
Wilhelm Reich, Physiker: 2. Orgonbiophysik, h. Wie unten, so oben
Erstmals wurden mit einer innovativen Mikrokopiertechnik und der gleichzeitigen Verwendung von drei Mikroskopen Zellen innerhalb eines Organismus in 3-D betrachtet. Zunächst verwendet man Lebendpräparate unnd beispielsweise mehr oder weniger durchsichtige Zebrafische, doch wahrscheinlich wird dies eines Tages auch beispielsweise bei Menschen möglich sein.
Diese Entwicklung ist voller orgonomischer Motive. Da ist zunächst die Frage, wie man überhaupt durch die Haut und das Gewebe hindurch in den Körper blicken kann und das auch noch auf mikroskopischer, auf zellulärer Ebene. Interessanterweise half hier die Astronomie weiter, die vor dem Problem des „schlechten Sehens“ steht, das Reich mit dem atmosphärischen Orgon gleichgesetzt hat. Schaut man mit einem guten Teleskop etwa auf die Mondoberfläche, wird einem das Vergnügen schnell durch das „Wabern“ vergält, zumal es mit besseren Teleskopen immer schlimmer wird. Zum Glück kann man die Verzerrungen durch die Erdatmosphäre heute mit Hilfe von Computern kompensieren („adaptive optics“) und kann dergestalt klare Photos machen und sogar entsprechende Filme drehen. Diese Technologie hat man nun auf die Mikroskopie übertragen, d.h. die Zellen, die sich vor den Zellen bewegen, die man beobachten will, werden „weggerechnet“. Auf diese Weise kann man betrachten, wie sich etwa Immunzellen im Körper bewegen.
Reichs Forderung wird immer realistischer lebende Zellen unter dem Mikroskop zu beobachten. Bei ihm waren das Lebendpräparate auf einem Objektträger, was revolutionär genug war, aber jetzt kann man Zellen in ihrer natürlichen organismischen Umwelt betrachten, was der orgonomischen Forschung vollkommen neue Möglichkeiten eröffnet. (Es ist, als wenn man früher Geparden nur in Käfigen hat beobachten können und nun erstmals in der Serengeti selbst bei der Jagd nach Gazellen!) Gleichzeitig wird die durch staatliche Stellen und die großen Stiftungen finanzierte (und kontrollierte!) Biologie zwangsläufig immer orgonomischer werden.
Ein dritter Punkt ist ORANUR: In der normalen Lichtmikroskopie werden die Zellen mit einer Lichtintensität bestrahlt, die millionenmal (sic!) höher ist, als das Licht, dem sie normalerweise ausgesetzt sind. Dazu gehört natürlich auch Reichs Art der Mikroskopie. Es ist fragwürdig, ob unter diesen Extrembedingungen die Zellen sich noch normal und „lebendig“ verhalten. Im hier beschrieben neuen Ansatz werden die Zellen mit einer weitaus geringeren Lichtintensität „gescannt“.
Einer der weniger überzeugenden Beiträge Reichs ist sicherlich seine Analyse der Nordlichter in Die kosmische Überlagerung. Mit Ausnahme von einer Notiz bei James DeMeo kenne ich keine Arbeiten, die sich an diesen Ausführungen Reichs anschließen. Ausführungen, denen ich nie so recht folgen konnte. Was hängenbleibt ist, daß die Aurora Borealis in Reichs Augen eine orgonotische Erstrahlung der Erdatmosphäre ist.
Schaut man sich die typischen populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema an, scheint von mechanistischer Seite alles restlos aufgeklärt zu sein. Wie es auf Wikipedia so schön heißt: „Das Polarlicht (als Nordlicht auf der Nordhalbkugel wissenschaftlich Aurora borealis, als Südlicht auf der Südhalbkugel Aurora australis) ist eine Leuchterscheinung durch angeregte Stickstoff- und Sauerstoffatome der Hochatmosphäre (Elektrometeor), die in Polargebieten beim Auftreffen beschleunigter geladener Teilchen aus der Erdmagnetosphäre auf die Atmosphäre hervorgerufen wird. Polarlichter sind meistens in zwei etwa 3 bis 6 Breitengrade umfassenden Bändern in der Nähe der Magnetpole zu sehen.“
Gegenwärtig ändert sich dieses simplistische Bild, denn „Graswurzelwissenschaftler“ haben mit „Steve“ ein Phänomen beobachtet, das nicht ins runde Bild passen will, das offiziell verbreitet wird. Siehe dazu den Artikel „Steve, a Famous Northern Light, Stays Mysterious (and Keeps His Name)” in der New York Times.
„Steve“ war ursprünglich die willkürliche Bezeichnung die Freizeithimmelsbeobachter einem Phänomen gaben, das sie in Kanada gesichtet und photographiert hatten. Es sieht aus wie das Band eines Polarlichts, das sich von Ost nach West über das Firmament zieht, – mit dem entscheidenden Unterschied, daß es viel zu weit südlich auftritt. Im nachhinein wurde „Steve“ mit Strong Thermal Emission Velocity Enhancement „erklärt“, doch was wirklich hinter der Leuchterscheinung steckt, bleibt ein Rätsel. Sie wird zwar versuchsweise auf den „sub-auroral ion drift“ in der Atmosphäre zurückgeführt und habe damit einen Ursprung, der weitgehend dem der eigentlichen Aurora Borealis entspricht, doch ein Schönheitsfehler ist, daß es im Unterschied zum Nordlicht beim „sub-auroral ion drift“ zu keinen Leuchterscheinungen kommen sollte. Warum „Steve“ im optischen Spektrum leuchtet, kann die mechanistische Wissenschaft im Moment nicht erklären.
Was ist Orgonomie? Imgrunde dreht es sich um zwei Dinge: das Auflösen und das Freilegen von Strukturen. Erstens soll die Energie aus ihren materiellen Beschränkungen befreit werden und zweitens zeigt sich, wie die Energie für Strukturierung sorgt.
Das Human Genome Project hat herausgefunden, daß der Mensch seine Existenz nicht etwa einem Mehr, sondern einem Weniger an Genen verdankt. Im Vergleich zum Schimpansen fehlen beim Menschen 510 DNA-Sequenzen, die bis auf ein einziges Gen sämtlich der Regulation der Genexpression dienen. Zwei dieser fehlenden regulatorischen Gene konnte man bisher dingfest machen: das eine begrenzt das Hirnwachstum, das andere ruft auf dem Penis Stacheln hervor. Das Fehlen dieser beiden Gene ist also für unser wucherndes Hirngewebe und für unsere liebevolle weitgehend monogame Sexualität verantwortlich. Soweit Manfred Spitzer, Herausgeber der Nervenheilkunde, in einem Editorial (5/2011).
Für uns ist neben dieser bemerkenswerten Verbindung zwischen Gehirn und Genital zunächst von Bedeutung, daß Entwicklung primär mit einem Wegfall von Hemmungen verbunden ist, die zuvor einen freien Ausdruck der organismischen Orgonenergie verhindert haben. Ich habe diesen Aspekt bereits in Die Verfassungen des Lebendigen angeschnitten.
Das erinnert an die Entwicklung der Bione aus nichtlebender, sozusagen „eckiger“ Materie. Durch Quellung, Autoklavieren oder Glühen wird die Materie soweit „aufgelöst“, daß sich eine nachgiebige membranöse Hülle bildet, die der Fließbewegung und Pulsation des Orgons nachzugeben vermag.
Vergleicht man die Morphologie eines Menschen mit der eines Affen wird deutlich, daß der menschliche Organismus weit mehr durch das Orgonom geprägt ist und entsprechende mathematische Gesetzmäßigkeiten widerspiegelt. Darauf bin ich in Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht eingegangen.
Schließlich beweisen die von Spitzer referierten Forschungsergebnisse auch, daß der Mensch nicht außerhalb der Evolution steht. Es hat keines Gottes, bzw. keiner „Götter“ (außerirdischer Gentechniker), bedurft, um aus Menschenaffen die heutigen Menschen zu machen. Tatsächlich berauben derartige mystische und mechano-mystische Theorien dem Menschen seiner kosmischen Bedeutung, die Reich erstmals offengelegt hat. Ich verweise auf meine Ausführungen über die Entwicklung der Orgasmusfunktion im Tierreich in Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht.
In der psychiatrischen Orgontherapie wird nichts anderes getan als den Menschen zu befähigen, seiner biologischen Bestimmung gerecht zu werden: frei mit der kosmischen Orgonenergie mitzuschwingen.
Und was das „strukturierende“ Wesen dieser Energie betrifft:
In „The Electroscope (Part II)“ (The Journal of Orgonomy, Vol. 4, No. 1, May 1970) diskutiert Courtney F. Baker (unter dem Pseudonym C. Frederick Rosenblum) das Funktionieren von Elektroskopen aus dem Blickwinkel der Orgonphysik.
Besonders interessant ist das Verhalten einer Leuchtstoffröhre im Feld eines elektrostatischen Generators. Bewegt man die Leuchtstoffröhre immer weiter von einer Metallplatte, die an den Generator angeschlossen ist, weg, sieht man, daß es einen Abstand gibt, an dem die Röhre aufhört zu erstrahlen, das Leuchten in einer weiteren Entfernung aber wieder anfängt. Ähnliche „Schalen“ des elektrostatischen Feldes beobachtete Baker am Elektroskop, als er einen geladenen Kamm vom Elektroskop weg und wieder auf es zu bewegte.
Als Beispiele für energetische Schalen um geladene Körper herum erwähnt er das Atommodell mit seinen unterschiedlichen „Elektronenschalen“, das „Titius-Bode-Gesetz“, das sich Gravitationsfeld der Sonne und der äußeren Planeten zeigt (siehe dazu meine Ausführungen im IV. Kapitel von Orgonometrie: Teil 1), den „Energiekörper“ des Menschen mit seinen unterschiedlichen Schichten und die unterschiedlichen Schichten der Erdatmosphäre.
Ich möchte auf eine weitere Schichtung verweisen, die auf den ersten Blick denkbar weit von allen „bioenergetischen“ Überlegungen entfernt zu sein scheint: die geologischen Schichten der Erdkruste.
Minerale und Gesteine sind häufig rhythmisch gebändert, was bislang durch Schwerkraft oder sequentielle Stoffzufuhr erklärt wurde. Mechanische Erklärungsmuster allein sind nicht in der Lage, die beobachtbare Vielfalt gebänderter Strukturen zu deuten. Rhythmite können auch durch interne Phänomene der Selbstorganisation (z.B. Liesegang-Ringe) entstehen, die durch äußere Energiepotentiale noch verstärkt werden. – Neben dem Schwerefeld verfügt das elektrische Feld der Lithosphäre über wesentliche gefügebildende Kräfte, so wahrscheinlich auch bei der Lagerstättengenese. Durch naturverwandte Elektrolyse-Experimente lassen sich rhythmische Mineralgefüge erzeugen, die das Verständnis natürlicher Gefüge erweitern. (Jacob, K. H.; Krug, H.-J. & Dietrich, S. (1992): „Lagerstättenbildung durch Energiepotentiale in der Lithosphäre“, Erzmetall, 45: 505-513)
Wie ein solches denkbar einfaches Experiment, das nun wirklich jeder nachvollziehen kann, aussieht, wird im folgenden Video gezeigt (ab min 7:20):