Posts Tagged ‘Machtmißbrauch’

Orgontherapie 2026 (Teil 2)

17. Januar 2026

Ich habe mit mehreren Orgontherapeuten und „Orgonpatienten“ darüber gesprochen: Orgontherapie über eine Videokamera ist möglich. Damit fällt (mal abgesehen von den Finanzen!) jedwede Ausrede weg, sich keiner Orgontherapie lege artis zu unterziehen.

Man begegnet immer wieder Leuten, die sich der „Selbstbefreiung“ verschrieben haben und sich deshalb niemals einem (Orgon-) Therapeuten aussetzen würden. Wie Münchhausen wollen sie sich selbst am Schopf packen und aus dem Sumpf ziehen. Ihr Denkfehler liegt darin, daß, wenn sie sich selbst aus ihrer Neurose befreien könnten, sie gar nicht neurotisch wären!

Immerhin kommen sie der Wahrheit ziemlich nahe, denn es gäbe für ihre langfristige seelische Gesundheit kaum etwas verheerenderes als aktionistische Therapeuten, die sie mit allen möglichen Techniken, insbesondere „körpertherapeutischen“ Interventionen, von außen befreien wollen. Derartige „Erziehungsdiktaturen“ mögen oberflächlich betrachtet zu einer Verbesserung führen, doch tatsächlich wird so die Unfähigkeit zur Selbstregulation nur noch tiefer verankert. Deshalb sind „Orgontherapeuten“, die an ihren Patienten eine „körpertherapeutische“ Intervention nach der anderen ausführen, ihnen eine Vorgabe nach der anderen machen, in Wirklichkeit das Gegenteil von Orgontherapeuten: es sind pestilente Charaktere, die auf sadistische Weise das Lebendige drangsalieren und narzißtisch ihre angemaßte „Autorität“ genießen.

Ein richtiger Orgontherapeut macht dem Patienten klar, daß er ihn nicht „gesund machen“ kann. Oder wie mir mein erster Orgontherapeut sagte: „Die Patienten wollen immer, daß ich sie von ihrer Neurose befreie. Wie soll ich das machen? Ich bin doch kein Magier!“ Der Orgontherapeut ist kein „Führer“, der schon alle Antworten kennt und dem man nur zu folgen braucht, sondern ein, wie Reich ihn in Christusmord nannte, „Neuer Führer“, der jede Verführung „ein Führer“ zu sein, zurückweist, vielmehr nimmt er die Menschen ernst und läßt sie sich selbst retten, indem er ihnen die Verantwortung für ihr eigenes Leben auferlegt. Das macht er, indem er verhindert, daß sie ständig dem Wesentlichen ausweichen.

Ein Orgontherapie-Patient übernimmt selbst die Verantwortung für seine Gesundung – oder er ist gar kein Orgontherapie-Patient.

Man kann immer wieder beobachten, daß „Reichsche Therapie“ bei vielen einfach keine Wirkung zu zeitigen scheint. Sie bleiben irrational, werden teilweise sogar pestilent (Emotionelle Pest). Es fehlt ihnen an „Magnetismus“, vielmehr wirken sie „hohl“ und „leer“. Statt sich wohler und integrierter zu fühlen, werden sie entweder immer wehleidiger und „sensibler“. Oder sie verwandeln sich in narzißtische, blasierte Kotzbrocken, die sich einbilden „umstrukturiert“ zu sein.

Therapie macht nur Sinn, wenn man sich der Panzerung bewußt wird und sich entsprechend von innen her verändert. Solange die grundlegenden Verhaltensmuster, etwa eine alles erstickende Indifferenz, nicht bewußtgemacht werden, wird jedwede „bioenergetische“ Intervention verpuffen oder diesen Widerstand sogar noch weiter verstärken.

Heutzutage, wo der Charakterpanzer in der Struktur der Menschen immer wichtiger wird, auf die Charakteranalyse zu verzichten, d.h. es zu unterlassen, die okulare Panzerung aufzulösen, ist ein Kunstfehler. Was „Körpertherapeuten“, sogenannte „originale Reich-Therapeuten“, „Bioenergetiker“, etc. treiben, ist zutiefst reaktionär, weil sie die pathologische Tendenz der Gesellschaft zur Oberflächlichkeit nur noch weiter verstärken. „Nur nicht den Kern des Problems berühren!“

In der Orgontherapie muß Kontakt hergestellt werden und der Patient von seinen Ersatzkontakten entfremdet werden. Stattdessen bieten die „Neoreichianischen Körpertherapeuten“ Ersatzkontakt in Form von mechanischen Übungen und Massagen. Diese Therapien sind nur ein Spiegel dieser Gesellschaft: „action“ und „event“ bei Vermeidung von wirklichem bioenergetischen Kontakt.

Genauso wie der Sozialist alles von „der Gesellschaft“, d.h. dem Staat, erwartet und von der Eigenverantwortung entlastet werden will, soll der Therapeut den Patienten von außen her durch „Körperübungen“ und „Muskelmassage“ oder gar durch das „Bewegen der Lebensenergie“ heilen.

Das ist imgrunde eine mechanistische Einstellung, die sich kaum von der der „Schulmedizin“ unterscheidet. Wirkliche Veränderung kann nur Frucht von Eigenverantwortung sein. Aufgabe des Therapeuten ist es, die Selbststeuerung wieder in Gang zu bringen, d.h. den Patienten mit Verantwortung zu belasten, statt ihn zu entlasten.

Warum der Kleine Mann (Anti-) Faschist wird

25. Oktober 2025

Woran erkennt man den heutigen Faschismus? Daran, daß in einer Gesellschaft es als „Zivilcourage“ gilt, wenn man fanatisch die Meinung aller teilt, und als „Volksverhetzung“, wenn man eine Meinung vertritt, die von 75% der Bevölkerung abgelehnt wird. Dabei ist es vollkommen unerheblich, ob die Minderheit, gegen die sich die couragierte Mehrheit „erhebt“, unappetitlich und pestilent ist. Es gibt keine Sekte und Politsekte, die ich nicht zutiefst verachte: Psychopathen; aber die wahre Pest kristallisiert sich am „Widerstand“ gegen derartige einflußlosen Randerscheinungen: Zensur, Machtmißbrauch, Willkür.

Man irre sich nicht! Es geht nicht um Antifaschismus (sozusagen „Anti-Emotionelle-Pest“), sondern ganz im Gegenteil um das Kontrollieren von bioenergetischer Bewegung, die der vermeintliche „Antifaschist“ nicht ertragen kann. Heute kämpft er „gegen Rechts“, morgen gegen „provozierendes Essen“ während des Ramadan und übermorgen sollen wir aus „Solidarität“ ebenfalls unsere Bauchspeicheldrüse schädigen! Man denke nur an den um sich greifenden Verhaltensterror der Grünen Bewegung („Umwelt-Knigge“)! „Werte“ wie „Vielfalt“ und „die Umwelt“ sind nur vorgeschoben, tatsächlich geht es darum die Autonomie, die freie Bewegung zu kontrollieren.

Wehe der gepanzerte Mensch wähnt sich auf „der richtigen Seite der Geschichte“! Plötzlich wird die Jagd auf „Abweichler“ und „Antidemokraten“ zur Bürgerpflicht! Erst geht es um „soziale Gerechtigkeit“ – und wenige Jahrzehnte später sind 100 000 000 Opfer des Kommunismus zu beklagen. Der Kleine Mann zieht daraus messerscharf den Schluß, daß man irgendwelche versprengten harmlosen Maoisten mit staatlicher Repression bekämpfen müsse. Wirklich zu bekämpfen ist jedoch, daß pestilente Charaktere, die etwa einen armen Irren wie Horst Mahler zu einem Märtyrer gemacht haben, Zugang zu solchen Machtinstrumenten haben. Ich spüre schon jetzt die „antifaschistische“ Hysterie in so manchem aufkochen, der das lesen wird! (Du miese kleine Ratte! Ja, du bist gemeint! Früher hättest du dich mit Begeisterung als IM angedient.)

Unser Ziel ist nicht etwa schrankenlose Anarchie voller kleiner „Horst Mahlers“, sondern eine Republik (oder konstitutionelle Monarchie), in der eine Macht die andere kontrolliert und wo vor allem das freie Wort heilig ist. Und was wird im Verlauf beispielsweise der gegenwärtigen „antifaschistischen“ Hysterie getan? Die föderative Ordnung und die Abschottung zwischen Polizei und Geheimdiensten wird aufgehoben, die Akademie und die Massenmedien gleichgeschaltet. Am Ende der „antifaschistischen“ Hysterie steht – die Gestapo! Nichts zeigt eindeutiger, daß der ganze angebliche „Antifaschismus“ nur vorgeschoben ist. Heute gilt man bereits als „Rechtsextremist“, wenn man sich auf die unveräußerlichen Grundrechte beruft, etwa daß es laut Grundgesetz keine Zensur geben darf.

Noch nie waren Demokratie, die Souveränität des Volkes, Gewaltenteilung, Marktwirtschaft und freie Meinungsäußerung gefährdeter als heute. Das ist so, weil heute diese Gefährdung im Namen der inhaltsleer gewordenen Phrase von „Demokratie“ erfolgt – die zusehends in eine neofeudalistische „UNSERE Demokratie“ mutiert. Was vorgeht, kann man nur bioenergetisch wirklich verstehen. Der sympathikotone Kleine Mann fühlt sich zum parasympathikotonen pestilenten Charakter hingezogen, der ihn seinerseits hemmungslos ausnutzt. Es ist ein übles Spiel.

Diese Entwicklung ist möglich, weil sich der Kleine Mann (der typische willensschwache Neurotiker, du und ich!) vom Lebenswandel, dem schnellen Metabolismus des „Großen Mannes“ angezogen fühlt. Der letztere spiegelt ihm die Chimäre von „Expansion und Leben“ vor. Wir wären (so dieser Wahn) alle befreit, wenn es nicht mehr die Nationalstaaten, die Bundesländer und Gemeinden, voneinander getrennte Legislative, Exekutive, Judikative und eine freie Wirtschaft sowie vor allem das freie Wort gäbe. Vor allem wäre alles besser, wenn die Störenfriede, heute die AfD, nicht ständig Sand ins Getriebe streuen würden. Hitler hat von diesem „Befreiungsangebot“ gelebt („Endlich greift mal einer durch!“), die Kommunisten, die die „kapitalistische Anarchie“ aufgehoben haben, sowieso und nicht zuletzt die Leute, die gegenwärtig immer hysterischer „gegen Hitler kämpfen“, als stehe er unmittelbar vor der Machtergreifung. Die abgrundtiefe Pestilenz dieser Halbirren zeigt sich darin, daß ausgerechnet sie stets vor der Einschränkung der „Zivilgesellschaft“ und der „Bürgerrechte“ warnen.

Ich habe hier im Blog 2012 die Begegnung zwischen dem Kleinen Mann und einem der Mächtigen beschrieben. Man verzeihe mir, daß ich mich selbst zitiere:

Vor knapp 40 Minuten stand ich hier auf der Straße grade mal zwei Meter von Merkel und Norbert Röttgen entfernt. Ich kann diese Menschen kaum anschauen, genauso wie die berühmten Schauspieler, denen ich begegnet bin: leere Charaktermasken. Inhaltsleer und deprimierend. So als wenn sie gar nicht richtig da wären. Merkel: ich glaube es war nicht nur Suggestion, diese Aura der Macht, die die Szene umgab. Nach dieser „Energiedichte“, halt dieser Aura, kann man sicherlich süchtig werden – gleichzeitig wirkt es merkwürdig DORig, wie ein „Miasma“.

Die oben orgonometrisch dargestellte Beziehung ist wie eine Drogensucht – an ihr geht die Demokratie zugrunde. Die Mächtigen berauschen sich an der Macht (beispielsweise am „Großraum Europa“, der gegenwärtig militärisch von „unseren Demokraten“ in den Fußstapfen Hitlers bis in die asiatische Steppe und weiter nach Sibirien ausgeweitet werden soll, und hebeln zunehmend die Gewaltenteilung aus und der Souverän (das Volk) träumt von einer „besseren Welt“, die von oben auf sie herabkommt.

Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte!

NIE WIEDER FASCHISMUS, NIE WIEDER KRIEG!

Die biologische Fehlrechnung in der Ökonomie (Teil 5)

8. September 2023

Klarheit wird geschaffen, wenn man erkennt, daß die Orgonomie die bioenergetischen und ständig wirksamen Grundlagen der Ökonomie beschreibt, die durch die Emotionelle Pest bedroht sind, während Heinsohn den Übergang zur, wenn man so will „mechanischen Ökonomie“ aufgezeigt hat, die von allen bioenergetischen Prozessen radikal abstrahiert und entsprechend mit mathematischen Modellen beschrieben werden kann. Bei der ersteren geht es um Beziehungsgeflechte, bei denen die objektiven Notwendigkeiten und die subjektiven Inklinationen harmonieren, bei der letzteren um „blinde“ Schuldtitel, die auf abstrakten Rechtstiteln beruhen. Das ganze ähnelt dem Verhältnis von Orgonphysik und der mechanistischen Physik, die erfolgreich operiert, so als gäbe es die Orgonenergie gar nicht.

Die klassische Ökonomik, der Marxismus und die Österreichische Schule sind ähnlich strukturiert, d.h. es geht um den mechanischen Tausch bzw. das gegenseitige Verrechnen „gesellschaftlicher Arbeitszeit“. Warum also an dieser Stelle diese auffällige Fixierung auf Heinsohns Eigentumsökonomik? Weil die Theorien der Orgonomie und von Heinsohn eine in vieler Hinsicht identische Struktur haben: den „Debitismus“, d.h. es dreht sich alles um den Kredit, der den eigentlichen Kern der Ökonomie ausmacht. Der entscheidende Unterschied ist, daß Heinsohn nicht erkennt, daß damit entscheidend die Charakterstruktur der Menschen ins Zentrum der Ökonomie rückt, wie jeder sieht, der versucht mit bestimmten „Mitbürgern“ Geschäfte zu machen. Zur Problematik der Emotionellen Pest hat die Heinsohnsche Eigentumsökonomik schlichtweg nichts zu sagen.

Da es, behauptet Heinsohn, ohne Schulden kein Geld gäbe, sei die Verschuldung von Staaten und Privatpersonen kein Problem, solange die Schulden nachhaltig verwendet werden, also man die eigegangenen Verpflichtungen zumindest theoretisch auch irgendwann einlösen kann, und die Schulden nicht etwa in sinnlosen Sozialprogrammen verschleudert werden. Der Staat, auf den ja, wieder Heinsohn zufolge, ursprünglich das Eigentum zurückgeht, soll gegensteuern, wenn das Eigentum im Laufe der Zeit zu unebenmäßig verteilt ist, deshalb von gegenseitigen Verpflichtungen nicht mehr die Rede sein kann und deshalb das ganze System zu kippen droht. Es gibt dann schlichtweg zu wenig Eigentümer, d.h. die Zäune zwischen den Parzellen sind wie am Anfang der Heinsohnschen Geschichtskonstruktion wieder hinfällig geworden. Letztendlich muß der Staat, wie am Anfang der Eigentumsgesellschaft, das Eigentum erneut neu verteilen („neue Zäune ziehen“) und das Spiel beginnt von vorne. Spätestens hier wird die ganze seltsam in der Luft schwebende (d.h. „juristische“) Heinsohnsche Konstruktion absurd, denn bei einem Kollaps der Wirtschaft werden von ganz alleine jene Mechanismen greifen, etwa der Goldstandard oder untereinander konkurrierendes Privatgeld, die die Österreichische Schule beschrieben hat. Nicht nur die Emotionelle Pest, sondern auch deren Gegenteil, die Macht der Selbstregulation, kommt bei Heinsohn nicht vor.

Die Österreichische Schule, deren bekannteste Vertreter Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek waren, kommt der arbeitsdemokratischen Anschauung zwar sehr nahe, bezeichnenderweise verzichtet sie auch weitgehend auf Mathematik, jedoch bleibt hier am Ende gegen den Machtmißbrauch nur ein hilfloser Appell an Moral und Ethik. (Auffällig viele Vertreter der Österreichischen Schule sind bekennende Christen.) Das Problem der Emotionellen Pest ist jedoch kein psychologisches Problem („Weltanschauung“), gar ein moralisches, sondern ein biologisches: die charakterstrukturelle Unfähigkeit zur Selbstregulierung. Es angehen zu wollen, umfaßt Bereiche, die weit über den der reinen Wirtschaftstheorie und wohlfeiler Verhaltensmaximen a la Kant hinausgehen. Sie auch nur anzuschneiden, läßt einen sofort als „Reichianischen Sektierer“ dastehen, sind doch „Sektierer“ dadurch gekennzeichnet, daß sie „nicht bei der Sache bleiben“. Tatsächlich ist es aber die einzige Sache, denn heute kann Wirtschaftswissenschaft nur das Studium der Wechselwirkung zwischen der Arbeitsdemokratie und der Emotionellen Pest sein:

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 30)

4. März 2021

Traditionell verteidigten Liberale ihre Mitbürger gegen Übergriffe von Seiten der Regierung. Im Liberalismus ging es um die Begrenzung der Macht der Regierung. Dann kamen „Liberale“ wie Mildred Brady und stellten diesen Ansatz auf den Kopf, indem sie die Regierung benutzten, um ihre Mitbürger zu unterdrücken: „Die Regierung muß uns vor medizinischem Betrug schützen“ – also den mißliebigen Mitbürger unterdrücken. Letztendlich geht es um: „Die Regierung muß den Kapitalismus beseitigen“ – und die Tyrannei errichten.

Die Kernbotschaft der angelsächsischen Welt lautete: „Die Doktrin von den Menschenrechten ist dazu da, der Regierung Grenzen zu setzen, und kann nicht dazu benutzt werden, irgendeine Ausweitung der Regierungsmacht zu autorisieren, die nicht durch deren grundlegende Aufgabe, d.h. Schutz der individuellen Freiheit, gerechtfertigt ist.“ (Roger Sutton: How to be a Conservative, London, Paperback, 2015, S. 70)

Genau das war Reichs Thema in den 1950er Jahren: Der Staat hat keine Handhabe, in Reichs Recht auf Erforschung der Natur und in das Recht seiner Patienten, die Früchte dieser Forschung zu genießen, einzugreifen.

Unabhängig von der Bekämpfung des Machtmißbrauchs, die immer auf einen Kompromiß hinausläuft, stand für Reich die „kompromißlose“ Frage nach der Wahrheit im Raum. Das entsprach der Kernbotschaft Deutschlands an die Welt: Es gibt eine fundamentale faktische, objektive Wahrheit, unabhängig und jenseits nicht nur formaler Autoritäten, sondern auch unabhängig und jenseits individueller Meinungen und gesellschaftlicher Kompromisse. Oder mit anderen Worten: Die Existenz des Orgons ist nichts, was es vor einem Gericht „zu verhandeln“ gilt!

Ohne diese beiden Elemente, das „angelsächsische“ und das „deutsche“, kann es keine wirkliche Freiheit geben, denn beide schränken die Macht der Regierung ein: das erstere öffnet den Raum für Diskussion, wenn das angemessen ist, und das letztere beendet jedwede Diskussion, wenn wiederum das angemessen ist.

Für die Großkapitalisten und Monopolisten, in diesem Fall die Pharmaindustrie, ist der pseudoliberale Verrat an Freiheit und Wahrheit gleichbedeutend mit der Beseitigung der aufstrebenden Konkurrenz. Heute will die Pharmaindustrie, nachdem mit Medikamenten kein Geschäft mehr gemacht werden kann und die regelmäßige zwangsweise Durchimpfung der gesamten Bevölkerung horrende Gewinne verspricht, vor allem die schädlichen „Querdenker“ vom Tisch gewischt sehen. Ihre SA, die „Antifa“, hilft ihr dabei.

Zu diesen Ausführungen siehe auch Die zwei grundlegenden Mißverständnisse bei Reichs Auseinandersetzung mit der FDA und der US-Justiz.

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 3)

18. September 2020

Reich argumentierte, daß der rote Faschismus begann, als die Kommunisten die Bedeutung der Arbeit und ihre Funktion als produktivem Urquell von allem (entsprechend Marx‘ Arbeits- und Mehrwerttheorie) nicht mehr sahen und stattdessen entsprechende Versatzstücke nahmen und zu einer Morallehre verkürzten, mit deren Hilfe man Stimmung machen und „politisieren“ kann. Marx wissenschaftliche Erkenntnisse wurden durch bloße Polemik ersetzt.

Dazu muß aber auch gesagt werden, daß die Mehrwerttheorie impliziert, das kapitalistische System sei an und für sich ungerecht, sodaß alle Mittel zu seiner Beseitigung erlaubt sind. Alle Arbeiter in den USA könnten Millionäre sein, und dennoch ist das System ungerecht, weil es, gemäß der Mehrwerttheorie, ohne Änderung der Besitzverhältnisse an den Produktionsmitteln immer noch Ausbeutung gäbe. Wenn aber der Kapitalismus per definitionem ungerecht ist, führt das logischerweise zum roten Faschismus, der dergestalt direkt auf Marx zurückgeführt werden kann.

Das kapitalistische System ist aber aus zwei Gründen nicht ungerecht – wenn wir denn überhaupt derartige moralische Kategorien verwenden wollen: 1. sind wir „ungerechte“ biologische Geschöpfe, d.h. wir werden von Ehrgeiz, dem Willen zur Macht und der Weitergabe unserer Gene angetrieben; und 2. produziert der Kapitalist auch „Mehrwert“, indem er einfach ein Unternehmer, Erfinder, Manager und „Politiker“ (im besten Sinne) ist.

Für mich sind die Implikationen von Reichs „Marxismus“ zunächst einmal andere: es geht gar nicht um eine „Theorie“ (Werttheorien usw.), sondern um eine gewisse „Leidenschaft“, die gegen Ausbeutung und Machtmißbrauch gerichtet ist, und vor allem um die Einsicht, daß wirtschaftliche Faktoren eine Rolle spielen und man nicht alles, wie die Psychoanalytiker, auf Psychologie zurückführen kann, sondern Soziologie mit berücksichtigt werden muß.

Leider hängt das alles mit Marx zusammen, der ein Pestkranker und Hochstapler war. Reich hatte eine völlig falsche Auffassung von Marx. In den Archiven finden sich „CORE-Pilot“-Materialien, wo der sehr späte Reich zu seinen frühen, noch stark „rätekommunistisch“ geprägten Werken über die Arbeitsdemokratie von Ende der 1930er Jahre und zu Marx zurückkehrte und große Abschnitte aus Franz Mehrings Marx-Biographie zitierte, um Marx‘ Größe aufzuzeigen. Dabei ist alles, was uns Mehring über Marx weißmachen will, eine Lüge, Propaganda, wenn man so will „Stalinistische“ Propaganda, die mit Friedrich Engels und Karl Kautsky begann, die versuchten, Marx als sich aufopfernden und der Armut anheimfallenden Märtyrer und wissenschaftliches Genie hinzustellen.

Dank des Kapitalisten Engels lebte Marx aber tatsächlich ein sorgenfreies Leben im Luxus, oder besser gesagt, er hätte es leben können, wenn er nicht so viel Geld vor allem für fehlgeschlagene Börsengeschäfte verschwendet hätte. Von der tatsächlichen Wirtschaft hatte er nämlich nicht viel Ahnung. Ironischerweise hatte Marx, der soviel über die Arbeit zu sagen hatte, eine schlimme Arbeitsstörung und brauchte 20 Jahre, um sein Kapital zu schreiben. Ein Buch, dessen Theorie sich auf, sagen wir, 50 Seiten formulieren läßt. Der Rest ist nur unlesbares pseudointellektuelles Beiwerk, um den Leser zu beeindrucken und so zu tun, als ob in diesem ganzen unlesbaren Mist Substanz steckt, weil es ja alles so voluminös rüberkommt.

Marx ist nicht wichtig, aber das Symbol „Marx“ steht für etwas: die Arbeiterbewegung, kritische Wirtschaftstheorie (sogar Adam Smith war den Kapitalisten gegenüber kritisch eingestellt) und „Arbeitsenergie“. Mit Wohlwollen betrachtet sind die, vielleicht, ersten 200 Seiten von Kapital recht gut, denn hier wird definiert, was „Arbeit“ eigentlich ist.

Man sieht, ich habe eine dialektische Sicht auf Marx, wie sich im 4., 5. und 6. Teil erweisen wird…