Posts Tagged ‘Hypnose’

Psychotherapie und Arbeitsdemokratie

25. Oktober 2018

Das Konzept „Arbeitsdemokratie“ kann man nicht jemanden „vorlegen“, man muß es sich mit ihm und anderen gemeinsam erschließen – erarbeiten! Die „Glossar-Einträge“ Reichs zum Thema sind eine erste Orientierung, um überhaupt ins Gespräch kommen zu können, doch das Wesen der Arbeitsdemokratie erschließt sich erst – durch Arbeitsdemokratie. Es ist wie in der Psychotherapie: Am Anfang arbeitete Freud autoritär mit Hypnose und Suggestion, schließlich Deutungen, doch angefangen mit der Verwissenschaftlichung der Therapie, zu der Reich im übrigen die entscheidenden Impulse gab, entwickelte sich die moderne Psychotherapie zu einem Arbeitsbündnis, in dem gemeinsam etwas erarbeitet wird unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Funktionen und des unterschiedlichen Informations- und Wissenstandes der beiden Partner. Aus dieser Warte kann man auch die Arbeitsdemokratie verstehen.

Auf die Frage, was die Orgonomie angesichts ihrer auch politischen Ursprünge („Sexpol“) jenseits der individuellen Psychotherapie tun könne, hatte Reich, Myron Sharaf zufolge, folgendes zu sagen:

Seine eigene Antwort war die zunehmende Betonung der organischen, langsamen individuellen und gesellschaftlichen Entwicklung. Menschen, die wissen, was sie tun, sollten ruhig arbeiten und ein Beispiel geben, so daß lebenspositive Konzepte und Techniken sich langsam organisch ausbreiten und andere beeinflussen. Dieses Prinzip wurde in der Pädagogik, Psychiatrie, Soziologie und später in seiner biologischen und physikalischen Arbeit angewandt. Sein Punkt war: laßt die Arbeit selbst und die Verbindung zwischen den Arbeitenden die Entwicklung bestimmen. Laßt uns die übliche Agitation in ihrer üblichen politischen, ideologischen Form beseitigen. (Sharaf, M.R.: „Wilhelm Reich and the Bio-social Revolution, Part II“, Energy and Character, Vol. 3, No. 2, Sept. 1972, S. 57-62)

Breger: Freud. Darkness in the Midst of Vision (2000)

24. August 2016

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Breger: Freud. Darkness in the Midst of Vision (2000)
 

 

O. schrieb 2012: Mal abgesehen davon, dass Louis Breger keiner kennt – zumindest meine Wenigkeit hat nie zuvor von ihm gehört – sollte er seine Ansichten von Sexualität nicht für „reif“ oder „normal“ halten, damit fängt eine Kritik wohl schon mal an. Zweitens wovon man offensichtlich keine Ahnung zu haben scheint, sollte man schweigen.
Es ist erbärmlich, was für schräge Ansichten über Sexualität vorherrschen und wie stark die Sexualunterdrückung noch funktioniert – neben der pornographischen „Revolution“.
Welche Absurdität noch über den „Ödipuskomplex“ zu referieren ohne ein Wort ums Wesentliche zu verlieren: Die (zwangs-) moralische Sozialkontrolle über Partnerwahlen und die Vorstellung vom Glück in der Einehe-Beziehung, die lediglich der Geldakkumumulation und dem Anhäufen von Gütern dient und unter dem Mantel der „Liebe“ verdeckt wird, um diese zu ersticken bis Krebs das Ergebnis sein wird.
Im Ödipuskomplex steckt nicht die Liebe des Jungen zur Mutter, sondern die homosexuelle Neigung eines Freud, der wohl die Mutter als Nebenschauplatz brauchte, wo es doch immer um die Anerkennung um den Vater ging. Hier kann man viel deuten, wenn die eigene Fantasie dazu ausreicht. Man wird aber am allerwenigsten von der Liebe des Jungen (Ödipus) zu seiner Mutter (unbewußt) kommen, vielmehr zum inzestiösen Wunsch des Vaters nach seiner Tochter, wo wahre Vatergefühle durch Sexualverdrängung zu perversen Gelüsten führt. (vgl. Sigmund und Anna Freud miteinander turtelnd.)
Die Ursache ist klar: Die Partnerwahl zur Frau ist nicht mehr befriedigend und war wohl die falsche Wahl, zumindest für einen späteren Zeitpunkt, doch man verbleibt aus sozialen Gründen bei ihr bis das der Tod sie scheide. Und die Frau, die davon zehrt, dass der „Alte“ bei ihr bleibt, als Strafe für seine Wünsche zu anderen, will dass ihr Mann die Zeit mit ihr verbüßen muss und gibt dafür auch noch die Tochter her.
Eine ödipale Bindung entsteht wohl eher zwischen Tochter und Vater, wobei es nicht von der Tochter zunächst ausgeht.

Robert: Ferenczi hat ja schon zu Lebzeiten Freuds die Mutterbedeutung hervorgehoben und später dann Spitz und Winnecott die Mutter-Kind-Bindung. Also es gab immer Korrekturversuche an Freuds Vaterbild, wo der Vater typisch patriarchalisch eine übergroße Bedeutung hat, während heutzutage im Zeitalter des Staatsfeminismus (z.B. finanzierte die CIA die feministische Zeitschrift ‚Ms‘) der Vater und Mann eine marginale, ausgebeutete und versklavte Rolle zugewiesen bekommt.

Dolphin: Für mich gehörte der „Ödipuskomplex“ immer schon zu den abstruseren Fantasiegeburten.
Nie habe ich auch nur entfernt irgendetwas in dieser Art bei mir (oder Bekannten) feststellen müssen.
Ich lese mit großer Zustimmung „Freud war wirklich ein emotional zutiefst gestörter Mann mit den teilweise denkbar abstrusesten Vorstellungen!“.
Gab es aber davor nicht Zustimmung zu einem „libidinöse(n) Grunddrama des Ödipuskomplexes“?
Für überzeugende Aufklärung (ich meine vor allem bzgl. Ödipuskomplex …) bin ich durchaus offen.
Ich wundere mich sehr, wie solche abstrusen Lehren eines zutiefst gestörten Mannes eine solche Aufnahme und Wirkung entfalten konnten/können.
Vergleichbar mit z.B. Lehre und Wirken von Karl Marx.
Auch hier würde ich mich über Aufklärung sehr freuen.

O.: Nun ein Therapeut würde vielleicht fragen „Was hat das mit Ihnen zu tun, dass Sie den Ödipuskomplex, sprich die Liebe zur Mutter und den Hass auf den störenden Vater leugnen müssen?“
Und wenn man sich schon darum Gedanken machen muss, kommt man vielleicht auf sinnvolle Beziehungsmuster und Themen. Das Thema Liebe zum Beispiel oder meine Beziehung zur Mutter und schließlich die zum Vater,das sind alle zentrale und wichtige Themen, die in der Regel emotional besetzt sind.
Würde man umgekehrt an Freud die Frage richten, was keiner wagte aufgrund seiner Authorität, so würde man vielleicht hinterfragen wollen: „Herr Freud, was verdeckt der Ödipuskomplex, die Sohn-Mutter-Analyse? Wie sieht es mit ihrer Liebe zur eigenen Tochter aus? Würden Sie hieraus auch eine Tochterliebe zum Vater machen?“ Freud: „Unbedingt!“ müsste Freud kontern. Ist nicht die Fixierung der Tochter auf den Vater eine der Grundvoraussetzung für die spätere Partnerwahl?
Kinder weden psychisch an ihre Eltern gebunden, erzogen und geprägt. Und dies geschieht libidonös. Reich erklärte das bestens in der „Charakteranaylse“ (Reich 1933, 1945).
_______________________
Die Frage ist wie wörtlich will man den Ödipuskomplex als Motor der Psychodynamik eines Erwachsenen nehmen, dem etwas in der Kindheit unterstellt wird, was im Erwachsenen Schuldgefühle machen soll? Klienten mit unauflösbaren Schuldgefühlen bleiebn länger in Therapie und zahlen besser, sie bleiben abhängige Kinder vom „Vater“, dem Therapeuten.
Die Übertragung leitet sich hieraus ab, sie wird so eingeleitet. Dies erspürt der Therapeut in der Gegenübertragung. Eine Therapeutin wird mehr die Mutterrolle übernehmen.
Die Frage hinter dem Ödipus ist, was ist mit den eigenen Triebwünschen (kindliche Sexualität) geworden, wer hat sie versagt? In der Regel der gleichgeschlechtliche Elternteil – das ist die drohende Kastration des Kindes (psychisch gesehen) und kann bei jedem von uns angenommen werden, weil keiner (außer Reich :)) in der Kindheit seine Sexualität früh ausleben durfte. Stattdessen haben wir unsere Dispositionen zu zwanghaften, hysterischen, masochistischen oder narzisstischen Eigenschaften unseres Charakters (Persönlichkeit) entwickelt.
Unsere Liebe zur Mutter bleibt uns verborgen, so wie in der Mythologie Ödipus nicht wusste, dass er seine Mutter liebte und später seinen Vater töten wird.
Ich hoffe mal ein paar Gedanken hierzu ausgelöst zu haben, warum das was Freud sagte nicht völlig Unsinn ist, wenn es einem natürlich auch irgendwie so scheint. Ich stelle mir aber oft auch dieselbe Frage.

Dolphin: Vielen Dank für die Gedanken!
„die Liebe zur Mutter und den Hass auf den störenden Vater“: Das sind Begriffe/Gedanken/Gefühle der Erwachsenenwelt, die Welt des Kleinkindes ist eine andere (natürlich auch irgendwie erotisch=vom Orgon erfüllt).
Und überhaupt klingt das nach einem furchtbar „primitiven“ und armseligen Gefühlsleben, wenn jemand in solchen Begriffen fühlt (Hass, störend).
Die Liebe des Kindes oder von mir aus auch des Knabens zur Mutter ist eine andere als die spätere Liebe zur Frau.
Es scheint mir unbestreitbar, dass sich die „echte“ Sexualität erst später entwickelt, eben mit der Geschlechtsreife.
Schade, dass Meister Peter sich nicht äußert, meine Frage „wie solche abstrusen Lehren eines zutiefst gestörten Mannes eine solche Aufnahme und Wirkung entfalten konnten/können“ und nach Parallelen mit dem Kommunismus scheint mir doch eine gute und wichtige Frage zu sein.

O.: Bitte, gerne Dolphin!
Die Vorstellung Freuds in Bezug auf den Ödipuskomplex klingt sehr schematisch und abstrakt. Freud geht eben nicht auf die kindliche „Erotik“ ein (Erotik ist ein zu erwachsener Begriff), sondern bleibt in prägenitalen Phasen (oral, anal) stecken.
Das Kind darf gerade seine eigene Libido (Lust) nicht ausleben und fixiert sich auf den versagenden Elternteil, so entsteht erst etwas wie ein „Ödipuskomplex“. Das ist abstrakte Theorie, die zu erklären versucht, was mit dem (Liebes-)Trieb geschieht, wenn er sich nicht ausdrücken darf.
Die Liebe des Knaben bezog sich ursprünglich wohl kaum auf die Mutter, sieht man von der Brust ab, was aber unter notwendige Ernährung zu zählen ist. Freud hat schon die frühsten Verhaltensweisen analysiert und erotisiert. Die kindliche Sexualität hat er hingegen aufgegeben, da er hiermit nur Widerstand bei Kollegen erzeugte. Sobald der Knabe aus der Fütterungsphase heraus ist und sozial tätig wird, beginnt die Liebe primär zu anderen – in diesem Fall kleinen Mädchen. Die Mutter wird nur zum Ersatzobjekt, da sie die (kindlich-) genitalen Strebungen des Sohnes unterbindet.
Und somit nimmt die Katastrophe der psychischen Entwicklung ihren Lauf, die Befriedigungsfähigkeit des Kindes ist für immer zu einer (normal) neurotischen Persönlichkeit gestört.
Literaturempfehlung: W. Reich: „Charakteranalyse“ 1933, 1. Aufl. immer wieder mal lesen, das kann ich nur empfehlen, ich entdecke da immer wieder etwas Neues.
Freud hatte seine eigenen Konflikte und Kämpfe und war auch nicht so frei in seinen Gedanken, zum Schluss war er überangepasst und hatte keine Kraft mehr zu kämpfen. Sein Mundkrebs spricht Bände: Er hat sich oft den Mund verboten und die Kraft fehlte, da das Sexuelle nicht gelebt werden konnte bei ihm – mit dem Ergebnis des Krebses. Reichs Krebsforschung sehe ich als eine Art „Bringschuld“ oder seinem geistigen Vater Freud noch helfen wollend, wenn auch nur noch symbolisch mit dem Buch „Der Krebs“.
Angesichts FREUDS Leistungen – wie verquer man es heute auch beurteilen kann – bleibe auch ich mit ihm nachsichtig, trotz seines teilweise miesen Umgangs gegenüber Reich und anderen Psychoanalytikern.

edmalek 2014: In his early days (i.e., Studies in Hysteria), Freud was a functional thinker in the following ways:
a-He used direct observation of the natural state of his patients instead of following the mechanistic theories of his time (e.g., the „brain“ is the mind)
b-Was able to see discrepancy in his patient’s emotional state between what they said and how they reacted (precursor to Character Analysis).
c-Used words such as „foreign body and parasite“–indication of energy.
d-Was aware of an energetic factor in the buildup of emotions– which when not allowed expression, converted to hysteria.
e-Was able to „guess“ the functionality of the armor segments even though he was unaware of them: neuralgia in throat meant patient had to „keep quiet“ etc.
f-Hysteria did not follow the neurology of organs, but a functional one.
g-was aware that erotic life is most important for human development and did not dismiss this as his contemporaries did.
h-When Freud discovered a “law”, he always sought for the deeper level, never sufficing with the superficial.
He also was aware of symptomatic behavior of his patients (e.g., doubt revenge) that led him to discover resistance and transference.
Generally speaking, had Freud continued in his functional thinking instead of turning to “ego psychology” and nihilism, he would have possibly discovered bioenergetic orgone before his student Reich had the good fortune to.

O. 2012: „Psychologen“ (Psychotherapeuten und die bekannten Ärzte eingeschlossen, die sich mit Psyche beschäftigten) befassen sich mit der physikalischen „Energie“ und umgekehrt befassen sich die Physiker mit der Wirkkraft der „psychischen“ (dynamischen … etc.) Energie. Beide versuche zu beweisen, was nicht ihrer Fachrichtung angehört, den Beweis der Existenz auf dem anderen Gebiete.
Ein Physiker war bereits wesentlich konkreter und räumte mit dem „Placebo-Effekt“ auf, wie er hier benannt ist: „Breger zufolge seien Heilerfolge „zweifellos“ auf den Placebo-Effekt und die persönliche Zuwendung durch den Arzt zurückzuführen.“ (Zitat PN oben)
Breger ist der typische Schwätzer (wenn er solches behauptet hat, auch Stefan Zweig versuchte Mesmer in diese Richtung zu interpretieren, weil eine andere Richtung (wie die von Mesmer oder Reich) nicht gestattet zu sein scheint.
Über den Heilerfolg des Mesmerismus gab es zu seiner Zeit und danach keine Differenz, diese Methode hatte außerordentliche Erfolge. Über die Erklärung jedoch wurde gestritten: Es wurde Mesmer abgesprochen, dass es sich um eine physikalische Energie handeln dürfe, das Agens sollte eine „psychische Kraft“ sein. In diese Richtung ge- und verdrängt, entwickelte sich hieraus der Hypnotismus (Hypnose). Und der sog. Placeboeffekt wurde als mächtige „Wirkkraft ohne Erklärung“ akzeptiert und als Mystikum der Wissenschaft hinzugefügt, an der sich die Psychologie und Medizin messen lassen musste. Es ist falsch anzunehmen, das ein Placebo aus „Nichts“ bestehe, noch ist ihre suggestive Kraft wirkungslos. Der Glaube eines Menschen habe alleine schon eine Wirkung die eine Kraft des Mesmerismus darstellt, aber nicht deren ursprüngliche Kraft ist.
Freud hätte sich mit dem Phänomen hinter der Suggestion von Bernheim und der Hypnose von Charcot befassen können, statt einer „Bioelektrizität“ nachzujagen und in die Psychoanalyse abzudriften. Doch der Weg zum Mesmerismus war durch Meinungen und negative (Vor-)Urteile bereits versperrt. Heute geht es nicht mehr um die Frage, ob es eine physikalische Energie ist, die Mesmer benutzt hat – dies wird verneint, sondern um das Verschwinden der Heilkräfte und deren Methode.
Ebenso geht es in der Orgonomie weniger um dessen Effizienz, was gleichfalls bestritten wurde, sondern um das Verschwinden dieser Technik; und wie wir sehen gelingt dieses bestens – abseits von diesem Blog.

Robert: Wie Herbert Will in Was ist klassische Psychoanalyse?: Ursprünge, Kritik, Zukunft aufführt, ist das, was später als klassische Psychoanalyse bezeichnet wurde, ein Konstrukt der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, das selbst von Eissler u. A. stammt!
Freud selbst war viel flexibler zu seinen Patienten, wie man es bei den Erlebnissenberichten (Blum, Wortis, Kardiner, Blanton, Andreas-Salome, Koellreuter) der Patienten oder Schüler liest.

O.: Freud hat wohl immer wieder noch experimentiert, seine Technik verändert und war auf der Suche, wissend das er die Lösung noch nicht gefunden hatte. Nachfolger können tatsächlich eine „Pest“ sein, ohne das sie überhaupt verstehen warum – eben, weil sie nicht verstehen „warum“.
Sehr schön zu sehen hier, dass Freud empathisch und vernünftig Therapie machen konnte. Letztlich war dieser Einzelfall nach Reichs Thesen gelöst worden, wie es Breuer ihm zuvor auch schon geraten hatte und er es entweder nicht verstand oder zunächst ingnorierte und stattdessen die merkwürdige „Psychoanalyse“ entwickelte. – Merkwürdig aufgrund ihrer inhaltlichen Fantasterei über sexuelle Triebe – Interpretationen über vergangene Bedeutungen.
Nach der Karikatur schläft selbst der Analytiker dabei ein.
Freud hatte sich auch in der Suggestion und Hypnose versucht, sie studiert und scheiterte – auch daraus erwuchs die Psychoanalyse.
Reich studierte diese Seite von Freud nicht. Er war zu sehr von der Pychoanalyse überzeugt und sucht diese (unfähige) Therapie zu bessern – nachzubessern. Breuers Hinweis wird doch noch zum Leitbild: Katharsis – emotionale Erinnerung! Hieraus entstand die Vegetotherapie!
Keine Pulsationsarbeit, wie heutige Jünger es uns glauben machen wollen, auch kein Taoyoga der „energetischen Medizin“ – was nichts mit Reich zu tun hat außer ein Lippenbekenntnis, wie der christliche Glaube zu einem unsichtbaren Gott.
Die Therapieforschung und -geschichte könnte einmal belegen, dass der eingeschlafene Psychoanalyitker besser therapiert als der wach und smart agierende Analytiker.
Der Körperpsychotherapeut der hierüber schmunzeln möchte, sollte wissen, dass die Psychoanalyse bereits weiß, dass sie nicht wirkt und wirken konnte, die Körperpsychotherapie wird diese Erkenntnis erst noch erringen müssen.
Hatte (auch) Reich etwas falsch gemacht? Dies ist die nicht gestellte Frage. Was es von Freud zu lernen gibt, ist, dass Genialität nicht vor Fehlern schützt. Reich hat sich dieses Recht auf Fehler bewußt zugestanden, auch wenn er sich bezüglich seiner Therapie für unfehlbar hielt. Auch die Nachfolger halten ihn in allen seinen Phasen für unffehlbar, für therapeutisch genial. Dies steht auch außer Zweifel, doch darf man deswegen (vor Anbetung) nicht in Schreckstarre verfallen und nur noch Altare für Reich bauen, sondern darf weitergehen, neu forschen.
Reich hat Freud verteidigt, dies war seine Mission. Freuds Mission war es eine neue Theorie und Therapie zu schaffen und Psyche zu definieren. Missionen haben meist nur ein Ziel! Sie sind blind gegen den Prozess und dessen Früchte. Hier liegt der mögliche Fehler der beiden Pioniere.

Robert: „Indes hier ist es an der Zeit, ein Mißverständnis abzuwehren. Ich habe nicht die Absicht zu behaupten, daß die Analyse überhaupt eine Arbeit ohne Abschluß ist. Wie immer man sich theoretisch zu dieser Frage stellen mag, die Beendigung einer Analyse ist, meine ich, eine Angelegenheit der Praxis. Jeder erfahrene Analytiker wird sich an eine Reihe von Fällen erinnern können, in denen er rebus bene gestis vom Patienten dauernden Abschied genommen hat. Weit weniger entfernt sich die Praxis von der Theorie in Fällen der sogenannten Charakteranalyse. Hier wird man nicht leicht ein natürliches Ende voraussehen können, auch wenn man sich von übertriebenen Erwartungen ferne hält und der Analyse keine extremen Aufgaben stellt. Man wird sich nicht zum Ziel setzen, alle menschlichen Eigenarten zugunsten einer schematischen Normalität abzuschleifen oder gar zu fordern, daß der »gründlich Analysierte« keine Leidenschaften verspüren und keine inneren Konflikte entwickeln dürfe. Die Analyse soll die für die Ichfunktionen günstigsten psychologischen Bedingungen herstellen; damit wäre ihre Aufgabe erledigt.“
Wieso „theoretische“ Charakteranalyse? Freud schreibt doch überhaupt nicht davon.

Peter: Siehe bei Freud Anfang Abschnitt VIII:
In therapeutischen ebenso wie in Charakteranalysen wird man auf die Tatsache aufmerksam, daß zwei Themen sich besonders hervortun und dem Analytiker ungewöhnlich viel zu schaffen machen.

Robert: Nochmal: wo steht dort die ‚Theorie‘, da du von „(theoretischen) Charakteranalysen“ schreibst. Soll es die Charakteranalyse nur theoretisch geben und nicht praktisch?

Peter: „In therapeutischen [Analysen] ebenso wie in Charakteranalysen (…).“!

O.: Ist mir peinlich und unverständlich was Freud da über die Wünsche von der Frau (seiner Tochter?) und dem Manne (seine homo. Neigungen?) allgemeinsgültig vom Stapel lässt.
Die Anspielungen auf Reich sind auch wenig erhellend, wenn auch nur reflektierend „über den Anfang und Abschluss einer Therapie“ (natürlich ist die Charakteranalyse gemeint) und auch hier muss man fragen: Wieso kommt noch auf Reich?

Robert: ‚Wieso kommt er noch auf Reich?‘
So schnell konnte er ihn wohl doch nicht vergessen. 1935 bekam er noch einen Appell von Malinowski wegen der Aufenthaltsgenehmigung Reichs und 1939 erwähnt Federn Reich nochmal in „Das psychoanalytische Volksbuch“, außerdem hatte Reich ja noch Anhänger und Schüler in der IPV.

O.: Er nennt Reich nicht (soweit ich es wüßte), aber der hier zitierte Bezug ist auf Reich gemünzt, was mich auch verwundert, dass er überhaupt sich damit auseinandersgesetzt hat.

David: … als wenn man die Frauen bewegen will, ihren Peniswunsch als undurchsetzbar aufzugeben, und wenn man die Männer überzeugen möchte, daß eine passive Einstellung zum Mann nicht immer die Bedeutung einer Kastration hat
Penisneid??
Offenbar gibt es Mädchen, die ab und zu mit dem Penis männlicher Kameraden spielen.
In Heiden bei Rorschach (Schweiz) ist irgendwo der folgende Witz angeschrieben:
Verärgert fragt in der Schule die Lehrerin: wer hat meinen Namen in den Schnee gepinkelt?
Meldet sich in der letzten Reihe Fritz: „Prönzlet han i, aber gschribbe hat mei große Schwester.“
oder so ähnlich.

Robert: Freud hat sich nur indirekt öffentlich zu Reich geäußert, nämlich in Anspielungen. Siehe Hoevels: Wilhelm Reich, S.37f

Turner: Adventures in the Orgasmatron (2011)

26. Juli 2016

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Turner: Adventures in the Orgasmatron (2011)
 

 

O. 2012: Blättert man in der psychoanalytischen Zeitschrift (von Freud oder Jones ca. 1929 herausgegeben) wird man (für mich) abstossende Beschreibungen über Jugendbandenrituale lesen, die Geschlechtsbetrachtungen und übergriffige Handlungen bis ins Detail hervorheben, um daraus die Organisation von Kinder/ Jugendbanden zu erklären. – Ähnlich ist Reich Beschreibung seiner sexuellen Aktivität in frühster Pubertät oder gar Kindheit, die einen Menschen aus heutiger Sicht eher erschrecken mag, als neugierig stimmt. Möchte Reich sich hier selbst mit geschwollener Brust darstellen und seine „Genitalität“ hieraus erklären? Möchte er an die sexuelle Aktivität in der Kindheit erinnern? – Wen interessiert es, wann er wen und wo in welchem Alter schon besteigen durfte? Mich nicht. Muss ich mich jetzt schlecht fühlen, weil ich meine Haushälterin weniger erotisch fand und eher von meiner Kindergärtnerin träumte? Vielleicht würde es einen Psychoanalytiker interessieren, welche kindliche Sexualphantasie ich in welchem Alter gehabt haben mag, doch ich werde wohl keinen Freudianer damit beglücken wollen.
Für mich hat Reich seine unumstößliche „Sexualtheorie“ zur Entwicklung der Psyche mit solchen voyeuristischen Schilderungen beschädigt, aber er kann sie nicht hierdurch auslöschen oder in Frage stellen, da sie für jeden (fast jeden) nachvollziehbar sind.
Stattdessen hätte ich mir mehr Weisheit über das Wesen der Liebe gewünscht und dessen Gefühlsleben.
Über das Wesen der Liebe wird bei Reich und auch sonst zu wenig preisgegeben. Ferner wissen wir immer noch kaum etwas über das kindliche Gefühlsleben und meinetwegen über die kindliche Sexualität. SozialarbeiterInnen, die hier den Kindern zur Seite stehen könnten, werden unterbezahlt und ohne soziale oder formelle Ressourcen in ihrer Arbeit alleingelassen (keine Festanstellungen, keine Vergütung nach dem Stand der Ausbildung und Leistungsorientiert).
Natürlich gibt es kein echtes Interesse der Behörden (und Politik) an einer sinnvollen Erziehung, Bildung und schon gar nicht Sexualerziehung (im Reichschen Sinne). Angesichts der finanziellen Ausstattung ist die Praxis des Berliner Bildungsprogrammes nicht einmal Wert als Toilettenpapier genutzt zu werden. Den Kahlschlag im Sozialwesen ist seit Jahrzehnten bekannt, geht aktuell in die nächste Runde: Die Erzieher bekommen Gehaltskürzungen und sollen zu neuen „Tarifen“ dem Staate als Erziehungsknechte dienen. Ich kommentiere das nochmal unter der Rubrik „Diskussionen“.

Darauf Robert: Du vergisst die Voraussetzung der Psychoanalyse. Weisheiten über das Wesen der Liebe gab es schon wie Sand am Meer, nur aber alles andere als wissenschaftlich. Die Psychoanalyse sollte dies ablösen, indem man eine wissenschaftliche Methode der Behandlung von Neurosen begründete. Und Reich fand, dass die Genitälität der wichtigste Punkt in der Ursache der Neurosen bildete.
Auch hilft es keinem Neurotiker, wenn Erzieherinnen mehr Geld bekommen. Das Eine ersetzt nicht das Andere.

O. antwortet: Eine gute Theorie ersetzt keine guten Praktiker und auch nicht umgekehrt, aber wenn die Bedingungen der Möglichkeit nicht geschaffen werden, dass heißt hier nicht eine radikale Umkehr im Leben der Menschen erfolgt und sie wieder das verdienen, was sie verdienen sollten, um nicht ins pure Vegetieren und sich Verschulden kommen, ist ohnehin alles verloren!
Wenn Erzieher (die auch nicht ewig jung sind) sich keine notwendige medizinische Versorgung leisten können, weil das Geld fürs Alltägliche nicht reicht, Zahnlücken eben bleiben müssen und sie um ihren Arbeitsplatz bangen müssen, weil die Hartz IV -Empfänger das genauso toll hinkriegen sollen, die jetzt auf die Kinder losgelassen werden, dann haben wir kein „Bildungsprogramm“ mehr, noch nicht mal ein Schlechtes.
Es sei an dieser Stelle an Stanislaw Lems „Der futurologische Kongress“ erinnert, der recht anschaulich zeigt mit welchen „Medikamenten“ wir uns bald volldröhnen sollten, um die zerstörte Welt um uns noch als angenehm zu sehen. Hier eine kurze Inhaltsbeschreibung, wobei die „Übertreibung“ des Autors wohl kaum noch als solche zu bezeichnen ist.
Kommt man nun zur „wissenschaftlichen“ hermeneutischen Verschönerung einer längst „verarmten“ materiellen Welt, wie wir dies durch Qualitätsmanagement und Zertifizierungen am Arbeitsplatz täglich neu erschaffen, dann kann dieser Link von Interesse sein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_futurologische_Kongre%C3%9F
Aber auch mit dem Internet kann ich mir hier noch die Welt nach Reichs Möglichkeiten „heile“ reden und von meinem futuristisch gewordenem Arbeitsplatz mich kognitiv zu flüchten.

netzwerk Betroffener von sexuelle Gewalt: Das Kornbichlers Analyse beliebig ist, sehe ich genauso. Die dahinter liegende Motivation bleibt mir unverständlich. Verstehe ich seine Botschaft in dem Buch „Die Kunst sich in den Richtigen zu verlieben“ richtig, sollte man sowieso bei Fragen der Partnerwahl und damit auch des Sexuallebens besser einen Psychotherapeuten aufsuchen. Dem zufolge würden Anforderungen des Lebens, quasi als dauerpsychtherapeutische Lebensaufgabe verstanden, besser und erfolgreich gelingen können! Was alles könnten dann beispielsweise Patientinen von Ihren Therapeuten lernen? Ich würde mir im Sinne von Transparenz und wiss. Einordnung wünschen, das zumindest alle Wissenschaftler und Psychotherapeuten die sich zum Thema Sex und Partnerschaft öffentlich äußern, (erst recht, wenn sie sich zu Sexualität und Charakter Ihrer Berufskollgen äußern, die sich noch nicht einmal wehren können, weil Tod,) ihre eigene sexuelle Präferenzen offenlegen. Dazu gehört auch, welche Haltung sie zu Abstinenz und der Frage von sexuellen Kontakten zu ehemaligen oder zukünftigen Patienten und Patientinnen haben. (Hinweis:nicht die Gedankenund Phantasien, sondern der sexuelle Kontakt zu Patienten während einer Psychotherapie steht unter Strafe, und das was nicht sein darf, ist ja, nach den Selbstverständnis dieses ehrbarenund inzwischen zu Ärzten geadelten Berufstand des Helfertums, auch nicht wirklich…)

O.: Wer „psychologische Psychotherapie“ machen will, sollte sich über seinen Therapeuten informieren. Welches Verfahren wird benutzt, gibt es eine Kassenzulassung, welche Ausbildung hat er und in welchen Berufsverbänden ist er tätig, hier gibt es klare ethische Richtlinien der Berufsverbände. Hier ein Beispiel: http://www.bdp-verband.org/bdp/verband/ethik.shtml
Dann kann man schon mal nicht an Esoteriker verfallen, so hoffe ich. Alle Therapeuten mit tollen Internetseiten sind schon mal gar nicht zu empfehlen. (Werbung)

netzwerk Betroffener von sexuelle Gewalt: Selbst wenn der Weg über eine Psychotherapie gesucht werden muß, ist fraglich ob bei dieser Vielfalt von Theorien die passende Therapien und Therapeuten treffsicher gefunden werden können. Gerade deshalb ist die Transparenz wichtig. Richtlinien geben gewollt erhebliche Handlungsspielräume deren Einhaltung nicht gefordert und überprüft wird. Gerade das Berufsfeld der Psychotherapeuten ist anfällig für Esoterik und Sektentum, die Grenzen sind fließend. Fred Breinersdorfer zeigt trotz bestehender Richtlinien und Gesetze die Stellung der Frau in einer Männerdomäne in dem Fernsehfilm „die Hoffnung zuletzt stirbt“ auf! Zumindest bei der Oregonstrahlungen sind keine schädlichen Nebenwirkungen im Patriachat bekannt!

O.: Aus wenigen Sätzen etwas herauszuhören, ist immer schwierig und man spricht mit Sicherheit am Thema vorbei, dennoch kann man es versuchen.
Orgon ist (nicht Oregon) ist unabhängig von der Gesellschaftsform, ein Matriarchat haben wir nicht und ist historisch auch schwer nachweisbar, oder mehr eine Utopie, die die bestehenden Verhältnisse in Frage stellt. Es gibt negative Wirklungen, wenn das Orgon durch gewisse technische Geräte (Elektromagnetische Felder des Starkstroms, Funk, Radioaktivität, Röntgen, Leuchtmittel-Sparlampen etc.) „verseucht“ wird.
Zur Therapie: Therapeuten mit Approbation zur Psychotherapie (Ärzte und Psychologen) arbeiten in der Praxis mit Psychoanalyse (unterschiedlicher Richtungen, Reich ausgenommen) oder Verhaltenstherapie. Das war es in Deutschland. Ohne Approbation und Studium kann man auch nur den kleinen Heilpraktikerschein machen und darf tun was beliebt. (keine Kassenabrechnung)
Im letzteren entsteht eine „Grauzone der Therapie“.
Daneben gibt es eine Reihe tauglicherer Psychotherapien, die in Deutschland austerben. Übrig wird nur die Verhaltenstherapie bleiben. Ob es sich hierbei um eine Psychotherapie handelt ist ein philosophischer Diskurs. Wer die Macht hat, hat das Sagen.
Stellt man sich kritisch gegen die Verhaltenstherapie (die sich als evidenzbasiert versteht, das wird so an allen Universitäten gelehrt. die demnächst privatisiert werden) so könnte man vom therapeutischen Missbrauch (nicht sexuellen) von Beginn an reden, da keiner VT-ler eine eigene Krise bewältigen musste oder sich selber in Therapie begeben musste. Und hier findet man mehr Frauen als Männer in den Therapien, was ein massives Problem darstellt. Frauen haben die Mutterrolle, sind die Helfende per se und haben die Menschen erzogen, die jetzt eine Therapie benötigen. Extremes Beispiel: Ein Mann, der als kleines Kind vergewaltigt wurde, wird dies nie einer Frau gegenüber äußern können, sobald er mal an einen Psychologen kommt, wird er vielleicht schon im Erstgespräch dies äußern mögen, weil es es los werden will.
Wie kann eine Frau/Therapeutin einem Mann helfen, wenn seine Probleme immer im Kontext mit Frauen (Mutter, Kindergärtnerin, Lehrerin) entstanden sind und diese schon kein Verständnis für ihn hatten? Das ist ein echtes Problem, bevor man mehr Frauen in einem helfenden Beruf fordert.
Sexualität in der Therapie: Wenn zwei Erwachsene mit einander einvernehmlich sexuell verkehren, ist dies nicht strafbar, so lange sie kein öffentliches Ärgernis erregen.
Haben TherapeutIn und KlientIn Sex miteinander ist dies das Ende der Therapie, da ein therapeutisches Verhältnis nicht wieder herstellbar ist. Moralisch ist es auch unschicklich, aber ebenso unschicklich wie ProfessorInnen, die mit StudentInnen verkehren, Arbeitgeber oder Vorgesetzte, die mit Untergebenen verkehren und ein Verhälntis beginnen, doch auch hier wird niemand groß aufschreien, da es Jahrzehnte lange Praxis ist.
Nun, wenn ich von einer/m TherapeutIn wüßte, die/ der mit Patienten ein Verhältnis begonnen hat, würde ich da nicht hingehen.
Fühlt man sich hingegen sexuell belästigt, und auch da muss man genau aufpassen, da einige Patienten dies selbst (evtl. bei eigenenm Nissbrauch) inszenieren können, helfen die Berufsverbände weiter, die im Normalfall den Therapeuten nicht persönlich kennen (so dass man nicht einen „Sumpf“ erwarten müsste). Bei Therapieschulen sollte man nicht mit diesem Problem hingehen, da die sich untereinander gut kennen und Hierarchien (oder auch sex. Abhängigkeiten) gebildet haben können und sich gegenseitig decken werden.
Hier wurde das Sektentum um Wilhelm Reich und die Esoterik offen angesprochen und aus diesem Bereich ist niemand zu empfehlen. Egal ob er „Arzt“ oder „Körperpsychotherapeut“ oder „Heilpraktiker“ oder „Dr.“ oder auch „Psychologe“ ist und sich als „Orgontherapeut“ ausgibt. Seine „CV“ ist meist doch sehr geschönt, verrät aber auch die eosterischen Erfahrungen. (Colin Goldner in „Die Psychoszene“ listet alle großen esoterischen Verfahren auf und kritisiert sie inhaltlich.)
Auch die Verhaltenstherapie in Praxen und Kliniken arbeiten zunehmend mit esoterischen Verfahren wie Yoga, PMR, Tai-Chi, usw. als Ergänzung zu ihren drögen körperlosen Verhaltensmodifikationsprogrammen. So stellt sich die Frage auch in Zukunft: Gibt es eine Psychotherapie in Deutschland? Haben Deutsche eine Psyche? Therapien werden zunehmend an der beruflichen Leistungsfähigkeit orientiert, dies ist das Interesse der Kassen und Rentenversicherung. Psyche wird dann zu einem privaten Luxusartikel.
Positiv gesehen bleibt die Psychotherapie ein Kunsthandwerk, die auf Empathie und Intuition nicht verzichten kann. Wiederholbare Praktiken und Programme haben an sich keinen therapeutischen Wert, wenn sie nicht phantasievoll und kontaktvoll am Patienten orientiert zum Einsatz kommen. Ist ein Vertrauen in der therapeutischen Beziehung verspielt worden, ist es nicht (kaum) wieder herstellbar. Daher geht man nicht zu den Esoterikern.

O. weiter: Bei der Auswahl des Therapeuten kommt es auf den persönlichen Eindruck an, das man auch als Patient meist gut einschätzen kann. Psychosen oder schwere Depressionen müssen ohnehin stationär und auch von einem Psychiater gehandelt werden.

Robert 2012

Pierre34: Fragen, aufgetaucht aus aktueller öffentlicher Diskussion:
War Reich selbst beschnitten?
Schrieb Reich über Folgen von Beschneidung?

Peter antwortet: Als Abkömmling langer Rabbiner-Dynastien sowohl von mütterlicher als auch von väterlicher Seite war Reich ohne jeden Zweifel beschnitten. Seinen Sohn hat er nicht beschneiden lassen, obwohl zu dieser Zeit praktisch alle amerikanischen Jungen beschnitten wurden. Geäußert hat er sich zur Beschneidung und wie schlimm sie ist und daß Juden sich nicht auf eine barbarische Tradition berufen können in REICH SPEAKS OF FREUD. Sicherlich gibt es auch Texte zum Thema auf http://www.orgonomy.org.
Gerade entdeckt: http://www.psychorgone.com/history/how-i-became-a-case-history-for-dr-wilhelm-reich
Siehe Punkt 6.

Darauf Pierre34: In Reich Speaks of Freud fand ich die Stelle nicht, dafür aber Reichs Beteuerung, Freud sei (eigentlich) kein Jude gewesen. (???) Tatsächlich war aber doch die Empirie der Psychoanalyse vorwiegend eine Arbeit/Analyse von Beschnittenen an Beschnittenen (sprich: am Genitale erheblich Traumatisierten). Dass Reich sich in den USA gegen die Beschneidung ausgesprochen hat, kann nicht verwundern. Verwunderlich ist, dass er dies erst so spät und dann nicht einmal öffentlich (?) tat – wo er doch gleichzeitig betonte, wie wichtig der gesamte Organismus für ein klares Erfassen der Wirklichkeit ist.

Peter: Hier die Stelle aus einem anderen Buch, findet sich aber auch in REICH SPEAKS OF FREUD:

The Source of The Human “No”

Im Interview sagt er, daß Freud zu sehr in seinem Judentum gefangen war.
Die Beschneidung spielte stets eine große Rolle in der Psychoanalyse: siehe Kastrationskomplex.

O.: Dass Beschneidungen schon an Neugeborenen durch geführt werden, wusste ich nicht, das ist ja grauenhaft! Eine so frühe auch energetische Traumatisierung an einem hilflosen Baby.
Das ist, wie im Text zitiert, glatter Mord. Darauf gehört die amerikanische Höchststrafe: der elektrische Stuhl für alle Beteiligten.

Pierre34: Nicht nur für O. (26.7., 1:07) ein Video über eine Beschneidung an einem Neugeborenen:

O.: Türkische Familien (in Berlin) feiern mit der Beschneidung des Jungen seinen Eintritt in die Erwachsenenwelt. Dies geschieht erst um das 10. – 12. Lebensjahr, wenn ich mich nicht irre.
PS für Pierre: Danke fürs Video, aber ich glaube ich tue mir das nicht an, es anzuschauen.

Pierre34: Im Interview mit Eissler vertritt Reich die Auffassung, Freud sei a) kein Jude (S. 60) und b) genital gesund (S. 17, 108) gewesen. Kurz darauf (ca. 1953): Ernest Jones‘ Freud-Biographie habe ihn in beiderlei Hinsicht vom Gegenteil überzeugt (Postscript, S. 129).

O.: Wenn Reich Freud nicht für einen Juden hielt, er es aber eindeutig war, dann bezieht er sich wohl auf den Glauben und dessen Ausübung. Reich sah sich genauso wenig als Juden, wenn nicht noch weniger als Gläubiger dieser Richtung. Er verstand sich als Weltbürger, wenn ich dies einmal so interpretieren darf.
Ich find es auch hier wichtig im Blog unter dem Motto „friends of Israel“ zu diesem Punkt eine klare Gegenposition zu beziehen. Moslems und Amerikaner beschneiden sich auch gerne; Amerikaner mehr aus „Sauberkeitsgründen“, so wie Frauen dort auch unmöglich mit Haaren an den Beinen rumlaufen können.
Ich finde es auch auffallend, dass Reich dieses „jüdische Tabu“ nicht mit aller Deutlichkeit als Verstümmelung gebrandmarkt hat, im psychoanalytischen Sinne war dies schon die symbolisch-rituelle Umsetzung der Kastration durch den Vater. (s. Freud)

Peter: Der Orgonom Richard Schwartzman (Jude, wie die meisten Orgonomen):
Circumcision is a brutal, sadistic act of genital mutilation. There are no routine indications for circumcision, although we are finding that it is being advocated again for „good“ reasons… this is the emotional plague at work again, that is, the „good“ reasons are not the real reasons at all. It is simply not true that it is necessary or that it is preventive of cancer or the penis, or of infections and so forth. Circumcision is another assault, a genital assault, under the guise of good health or under the avocation of some religious group or another. But in fact, circumcision need almost never be performed.
http://orgonomy.org/articles/Schwartzman/Wildfire_Interview.html

Zunächst deutsche Rezensionen von Turners Buch:
http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13589394/Der-Maschinist-der-Lust.html
http://www.welt.de/kultur/article13589906/Das-Universum-nach-Wilhelm-Reich.html
http://www.welt.de/kultur/article13588740/Wie-die-sexuelle-Revolution-nach-Amerika-kam.html

Hier kann man diesen Hund live erleben:

Zum Orgasmatron selbst verwies Robert auf:

Zu Berlin als „Sex-Kapitale“ siehe das folgende Video:

Klaus sagte 2011:

Angesichts der öffentlich kursierenden Annahmen über den ORAC und über Reich verwende ich das Wort „Orgon“ möglichst wenig. Eine Bekannte litt seit ihrer Jugend regelmäßig unter Regelschmerzen. Ich stellte mit ihr ein zweischichtiges ‚Orgonkissen’ her, nannte die unbedingt einzuhaltenden Beschränkungen und Anfangsrichtlinien, ohne etwas zu versprechen (einfach als vorsichtigen Versuch), und sie meint – nach Benutzung nach Bedarf –, zum ersten Mal keine Tabletten gegen die Schmerzen nehmen zu müssen. Die ganzen Hintergrundinformationen können wohl nur noch schaden. Was ich allerdings merkwürdig finde: Menschen, die Erfahrungen mit ‚akkumuliertem Orgon’ gemacht haben, stellen nach meiner Erfahrung keine weiteren Fragen darüber, welche Rolle das, was da wirkt, in Lebewesen allgemein spielt – und schnell werden die elenden Eso-Ideologien hinterherassoziiert. Das Turner-Buch erfreut sich in der Tat großer Beliebtheit, die Behauptung, der Kasten stärke orgastische Potenz, ist nicht unterzukriegen. Wer darauf reagiert, muß wie der verblendete Sektenanhänger wirken.

Darauf Peter:

Ich glaube nicht, daß es zielführend ist, wenn man sich in irgendeiner Weise anpaßt und auf das Wort „Orgon“ verzichtet und die Funktion des Orgasmus draußen vor läßt. Auch sollte man Turner nicht todschweigen, sondern für sich selbst nutzen. Je mehr sich die Pest austobt, desto besser ist es, denn so tritt sie plastischer zutage und läßt sich einfacher demaskieren.

Genauso ist Reich vorgegangen: er hat sich nach dem Motte „Jetzt erst recht!“ verhalten und sich auf die Bekämpfung der Emotionellen Pest konzentriert.

Robert wendete ein:

Es ist unverhältnismäßig, Brady mit Makavejev zu gleichzusetzen. Brady war Teil einer Verschwörung, hinter der wichtige Institutionen und Personen standen. Sonst hätte der Artikel überhaupt keinen Erfolg gehabt. Makavejev ist nur ein Filmemacher, der übliche Anschauungen von Sex, Revolution und Perversion vermischt, weil er anders Reich gar nicht verstehen kann.

Aber warum wirfst du deine Unterdrückung von dir ab, indem du in einen Schrank hineinkletterst? Warum war das Symbol der Befreiung eine Kiste?

Selbst diese Ansicht ist legitim, wenn man als Anthropologe keine Ahnung von Orgonbiophysik hat und in typischer geisteswissenschaftlicher Weise nach einer Erklärung für den ORAC sucht, nämlich als ein Symbol. Etwas ähnliches hatte schon Charles Rycroft mit dem Orgon getan.

seine Tochter Lore Reich bekundete gegenüber Turner, Reich sei „sexuell pervers“ gewesen. Für den, der die Angriffe von Alice Miller auf Reich kennt, ist das alles nichts Neues. Wie im obigen Zitat gezeigt, gelingt es Turner sogar mit einer verqueren „Logik“ sexuellen Kindesmißbrauch und den Orgonenergie-Akkumulator zu verbinden!

Lore-Reich war schließlich von ihrer Mutter und Anna Freud gegen ihren Vater aufgehetzt worden. Dass sie nun behauptet, von ihrem Vater sexuell missbraucht zu sein, kann eine Konstruktion sein, wie sie heutzutage standard ist. Typischerweise trifft es dabei immer nur die Väter.
http://www.pappa.com/mmdm/

2.Turner nicht als kuriose Einzelerscheinung abtun, sondern als Teil einer gesellschaftlichen Strömung, einer Tendenz, wenn man so will, einer „Verschwörung“.

Das halte ich für vollkommen überzogen. Heutzutage spielt Reich gar keine Rolle mehr und dass sich das Buch gut verkauft, ist umso erfreulicher, weil Reich dann wieder ins Gespräch kommt. Ein geschickter und erfolgreicher Schachzug des Verlags!
Ein positives Buch über Reich hätte übrigens gar nicht diese Aufmerksamkeit erhalten, weil die Massen (kleine Männer und Frauen) nur an halbpornographischen Ergüssen interessiert sind.

Und Robert weiter: Solche Erfahrung habe ich auch schon gemacht, zwar vor einigen Jahrzehnten, aber wie Sie es kürzlich selbst erfuhren, offenbar zeitlos.
Darum bezweifle ich gar nicht, dass die Beschäftigung mit Reich zu Pestreaktionen führen kann.
Die andere Sache ist, haben wir hier wirklich eine „emotionale Kettenreaktionreaktion“ vor uns? Was ist eine solche und wie wirkt sie sich aus? Die paar Buchbesprechungen über einen kuriosen Psychoanalytiker, der früher berühmte Klienten hatte, können eine Kettenreaktion wohl kaum ausmachen. Nebenbei geht mir Peter mit solchen Fachbegriffen zu freizügig und undifferenziert um.
Zu meinem Beitrag muss ich noch anmerken, dass ich den sexuellen Missbrauch nur aus dem Kontext des Artikels erschlossen habe und es nun besser weiß (Schlüssellochgucken). Wobei ich nicht ganz so unrecht habe, weil es leider genügend Schreiberlinge gibt, die Reich auch damit in Zusammenhang bringen, indem sie ihn der ideologischen Wegbereitung für den sexuellen Missbrauch anklagen.
So z.B. Gerhard Vinnai:
„Die Positionen der antiautoritären Bewegung haben mit Hilfe der Sexualtheorie Wilhelm Reichs, die damals sehr verbreitet war, eine Rationalisierung gefunden.
In Reichs Texten, vor allem in denen, die damals in der linken Subkultur populär waren,5 gibt es im Grunde nur die Sexualität im Allgemeinen: Es gibt keine psychologische Differenz zwischen männlicher und weiblicher Sexualität und
auch keine zwischen erwachsener und kindlicher Sexualität. Die Sexualität wird viel zu sehr auf einer physiologischen Ebene gefasst, die komplexen psychologischen Elemente, die mit ihr verknüpft sind, werden nicht angemessen
thematisiert. Reich geht es in seinen Schriften vor allem darum, Sexualtabus aufzuheben und Grenzen niederzureißen, die die Sexualität einschränken. Er will
Barrieren aus dem Weg schaffen, die einer freien Sexualität von Kindern und Jugendlichen im Wege stehen. Er beschäftigt sich kaum mit der Notwendigkeit von Tabus und Grenzen im Bereich der Sexualität, die Heranwachsende schützen.
Reich hat sicherlich auch wichtige Beiträge zur Theorie der sexuellen Emanzipation geliefert, aber sein Denken war dazu geeignet, einen differenzierten Umgang mit der Sexualität zu erschweren und ihre gefährlichen Seiten herunterzuspielen.“
http://www.vinnai.de/grenzueb3.pdf

Darauf Peter: Ich meine ja nicht nur eine emotionale Kettenreaktion in Bezug auf Reich als Person, sondern ganz allgemein in Bezug auf das, wofür der Name „Wilhelm Reich“ steht. Da ist es ziemlich egal, ob es um „Mesmer“ geht, die Behandlung von Säuglingen, der Umgang mit dem Thema Sexualität, etc.

Was Vinnai betrifft, möchte ich ihm fast recht geben. Tja,… ähhhh – Reich hat in CHRISTUSMORD geschrieben, daß es für die Menschheit eine Großkatastrophe bedeutet hätte, hätte sich die Sexpol Anfang der 1930er Jahre durchgesetzt. Alle fragen sich, was er denn um alles in der Welt damit gemeint haben mag. Er hat genau das gemeint, was Vinnai beschreibt.

Und wieder: es geht nicht um die Person Reich, um den sich wahrhaftig nicht die Welt gedreht hat, sondern um das, was „Wilhelm Reich“ verkörpert hat.

Im übrigen würde ich soweit gehen, daß die Verbreitung von „Reich pur“ schädlich ist. Beispielsweise wäre es mir weitaus lieber, „die Menschen“ würden zuerst Konias THE ÉMOTONAL PLAGUE lesen, bevor sie Reichs MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS in die Hände nehmen. Man muß das alles richtig einordnen können, was man da liest.

O. schreibt: „Reich pur ist schädlich“ – ein interessanter Gedanke. Insbesondere wenn die eigene Charakterstruktur die Gedanken und ausgelösten Emotionen nicht ertragen kann und sie ins Destruktive – step by step – verwandeln muss. Dann wird der „Reichianer“ zum Pestkranken.
Fairerwiese sollte man sich dann auch umbenennen in „Reichianisches Pest Institut“ oder eine RPG, doch die Krankheitseinsicht in eine Persönlichkeitsstörung ist nicht gegeben.

Nikolaus H. sagt 2016:

Ich stelle nur fest, dass Reich immer von gepanzerten Menschen falsch verstanden wird. Der ungepanzerte, interessierte Geist nimmt Neues auf probiert es und befindet es für Gut.
Der Gepanzerte Mensch erkennt sehr schnell, wie die Lehren Reichs subtil an seinen Panzer gehen (können) und fühlt sich dadurch folglich von allem bedroht, was von Reich kommt. Das ist der Grund weshalb Reich immer wieder verfolgt und schließlich getötet wurde.
Das ist auch der Grund wieso Reich heute noch angefeindet wird nach seinem Tod.
Das würde auch mit Jesus Christus passieren, wenn er nicht von der Kirche mystifiziert worden wäre. Reichs Charakter ist sehr ähnlich dem von Jesus Christus.

Ich kenne solche verunglimpfenden Menschen aus meinem Umfeld, die mich in meiner Ehrlichkeit früher aus meinem sozialen Umfeld ausgegrenzt haben durch Rufmord.
Wenn man sie nur etwas antriggert bekommt man Angst vor der hochschäumenden tödlichen Aggression. Mit diesen Menschen kann ich nur „auskommen“, indem ich sie völlig meide oder ihnen mehr oder weniger nach dem Mund rede. Diese Diktatoren ertragen keinen Zustand unvollständiger Übereinstimmung anderer mit ihren Ideologien oder kleinen Alltagsbefindlichkeiten. Ihnen allen ist auch eine weitgehend fehlende Empathie zueigen. Ich demaskiere Reichkritiker durch ein paar gezielte Fragen z. B. , die sie schon als Provokation auffassen, danach rasten sie sehr schnell aus und zeigen ihr wahres Gesicht in der Öffentlichkeit. Halten wir uns Hitlers Unbeherrschtheit gegen Nichtübereinstimmung vor Augen, die sagt alles und ist bei dem pestilenten Charakter immer zu finden. Im Grunde haben wir es hier mit aggressiv einfordernden schreienden Säuglingen zu tun, die im Körper eines Erwachsenen stecken, die glauben sie seien der Nabel der Welt und alles drehe sich bloß um sie. Jedwede Form der Zurückhaltung ist solchen Menschen fremd.

Tzindaro 2016:

As usual, the truth is somewhere in between the opposing points of view. Reich was no saint. He had his faults and flaws. But his scientific findings stand on their own merits regardless of that. The accumulator is a valid medical treatment regardless of if Reich was a pervert or a violent drunk or not. There has been way too much focus on him and his life history, while the attention should be on the testable ideas, not the man who invented them.

The fault lies as much with the fans of Reich as with his enemies. The Reichians are so into the drama of Reich and his life story that they come across as cultists and thus leave themselves open to reactions of defamation of Reich himself by people who have no valid arguments to present against the accumulator except that it was invented by Reich. Why not say it makes no difference what Reich was like in his personal life and concentrate on his work? But very few Reichians are willing to do that. Most of them are not scientists and it is the drama of Reich’s life that attracts them, not the findings.

It is unfortunate that Reich was ever a psychiatrist. If he had been a biologist who discovered the bions, or a physicist who discovered orgone energy, or a meteorologist who invented the cloudbuster, and never said anything about sex or politics, his work would have been better received.

Robert 2011 über Reich phallisch-narzißtischer Charakter:

Mir hat mal ein Bisexueller erzählt, dass er Reich für einen „phallisch-narzistischen Charakter“ halte. Ich hielt diese Aussage für das Ergebnis seiner Neurose.
Was ist dann also Reichs Beschreibung des „genitalen Charakters“? Etwa nur ein Wunschbild?

Darauf Peter:

In dieser Gesellschaft kann man, Elsworth F. Baker zufolge, nur mit Einschränkung ein genitaler Charakter sein, nur ein „funktioneller genitaler Charakter“, d.h. man würde nur unter denkbar guten Bedingungen wie ein mustergültiger genitaler Charakter funktionieren – wenn Schwierigkeiten auftreten, fiele man früher oder später in neurotische Verhaltensmuster zurück. In diesem Sinne war auch Reich ein „funktioneller genitaler Charakter“. Unter Streß entwickelte er neurotische phallisch-narzißtische Züge.

Robert 2011: „Turner frägt sich, ob Reich sich im Geschlechtsakt, wenn seine Partnerin endlich ihren Ekel vor seiner Haut (er litt unter Psoriasis) überwunden habe, erstmals heimisch in seiner eigenen Haut fühlte.“
Das kommt darauf an, wie schlimm seine Schuppenflechte war. Meist hat man es an den Gelenken und da fällt es nicht so auf. Aber deswegen muss man sich nicht fremd in seiner Haut fühlen, jeder liebt seine eigene Haut und betrachtet sie nicht als Fremdkörper, sondern die Krankheit wird als Fremdes angesehen.

Peter: Zu Reichs Haustkrankheit siehe https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2016/05/08/the-journal-of-orgonomy-vol-3-no-1-march-1969/

Im Januar 1913 muß Reich seinen Schulbesuch unterbrechen, da am Ellenbogen psoriatische Plaques auftreten. Der Hautarzt verschreibt ihm eine scharfe arsenhaltige Chrysarobinsalbe, was eine schwere Hautentzündung hervorruft. Daraufhin liegt Reich für neun Monate in der Klinik Ehrmann in Wien, wo er sich einer Röntgenbehandlung unterzieht.
Den Rest seines Lebens hat er daran elaboriert.

Robert: Auf dem Foto [des oben verlinkten Artikels] kann man sogar Reichs Flechte an den Händen feststellen.

Und weiter: Cignolin
Zur Behandlung von Psoriasis wird oft Cignolin, auch Dithranol genannt, eingesetzt. Dieser Wirkstoff wurde bereits 1916 in Europa entdeckt.
Das heute chemisch produzierte Cignolin leitet sich ursprünglich von natürlichen Stoff Chrysarobin ab, der aus dem brasilianischen Goabaum gewonnen wurde.
http://www.schuppenflechte-lexikon.de/seiten/cignolin.shtml
Cignolin wird auch heute noch eingesetzt, meist als Minutentherapie, aber immer mehr durch systemische (innere) Medizin ersetzt.

O.: „Turner frägt sich, ob Reich sich im Geschlechtsakt, wenn seine Partnerin endlich ihren Ekel vor seiner Haut (er litt unter Psoriasis) überwunden habe, erstmals heimisch in seiner eigenen Haut fühlte. Könnte die sexuelle Revolution, so frägt Turner, vielleicht aus Reichs gestörtem Verhältnis zu seinem eigenen Körper entsprungen sein? (S. 35f).“
Es ist schlimm, dass jemand so unreflektierte und unreife Sätze schreibt. Da kann ich mich nur fragen, ob der Herr schon mal Sex im Leben hatte, wenn nicht sollte er doch besser über Fussball referieren. Wenn ich eine Frau wäre, was ich nicht bin, schlafe ich dann mit der Psoriasis??? Wenn ich als Mann eine Frau attraktiv finde, dann ist mir sowas doch völlig egal – und wenn mich das stören würde, würde ich die Frau ohnehin nicht mögen und dann erledigt sich die Diskussion über Sexualität doch von alleine.
Eine Erkrankung nervt jeden Menschen und jeder wünscht sich gesund zu sein. Nur manchmal muss man eben damit leben. Turner weiß gar nicht von was er spricht, wenn er von „sexueller Revolution“ redet. Der Typ regt mich schon auf, bevor ich ihn gelesen habe, ich würde ihn … bevor er den Mund öffnet. Er scheint echt der Superlativ von talentfrei zu sein. Das ist noch nicht mal amüsant oder entfernt witzig.
Ich hatte letztens einen Mann getroffen, der um die 40, war und mir sagte, er habe noch kein Sex gehabt. Nun das ist leider nicht ungewöhnlich, die meisten sprechen nicht offen darüber. Ich will sagen: Herr Turner, Sie sind nicht alleine und müssen auf den toten Reich auch nicht neidisch sein, der hat jetzt auch keinen mehr.
Und wenn ich mir das genau überlegen würde, will ich meinen, dass Sexualität im Alter auch nicht alles ist. Wenn die in der Jugend (oder im jungen Erwachsenenalter) askethischen Menschen dann später noch einmal Geschlechtsverkehr haben sollten, was sollen sie dann (bioenergetisch) erleben? Vermutlich ist das Verdrücken einer Currywurst das größere Vergnügen.
Turner könnte mit diesem Satz auch sein eigenes Problem auf Reich übertragen haben (klassische Projektion): Die Frauen ekeln sich vor ihm, vermutlich ist sein Gefühl da auch richtig.

O. weiter: „Darunter dann ein Bild von William S. Burroughs Akkumulator, der berichtet habe, er hätte in dieser „Kiste“ einen „spontanen Orgasmus“ gehabt.“
Da frag ich mich schon, wie er das mit dem spontanen Orgasmus fertig gebracht hat. Ich stehe mehr auf Rundungen und einen warmen weichen Körper … statt auf einen eckigen Kasten mit kalten Metallwänden. Von einem Kleiderschrank-Fetisch habe ich auch noch nichts gehört.

Darauf Robert: Das ist reiner Nonsens; ich las mal, er hätte einen Blechkanister genommen, etwas Wolle reingestopft, seinen Penis in die Öffnung des Kanisters getan und dann einen Superorgasmus gehabt.
Ein wahrer Witzbold, dieser Drogenjunkie…
Um etwas über Burroughs Gedankenwelt zu begreifen, kann man sich den Film „Naked Lunch“ anschauen.

Sebastian 2011:

Im übrigen ziemlich charakteristisch für die Geistes-„Wissenschaftler“, die heutzutage die Universitäten verlassen. Sie sollten lieber als Taxifahrer arbeiten und in den Wartepausen meinetwegen weiter Derrida, Deleuze und Foucault lesen, statt mit ihren wirren Ergüssen das geistige Erbe Europas langsam aber sicher vollends zu „dekonstruieren“.

Hahaha! Das erinnert mich daran, wie ich in einer Arbeitsgruppe in der Uni davon berichtete, dass ich mich gerade mit Reich beschäftige. Nach allgemeiner Schockstarre, meinte eine Mitarbeiterin, nachdem sie keine Argumente mehr hatte, zu mir: „Was beschäftigst Du Dich überhaupt mit so einem Quatsch? Reich lässt sich bestimmt auch vortrefflich dekonstruieren!“
Die Mitarbeiterin war übrigens von Taatoos übersät und hatte lauter Metall im Gesicht, wo man sich nur denkt: Autsch! Lachen konnte sie auch nicht. Sie war der linksliberale Querulant, der hier häufig beschrieben wird.

Robert 2011: Dass Turner ein Pamphlet schreiben würde, war nicht anders zu erwarten. Selbst bei versierten Personen, zB Psychoanlytikern, gibt es ähnliche falsche Angaben, es ist fast schon Standard und nicht anders zu erwarten.
Wichtig bleibt, dass sich wieder einige Leser mit Reichs Originalschriften beschäftigen werden.

Dazu Sebastian: Das ist eine seltsame Interpretation. Mag sein, dass vereinzelt ein paar Leser auf den Gedanken kommen das nachzuprüfen. Insgesamt ist das Buch hervorragend dazu geeignet alle Vorurteile gegenüber Reich nochmal zu bestätigen und zu betonieren („Wir habens ja schon eh immer gewusst!“). 500 Seiten über die Pathologie eines Mannes… Da muss ja etwas dran sein!

Robert antwortet: Das Problem ist doch, dass Reich vollkommen in Vergessenheit gerät, ablesbar an den Zahlen seiner verkauften Bücher.
So wird er wieder wahrgenommen. Und interessante Details sind immerhin auch in diesem Buch dabei.
Sogar Freud wird heutzutage noch immer unsachlich angegriffen (Onfray, Anti-Freud) und das landet sogar in den Bestseller-Listen.

Jonas: Onfrays Buch kennne ich nicht, allerdings finde ich es interessant, dass Onfray sich in seiner Freud-Kritik offenbar positiv auf Reich bezieht. Aus einer Rezension in der Zeitung „Die Presse“:

„Er stilisiert sich als ein wahrer Volksaufklärer, der an seiner „Universit´e populaire“ in Caen in der Normandie, wo er sein Leben lang gelebt hat, die dissidenten und unbekannten Philosophen lehrt und ausgräbt – aus dem Bereich der Psychoanalyse etwa findet einzig Wilhelm Reich Gnade vor seinen Augen…“ http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/648823/Freud-der-Krampus

Sebastian: „Immerhin ist Lia Laszkys Beschreibung von Reichs sexualaufklärerischen Aktivitäten in Wien und Peter Hellers Beschreibung der Ferienaktivitäten der Wiener Psychoanalytiker am Grundlsee 1929, jeweils von Turner referiert, lesenswert.“
Wenn Turner grundsätzlich unglaubwürdig ist, wäre ich mir nicht so sicher, ob er nicht auch bei Lesenswertem alles verdreht.
Das Buch scheint insgesamt hervorragendes Klopapier zu sein!

Robert 2011: Dazu beruft er sich u.a. auf die 1940 im Deutschen Reich herausgegebene Broschüre Geschlecht. Liebe. Ehe des nationalsozialistischen Psychologen Johannes Heinrich Schultz.
Das ist keine Broschüre, sondern ein gebundenes Buch von 170 Seiten. Ob Prof. Schultz, der Erfinder des Autogenen Training, wirklich ein Nationalsozialist ist, wage ich zu bezweifeln. Wenn man seine Bücher liest, auch gerade ‚Geschlecht, Liebe, Ehe‘, wird einem klar, dass er in Opposition zur herrschenden Kultur des NS-Mannestums stand und sehr für mütterliche Liebe plädierte.
Meist wird seine „Schwulenfeindlichkeit“ herangezogen, was auch wieder eine totale Unkenntniss der damaligen Verhältnisse bedeutet. Im Gegenteil versuchte Schultz Schwule zu retten, auch wenn er in Teilen der NS-Ideologie Zugeständnisse machte (was gar nicht anders möglich war). Bei der Luftwaffe präferierte er eine analytische Behandlung statt der psychiatrischen Folter für Kriegszitterer. Er versuchte, im Rahmen seiner Möglichkeiten das Beste für seine Patienten herauszuholen.
Die Absurdität heutiger ‚politisch korrekter‘ Anschauungen auf die damaligen Verhältnisse zu übertragen, zeugt nur von einer geistig beschränkten Dogmatik, Ahistorie und enormer geistiger Begrenztheit

Dazu O.: Die NS Politik war so widersprüchlich, dass sehr unklar ist, für was sie eigentlich stand. Offiziell mag sie „schwulenfeindlich“ gewesen sein, die gesamte SS Elite war ein einziger Männerklub und trieb sich in quasi eigenen Offiziers-Schwulenkneipen in Berlin rum. Ob Hitler, wenn er eine Sexualität hatte, was komischerweise verschwiegen wird, nicht homosexuell war, wird man wohl nicht mehr erfahren. Ebenso widerspricht eine Mutterliebe nicht der NS Propaganda, die Mutter wurde geehrt und ähnlich einem Mariakult hochstilisert (s. Einführung des Muttertages). In diesen Dingen hat Hitler sehr „sozial“ denken können. Man denke auch an der Körperbetonung der Leibesübungen der Jugend. Da liegt auch das Yoga nicht weit weg von und erinnert an die okkulten Forschungen und Symbolausleihungen aus dem asiatischen Bereich. (Indien)
Im Reichschen Sinne ging es um Körperbeherrschung und „Verdrängung“ sexueller Impulse. Die Frage ist, ob das NS-Regime überhaupt einen Sinn für heterosexuelle Liebe hatte, außer zur Zeugung von Kindern und einem entsprechenden volkserhaltenden Familiensinn. Das erotische scheint aber eben in der offiziell verneinten Homoerotik gelegen zu haben, die man zu dieser Zeit nicht dem Volke als Norm verkaufen wollte, da man eben Soldaten und Arbeiter brauchte.
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Eine zweite Frage, die sich für mich bei Hitler stellt. Er stellt sich verbal gegen Freimaurer, das Finanzjudentum und in dessen Folge auch gegen die heutigen Illuminaten. Andererseits wurde er von diesen US- und vermutlich auch jüdischen englischen Banken finanziert und unterstützt. Seine Abhängigkeit von der Thulegesellschaft war letzlich eine Freimaurergesellschaft, wenn ich nicht irre. Er trat auch für eine NWO ein, ein Thema, dass sich ja heute wiederholt oder noch immer nicht ausgeträumt ist.
In diesem Sinne war Hitler auch nur eine politische Marionette. Möglicherweise hat er sich als er an der Macht war davon befreit und wurde daher zum „bösen“ Feind der Allierten. Ähnlich wie es mit Saddam Hussein (Irak) und mit Bin Laden (Afghanistan) ablief.
Reich hat diese Sachen nicht analysiert. Sondern evtl. völlig ungenügend Hitlers Hass gegen das Judentum als Hass gegen die (eigene) Sexualität gedeutet und ihm damit den NS-Revolutionsgedanken entrissen. Dieses Motiv nur psychoanalytisch zu deuten wäre damit eine historische Missinterpretation. Das Hitler die unerfüllte Sexualwünsche der Menschenmassen missbrauchte, sei unbestritten, wurde aber in jedem (auch der Alliierten) Staate so vollzogen und trat für Reich nur hier deutlichst auf.

Klaus über Turner: Au Mann, das wird nischt mehr mit Ernstnehmen …. nun lasst mal sein, alles nur sehr peinlich http://www.observer.com/2011/08/author-christopher-turner-takes-us-inside-the-orgasmatron/

Robert 2011: Von Peter Heller empfehle ich:
Eine Kinderanalyse bei Anna Freud (1929 – 1932).
Königshausen & Neumann 1986.
Wo er mit seiner Kritik an Anna Freud und derer Sexualfeindlichkeit nicht spart.

Robert weiter: Es ist sicherlich nicht Zufall, dass Anna Freud lesbisch wurde. Auch ihr Vater war ein Egoist, seine Tochter dermaßen für sich einzuspannen und dann noch der massive Fehler, seine eigene Tochter zu analysieren.

O. Says: Wenn man die hier von Anna Freud persönlich gemachte Intrige gegen die Reich Familie, seine Töchter und seine Exfrau betrachtet, kann man natürlich zu einem Urteil über die Freuds, die oben wie ein Liebespärchen vor der Kamera lustwandeln (hier hätte sogar ich den Ödipuskonflikt entdeckt …), kommen, dass auch auf die gesamte (im übrigen primär jüdische) Psychoanalyse einen Einfluss hatte.
Mit diesem Wissen, was Reich nicht hat durchblicken lassen – da er es für privat und persönlich hielt – haben wir hier wieder einmal Sektenstrukturen und Machtverhältnisse innerhalb einer überschaubaren Struktur (PA), die gezielt einen „Dissidenten“ zu zerstören suchten. Anna Freud, neben Ernest Jones, und Sigmund Freud waren verantwortlich auch für die weiteren Hetzkampagnien gegen Reich, die später von den Kommunisten und den Demokraten des „US-Regimes“ genutzt worden sind. Letztere hätten kaum Erfolg gehabt, wäre Freud hinter Reich gestanden.
Nun war Reich im Dilemma und noch immer verwoben mit dieser PA. Erst später kann man aus seinen Vorworten der Charakteranalyse zwischen den Zeilen herausinterpretieren, dass er sich von der Psychoanalyse lossagen wollte. Reich hätte nicht nur inhaltlich, sondern formal einen radikalen Schnitt machen müssen. Und dies schon 1927 als Freud gesagt „so dick“ – und da konnte dies psychoanalytisch nur eine Kastrationsdrohung vom (Groß-) Vater Freud gegen seinen geistigen Sohn Reich bedeuten, als der seinen „Penis“ (Potenz) in der Schrift „Funktion des Orgasmus“ zu sehen bekam. Freud fürchtete wohl um seine frigides und masturbierendes Liebchen Anna, die längst in die Frauenrolle inder sexuellen Vorstellung von Freud gewachsen war, als er seine Frau (mit 40) schon abstoßend fand.
So bekommt der ORgasmatron von Turner noch eine ungewollte, sinnige und erhellende „Interpenetration“. Und Freud gibt sich post mortem und seiner Bewegung noch den Thanatosstoß. Er mag Otto Groß als „Sohn“ kastriert und getötet haben, bei Reich ist er zwar nicht mehr zu Lebzeiten gescheitert, doch Therapie-Historiker werden den Ödipuskomplex als Projektion eines „psychoanalytisch mordenden Vaters“ betrachten müssen. Ferner ist auch der Wunsch der Tochter nicht der, Inzest zu begehen, sondern es ist der Wunsch des alten Sackes, seine erwachsene Tochter zu begatten. Somit dürfte die Existenz des Ödipuskomplexes bestritten werdne können und die Psychoanalyse als Okkulte Technik entlarvt werden ohne tieferen Sinn und ohne Verstand. Ich könnte diesen Faden weiterspinnen, aber es würde hier eh keinen interessieren, dass sollte man dann mal auf einem psychoanalytischen Kongress zum Besten geben. Das wäre der Job von Karl Falland & Bernd Nietschke – the strange case of Freud – zu schreiben.

Pierre: Fallend & Nitzschke sind in der Wolle gefärbte Freudianer und setzten sich für Reich nur ein, weil und insofern sie ihn für einen „Antifaschisten“ hielten. Als postfaschistische Antifaschisten kritisierten sie Freud und IPV nur wegen ihrer Politik gegenüber dem NS, wobei ihnen der „Fall Reich“ als Vehikel diente. Von ihnen ist also „The Strange Case of Sigmund Freud“ nicht zu erwarten.

O. Says: Hier am Ende eines Vortrages, der die Abgrenzung Reichs zu Freud zum Thema hatte, die üblichen Fragen einer esoterischen, aurasehenden, okkult-faschistisch strukturierten Person, die Orgon mit allen anderen asiatischen Energien vermischen möchte und damit unausgesprochen sagen möchte „Es ist doch alles nichts neues“ – dann möchte sie noch den Vergleich zum kollektiven Unbewußten (dem arischen okkulten Hitlerfreund C. G. Jung) führen und läßt sich auch hier bestätigen, dass dies Orgonenergie sei – was Reich in … speaks of Freud gesagt haben soll. – Eine Behauptung die nur im weitesten Sinne gemeint sein kann.

Robert 2011:
Hoffentlich wird das Buch wird bald auf Deutsch übersetzt. Die Zitate machen neugierig, auch weil Turner offenbar einige unbekannte Details ausgegraben hat. Darum begrüße ich jedes Buch über Reich, was neue Informationen bringt.
Im übrigen hat es keinen Sinn, sich über Turners Buch zu beklagen, da er genau das schreibt, was der pornographische Neurotiker hören will. So ein hervorragendes Buch wie das von Rothländer (Karl Motesiczki) hat dagegen überhaupt keine Erfolgszahlen, sondern ist ein Ladenhüter.

O. Says: Das was Turner hier zu tun pflegt, unterscheidet sich in nichts von Teenagern, die bei „fratzenbook“ ihre Mitschüler mobben. Er erzählt ewig dieselben Stories von Masturbation in seinem Orgasmotron, von Madness zu diesem und jenem Zeitpunkt und von wissenschaftlichen Ableitungen koppulierender StudentInnen, die er wohl bei „hisporn“ gesehen hat. Nur zu dumm, das Tote sich nicht mobben lassen. Bei Mesmer kommen seine heimlichen Wünsche zu Tage, endlich mal eine Frau sehen, die ihre Schenkel vor ihm spreitzt, sorry I guess this day will never come to you.

Klaus: In Welt-online (http://www.welt.de/kultur/article13588740/Wie-die-sexuelle-Revolution-nach-Amerika-kam.html) hat man eine neue Erkenntnis:
„Das grandiose Missverständnis besteht nun darin: Wilhelm Reich war keineswegs der Prophet des ungehemmt-wilden Herumvögelns. Sexualität sollte seiner Meinung nach unbedingt mit Liebe verbunden sein. Homosexualität hielt er für eine Krankheit, die es zu behandeln gelte. Wenn die linken Literaten, die in ihren Orgonakkumulatoren herumhockten, das gewusst hätten, sie wären schreiend ausgebrochen.“
Ansonsten das übliche:
„Erste Anzeichen von Verrücktheit – im klinischen Sinn – zeigte er bereits 1934, als er beim psychoanalytischen Kongress in Luzern auftrat, in einem Zelt campierte und ein großes Messer im Gürtel trug. Am Ende seines Lebens war Wilhelm Reich ein Alkoholiker, der Frauen schlug, sich von Feinden umstellt sah und mit Wasserstrahlen Ufos jagte, die seiner Ansicht nach die sexuellen Energiefelder vergifteten.“ ………..

O. 2011: Das ist eben klassiche Konditionierung des Lesers beim Reiz „Abartiges“ gepaart mit „Reich“ zur Reaktion „Ekel“, wo Abartiges = Turner stehen müsste.

Robert: Nachdem ich nun das ganze Buch gelesen habe, bin ich etwas ernüchtert darüber. Es enthält zahllose neue Quellen und Informationen, die das Buch durchaus lesenswert (ich würde behaupten zum m u s s) machen, aber insgesamt wird es Reich nicht gerecht.
Allerdings ist das Werk auch um Objektivität bemüht, er läßt immer auch die Gegenseite zu Wort kommen, was Turner ehrt.
Und seine historische Aufarbeitung von Margaret Sanger bis Fritz Perls ist durchaus gelungen, wenn auch etwas verworren.
Turner ist der durchschnittliche kleine Mann, der über etwas schreibt, wie es der typische Journalist machen würde – so verliert er sein wertvollstes Kapital. Dabei hätte er durchaus Gelegenheit gehabt, aus den vielen wertvollen Interviews und neuentdeckten Quellen etwas zu machen, was Bestand gehabt hätte. Aber ich habe den Eindruck, dass er unter dem Zwang stand, nichts von Reich ernstzunehmen und ein typisches halbseidenes Produkt des postmodernen Zynismus zu realisieren.
Ich hoffe, dass Wissenschaftler und Historiker mit dem nun entdecktenden Material neue Untersuchungen beginnen werden.

Robert weiter: „Beispielsweise fand Kinsey, daß 17 Prozent der Farmarbeiter „Tiersex“ praktiziert hatten (S. 211). „Kinsey catalogued different kinds of orgasms with Reichian enthusiasm“ (sic!) (ebd.).“
Sehr gute Kritik an Kinsey in dieser Heftbesprechung

Klaus: „In diesem Blog wurde eingewendet, daß durch Turners Buch Reich vielleicht wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.“
Na danke. Es ist eben gar nicht unbedingt erstrebenswert, Reich Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Den Erkenntnissen soll Aufmerksamkeit zuteil werden, und dafür bedarf es nicht einmal des Namens „Orgon“. Man kann die Phänomene erst einmal ohne Bezug auf den Mann beschreiben und hinterher wieder ‚zusammenpuzzeln’ derart, dass die von Reich angenommenen Zusammenhänge aufgrund der ‚Datenlage’ naheliegen.
Der Mann Reich ist
– durch seine Anhänger
– durch die 68er
– durch die Esos
– …. ?
so lächerlich gemacht worden, dass da wohl nicht mehr viel zu machen ist.

Peter: Es ist Heiko Lassek sehr hoch anzurechnen, daß er vielen terminalen Krebspatienten geholfen hat. Über Jahre war er der einzige seriöse Ansprechpartner weltweit! Auch ist ihm sehr hoch anzurechnen, daß er eindringlich vor einem Kult um den Orgonenergie-Akkumulator gewarnt hat: Es sind Leute, gegen Lasseks eindringliche Warnungen, elendlich an Krebs verreckt, weil sie die „Schulmedizin“ aus ideologischen Gründen abgelehnt haben und sich mit dem ORAC selbst behandeln wollten.
Es war immer wieder der anorgonotische Lähmungszustand, der mir bereitsgesundende Krebskranke tötete; (…) sie starben, als die natürliche orgastische Erregung auf die Plasmastauung stieß. (DER KREBS, S. 373f)
Das zweite Grundproblem der orgonomischen Krebstherapie ist die Selbstvergiftung des Körpers durch die „fauligen“ Abbauprodukte, die bei der Auflösung des Tumors freiwerden und u.a. zum Nierenversagen führen. Steht alles in DER KREBS.
The elimination of the pathways for getting rid of detritus is a problem that has not yet been solved. I believe that the task of healing fully developed cancer is just as hopeless as trying to treat fully developed character neuroses. (AMERICAN ODYSSEY, S. 321)

Peter 2011: Jetzt auch eine Besprechung in der NEW YORK TIMES von niemandem anderem als Christopher Hitchens, einer Medienpersönlichkeit in der angelsächsischen Welt. Ein Trotzkist, der vehement für George Bush eingetreten ist – also der über das ganze politische Spektrum hinweg gehört wird.

Dazu werden dann auch gleich noch Auszüge aus dem Buch geboten:

DeMeos Antwort auf die Besprechung in THE NEW YORK TIMES:
http://www.dailyhitchens.com/2011/09/inside-orgone-box.html

Peter weiter: Der NEW YORK TIMES gefällt Turners Buch!

O.: Orgasmoturns gibt es viele, doch nur einer ist echt.
http://www.independent.co.uk/arts-entertainment/books/reviews/adventures-in-the-orgasmatron-wilhelm-reich-and-the-invention-of-sex-by-christopher-turner-2343723.html

Peter zur Frage der „Spieltherapie“: Siehe den Film ROOM FOR HAPPINESS. Mit „Spieltherapie“ meine ich die ganz normale Vorgehensweise, wie sie jeder gute Kinderpsychotherapeut durchführt – angereichert mit orgontherapeutischen Elementen und „informed by orgonomic principles“.

Bernd Wolfgramm:Es ist nicht gut diesen Müll von Buch des C. Turners weiter zu verbreiten, zu übersetzen und auf die ohnehin schon verblödeten Menschen auszuschütten.
Nicht alle Bücher dieser Welt machen sie lebenswerter. Egal ob „freie Gesellschaft“ oder nicht.
Die E-verpesteten Menschen werden sich draufstürzen und es als Waffe benutzen eine weitere Hoffnung zu zerschlagen, damit sie in Ruhe in Ihrer Panzerung dahinvegetieren können.
Bitte veröffentlichen Sie, Herr Nasselstein, ein Buch, kürzer, verständlicher, liebevoller, geistreicher und emotional einprägsam – wie sie es in diesem Blog schon begonnen haben – damit alle die WR und das Lebendige lieben etwas in der Hand gegen dieser Haßwerk haben!

One chance: Wer Myron Sharaf kennengelernt hat, und ich meine nicht nur in seinen Workshops saß, wo die erste Reihe beim Sprechen den Kaffee den er schlürfte, aufs Papier usw. spukte, der wußte, dass er noch frisch denken konnte. Sein Körper war ein Wrack und er war über Jahre dem Tode nah, da kann man nichts „Lebendiges“ mehr erwarten. Ob er das Oranur wahrgenommen hat oder nicht, ist völlig uninteressant. Er hat daraus keinen Hehl daraus gemacht, wenn er an etwas gezweifelt hat und er hat aber nicht behauptet, dass so etwas nicht da gewesen wäre, sondern nur dass er es nicht gespürt hat.
Nebenbei bemerkt, wenn jemand die DEUTSCHE Ausgabe liest Der heilige Krieg des Lebendigen – oder wie der Schrott heißt, dann hat er kein Buch von Sharaf in der Hand, sondern eine Turnerausgabe. Verbrennt das Buch und lest die Amerikanische Ausgabe.
Sharaf hat sich nicht als „Orgontherapeut“ bezeichnet, obwohl er mehr von Reich gelernt hatte als irgendein Möchte-gern-Therapeut. Die ganze R.-Szene hat das Orgon nicht mal gespürt, also was soll die Aussage, das Sharaf zweifel hatte, ob jemand Oranur spüren konnte? Sharaf hat provoziert. Das war seine Lektion für andere. Dummköpfe wie Turner verstehen das nicht. Wenn du an Orgonenergie glaubtest, sagte dir Myron „ich spüre nichts, was spürst du?“ … Er enttarnte den blinden Glauben und die Gefolgschaft als deinen inneren faschistischen Charakter, mit dem du dich auseinandersetzen konntest. Er war Therapeut durch und durch, wie Franz Ferczak sagt „für Blöde nicht erkennbar“.
Das erste was er dich im persönlichen Gespräch fragte, war: Du bist Deutscher und ich bin Jude, hasst Du Juden? Do you hate me? (in agressivem Ton) – Da mag man erstmal geschockt sein und denken ist der irre? Bei ihm musste man nun erstmal hinter die Kulisse schauen, was in Berlin keiner gemacht hat. Alle waren begeistert, dass er als Halbtoter Reichs Worte predigt. Die Rolle hat er gespielt. Nicht die Gespielin eines hier nicht zu nennenden „Therapeuten“, die ihn ins Bett kriegen wollte, kannte ihn, noch die anderen, die meinten sie würden mit ihm kommunikativ verkehren. Sie hielten ihn wohl für verblödet. Er nahm es in Kauf in Berlin im Haus dieser Gespielin zu sterben, statt in Boston, weil er hier hoffte ein paar Menschen erreichen zu können und ihnen noch etwas geben zu können, was sie tief bewegen würde. Nur deswegen war er nach meiner Einschätzung in Berlin und nahm die Demütigungen in Kauf. Er machte seinen letzten Auftritt auf der Weltbühne Berlin. „Das Leben ist ein Bühne, spiele deine Rolle!“ Myron Sharaf 1995. [hier zitiert nach O.]
Ein Turner kann zitieren, wen und was er will, es ist immer der Erguss seiner Feder und seiner Hirnwindungen.

O.: Sharaf hat wohl seinen eigenen Stil gehabt. Die „Orgontherapie“ hat er anderen überlassen, das war nicht sein Interesse. Ich denke, dass er die provozierende Arbeit schon von Reich hatte, der sich für Patienten auch nicht mehr so viel Zeit nahm (Forschung stand im Vordergrund) und gleich (bestimmt etwas ungedulfig) lieber gleich zum Kern des Problems kam. Ebenso hat er mit der ihm eigenen, aber nicht auf den ersten Blick erkennbaren, körperlichen Präsenz gearbeitet und einem „warmen Herzen“, wenn man das so sagen kann. Er konfrontierte nicht inhaltlich mit einer Situation durch Darstellung einer Problematik oder dem Angebot einer (konträren) Lösung. Er „provozierte“ oder weckte die Emotionen sehr direkt. Teilweise mit der Aufforderung mal ein wenig zu atmen, beobachtete kurz die sichtbar werdende Blockierung und zauberte dann eine Thema als psychodramatische Szene mit lauter Stimme. Den Patienten auffordernd auch etwas lauter zu werden und die Emotionen kommen zu lassen. Seine Technik war sekundär wichtig. Das, was mit dem Patienten passierte und wie es sich im Verlauf entwickelte, stand im Vordergrund und war nicht vorhersehbar. Sharaf hatte meist keine Vorinformationen oder nur recht wenig.
Auf diese Weise hat man sofort gespürt, was der Körperpanzer bedeutet und welche Themen er speichert. Dies nachahmen zu wollen, geht nicht. Ich nehme an, dass er dass von Reich gelernt hat und dieser so mit ihm gearbeitet hatte. Wie man dies nun nennen will, ist unwesentlich, Sharaf hat es wohl psychoanalytische Körpertherapie genannt und eben nicht medizinische Orgontherapie.
Man mag jetzt denken, dass muss doch so ähnlich wie Skan gewesen sein, ähnlich vielleicht, aber eben nur das.
Vom Prinzip ist die emotionale Ausdrucksarbeit, das wie Orgontherapie europäisch verstanden wird.
Doch das ACO arbeitet klar anders, würde ich sagen, evtl. jedoch mit dem gleichen Ziel, aber ohne so persönlich und emotional in Beziehung zu gehen. Sharaf war nach einigen Stunden immer fix und fertig, weil ihn das auch immer physisch sehr mitnahm. Der Patient war danach aufgewühlt, aber fühlte sich damit „nicht im Regen stehen gelassen“, wie das bei Konfrontationen häufig das Gefühl ist, wenn es nicht nachbearbeitet wird.

Peter: Hier mal was vernünftiges über Reichs OIRC, die Kinder der Zukunft:
http://www.psychorgone.com/history/how-i-became-a-case-history-for-dr-wilhelm-reich

Robert: Dr. Reich gave me a small pamphlet to read called “The Barbarity of Circumcision”.
http://www.historyofcircumcision.net/images/stories/resources/snow.pdf

Robert 2009: Peter Reich berichtet in „Der Traumvater“, wie er von seinem Vater vegetotherapeutisch traktiert wurde. Es war für ihn sehr schmerzhaft, allerdings fühlte er sich danach besser.

Manuel: Der Bericht von Susanna Steig zeigt ebenso wie der von Roger Wilcox
http://home.netcom.com/~rogermw2/Reich/personal.html
das keineswegs nur Laientherapeuten ein Problem darstellen. Hier werden Anklagen unter anderem gegen Elsworth F. Baker und Albert Duvall erhoben, also die von Reich selbst als „Führungspersönlichkeiten“ der Orgonomie eingesetzten Leute. Insofern sind die „Fragezeichen hinter Reichs Lebenswerk“ noch wesentlich größer…

Peter: Eines der Kinder war Paki S. Wright, die über ihre Erfahrungen einen Roman geschrieben hat: The All Souls‘ Waiting Room
http://www.amazon.com/All-Souls-Waiting-Room/dp/0759656177/ref=cm_cr-mr-title
Der Reviewer James Strick ist übrigens ein führender orgonomischer Biologe und Historiker.

Klaus 2010: „I was three years old. What I remember: my mother leading me down the long, dark hallway of our New York City apartment. The cold, tiled hallway. A bus. Going up the stairs of a concrete building, cold, huge and scary (a warehouse, I now realize).
She was sitting in a chair. A gypsy-like woman dressed in shiny silks, with her breasts hanging out of her blouse. Her name was Felicia Saxe. I was left alone with her. The sharp pain of her fingers and nails digging into my shoulders. And then, I was caught up in what felt like a screaming, crying machine that would never stop. My screaming and crying was what she wanted.
More memories: my face coming closer and closer to her breasts, being shoved into her breasts — I couldn’t breathe! A huge vagina, coming nearer and nearer to my face. And then, as if from afar, her holding me on her lap, her hand under my skirt, masturbating me.
I remember being on a bus with my mother, on the way there. There were newly blooming Spring trees. I said something about what was happening. My mother looked out the window.“
Tja, also, wäre schon schön zu wissen, was da dran ist.

Dazu Peter: Das Tragische bei der ganzen Sache: Saxe war eine Laientherapeutin, die nur Kinder therapieren durfte, als sie auch Erwachsene nahm, hat Reich sie umgehend aus der Orgonomie rausgeworfen und darauf insistiert, daß nur noch Mediziner therapeutisch tätig werden dürfen. Lowen nahm daraufhin in recht fortgeschrittenem Alter ein aufwendiges Medizinstudium auf. Ob Reich von dem Mißbrauch wußte und sie auch deshalb rauswarf, weiß ich nicht.
Michael Silvert mußte er verbieten, jemals wieder Frauen zu behandeln, weil er sich (wenn auch nur verbal) seinen Patientinnen grob sexuell genähert hatte.
Alles unendlich ekelhaft.

Klaus: Ja, aber das versteh ich nun gar nicht. Ist es denn verantwortungsvoller, Therapeut für Erwachsene statt für Kinder zu sein?
Nee oh nee, Blechkisten sind verlässlicher.
„Ich habe beispielsweise vor 30 Jahren mit einer Person schlechte Erfahrungen gemacht, die ohne jede psychiatrische oder psychotherapeutische Ausbildung „Orgontherapie“ angeboten hat.“ Je nachdem, was man unter einer psychotherapeutischen Ausbildung versteht, wimmelt’s davon. Was eine psychiatrische betrifft, kenne ich in Deutschland keinen einzigen Fall. Ich habe den Eindruck, dass es vor allem einer guten Intuition bedarf, um z. B. bei Dipl.-Psychs zu erkennen, ob sie wenigstens keinen Schaden anrichten oder sogar ein wenig hilfreich sind. (Ich meine, dass es das gibt.) Schade ist aber vor allem, dass die starken Kriterien, z. B. Orgasmusreflex, die Reich so sehr zur Theoriebildung anregten, kaum noch auf ernsthaftes Interesse stoßen. Und dabei ist zu bedenken, dass Reich selbst Beobachtungen machte (in „Der Krebs“ angedeutet), die ihn ahnen ließen, dass es wiederum von best. Bedingungen abhängt, was der Orgasmusreflex über den Zustand eines Patienten aussagt. (Das war ja der Anstoß für die neueren Methoden, die so etwas wie ‚Ladungshaltevermögen‘ berücksichtigen.) Darauf dürfte Lassek mit Recht mehrfach hingewiesen haben. Es mangelt an Grundlagenforschung.

Peter: Nein, es ist wirklich so, daß Therapie mit Kindern einfacher ist, weil einfachste Interventionen reichen, um eine Blockierung aufzulösen. Und selbst wenn das bei Erwachsenen auch ginge: die sind es seit Jahrzehnten gewohnt verkrampft zu sein, so daß eine plötzliche „Entpanzerung“ absolut verheerend wirken muß.
Beispielsweise kann ein Orgonom einer Mutter in Windeseile beibringen, was sie zu tun hat, um immer wieder die Atemsperre ihres Babys aufzulösen. Während er für die Atemsperre ihres Ehemannes Jahre braucht.

O.: „…Ich wußte sofort, als ich vier Jahre alt war, daß er Kinder liebte. …“ Dies bezieht sich wohl auf Reich der Kinder von Herzen liebte; in diesem Kontext kann man es auch als Missbrauch verstehen, was wohl in dem Satz nicht gemeint war.
Kranke, d. h. orgastisch total impotente, Kinderficker in der „Orgonomie“ gibt es immer und werden lange unentdeckt bleiben, weil es dort keiner vermutet oder wissen will.
– Nicht zuletzt auch deshalb ist nichts von Kinder-Orgontherapie oder Babytherapie zu halten; selbst dann nicht, wenn die Panzerung sich in dieser Zeit schon bilden muss und die muskulären Verhärtungen fühlbar sind. Eva Reich hat es den ELTERN überlassen ihr Baby sanft zu massieren (kostenfrei versteht sich).

Peter:

Robert 2011: „Begriffe wie „Liebe“, „Gesundheit“ und „Normalität“ sind, frei nach Foucault, bloße Machtinstrumente, d.h. „faschistisch“.“
Foucault ist der reinste Typus des „modern liberal“, der für den Islamfaschismus nur noch tiefe Bewunderung hegen kann; so schreibt er Februar 1979:
Seit gestern kann jeder muslimische Staat von innen her revolutioniert werden, auf der Grundlage jahrhundertealter Traditionen.
Das ist vielleicht die erste große Erhebung gegen die weltumspannenden Systeme, die modernste und irrsinnigste Form der Revolte.
http://www.netzeitung.de/sport/270877.html

Robert: Kritik an Turner vom ACO:
http://www.orgonomy.org/public_eye_turner.html
http://www.orgonomy.org/images/images_misc/WSJ_Allen.pdf

Robert: Eine heiße Debatte zu James DeMeos Buchkritik:
http://www.amazon.com/review/R248562XEKAZQ1/ref=cm_cr_pr_cmt?ie=UTF8&ASIN=0374100942&nodeID=&tag=&linkCode=#wasThisHelpful
Malcolm Brenner says:
It’s time you got off the Reichian party line, Jim. Reich is dead, there is no orgone, he was not the „great man“ he, you and others trumped him up to be. His placement of Dr. Albert Duvall as head of the Orgonimic Infant Research Center got me raped as a little boy, and got countless other infants and children abused as well. Roger Wilcox, Lorna Luft and I all independently agree on that. Reich pushed sex onto little kids whether they wanted it or not, and it’s us, the „Children of the Future,“ who are calling you out on your belated idol-worship. Reich was a deluded, schizophrenic madman.

Dazu O.: Seit Turners Schmierwerk kann man ohnehin keine Kritik mehr glauben.
Jedoch stellt sich die Frage, ob der sexueller Missbrauch an Kindern durch Albert Duvall stattgefunden hat am OIRC. DeMeo verneint dies nicht, sondern argumentiert, dass Reich dafür nicht verantwortlich sei. Er ist nicht persönlich verantwortlich, aber organisatorisch hätte so ein Mensch nicht in eine solche Position kommen dürfen.
Bei aller Überwachung von Reich hätten auch die „investigativen Behörden“ hier sofort ein Verfahren einleiten müssen. (evtl. FBI, CIA, FDA) Stattdessen wühlten sie um Orgonon herum, nach „sex in the box“.
Da kommt der Verdacht auf, wenn man sie nicht für total inkompetent hält, das solche Schweinereien gedeckelt, und die Täter mit allen Mitteln geschützt werden. Und man fragt sich – voausgesetzt es stimmt – zu welcher Seite Hr. Duvall gehörte, dass man ihn schützte.

Peter: Duvall wurde von Reich und Baker geschützt, obwohl es einige Hinweise gab, die im Laufe der Jahre an sie herangetragen wurden. Cott, der als zuständiger Mann des Orgonomen-Verbandes dem ganzen nachgehen wollte, wurde von Reich zurückgepfiffen, worauf Cott die Orgonomie verließ. Reich hielt viel von Duvall und wollte ihn wohl gegen die „Emotionelle Pest“ schützen. Baker war engstens mit Duvall befreundet und hat die Sache nicht untersucht, nachdem Reich gestorben war, obwohl es Bakers Pflicht war.
Es ist natürlich nicht ganz ausgeschlossen, daß Duvall tatsächlich unschuldig war! Aber wie das jetzt untersuchen?

O.: Heißt das, dass Duvall irgendwann angezeigt und verurteilt wurde?
Es gab wirklich genug Katastrophen um Reich, da Bedarf es nicht noch weiteren …

O.: Die Arbeit im OIRC … was war sie? Mehr Fragen als Antworten vielleicht. Beginnen wir die Fragen wieder zu stellen ohne gleich eine Antwort zu haben.
„….Don’t do this little thing here or become this great liberator
there. Go very slowly, from the small little doing and ask
the question: ‘What can I do to help my life along and
what can I do to understand the one who is against it?’
Not fight him and say, ‘DOWN, DOWN, DOWN!’—
that’s politics, that’s exactly what we don’t want.
Understand him first, why he does it so feverishly.
Then you will find your ways.” WR
http://www.wilhelmreichtrust.org/orgonomic_infant_research_center-2008_10_25.pdf

O.: Nun es sollte mehr eine Warnung sein, in solchen Projekten genau hinzuschauen. Und wenn ein solcher Verdacht schon ausgesprochen wurde, sollte man dem auch nachgehen, er lässt sich nicht aus dem Weg räumen, in dem man ihn „verschweigt“. Ob dies ein Fall von emotioneller Pest war, wird man dann sehen müssen.
Geht man davon aus, dass dieser Mensch von einem Therapeuten angefasst wurde und dies als invasiv erlebt hat – sich missbraucht fühlt, dann kann man vielleicht zumindest eines daraus lernen: Finger weg von den Neugeborenen!
Wer meint denn das Recht zu haben ein fremdes Kind (gegen die eigene Willensbekundung des Kindes) anzufassen? Mag der „Therapeut“ noch so „reichianisch erleuchtet“ sein, er hat seine Hände nicht ans Kind zu legen und es zu „massieren“. – Nun wer dem jetzt widersprechen möchte, sollte erst einen Moment nachdenken, finde ich.
@ Christian: abgesehen davon, dass ich kaum einen Ansatz sehe, hier etwas untersuchen zu können, sind mir die Kosten hierfür zu hoch.

Peter: Hier eine vernünftige Besprechung von Turners Buch:
http://www.orgonomyuk.org.uk/Orgasmatron%20Review.html

Robert: Ich finde übrigens Turners Fragestellung, warum diese Beatniks und homosexuellen Subkulturellen sich dem Orgonakkumulatur zuwandten, durchaus legitim. Was sie sich davon erhofften, warum sie Reich überhaupt für voll nahmen, wo er doch in der Wissenschaft als verrückt galt. Womöglich ist die sexuelle Revolution im Westen zum Teil auf dem Mist dieser von Reich beeinflussten Beatniks und „Kulturschaffenden“ gewachsen.

Dazu O.: Wilhelm Reich war unter den Studenten allgemein bekannt und nicht nur unter den paar übriggebliebenen Dauer-Reichianer, die sich seit 40 Jahren nicht weiterentwickelt haben. (Das ACO ist hier nicht gemeint) – Darunter gab es auch wohl Schwule – das kann man wohl nicht ausschließen, die im ORAC wartend auf die sexuelle Befreiung (ein-)saßen und ausharten. Diese hier zum allgemeinen Kunden für ORACS zu stilisieren, ist typisch „Sportler“. Vielleicht verzerrt sich auch seine Wahrnehmung, weil er nur mit solchen Beatnix und Homosexuellen der 90-er abhängt.
Niemand ist dafür verantwortlich, welche Fans er hat. Zumindest hat Reich solche Leute nicht zu sich geladen.

Peter 2012: Es ist still um den Orgasmatron geworden. Und das obwohl es Berichte über ihn einst sogar in renommierte deutsche Zeitungen geschafft hatten. Was ist passiert? Ging der winzigsten Orgasmusmaschine der Welt etwa der Saft aus?
http://www.multi-gyn.de/blog-archivieren/blogpost/191-orgasmusst-rungen-nichts-neues-vom-orgasmatron.html

O.: Es darf an dieser Stelle klar an Sigmund Freud erinnert werden, der aus Fehlleistungen und Projektionen auf die Phantasie des „Senders“ (in diesem Fall Turner) schließen konnte. Die Themen und Inhalte, die Turner Reich andichtet, sind Zeugnis seiner eigenen perversen Phantasie: Sex mit Kindern in einer Folterkammer etc.
EKEL ist die natürliche Reaktion auf sein Engagement als „bester Reich-Kenner aller Zeiten“.
Wer wird sowas auf dem deutschen Markt lesen? Welcher Käufer wird dieses Buch in sein Regal stellen? Reich interessierte Leser sind abgefültt und brauchen nicht das x-te Tertiärbuch zu ihm. Die Jugend spricht er nicht an. So bleibt nur die Berliner Schwulenszene und hätte am besten im 2001 Verlag veröffentlicht werden müssen.

Robert: Christopher Turner, a very interesting young writer and thinker (& husband to the excellent Gaby Wood of the Observer), is proposing nothing short of a fascinatingly oblique new history of sex and sexuality in the twentieth century that will trace the roots of the freedoms so many in the American-led West enjoy to the hilt without a thought of how they became licensed so to do…
http://www.harpercollins.com.au/books/Adventures-In-The-Orgasmatron-ow-Renegade-Europeans-Conceived-the-Ameri-Christopher-Turner?isbn=9780007450350&HCHP=TB_Adventures+In+The+Orgasmatron:+ow+Renegade+Europeans+Conceived+the+Ameri

Peter: Christopher Turner, with Wellcome Trust, Slanders Reich Again
Another major smear of Reich, for the umteenth time, now in the Irish Mirror, and at the Wellcome Trust Museum in the UK.
http://obrlnews.wordpress.com/2014/11/07/christopher-turner-with-wellcome-trust-slanders-reich-again/

Klaus 2014: Es sind ja schlichtweg willkürlich falsche Behauptungen. Inhaltlich bewegt sich derartiges zwischen merkwürdigen Extremen :
“He thought the cure for all society’s ills was for everyone to have frequent orgasms.”
(http://www.irishmirror.ie/news/weird-news/institute-sexology-racy-sex-exhibition-4583818)
Einerseits.
Ein Aluminiumröhrchen mit Quarzkristallen zum Davorsitzen andererseits.
(http://www.praxis-michalke.de/17.html)

Dazu Says: Zitat aus deinem Link:
„Was der Orgonstrahler mit 100%iger Sicherheit nicht kann:
Beschwerden und Krankheiten heilen, wenn Sie es nicht wollen“
Die Verantwortung für ein Nichtfunktionieren kann somit bequem wieder auf den Patienten abgeschoben werden.

O.: Für mich ist diese Aussage ein Hinweis auf die Wirkungslosigkeit einer Behandlung, die auf Einbildung beruht, aber nichts energetisch bewirken kann. Nur bei der Suggestion ist die eigene Haltung des Klienten relevant.
Der Orgonstahler hingegen hat keine mir vorstellbare oder fühlbare Heilwirkung, aber er ist dennoch keinesfalls harmlos. Dadurch, dass er exrtrem stark „Energie“ (kein Orgon) bündelt und erzeugt, wirkt er – was auch wahrgenommen wird und dann irrtümlich (für mich) als „Wirkung“ interpretiert wird – schädlich bei direkter Einwirkung und, falls Fernwirkung festzustellen ist, auch dann. So bescheiden das klingen mag, würde ich jemanden krank machen wollen, würde ich ihn als erstes anwenden.
Somit ist folgendes Zitat verkürzt völlig richtig: „Was der Orgonstrahler mit 100%iger Sicherheit nicht kann: Beschwerden und Krankheiten heilen, …“

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel VI.13.

27. Mai 2016

orgonometrieteil12

I. Zusammenfassung

II. Die Hauptgleichung

III. Reichs „Freudo-Marxismus“

IV. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

V. Reichs Biophysik

VI. Äther, Gott und Teufel

1. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

2. Spiritualität und die sensationelle Pest

3. Die Biologie zwischen links und rechts

4. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

5. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

6. Die gesellschaftlichen Tabus

7. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

8. Dreifaltigkeit

9. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

10. Die Schöpfungsfunktion

11. Die Rechtslastigkeit der Naturwissenschaft

12. Bewegung und Bezugssystem

13. Der Geist in der Maschine

Die Emotionelle Pest (Teil 1)

22. Mai 2016

Beim Gesunden sorgt die genitalorgastische Funktion für einen ausgeglichenen Energiehaushalt. Es gibt nur eine Form der orgastischen Potenz, aber unendlich viele Abstufungen der orgastischen Impotenz. Doch kann man prinzipiell vier Hauptmöglichkeiten ausmachen, wie die genitalorgastisch unerledigte Erregung entladen wird:

  1. die Erregung wird erfolgreich, d.h. weitgehend symptomfrei in der Panzerung gebunden, wie beim „normalen“ Neurotiker, was der Gesundheit im Verständnis der konventionellen Medizin und Psychologie entspricht.
  2. kann die Erregung nicht mehr gebunden werden, kommt es zu neurotischen Symptomen, wie z.B. bei der sexuellen Perversion. Oder die Panzerung versagt ganz: die befreite Angst führt dann z.B. zum hysterischen oder zum psychotischen Zusammenbruch.
  3. kann die Erregung weder in der Panzerung noch in neurotischen Symptomen gebunden werden, entlädt sie sich im autonomen Nervensystem, was zu den somatischen Biopathien führt.
  4. eine letzte Möglichkeit, mit dieser „überschießenden“ Erregung fertigzuwerden, ist die „soziale Biopathie“ „Emotionelle Pest“, bei der man buchstäblich „seine schlechte Laune an anderen ausläßt“. Mit dem Konzept der Emotionellen Pest schaute Reich nicht mehr nur auf die Pathologie der Opfer, sondern auf die der Täter.

Zu Recht fürchten wir die unwillkürliche Plasmabewegung, zu der jeder echte Kontakt führt, wie den Tod, da sie unsere gepanzerte Struktur zu zerreißen droht. Wir könnten eine Herzattacke erleiden, psychotisch oder suizidal werden. Deshalb wenden wir uns Weltanschauungen zu, an die wir uns festhalten können. Das ist die einfache neurotische Reaktion des „Kleinen Mannes“. Aber es gibt auch die pestilente Reaktion des „Großen Kleinen Mannes“, der besonders energetisch und intelligent ist und sich zum faschistischen „Führer“ über die anderen Kleinen Männer aufschwingt. Der Erregung wird nicht mehr ausgewichen, sondern ihre Quelle wird angegangen und vernichtet. Das sind die „Aktivisten“, die Unterschriftensammler, die Organisierer von Bürgerwehren, die mystischen Wirrköpfe, die auf entstellte Weise die kosmische Orgonenergie manipulieren (etwa „Chembuster“), usw. Hierher gehören auch alle, die irgendeine „gesellschaftspolitische Agenda“ durchsetzen wollen.

Anstatt sich an den Genitalen Charakter zu halten, folgt der Kleine Mann dem Pestilenten Charakter, denn der erspart ihm den lebensgefährlichen Kontakt mit dem Wesentlichen. Ausweichen vor dem Wesentlichen ist ja die Erhaltungsbedingung des Kleinen Mannes, so daß für ihn der Genitale Charakter die Verkörperung aller Gefahr darstellt, während der pestilente Wahrheitskrämer die Erlösung verkörpert.

Es geht also nicht darum allgemeine Grundwahrheiten über den gepanzerten Menschen zu verbreiten, sondern um die funktionell spezifischen Grundlagen der spezifischen Erkrankung Emotionelle Pest. Panzerung hat nichts spezifisch mit der Emotionellen Pest zu tun. Ein extrem gepanzerter Mensch kann frei von der Emotionellen Pest sein (z.B. derjenige, der unter einer Soziophobie leidet und autistisch in seiner Ecke sitzt), während sich ein ziemlich ungepanzerter, agiler und manipulativer Mensch wie Modju, d.h. wie ein pestilenter Charakter verhält. So ist es hinsichtlich der Emotionellen Pest irrelevant, ob beispielsweise Helmut Kohl „einen dicken Panzer hat“ oder nicht, wichtig ist nur, daß er, wie zu seiner Regierungszeit im Stern zu lesen war, „keine Neigung zum Potentatentum“ hat und „ein ziemlich normaler Mensch geblieben ist“. „Und er ist ein verläßlicher Freund – wie nicht viele.“ Das einzige spezifische strukturelle an der Panzerung bei der Emotionellen Pest ist nicht die Stärke der Panzerung per se, sondern eine extrem starke Beckenpanzerung.

Oberflächlich könnte man Opportunismus als typisches pestilentes Verhalten betrachten, doch mir scheint er doch eher typisch für das normale neurotische Verhalten zu sein. Die Emotionelle Pest hat etwas Aktives an sich, etwas über die „normale“ Neurose hinausschießendes, während Opportunismus das genaue Gegenteil ist. Es ist ein Unterschied, ob 1938 ein SA-Mann aggressiv eine Synagoge anzündet und dabei dein Großvater ängstlich die Gardinen zuzieht und den Volksempfänger aufdreht. Das letztere ist sozusagen der neurotische Boden, ohne den die Emotionelle Pest nicht existieren könnte. Etwas über diesen Boden hinausschießendes spezifisch Pestilentes wäre es, wenn dein Großvater zu deiner Großmutter gesagt hätte: „Jetzt geht es diesem Judengesindel endlich an den Kragen!“ Die einfache Neurose hat etwas passiv unbeweglich Persistierendes an sich („Es war schon immer so und wird immer so bleiben mit den Juden!“), während die Emotionelle Pest aktiv auf etwas insistiert („Jetzt müssen wir endlich konsequent durchgreifen und nicht nur immer reden, sondern die Juden aktiv fertigmachen!“).

„Es muß etwas getan werden!“ Das ist der Erkennungssatz der Pest. Man denke nur an all den gesellschaftspolitischen Aktivismus der letzten 40 Jahre: „Es muß etwas getan werden!“ Und am Ende ist dann die Situation schlimmer als zuvor, wenn nicht sogar ausweglos. Ich erinnere nur an die grandiose Schulpolitik der letzten Jahrzehnte!

Es stimmt zwar, daß es ohne die opportunistischen Mitläufer nie zu den diversen Katastrophen gekommen wäre, aber der spezifische Auslöser waren halt ganz bestimmte Modjus. Hätte man diese beseitigt, wäre es beispielsweise auch in Tausenden von Jahren nie zu einem Holocaust gekommen. Modju ist wie ein Virus, in einem geschwächten Organismus.

Was den aktiven Kampf gegen die Pest betrifft – also etwa „Modju ausschalten!“: das kann sehr leicht selbst in Emotionelle Pest umschlagen. So verstand sich z.B. die RAF als eine Kampfeinheit gegen den in Wirklichkeit nie untergegangenen Nazismus. Und auch die Nazis glaubten gegen die Emotionelle Pest zu kämpfen, deren diabolischen Plan zur Vernichtung der Menschheit sie in den Protokollen der Weisen von Zion nachlesen konnten. Hitler hat sich persönlich in der Nachfolge Jesu gesehen! Vorsicht also vor „Kämpfern gegen die Emotionelle Pest“ und Nachsicht gegenüber „opportunistischen Schweinen“!

Auf Grundlage des bisher gesagten, folgt hier ein „EP-Index“ (Emotionelle Pest). Null Punkte bedeuten vollständige EP-Freiheit, zehn Punkte absolute Modjuhaftigkeit, dabei folge ich der Einteilung:

  1. Energiepegel: unangemessene Aggressivität entsprechend der starken Beckenpanzerung und dem hohen Energieniveau: beides zusammen macht die Menschen zu „stacheligen“ Sadisten. Der Pestilente Charakter ist typischerweise ein Aktivist mit einem buchstäblich hohen Potential.
  2. Sozialverhalten: Hang zur üblen Nachrede und „Mobbing“, wozu auch allgemeine Unverträglichkeit und die Zerstörung von Arbeitsbeziehungen gehört. Gleichzeitig versteht sich der Pestilente Charakter aber immer wieder lieb Kind zu machen. Er ist ein Parasit, der von den Arbeitsleistungen anderer lebt.
  3. Persönlicher Umgang: Hang andere zu „Hypnotisieren“, „stechender, bohrender, hypnotisierender Blick á la Hitler“ und der allgemeine Hang andere mit seiner vermeintlich „bezwingenden Persönlichkeit“ zu manipulieren.
  4. Ideologie: Freiheits- und Wahrheitskrämerei, worunter auch der vermeintliche „Kampf gegen die Emotionelle Pest“ gehört. Dieses Predigen ist verbunden mit einer vollständigen Uneinsichtigkeit in die eigene Pathologie, fehlende Selbstkritik.
  5. Sexualität: pornographisches Verhältnis zur Sexualität, wobei ich hier Pornographie mit einer verächtlichen Haltung gegenüber der Sexualität gleichsetze, im Unterschied zur passiven Verklemmtheit, die nicht pestilent ist.

Betrachten wir nun konkrete Beispiele:

  1. unangemessene Aggressivität:
    sehr stark 2
    mittel stark 1
    sehr schwach 0
  2. Hang zur üblen Nachrede:
    sehr stark 2
    mittel stark 1
    sehr schwach 0
  3. Hang, andere zu „hypnotisieren“:
    sehr stark 2
    mittel stark 1
    sehr schwach 0
  4. Freiheits- und Wahrheitskrämerei:
    sehr stark 2
    mittel stark 1
    sehr schwach 0
  5. pornographisches Verhältnis zur Sexualität:
    sehr stark 2
    mittel stark 1
    sehr schwach 0

L. Ron Hubbard ist das Paradebeispiel eines „10-Punkte“-Modju. Er war extrem energetisch, kriminell, diktatorisch und ein Perverser, der seine Umgebung mit einer rigiden Sexualmoral malträtiert hat. Ein moderner Mohammed oder Joseph Smith!

Sein System beruhte darauf seine Mitmenschen durch Hypnosetechniken gefügig zu machen, ihnen ihre Seele zu stehlen – und sie dafür, d.h. für die eigene Zerstörung, ein Vermögen zahlen zu lassen.

Hier ein typisches Beispiel wie die Opfer aussehen – und das ist jemand, der die „Kirche“ verlassen hat, aber immer noch an den ganzen Unsinn glaubt. Was sie sagt, ist vollkommen gleichgültig, wichtig sind nur die Augen und die Ausstrahlung. Was Modju hinterläßt, ist eine leere Hülle:

Die gleiche Glut, der gleiche Irrsinn, die gleiche chronische Überexpansion, die gleiche krankhafte Erregung, der gleiche dauerhypnotisierte, dabei untergründig tief verzweifelt, depersonalisierte Zustand wie bei den Halbirren, die Stalin, Hitler und Mao zugejubelt haben.

Hier ein Beispiel, wozu solche Menschen in der Lage sind:

Wie kann man mit der Emotionellen Pest umgehen?

  1. Es ist sinnlos sich mit den Vertretern der Emotionellen Pest, beispielsweise den Proponenten des Pseudo-Liberalismus (der die heute virulenteste Form der Emotionellen Pest ist), abzugeben. Es ist so wie mit den psychopathischen Schlägertypen einst auf dem Schulhof – entweder haust du ihnen so eine in die Fresse, daß sie dich für immer in Ruhe lassen (meist reicht es, daß man als einziger nicht zurückweicht, nicht kleinbeigibt) oder du läßt sie in Ruhe und gehst ihnen tunlichst aus dem Weg. Jeder Kompromiß oder jedes Mittelding zwischen den beiden Alternativen bedeutet den sicheren Tod. Man läßt Modju nicht in seine Nähe: entweder indem man ihm einen vernichtenden Schlag versetzt oder indem man wegrennt.
  2. Wer sich mit der Emotionellen Pest beschäftigt, „wer den Saustall ausmisten will“, wird dabei zwangsläufig sich selbst „beschmutzen“. Nun ist der pestilente Charakter aber zumeist ein äußerst moralischer Mensch und wird dich als unmoralisches, „dreckiges“ Schwein bezeichnen. Dabei ist er selber nichts weiter als ein Haufen Dreck, macht dich aber wegen jedem kleinsten Dreckspritzer auf deiner Weste an.
    Dadurch erreicht Modju zweierlei: erstens verwischt er den Unterschied zwischen Sauberkeit und Dreck („Jeder hat doch Dreck am Stecken!“); und zweitens kann er sich selbst zum Kämpfer gegen den Dreck aufspielen: Judas spielt sich zum Christus auf.
    Deshalb muß man alles tun, um den Unterschied aufrechtzuerhalten, den Unterschied zwischen gut und böse. Und entgegen aller Pseudofunktionalisten hat Reich genau dies getan. Wenn wir den Unterschied zwischen OR und DOR verwischen, wird es nie gelingen das DOR zu sequestrieren. Und schließlich: die Pest wird nicht von Selbstzweifeln geplagt, warum also ausgerechnet wir?
  3. Wir haben keinerlei Grund, das Licht der Öffentlichkeit zu scheuen, die Pest mit ihren Leichen im Keller sehr wohl.
  4. Um aber nicht selbst pestilente Mittel zu benutzen, sollte man weniger auf die einzelnen Pestkranken abzielen, sondern auf die Mechanismen der Emotionellen Pest. Diese müssen unter allen Umständen für jeden sichtbar freigelegt werden. Das ist die Hauptaufgabe jeder orgonomischen Aufklärung. (Tatsächlich ist ein Großteil der Weltliteratur der Beschreibung der Mechanismen der Emotionellen Pest gewidmet.)
  5. Generell ist über die Irrationalität zu sagen, daß es unfair ist, Menschen wegen ihres neurotischen Charakters, also ihrer Krankheit, anzugreifen. Eine ganz andere Angelegenheit ist es, wenn der Neurotiker seine Irrationalität auf dem sozialen Schauplatz auslebt. Unverzeihlich ist es aber, daß er dies in einem lebenswichtigen Bereich tut – insbesondere der Orgonomie. Man muß im Umgang diese drei Bereiche voneinander trennen. Es geht schließlich um das Interesse des Lebendigen, nicht um abstrakte Moral. Wenn sich Modju in einem irrelevanten Bereich austobt – wen interessiert’s.
  6. Die Emotionelle Pest weicht nur zurück, wenn sie direkt attackiert wird. „Bis hier und nicht weiter! Mir ist scheiß egal, was du sonst tust, aber hier lasse ich dich nicht durch!“ Wenn die Emotionelle Pest wirklich die Emotionelle Pest ist, wird sie zurückweichen und sich ein anderes Opfer suchen, denn Feigheit ist ihr Wesensmerkmal. Vielleicht kollabiert sie auch gleich ganz, da sie auf Kompromißlosigkeit nicht vorbereitet war. Man muß diesen Überraschungseffekt ausnutzen. Die Pestilenz ist wie eine DOR-Wolke oder ein Krebstumor: ein wenig Orgon reicht und sie verflüchtigt sich. Ein Solschenizyn reicht – und das Reich des Bösen kollabiert!
    Unser eigener Pessimismus angesichts der Pest ist unser größter Feind!

Okkulte Angriffe auf die Orgonomie

11. November 2015

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, kurz vor und zu Anfang von Reichs Schaffen, gab es drei bedeutende Okkultisten: Rudolf Steiner, mit seiner Anthroposophie, einer Abspaltung der auf Blavatsky zurückgehenden Theosophie, Aleister Crowley, mit seiner Mischung aus tantrischer Sexualmagie und Elisabethanischer Spökenkiekerei, und schließlich Georg Gurdjieff, der die Menschen mit einem Pseudo-Sufitum und unverständlichem und deshalb vermeintlich tiefem Gestammel überzeugte. Reich war mit allen drei konfrontiert. Die Anthroposophie erwähnt er in seinen Erinnerungen an die 1920er Jahre (Die Entdeckung des Orgons, Bd. 1) und mit den beiden letzteren Lehren hatte er zu Zeiten der „Beatniks“ Ende der 1940er und Anfang der 1950er Jahre zu tun. Er reagierte belustigt, teilweise befremdet, etwa als Israel Regardie die Crowleanity mit dem verband, was er für Orgontherapie hielt. Hier ein Beispiel für diese „Arbeit“ aus der Gegenwart:

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=peJ4n62svpU%5D

Über Rudolf Steiner und die „Reichianer“, die sich auf ihn berufen, habe ich mich in diesem Blog bereits wiederholt auseinandergesetzt. Siehe etwa Die anthroposophische Pest.

Der windige Okkult-Betrüger Georg Iwanowitsch Gurdjieff (oder Gurdjew, 1873-1949) zog mit einer phantasievollen Lebensgeschichte á la Karl May und Machtfantasien über magisches Geheimwissen ich-schwache Dösbaddels an. Er gab sich als Repräsentant einer Geheimsekte aus, die 2900 v.Chr. in Babylon ins Leben gerufen worden sei: die „Weltbruderschaft Sarmoung“. Das Kennzeichen dieser Geheimloge (das „Enneagramm“, ein mystisches Symbol des Sufismus, „das Gesicht Allahs“, dessen neun Zacken die heilige Zahl des Islam repräsentieren) war übrigens zu Heiko Lasseks Lebzeiten zusammengefügt mit dem Zeichen des orgonomischen Funktionalismus das Logo eines kuriosen „Wilhelm Reich Instituts“ (sic!) in Berlin.

Gurdjieff vertrat eine Art westlichen Yoga, sowie Hypnose, Bewußtmachungs-Übungen („der Schlaf als der größte Feind der Menschheit“ – Verachtung für das Autonome Nervensystem!) und Tanzrituale. Diese Exerzitien sind eine Mischung aus Sufi-Tanz, Eurythmie und „Kraft durch Freude“-Turnübungen in roboterhafter Massenchoreographie, besser als jedes militärische Exerzieren – und entsprechend wirksamer in der Erlangung des militärischen Ziels, der Schaffung des willenlosen Roboters. Alles in allem ist die Gurdjieffeanity die Weisheit Saharasias zur Faschisierung der Welt. – Zieht man neben diesen „körpertherapeutischen“ Elementen noch in Betracht, daß Gurdjieff den Menschen als einen Umwandler von Energie betrachtete, erinnert all dies oberflächlich an die Orgonomie.

Übrigens wurde Gurdjieffs Biographie Mitte der 1970er Jahre in Afghanistan verfilmt, weil dort, so der Regisseur, die Menschen die richtige Gurdjieff-mäßige Ausstrahlung haben. Dazu muß man wissen, daß Afghanistan mitten im asiatischen Zentrum Saharasias liegt und vom Zarathustra-Glauben, Buddhismus, Manichäismus und schließlich vom Islam geprägt wurde, diese Leute sind also durch und durch und durch Saharasia-Destillat pur.

Gurdjieff hatte Einfluß auf die „Reichianische“ Bhagwan Shree Rajneesh-Bewegung. Osho:

Jemand litt unter Impotenz, dann setzte Wilhelm Reich ihn in seine Kiste und die Impotenz verschwand zumindest für ein paar Tage, als ob seine Batterie wieder aufgeladen wurde.
[Reichs] Arbeit war seltsam, hart… und sie wurde ihm von der Gesellschaft noch schwerer gemacht, weil sie sofort anfingen, ihn zu verdammen, indem sie behaupteten, er stehe mit dem Teufel in Verbindung – genau wie bei mir! – sie sagten, daß man dem Sex entsagen müßte und er lehrte den Menschen merkwürdige Übungen.
…Bioelektrizität kann dir helfen, in tiefe Meditation zu gehen ohne viel Aufwand bei der Eindämmung deiner Gedanken. (Rajneesh: Beyond the Frontiers of the Mind)

Solche Okkultisten haben nur eine Motivation: Wille zur Macht und Selbsterhöhung. Dementsprechend sind Gurdjieffs „Lehren“: der gewöhnliche Mensch ist nichts als ein Roboter, eine bloße Marionette des reinen Zufalls und ohne eigene Seele, die Jünger Gurdjieffs jedoch würden diesen sinnlosen mechanischen Wiederholungszwang der Natur durchbrechen und eine Seele und somit ein sinnvolles Schicksal erlangen. Sie würden frei wie Gott jenseits der Natur wie der „Thetan“ in L. Ron Hubbards Dianetik und Scientology (weitgehend ein Plagiat der Crowleanity). Praktisch wird diese Freiheit durch Dekonditionierung erlangt, d.h. sado-masochistische Praktiken, die der okkulte Führer anordnet, um die Konditionierungen aufzubrechen, die den Menschen in Ketten halten (z.B. Abscheu, Ekel, Schamhaftigkeit und Moral).

Dies ist heute der Schlüssel zum Neo-Satanismus in der Tradition Aleister Crowleys, man denke nur an das „Ekeltraining“. Es wird immer wieder von Folterungen, Vergewaltigungen bis hin zum Opfermord an Babys und Kleinkindern berichtet. Dies gehöre zum Alltag der neo-satanistischen Crowleyanischen Geheimsekten, die sich hermetisch abkapseln, indem zum „de-konditionierenden“ Aufnahmeritual ein Schwerverbrechen gehört (in erster Linie Foltermord). Das wird immer wieder und zwar ziemlich glaubwürdig als „urban legend“ und Sensationsmache in Abrede gestellt. Crowley habe alles immer nur allegorisch gemeint und nur der Uneingeweihte könne so blöd sein, teilweise schockierende Stellen wörtlich zu nehmen. Das Problem dabei ist, daß in der Esoterik das Gegenteil dieser einleuchtenden Logik gilt: dem Uneingeweihten und dem Anfänger wird gesagt, daß das alles selbstverständlich nur eine Allegorie ist, während der Eingeweihte weiß, daß es eins zu eins gilt. Die perfekte Geheimhaltung!

Der freie Übermensch auf der einen und der konditionierte Untermensch auf der anderen Seite. Der Sadismus ist darauf ausgerichtet, den „Untermenschen“ zu zerbrechen oder ihn durch das sadistische Dekonditionieren, das seinen „wahren Willen“ freilegt, in einen „Übermenschen“ umzuwandeln – wenn er nicht vorher zerbricht und sich dergestalt als ungeeignet erweist. Das Neue Zeitalter einer okkulten Super-Rasse ist das Ziel. Eine weitere Lehre von Gurdjieff ist Bewegung um ihrer selbst willen. Dies war auch der Sinn „der Bewegung“ des Nationalsozialismus: hysterisch muß es ständigen Wechsel geben, ständige Mobilisierung, nie endendes imperialistisches Wachstum und Überschreiten aller materiellen und ethischen Grenzen, die vollkommene Mobilisierung, „der totale Krieg“ – bis zur Shoa.

Übermenschen wie Gurdjieff sind frei von aller Moral und Ethik. Sie haben kein schlechtes Gewissen, weil, Gurdjieff zufolge, die Vergangenheit nicht die Gegenwart bestimmen sollte. Gurdjieff geht sogar so weit, zu behaupten, daß man die Vergangenheit von der Gegenwart abhängig machen könne – Stalin hat ja auch tatsächlich gezeigt, daß sowas geht… Außerdem übernahm er ganz wie sein Nachfolger Bhagwan keinerlei Verantwortung für die ihm hörigen Jünger, denn Verantwortung mache einem zum Sklaven. Absolute Freiheit ist das Ziel und die Jünger sind für sich selber verantwortlich. Wie Hitler übernahmen Gurdjieff und Bhagwan alle Verantwortung, wollten aber keine Verantwortung tragen.

Gurdjieff war stolz darauf, seinen Lebensunterhalt durch kriminelle Manipulation der „Roboter“ erlangt zu haben. Da, Gurdjieff zufolge, wir normalen, nicht-esoterischen Menschen nur Schlafwandler, Zombies und überhaupt keine richtigen menschlichen Wesen sind, keine Seele haben, und deshalb gar nicht wirklich existieren, kann der okkulte Übermensch mit uns tun, was er will. – Abgesehen vom Gurdjieff-Kult werden viele Leser persönliche Erfahrungen mit der verächtlichen Haltung von Kleinen Männern gemacht haben, die „in Therapie“, „im spirituellen Wachstumsprozeß“ oder was auch immer sind, gegenüber uns, die wir nicht erwacht und Teil dieser Bewegung sind.

Durch den Einfluß seiner dritten Frau war der amerikanische Architekt Frank L. Wright tief beeindruckt von Gurdjieffs Lehren. Er lebte zusammen mit seinen Studenten im Gurdjieff-Stil, d.h. sie mußten für ihren Meister Wright arbeiten. Sie arbeiteten wie Sklaven von 7 Uhr morgens bis 10 nachts. Seine Frau bestimmte ihr Privatleben: wer eine Affäre mit wem haben durfte bzw. sollte, usw. Wirklich eine perfekte faschistische Gurdjieff-Gemeinde – und alle waren vollkommen glücklich. Frau Wright, ehemalige Schülerin Gurdjieffs, war ein echter Pestcharakter. Besonders hart war sie zu den anderen Frauen. Sie war die Bienenkönigin. Wrights „Schule“ der Architektur war ein semi-religiöser Kult.

Ein Gutteil, nein fast alles, in der „esoterischen“ Populärkultur beruht auf nackten Lügen. Man nehme nur, was aus Madame Blavatskys Schmierereien hervorgegangen ist: das reicht von der Theosophie und Anthroposophie über den Nationalsozialismus bis hin zu David Icke, der heute nichts anderes tut, als Blavatskys aufgewärmte „Lehren“ zu verbreiten, um neue Generationen mit diesem Gedankengut zu verblöden. Von vorne bis hinten ist diese vermeintliche „Esoterik“ schlichtweg erlogen. Nichts anders als etwa all der Unsinn, den Gurdjieff dem dekadenten Gesindel des Westens aufgetischt hat. Oder man denke an so einen Dreck wie die allbekannten „Kristallschädel“. Ganze Bücher wurden geschrieben, einzig und allein um diesen lächerlichen Tinnef mit möglichst großem Profit verkaufen zu können. Es gibt nach wie vor Millionen, die dem kriminellen Lügner Zecharia Sitchin seine frei erfundenen Lügenmärchen über den zwölften Planeten, die Sumerer und die „Anunnaki“ abkaufen. Ich könnte stundenlang so fortfahren. Beispielsweise habe ich mich mit dem grotesken Paar Nicolai Levashov „Svetlana de Rohan Levashova“ beschäftigt.

Diese Leute machen ein Vermögen und nähren ihr Ego. Aber warum folgen so viele diesem so offensichtlichen und manchmal wirklich nur peinlichen Schwachsinn? Ich meine, wer Sitchin ernstgenommen hat, sollte bei Amazon dringend ein neues Gehirn bestellen!

Die Menschen folgen den Lügnern in Scharen, weil sie belogen werden wollen. Die Wahrheit fliehen sie. Wahrheit zieht nämlich immer mehr Wahrheit nach sich und, das Wahrheit nichts anderes als Kontakt mit der Wirklichkeit ist, folgt daraus stets Arbeit (oder Liebe oder Wissenserwerb). Das schlimmste, was einem gepanzerten Organismus widerfahren kann: produktive Bewegung! Das Faszinosum, das diese Lügen für so viele Menschen darstellt, ist darin begründet, daß sie eine Karikatur der Wahrheit sind, sozusagen „folgenlose Wahrheit“. Es geht stets um Konzepte, die Reichs Entdeckungen sehr nahe kommen. Es dreht sich alles auf verkorkste Weise um „Lebensenergie“ oder etwa, wie bei Sitchin, um den Beginn der menschlichen Falle (die Ursprünge der menschlichen Panzerung) oder um den Christusmord. Das erklärt auch den sensationellen Erfolg von Schundromanen wie Assassini, Illuminati, Sakrileg und Da Vince Code. Mit den ungebildeten Lesern dieser Schundliteratur muß ich regelmäßig über allen möglichen hanebüchenen Unsinn „diskutieren“. Millionen Menschen leben in einem unwirklichen Paralleluniversum!

Von Anfang an hat dieser Müll die Orgonomie gefährdet. Trevor Constable, einst mit dem ACO verbundener Cloudbuster-Operateur, hat versucht, die Orgonomie mit der Anthroposophie zu verbinden. Neulich wurde hier auf David Brahinsky verwiesen.

Schwarze Orgontherapie

11. Oktober 2015

Scientology beruht auf Hypnose, die durch das „Auditing“ aufrechterhalten und verstärkt wird. Am Anfang steht der Kommunikationskurs, zu dessen Hauptübungen es gehört, daß sich zwei beliebige Personen gegenübersitzen und sich ohne zu blinzeln oder irgendeine andere Regung zu zeigen zwei Stunden lang anstarren, wobei die Uhr bei jeder Regung von neuem auf null gestellt wird. Für Primaten wie dem Homo sapiens ist das die ultimative Streßsituation, die, wenn Flucht oder Angriff unmöglich gemacht werden, nur durch einen einzigen Mechanismus entschärft werden kann: die Trennung von bioenergetischer Erregung und der Wahrnehmung dieser Erregung. Reich bezeichnete das als „schizophrene Spaltung“. In der Schizophrenie ist diese Spaltung tief verankert, bei Opfern von „Psychotechniken“ ist sie nur oberflächlich und muß deshalb künstlich aufrechterhalten werden, wobei sie sich im Laufe der Zeit natürlich auch tiefer verankert.

Fatalerweise gibt es in der Gestalt der „Bioenergetik“ Alexander Lowens eine Entsprechung beim „Reichianismus“. Hier wird die Trennung von Erregung und Wahrnehmung durch zweierlei erreicht: durch Aufbrechen der Panzerung mittels Folter und durch Überschwemmen des Körpers mit bioenergetischer Erregung, die die Toleranzschwelle weit übersteigt. „Folter“? Erstens ist wohlbekannt, daß man sich Folter nur entziehen kann, wenn man tranceartig „weggeht“ (Spaltung) und zweitens: die biophysische Intervention in der Orgontherapie besteht in nichts anderem als durch Druck an der richtigen Stelle die Muskelpanzerung so zu verstärken, daß sie nachgeben muß. Das kann sehr schmerzhaft sein. „Reichianer“ haben sich ausgerechnet auf diesen Aspekt der Reichschen Therapie kapriziert. Doch während in der Orgontherapie gilt, daß diese Intervention entsprechend einer psychoanalytischen „Deutung“ nur dann angewendet werden darf, wenn nach viel Widerstandanalyse der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist, bombardieren „Reichianer“ mit maximaler Gewalt ihre „Patienten“ mit diesen Interventionen. Das entspricht in etwa den „wilden Deutungen“ in der Psychoanalyse, denen Reich mit seinem Klassiker Charakteranalyse entgegengetreten ist.

Ähnlich wie es in der Psychoanalyse infolge der verfrühten Deutungen zu „chaotischen Situationen“ gekommen ist, erzeugt der blinde und sinnlose Angriff auf den Muskelpanzer ein bioenergetisches Durcheinander, bei dem die obenerwähnte Spaltung biophysische Struktur wird: die oberen Segmente, insbesondere aber das Augensegment, panzern sich vermehrt ab, um die aus den verfrüht entpanzerten unteren Segmenten freigewordene bioenergetische Erregung zu binden. Die Augenpanzerung führt zur Spaltung ähnlich wie bei der Schizophrenie.

Ohnehin erinnert das Geschehen in „bioenergetischen“ Übungsräumen eher an eine Folterkammer als an die Praxis eines Orgontherapeuten. In der Orgontherapie geht es um die Befreiung und den Ausdruck unterdrückter Emotionen, die „Ausdruckssprache des Lebendigen“, also letztendlich dem Orgasmusreflex die Bahn zu ebnen. Das ist etwas grundsätzlich anderes als das Einnehmen von „Streßpositionen“, um emotionale Reaktionen zu erzwingen. Es entspricht wieder dem Gegensatz zwischen einer geregelten Charakteranalyse und dem „Bombardieren“ des Unbewußten mit willkürlichen Deutungen in der Psychoanalyse. Außerdem induziert der Schmerz jeweils eine scharfe bioenergetische Kontraktion, die, da die teilweise seit Jahrzehnten unterdrückten schmerzhaften Emotionen nicht systematisch befreit werden, das bioenergetische System des Organismus noch mehr schädigt, als es ohne diese Form von „Therapie“ ohnehin schon war. Der ursprünglichen Traumatisierung wird eine neue hinzugefügt. Diese Kontraktion bedingt an sich bereits Spaltung, da der Raum zwischen zentraler Erregung und peripherer Wahrnehmung wächst:

lowenexpkontr

Diskussionsforum 2011: eine Nachlese (Teil 4)

2. Oktober 2015

Sebastian: Hi, ich habe ein paar Fragen…
Könnt ihr mir folgenden Satz erklären: „Wir werden später zu zeigen haben, daß es die Funktion der Emotion ist, die das Ziel eines Triebes bildet und nicht umgekehrt, wie die Metaphysiker behaupten.“ (Äther, Gott und Teufel, S. 54)
Wann kommt dieses „später“ (Seitenzahl oder so) und wer sind in diesem Fall die Metaphysiker?
Als Funktion der Emotion nennt Reich Beispiele: Die Lust führt zur Entladung überschüssiger Zellenergie, Wut hat die Funktion lebensbedrohende Situationen zu bewältigen. Welche Funktionen erfüllen Angst (Wahrnehmung von Gefahr?), Trauer (Bewältigung des Verlustes von gewohntem Kontakt?) und Sehnsucht (Streben nach Kontakt?)?
Was für Bewegungszustände spiegeln die primären Emotionen wider? Lust, Sehnsucht, Wut = expansiv und Angst, Trauer = kontraktiv?
Wie muß ich mir das Verhältnis zwischen Emotion und Trieb vorstellen? Eine Emotion ist doch die Reaktion auf einen äußeren Reiz und der Trieb ein innerer, permanenter Reiz, oder? Wie hängen die beiden zusammen?
Und schließlich: In Charakteranalyse geht Reich von Lust, Angst und Wut als den grundlegenden Emotionen aus. Wie ist er zu Trauer und Sehnsucht gekommen? Klinische Beobachtung?
Vielleicht ein bißchen viele Fragen. Wer will, kann mir per Email antworten. Würde mich freuen, weil ich gerade ein bißchen durchhänge. Allgemein ist es der Übergang von primären und sekundären Trieben zu primären und sekundären Emotionen, der mich fragen läßt.

O.: Sowas ist natürlich eine schöne Aufgabe und vermutlich würde ich jeden Tag, etwas anderes darauf antworten … jetzt einmal so aus dem Zusammenhang gerissen, da mir das Buch momentan nicht vorliegt und schon ewig her ist, daß ich es gelesen habe … will ich mal einen Versuch wagen, obwohl es für mich natürlich auch viel interessanter wäre zu schauen, was andere dazu sagen wollen.
In der Psychologie gibt es Grundemotionen und sekundäre Emotionen und irgendwelche Emotionstheoretiker …
Bei Reich gibt es prinzipiell nur zwei Bewegungszustände, wenn man die totale Starre (oder die Nicht-Bewegung einmal ausschließt): Hin zur Welt und weg zur Welt. Soweit so einfach. Anhand der bioelektrischen Untersuchung von Sexualität und Angst erzielt der Lustreiz (Streicheln) das hin zur Welt (Lust) und ein Angstreiz (Schreck) einen Rückzug von der Welt. – Das sind die beiden „Bewegungszustände“.
Diese Bewegungszustände finden auch ohne Reize statt und ohne Emotionen, wenn man jetzt nicht „emotion“ von emovere (bewegen) begreift. Zentrieren/Kontrahieren und Expandieren nur als Energiebewegung in einer Membran. Beim Mensch geht das mit Emotionen einher und der „Beweggrund“ ist die „Trieb-“/Bio-Energie, der Sexualtrieb/Libido.
Es gibt nur einen Trieb (Bei Reich schon mal kritisch zu sehen, wenn er von „einem“ Trieb spricht – welchen gibt es noch???), die Libido.
Ziel dieser Libido sei nun kein Objekt (wie es vielleicht auch klar und richtig wäre), sondern im Reich-Satz eine Funktion!
Was ist die Funktion (hier der Emotion)? Hin zur Welt oder Rückzug, würde ich erstmal annehmen.
Der Trieb ist der Sexualtrieb, die Energie, die sich im Körper aufbaut und natürlich auch psychisch ist und wirkt. Die Funktion, sagt nun, daß etwas mit dem Energiepotential geschehen muß … sonst würde man ja irgendwann platzen …, jetzt müßte sich von außen einmal ein Reiz anbieten, auf den die „Energieladung“ agieren kann.
Je nach Reiz/Anlaß bekommt man die entsprechende passende primäre Emotion: Wut, Lust und Angst als Reaktion auf einen externen Reiz. Wobei natürlich der Mensch nicht passiv zu denken ist, sondern er sich eine Situation aktiv gesucht haben wird. Wird die Lust zurückgewiesen, entsteht (sekundär) Trauer, die Triebenergie verkehrt sich zurück nach innen. Lust, die nachströmt zum Liebesobjekt, aber nicht zum Ziel finden darf, wird wieder zur Trauer und zur (tertiär) Sehnsucht … die dann wieder enttäuscht wird … etc.
Reich fragt jetzt welche Funktion erfüllen die primären Emotionen … Entladung von Sexualenergie, Bewältigung einer bedrohlich erlebten Situation durch Aggression oder Angst (Rückzug, Flucht).
Wenn es nicht um die basalen Emotionen (Durst und Hunger) geht, dann kann man sich andere leisten, wie Sehnsucht, Trauer …
Der Primäre Trieb ist die Libido, der sekundäre bei Reich, der „Thanatos“ (angeblicher Todestrieb), abgeleitet vom verhinderten Libido.
Dann gibt es noch das Schichten-Modell mit dem primären Kern (Lust, Liebe) und der sekundären Triebschicht (Gewalt, Zerstörung, etc.) und die freundliche gesellschaftliche Maske als dritte äußere Schicht.
Auf Metaphysik bin ich mal nicht eingegangen.
Trauer und Sehnsucht ist ihm wohl später auch ins Blickfeld gerückt, aber ließ sich nicht sofort mit energetischen Funktionen verbinden … daher wohl etwas später.
Das war jetzt erstmal eine erste Annäherung und morgen wäre mir evtl. eine andere Antwort eingefallen … d.h. andere Aspekte kann man bestimmt auch betrachten. Je mehr man sich Gedanken macht, desto komplexer wird es. An manchen Textpassagen macht Reich auch nur einen Überflug, um dann später genauer zu werden oder man selbst überfliegt einige Passagen, die dann beim dritten Lesen (nach Jahren) plötzlich an Bedeutung gewinnen können.
Daher kann man Reich auch in viele Richtungen interpretieren, was die Sache nicht angenehmer macht.

Sebastian: Danke, O. Allerdings wird mir durch Deine Ausführung noch nicht die Verbindung der Konzepte (Trieb, Schichtenmodell, Emotionen) ganz klar.
Ich habe nochmal nachgelesen: In Bd. 1 von der Entdeckung des Orgons definiert Reich den Trieb als die motorische Seite der Lust. Das Ziel des Triebes ist nun die Funktion der Emotion, die bei der Lust = die Entladung überschüssiger Zellenergie ist. Kann man sagen, daß Angst, Wut, Trauer und Sehnsucht alle im Dienst der Lust stehen? Das würde mir auch die Rangordnung erklären, die Reich für die primären Emotionen angibt.
Und noch eine Frage: Bevor Reich von Emotionen spricht, spricht er von Affekten. Was unterscheidet diese beiden Begriffe?

O. Sebastian, nageln Sie mich jetzt nicht auf das folgende fest. Ich will einmal antworten, wie ich es mir denke (ohne jetzt bei Reich nachzuschlagen), vielleicht ist das etwas einfacher, zu erklären.
Der Trieb („drive“) ist direkt spürbar und geht in die Motorik, man möchte etwas machen und ist gleich spontan dazu gedrängt. Dahinter steckt die Energie und Power. Es treibt zum Handeln an. = Antrieb für motorische Handlungen (Sexualität, Arbeit).
Die Emotion kommt aus der bewegten Energie mit dem entsprechenden psychischen Gefühl (Angst, Wut, Liebe, Trauer, Sehnsucht); Energie + Gefühl = Emotion
Sexuelle Lust, und davon reden wir hier, ist eine Erregung und Steigerung von Energie (des Triebes) und führt in motorische Aktivität. Im schönsten Fall ist dies durch die Emotion der Liebe getragen und nicht von Wut oder anderen Emotionen.
Das Schichtenmodell zeigt die Struktur des Ichs im Groben in den wesentlichen Schichten: Energie-Kern (primärer Trieb)/ destruktive Schicht (sekundär: Panzerung)/ und nach außen hin verträgliche soziale Maske (tertiäre Schicht). Je durchlässiger die Panzerung ist, desto eher kommen authentische Emotionen durch.
Ein Affekt ist eine alte festgehaltene Emotion, die aus dem Körperpanzer wieder rausbricht, wie ein Heulen, Schrei, Stöhnen oder motorische Entladung.
Die Rangordnung von Emotionen bedeutet nicht ein wichtiger oder besser … sie ergibt sich als Triebschicksal der Auswärtsbewegung: Die (primäre) Lust stößt auf Versagung (Liebes-Objekt sagt „Nein“); was passiert als nächstes? Die Energie richtet sich zurück nach innen und muss sich stauen. Dann folgt eine (sekundäre nach außen) Wut, die vielleicht auch nicht gezeigt werden kann oder eine (sekundär nach innen) Trauer. Die Sehnsucht würde ich nach der Trauer oder Wut ansiedeln als tertiäre Emotion.
Wird der Wut oder der Trauer nun auch etwas entgegengestellt, das können auch eigene gelernte Sätze wie „Du darfst nicht wütend sein, oder Jungen weinen nicht/ beiß die Zähne zusammen“, staut sich diese Energie zur Stauungs-Angst.
Diese Angst muß wieder vermieden werden und wird energetisch aufgespalten in den ursprünglichen Lusttrieb und die Angst, die verhindert, daß die Lust wieder erlebt werden kann. So bildet sich dann der Charakter an dem realen Thema, um das es geht im Konflikt Außenwelt und Ich.
Das war jetzt mal Reich in fast drei Sätzen erklärt. Andere brauchen dazu Bücher 🙂

Peter 2015: Reich war mit einer Psychoanalyse konfrontiert, in der es potentiell unendlich viele Triebe gab. Primitive Völker „erklärten“ den Donner mit einem „Donnergott“ und Psychoanalytiker „erklärten“ beispielsweise den Exhibitionismus mit dem „Exhibitionstrieb“. Für Reich hingegen gab es nur einen Trieb: die Lust. Durch die Umwelt kommt es zum Rückstau der Lust = Angst, wogegen sich der Organismus wehrt = Wut. Das geht einher mit Sehnsucht nach Erfüllung bzw. Trauer bei Nichterfüllung des Strebens nach Lust. Das sind die fünf Grundemotionen.

Ein Pferd kennt nur „Fressen, Ficken, Flüchten“, also Lust und Angst. Wobei Lust und Angst stets mit der dritten Emotion gepaart sind: Aggression (Futterneid, Kampf um die Weibchen, Mobilisierung des Bewegungsapparats). Diese drei „Triebziele“ („die drei F“) sind durch die funktionellen Zusammenhänge vorgegeben: die Expansion (Lust), die Kontraktion (Angst) und die Mobilisation des Bewegungsapparats (Aggression). Es ist metaphysisch zu glauben, daß die Pferde weglaufen, „um nicht gefressen zu werden“, vielmehr geht das Verhalten und seine strukturellen Voraussetzungen (etwa Läufe und Hufe) auf die Bewegung der Orgonenergie zurück, die im Laufe der Entwicklung der Organismen durch die Umwelt geprägt wird. Reichs Beispiel war die Bahnfahrt zwischen New York und Chicago: Man hat nicht einfach (sozusagen „aus dem Nichts heraus“) das Ziel mit der Bahn nach Chicago zu fahren, vielmehr ist die Bahnfahrt Resultat unendlich vieler funktioneller Voraussetzungen. Beispielsweise geht die Entwicklung der Bahngleise bis weit ins Mittelalter zurück und hatte zunächst nichts mit der Bahnfahrt zu tun. – Das steckt hinter: „… daß es die Funktion der Emotion ist, die das Ziel eines Triebes bildet und nicht umgekehrt, wie die Metaphysiker behaupten.“

Das Dreischichtenmodell: Ursprünglich gibt es nur die „lebendige, pulsierende Blase“, die einen Kern hat, von dem die Impulse ausgehen und eine Peripherie. Genauso wie sich in der Onto- und Phylogenese zwischen das Entoderm und Ektoderm das Mesoderm schiebt, bildet sich aus bioenergetischer Sicht die mittlere Schicht aus, die die Energie steuert („Flucht oder Widerstand?“). Diese Steuerung erfolgt weitgehend über die Muskulatur. Kommt Panzerung ins Spiel wird daraus die sekundäre Schicht („sekundäre Triebe“). Entsprechend kennzeichnet deine größte Kalamität, die Hauptpanzerung, potentiell auch deine größte Stärke.

Das, was ich hier eben präsentiert habe, ist einfaches orgonomisches Denken, die Ausführungen der anderen davor waren, Verzeihung, kompliziertes „Reichianisches Denken“, das mittlerweile ganze Bibliotheken füllt.

Anderes Thema: Mesmer

O.: Mesmer muß man im Original (deutsch) lesen und man wird sich an seiner heute befremdlichen Wortwahl und auch am Druckbild etwas schwer tun. Dann kann man wie Eden den Eindruck haben, man habe es verstanden und die Parallelen suchen und meinen „aha, das ist doch dieselbe Energie“. Dann hat man immer noch nichts verstanden, sorry. Mesmers Problem war es natürlich überhaupt die Phänomene zu beschreiben und er hat sich an den gängigen physikalischen Modellen bedient, die heute mechanistisch anmuten. Aus Reichs Sicht versteht man nicht unbedingt, was er gemeint haben könnte, aber man bekommt eine Idee, was er getan hat – eben nur eine Idee. Es gibt verblüffende Ähnlichkeiten mit der Orgonomie, doch man fragt sich, wie kam Mesmer darauf? Wie kam er auf seine Kosmologie, wo er diese doch kaum beobachten konnte. (seine Dissertation ist glaube ich nur auf Französisch erschienen). Die Streitereien, die er hatte, sind gut belegt und thematisiert worden, niemals aber seine therapeutische Technik, das wurde vermutlich alles zerstört, daher war das Tor zur Mystik (bis hin zur Hypnose) weit offen. Er wird bis heute noch dermaßen vernichtend angefeindet, daß seine Gegner wohl intuitiv genau wissen, der Mann ist gefährlich – so wie Reich und Stirner. Jedes Lob über ihn ist ein Schlag in sein Gesicht! So wird heute noch mit ihm umgegangen. Wer‘s kann, sollte ihn unbedingt langsam und gründlich lesen. Aber er ist nichts für jedermann.
Mit ihm wird es einem gehen, wie wenn man in Boadellas Biographie über den ORAC liest, man weiß nicht was man davon halten soll, hält es für wesentlich, doch kann es sich nicht vorstellen. Und anhand des Buches kann man auch keinen ORAC bauen und anwenden, weil erstmal noch zu viele Details fehlen, bis man einen gesehen hat und ausprobieren konnte. Mesmer ist der Tesla der Psychotherapie, geheimnisvoll unverständlich, aber ohne ihn geht gar nichts. Freud und Reich wären nicht denkbar ohne Mesmer gewesen.

Peter: Hat Mesmer nicht alles auf Französisch verfaßt?
Mesmer hat entdeckt, daß der Organismus von einem „Fluidum“ („Animalischer Magnetismus“) durchflossen wird. Störungen dieses Flusses seien für die psychischen und somatischen Erkrankungen verantwortlich. Der „Magnetiseur“ überträgt sein eigenes Fluidum so, daß die Staus wieder aufgelöst werden. Mesmer wurde sexueller Übergriffe verdächtigt und schließlich von einer wissenschaftlichen Kommission zu Fall gebracht.
Reich ahnte gar nicht, in welcher Tradition er stand.

O.: Mesmer wurde erst selbst für eine Kommission hinzugezogen als Gutachter über Gassner, der mystische Praktiken vollzog. Dann hat in Frankreich eine zweite Kommission von „Wissenschaftlern“ sein Fluidum für unmöglich und unsinnig hingestellt, darunter war der erfolgreichste „Körpertherapeut“ Guillotin, nach dem die bekannte Hals-„massage“ (Rübe ab) benannt wurde. http://de.wikipedia.org/wiki/Guillotine
Mesmer hat sich dann zurückgezogen und keiner wußte, wo er war. 1814 wurde er von Wolfahrt wieder aufgesucht und dadurch entstand das einzig übriggebliebene und brauchbare Dokument über den Mesmerismus.
Mesmerismus war damals in aller Munde – auch im positiven Sinne. Der Mann hatte damals weitaus mehr internationalen Erfolg als Reich bezogen auf Europa. Es gibt eine Dissertation (ca. 1950), in der über ca. 200 Seiten nichts anderes steht, als eine gesammelte Literaturliste über Mesmer und den Animalischen Magnetismus (ich hoffe, ich finde die Arbeit nochmal). Doch fast nichts davon hat überlebt. Er hat absolut „energetisch“ gearbeitet, was auch keiner richtig verstehen konnte. Er hat keine Staus aufgelöst, das wäre eine post-reichianische Interpretation, er hat auch keine Hypnose benutzt, wie die Erikson-Leute es verstehen möchte. Stefan Zweig glaubte, daß er einfach nur eine hochgeladenen faszinierende Persönlichkeit war mit enormer Ausstrahlung, das erklärt aber nichts, sondern möchte eine Scharlatanerie andeuten, worauf sich die „wissenschaftliche“ Nachwelt geeinigt hat. Nun dann wären die besten Berliner Ärzte der Charitè Vollidioten gewesen, weil diese Mesmer durchaus folgten und ihn zu verstehen begannen.
Mesmer wurde von seinem Schüler Marquis de Puységur nicht verstanden, Charcot verstand Marquis de Puységur nicht mehr und Freud verstand Breuer und Charcot nicht, dann wollte Reich auch Freud nicht verstehen und ließ von der längst aufgegebenen Libidotheorie nicht ab. So wären wir dann wieder am Anfang vom Fluidum zum Orgon, wobei die Techniken nicht zu vergleichen sind!
Das mit den angeblichen „Übergriffen“ ist wohl offensichtlich zu blöd darzustellen … die Familie bangte um eine Pension, die sie für ihre Tochter, die eine begnadete Musikerin (psychisch/hysterisch) blind war. Mesmer hatte sie sehend gemacht, das gefiel dem Vater nicht. Und bedrängte sie so, daß sie wieder erblindete. (Mesmer hat darüber eine Abhandlung geschrieben.)
Ob Mesmer sich in das junge Ding verliebt hatte, kann ich nicht beurteilen, sie soll aber reizvoll gewesen sein. Breuer hatte sich wohl auch in Anna O. verliebt und Freud war wohl zu sehr auf Männer fixiert dafür. Reich hatte auch eine Affäre mit einer Patientin. Und die anderen Psychoanalytiker … – da war wohl auch des öfteren was, worüber man vornehm schwieg.

Peter: Jerome Eden hat 1974 in Animal Magnetism and the Life Energy 23 Fallberichte von Dr. John Elliotson, Dr. James Esdaille (Mesmeric Hospital of Calcutta, India) und anderen aus dem 19. Jahrhundert abgedruckt. Auch hat er die Methode selbst beispielsweise in Alaska angewandt, wenn kein Arzt zur Stelle war. https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2014/08/22/jerome-eden-franz-anton-mesmer-teil-2/

O.: Es ist vermutlich mein Lieblingsbuch von Eden. Doch genau wie in vielen anderen Berichten fehlt mir die Beschreibung der Anwendung. Er setzt die „orgone energy“ zu schnell mit Mesmers Fluidum gleich. Der Effekt und der Grund der Behandlung wird erzählt, nicht aber die praktische Anwendung, daß man sie verstehen könnte. Mit den Händen streicht man in etwas Abstand über den Organismus, mehrfach. Wo genau und wie lange (ungefähr)? Und was passiert dann? Wie kann man das erklären? Evtl. sollte ich es nochmal lesen … Die Maxime/Prinzipien des Mesmerismus werden auf englisch abgedruckt (die gibt es auch auf deutsch). Eden (1974) war, glaube ich, der erste, der den Hinweis auf Mesmer gab, neben Henri Ellenberger (1970/1973) in The Discovery of the Unconscious. The History and Evolution of Dynamic Psychiatry, der Mesmer zwar auch falsch versteht, aber von ihm fasziniert war. Vermutlich hat Eden auch dieses Buch gelesen und den Wert bzgl. Reich erkannt. [Peter 2015: Eden hat sich schon in den 1950er Jahren mit Mesmer beschäftigt und dessen Bücher übersetzt.]

Peter: Das folgende erinnert fatal an die Herausgabe der Spätwerke Reichs bei Zweitausendeins Mitte/Ende der 1990er Jahre, denen jeweils „Begleitbände“ beigefügt wurden, um auch ja jede Wirkung dieser Schriften (d.h. die Ausbreitung der Orgonomie nach bzw. in Deutschland) zu hintertreiben: http://www.pi-news.net/2011/09/gouguenheim-daniel-g-konig-und-fuat-sezgin/

das Werk von Sylvain Gouguenheim Aristoteles auf dem Mont Saint-Michel. Die griechischen Wurzeln des christlichen Abendlandes herausgebracht, in dem hochbrisanter Weise behauptet wird, daß das mittelalterliche, christliche Abendland dem Islam beileibe nicht soviel verdanke, wie die heutige, nach Mekka gesüdete Wissenschaft nicht müde wird, politkorrekt zu verbreiten.
Die Wissenschaftliche Buchgesellschaft legte deshalb dem explosiven Buch in einem Nachwort die Kritik zweier Fachleute, Prof. Martin Kintzinger und Dr. Daniel G. König, bei, um eventuelle islamkritische Blogger davon abzuhalten, Buchstellen zu zitieren, wie in Frankreich schlimmer Weise geschehen, wo es dann Boykotte und Proteste hagelte.

Jonas: Eine weitere Parallele zur Reich Ausgabe bei 2001:
Wenn ich mich recht erinnere, weist Laska darauf hin, daß Stirners Einziger mehrfach von fanatischen Anti-Stirnerianern wiederaufgelegt wurde – jeweils versehen mit einem vernichtenden Nachwort.

Peter: The latest madness:

In den 1950er Jahren prägte ein Arzt namens Wilhelm Reich den Begriff „Orgonenergie“ und beschrieb sie als „Lebenskraft-Energie, die sich als sexuelle Energie ausdrückt“. Er wurde auf diesen Forschungsbereich aufmerksam, als er ein Schüler des berühmten Psychologen Sigmund Freud war, der bereits die Idee der „libidinösen Energie“, aus dem lateinischen „Libido“ für „Gier“ oder „Verlangen“, entwickelt hatte. Aber was ist diese Energie wirklich? Bevor Sie Ihr hart verdientes Geld für die neuesten „Orgon“-Emitter ausgeben, die von beliebig vielen ahnungslosen Händler angeboten werden, müssen Sie von den Gefahren dieser Energie erfahren und warum die Alten, einschließlich „Jesus“, versucht haben, uns so vehement davor warnten mit ihr zu spielen. Erfahren Sie, was Dr. McQuate über diese alte, hergestellte Kraft aus seiner jahrelangen Erforschung der ältesten Sprachen gefunden hat. Dies sind Informationen, die Sie nicht verpassen möchten und Forschung, die Sie nirgendwo sonst auf dem Planeten finden … garantiert

http://orgoneuncovered.com/

O. verweist auf einen Reich-Artikel in der Welt: http://www.welt.de/kultur/article1325127/Warum_guter_Sex_die_Welt_heilen_kann.html

Peter: Peter Haffner: Die fixe Idee: 13 Genies und ihre Spleens, S. 184-197 über Reich: http://www.amazon.de/fixe-Idee-Genies-ihre-Spleens/dp/3423202084

Einer, der Zitate aneinanderreiht. Es sind immer die anderen, die den „Spleen“ haben…

Ein Buchtipp von O.: Wilhelm Reich von Ilse Ollendorff Reich (1967; Kindler 1980 vergriffen)

Das Buch hat eine Stärke und Schwäche zugleich, es wurde von einer Frau geschrieben und aus ihrer Perspektive, sie war Reichs Frau in den USA von ca. 1940-54 und hat den „Traumsohn“ Peter Reich geboren und erzogen. Wer Peter Reich einmal sehen und erleben durfte, weiß sofort was ich meine, kaum ein Mensch ist so beeindruckend menschlich wie er. (Und bei aller Kritik an der WRG, kann ich hier auch mal einen Dank aussprechen, daß sie so wundervolle Menschen nach Berlin gebracht hat.)
Ilse beschreibt die Umstände in jener Zeit, wie sie Reich kennenlernte und wer da noch mit ihnen in Kontakt war und wie das Leben zuerst in New York und später in Maine ablief aus ihrem persönlichen Erlebnis. Es ist eine Erzählung wie wenn meine Mutter aus der alten Zeit berichtet, so daß ich mir vorstellen kann, wie einfach die Dinge waren und wie sie sich in kurzer Zeit abspielten. Ob Reich da so manches Mal gut wegkommt, ist eigentlich egal, wenn man lediglich zuhört und nicht sich moralisch ereifern möchte.
Einzelheiten über Theorien werden nicht gegeben, dafür wird die Sorgfalt im Umgang mit den Versuchstieren und einiger Experimente beschrieben, ohne einen Versuchsaufbau zu geben oder über Inhalte von Büchern zu schreiben. Es sind die Details, die es lesenswert machen. Der Einblick in die drei Konferenzen, die Personen, die am Rande erwähnt werden: Neill, Raknes, Hoppe, Sharaf, Tropp, Eva und W. Moise, Lore, Peter, usw.
Der Aufbau von Orgonon, etwas über Finanzen und die Träume von einer Klinik in Maine, die anderen Institute in New York, positive und negative Erlebnisse dichtgedrängt in wenigen Jahren ohne eine Zeit der Ruhe zu finden, mit Zigaretten bis zur Herzattacke, der Alkohol, das Oranur-Experiment, die Krankheiten und schließlich auch die Trennung wegen Reichs Symptomen eines nahenden Burnouts (so würde man heute sagen). Gereizte Stimmung bei Reich, seine Prinzipien und Teile seiner Gedanken. Ilse geht schließlich, weil sie nicht mehr versteht, was Reich nach dem Oranur-Experiment für neue Ideen entwickelt, Reich fühlt sich allein gelassen und ist alleine und sucht wieder Kontakt zu anderen Menschen in Maine, was ihm nur schwer gelingt, weil er schon sehr zurückgezogen in seiner Gedankenwelt gelebt hat. Er fährt durch Arizona mit dem CLB, weil zu Hause seine Frau nicht mehr auf ihn wartet und nimmt Peter, Eva und ihren Mann mit. Die offensichtliche Logik seiner Forschungschritte wird auch durch Persönliches mitbestimmt. Reich schwankt nach Ilse zwischen Anerkennung und den Glaube an einem Durchbruch und einem drohenden Scheitern, insbesondere vor Gericht. Sein möglicherweise tragisches Ende vor Augen, plant er dennoch weiter und neu … er verliebt sich noch einmal, läßt sich auf eine junge Frau ein und würde sie auch heiraten, eine Wendung seines Lebens, das ihm nicht mehr vergönnt war.
Was bleibt im nachhinein? Eigentlich nur der Haß der Gegner, die ihn bis heute verfolgen, nicht realisierend: Der Mann ist tot!
Seine Schriften werden als stilles Zeugnis wieder gedruckt, nachdem sie vernichtet wurden … man möchte meinen, sie werden nur gedruckt, damit man Reich weiter bekämpfen kann. Die Frage, ob Reich paranoid gewesen sei, beantwortet sich von selber: Gegner, die ihr ihn noch zu jagen wagt, APA, FDA, CIA, FBI, die Liste wäre lang, you are so sick and paranoid, you all need psychiatric orgone therapy by Wilhelm Reich, believe me.

Soweit O. Beim folgenden kann ich O. nicht folgen, anyway. O.: In meinen Augen ist Fritz Perls ein so genialer Reichianer, Charakteranalytiker, und die Sprache ist wirklich ähnlich dem von Reich:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=T3jYcDbcpUs%5D

Klaus: In: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46836/Studie_sieht_Elektrosmog_als_Asthmarisiko.htm:

Kinder erkranken dreimal häufiger an Asthma, wenn ihre Mutter während der Schwangerschaft erhöhten elektromagnetischen Feldern exponiert war.

Immer wieder Problem (v.a. ohne Kenntnis Reichs): „Es fehlt vor allem ein überzeugendes biologisches Konzept, daß die pathogenetischen Zusammenhänge plausibel erklären würde.“

Peter: Zu Paul Goodman und seinem Verhältnis zu Reich: http://www.as-anker.de/pg/index.php?option=com_content&task=view&id=23&Itemid=35

Zur Homosexualität: entweder ist sie ein Symptom wie jedes andere auch oder sie ist tief in der Struktur verankert (passiv-femininer Charakter): http://orgonomy.org/articles/Konia/A_Case_of_Homosexuality.html

O.: Das Bild von der Goodman-Familie sagt ja mehr als tausend Worte, ich will es nicht kommentieren.
Paul Goodman ist mir nach diesem Eindruck sehr unsympathisch.
Wenn jemand Schüler von einem anderen wird, geht das vielleicht eine Therapeuten-Generation gut bei Talent der Person, eine zweite Therapeuten-Generation muß quasi schon scheitern. Goodman scheint ein solcher Fall zu sein, die Core-Energetics-Leute sind auch solche Fälle, ebenso die von der Bioenergetik.
Die „KPT-Liga“ ist voll solcher Fälle, wenn die Originale der Therapieschulengründer wegfallen. Ebenso die meisten Freudableger der dritten Generation, manche der zweiten zeugen auch von wenig Qualität und eigener gefundenen Originalität. Das Glück der zweiten Generation liegt wohl darin, daß Persönlichkeiten sich um den Begründer gefunden haben. In der nächsten Generation, kann nur noch das Mittelmaß sich um die neuen Therapie-Ableger gruppieren, die glauben, daß die Technik das wesentliche sei. Wesentlicher sind die persönlichen Eigenschaften der Therapeuten!
Reich hat sich mit Homosexualität kaum befaßt, da er eine Abneigung hat und die von Freud hat er nicht angepackt und unentdeckt gelassen.
Aufgrund von dramatischen Erlebnissen (Ekel gegen das Weib) wenden sich Jungen vom weiblichen Geschlecht ab. Das wäre meine Ausgangshypothese, auf die die Charakterbildung aufbaut. Bei Lesben wäre es dementsprechend umgekehrt. Prinzipiell wäre dies therapierbar durch entsprechende Traumaarbeit (wenn das einer könnte). Die Verhaltenstherapie hat die Phobien, Angstneurosen und Panikattacken zu ihrem Steckenpferd gemacht, hier könnten sie die „Überlegenheit“ ihrer Technik unter Beweis stellen.
Jedoch glaube ich, daß die VT jämmerlich scheitern wird, nicht nur weil Homosexualität als Symptom gesehen werden müßte.
Sie würde vielleicht mit ethischen Fragen aufwarten …
Als Reichianer/Körpertherapeut müßte man seine Scheu gegenüber der homosexuellen Neigung überwinden, ein Hindernis, das ich nicht als unbedingt überwindbar sehe. Dann könnte man den Versuch machen einen homosexuellen Therapeuten zu finden, ein Freund von mir arbeitet hiermit, jedoch glaube ich nicht, daß sein Therapieziel eine Herstellung der Heterosexualität wäre. Das funktioniert eben auch nicht. Ein homosexueller Therapeut würde eher die Beziehungsproblematik von Homo-Paaren bearbeiten und lösen. Praktisch scheint die Homosexualität nicht therapierbar zu sein, die Motivation des Klienten dürfte auch gegen Null gehen, so daß eine Therapie auch deswegen scheitern würde.
Trotzdem könnte man am Trauma arbeiten, jedoch ohne dem Ziel, dem Klienten seine Identität und Liebesorientierung nehmen zu wollen oder gegen eine andere einzutauschen.
Es wäre genauso vermessen, wenn ein homosexueller Therapeut von mir verlangen würde „meine natürliche Homosexualität“ zu entdecken und mich dazu bringen wolle, meine „Frauenfixierung“ aufzugeben.
Man sollte sich auch vor Augen halten, daß es Grenzen gibt in der Psychotherapie, man wird keinen neuen Menschen oder Charakter schaffen, sondern nur Tendenzen verändern.
Gegen das Nichtrauchen könne man mit dem Stechen einer Akupunktur-Nadel einen Raucher zum Aufhören bringen, wenn er dazu bereit sei. Ob die Methode auch für Sexualpräferenzen möglich wäre, bleibt abzuwarten. Ehrlich gesagt rauche ich da lieber oder höre auf, wenn ich es nicht mehr will. Homosexuelle können ja auch mit dem anderen Geschlecht Beischlaf haben, jedoch bleibt ein gewisser Ekel oder eine schwache Erregbarkeit übrig. Das dürfte der Schlüssel zum Problem sein, wenn es denn ein Problem ist! Letztlich schläft ja auch ein Hetero nicht mit jedem … außer in den 70-er Sekten (Kommunen, Kriegsbordellen, Swinger-Clubs etc.), wo man glaubt, man müsse sich nur massiv sexuell betätigen, um unneurotisch zu werden.
Um dem ganzen auch etwas Positives abzugewinnen, bleibt die Frage, warum homsexuelle Paare die gleiche Rollenverteilung leben wollen, wie heterosexuelle Paare? Das wäre absurd, wenn man eben nur Männer/Frauen lieben würde. Durch diese Rollenverteilung wird ja die Homosexualität nicht „normaler“ oder besser. Und dies muß von einer „Dominanz“ unterschieden werden, darum geht es hier nicht, sondern um die gegengeschlechtlichen Rollen!

O. weiter: Es würde mich wundern, wenn Homosexualität im ICD-10 stehen würde. Somit wäre es strenggenommen für die Medizin und Psychologie – einschl. Psychiatrie kein Krankheitsbild.
Nun in Wikipedia stehen weitere Erläuterungen unter Psychologie:

Zitat:

Sigmund Freud bezeichnete Homosexualität „als Abweichung der sexuellen Funktionen, hervorgerufen durch eine gewisse Stockung der sexuellen Entwicklung“ [51]. Als psychischen „Normalfall“ sah Freud die Bisexualität an; auch die Heterosexualität beruhe „auf einer Einschränkung der Objektwahl“.[52] Mehrfach bezog er öffentlich Stellung gegen Kriminalisierung und Pathologisierung der Homosexualität. 1903 betonte er in der Zeitschrift Die Zeit, daß „Homosexuelle nicht als Kranke behandelt werden sollen“. 1905 stellte er fest: „Die psychoanalytische Forschung widersetzt sich mit aller Entschiedenheit dem Versuch, die Homosexuellen als eine besonders geartete Gruppe von den anderen abzutrennen.“[53] 1921 widerspricht er Ernest Jones, der einen homosexuellen Arzt nicht zur analytischen Ausbildung zulassen wollte.[54] 1930 unterzeichnete er einen Appell an den Nationalrat zur Abschaffung der Strafbarkeit. Und 1935 schrieb er in einem Brief an eine Mutter, daß auch Homosexuelle – durch eine Analyse – zu „Harmonie, Seelenfrieden und volle[r] Leistungsfähigkeit“[51] gelangen können.
Seine Ansichten zum Thema resümiert er in dem Aufsatz „Über die Psychogenese eines Falles von weiblicher Homosexualität“ aus dem Jahr 1920. Darin wendet er sich gegen die Vorstellung, „vollentwickelte“ Homosexualität − mit dem Ziel der Wiederherstellung der „vollen bisexuellen Funktion“ − psychoanalytisch behandeln zu können. Dies sei „nicht viel aussichtsreicher als das umgekehrte“ – die Heilung von „vollentwickelter“ Heterosexualität –, „nur daß man dies letztere aus gut praktischen Gründen niemals versucht“.[55] Entsprechende Therapieanstrengungen scheiterten zudem sehr häufig daran, daß homosexuelle Patienten nicht aus Unzufriedenheit mit ihrer Situation, sondern auf äußeren gesellschaftlichen Druck hin eine Therapie begännen:
„In der Regel vermag der Homosexuelle sein Lustobjekt nicht aufzugeben; es gelingt nicht, ihn zu überzeugen, daß er die Lust, auf die er hier verzichtet, im Falle der Umwandlung am anderen Objekt wiederfinden würde. Wenn er sich überhaupt in Behandlung begibt, so haben ihn zumeist äußere Motive dazu gedrängt, die sozialen Nachteile und Gefahren seiner Objektwahl, und solche Komponenten des Selbsterhaltungstriebes erweisen sich als zu schwach im Kampfe gegen die Sexualstrebungen. Man kann dann bald seinen geheimen Plan aufdecken, sich durch den eklatanten Mißerfolg dieses Versuches die Beruhigung zu schaffen, daß er das Möglichste gegen seine Sonderartung getan habe und sich ihr nun mit gutem Gewissen überlassen könne.“
– Sigmund Freud. 1920[56]
Dennoch wurde Homosexualität erst 1973 von der American Psychiatric Association (APA) aus ihrem Krankheitenkatalog (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, kurz: DSM, damalige Auflage DSM-II) gestrichen – nicht zuletzt aufgrund der Forschungsergebnisse von Evelyn Hooker. Zuvor galt Homosexualität als psychische Störung. Allerdings existierte von da an im DSM-II die „sexuelle Orientierungsstörung“, später im DSM-III „ich-dystone Homosexualität“ genannt, mit der ein Zustand anhaltenden Leidens an der eigenen Homosexualität diagnostiziert werden konnte. Im neuen, aktuellen DSM-IV-TR befindet sich eine Diagnosekategorie „nicht näher bezeichnete sexuelle Störung“, die auch ein „andauerndes und ausgeprägtes Leiden an der sexuellen Orientierung“ (302.9) beinhaltet. Die Streichung erfolgte 1973 gegen den Widerstand der American Psychoanalytic Association (APsaA), die dadurch erheblich an Renommee und Einfluß verlor, dann nach einem Generationswechsel neue Position bezog und sich 1991 entschuldigte:
„Die American Psychoanalytic Association lehnt jede öffentliche oder private Diskriminierung gleichgeschlechtlich orientierter Frauen und Männer ab und bedauert sie. Es ist die Position der American Psychoanalytic Association, daß die mit uns verbundenen Ausbildungsinstitute ihre Kandidaten aufgrund ihres Interesses für die Psychoanalyse aussuchen, wegen ihres Talents, ihrer Vorbildung, ihrer Integrität, ihrer Bereitschaft zu Selbstanalyse und Ausbildung, und nicht aufgrund sexueller Orientierung.“
– American Psychoanalytic Association, Declaration on Homosexuality, adopted 1991, amended May 1992 (…)
Aus der von der Weltgesundheitsorganisation herausgegebenen International Classification of Diseases (ICD) wurde die Homosexualität erst mit der 1992 veröffentlichten ICD-10 entfernt. Dafür wurde dort das Störungsbild der ich-dystonen Sexualorientierung (F66.1) im Bereich der Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen aufgenommen. In der ICD-8 wurde Homosexualität bereits 1968 als umstrittenes Krankheitsbild dargestellt.
In Psychoanalyse und Psychotherapie gibt es nach wie vor kontroverse Meinungen. Anhänger der Gay Affirmative Psychotherapy, die die internationale Mehrheitsmeinung vertreten, versuchen, den Umgang mit Homosexualität möglichst in das Menschsein zu integrieren. Im deutschen Sprachraum äußerten sich 2000 zwei Standardwerke klar und deutlich: Im Mertens/Waldvogel konstatierte Udo Rauchfleisch, daß Diskriminierung und Pathologisierung wissenschaftlich nicht vereinbar seien.[57] Im Stumm/Pritz verlangte Wolfgang Till von der Psychotherapie „eine nichtpathologisierende, vorurteilsfreie Haltung zur Homosexualität“.[58] Johannes Cremerius nannte (schon 1992) die Pathologisierung der Homosexualität und die Weigerung, Homosexuelle zur analytischen Ausbildung zuzulassen, als einen der wesentlichen Gründe für die Krise der Psychoanalyse.[59]
Dazu entgegengesetzt gibt es eine immer kleiner werdende Minderheit von Medizinern bzw. Psychoanalytikern, die Homosexualität im Gegensatz zum DSM-IV und zur ICD-10 als „krankhafte und behandlungsbedürftige Störung“ sehen (Charles Socarides[60] und Joseph Nicolosi). Der Psychotherapeut Douglas Haldeman, der ehemalige Vorsitzende der American Psychological Association, ist der Meinung, Lesben und Schwule hätten zwar ein Recht auf Veränderung ihrer sexuellen Orientierung, sofern sie mit ihren sexuellen Orientierungen unzufrieden seien. Bisher ist jedoch keine funktionierende „Therapie“ bekannt, mit der langfristig die sexuelle Orientierung verändert werden konnte. Die sogenannte reparative Therapie bezeichnet Haldeman als „Pseudowissenschaft“. Die sexuellen Neigungen als solche bestimmen noch nicht die psychologische Identität eines Menschen, da dazu wesentlich die freie Stellungnahme gehört.[61] Im Sommer 2008 erklärte die deutsche Bundesregierung im Bundestag, daß die reparative Therapie in der Fachwelt weitestgehend abgelehnt werde. Die deutsche Bundesregierung vertritt weder die Auffassung, daß Homosexualität einer Therapie bedarf, noch daß Homosexualität einer Therapie zugänglich ist.[62] Auch Haldeman ist der Meinung, die sogenannte „reparative Therapie“ passe nicht in die moderne „mental health profession“ hinein, und sei „seit Jahren diskreditiert.“[63]” (Zitat Wikipedia Ende)

Ich (O.) interpretiere es mal so, daß nur der, der darunter leide als „ichdystone Sexualorientierung“ (F66.1) im Sinne einer Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden würde.
Freud soll argumentiert haben das Hetero auch nicht normal sei, sondern nur die Bisexualität – Aha, soso!

Peter: F66.1 Ichdystone Sexualorientierung

Die Geschlechtsidentität oder sexuelle Ausrichtung (heterosexuell, homosexuell, bisexuell oder präpubertär) ist eindeutig, aber die betroffene Person hat den Wunsch, daß diese wegen begleitender psychischer oder Verhaltensstörungen anders wäre und unterzieht sich möglicherweise einer Behandlung, um diese zu ändern.

Der Witz bei der Sache ist, daß noch nie jemand unter einer “heterosexuellen Ausrichtung” subjektiv gelitten hat. In dieser Hinsicht ist F66.1 pseudowissenschaftlicher, von Ideologie bestimmter SCHWACHSINN.

O.: Unter seiner Heterosexualität leidet der, der gerne das andere Geschlecht wäre, daher streben einige eine Geschlechtsumwandlung an, von Geschlechtsmißbildungen einmal abgesehen. Denke ich an meine Jugend zurück, habe ich oft gedacht, als Homosexueller wäre es wesentlich einfacher, Männer kann man leichter verstehen, Frauen überhaupt nicht. Ferner fehlte es nicht an direkten Angeboten unter Männern …, nun sind Männer aber nicht gerade die attraktivsten Geschöpfe, von daher kann man nur froh sein, daß alles so ist, wie es ist. 🙂

Peter 2015: Ich verweise auch auf meinen Blogeintrag Homosexualität und die Angst der Psychiater.

2011 waren „Rassenunruhen“ in England ein wichtiges Thema. Dazu Peter: Gewisserweise eine „gescheiterte biologische Revolution“: man (Labour) wollte ein fröhliches, offenes, buntes, multikulturelles Großbritannien…

http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/law-and-order/6418456/Labour-wanted-mass-immigration-to-make-UK-more-multicultural-says-former-adviser.html

Robert: Mit Biologie hat die Immigration durchaus etwas zu tun:
http://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-sagen-sie-mal-irenaeus-eibl-eibesfeldt—_aid_158854.html

O. am 23. August 2011 um 23:23: Ich bring hier mal einen sonderbaren Report rein, der für mich keine plausible Erklärung hat. Diese Beobachtung wurde ca. 50 km von Kassel gegen 4:00 und in Bochum gegen 3:00 gesehen. (Das sind ca. 200 km Entfernung voneinander, kann aber auch viel größer gewesen sein.) Dauer des Phänomens ca. bis 5:15 Uhr am Dienstag den 23.08.2011.
Vorab gab es seit den 17.8.2011 schon vereinzelte Chemtrails am Horizont und in Deutschland über verteilt seit Beginn des Monats August Unwetter mit Überschwemmungen in verschiedenen Regionen. Das nur nebenbei.
Ich wachte aus dem Tiefschlaf auf, weil es blitzte … so dachte ich erst, aber es kam kein Donner. Wieder ein Unwetter, dachte ich, doch keine Winde und kein Regen folgte. Es blitzte wie eine kaputte Neonröhre, doch alle Straßenlampen waren aus. (Dorf eben) Es schien mir als blitzte es in einem Rhythmus, ich zählte. So alle vier Sekunden kam ein großer Blitz gefolgt von einem kleineren, wie ein Blinkzeichen aber nicht regelmäßig, dennoch etwas pulsierend, sich wiederholend, hellweiß. Leider hatte ich keine Kamera zur Hand, da bin ich nicht gut ausgerüstet und versuchte es mit der Aufnahme über ein Laptop, doch darauf war nichts zu erkennen, als wäre der Blitz zu schnell gewesen und die Kamera zu lahm. Bei Handbewegungen zeigt sie diese auch schon verwischt, also leider war nichts drauf. Ich beobachte das Schauspiel – natürlich beunruhigt über eine Stunde, dann gehe ich doch mal raus als es etwas weniger wird. Der Himmel ist sonst dunkel, nach meinem Eindruck war alles bewölkt. Dunkelblaue Wolken (da kam der Lichtschein nicht durch nur oberhalb erhellte es den Himmel) unten und drüber die Leuchterscheinungen, die von der unteren Wolkenfront abgehalten werden. Als ich gegen 5:00 runtergehe kommt plötzlich ein stürmischer Wind auf, die Bäume biegen sich, die vorher ruhig waren, das Blitzen wird seltener, kein Geräusch. Jetzt denk ich wird es gleich böse schütten und ich gehe wieder zurück ins Haus, doch nichts kommt runter, kein Regen. Da nichts mehr passiert und das Blitzen weniger wird, gehe ich endlich ins Bett (wollte ja auch lieber schlafen). Am nächsten Morgen keine zwei Stunden später ist keine Wolke am Himmel und die Sonne scheint warm. Ein paar Arbeitskollegen haben dieses Phänomen auch kurz bemerkt, sind dann wieder eingeschlafen und haben sich nichts dabei gedacht. Eine weitere Person bestätigt dasselbe um 3:00 in Bochum.
Das Wetterradar hier bei wetteronline zeigt keine Wolkenfelder zu diesem Zeitpunkt (4:00), erst später kommt ein Wolkenfeld durch.
Es ist wohl unnötig zu sagen, daß ich heute morgen erstmal ein paar Stunden gebraucht habe, um mich wieder zu sortieren. Ehrlich gesagt, wäre mir ein kleines Ufo lieber gewesen, das wäre auch schon unheimlich, aber nicht so mächtig. – Von Oranur war jedoch nichts zuspüren …

Darauf Peter: Hier eine mögliche Erklärung: http://www.wz-newsline.de/home/panorama/blitzende-wolken-ueber-dem-rheinland-1.744989

O. 24. August 2011 um 01:35: Wenn der ganze Himmel mit dichten Wolken bedeckt war, hat man von unten keinen Blitz gesehen, auch nicht am „Rand“, ich hatte den Eindruck, daß ich es nur auf einer Seite gesehen hatte … es ist erstmal die beste Erklärung, Danke! Das läßt mich erstmal ruhiger schlafen 🙂
Und heute gibt es einen schönen Sternenhimmel.

O. 25. August 2011 um 00:01: Kaum hatte ich den letzten Kommentar hierzu geschrieben, begann es draußen wieder zu „Blitzen“ – ohne Donner und Blitz. Es waren keine nennenswerten Wolken am Himmel und sternenklar, so daß diese gute Erklärung zu diesem Phänomen nicht paßt. Stattdessen kamen die Leuchterscheinungen wohl vom Boden aus und reflektierten in den Himmel, am Horizont hinter einem Gebäude versteckt war ein wenige Meter großes auf höhen eine vierstöckigen Hauses gelboranges Leuchten zu erkennen. Evtl. schau ich mir das heute nacht mal genauer an. Ich hoffe das werden nicht meine letzten Worte gewesen sein … 😉 Das Phänomen kann eigentlich nur ca. 2-5 Kilometer weit entfernt sein.

O. 25. August 2011 um 02:09: Ich hätte jetzt zu gern eine schöne Videokamera, die das Spektakel aufnimmt. Im Moment ist noch alles ruhig (2:00 Uhr) und nichts zu sehen. Die Umgebung habe ich schon mal etwas erkundet. Ich komme mir schon vor wie der Typ im Fernsehen, der sich durch den Dschungel bewegt und irgendwelche Giftsschlangen suchte und letztlich dann von einem Krokodil erwischt wurde.

O. 27. August 2011 um 16:32: Das Phänomen ist leider nicht mehr aufgetreten …

Sebastian: Kann mir jemand etwas zum unten verlinkten Text sagen (nähere Informationen zum Autor, Beurteilung des Textes etc.)? Ich kann das aufgrund biologischer Unkenntnis weder einordnen, noch beurteilen: http://www.smn-germany.de/dokumente/biogenese.pdf

Peter: siehe dazu „Experiment 20: Frozen Bion Water Yields Life-Like Structures“: http://www.orgonelab.org/DeMeoBionsColor.pdf

Sebastian: Danke für die PDF-Datei. Sie erledigt nicht nur die Kritik am Experiment XX, sondern auch andere Anwürfe. Ich habe mich in den letzten zwei Tagen in die Bionexperimente (habe nur Der Krebs) + Entstehung der Krebszelle hineingearbeitet und mir den Text nochmal genauer durchgelesen. Also… Ich weiß nicht, ob ich übertreibe. Meine biologischen Kenntnisse sind sehr laienhaft, aber ich kann ganz gut den Inhalt von Texten verstehen. Und das, was der Dr. von und zu der Naturwissenschaften da schreibt, regt mich einfach nur auf.
Da beschreibt Reich die Entwicklung von Protozoen aus Bionbläschen, indem er stunden- und tagelang ins Mikroskop glotzt, das fotografiert und filmt, was von DeMeo und anderen nachvollzogen wurde, und dieser „Biologe“ erdreistet sich zu der Behauptung: „Nach aller heutigen Kenntnis handelt es sich weder bei den Koazervattropfen, noch den Mikrosphären und Bionen um Leben und auch nicht um Vorstufen in dem Sinne, daß daraus jederzeit wieder Leben entsteht.“ Ja, meine Güte, was haben die denn sonst bitte beobachtet? „Cysten“. Sind Cysten vor ihrer Entwicklung zu Protozoen unsichtbar (sowas weiß ich als Laie z.B. nicht, bitte um Aufklärung)? Reich schreibt jedenfalls: „Von Bakterien, Zysten oder Protozoen ist auch bei 4000x Vergrößerung nichts zu sehen“ und: „[Die Bionhaufen mit Membran] nehmen immer prallere Form an und sehen tatsächlich wie Zysten aus. Aber es sind nicht eingetrocknete Protozoen, sondern Gebilde in Entwicklung aus Bionhaufen.“
Außerdem hat sich das Folgende mit der PDF erledigt: „Auch wenn Reich, um sicherzugehen, Gras bei bis zu 80 °C sterilisierte und dennoch Protozoenentwicklung in seinen Heuaufgüssen fand, ist dies kein Widerspruch, denn C. cucullus Dauercysten überleben z.B. eine Behandlung mit 2%iger Salzsäure bei 97 °C (Grave, 1975).“ DeMeo autoklavierte mit 130° C.
Und was faselt er noch? „Es wird also kaum gelingen, in nährstoffreichen Lösungen eine Entwicklung von Protozoen einzuleiten, wenn sich keine Substanzen mit anhaftenden Cysten darin befinden, wie z.B. beim Heuaufguß.“ Aber genau das ist doch geschehen, oder irre ich mich??

Peter: http://charleskonia.com/editorials/project-protozoa/

Sebastian: “Project Protozoa” ist noch am Laufen oder besitzt das ACO schon die Aufnahmen?

Peter: Meines Wissens wurde vom ACO noch nichts in dieser Hinsicht veröffentlicht. Problem ist weniger das Phänomen selbst, sondern es so darzustellen, daß es 100% beweiskräftig ist. Bis dahin beispielsweise: http://www.youtube.com/user/arvec2

Peter: http://www.cellulacancerosa.it/
Der Biologe Dr. Armando Vecchietti.

Todesfurcht und Todessehnsucht

1. Juni 2015

Unser jüdisch-christliches Bewußtsein stellt uns in eine tote, bewegungslose Welt, der Gott von außen das Leben, den Geist, eingehaucht hat. Eine Bewegung, die ständig zu erlöschen droht. Daher stammt unsere Furcht vor dem Tod. Unsere gesamte Zivilisation ist aus dem Drang nach Bewegung hervorgegangen. Fort-Schritt!

Die Todesfurcht der Antike und des Ostens war bzw. ist eine fundamental andere, geradezu entgegengesetzte: im Chaos der ewigen Bewegung errichten wir das Leben, als eine Insel des Seins, doch dieses Sein ist ständig bedroht durch die Bewegung. Deshalb sucht der Osten Stille und Kontemplation, die Bewegungslosigkeit. Erstarrung!

Beide Weltanschauungen sind unmittelbarer Ausdruck der Panzerung, die jede Bewegung der Lebensenergie unterbindet und gleichzeitig dazu führt, daß man eine Todesangst vor dieser Bewegung entwickelt. Einerseits entspricht dies einem Aufbäumen gegen den ständig drohenden Stillstand, gegen den Erstickungstod; andererseits entspricht es einem „Es zerreißt mich!“, weil die Panzerung nicht elastisch nachgeben kann.

Diese sadomasochistische Verfassung des gepanzerten Menschen führt dazu, daß Todesfurcht stets von Todessehnsucht begleitet wird.

Was dahinter steckt, hat keiner besser ausgedrückt als Alexandre Dumas d.J.:

Nur durch die Liebe und den Tod berührt der Mensch das Unendliche.

Einen dritten, „energetischen“ Umgang mit dem Tod beschreibt der „Energetiker“ Josef Haid in seinem Buch Lebensrichtig (CH-Chur, 1984):

Sobald der Mensch sich als eine Konzentrationsform aus Energieteilchen innerhalb der unvergänglichen Energieeinheit des Alls erkennt und lebensrichtig denkt und handelt – die Energieeinheit in ihm sich ihrer selbst bewußt wird –, schwindet seine Furcht vor dem Tod.

Leider ist diese Herangehensweise allzu rationalistisch und sie verkennt, daß „die Energie“, in der wir wie Fische im Wasser schwimmen, ganz bestimmte Eigenschaften hat, insbesondere die Kreiselwelle.

Was dies mit der „Ewigkeit“ zu tun hat, zeigt folgender Ausspruch des griechischen Arztes Alkmaion aus Kroton (ca. 530 v.Chr.):

Menschen müssen sterben, weil sie nicht mehr den Anfang mit dem Ende zu verknüpfen wissen, wie es die Gestirne in ihren kreisförmigen Bahnen tun.

Die Mystiker erahnen zwar diese Zusammenhänge, doch bleibt ihnen wegen ihrer sexualfeindlichen Struktur der Zugang zum „ewigen Leben“ versperrt.

Folgende Forschungsergebnisse von Zalika Klemenc-Ketis (Universität Maribor, Slowenien) et al. sind erhellend.

Bei der Untersuchung von Nahtoderfahrungen von unterschiedlichsten Patienten schälte sich als einziger Faktor, der Patienten mit Nahtoderfahrungen von solchen ohne Nahtoderfahrungen unterschied, heraus, daß erstere eine signifikant höhere CO2-Konzentration im arteriellen Blut aufwiesen als letztere. Außerdem war die Konzentration des Elements Kalium im venösen Blut erhöht. Die Intensität der Nahtoderfahrung stieg proportional zur Konzentration der beiden Stoffe im Blut.

Bislang sei dies die erste Studie, die eine Verbindung zwischen Nahtoderfahrungen und einer hohen CO2-Konzentration im Blut nachweise, berichten die Wissenschaftler. Schon länger bekannt ist hingegen, daß eine hohe Kohlendioxid-Konzentration das Säuren-Basen-Gleichgewicht im Gehirn ändern und so ungewöhnliche Eindrücke hervorrufen kann, etwa Lichtblitze, Visionen oder eine scheinbare Trennung vom Körper. Nichtsdestotrotz könnten die Erfahrungen an der Schwelle zum Tod aber bis jetzt nicht rein physiologisch erklärt werden, betonen die Forscher: Tatsächliche Nahtoderfahrungen zeichneten sich nämlich durch ihre große Klarheit und die genauen Beschreibungen der Betroffenen aus. Das unterscheide sie von künstlich ausgelösten Nahtoderfahrungen, die sich beispielsweise durch das Einatmen von reinem Kohlendioxid herbeiführen ließen.

Nahtoderfahrungen sind nichts anderes als „extragenitale Orgasmen“, wie sie auch in der Epilepsie auftreten. Es ist bezeichnend, wie schwärmerisch und mit leicht verschleiertem Blick Leute von ihren Nahtoderlebnissen berichten; wie alles viel glücklicher, befreiter, erlöster, unbeschränkt war; unbeschreibliches Glück, Zerfließen, Hinübergleiten; und wie schlimm es war, in den Körper zurückkehren zu müssen. Entsprechend hat sich in der Nahtoderlebnis-Szene ein regelrechter nekrophiler Kult ausgebildet. Eine richtiggehende Todesgeilheit, mit der Betonung auf Geilheit. Wenn man die Medien in den letzten Jahren verfolgt hat, ist es wirklich auffallend, daß zwei Themen im Vordergrund stehen: die Grenzerfahrungen, die Bizarr-Sex (insbesondere „Würgespiele“!) schenken, auf der einen und Esoterik auf der anderen Seite. Man denke nur an die zahlreichen „tödlich verlaufenden Masturbationsunfälle“ von Prominenten in den letzten Jahren.

Wenn der Epileptiker mit den Augen nach oben Richtung Augenbrauen guckt, bekommt er einen Anfall, der Schizophrene psychotische Zustände und der Mystiker „jenseitige Erfahrungen“. Auch in der Hypnose wird diese Technik benutzt, insbesondere aber bei Massenveranstaltungen, wo die Menschen nach oben zum Führer gucken müssen und in mystische Ekstase geraten. Wenn ein Kind autoritär belehrt wird, muß es, da es dem Kopf schuldbewußt nicht zu heben wagt, schräg nach oben gucken. Dies wirkt wie eine Hypnose, ist traumatisierend, beeinflußt unmittelbar das Augensegment und erzeugt so direkt den Charakterpanzer.

Der tantrisch Meditierende verdreht seine Augen nach oben zur Provokation eines „echten extragenitalen Orgasmus im Gehirn“, dabei kommt es zu einer „spirituellen Entladung“, bei der das gesamte organismische Orgonenergie-Feld erstrahlt. Die Yoga-Verrenkungen dienen dazu, sozusagen eine „Ejaculatio praecox“ zu verhindern, so daß es nicht, wie beim Epileptiker, zu einer Entladung in die Muskulatur kommt. Diese spirituellen Onanisten erkennt man dann buchstäblich an ihrem Heiligenschein. Es entspricht dem „weißen Licht“ der Nahtoderfahrung und der „Aura“ des Epileptikers vor seiner „muskulären Entladung“ (Strömungsempfindungen, visuelle und akustische Halluzinationen, etc.).

Es ist faszinierend, daß Allah und seine Paradiesgärten nichts weiter sind als Produkte der „satanisch“-orgastischen Visionen des Epileptikers Mohammed.

Bei den Nahtoderfahrungen von denen Reanimierte berichten, führt Sauerstoffmangel knapp unter dem Niveau einer dauerhaften Hirnschädigung zur Überstimulation des rechten Schläfenlappens (verantwortlich für „Austritt aus dem Körper“ und „Lebensrückblick“) und zur Ausschüttung von Endorphinen mit ozeanischer Selbstentgrenzung und Visionen, wie man sie auch bei Benutzern bewußtseinserweiternder Drogen findet (LSD, Meskalin, Peyote-Kakteen, Fliegenpilze, etc.) oder in der „Aura“ von Epileptikern. Ähnliche Erfahrungen kann man durch Meditation, Hypnose, Schlafentzug, Reizüberflutung oder sensorische Deprivation machen.

Im Nahtoderlebnis und seinen Entsprechungen erfährt man Freiheit von Schmerz, Angst und Körperlichkeit. Daß es daneben zu etwa 30% auch Höllentrips gibt, bei denen der Mensch von Gnomen gepiesackt wird, läßt sich orgonomisch ebenso gut erklären (Orgasmusangst und „Mittlere Schicht“), wie die nicht minder irritierende Tatsache, daß es die an der Schwelle des Todes stehenden als Leid empfinden, in den erkrankten Körper zurückzumüssen. Danach treten Schwierigkeiten bei der Neuangleichung von Körper und „Geist“ auf und eine allgemeine Spiritualisierung des Lebens ist die Folge. Eine Problematik, wie Reich sie auch bei Schizophrenen beschrieb, die Schwierigkeiten bei der Integration von Erregung auf der einen und der Wahrnehmung dieser Erregung auf der anderen Seite haben.

Die DOR-Menschen (Teil 2)

28. Mai 2015

Wie Arbeitsameisen scheinen die Außerirdischen keinerlei Geschlechtsmerkmale und Geschlechtsorgane zu besitzen. Im wahrsten Sinne des Wortes sind es also vollkommen „vergeistigte“ Wesen. Man denke nur an ihre „hypnotischen Augen“.

Es deutet alles darauf hin, daß es sich auch bei den Außerirdischen nicht um selbstbestimmte Individuen handelt, sondern um bloße unselbstständige Glieder an einem telepathisch verknüpften „Gruppenorganismus“ nach Art der Termiten-, Bienen- und Ameisenstaaten. Vielleicht sind sie „ein Geist“ ohne individuelle Differenzierung.

Die Außerirdischen müssen eine sehr große Angst vor uns haben, weil wir so fremdartig sind und durch unsere Spontaneität und Produktivität unberechenbar und unkontrollierbar. Daß wir die DOR-Menschen auf der Basis „von Mann zu Mann“ nicht zu fürchten brauchen – ja, daß wir es irgendwie mit ziemlich lächerlichen Gestalten zu tun haben, zeigt der bekannte UFO-Fall von Cisco Grove in Kalifornien. Ein Geschehen, das in seiner ganzen Absurdität archetypisch für das ganze UFO-Phänomen ist:

Übers Wochenende waren Donald S., Tim T. und Vincent A. in den Bergen Kaliforniens auf einem Jagdausflug. Am Abend des 4.9.1964 trennten sie sich bei der Jagd, um einzeln zu ihrem Camp zurückzukehren. Bei Sonnenuntergang hörte S. ein Geräusch und kletterte auf einen hohen einzelnstehenden Baum, weil er Angst vor Bären hatte. Da er sich verlaufen hatte, feuerte er dreimal seine Signalpistole ab, um Hilfe zu rufen. Daraufhin sah er am Horizont ein Licht auftauchen, das immer näher kam und schließlich wie ein Kugelblitz um die Baumkrone tanzte. Danach sah S. wie 400 Meter entfernt ein großes kugelförmiges Objekt landete. Zwei DOR-Menschen kamen aus unterschiedlichen Richtungen auf ihn zugeschritten. Sie waren mit einer Art von silberweißer Uniform bekleidet und als sie zu ihm aufblickten, konnte S. ihre großen dunklen Augen erkennen. Jetzt kam aus der Richtung des gelandeten UFOs ein Roboter auf den Baum zu. Er war grauschwarz und hatte zwei glänzende Lichter dort, wo bei einem Menschen die Augen zu erwarten waren.

Inzwischen versuchten die beiden kleinen Humanoiden unbeholfen den Baum zu erklimmen und an S. zu gelangen, indem einer auf den anderen stieg. Als dies zu nichts führte, öffnete der Roboter so etwas wie einen rechteckigen „Mund“, aus dem ein weißes Gas aufstieg. S. fiel in Ohnmacht. (Er hatte sich mit einem Gürtel an den Baum festgeschnallt.) Als er wieder erwachte, versuchten die beiden DOR-Menschen noch immer den Baum zu erklimmen, wenn auch vergebens. Im Laufe der Nacht mußte S. sie immer wieder vertreiben, indem er brennende Kleidungsfetzen und ähnliches auf sie warf. Zwischendurch fiel er immer wieder durch den weißen Rauch in Ohnmacht, den der Roboter ausstieß. Gegen morgen erschien ein zweiter Roboter und die beiden DOR-Menschen zogen sich zurück. Die beiden Roboter „schauten sich an“ woraufhin eine große weiße Gaswolke aufstieg. Als S. wieder aus der Ohnmacht erwachte, hatten sich die Angreifer entfernt. Und als er schließlich wieder mit seinen Jagdkameraden zusammenkam, erklärte Vincent A., auch er habe am Nachthimmel ein seltsames Licht gesehen.

Wegen ihrer eigenen Unbeholfenheit und, wie Reich vermutete, „Geistesgestörtheit“ setzen sie alles daran, unsere Spontanität und Intelligenz zu brechen: durch eine alles Leben erstickende DOR-Atmosphäre und durch die Kontrolle unserer Gefühle und Gedanken. Whitley Strieber beschreibt folgende DOR-Effekte nach einer Begegnung mit ihnen: Untertemperatur, Schwächegefühl, „das unangenehme Gefühl, von der Realität abgeschnitten zu sein“, Müdigkeit.

Das psychische Einbinden ins „Neue Zeitalter“ erstreckt sich nicht nur auf eine äußerliche Beeinflussung, sondern auch auf eine „innerpsychische“: die direkte telepathische Manipulation von psychisch labilen, „medial begabten“ Menschen, die „Stimmen“ hören. Die diversen New Age-UFO-Kulte mit ihren telepathisch „gechannelten“ Botschaften von Außerirdischen sind das aktuellste und auch eindeutigste Beispiel. Es sei auch an jene Massenmörder, Amokläufer, etc. erinnert, die behaupten, nur den Befehlen von „Dämonen“ gefolgt zu sein.

Nicht von ungefähr ist auch bei Whitley Strieber ein mystischer Unterton unverkennbar – er erstrebt so etwas wie die „heilige Kommunion“ (Communion) mit den DOR-Menschen. So gefährlich dieser mystische New Age-Aspekt auch sein mag, hat man nicht ganz zu Unrecht das UFO-Phänomen oft mit der Parapsychologie in Zusammenhang gebracht – wie ja auch die Orgonenergie selber. Und was ist „Geist“ schon anderes als eine Äußerungsform der Orgonenergie – und angesichts extrem hoher Orgonkonzentrationen, wie sie mit den UFOs, bzw. Ea (Energie alpha) verbunden sind, ist es nicht verwunderlich, wenn Strieber schreibt:

Jedesmal, wenn man sich entscheidet, [irgendein UFO-Phänomen] sei entweder psychologisch oder real, findet man bald eine Theorie, die dazu zwingt, den Fall zugunsten der entgegengesetzten Vorstellung neu zu beurteilen.

Diese beiden Elemente (die „Vergeistigung“ der UFOnauten und die extrem hohen Orgonenergie-Konzentrationen [ORANUR] mit ihren „psychischen“ Begleiterscheinungen) erklären vieles von dem, was so manchen UFO-Forscher dazu gebracht hat, von „parallelen Wirklichkeiten“, „psychischen Projektionen“, „geistigen Entitäten, die vor uns eine ‚UFO-Show abziehen’“ und ähnlichem zu phantasieren. Gefährlich wird dies dadurch, daß sich die DOR-Menschen hinter diesem mystischen Vorhang verstecken und ihre Ziele unerkannt verfolgen können.

Zusammenfassen schreibt Eden über die DOR-Menschen:

Male dir (…) eine Rasse von menschenähnlichen „Wesen“ aus, die die Atomkraft entwickelt haben (der Tunguska-„Meteor“ beweist, daß die Außerirdischen Atomenergie lange vor uns besessen haben) und die diese zerstörerische Kraft in einem Krieg auf ihrem eigenen Planeten benutzt haben, dadurch alles Dasein in Gefahr gebracht haben und derartig gefährliche energetische Zustände (ORANUR und DOR) erzeugten, daß das gegenwärtige und zukünftige Leben gefährdet wurde. (…) Die Kinder starben in einem immer jüngeren Alter an Krebs. (Heute ist auf dem Planeten Erde Krebs die führende Todesursache bei den Kindern im Alter von 3 bis 15 Jahren!) Dann wurde die Fortpflanzung unmöglich. Die gefährlich hohe Radioaktivität zerstörte allmählich alles Leben auf dem Planeten. Ei- und Samenzellen mußten in besonderen Kellergewölben aufbewahrt werden. Krampfhaft suchten die Herren-Mechaniker nach neuen Wegen, um „am Leben“ zu bleiben – und verwendeten künstliche Teile, Nieren, Herzen, Lungen, synthetisches Blut. Außerdem gab es das wachsende Problem, was mit dem radioaktiven Abfall zu geschehen habe. Eine neue Heimat mußte gefunden, ein anderer Planet vorbereitet werden.

Die Herren-Mechaniker, jetzt selber Herren-Maschinen, waren über die Entdeckung eines Energiekontinuums gestolpert, einer Energie die sich weit in den interstellaren Raum ausdehnt und ihn ausfüllt, einer Energie die mächtiger als das Atom ist. Aber jetzt war diese „Lebensenergie“ (das Orgon) für sie zum genauen Gegenteil dessen geworden, was sie für uns ist – für sie war sie eine Todesenergie geworden, die sie einfach nicht länger aushalten konnten, genauso wie Regen für Wüstenkreaturen, die in den Tropen nicht überleben können, den Tod bedeutet. Die Außerirdischen haben viele Männer und Frauen der Erde entführt, sie untersucht und viele für zukünftige Aufgaben programmiert (…) Sie haben jetzt die Kontrolle. Täglich werden sie kecker, setzen sich mehr fest, werden stärker. Wird der Wirt erwachen, bevor der Parasit ihn zerstört?

Nachdem in den 1950er Jahren die UFO-Forschung durch die „Kontaktler“, die von „Venusianern“ und Reisen auf den Mond berichteten, der sich kaum von der Erde unterschied, der Lächerlichkeit preisgegeben worden war, galten über zwei Jahrzehnte hinweg Geschichten über „UFOnauten“ als Tabu. Seit Anfang der 1980er Jahre zwang die schiere Masse der Berichte jedoch zu einem Umdenken. Was in den 50er Jahren die Kontakler waren, wurden nun die „Entführungsopfer“, die von „kleinen grauen Männchen“ (greys) aus ihren Betten entführt wurden. Diese neuen „Kontaktler“ sprachen jedoch nicht aus freien Stücken über ihre Erfahrungen, sondern ausschließlich unter Hypnose.

Ging es in den 50er Jahren bei den (vermeintlichen) Kontakten vor allem um den „interkulturellen Austausch“ mit unseren „Sternenbrüdern“, die uns vor dem bevorstehenden Atomkrieg warnten, handelt es sich bei den neuen Entführungsfällen fast ausschließlich um gynäkologische bzw. andrologische Unternehmungen, bei der es um die Entnahme von Keimzellen und „test tube babies“ geht.

Drei Forscher, die teilweise Bestseller schrieben, haben sich auf diesem Feld hervorgetan: Budd Hopkins, David Jacobs und John Mack. Für Hopkins handelt es sich bei dem Phänomen um eine Art „Forschungsprogramm“ der Außerirdischen. Jacobs hingegen betrachtet das ganze im Sinne eines Invasionsszenarios, bei dem es darum geht Hybride zwischen Menschen und Außerirdischen zu erzeugen, die eine vollkommene Integration der beiden Zivilisationen ermöglicht – wobei natürlich wir integriert werden. Mack sieht das Phänomen im Rahmen einer vom östlichen Mystizismus geprägten Theorie.

Kritiker haben darauf hingewiesen, daß auffälligerweise die Zeugen, die unter Hypnose aussagen, jeweils eine der drei Theorien bestätigen. Wobei jene, die das ganze als wissenschaftliche Untersuchung erfahren haben, bei Hopkins landen, jene, die eine letztendlich schreckliche Erfahrung gemacht haben, bei Jacobs und jene, denen es um ihre „spirituelle Entwicklung“ zu tun ist, bei Mack. Das deutet darauf hin, daß die Erwartungshaltung des Hypnotiseurs das prägt, was der Hypnotisierte sagt.

Ohnehin sind die drei Theorien widersinnig, denn was gäbe es schon groß zu erforschen? Und vor allem auf diese absurde Art und Weise!

Ein Indiz, das Jacobs für die Authentizität der Entführungsgeschichten anführt, sind die Beschreibungen der Außerirdischen: es handelt sich (ziemlich „phantasielos“) ausschließlich um „Greys“, neuerdings auch um menschliche Hybride (was eine logische Entwicklung aufzeige). Ein weiteres Indiz sei das Verfrachten der Opfer durch geschlossene Fenster hindurch. Wären das alles nur Träume und Phantasien, würde das naheliegende beschrieben: daß die Fenster geöffnet werden. Zumindest würde dies in einigen Fällen geschehen. Es geschieht aber nie. Dies sei, so Jacobs, ein untrügliches Indiz dafür, daß wir es nicht mit bloßen Hirngespinsten zu tun haben.

Das Problem ist nur, ob es nicht auch für die Aliens bequemer wäre, die Fenster zu öffnen. Oder zumindest manchmal! Warum der ungemeine Aufwand für solche paranormalen Kunststückchen, wenn sie nicht nötig sind?

Jacobs‘ Szenario beinhaltet die Züchtung der erwähnten Hybriden. Dies sei der eigentliche Sinn der Entführungen: die Mischung der außerirdischen mit der menschlichen Spezies. Dazu würden den Opfern Spermien bzw. Ovarien entnommen, Schwangerschaften abgebrochen und die Entführungsopfer mit der Betreuung ihrer „Sternenkinder“ beauftragt. Am Ende stünden dann Wesen, die genauso aussehen wie normale Menschen, nur daß sie eine zentrale Fähigkeit der Aliens besitzen: Telepathie und Gedankenkontrolle.

Da frägt man sich doch, ob die Aliens es nicht einfacher haben könnten. Wir selbst stehen kurz davor, aus Hautschuppen ganze Menschen kreieren zu können! Besonders absurd wird es aber, wenn die Entführungsopfer den Hybriden beibringen sollen, wie man sich als Mensch verhält. Beispielsweise wie man ein Zimmer einrichtet: nicht indem man die Möbel alle in eine Ecke stellt. Aber um so etwas zu wissen, bräuchten die Aliens nur unseren Alltag betrachten, Fernsehen anschauen und schlicht logisch denken. (Man denkt dabei unwillkürlich an Bronislaw Malinowskis funktionalistische Ethnologie, der zufolge die Funktionen Gestalt und Handhabe unserer Werkzeuge bestimmen. Löffel, Stühle, Tische, etc. werden überall unabhängig voneinander entwickelt. Und das gilt sicherlich auch für Wesen mit Kopf und vier Gliedmaßen überall im Universum! Die Funktion bestimmt die Form und Handhabe der Dinge.)

Die ganze Geschichte, die uns Jacobs erzählt, ist von vorne bis hinten vollständig absurd. Und genau hier führt uns eine seiner Beobachtungen in die richtige Richtung: für die Aliens reduziert sich alles auf Form, vollkommen unabhängig von Funktion. Beispielsweise insistieren sie darauf, daß die Mütter der Hybriden ihre Kinder an die Brust halten, egal ob sie Laktieren oder nicht. Die Aliens haben gesehen, „daß man das so macht“! Wahrscheinlich erklärt sich ähnlich ihr gesamtes absurdes Verhalten, etwa die Sache mit den geschlossenen Fenstern oder die „Trainingsprogramme“ für Hybride. „Es gehört sich so“, unabhängig davon, ob es sinnvoll ist oder nicht.

Wir scheinen es mit einer Art von Ritualen zu tun zu haben, bei denen es um die genaue Abfolge der Handlungen geht, nicht um die Handlungen selbst. Es ist, als würden wir bedrängt nicht von einer technischen Zivilisation, sondern von einer Gruppe von Schamanen oder tantrischen Adepten des Dalai Lama oder von Aleister Crowley. Der Dalai Lama okkupiert Länder auf magische Weise durch das nach außen hin sinnleere Legen von aufwendigen Sandmandalas, die sofort wieder zerstört werden. Crowley träumte von einem goldenen Zeitalter, das von der Kommunion mit den „Göttern“ geprägt sei. Er wollte es mit Hilfe von „Sex-Magick“ heraufbeschwören.

Von dieser Warte aus gesehen macht vielleicht sogar Macks Theorie noch am meisten Sinn. Ich beschäftige mich damit in Ea und die Wellenfunktion: Wir haben es mit etwas zu tun, das sich außerhalb unserer üblichen Denkweise bewegt, in einem Grenzbereich zwischen Physik und Psychologie, den die Parapsychologen untersuchen.

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