Richter vom Kampf der Sterne am Himmelszelt die Rede: „Die Sterne selber nahmen teil am Kampf (zwischen Israeliten und Kanaanitern) von ihren Himmelsbahnen aus“ (Ri 5,20). Alles nur Mythologie! Mit diesem Argument haben sich jahrzehntelang sogenannte „Fachleute“ über die Behauptungen Velikovskys lustig gemacht, denn die Stabilität des Sonnensystems sei hundertprozentig „erwiesen“. Aber seit der Vollendung der Mechanik im letzten Jahrhundert sprach alles, wirklich alles gegen ein stabiles Sonnensystem, so daß man eher nach einer Ursache für die Stabilität hätte suchen sollen! Doch selbst in „wissenschaftlichen“ Kreisen kommt infolge der Chaostheorie nun endlich die Physik zum tragen, so daß z.B. in Bild der Wissenschaft vom August 1990 folgendes über „Planeten im Chaos“ zu lesen war:
Es ist (…) gar nicht so sicher, daß die Planeten auf ewig in ihren Bahnen bleiben, auch nicht, daß sie von Anfang an so liefen wie heute. Der unsichere Ausblick in die Zukunft macht den Astronomen jedoch weniger Kopfzerbrechen als die Diskrepanz im Rückblick, denn nach der Chaos-Theorie hätte die Erde kaum so lange Bestand haben können, wie es sie wirklich gibt. So sind wir vielleicht nur ein seltener Glücksfall, ein Ausnahmezustand der Natur.
Rein mechanistisch spricht alles für ein chaotisches Verhalten des Sonnensystems, während die Entwicklung des Lebens auf der Erde Beweis für Stabilität ist. Der fehlende Ordnungsfaktor im Sonnensystem, der diese Lücke ausfüllt, sind natürlich nichts anderes als die Orgonenergie-Ströme, die die Planeten tragen (siehe Reichs Die kosmische Überlagerung). Diese Ordnung wurde in den letzten Jahrtausenden wiederholt gestört.
Ein einzelner Planet ist für jede Zivilisation, die überleben will, ein denkbar unsicherer Standort. Nicht nur, daß die betreffende Zivilisation droht, an ihren eigenen Abfallprodukten, d.h. an der Umweltverschmutzung zu ersticken und wegen begrenzten Raumes und begrenzter Ressourcen an territorialen Konflikten zu zerbrechen, sondern insbesondere kosmische Katastrophen, wie Kollisionen mit anderen Himmelskörpern oder Supernovas benachbarter Sterne, werden jede Zivilisation früher oder später vernichten. Velikovsky hat gezeigt, daß die Menschheit aufgrund derartiger Ereignisse schon mehrmals am Rande der Auslöschung stand. Deshalb ist es für jede fortgeschrittene Zivilisation ein zwangsläufiger natürlicher Entwicklungsschritt ins Weltall aufzubrechen. Unsere Galaxie sollte folglich von interplanetaren, bzw. intersolaren Zivilisationen nur so wimmeln!
Das UFO-Phänomen ist der definitive Beleg für diese These. Es wäre ein großes Problem, wenn es die UFOs nicht gäbe, denn schon mit unserer heutigen Technologie könnten wir mittels „Generationenschiffen“ die gesamte Galaxie innerhalb von wenigen Millionen Jahren kolonisieren. Diese Überlegungen sind auch das Ende für die sinnlose Frage nach einem Grund für das Auftauchen von UFOs in unserem Luftraum. Warum tauchen am Himmel Vögel auf? Er ist ihr Lebensraum! Genauso verhält es sich mit den Raumschiffen der Außerirdischen. Sie sind hier, weil sie hier sind! Dabei fliegen sie mit Sicherheit nicht jedesmal in ihr (vielleicht gar nicht mehr vorhandenes) Sonnensystem, um hier kurz in unserer Atmosphäre aufzutauchen. Vielmehr werden sie langsam mit ihren Mutterschiffen zwischen den Sonnensystemen driften (was voraussetzt, daß bei ihnen die Zeit ein ganz anderer Faktor ist als bei uns), um dann in neuen Sonnensystemen jeweils permanente Raumstationen zu errichten.
Früher oder später werden die Außerirdischen die „Nahrungsquelle“ Erde erschöpft haben und unser Planet wird aufhören zu existieren, wenn wir uns nicht endlich gegen die „UFO-Infektion“ zur Wehr setzen. Es gibt Anzeichen dafür, daß schon zwei Planeten unseres Sonnensystems und zwar erst vor ganz wenigen Tausend Jahren dieses Schicksal ereilte. So kann man jedenfalls die neusten Entdeckungen auf der Venus und auf dem Mars interpretieren, die beide offensichtlich einst von Lebewesen bevölkert waren.
Des Autors Beschreibung des ORANUR-Experiments ist die mit Abstand beste, die ich je gelesen habe. Daß Reich schon vorher auf den ORANUR-Effekt gestoßen war, als er feststellte, daß das Radium in den Leuchtziffern seiner Armbanduhr dank der starke Orgon-Strahlung, der sie über Jahre ausgesetzt war, über 10mal stärker strahlte als eine fabrikneue Uhr (S. 52), hatte ich bisher immer überlesen oder ich habe es vergessen. Leider (oder zum Glück?) ignorierte Reich diesen Warnhinweis.
Einschränkend muß ich sagen, daß der Autor das ganze aus Freudianischer Sicht sieht, d.h. Reichs Verhalten im Sinne von „Fehlverhalten“ (etwa das erwähnte Ignorieren der Armbanduhr) und sogar der „Allmacht des Gedankens“. Es war dieses Restgefühl der eigenen Allmacht, das ORANUR in Reich störte, und seine Malerei stellte, so der Autor, sozusagen eine Wiederherstellung dieses Machtgefühls dar (S. 58). Im Anschluß schafft es der Autor wieder C.G. Jungs „Mandalas“ einzubringen und mit den „Fliegenden Untertassen“ zu verknüpfen, da Reich als Ergebnis des ORANUR-Experiments zu malen angefangen hat…
Ganz generell habe ich zwei Probleme mit diesem dichten und interessanten, gut und fast fehlerfrei geschriebenen Buch:
1. die Mythologisierung bzw. „Archetypisierung“ Reichs, ähnlich wie Nietzsche mythologisiert und dergestalt jeder ernsthaften Auseinandersetzung mit ihm beraubt wurde;
2. Reich wird eingemeindet in den westlichen Kulturkanon neben Freud, Jung und andere.
Eine Dämonisierung („sexbesessen“) und Verächtlichmachung („geisteskrank“) entsprach weit mehr Reichs wirklicher Bedeutung, denn in Bezug auf diese Zivilisation war er tatsächlich „der Widersacher“ und der „Ver-Rückte“. Die ständigen Verweise auf Freud, Jung, Ferenczi und andere, vor allem aber auf Literatur und Kinematographie, zeigen, wo die Reich-Rezeption mit diesem Buch angekommen ist: während Freud die Psychoanalyse in der Psychologie und „der Kultur“ verankern wollte, war es bei Reich ganz im Gegenteil in der Medizin und „im Labor“. Dieses Fortschritts wird Reich auf geradezu subversive Weise beraubt!
Alles endet im üblichen folgenlosen psychologistischen Kultur-Blablabla, dem Reich ausdrücklich ein Ende setzen wollte. Beispielsweise stellte, wie Bernd A. Laska dargelegt hat, Ferenczi1908 auf dem ersten psychoanalytischen Kongreß fest, daß die Introjektion von „unappellierbaren Prinzipien“, also der Identifikation mit den strafenden Eltern, zu einer inneren irrationalen Verhaltenssteuerung führe, d.h. zu dem, was Freud später als „Über-Ich“ bezeichnen sollte. Es ist typisch für Vertreter der „Kultur“, wie unser Autor einer ist, stattdessen mit dem Jahr 1909 anzufangen, als Ferenczi, auf Druck Freuds hin, solche revolutionären Gedanken bereits verdrängt hatte und sich allgemein über „Introjektion und Übertragung“ ergeht, insbesondere geht es um die „Übertragungszwang“ mit seinem Hunger nach Objekten und der Identifikation mit ihnen. Daraus macht der Autor dieses Buches auf S. 90-94 ein Psychoanalysieren über Reichs Identifikation mit der cineastischen UFO-Folklore der 1950er Jahre. „Die Fähigkeit zur Introjektion war bei Reich gut ausgeprägt, wie wir sehen werden“ (S. 92). Typisches Anti-LSR – der ultimative Verrat an Reich!
Wie naiv und abgestumpft muß man sein, wenn man ausführt: „Ein anderer Analytiker [d.h. C.G. Jung], der zum UFO-Forscher wurde, hätte es so erklärt: ‚Das Wort „Projektion“ paßt eigentlich schlecht, denn es ist nichts aus der Seele hinausgeworfen worden, sondern vielmehr ist die Psyche durch eine Reihe von Introjektionsakten zu der Komplexität geworden, als die wir sie heute kennen‘“ (S. 99). Das beschreibt den Panzerungsprozeß – der von dem unseligen Jung als „Heilung“ hingestellt wird!
Und was „fehlerfrei“ betrifft: auf S. 86 reiht sich Unsinn an Unsinn, die dritte orgonomische Konferenz, die im August 1955 stattfand und auf der Reich seine letzte Ehefrau Aurora Karrer kennenlernte, handelte natürlich nicht vom Cloudbuster und der Space Gun, wie der Autor im Rausch seiner Assoziationskette behauptet, sondern es ging um den Medical DOR Buster. Und Reich nannte sich in Washington, D.C. nicht „Walter Roner“, weil das angeblich wie das rückwärts gelesene „ORANUR“ klingt und der Vorname „jemand, der Macht ausübt“ bedeutet (sic!), sondern weil er dieses Pseudonym bereits zu seiner Sexpol-Zeit benutzt hatte. – Das sind zwei Beispiele dafür, wie der, wenn man so will, „mythologisierende Blick“ des Autors seine Kontaktfähigkeit untergräbt, als hätten wir es bei diesem mit einem Wiedergänger C.G. Jungs zu tun.
Das ganze ist ein schönes Beispiel für das, was Karl Kraus, mit dem Spruch brandmarkte, daß die Psychoanalyse die Geisteskrankheit sei, für deren Therapie sie sich hält: das Ausweichen vor dem Wesentlichen, dem Reich mit der Orgasmustheorie, der Charakteranalyse, der Massenpsychologie, der politischen Psychologie und nicht zuletzt seiner sexualökonomischen Lebensforschung einen Riegel vorschieben wollte. Sein Namensvetter James Reich schiebt den Riegel wieder zurück.
Das Buch gehört zum Genre „Leben als Literatur“, d.h. der kulturelle Einfluß auf Reich, z.B. D.H. Lawrence, und der Einfluß Reichs, z.B. auf Tuli Kupferberg, vor allem geht es aber darum, wie Reich das ORANUR-Experiment und die juristische Auseinandersetzung mit der FDA mit Hilfe insbesondere des Kinos verarbeitet hat.
Der Inhalt des Buches wird am besten vom Autor selbst zusammengefaßt:
Der dritte und letzte Abschnitt von Reichs Karriere war der Bogen, der 1950 begann, als er seine Experimente mit Orgonenergie zur Immunisierung gegen die Auswirkungen der Strahlenkrankheit, zur Wetterkontrolle mit dem ikonischen Cloudbuster-Gerät und dann zu Interventionen gegen UFOs mit dem Cloudbuster, der jetzt als Weltraumkanone umgestaltet wurde, nutzte. Herbert Marcuse nannte dies „die wilden und phantastischen Hobbys von Reichs späteren Jahren“. Das vorliegende Buch widerspricht dieser Herablassung. In diesem Buch geht es unter anderem darum, wie ein sinnvolles Leben konstruiert wird, und ich vertraue darauf, daß der Leser versteht, daß es sich weder um eine Hetzschrift noch um eine Hagiographie handelt, sondern um eine Interpretation von Reich in den fünfziger Jahren, die weder eine Diagnose stellt noch Wilhelm Reichs letzte sieben Jahre als eine bloße Reihe psychotischer Symptome abtut. (S. 27)
Es ist schade, daß der Autor Elsworth F. Bakers My Eleven Years with Wilhelm Reich, Lois Wyvells Orgone and You, Jim Martins Wilhelm Reich and the Cold War sowie Edens Bücher nicht zu Rate zog. Von Lois Wyvell, Reichs Sekretärin und zeitweiligen Geliebten, hätte er beispielsweise gelernt:
Aus einer Laune heraus spielte ich einmal mit dem Gedanken, daß Reich der Sohn von Cecilia und einem Astronauten aus einer anderen Welt sein könnte, und neckte ihn mit dieser Idee, die er als eine meiner dümmeren Einfälle abtat. Später, Jahre später, als er sich der menschlichen Rasse noch mehr entfremdet fühlte und viel mehr unter den Menschen gelitten hatte, wollte er sich offenbar ganz von ihr trennen, und er spielte dann mit dem Gedanken, daß er tatsächlich der Sohn eines Menschen aus einer besseren Welt sein könnte. Ich bezweifle, daß er diese Idee jemals sehr ernst genommen hat, aber es mag ihn getröstet haben, als sich die ganze Welt gegen ihn zu wenden schien, sich einzubilden, daß es irgendwo im Universum Männer und Frauen wie ihn gibt. (Lois Wyvell: Orgone and You III – An Extraordinary Ordinary Man, Offshoots of Orgonomy 3:3-14, 1981)
Übrigens findet sich auf S. 31f des Buches die perfekte Illustration zu meinem gestrigen Blogeintrag über den total durchgeknallten C.G. Jung: dieser hat eine Krise, als sich herausstellt, daß „Fliegende Untertassen“ offenbar keine bloße Projektion des menschlichen Unterbewußtseins sind, das „Mandalas“ an den Himmel projiziert; und schließlich kommt er infolge eines Traums zu der Überlegung, wir, die Menschen, könnten umgekehrt die Projektion der UFOs sein…
„Wer nach außen schaut, träumt; wer nach innen schaut, wacht auf.“ – C.G. Jung
Das ist die größte Lüge und die größte Wahrheit in einem Satz! Das übliche Geschwafel „weiser“ Männer!
Er ist eine Lüge, weil er die okulare Panzerung und die verkehrte Welt des Schizophrenen und Mystikers nicht nur beschreibt, sondern gutheißt. In der Außenwelt sieht der okular Gepanzerte keine räumliche Perspektive und keine geordnete Abfolge (Zeit), sondern das traumhafte Mäandern des funktionellen Bereichs „koexistierende Wirkung“. Daher all die Verschwörungstheorien, die Verbindungen und Kausalitäten sehen, wo es objektiv keine gibt. Auf der anderen Seite wird sein Innenleben immer trostloser und leerer. Das zeigt sich letztendlich in den Negativsymptomen der Schizophrenen und dem Ausbrennen von Mystikern, vor allem aber anhand des erschreckend profanen Innenlebens von religiösen Menschen, bei denen alles fein geordnet ist und alles seinen Platz in Schubladen hat.
Andererseits beschreibt Jungs Satz die Wahrheit, denn wenn wir um uns blicken, schauen wir auf die Matrix aus Lüge, Manipulation, Propaganda. Von Anfang an wurden der Charakter (die Panzerung) im allgemeinen und das Über-Ich (die psychologische Seite der Panzerung) im besonderen dem ungepanzerten Kind von außen aufgeprägt. Wir haben Unsinn inkorporiert und leben in einer unsinnigen Welt. Erst wenn wir es wagen, uns unseres wirklich eigenen unverfälschten Selbst bewußt zu werden (Kontakt aufzunehmen), wachen wir auf, d.h. die Panzerung wird fremd und lästig – und damit auch die Umwelt, die wir in Gestalt der Panzerung in uns aufgenommen haben.
Das Problem der „Reichianer“ ist, daß sie die Lüge und die Wahrheit miteinander vermengen. Deshalb sind tantrischer Buddhismus, der durch und durch schwule Sufismus, C.G. Jung und all dieser ultrareaktionäre Quark bei diesen Leuten so beliebt. „Turn on, tune in, drop out“ kommt der Wahrheit nahe und ist gleichzeitig die größtmögliche Lüge. DAS ist die Funktionsweise der Emotionellen Pest.