Posts Tagged ‘Neues Testament’
30. Dezember 2025
Reich erinnert mich an Jesus. Worum geht es eigentlich im Neuen Testament? Daß das Alte Testament eine hervorragende Botschaft enthält, die Pharisäer diese Tradition zwar vertreten, aber nicht den Schlüssel haben, um diese Schatztruhe zu öffnen. Jesus ist dieser Schlüssel: Gott IST die Liebe und alle alttestamentarischen Regeln sind von daher zu sehen, sonst dreht sich alles ins Gegenteil und die Regeln ersticken die Liebe. Genauso mit Reich: ohne die Unterscheidung von primären und sekundären Trieben („Jahrtausendentdeckung“) und den Kernsatz, daß das Über-Ich kein kognitives, sondern ein emotional-affektives Problem ist, liegt beispielsweise Stirner brach und kann sogar toxisch sein. Wie wir gesehen haben unterscheidet Töpfer EXPLIZIT nicht zwischen primären und sekundären Trieben, dies sei nicht Stirnerisch, und zweitens bezieht er das emotional-affektive nicht auf das Über-Ich, sondern auf das Ich: man muß sich „postphilosophisch“ ausleben und nicht mehr kognitiv „paraphilosophieren“.
Töpfer ist der Christusmörder par excellence weshalb ich seine „Kritik an der Orgontherapie“, hier nicht wiedergeben werde, zumal er das Gerüst von meiner Wenigkeit, Peter Nasselstein, übernommen hat (Tiefenwahrheit, S. 263f). Töpfers eigener Beitrag erschöpft sich in Häme. Das gleiche gilt für meine durch ihn übernommene Darstellung der verschiedenen Theorien über die Entstehung der Panzerung:
Was ist nur aus dem Reichianismus für ein Blödsinn geworden … Sogar der Wolkenspinner James DeMeo geht hier noch als geerdet durch. (DeMeos Meisterleistung war aber, wie er das Kunststück fertigbrachte, den folgenreichsten aller Wüstenstürme, den jüdischen, einfach wegzulassen.) (S. 269)
Jaja, die Juuuuuden! Das Ausmaß von Töpfers gegen den Therapeuten Reich gerichteten Haß und die abgrundtiefe Verachtung bricht sich immer wieder Bahn und kulminiert in dem Zugeständnis, Reich hätte doch gleich bei der Naturwissenschaft bleiben sollen, wobei Töpfer über die naturwissenschaftliche Orgonomie noch mehr Häme ausgießt – und dabei Reich antisemitisch angreift. Während Töpfer gegenüber Theisten den Agnostiker spielt, schüttet er über den Wissenschaftler Reich nur „atheistische“ Kübel der Verachtung aus. Reich hätte, so Töpfer, einen „ehrlich-anständigen Beruf wie Rinderzüchter oder Milchhändler“ ergreifen sollen. Direkt an Reich persönlich adressiert: „Wenn Sie schon so viel Geld für sinnlose [Orgon-] Spinnereien gebraucht haben, dann hätten Sie besser Ihre Wissenschaft (…) mal weiter als Landwirt zum Einsatz bringen sollen. Da hätten Sie sich nicht so viel ins ‚Leben der Leute verwickeln und verfangen‘, nicht zum bewußten Betrüger und Ausbeuter dieser Leute werden und nicht Ihr schlechtes Gewissen entlasten brauchen.“ In Bezug auf Tiere stimmte die maschinelle Agrarwissenschaft, „– in Bezug auf Menschen stimmte sie nicht. Das war [auf den Menschen angewendete Wissenschaft, etwa die Medizin oder die Psychologie]. Hat die [auf den Menschen angewendete Wissenschaft] gar etwas mit den Gojim (den Tieren) zu tun? Ich beziehe mich hier natürlich immer nur auf das Seeleningenieurswesen, bei Unfallchirurgie sieht es anders aus, das ist [Maschinenwissenschaft], auch wenn sie am Menschen zum Einsatz kommt“ (S 285f). Für den Juden Reich waren wir Gojim nur Vieh!
Ich erspare mir und meinen Lesern eine Besprechung von Töpfers Analyse von „Des Reichianers Elsworth F. Baker theoretisches Wirrwarr“ sowie dem, was Reich „verzapft“ habe (S. 269-288), und zitiere nur:
Besser ein paar Jahre Tiefenwahrheit genommen und genug irrationale Gefühle weggeräumt, um frei und einfühlsam (ohne „Gegenübertragung“) dem Wahrsager [d.i. der jeweilige Klient Töpfers] immer an dessen jeweiliger Oberfläche – und nicht im Gestrüpp seines „Charakters“ – assistieren zu können. Es schadet nichts, den Wahrsager zu kennen – welchen „Charakter“ er hat –, aber das kriege ich als Wahrheitsbegleiter ziemlich schnell mit; ich nenne den „Charakter“ dann nur „Grundproblem“, „Grundgesetz“ oder „immer wiederkehrende Problematik“. (S. 273)
Dieses ganze Gewäsch Töpfers über Orgontherapie und Psychotherapie („Hier stellt sich Rech vollends als totaler Versager heraus“ [S. 283]), Dinge von denen Töpfer weder theoretisch noch praktisch Ahnung hat, läuft schlichtweg darauf hinaus, Laskas LSR-Projekt durch eine entkernte Primitivpsychoanalyse („Wahrsagerei“) zu ersetzen, die er sich bereits als 15jähriger aus den Fingern gesogen hat, und das ganze „videographisch“ zu dokumentieren, was dann die „Postphilosophie“ konstituiert, die Laskas kopf- und textlastige „Paraphilosophie“ ersetzen soll. Tatsächlich wird nur eins getan: die Welt wird mit Töpfers ganz persönlicher Neurose geflutet. Das ist Emotionelle Pest (das Ausleben des neurotischen Irrationalismus im Sozialen), was auch durch die ständigen Invektiven gegen Reich und Laska (der doch der eigentliche Held dieses Buches sein soll!) evident wird. Nur einer, auf den dauernd verwiesen und der oft zitiert wird, kommt immer gut weg (z.B. S. 346): Peter Nasselstein. Irgendwie fühle ich mich wie der unfreiwillige Coautor.
Ich weiß nicht, ob es das oder persönliche Sympathie ist, aber ich kann dem Autor gegenüber keine schlechten Gefühle entwickeln trotz allem. Ich sollte wirklich stinksauer sein! Es reicht allein schon die Überlegung, daß Töpfer Reich aus dessen Aussage einen Strick dreht, daß ein krumm gewachsener Baum nicht mehr geradezurichten ist, will sagen, daß die Orgontherapie ihre Grenzen hat. Mit Talmudisch wirkender Dialektik, dreht Töpfer dieses Eingeständnis in einen Betrugsvorwurf um! Anderes Beispiel: „Es gibt natürlich einen Riesenunterschied zwischen Reich und Ron L. Hubbard, aber ihre Theorien und Praktiken haben dennoch eine gewisse Ähnlichkeit. Der Unterschied: Hubbard glaubte wenigstens an seine Theorie“ (S. 284). Ich wünschte, ich hätte mich aufregen können, denn das hätte die teilweise unerträglich langweilige Lektüre erleichtert.
Über Töpfer und Nasselstein schreibt Töpfer:
Ich bin selbst immer noch irgendwie Reichianer, aber man muß doch mal endlich die Kirche im Dorf lassen und das ganze sinnlose Brimborium erkennen. Als Märchen ist das alles vielleicht faszinierend, und ich bewundere Peter Nasselstein dafür, wie er an der Orgonomie festhält. Aber man muß doch mal wieder aus dem Traum erwachen. Nasselstein kritisiert doch andere, im konkreten Falle Heiko Lassek, für deren unerträgliche Orgonmystik – hat aber selbst einen Balken im Auge. Nasselstein findet kein Ende, das Leben mit der Orgonomie zu verwechseln. (S. 287)
Schlagwörter:Altes Testament, antisemitisch, Ausbeuter, Über-Ich, Betrüger, Charakter, Gojim, Gott, James DeMeo, Jesus, Neues Testament, Pharisäer, Psychotherapie, Ron L. Hubbard, Stirner
Veröffentlicht in Psychotherapie | 2 Comments »
10. August 2023
Ein offenbar blutdurstiger und gleichzeitig gerechtigkeitsfanatischer Gott läßt seinen einzigen Sohn ermorden, um ein über die Generationen übermittelte „Erbschuld“ zu tilgen, für die er selbst verantwortlich war und auf deren Tilgung er hätte verzichten können. Nach Reich verbirgt sich hinter dieser absurden, alptraumhaften Geschichte der Haß auf das Lebendige allgemein und auf das Neugeborene („das eigene Kind“) insbesondere.
Interessanterweise war Reichs dezidiert jüdischer Lehrer Freud von einem geradezu gegenteiligen Mythos beseelt: die „Urhorde“ wird vom „Urvater“ tyrannisiert, bis sich dessen Söhne zusammenrotten und ihn erschlagen. Der Christusmythos würde, so Freud, seine befreiende Kraft dadurch gewinnen, daß am „Gottessohn“ die Sühne für den „Urvatermord“ vollstreckt wird. Aber noch heute seien es geborene Mörder, die Vaterfiguren wie Freud ständig bedrohen, – wie Reich es tat.
Um zu begreifen, was sich tatsächlich hinter dem Christusmord verbirgt, müssen wir zu Abraham zurück, der seinen Sohn Isaak zu opfern bereit war, weil Gott dies zur Schuldtilgung von ihm verlangte. Doch stattdessen befielt in letzter Sekunde ein mit allen Vollmachten ausgestatteter Engel Gottes (tatsächlich der präinkarnierte Christus) Abraham, als Ersatz für das Sohnesopfer ein Lamm zu nehmen, das an Stelle von Isaak geschlachtet wird. Und schließlich, im Neuen Testament, opfert sich der nunmehr inkarnierte Christus selbst in Gestalt „des Lammes“ (die zweite Person Gottes). Statt einen Sohn von den Menschen zu fordern, gibt Gott den Menschen seinen eigenen einzigen Sohn. Die Botschaft ist also: hört damit auf eure Kinder zu morden, um mir, dem Gottvater, zu dienen.
Dazu passen die vorangegangenen Reden Jesu, die sich durchgehend darum drehen, daß Gott alles tut, ins dreckigste Schlammloch oder den dichtesten Dornenbusch kriecht, um auch noch das letzte „verlorene Schaf“ zu retten. Es ist Gott, der mit seiner Liebe die Menschen verfolgt. Er will keine Opfer, sondern ganz im Gegenteil opfert er sich selbst. Man muß nichts tun, außer sich als sein Schaf zu erkennen geben („man muß an ihn glauben“), dann schenkt er, der gute Hirte, einem die durch nichts sonst verdiente Rettung.
Uns heutigen sagt das rein gar nichts. Schafe? Schuld? Buße? Opfern? Rettung? Gott? Doch bis vor zweitausend Jahren und noch heute in der gesamten nichtchristlichen Welt, reichen Menschen durch buchstäbliche Opfergaben oder durch die Befolgung religiöser Vorschriften Gott etwas dar, damit er sich ihrer erbarmt. Sie dienen sich Gott an, verfolgen ihn sehnsuchtsvoll, buhlen um seine Liebe. Die mörderischen Kinder flehen den Vater an, ihnen doch zu verzeihen! Deshalb kann die christliche Lehre vom bedingungslos liebenden Gott für einen Israeli, einen Iraner, einen Koreaner, einen Ureinwohner Neuguineas etc. etwas ungemein Befreiendes sein und etwas zutiefst Überzeugendes haben, eine revolutionäre Offenbarung, – während wir in der Wolle gefärbten christlichen Europäer nur desinteressiert mit den Schultern zucken.
Ihnen – die alle ihren Göttern bis heute Lämmer oder irgendwelche anderen Tiere opfern! – sagt der christliche Glaube geradezu das Gegenteil dessen, was er uns „Post-Christen“ sagt. Wir sehen in Christus den sinnlos geopferten Isaak, während sie ganz im Gegenteil die Botschaft aufnehmen: „Höre auf Isaak zu opfern!“ Gott will Isaak nicht, auch kein Surrogat, sondern ganz im Gegenteil gibt er seinen eigenen Sohn. Gott will nicht, daß du ihn mit deiner Liebe beschwichtigst, sondern ganz im Gegenteil, daß du seine Liebe akzeptierst, – daß du glaubst, vertrauen hast, dich hingibst, UNGEPANZERT bist.
Man verstehe mich nicht falsch: Ich bin dezidiert kein Christ! Ich glaube aber (Reich hat das angedeutet), daß keine andere Religion so „orgonomisch“ ist, wie das Christentum. Außerdem glaube ich, daß das Christentum das Römische Reich und damit die menschliche Zivilisation schlechthin gerettet hat. Ohne Christentum gäbe es keine Wissenschaft, es gäbe schlichtweg keine Welt, sondern nur irgendwelche von einander isolierten Reiche die ohne gemeinsame Geschichte kommen und gehen! Die Orgonomie wird diese Welt vor dem Untergang in die Barbarei retten, ähnlich wie es das Christentum in Bezug auf das Römische Reich getan hat. Der Anfang ist genauso mickrig und Mitleid erregend wie damals.
Schlagwörter:Abraham, Buße, Christus, Christusmythos, Engel, Erbsünde, Erbschuld, Gerechtigkeit, Gott, Gottes Sohn, Gottessohn, Isaak, Mord, Neues Testament, Neugeborene, Opfergaben, Opfern, Römisches Reich, Rettung, Sühne, Schuld, Theologie, Urhorde, Urvater, verlorenes Schaf
Veröffentlicht in Religion | 2 Comments »
10. Januar 2023
Schlagwörter:Altes Testament, Apostelbriefe, Barmherzigkeit, Christen, christliche Dogmatik, Christus, Franz Kafka, Gerhard Streminger, Gottes Sohn, Gottessohn, Höllenstrafen, Heiligenschein, Himmelreich, Israel, Jüngstes Gericht, Jesus, Katholische Briefe, Keuschheit, Luther, Menschensohn, Neues Testament, Paulus, Thomas von Aquin, Thyl Uhlenspiegel, Westkirche
Veröffentlicht in Religion | Leave a Comment »
17. November 2022
Schlagwörter:Apostel, Apostelgeschichte, ‚Sünde, Bar-Jesus, Christen, Christenheit‚ Gott, Christentum, Christus, Christusgeschichte, Hananias, Himmelreich, Marx, Märtyrer, Neues Testament, Paulus, Paulusbriefe, Rabbi, Römer, Saphira, Saulus von Tarsus, Stalin, Teufel, Timotheus
Veröffentlicht in Religion | 1 Comment »
4. Oktober 2022
Schlagwörter:Abendmahl, Altes Testament, Apokalypse, Bibel, Brotwunder, Christus, Evangelium Johannes, Galiläa, Geldwechsler, Genesis, Glauben, Gott, Heiliger Geist, Hohepriester, Jesu, Johannes der Täufer, Johannesevangelium, Judäa, Kana, Ki, Lazarus, Lebensenergie, Lukasevangelium, Markus, Mohammedaner, Neues Testament, Pharisäer, Pneuma, Prana, Qi, Reich Gottes, Ruach, Samariter
Veröffentlicht in Religion | 2 Comments »
16. August 2022
Schlagwörter:Apokalypse, Auferstehung, Billy Budd, Brecht, Cervantes, Charles de Coster, Christus, Der abenteuerliche Simplicissimus, Don Carlos, Don Quichottes, Egmont, Ehrgeiz, Faulheit, Flandern, Gellert, germanische Episodentechnik, Goethe, Grausamkeit, Grimmelshausen, Habsucht, Hexen, Hochmut, Ibsen, Jesus, König Phillipp, Ketzer, Kreuzigung, Lenin, Lincoln, Lukas, Marx, Max Stirner, Neid, Neues Testament, Niederlande, Peer Gynt, Phillipp II, Rabelais, Sancho Pansa, Scheiterhaufen, Schiller, Spanien, Thyl Ulenspiegel, Tiefenpsychologie, Till Eulenspiegel, Völlerei, Wollust, Zorn
Veröffentlicht in Religion | Leave a Comment »
30. Juli 2022
Schlagwörter:Ahmadiyya, Allah, Atheisten, Batman, Befreiungstheologie, Christen, Christentum, Christus, Gaza, Götter, Gott, Gottesglaube, Hadith, Heath Ledger, Inzucht, Islam, Israel, Jahwe, Jesus, Joker, Juden, Karlheinz Deschner, Kassam-Raketen, katholische Lehre, Khomeini, Koran, Linksliberale, Matriarchin, Mohammed, Mordechai Eliyahu, Moslems, Naher Osten, Nahost-Konflikt, Neues Testament, Rahel, Religion, Road Map, Satan, Saudis, Schiiten, spanische Inquisition, Sunniten, Trotzkismus, Trotzkisten, Verderbnis, Wotan
Veröffentlicht in Islam | 13 Comments »
5. Mai 2022
Schlagwörter:Beelzebub, Dämonen, Heiliger Geist, Himmelreich, Jesu Jünger, Johannes der Täufer, Marxisten, Matthäus, Max Stirner, Neues Testament, Pharisäer, Psychoanalytiker, Rufer in der Wüste, Sabbat, Sünder, Wunderheilungen, Zöllner
Veröffentlicht in Religion | Leave a Comment »
1. Mai 2022
Schlagwörter:Altes Testament, Apparatschiks, Besessene, Bibel, Dämonen, falsche Propheten, Gotteslästerung, Hafis, Hölle, Himmelreich, Jesaia, Jesus, Klabund, Messias, Neues Testament, Perlen vor die Säue, Pharisäer, Schriftgelehrte, The Green Mile, Vollmacht, Wölfe im Schafspelz
Veröffentlicht in Religion | 1 Comment »
2. April 2022
Schlagwörter:Ahnenforschung, Alex Haley, Alexander Neill, Altes Testament, Ariel Scharon, biblisch, Biographien, Charakter, Charakterstruktur, Christus, das auserwählte Volk, David Ben-Gurion, Demokraten, Familienstammbaum, Genealogie, Gentests, Herkunft, Humanismus, Hybris, Israel, Jesus, Juden, Judenheit, Judentum, Kapitalismus, Klassen, Lebensenergie, Marxisten, Messias, Neues Testament, Opferlamm, Otto Fenichel, Pharisäer, Psychoanalytiker, Rassen, Roots, Sabbat, Südländer, sexueller Mißbrauch, The Who, Todesenergie, Trotzkisten, Volkscharakter, Werner Sombart, Wiederkehr Christi
Veröffentlicht in Psychologie | 27 Comments »