Posts Tagged ‘Selbstbefreiung’

Orgonomie und Christentum: Die Abfolge Heidentum – Christentum – Neoheidentum – Orgonomie (Teil 3)

9. Januar 2020

Gepanzerte Menschen haben ihre Fähigkeit zur Selbstregulation verloren. Man kann sie nicht anarchisch sich selbst überlassen. Alles, was man tun kann, ist die Entwicklung einer Panzerung zu vermeiden (Projekt „Kinder der Zukunft“) und das neurotische Verhalten einzuschränken (Bloßstellung und Bekämpfung der Emotionellen Pest). Dabei ist offensichtlich letzteres Voraussetzung für das besagte „Projekt“.

Ich habe soeben die Falle und den Weg aus der Falle heraus beschrieben! Für das Individuum gibt es nur eine einzige Möglichkeit die Falle zu verlassen bzw. sich zumindest Richtung Ausgang zu bewegen: eine Orgontherapie. Selbst wenn sie ihn nicht orgastisch potent macht, wird sich seine Auseinandersetzung mit der eigenen Panzerung zumindest auf die Erziehung seiner Kinder positiv auswirken.

Die Menschen haben seit Urzeiten ein Gefühl dafür gehabt, daß sie hilflos und „gefangen“ sind und aus sich heraus sich nicht befreien können. Auf diese Weise sind die diversen Offenbarungsreligionen entstanden. Selbst der imgrunde atheistische Buddhismus, wo es um „Selbstbefreiung“ geht, ist realiter (etwa auf Ceylon oder in Burma) eine Offenbarungsreligion. In der Geschichte um Jesus, seine Mission, Kreuzigung und Wiederauferstehung wurde schließlich der Kern jeder Offenbarungsreligion sichtbar. Siehe dazu Reichs Buch Christusmord: die Passion Christi beschreibt das Wirken der Emotionellen Pest und seine Widerauferstehung ist in jedem ungepanzerten Neugeborenen gegenwärtig.

Münchhausen, Lenin und die Orgontherapie

3. Dezember 2013

Man begegnet immer wieder Leuten, die sich der „Selbstbefreiung“ verschrieben haben und sich deshalb niemals einem (Orgon-) Therapeuten aussetzen würden. Wie Münchhausen wollen sie sich selbst am Schopf packen und aus dem Sumpf ziehen. Ihr Denkfehler liegt darin, daß, wenn sie sich selbst aus ihrer Neurose befreien könnten, sie gar nicht neurotisch wären!

Immerhin kommen sie der Wahrheit ziemlich nahe, denn es gäbe für ihre langfristige seelische Gesundheit kaum etwas verheerenderes als aktionistische Therapeuten, die sie mit allen möglichen Techniken, insbesondere „körpertherapeutischen“ Interventionen, von außen befreien wollen. Derartige „Erziehungsdiktaturen“ mögen oberflächlich betrachtet zu einer Verbesserung führen, doch tatsächlich wird so die Unfähigkeit zur Selbstregulation nur noch tiefer verankert. Deshalb sind „Orgontherapeuten“, die an ihren Patienten eine „körpertherapeutische“ Intervention nach der anderen ausführen, ihnen eine Vorgabe nach der anderen machen, in Wirklichkeit das Gegenteil von Orgontherapeuten: es sind pestilente Charaktere, die auf sadistische Weise das Lebendige drangsalieren und narzißtisch ihre angemaßte „Autorität“ genießen.

patientEin richtiger Orgontherapeut macht dem Patienten klar, daß er ihn nicht „gesund machen“ kann. Oder wie mir mein erster Orgontherapeut sagte: „Die Patienten wollen immer, daß ich sie von ihrer Neurose befreie. Wie soll ich das machen? Ich bin doch kein Magier!“ Der Orgontherapeut ist kein „Führer“, der schon alle Antworten kennt und dem man nur zu folgen braucht, sondern ein, wie Reich ihn in Christusmord nannte, „Neuer Führer“, der jede Verführung „ein Führer“ zu sein, zurückweist, vielmehr nimmt er die Menschen ernst und läßt sie sich selbst retten, indem er ihnen die Verantwortung für ihr eigenes Leben auferlegt. Das macht er, indem er verhindert, daß sie ständig dem Wesentlichen ausweichen.

Ein Orgontherapie-Patient übernimmt selbst die Verantwortung für seine Gesundung – oder er ist gar kein Orgontherapie-Patient.