Über Wahrheit, Tiefe, Sanftmut, Gut und Böse
Das „unausgesprochene und ungedachte Wissen“: die Tragödie, seine Wahrheit nicht auszusprechen
Über Wahrheit, Tiefe, Sanftmut, Gut und Böse
Das „unausgesprochene und ungedachte Wissen“: die Tragödie, seine Wahrheit nicht auszusprechen
Schlagwörter:Belastbarkeit, Christopher Bollas, das Böse, Denken, Errungenschaften, Gedanken, Gehirn, Grausamkeit, Intelligenz, Kreativität, Liebe, Notlügen, Physiologie, Redefreiheit, Sanftheit, Sanftmut, Schweigen, Tiefe, Tiefgang, Tiefgründigkeit, Unausgesprochen, Unwissen, Verstehen, Wahrheit, Zerstörung
Veröffentlicht in Psychologie | 3 Comments »
Schlagwörter:Freiheit, Ibsen, Kinsey, Neosexualitäten, Onanie, Orgasmus, Palimpsest, Psychoanalytiker, Sexualität, Sigusch, Wahrheit, Wilhelm Reich
Veröffentlicht in www.orgonomie.net | 2 Comments »
Betrachten wir, was Stirners größter, wenn nicht überhaupt sein eigentlicher Widersacher einzuwenden hat: Auch wenn Nietzsche ihn nirgends erwähnt, stellt doch sein Gesamtwerk eine Kritik der optimistischen Anthropologie Stirners dar. Für den „heroischen Pessimisten“ Nietzsche war jedes „eigentlich“ Werden des (für Nietzsche) angeblich entfremdeten Menschen eine Illusion. Man könne sich nicht, so Nietzsche, außerhalb des kranken Getriebes stellen und objektive Kritik üben, wie es alle „Offenbarungen“ tun. Man könne sich nicht, wie Stirner es tut, außerhalb der krankmachenden Moral stellen, da nach Nietzsche alles Moral ist; alles ist Bewertung, Perspektive, d.h. das Aufzwingen von Standpunkten, von „Ideen“. „Die Welt ist Wille zur Macht und nichts außerdem.“ Die Welt selbst hat sozusagen eine sadomasochistische Struktur, so daß das rationale Funktionieren „egoistischer Vereine“ ausgerechnet beim grausamen Raubtier Mensch abwegig sei.
Stirners „Eigner“ hingegen argumentiert nicht aus der Perspektive des Strebens, d.h. des Willens zu Macht, heraus, sondern aus der der bloßen Bewahrung seiner Eigenheit gegen die Enteignung durch die Gesellschaft, d.h. aus der Schwäche heraus, die für Nietzsche gleichbedeutend mit der Lüge ist. Wenn Wahrheit überhaupt einen Sinn mache, dann sei es die Sicht von einer höheren Perspektive, von der größeren Macht her, – die groß genug ist, um sich nicht zu bewahren, sondern „heroisch“ verschwenden zu können. Für Nietzsche gibt es kein authentisches, wahres Leben außerhalb der „Wertsetzungen“, d.h. „Machtsetzungen“. Hinter jeder Maske gäbe es nur wieder eine weitere Maske, ohne zu einer „Eigenheit“, bzw. „Eigentlichkeit“ vordringen zu können. Von daher sei Eigenheit bzw. „Eigentlichkeit“ die Lüge der Schwachen, deren beschränkte Perspektive kaum über die Grasnarbe reiche. Nietzsches implizite Kritik an Stirner bestand in der Entlarvung dieses Ressentiments des Grashüpfers. Nietzsches Moral war, nicht die Schwäche als „Wahrheit“ zu verkaufen, sondern die Wahrheit aus eigener Machtfülle zu „setzen“.
Nietzsches Haltung zu Stirner entspricht ziemlich genau der Haltung Freuds zu Reich: der abgeklärte Blick des desillusionierten Aristokraten hinab auf den ungestümen kindlichen Romantiker, der sich naiv den vermeintlich wahren „eigentlichen“ Gefühlen, der vermeintlich „guten Natur“ hingibt, „sein Steckenpferd reitet“. Aber warum wurde dieser Konflikt nie offen ausgetragen? Warum schwiegen Nietzsche und Freud ihren jeweiligen Antipoden tot? Die Antwort findet sich in den letzten Schaffensperioden der beiden Männer. Nietzsche wandte sich am Ende von seiner Philosophie des „Willens zur Macht“ ab und dem lebendigen Urgrund seines Denkens zu. In seiner wenn man so will „Autobiographie“ Ecce homo war Nietzsches letztes Thema Nietzsche selbst und der Durchbruch zum Authentischen, der ihm ja auch schließlich auf verzerrte Weise durch das Absinken in den Wahn gelungen ist.
Nietzsche konnte sich nicht mit Stirner explizit auseinandersetzen, ohne sich (im doppelten Sinne des Wortes) zu verraten. Ähnlich gelagert war es mit Freud, der zum Schluß doch an der gegenüber Reich verteidigten „Kultur“, mit der das Untier Mensch zu zivilisieren sei, zu zweifeln anfing.
Als Freud vor den Nazihorden 1938 nach England flüchten mußte, machte er Aufzeichnungen, aus denen hervorgeht, daß er an seinen eigenen Spekulationen zweifelte. Vielleicht ließen sich Neurosen vermeiden, schrieb er, wenn man das kindliche Sexualleben frei gewähren ließe, wie es bei vielen Primitiven der Fall war. Er war verunsichert, ob die Ätiologie der Neurosen nicht doch komplizierter sein würde, als er sie ausgeführt habe. Er ließ es dahingestellt, ob nicht eine zu frühzeitige Eindämmung des Sexualtriebes eine negative Wirkung auf die spätere Kulturbereitschaft bewirken könnte. Er sprach zynisch von einem „hochgeschätzten“ Kulturbesitz, von dem vieles auf Kosten des Sexualtriebes erworben wurde. In seinem letzten Brief an Arnold Zweig drückte er seinen Mißmut über Zweigs Bewunderung des Buches Das Unbehagen in der Kultur mit den Worten aus: „Was Sie für trostreiche Aufklärung in meinem Unbehagen entdeckt haben, kann ich nicht leicht erraten. Dies Buch ist mir fremd geworden“. Das Buch, das nach scharfen Auseinandersetzungen mit Reich zustande gekommen war, sollte jetzt nicht mehr gelten. Sollte also Reich doch recht behalten? (Walter Hoppe: Wilhelm Reich, München 1984, S. 65f)
Am Ende stellte sich heraus, daß die „kindlichen ‚kulturfeindlichen‘ ‚Nihilisten’“ Stirner und Reich die Realisten waren, während Nietzsche und Freud bei ihrer lebenslangen Flucht vor sich selbst ihr Leben für das inhaltsleere Spiel der sinnlosen und willkürlichen „Werte“ vertan hatten, für ein kindisches Maskenspiel. Genau das ist Thema der Fälschung Meine Schwester und ich.
Der Gegensatz Freud-Reich war nicht der faire Gegensatz „des Einzigen (SF) gegen den Einzigen (WR)“ (Der Einzige, S. 229), sondern der Gesellschaft, vertreten durch den von fixen Ideen besessenen Freud, gegen den Einzigen Reich – also extrem unfair. Genauso unfair und „moralisch“ verwerflich, wie der Gegensatz zwischen Gesellschaft (vertreten durch die psychoanalytisch geschulten Eltern) und Kind, dessen angeborenes eigensinniges „Verbrechertum“ ausgetrieben werden soll, damit es sich für das vermeintlich Höhere opfere.
Schlagwörter:Anthropologie, Arnold Zweig, Ecce homo, Eigenheit, Eigentlichkeit, Erziehung, Freud, Friedrich Nietzsche, Ideen, Kultur, Lüge, Max Stirner, Moral, Neurosen, Nietzsche, Offenbarungen, Perspektive, Schwäche, Stirner, von Standpunkte, Wahrheit, Werte, Wertsetzungen, Wilhelm Reich, Wille zur Macht
Veröffentlicht in Psychologie | Leave a Comment »
Die Fähigkeit zu weinen
Wie ein Vogel in der Serengeti-Ebene
Die Macht des Vermeidens
Das Prinzip der Liebe
Über die „Emotionelle Pest“ und den „emotionell pestilenten Charakter“
Ein Weg zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden
Antagonismus, Unsicherheit und die Suche nach der Wahrheit
Schlagwörter:Amor fati, Antagonismus, Ende der Welt, Lüge, Liebe, Meinungsverschiedenheiten, Motivation, Nachdenken, Nachfragen, paranoid, Serengeti, Wahrheit, Weinen, Wilhelm Reich
Veröffentlicht in Psychologie | 3 Comments »
Die Wahrheit aussprechen und nicht über die Wahrheit streiten
Emotion und Vernunft
Definitionen von „Kontakt“, „Kern“ und „Autorität“ und wie sie alle zusammenhängen können
Die Miterschaffung der Liebe
Zitternd vor Liebe und Angst
In der Liebe steckt mehr Wahrheit als im Haß
Platz in meinem Herzen
Das Paradox der Zerbrechlichkeit
„Entweder/Oder“ und ihr “gemeinsames Funktionsprinzip“
Schlagwörter:Anarchie, Angst, Atmung, Autoritarismus, Autorität, Einsicht, Emotion, Emotionen, Gefühle, Gefühlsleben, Haß, Herzschlag, Kontakt, kontaktlos, Kontaktlosigkeit, Liebe, Motivation, parasympathisches Nervensystem, positiv denken, Rezeptor, sympathisches Nervensystem, vegetatives Nervensystem, Vernunft, Wahrheit, zentrales Nervensystem
Veröffentlicht in Psychologie | 5 Comments »
Leid kann manchmal das Herz öffnen
Der Weg zur Freude
Zensur, Selbstzensur und Identität
Autoritarismus hat immer eine Ausrede
Lügen, Verstecken und die Wahrheit
Lust auf das Leben
Platz in meinem Herzen
Das Paradox der Zerbrechlichkeit
„Entweder/Oder“ und ihr “gemeinsames Funktionsprinzip“
Schlagwörter:Autoritarismus, Elektromagnetismus, Empathie, Entweder-Oder-Denken, Fantasie, Freiheit, Freude, Glück, Größe, Kindheit, Kreativität, Lügen, Leid, Liebe, Meinungsfreiheit, Notlügen, Originalität, Quantenphysik, Selbstzensur, Stärke, Unabhängigkeit, Verheimlichen, Verletzlichkeit, Wahrheit, Wilhelm Reich, Zerbrechlichkeit
Veröffentlicht in Psychologie | 5 Comments »
Schlagwörter:Atmen, Denker, Destruktivität, Emotionen, Freiheit, Grausamkeit, Ideologie, Liebe, Oberflächlichkeit, Politik, Risiko, Schönheit, Schmerz, schwarzes Schaf, Selbsttäuschung, Sicherheit, Wahrheit, Wahrheitsfindung
Veröffentlicht in Psychologie | 2 Comments »
Liebe und Furcht
Die Emotionelle Pest: Anhaltspunkte für die Unsachlichkeit einer Meinung
Charakter und ideologische Orientierung
Die Schönheit des Kampfes: Meine Erläuterung zu Freuds wehmütiger Aussage
Autoritarismus gegen Autorität
Schlagwörter:Angst, Autoritarismus, Autorität, Charakterstruktur, Denken, Denkprozeß, Denkschluß, Furcht, Gesundheit, Hysterie, Kampf, Konservative, Leben und Tod, Lebensanschauungen, Lebensführung, Liberale, Liebe, Moralismus, Persönlichkeit, Regierungsform, Schönheit, Selbstregulierung, Sigmund Freud, Unwahrheit, Wahrheit, Wilhelm Reich
Veröffentlicht in Psychologie | 3 Comments »
Politisierung der persönlichen Identität
Wahrnehmung, Schizophrenie und manische Depression: Textaustausch mit einem manisch-depressiven Patienten
Politik als Identität
Spontaneität
Die Reduktion des menschlichen Lebens auf die Politik
Wie man mit anderen Menschen umgeht
Schlagwörter:Einsamkeit, Emotionen, Identität, Liebe, Manisch-Depressive, Menschenkenntnis, Moralisierung, persönliche Identität, Politik, politische Ideen, Psychose, Schizophrene, Schizophrenie, Spontaneität, Wahrheit, Wahrnehmung, Wahrnehmungsfähigkeit
Veröffentlicht in Psychologie | 1 Comment »
Schlagwörter:Belanglosigkeit, Dankbarkeit, Freude, Gedichte, Glaube, Glück, Herzenswärme, Hingabe, Hoffnung, Liebe, Loyalität, Mut, Oberflächlichkeit, Poesie, Sanftheit, Sanftmut, Schönheit, Sehnsucht, Tapferkeit, Verletzlichkeit, Verwundbarkeit, Wahrheit
Veröffentlicht in Psychologie | Leave a Comment »
















| O. bei Was mich von James DeMeo trenn… | |
| Peter Nasselstein bei Peter Töpfer (Teil 20) | |
| Peter Nasselstein bei Peter Töpfer (Teil 20) | |
| Robert (Berlin) bei Peter Töpfer (Teil 20) | |
| Peter Nasselstein bei Orgontherapie 2026 (Teil … | |
| Peter Nasselstein bei Orgontherapie 2026 (Teil … | |
| Peter Nasselstein bei Orgontherapie 2026 (Teil … | |
| Peter Nasselstein bei Orgontherapie 2026 (Teil … | |
| Peter Nasselstein bei Wilhelm Reich, Physiker: 2. Or… | |
| Peter Nasselstein bei Zerfaserung, Vernebelung und d… | |
| Orgonomie bei Peter Töpfer (Teil 18) | |
| Peter Nasselstein bei Zerfaserung, Vernebelung und d… | |
| Robert (Berlin) bei Zerfaserung, Vernebelung und d… | |
| Robert (Berlin) bei Zerfaserung, Vernebelung und d… | |
| Orgonomie bei Peter Töpfer (Teil 18) |

