Posts Tagged ‘Körperpsychotherapie’

Der verschwuchtelnde Fokus

14. Mai 2024

Langsam ertrage ich dieses ständige Psychogequatsche nicht mehr. Allein schon weil ich persönlich ohne Reich nie, in Äonen nicht, darauf gekommen wäre, jemals einen Psychotherapeuten zu konsultieren. Dieses ständige Rumwälzen in der eigenen Befindlichkeit und das ständige Analysieren von zwischenmenschlichen Beziehungen… Ein MANN zieht sein Ding durch und fertig! Da ist ein Mammut, das zu erlegen ist – wie es mir dabei geht und was ich dabei empfinde, interessiert nicht, am allerwenigsten mich selbst. Ich bin nicht wichtig! Oder wie Thomas Gast immer sagt: „Marschiere mit dem Kopf!“ Will sagen, du hast das Ziel im Kopf, während du das, was dabei in deiner „Seele“ und deinem Körper vorgeht, schlichtweg ignorierst.

Die Gegenwahrheit ist natürlich, daß unsere Väter bzw. Großväter genau deswegen mit vollkommen kaputten in sich verpanzerten Seelen aus der Hölle des Krieges zurückgekehrt sind und dann gefühllos wie Roboter Deutschland wiederaufgebaut haben. Aber die Kehre, die Umrichtung des einseitigen Fokus von außen nach innen, seit den 1970er Jahren, zu der nicht zuletzt auch die „Reich-Bewegung“ gehörte, ist um keinen Deut besser.

Dieser Innenfokus zerstört Leben, allein schon, weil, wie gefühlsduselig das ganze auch aufgezogen sein mag, Energie in den Kopf verlagert wird, vor allem aber aus der willkürlichen Muskulatur abgesogen wird. Man folgt nicht mehr seinem ureigensten spontanen inneren Impuls und man wird handlungsunfähig. Allein schon die Fragen: „Was tue ich hier?“, „Was macht das mit mir?“, „Bin das wirklich ich?“, und daraus abgeleitet: „Wie stehen die anderen zu mir?“, „Was rufe ich im Gegenüber hervor?“, „Werde ich meinem Gegenüber gerecht?“ Was verlorengeht ist die Unmittelbarkeit und die Authentizität. Es verlagert sich, entgegen aller „Verinnerlichung“, alles in die soziale Fassade und alle Spontanität geht flöten.

Es ist wie bei den berühmten „Wir müssen darüber reden!“-Gesprächen, die Männer so hassen. Am Ende der Suche nach der vermeintlichen „Wahrheit“ steht ein alles lähmendes Knäuel, das keiner mehr entwirren kann und das man, oh Schrecken, nur noch mit einem herzhaften Schwerthieb durchtrennen kann. Tatsächlich haben wir es hier, trotz aller Emotionen, mit einer „intellektuellen Abwehr“ zu tun, wie Reich sie in der Charakteranalyse beschrieben hat. Nicht von ungefähr dominiert die Linke ausschließlich wegen der Frauenstimmen – und wegen all der kastrierten Schwuchteln.

Reichs Impuls war ähnlich: statt „Hören mit dem Dritten Ohr“, wie bei den anderen Psychoanalytikern, angeblich „holzschnittartige“ Charakteranalyse; statt mit einem Masochisten zu ellenlang diskutieren, ein beherzter schmerzhafter Schlag mit dem Lineal auf seinen Hintern; statt „Rekonstruktion“ der Vergangenheit, Arbeit am „Vegetativum“; statt Reden, Reden, Reden einfach nur ATMEN; statt letztendlich immer willkürlichen (UND MANIPULATIVEN) Deutungen dessen, was vermeintlich im Patienten vorgeht, das Aufmerksam-Machen auf ins Auge springende Widerstände: ein generelles Vorgehen weg vom Kopf in die Muskulatur.

DORgontherapeuten

23. Februar 2024

Im Netz stolpert man immer wieder über Leute, die in den Gesundheits- bzw. Sozialberufen arbeiten und allen Ernstes als „Orgontherapeuten“ auftreten, teilweise sogar mit Verweis auf eine sozusagen „apostolische Sukzession“, d.h. irgendwelche unmittelbaren Schüler Reichs bzw. entsprechende Organisationen hätten sie „autorisiert“. Vielleicht machen sie gute Arbeit – an der sie eh niemand hindern kann… Das Problem ist, daß sich Nicht-Ärzte und Nicht-Psychiater vor ihren Patienten wohl eher beweisen müssen und deshalb zu invasiv vorgehen.

Ein orgonomischer Psychiater, also ein „Dr.med.“ mit einer zusätzlichen langwierigen Facharztausbildung, besitzt von vornherein genug Autorität, um den Patienten beispielsweise Stunde um Stunde einfach nur atmen zu lassen, während ein Laientherapeut eine Show abliefern muß, auch um sich vor sich selbst zu rechtfertigen. Der Patient wird mit „Deutungen“ und schlauen Bemerkungen überhäuft, d.h. ihm wird eine vermeintlich „orgonomische“ Weltanschauung aufgedrängt, und vor allem wird der Muskelpanzer angegangen, als sei er der Feind, dessen Stellungen ohne Rücksicht auf Verluste eingenommen werden müssen.

In der jetzt angekündigten nächsten Nummer des Journal of Orgonomy (Vol. 56, No. 2) wird ein entsprechender Fall behandelt werden:

Susan P. Marcel, D.O., berichtet über die Behandlung von John, einem 63-jährigen Rentner, der eine Therapie suchte, um seine Depression und sein überwältigendes Gefühl des Bedauerns zu lindern. Sozial isoliert, mißtrauisch und zur Selbstsabotage neigend, hatte John in seiner Jugend „Orgontherapeuten“ aufgesucht. Leider hatte die Behandlung durch diese aggressiven und kontaktlosen Therapeuten Johns Mißtrauen und Niedergeschlagenheit nur noch vertieft. In Dr. Marcels Behandlung von John sehen wir einen echten Arzt-Patienten-Kontakt. Marcel diktiert nicht den Verlauf der Sitzung, sondern geht der jeweiligen Situation angemessen auf Johns Gefühle ein und fordert ihn auf, seine Sorgen zu äußern und sein eigenes Tempo einzuschlagen. Bald ist John in der Lage, seine Ängste und seine Traurigkeit auszudrücken und sich mit der Gesundheit in seinem Inneren zu verbinden. Diese bewegende Schilderung unterstreicht die entscheidende Bedeutung eines authentischen Kontakts zwischen Patient und Therapeut.

In einer echten Orgontherapie geht es nicht darum, daß irgendein Programm abgespult wird, sondern es geht um Kontakt: den Kontakt zwischen Patient und Arzt und den Kontakt des Patienten mit sich selbst, d.h. mit dem was krank und was gesund in ihm ist. Das mechanische Abrollen dessen, was manche Leute für „Orgontherapie“ halten, ist einfach nur kontaktlos und kann dem Patienten ausschließlich schaden.

Das ist alles kein Spaß. Man nehme etwa den obigen „John“: dessen Leben wurde zerstört, weil er sich irgendwelchen Wichtigtuern anvertraute, die sich als „Orgontherapeuten“ aufspielten. „John“ selbst haben sie nie gesehen und „John“ konnte nie zu ihnen durchdringen. An sich verhielten sich diese vermeintlichen „Orgontherapeuten“ genauso, wie sich einst „Johns“ Eltern verhalten hatten – als sie „John“ seine Panzerung verabreichten. Alles im Namen von Wilhelm Reich…

Der Rote Faden (Band 2): 62. Ist die Orgonomie ein Kult?

20. Januar 2024

DER ROTE FADEN (Band 2): 62. Ist die Orgonomie ein Kult?

BIBLIOGRAPHIE DER ORGONOMIE: Register von The Journal of Orgonomie Vols. 1-56 (1967-2023)

27. Dezember 2023

BibliographiederOrgonomie - Kopie

THE JOURNAL OF ORGONOMY: chronological index vols. 1-56 (1967-2023)

Die 15. Version der BIBLIOGRAPHIE DER ORGONOMIE, Teil 3

11. Dezember 2023

BibliographiederOrgonomie - Kopie

Bibliography of Orgonomy, PART THREE: Orgonomy after Reich, 15. version

Warum Reich, Baker, Konia?

13. November 2023

Von Reichs Schülern in Wien, Berlin, Kopenhagen und Oslo hatte keiner einen größeren Einfluß auf die Geschichte der Orgonomie. Unter Reichs Schülern in New York City bzw. auf Orgonon, Rangeley, Maine ist nur Elsworth F. Baker hervorgetreten bzw. er war der einzige, der ungebrochen weitergemacht hat. Seinerseits ist von Bakers frühen Schülern nur Charles Konia übriggeblieben, der heutige Spiritus rector des American College of Orgonomy und dessen Ausbildungsleiter: Reich (und Wolfe) bis 1949, Baker bis 1986, Konia bis heute.

Diese drei waren die einzigen unter den medizinischen Orgonomen, die sich konsequent und langanhaltend mit dem wichtigsten Thema beschäftigt haben, der Emotionellen Pest. „Emotionelle Pest“ ist eine Art Zusatz zur normalen Neurose: die störende Erregung wird nicht einfach verdrängt, sondern aktiv aus der Umwelt verbannt. Spielende Kinder und Liebespaare und Montagsspaziergänger werden zur Räson gebracht. Der einfache Neurotiker leidet einfach still vor sich hin, während der Pestkranke sich ungefähr so verhält wie die Antifa heute, wenn man sie zur Rede stellt: „Verpißt euch!“ Diese Leute können das Lebendige und etwa rationale Diskussionen, d.h. bioenergetische Spannung, einfach nicht ertragen und versuchen sie darum zu ersticken.

Der einfache Neurotiker nimmt die Pest einfach hin, will nicht von ihr Reden und schlichtweg seine Ruhe haben. Es ist seine Todesangst vor starker bioenergetischer Erregung von der die Emotionelle Pest lebt. Sie lebt davon, daß die Sauerei aufrechterhalten wird. Das eigentliche Biotop der Pest bilden dabei die „liberalen“ Leisetreter. Im Editorial zum Journal of Orgonomy (Vol. 11, No. 2) vom November 1977 unterscheidet Baker zwischen jenen, die „unabhängig von ihrer eigenen emotionalen Gesundheit oder deren Fehlen ein Konzept und ein Gefühl dafür bewahrt haben, was natürliche Gesundheit sein sollte, und denjenigen, die dieses Konzept verloren haben und die Gesellschaft und ihre aktuellen Sitten als den notwendigen Leitfaden für das Wohlergehen des Menschen akzeptieren“.

Alle jene, die sich gegen Reichs „Dogmatismus“ wehrten und sich heute gegen den „Dogmatismus“ des American College of Orgonomy wehren, gehören eindeutig in diese Gruppe der Anpasser: „man muß sich der Gesellschaft, dem wissenschaftlichen und sozialen Konsens anpassen, liberaler sein“.

Nur keine Wellen schlagen, nur nicht auf sich aufmerksam machen, ja keine Spannungen aufkommen lassen. (So beschreibt Reich die Psychoanalytiker der 1920er Jahre in Reich Speaks of Freud.) Am Ende hat dann die Pest zwar tatsächlich jedes Interesse an der Orgonomie verloren, aber das nur, weil diese mittlerweile ununterscheidbar vom neurotischen Mainstream geworden ist. Die Anpasser haben das Werk der Emotionellen Pest vollendet.

Das hat eine direkte Entsprechung in der Geschichte der Psychoanalyse, als Reich der einzige war, der sich kompromißlos gegen die Nazipest stellte. Die Anpaßler, allen voran Freud selbst, leisteten der vollständigen Eingliederung der Psychoanalyse in das „Göring-Institut“ (Deutsches Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie) Vorschub – der kompletten Gleichschaltung. Danach hat sich die Psychoanalyse genauso rückgratlos der „Demokratisierung“ angepaßt und neuerdings der Political Correctness. Es geht immer darum, den gesellschaftspolitischen Folgen der eigenen Erkenntnis auszuweichen, was schließlich unausweichlich auf die eigene Theoriebildung rückwirkt: die besagten Erkenntnisse lösen sich dann mehr oder weniger schnell in nichts auf. In einem wohlverstandenen Sinne kann es keine „unpolitische Wissenschaft“ geben!

Der Rote Faden (Band 2): 40. Anorgonie

27. Oktober 2023

DER ROTE FADEN (Band 2): 40. Anorgonie

Orgontherapie und die Massenpsychologie der Demokratie im 21. Jahrhundert

3. August 2023

Einst war das Problem, daß die psychiatrische Orgontherapie Reichs Schülern Unmengen von Geld einbrachte und deshalb immer die Gefahr bestand, daß der Profit alle wissenschaftlichen Überlegungen überlagert, die Orgonomie am eigenen Erfolg zugrundegeht. Tatsächlich konnten „Körperpsychotherapeuten“ bis weit in die 1980er Jahre hinein, als „alternative Gesundheitstage“ noch das Ding waren, „ein Schweinegeld“ machen, was auch so mancher Kriminelle, der sich als „Reichianer“ titulierte, schamlos ausgenutzt hat.

Diese Zeiten sind vorbei und Orgontherapie wird nachgefragt, als würde man abgelaufene, verklumpte Frischmilch einem Laktoseintoleranten anbieten. In Amerika laufen die (dort erlaubten) Werbeaktionen des American College of Orgonomy ins Leere und orgonomische Psychiater müssen sich weitgehend auf die konventionellen Methoden ihrer Profession besinnen, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Die Zeiten des: „Werde Orgontherapeut und Du hast für alle Zeiten ausgesorgt, weil dir die Patienten die Bude einrennen!“ sind definitiv vorbei.

Schuld ist die sexuelle Revolution, die etwa 1960 einsetzte. Sie hat die individuelle und die gesellschaftliche Panzerung derartig durcheinandergebracht, daß die Angst, die im Panzer einst fest gebunden war, nunmehr so frei flottiert, daß die meisten Menschen das Leben ohne Drogen und Medikamente nicht mehr ertragen können und sie sich neuerdings sogar Brüste, Hoden und Penisse abschneiden lassen, um den Energiepegel und damit die (Sexual-) Angst zu bändigen. Die Angst soll weg! Deshalb hat eine Therapieform, die darauf beruht Angst freizusetzen und auszuhalten, kaum noch eine Chance.

Im gesellschaftlichen Bereich erklärt das, warum „rechtspopulistische“ Parteien, die für die Demokratie, also die Herrschaft des Volkes, eintreten sich so schwertun und, kaum daß sie an der Macht sind, sich dem gegenwärtigen krypto-faschistischen System des Westens anpassen. Die Menschen haben zunehmend „Angst vor der eigenen Courage“. Nur das kann erklären, warum eine Partei wie Die Grünen, die AUSDRÜCKLICH „die Energie drosseln“ will, so einen absurd hohen Zuspruch hat und das selbst bei Menschen, die an sich gar nicht so dumm sind. Oder man denke an die SPD, deren EINZIGES Programm der „Antifaschismus“ ist, d.h. das Mobilisieren und das sich Aalen in Schuldgefühlen. Die „bürgerlichen Parteien“ sind eh nur noch eitrige Wurmfortsätze der Grünen. Einschläfernde Figuren wie Habeck, Mr. Magoo, SchMerz, Biden, Macron und all die anderen Schlaftabletten sind eben das: das Höchstmaß an Erregung, daß die Massen noch aushalten können. Sozusagen sprechende (stammelnde) und laufende (stolpernde) Massen-Psychopharmaka. Trump ist vielleicht das letzte Aufbäumen des Lebendigen auf der politischen Bühne, bevor alles im Nebel der „Psychopharmaka“ versinkt. Eine „bekiffte“, sterbende Welt!

DER ROTE FADEN (Band 2): 17. Die Besuche der FDA-Inspektoren

20. Juni 2023

DER ROTE FADEN (Band 2): 17. Die Besuche der FDA-Inspektoren

Authentisch, autonom, frei, selbstbewußt, glücklich und produktiv (Teil 1)

30. Mai 2023

Der Mensch ist authentisch, wenn die soziale Fassade den bioenergetischen Kern ungebrochen widerspiegelt. Unauthentisch wird es, wenn sich zwischen beide eine dritte Schicht, die Panzerung, schiebt, so daß alle inneren Impulse verzerrt werden und jedwede Situation neurotisch färben.

Genauso wichtig ist die Autonomie. Bioenergetisch bedeutet Autonomie schlichtweg eine freie Pulsation zwischen Zentrum (Ich) und Peripherie (Welt). Diese Autonomie wird zerstört, wenn eine ständige Sympathikotonie (also eine bioenergetische Kontraktion) induziert wird: alles ist von der Welt auf das Ich gerichtet. Die chronische Kontraktion ist das Wesen der Panzerung.

Soweit die materielle Struktur gewordene Pulsation, das „orgonotische System“. Wechseln wir nun zur Struktur gewordenen Kreiselwelle, dem „energetischen Orgonom“:

Frei zu sein bedeutet ein frei funktionierendes sensomotorisches System, mit dem wir angemessen auf unsere Umwelt reagieren und diese entsprechend rational verändern können. Dies wird verhindert, wenn der Mensch durch sieben mehr oder weniger stark ausgeprägte Panzerungsringe förmlich zerstückelt wird. Er funktioniert nicht mehr als integrale Einheit, sondern der Energiefluß wird an verschiedenen Stellen unterbrochen, so daß der Mensch buchstäblich sein Selbstbewußtsein verliert – er ist bloßes „Stückwerk“!