Posts Tagged ‘Jugendliche’

KAMERADEN DER ZUKUNFT

21. Februar 2018

In Kinder der Zukunft wirkt der Abschnitt „Das Problem der Freundschaft zwischen Jugendlichen“ (S. 181-188) im „Kapitel“ über „Die sexuellen Rechte der Jugend“ ziemlich anachronistisch – bzw. er wirkte noch vor wenigen Jahren anachronistisch: heute wird er immer aktueller. Es geht um die Spaltung der Sexualität in Zärtlichkeit und Sinnlichkeit. Früher himmelte der bürgerliche Jugendliche die Mädchen der eigenen Klasse an und stellte sie auf ein Podest als Verkörperung von Schönheit und „Reinheit“. Seinen Trieb entlud er mit Prostituierten und Mägden.

Im von Reich selbst revidierten Originalmanuskript heißt der Abschnitt übrigens „Die Schwierigkeiten der kameradschaftlichen Beziehungen der Jugend“ und beispielsweise wird die Gattin nicht zum „sexuellen Spielzeug“ (ein Begriff, der Freude suggeriert) des Ehemannes, wie es der Übersetzer ungeschickt widergibt, sondern (so das Originalmanuskript) zum „sexuellen Werkzeug“. Zynisch ausgedrückt: ein bloßer Stoßdämpfer. Eine kameradschaftliche Beziehung ist ausgeschlossen, weil der Geschlechtsakt die Ehefrau immer weiter entwertet, d.h. gefühlsmäßig auf die Stufe der besagten Prostituierten und Mägde herabwürdigt.

Szenarien einer vergangenen Welt, die in den beiden Weltkriegen und der Entwicklung der antiautoritären Gesellschaft seit 1960 bis auf kuriose Restbestände untergegangen ist. Aber nein, in der multikulturellen Gesellschaft sind sie aktueller denn je! Was im übrigen zeigt, daß es hier um fundamentale bioenergetische oder besser gesagt charakterstrukturelle Gesetzmäßigkeiten geht.

Die „Prostituierten und Mägde“ sind heute unsere ganz normalen deutschen Mädchen. Mit ihnen verlustiert sich die moslemische männliche Jugend, da die eigene Volksgruppe in dieser Hinsicht absolut tabu ist. Kommt dann die Cousine aus der Türkei, die man zu heiraten hat, hat das deutsche Spielzeug seine Schuldigkeit getan. Es ist wirklich alles wie in der einstigen Klassengesellschaft.

Die Parallele geht sogar noch weiter, wenn wir das Mädchen aus besseren Kreisen betrachten. Ich zitiere das von Reich revidierte Originalmanuskript (bitte mit der entsprechenden Stelle S. 182 vergleichen):

Das Mädel wieder muß ihre genitale Sinnlichkeit unterdrücken. An Stelle gesunder, natürlicher Sexualität entwickelt sie das typische Wesen des Weibchens mit dem Seelchen, sie wird kokett, sexuell überspannt, dem Mann, den sie liebt, gefügig, ja hörig, oder sie nützt die Sexualität zur Beherrschung der Männer aus. Das Ausschalten der genitalen Befriedigung hat ein Lüsternwerden zur Folge; ein solcher Mensch muß von Sexualität zu triefen anfangen. Soweit sich so ein Mädel von der heuchlerischen Moral und Lebensart befreit und ein Geschlechtsleben lebt, wird der Schwerpunkt auf die Reizung verlegt. So kommt es zur Erscheinung der Halbjungfrau, die alles tut, ausnahmslos alles, bis auf die Aufnahme des männlichen Gliedes in die Scheide.

Wer kennt sie nicht, die aufgedonnerten, ewig provokanten kleinen „Südländerinnen“, die exakt den von Reich beschriebenen „Mädeln“ entsprechen.

Die Paralelität wird deutlich an den folgenden Ausschnitten, die ich einem früheren Blogeintrag von mir entnehme:

Ab und an findet man sogar in deutschen Medien so etwas wie Realität. Etwa wenn man folgendes zu lesen bekommt:

Sie heißen Serap, Ayse oder Günay, kommen aus der Türkei, Algerien oder dem Kosovo und sind auf der Flucht vor ihrer Familie. Sie sind 16, 17 Jahre als, also noch halbe Kinder, aber sie sollen verheiratet werden – an den Cousin oder einen Mann aus ihrem Heimatdorf. Krumm von Prügeln und in Todesangst haben sie sich in Frauenhäuser oder vom Jugendamt angemietete Wohnungen geflüchtet. Für die Mädchen geht es tatsächlich um Leben und Tod.

Wie in in den Ursprungsländern dieser Mädchen und Frauen zugeht, beschreibt Souad in ihrer Autobiographie Bei lebendigem Leib. Hier wird der wirkliche, nämlich sexualökonomische, Hintergrund des „Nahostkonflikts“ beleuchtet.

In Sabatina: Vom Islam zum Christentum – ein Todesurteil beschreibt die 21jährige Pakistanerin Sabatina James ihre tragische Lebensgeschichte, die ein bezeichnendes Licht auf die Realität des Islam und die imgrunde reaktionäre Vision einer „multikulturellen Gesellschaft“ wirft.

Als 10jährige folgt Sabatina ihrer Familie in die österreichische Provinz. Sie lebt sich schnell ein. Dabei kollidiert sie immer häufiger mit den Moralvorstellungen ihrer Eltern. Kurz nach ihrem 16. Geburtstag verschleppen sie ihre Eltern nach Pakistan, weil sie ihnen zu westlich geworden ist. In der Koran-Schule wird sie geschlagen und mißhandelt. Zu ihrem 17. Geburtstag wird sie (wie in der islamischen Welt üblich) zur Heirat mit ihrem eigenen Cousin gezwungen!

Dem Buch Der Multikulti-Irrtum von Seyran Ates zufolge müssen muslimische Mädchen und junge Frauen häufig den Analverkehr über sich ergehen lassen; die Methode würde zuverlässig nicht nur die Empfängnis, sondern vor allem die Entjungferung verhüten. Vernünftige Erhebungen zum Thema kann man sich kaum vorstellen. Man kann nur beispielsweise auf die „sotadische Zone“ verweisen und auf sich häufende Anekdoten, wie die folgende aus einem „Sexforum“:

hatte mal eine perserin als freundin. diese wurde gezwungen, jemanden zu heiraten den die familie ausgesucht hat. sie musste als jungfrau die ehe eingehen. ich hatte fast ein jahr lang spass mit ihr. sie machte alles ausser normalen gv. fuer sie war anal das beste ueberhaupt. sie konnte nicht genug davon kriegen.

Man lese auch unbedingt den Artikel „Gefangen im Unaussprechlichen“ aus der Süddeutschen Zeitung:

Kundruns wirklicher Horror aber, das sind eingesperrte und vergewaltigte Ehefrauen, mißbrauchte Töchter. Sie erzählt von einem Mädchen, in deren Mund sich eine Geschlechtskrankheit eingenistet hatte, vom Bruder übertragen. Von einer Fünfjährigen, deren Anus zerrissen ist, weil sie anal mißbraucht wurde, um das Jungfernhäutchen zu schützen. „Tor zwei“ nennen Musliminnen das: Analverkehr, um die Jungfräulichkeit zu bewahren; diese Sexualpraktik nutzen Männer, wenn ein junges Mädchen in der Hochzeitsnacht unberührt wirken soll.

In ihrem Buch Die fremde Braut beschreibt die deutsch-türkische Soziologin Necla Kelek, wie aus Gastarbeitern Türken und aus Türken Moslems wurden. „Importbräute“ (so gut wie immer Cousinen) werden aus der Türkei geholt, hier wie Gefangene gehalten und als Brutmaschinen mißbraucht. Eine vom deutschen „Sozialstaat“ subventionierte systematische Türkisierung bzw. Islamisierung der deutschen – „Be-Völkerung“.

Das besondere an ihrer Arbeit ist der quasi „sexualökonomische“ Blick ins Intimleben. Beispielsweise beschreibt sie, wie sie selbst auf das Eheleben vorbereitet wurde:

Auch ich wurde von meiner Tante in die „Kunst der Liebe“ eingewiesen. Ich war 14, und sie sagte mir, wie man es mit einem Mann machen soll: „Du legst dich hin, machst die Hände zur Faust und schließt die Augen. Und ‚o gelir ve bosalir’, er kommt und entleert sich. Aber wenn du dich bewegst, wird er sich lange an dir aufhalten.“ Seit 25 Jahren mache sie es so, und ihr Mann habe sich noch nie beklagt. (S. 217)

Soweit das Eigenzitat. – Wir brauchen Wilhelm Reich mehr denn je, werden aber mit dieser minderwertigen Rückübersetzung abgespeist.

KINDER DER ZUKUNFT: Orgonomische Erste Hilfe für Kinder

30. Januar 2018

„Orgonomische Erste Hilfe“ ist in der Orgonomie ein stehender Begriff, nicht „orgonotische“. Siehe etwa hier und hier. Wie der Übersetzer von Kinder der Zukunft von daher aus „orgonomic character anlysis“ eine „orgonotische Charakteranalyse“ (S. 68) machen konnte, gehört zu den Geheimnissen dieser Übersetzung. Oder etwa, wenn die Rede ist vom „Entwicklungsweg unserer Kinder, die von Natur aus als Gott aufwachsen und von der Natur so geschaffen sind“ (S. 72). Welch eine lebensfeindliche, perverse, krankhafte Blasphemie, die jeden normalempfindenden Menschen empören muß! Im Original steht jedoch geradezu das Gegenteil: „Thus, the obstacles in the way of our children growing up as God and nature have created them are great.”

Solche Schnitzer sind um so bedauerlicher, weil dieses Buch wirklich in die Hände des deutschen Volkes gehört, d.h. nicht etwa in die von ohnehin meist verpeilten „Fachleuten“, sondern in die Hände des „einfachen Mannes auf der Straße“. Reich zufolge wird „eine gesunde, sexuell erfahrene, mütterliche Bauersfrau meist viel leichter und sicherer die richtige Antwort für ein Kind finden, als ein noch so ausgebildeter und studierter Erzieher“ (S. 68). „Die Sorge um das Neugeborene braucht“, so Reich, nämlich „Naturverbundenheit, etwas, das durch künstliche, kulturelle Maßnahmen in keiner Weise ersetzt werden kann“ (S. 70).

In diesem Zusammenhang möchte ich den geneigten Leser dringend auf folgende orgonomische (nicht „orgonotische“!) Artikel aus dem Journal of Orgonomie verweisen, insbesondere den ersten:

Worum geht es? „Wir arbeiten direkt an der Basis der übelsten Gegensätze zur menschlichen Natur und den damit verbundenen Strukturen“ (S. 70). Was? Wie bitte? Kein Wort verstanden! Im Original: „We are working at the very roots of what are probably the most evil and involved contradictions of human nature.“ Ich erinnere an das Symbol des orgonomischen Funktionalismus: Wir arbeiten direkt an der Wurzel dessen, was wahrscheinlich der übelste und komplizierteste Gegensatz der menschlichen Natur ist. Es geht hier um die einheitlichen orgonotischen (!) Funktionen im Kind und nicht, um was „der örtliche Priester oder ein in der Regel völlig ahnungsloser Parteisekretär dazu meint“ (S. 69). Was soll das schon für ein merkwürdiger Gegensatz sein?! Im Original geht es um den Priester und den „utterly ignorant secretary of the Communist Party“. Also ein Gegensatz voller funktioneller Konnotationen im Kalten Krieg und darüber hinaus. Mein Gott, Reich ist ein funktioneller Denker. Orgonomischer Funktionalismus! Auf diesem sollte jede ernstzunehmende Übersetzung, überhaupt jede ernstzunehmende Auseinandersetzung mit dem Reichschen Werk beruhen! ES GEHT HIER UM DIE KINDER DER ZUKUNFT, WAS AUCH BEDEUTET, DEN MYSTZISMUS UND MECHANISMUS DURCH DEN FUNKTIONALISMUS ZU ÜBERWINDEN.

Es gibt nichts Einfacheres, nichts Eingängigeres als die Orgonomie und den orgonomischen Funktionalismus, nur den „Fachleuten“, den „Reichianern“, scheint das ganze fremd und vollkommen unzugänglich zu sein! Alles, was sie zustandebringen, ist mechano-mystische Wirrnis!

ZUKUNFTSKINDER: 1. „Rousseauismus“? c. Verlorengegangene und erträumte Paradiese

27. Januar 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

ZUKUNFTSKINDER:

1. „Rousseauismus“? c. Verlorengegangene und erträumte Paradiese

Sollte Marihuana legalisiert werden?

15. August 2017

Der amerikanische Orgonom Dr. Charles Konia über die emotionale Verblödung der linksverpeilten Massen:

Sollte Marihuana legalisiert werden?

Der Holocaust im Kiwittsmoorpark

8. April 2017

Im Kiwittsmoorpark hielten sich am Samstag gegen 0:40 Uhr eine Gruppe von deutschen Jugendlichen auf und wurden „aus einer anderen Gruppe heraus“ ohne ersichtlichen Grund angegriffen und zwei 19jährige schwerverletzt. Einer trug eine Stichverletzung davon, der andere einen Knochenbruch.

Was ich hier gerade im Lokalanzeiger von Langenhorn, Hamburg gelesen habe, wird kaum in die Stadtnachrichten oder gar in die bundesweiten Nachrichten gelangen. Das gleiche gilt flächendeckend für zahllose gleichgeartete Vorfälle im ganzen Land:

Am Rande des Kiwittsmoorparks auf dem Parkplatz des U-Bahnhofs Kiwittsmoor wurden dreistöckig Container für „Flüchtlinge“ aufgestellt, d.h. junge Männer, die den lieben langen Tag rumsitzen und mit den Smartphones, auf die sie unablässig starren, weltweit vernetzt sind.

Worum es geht, ist die schrittweise Verdrängung der autochthonen Bevölkerung aus dem öffentlichen Raum. Welche Frau wird jetzt noch abends durch den Park joggen. Selbst ich: ich könnte da nicht mehr wie früher abends chillen ohne auch nur den Anflug des Gefühls einer wie auch immer gearteten Bedrohung.

Warum tun uns die Grünen, die SPD und die dem Zeitgeist sich anpassende CDU das an? Vordergründig geht es um den Schutz der „Flüchtlinge“, doch das wahre Motiv ist ein anderes. Der ach so weichherzige (links-) liberale Charakter leidet aufgrund seiner Struktur, die nicht auf muskulärer, sondern „intellektueller“ Panzerung beruht („der Intellekt als Abwehr“), unter einer extremen Aggressionshemmung. Er holt deshalb frustrierte und aggressive jugendliche Abenteurer ins Land, damit die stellvertretend einen Genozid am deutschen Volk verüben. Es geht ihm um die Auslöschung der bioenergetischen Kernfunktionen im eigenen Volk.

Das entspricht weitgehend dem Vorgehen der Nationalsozialisten, auch wenn die als Charaktere von der anderen Seite des soziopolitischen Spektrums höchst selbst handelten. Sie waren nicht damit zufrieden, irgendwelche imaginären Führungsfiguren einer angeblichen „jüdischen Weltverschwörung“ auszuschalten, nein, indem sie es gerade auf Frauen und Kinder abgesehen hatten, wollten sie eine „biologische Lösung“. Auf beiden Seiten der gleiche Lebenshaß, ein und dieselbe Emotionelle Pest.

Die Rolle der Mittleren Schicht in unserem Leben

18. Januar 2016

Es gibt kaum etwas Gruseligeres als Menschen, die die Orgonomie grundlegend mißverstanden haben. Beispielsweise ist Panzerung eben nicht das Schlechte oder gar Böse per se, sondern sie erfüllt eine lebenswichtige Aufgabe – sonst würde es sie gar nicht geben. Schizophrene leiden unter einem Mangel an Panzerung, was den Körper dazu zwingt im okularen Bereich zu kontrahieren und jede bioenergetische Erregung zu drosseln. Ähnliches beobachten wir heute bei einem Gutteil der „orientierungslosen Jugendlichen“.

Was ist Panzerung überhaupt? Sie beruht auf unserer Fähigkeit unangenehme Außenreize abzublocken, etwa wenn wir es auf einer Party mit sehr unangenehmen Menschen zu tun haben und „zumachen“. Umgekehrt können wir durch den gleichen Mechanismus auch verhindern, daß unsere wahren Impulse, beispielsweise einem besonders widerwärtigen Partygast eins in die Fresse zu hauen, nicht durchbrechen. Wir haben uns „unter Kontrolle“. Das ist die Rolle der „Mittleren Schicht“, die sich zwischen unseren bioenergetischen Kern und unsere soziale Fassade schiebt.

Das Drama fängt an, wenn diese Mittlere Schicht wegfällt: wir werden, ähnlich wie der Schizophrene, Spielball der Umwelt und unserer eigenen unberechenbaren, spontanen Impulse. Wir sind schlicht nicht überlebensfähig!

Ähnlich schlimm ist es, wenn die Mittlere Schicht erstarrt und sozusagen „automatisch“ wird. Dann können wir uns auch bei angenehmen geselligen Zusammenkünften nicht mehr öffnen und unsere Gefühle auch dann nicht zum Ausdruck bringen, wenn es angebracht ist. Das ist das Schicksal des innerlich erstarrten, triebgehemmten Charakters, bei dem sich die rationale Mittlere Schicht in eine irrationale Sekundäre Schicht umgewandelt hat.

Die Sekundäre Schicht ist der Hort der Sekundären Triebe, das Resultat all der Frustration und Umkehrung von natürlichen Impulsen in ihr Gegenteil, die durch die Panzerung hervorgerufen wird.

Der Endpunkt der menschlichen Tragödie ist erreicht, wenn diese Panzerung selbst brüchig wird und die sekundären Triebe nicht mehr unter Kontrolle halten kann. Wir haben es dann mit dem triebhaften Charakter zu tun. An diesem Punkt ist unsere Zivilisation angekommen, als sie sich seit etwa 1960 langsam aber sicher von einer autoritären (triebgehemmten) in eine antiautoritäre (triebhafte) Gesellschaft umwandelte.

Die Mittlere Schicht sorgt für persönliche Selbstkontrolle, die mit Eigenschaften und Verhaltensweisen wie Frustrationstoleranz, Beharrlichkeit, Sorgfalt, Geduld und Bedachtsamkeit einhergehen. Beim triebgehemmten Charakter, bei dem sich die Mittlere Schicht in die Sekundäre Schicht verwandelt hat, werden daraus Indolenz und mechanische Erstarrung, die sich beim triebhaften Charakter in chaotisches Verhalten umkehrt. Plastisch kann man sich das vorstellen, wenn man sich nebeneinander einen gut integrierten, leistungsstarken und glücklichen Schüler vorstellt, daneben ein schüchternes, gehemmtes „Opfer“ und schließlich einen dümmlich herumspadelnden Hip-Hopper.

Amerikanische Forscher um Terrie Moffitt (Duke University) stellten in einer großangelegten Erhebung über die Auswirkungen früh erworbener Selbstkontrolle fest:

Je niedriger der Wert für die Fähigkeit zur Selbstkontrolle im Alter von drei Jahren gewesen war, desto häufiger kam es bei den Studienteilnehmern im späteren Leben zu Problemen jedweder Art, darunter gesundheitliche Schwierigkeiten wie Übergewicht, sexuell übertragbare Erkrankungen und sogar Zahnprobleme. Ähnliches gilt für die Häufigkeit von Drogenproblemen, Kriminalität und der Neigung, sich zu verschulden. Auch ungewollte Schwangerschaften und eine hohe Quote an Schulabbrechern waren den Forschern zufolge typisch für die Gruppe, die schon als Dreijährige bei den Beurteilungen schlecht abgeschnitten hatte.

All das ist einem Mangel an Frustrationstoleranz, Beharrlichkeit, Sorgfalt, Geduld und Bedachtsamkeit zu schulden. Immerhin legt die Studie nahe, daß man die Fähigkeit zur Selbstkontrolle auch später noch erlernen und entsprechend erfolgreich im Leben werden kann.

Ich erinnere mich gerne an eine Szene in der U-Bahn als zwei betrunkene, bekiffte, jedenfalls intoxikierte Gymnasiasten abends herumalberten und eine Bierflasche umfallen ließen, so daß sich ihr Inhalt über den Boden ergoß und sie laut scheppernd ständig hin und her rollte. Keiner der sichtlich genervten Fahrgäste, einschließlich mir, traute sich etwas gegen die beiden Alleinunterhalter zu sagen. Bis schließlich ein stämmiger junger Mann, vielleicht im gleichen Alter wie die beiden Gymnasiasten, sie fixierte und sie ruhig aber bestimmt ansprach: Was das denn für eine Sauerei sei und daß sie gefälligst die Flasche aufheben sollten. „Kommst Du gerade vom Training?“ „Ja, vom Boxtraining.“ Da würde man Ausdauer, Selbstkontrolle, Ehrgefühl und wie man sich zu benehmen hat, lernen. Und wenn sie nicht gleich die Flasche aufheben, gäbe es eine blutige Nase. „Und wehe ein Spritzer Blut kommt auf meinen Anzug, dann bist Du tot!“

Würden wir alle Box- oder irgendein anderes Kampftraining machen, wäre das Leben in dieser Gesellschaft weitaus erträglicher. Insbesondere in den asiatischen Kampfkünsten lernt man, die organismische Orgonenergie, das „Qi“, willentlich zu kontrollieren. Genau das ist die Aufgabe der Mittleren Schicht. In der deutschen Sprache gibt es einen eigenen Begriff dafür: Charakter. Boxtraining (oder ähnliches) ist „Charakterbildung“.

Lebenshilfe im NACHRICHTENBRIEF (Teil 4)

19. November 2012

Eine der Grundfragen der Orgonomie ist, warum bereits ungepanzerte Babys (!), dann Kinder, Jugendliche und schließlich reife und intellektuell integere Erwachsene lieber auf das orgastische Glück verzichten als den schmerzhaften Kampf für das eigene Lebensglück aufzunehmen. Reich hat dazu gesagt:

Kinder schrecken, sosehr sie ihre vegetative Lebendigkeit und Freiheit ersehnen, selbst davor zurück und begeben sich freiwillig ins Joch der Unterdrückung ihrer Regungen, wenn sie eine entsprechende Umgebung finden, in der sie ihre frische Lebendigkeit relativ konfliktlos ausleben können. Es ist einer der großen Geheimnisse der Massenpsychologie, daß der Durchschnittsmensch, das Durchschnittskind, der durchschnittliche Jugendliche weit lieber die Resignation auf Glück auf sich nehmen, wenn der Kampf um Lebensfreude allzuviel Schmerzen verursacht. Eine Propaganda des Glücks ohne Verständnis und Herstellung der psychischen und sozialen Voraussetzungen eines lebendigen Lebens bliebe somit ödes Gerede. (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 271)

Es ist die Angst vor dem kurzen heftigen Schmerz, der uns in ein Leben voller kleinerer Schmerzen treibt. Wir leiden beispielsweise an der Einsamkeit, die uns eine Ewigkeit kleiner Schmerzen bereitet aus katastrophisierender Angst vor einer bedeutungslosen Zurückweisung, die in unserer Phantasie über alle Maßen schmerzen wird. Diese Angst hält uns in unserem Panzer gefangen. Es ist, ganz banal, die durchaus natürliche und rationale Angst vor Schmerz.

Was tun? Gegen Angst (Kontraktion) hilft nur Lust (Expansion)! Ganz banal muß man die (ohnehin meist vollkommen unbegründete!) Angst vor dem zukünftigen Schmerz vertreiben, indem man an die zukünftige Lust denkt.

Die Angst vor heftigen Schmerzen ist der Grund, warum die Menschen vor der Orgonomie fliehen und warum „Orgonomen“ nie die volle Dosis Orgonomie nehmen, sondern sich lieber verwässerten „Reichianismen“ zuwenden. Die diversen angeblich „esoterischen“ Schulen gründen auf das gleiche Zurückschrecken vor dem Schmerz, aber sie bewahren vor der Resignation und dem dauernden kleinen Schmerz, und geben so die Illusion, den Kampf wirklich aufgenommen und bestanden zu haben. Deshalb ist der Mystizismus die größte Gefährdung der Orgonomie, denn er verspricht Lebensglück ohne Anstrengung und ohne Schmerz, d.h. ohne Orgasmusangst, d.h. ohne die Angst von der eigenen Lebensenergie zersprengt zu werden, so wie das Küken die unnachgiebige Eierschale zersprengt.

Der berühmte Finanzexperte Marc Faber führt die gegenwärtige trotzlose Wirtschaftspolitik auf den gleichen Mechanismus zurück, mit dem sich die Orgontherapeuten tagtäglich bei ihren Patienten herumplagen müssen:

Die USA benötigten einige Schmerzen, sagt er, treffend vorexerziert durch die Sparmaßnahmen in der Eurozone, die mit gemischten Erfolg die klaffenden Haushaltsdefizite einzudämmen versuchen. „Das wird Schmerzen verursachen und es werden sehr erhebliche Schmerzen sein. Die Frage ist“, so Faber, „ob wir jetzt geringere Schmerzen durch Sparmaßnahmen auf uns nehmen oder stattdessen einen völligen Zusammenbruch der Gesellschaft in fünf bis zehn Jahren riskieren“, und er fügt hinzu, daß es einen Mangel an politischem Willen gäbe, um den US-Haushalt in den Griff zu bekommen. Faber weiter: „In einer Demokratie, werden sie den Schmerz nicht auf sich nehmen, sie werden die Probleme vor sich herschieben, so daß sie immer größer und größer werden.“ (…) „In der westlichen Welt, einschließlich Japan, ist das Problem“, so Faber, „daß wir zu viel Schulden haben und daß die Schulden jetzt irgendwo und irgendwie zurückgezahlt werden müssen oder es wird das Wirtschaftswachstum verlangsamen.“ „Ich denke, wir lebten von 1980 bis 2007 über unsere Verhältnisse und jetzt ist es Zeit die Rechnung zu begleichen.“

Die Menschen werden die notwendigen und unabwendbaren Austeritätsmaßnahmen (deren einzige Alternative der vollkommene Kollaps der Wirtschaft und damit sämtlicher sozialer Absicherungen ist!) nur auf sich nehmen, wenn es eine politische Führung gibt, die eine bessere Zukunft (Lust) glaubhaft macht. Dies wird durch die Emotionelle Pest hintertrieben, die aktuell immer neue „soziale Ungerechtigkeiten“ aufdeckt und gleichzeitig alle Zukunftshoffnungen in einem nicht enden wollenden Schwall aus Sarkasmus erstickt.