Posts Tagged ‘Neurose’
nachrichtenbrief79
20. Oktober 2017Der genitale Charakter und die genitale Welt (Teil 3)
15. Oktober 2017Paul Mathews, M.A
DIE ZEITSCHRIFT FÜR ORGONOMIE
Paul Mathews: Der genitale Charakter und die genitale Welt
Der genitale Charakter und die genitale Welt (Teil 2)
12. Oktober 2017Orgontherapie: ein Licht in der Finsternis
14. Juli 2017Primäre Triebe kommen stets da heraus, wo sie sollen (bei a, b und c), sie werden sekundär, wenn sie bei d, e, f, g, h, i, j …. u, v, w, x, y, z herauskommen. Da dieser, wenn man so sagen kann, „falsche Abfluß“ immer noch eine gewisse Energieökonomie garantiert, kann man sekundäre Triebe als Selbstheilungsversuche des Organismus betrachten. Das Fatale ist nun, daß sie keine Befriedigung schenken und deshalb immer weiter ausufern. Der krankhafte Spieler, der erst aufhört, wenn er ruiniert ist, ist dafür ein Beispiel. Sekundäre Triebe geben also nur die Illusion kurativ zu sein, sind es aber nicht – im Gegenteil. Es muß darum gehen, sie einzuschränken und den Patienten beizubringen, die Angst auszuhalten, die der daraus resultierende Energiestau erzeugt. Je mehr der Patient es aushält, diese „Stauungsangst“ zu ertragen, desto mehr findet er auch den Mut durch die Barriere durchzubrechen die „a, b und c“ blockieren.
Ist aus Ausleben sekundärer Triebe stets zu unterbinden? Wie gesagt, bieten solche sekundären Triebäußerungen langfristig keine Befriedigung und bilden eine Spirale nach unten (totale Abpanzerung, Zusammenbruch oder Krebs), aber natürlich sind es partielle Energieentladungen, die zumindest kurzfristig eine gewisse Energieökonomie sichern. Es ist zwar ein Kunstfehler, den Patienten in seiner sekundären Triebäußerung zu unterstützen, aber es wäre auch verantwortungslos sie mir nichts dir nichts einzuschränken und so vielleicht einen psychotischen Zusammenbruch, einen Selbstmord oder eine „somatische Entladung“ (eine Biopathie) zu provozieren.
Das wichtigste ist aber, ihn niemals moralisch und menschlich zu verurteilen. Nur die Liebe kann heilen. Es ist nur die Frage, was man „liebt“. Reich hat das sehr gut in bezug auf die Wüste ausgedrückt: er hat sie liebengelernt, weil sie immer noch heroisch gegen den Tod ankämpft. Genauso kann man auch etwa einen einfach nur ekligen masochistischen passiven psychotischen Homosexuellen lieben, weil tief drinnen, entgegen einem Horror-Leben, doch noch irgendwie das Lebendige gegen den Tod ankämpft. Man liebt also nicht, á la relativistischem Multi-Kulti-Liberalismus, den Homosexuellen und seinen „alternativen Lebensstil“ oder sieht darin, á la manche „Reichianer“, den ersten Schub der Befreiung, sondern man liebt seine Kernfunktion und bewundert ihn, weil er weiterkämpft, da wo ich oder du bereits Selbstmord begangen hätten. Therapie bedeutet, diesen Kern zu sehen und ihn zu unterstützen und soweit wie möglich ins Leben zurückzurufen. Die Kakteen (die masochistischen und homosexuellen Perversionen) müssen dem frischen Gras weichen. Und um eine Wüste zu begrünen, begießt man nicht die Kakteen, aber man haut sie auch nicht einfach um, sondern man beschneidet sie nach und nach, um Platz für das grüne Gras zu machen, das man hegt und pflegt und nach Kräften begießt.
Neurose Antifaschismus
9. Mai 2017Hitler ist nicht wegen seiner ekelerregenden Judenhetze, dem lächerlichen völkischen Okkultismus oder gar wegen des sozialistischen Anstrichs seiner Bewegung an die Macht gekommen, sondern weil er die einzig glaubhafte Alternative zu einem „Sowjetdeutschland“ war. Er hat dem roten Spuk in Deutschland das Rückgrat gebrochen. Mit seinem Präventivschlag gegen die zum Angriff massierten Sowjettruppen 1941 hat er Europa vor einer unmittelbar bevorstehenden Ausbreitung des Sowjetreichs an die Atlantikküste bewahrt. Es kann keinerlei Zweifel geben, daß Stalin Polen, Deutschland, die Beneluxländer und Frankreich wie nichts überrannt hätte. Er hatte damals die größte Armee der Welt und die einzige, die ausschließlich für den Angriff ausgerüstet und gedrillt war.
Antifaschismus schön und gut. Das Wüten der Einsatzkommandos, Auschwitz, der Holocaust in seiner Gesamtheit war schlimmer, als man es sich ausmalen kann. Und mich persönlich widert das nationalsozialistische Regime auch schon ohne jedes Verbrechen an. Aber aus dem Antifaschismus eine Religion zu machen und beispielsweise nicht anzuerkennen, daß die Wehrmacht die beste Armee war, die es je gegeben hat, ganz zu schweigen von der Waffen-SS, ist kindisch. Etwa so kindisch wie die Empörung, wenn man sagt, Hitler sei sehr intelligent gewesen und als Maler nicht gar so schlecht, wie immer behauptet wird.
Das Verhängnis ist, daß man vermeint, daß Heil liege in einer verabsolutierten Antihaltung. Statt die Bundeswehr in ihrer Kernaufgabe (außer Gefecht setzen von gegnerischen Kombattanten!) an einer großartigen Tradition auszurichten, wird das Gegenteil getan. Statt sich der roten Pest (heute der grünen Pest des Islam) mit kompromißloser Härte entgegenzustemmen, unterwirft man sich mit einer verblüffenden Vehemenz, so als wäre es in irgendeiner Weise gut und richtig, unschuldige Menschen dem großen Schlachten a la ISIS anheimzugeben.
Der gesamte heutige „Antifaschismus“ ist ein schlechter Witz, da er genau das bewerkstelligt, wogegen er angeblich ankämpft, nämlich den Triumph des Bösen. Was sollte an der Islamisierung Europas „antifaschistisch“ sein? Dieser „Antifaschismus“ ist neurotisch. Neurose ist, wenn man auf alles auf die gleiche Weise reagiert, kein Differentiationsvermögen besitzt.
nachrichtenbrief4
31. März 2017
Der orgonomische Übermensch: der genitale Charakter, eine Verkörperung absoluter Gesundheit
20. Februar 20171927 führte Reich über die Genitalität aus:
Untersucht man analytisch die normale Genitalfunktion bei Männern, die im Sinne unserer Definition orgastisch potent sind, so trifft man neben der phallischen Objektliebe, die sich eindeutig äußert, zahlreiche, mehr oder weniger intensive Tendenzen an, die uns aus den Analysen von Impotenten so gut als prägenitale sowie sadistische Wünsche und als Mutterleibsphantasien bekannt sind. (Die Funktion des Orgasmus, 1927, S. 140f)
Bereits bei der Beschreibung des idealen Orgasmus selbst schränkte Reich ein:
Unter der orgastischen Potenz werden wir die Fähigkeit eines Menschen verstehen, zu einer Befriedigung zu gelangen, die der jeweiligen Libidostauung adäquat ist; ferner die Fähigkeit, weit häufiger zu dieser Befriedigung gelangen zu können, als den Störungen der Genitalität unterworfen zu sein, die auch beim relativ Gesündesten den Orgasmus gelegentlich stören. (ebd., S. 18)
Der nichtneurotische Mensch ist in einer neurotischen Gesellschaft aufgewachsen, die ihre Spuren hinterlassen hat.
„Unneurotisches“ Verhalten ist durch die Fähigkeit des Individuums charakterisiert, seine eigenen irrationalen Impulse (die aus seiner frühen Erziehung stammen und durch seine neurotische Umwelt angestachelt werden) zu erkennen und ihnen nicht Folge zu leisten, so als seien sie vernünftig. (Theodore P. Wolfe: „A Sex Economist Answers“, International Journal of Sex-economy and Orgone Research, 2(2,3), September 1943, S. 158-165)
Der peinliche Reich
12. Februar 2017Reichs Sekretärin und Laborassistentin Gertrud Meyer (Gertrud Gaasland) bemängelte Ende der 1930er Jahre, daß Reich seine Theorien „überspitzt“ vortrage und daß das zu den Mißverständnissen und Angriffen führe, denen er ausgesetzt sei. „All dies lag für sie in Reichs Individualismus und seiner fehlenden Einbindung in eine politische Organisation begründet“ (Gertrud Lenz: Gertrud Meyer, S. 170f).
Dazu ist zweierlei zu sagen: Zunächst einmal gehört „Überspitzung“ zum Wesen des Reichschen Ansatzes. Sein angeblich „mangelnder Respekt“ vor der Komplexität der Psyche, die ihn zur Orgasmustheorie und zur Charakteranalyse geführt hat. Bis zuletzt hat er darauf beharrt sich eindeutig und unmißverständlich auszudrücken, d.h. unneurotisch. Neurose ist nämlich das Ausweichen vor dem Wesentlichen. Es ist derartig einfach Neurotiker „vor den Kopf zu stoßen“!
Andererseits konnte Reich, wenn er ganz auf sich allein gestellt war, erstaunlich selbstdestruktiv agieren. Elsworth F. Baker beschreibt in seinen Erinnerungen, wie Theodore Wolfe Reich in den 1940er Jahren oft davor bewahren konnte, durch unüberlegte Verlautbarungen und Handlungen unnötigerweise „Mißverständnisse und Angriffe“ heraufzubeschwören. Dann übernahm Baker diese Rolle, aber er hatte nicht die gleiche Autorität wie Wolfe und schon bald war Reich von Jasagern wie Michael Silvert und dem Kunstmaler William Moise umgeben.
















