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Das Weltgeschehen, die Medien und Modju (Teil 4)

11. August 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.

 

Weil die Population der genitalen Charaktere recht spärlich ist, müssen wir uns vor allem mit den einfachen Neurotikern und den emotionalen Pestcharakteren befassen. Wir werden sehen, wie diese beiden Charaktertypen, der im Grunde anständige, aber verkrüppelte einfache Neurotiker und die höchst bösartige emotionale Pest, so aufeinander einwirken, dass sie die Krankheit des jeweils anderen auf eine für diesen Planeten verheerende Weise verstärken.

Der einfache Neurotiker wird aus zwei Gründen leicht vom Modju angezogen: weil das genitale Vorbild selten ist, er auch Angst vor diesem Modell hat, und der energetischen Intensität, hinzu kommen die Manipulationen der Pest. Was die Genitalität zu bieten hat, ist für gepanzerte Menschen weitaus furchteinflößender als das illusorische Angebot von Modju. Letzteres verspricht einen schnellen Weg zu himmlischen Freuden und verdeckt den Nachteil meisterhaft. Der genitale Weg ist direkt, ehrlich, offen, wahr und angstmachend.

Da die Pest sich in jedem entscheidenden Bereich des Lebens vorfindet – Bildung, Medizin, Sexualität, Psychologie, Politik, Religion, Recht, Kommunikationsmedien usw. – befindet sie sich in einer strategisch einflussreichen Position, um diese Bereiche für ihre zerstörerischen Ziele zu nutzen. Sie tut dies durch ihre Einsicht in die Mängel und Schwächen der Menschen und ihre Fähigkeit, Schuld und Ressentiments zu mobilisieren. Ein Modju-Führer weiß, wie Massen sich aus ihrer Ohnmacht heraus nach Führung, Ruhm und dem Status quo ihrer Abwehrmechanismen sehnen. Er weiß, dass sie lieber andere beschuldigen würden, als sich ihrer eigenen Krankheit zu stellen, dass sie regelmäßig von brodelndem Groll und Hass geplagt werden, den er zu seinen eigenen Zwecken kanalisieren kann, und dass die Menschen die Freiheit mehr fürchten, als sich danach zu sehnen, und sich häufig heimlich mit Regimen identifizieren, die die Freiheit angreifen, anstatt denjenigen, die sie verteidigen und aufrechterhalten. Modju weiß, dass der verbleibende grundlegende Anstand der Massen die Aufrechterhaltung ihrer humanitären Illusionen erfordert, und die erfolgreichsten Modjus liefern diese Illusionen, selbst wenn sie ihre hinterhältigsten Taten begehen. Wie viel leichter ist es, mit den Khomeinis, Ho Chi Minhs, Pol Pots, Castros, Mao Tse Tungs und Stalins mitzufühlen als mit den Schahse, Parks, Pinochets, Somozas, Perons, Mussolinis und Hitlers! Wie viel bedrohlicher sind die kleinen rechtsgerichteten Militärdiktaturen als die linken totalitären Kolosse! Wie viel empörender ist die im Grunde gut motivierte amerikanische Operation in Vietnam als die brutalsten Unterdrückungen durch rote Faschisten in Vietnam, Kambodscha, China, Afghanistan, Afrika und Kuba! Diese katastrophale Doppelmoral, die sich gegen die freie Welt richtet und die Roten Faschisten begünstigt, kann nur aus der Angst vor der Freiheit, vor der Wahrheit und vor dem Kontakt zum Kern entstehen. So ist das Khomeini-Regime im Iran feindseliger gegenüber Amerika eingestellt als gegenüber der größeren Bedrohung der Sowjetunion, weil es die freien Traditionen Amerikas mehr fürchtet als die Gefahr der sowjetischen Versklavung. Um Daniel Pipes, Historiker an der Universität von Chicago und Autorität für den Islam, zu zitieren (8):

Aktivistischer Islam und Marxismus stellen die internationale Solidarität über den Nationalismus, die Bedürfnisse der Gemeinschaft über die des Einzelnen, Gleichmacherei über die Freiheit. . . . aktivistische Muslime und Marxisten verfolgen edel klingende, aber unerreichbare Standards für die Gesellschaft . . . Schließlich, weil der aktivistische Islam und der Marxismus alle Bereiche des Lebens berühren, neigen ihre Regierungen zum Totalitarismus. (Kursiv von mir: P.M.).

Zu behaupten, dass „ihre Regierungen zum Totalitarismus neigen“, ist natürlich eine Untertreibung, aber hier haben wir das grundlegende gemeinsame Funktionsprinzip: Hass und Intoleranz gegenüber Individualität und Freiheit.

 

Anmerkungen des Übersetzers

e Gemeint ist der persische Schah Mohammad Reza Pahlavi (1919-1980).
„Parks, Pinochets, Somozas, Perons“
Park Chung-hee, 1961 bis 1979 Präsident der Republik Korea.
Augusto José Ramón Pinochet Ugarte, 1973 bis 1990 Putschführer/Präsident in Chile.
Luis Anastasio Somoza Debayle, Präsident von Nicaragua von 1956 bis 1963.
Juan Perón, 1946 bis 1955 und 1973/1974 Präsident von Argentinien.

 

Literatur

8. Pipes, D.: „Khomeini, the Soviet and U.S.“, New York Times, Op-Ed page, May 27, 1980

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 14 (1980), Nr. 2, S. 211-222.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Das Weltgeschehen, die Medien und Modju* ** (Teil 1)

5. August 2019

von Paul Mathews, M.A., M.A.C.O.***

 

„Der Teufel hat Gewalt, sich zu verkleiden in lockende Gestalt….“
Shakespeare – Hamlet

Reich sagt: „Ich betone die Rationalität der primären Emotionen des Lebendigen“ (1)a. Ist es für irgendeinen Beobachter der heutigen Weltkulisse, bei ihren sozialen, politischen und militärischen Ereignissen, möglich – ihre Rationalität zu bestätigen? Das wäre in der Tat sehr zweifelhaft. Die Menschen sind verwirrter denn je. Sie sehen, dass Unterdrückung durch größere Unterdrückung ersetzt wird; sie sehen, wie Umweltbelange in Gestalt wirtschaftlicher, politischer oder militärischer Belastungen zu Buche schlagen; sie sehen, dass die rechtschaffene Ausrottung der Korruption durch die Korruption der Rechtschaffenen ersetzt wird; sie sehen, wie eine Reaktion auf militärische Gewalt sich als Segen erweist für die militärisch und politisch Gewalttätigen; sie sehen die Sorge um Bürgerrechte, Gleichstellung der Geschlechter und Kinderrechte, die von den politisch Ruchlosen manipuliert werden; sie sehen die Suche nach sexueller und emotionaler Gesundheit, die von Pornografen und Gewinnsüchtigen beschmutzt wird. Kann ein solches Durcheinander korrigiert werden oder ist es hoffnungslos? Wenn es Hoffnung gibt, muss dies mit einem Verständnis der Wurzeln unseres Dilemmas einhergehen: dem gepanzerten Zustand der Menschheit und seinen charakterologischen und sozialen Folgen. Leider wehrt sich das gepanzerte Leben mittels Kontaktlosigkeit oder durch emotionale Pest-Angriffe gegen die Einsicht in seine Misere. Reich hat den Fall kurz und bündig dargelegt: „Die soziale Existenz des Menschentieres ist in der Tat bioenergetisch gesehen ein kleiner Gipfel auf dem riesigen Berg seiner biologischen Existenz“ (2)b.

Wenn wir uns darin einig sind, dass der Mensch gepanzert und orgastisch impotent ist, dann folgt daraus, dass dieser „kleine Gipfel“ ziemlich wackelig und gestört sein wird. Man kann die Art der Störung als jene Modi individuellen und sozialen Verhaltens definieren, die durch die Abwehr innerer Angst und Schreckens destruktive Folgen zeitigen. Einige dieser Verhaltensstrukturen und -arten sind:

 

1. Faschistische Charakterstruktur

a. Sehnsucht nach und Unfähigkeit zur Freiheit
b. Verlangen nach einem Führer
c. Massenirrationalität

2. Einfaches neurotisches Verhalten

a. Immobilität
b. Lustangst
c. Apathie und Resignation

3. Emotionale Pest

a. Hohe Energie – unüberwindliche Beckenblockade
b. mörderischer Hass auf das Leben und die genitale Liebe
c. das direkte oder maskierte Böse auf der gesellschaftlichen Bühne
d. charismatische Anziehungskraft und ausgefuchste Manipulation der schlechtesten Eigenschaften der Anhängerschaft.

 

Der Durchschnittsmensch ist sich dieser zugrunde liegenden Kräfte, die hier wirksam werden, nur sehr wenig bewusst. Er versucht, Probleme auf einen eher naiven und fragmentarischen Weg zu lösen. Es gibt wenig oder gar kein Verständnis für die Tiefe und Macht der biologischen Kräfte, die in einem titanischen Kampf zwischen Gut (primär, rational, gesund und genital) und Böse (sekundär, irrational, pervers und von der Pest befallen) wirksam sind. Dies liegt daran, dass durchschnittliche gepanzerte Menschen sich gegen den Kontakt mit ihrem Kern wehren. Wenn ihnen also gesagt wird, dass etwas für den „Frieden“ notwendig ist, glauben sie, dass es gut ist, weil es für ein „gutes“ Ideal ist. Wenn ihnen gesagt wird, dass der Schah des Iran ein brutaler Despot war, glauben sie, dass das Khomeini-Regime irgendwie besser sein müsse. Mit anderen Worten, die meisten Menschen denken gepanzert: mechanistisch oder mystisch. In Wahrheit verstehen sie weder genau was „gut“ noch was „böse“ ist. Sie haben keine Kriterien, die in natürlichen Funktionen und Wahrnehmungen verwurzelt sind. Sie haben kein Verständnis von Gesundheit oder Krankheit, ob sexuell, körperlich, emotional oder sozial. Sie sind vielleicht in der Lage, einen „komplett Gestörten“ oder ein tödlich verlaufendes Karzinom zu erkennen, aber sie haben keinen Sinn für emotionale Ödnis und Resignation bzw. die Existenz einer nicht-tumorösen Schrumpfungsbiopathie.

 

Anmerkungen

* Basierend auf Vorträgen, die an der New York University im Sommer 1980 gegeben wurden.

** „Modju“ ist ein von Reich geprägter Begriff, eine Verschmelzung der Namen zweier bösartiger Männer: Mocenigo, der Giordano Bruno an die Inquisition verraten hat, und Djugashvilli (Stalin).

*** Orgonomischer Berater. Außerordentlicher Assistenzprofessor für Sozialpsychologie, New York University. Sprechkliniker und Oberschullehrer. Mitglied des American College of Orgonomy.

 

Anmerkungen des Übersetzers

a Farrar, Straus and Giroux; First edition (1973), Seite 53.
Äther, Gott und Teufel, Nexus Verlag, 1983, S. 54.

b Ausgewählte Schriften, Köln 1976, S. 24.

 

Literatur

1. Reich, W.: Ether, God and Devil. New York: Orgone Institute Press, 1949
2. Reich, W.: Bibliography on Orgonomy (1920-1952), „Prefatory Note“, Orgone Energy Bulletin 5:1, September, 1953

 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Charles Konia.
Journal of Orgonomy, Jahrgang 14 (1980), Nr. 2, S. 211-222.
Übersetzt von Robert (Berlin)

Der Führer der Welt

20. Februar 2016

In Die Bedeutung von Vorbildern habe ich mich mit der Rolle von Führern für das Leben innerhalb von Gesellschaften beschäftigt. Hier soll es darum gehen, daß Amerika der Führer der Welt ist. Für den Planeten ist es deshalb von entscheidender Bedeutung, wer im Weißen Haus sitzt.

Es gibt kaum Politiker, die mehr gehaßt und verachtet werden als der „Kriegsverbrecher“ Winston Churchill, der „Kriegstreiber“ Ronald Reagan und der „Völkermörder“ George W. Bush. Alle drei gelten als üble „Imperialisten“, dabei haben sie im Kampf gegen den Nationalsozialismus, den Kommunismus und neuerdings den Islamismus zunächst das britische Weltreich geopfert und mittlerweile auch die amerikanische Vorherrschaft gefährdet.

Ohne die geradezu „kriegsverliebte“ Unerbittlichkeit Churchills hätte Hitler das europäische Festland ähnlich langfristig dominieren können, wie im Roman Vaterland von Robert Harris beschrieben. Ohne Reagan und die SDI-Herausforderung würde es den Ostblock noch heute geben. Und ohne Bushs Beseitigung des imgrunde nationalsozialistischen Regimes im Irak wären die anderen „nationalsozialistischen“ Machthaber in der arabischen Welt noch immer an der Macht.

Man kann argumentieren, daß Churchill es war, der die Sowjetunion bis an die Elbe brachte, daß der Zerfall des Kommunismus im Kaukasus und im Balkan zu Zuständen geführt hat, die nach 1945 als für die Zukunft undenkbar galten und daß der „Arabische Frühling“ eine einzige Katastrophe war.

Dabei verkennt man, daß der Sturz des Shahs und das darauf folgende klerikal-faschistische Regime auf die durch den „Idealisten“ Carter verkörperte Schwäche des Westens zurückging. Ähnlich hat der „Idealist“ Obama alles kaputt gemacht. Man kann über den Krieg im Irak sagen was man will, der Islamische Staat geht auf die Kappe Obamas, d.h. ist dem verfrühten Rückzug Amerikas zu schulden.

Ein „Idealist“ wird jetzt einwerfen, daß doch die Amerikaner mit Hitler Geschäfte gemacht haben, die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg zum Verbündeten machten und Saddam Hussein der größte Freund Amerikas war. Dazu kann ich nur sagen: Willkommen in der Realität! Tja, das ist der Planet Erde, du weltfremder Kindskopf!

Es führt letztendlich nirgendwohin, wenn man die Welt quasi „mystisch“ von der Warte irgendwelcher vermeintlicher „Ideale“ betrachtet. Wie Heiner Geißler mal in einem seiner lichteren Momente sagte: Der Pazifismus der 30er Jahre hat Auschwitz erst möglich gemacht. An anderer Stelle habe ich beschrieben, was Carter mit seinen „Menschenrechten“ angerichtet hat.

Es bringt aber auch nichts quasi „mechanistisch“ mit dem realpolitischen Kalkül zu hantieren, als handelte es sich um Mathematik. Das gesellschaftliche Geschehen wird letztendlich von bio-emotionalen Faktoren bestimmt, so daß jedes bloße „Machtkalkül“, so unausweichlich es kurzfristig auch immer sein mag, letztendlich in die Irre gehen muß.

Für den Nahen Osten bedeutet dies konkret, daß die Massen zwischen ihrer Freiheitssehnsucht einerseits und ihrer Angst vor Verantwortung andererseits gefangen sind. Sie suchen deshalb immer nach einer Vaterfigur, die sie von Verantwortung entlastet und ihnen Freiheit schenkt. Entweder wird das der „große weiße Vater“ in Washington sein oder, wenn sich dieser als weich und nachgiebig erweisen sollte, wird es ein neuer Khomeini sein.

Da Amerika den strengen aber gerechten Vater verkörperte, konnten sich trotz der „undemokratischen“ Charakterstrukturen in Deutschland und Japan gefestigte Demokratien entwickeln – ohne Gesichtsverlust. Das wird auch die einzige Chance für die Demokratie in der arabischen Welt sein – das oder ein arabischer Khomeini wird das Vakuum füllen.

Dabei ist es vollkommen gleichgültig, ob Amerika geliebt oder gehaßt wird, solange es nur gefürchtet und deshalb geachtet wird. Genau aus diesem Grunde ist es ein Menschheitsverhängnis, daß die eklige Kreatur Obama Antichrist die freie Welt in den letzten Jahren geführt hat.

Wie es gestern in De Telegraaf (Amsterdam) in Bezug auf die Krise um die Türkei und Syrien zu lesen war:

Die Frage ist nun, wer die Türkei noch aufhalten kann. Europa hat wenig Lust, Druck auf Ankara auszuüben. Es braucht die Türkei, um den Zustrom von Flüchtlingen einzudämmen. Bleiben nur die USA. Aber Staatspräsident Erdogan hat sich auch mit Präsident Obama überworfen, der in den syrischen Kurden einen wichtigen Partner im Kampf gegen den IS sieht. Obama sollte sich endlich um den Nahen Osten bemühen. Auch wegen seiner Zurückhaltung ist der Konflikt in den vergangenen Jahren außer Kontrolle geraten. Es steht nicht nur die Zukunft von Syrien auf dem Spiel, sondern die der gesamten Region. Und vielleicht auch der Welt.

Kleines Lexikon der Arbeitsdemokratie

24. Juli 2015

Natürlich hat ein „Lexikon“ in einem Blog keinen Platz. Dieses vorgebliche „Lexikon der Arbeitsdemokratie“ dient einzig dazu, möglichst komprimiert in die Gedankenwelt der Arbeitsdemokratie einzuführen.

Anarchismus: Reich war stets ein Gegner des Anarchismus, da dieser die strukturelle Freiheitsunfähigkeit der Massen nicht sieht und nicht erkennt, daß die hierarchische Ordnung der Gesellschaft nicht nur willkürlich ist, sondern durchaus einen rationalen Kern in den Notwendigkeiten des Arbeitsprozesses hat.

antiautoritär: Die traditionelle autoritäre Gesellschaft war repressiv, insbesondere was den Sexus angeht. Die antiautoritäre Gegenbewegung ruft Triebhaftigkeit und einen alles erstickenden Intellektualismus hervor mit einer vollständigen Trennung vom biologischen Kern.

Arbeit, lebensnotwendige: „Unter ‚lebensnotwendiger Arbeit‘ müssen wir jede rubrizieren, die zur Aufrechterhaltung der menschlichen Lebens und der gesellschaftlichen Maschinerie unerläßlich ist. Jede Arbeit also, deren Ausfall den lebendigen Prozeß schädigen und hemmen würde, ist lebensnotwendig“ (Massenpsychologie des Faschismus).

Arbeiterbewegung: Ursprünglich ein genuin arbeitsdemokratischer Protest gegen die Degradierung des Menschen zum Anhängsel der Maschine. Reich hat die Entartung zur Staatsgläubigkeit beschrieben, die den Menschen noch weiter zu einem Maschinenwesen erniedrigt.

Arbeitsenergie: Neben der Libido ist die Arbeitsenergie die zweite wichtige Äußerungsform der organismischen Orgonenergie. Während die Sexualenergie zur Bildung von Freundschaften, sexuellen Partnerschaften und Familiengemeinschaften führt, ist die Arbeitsenergie für die Bildung arbeitsdemokratischer Zusammenschlüsse von losen Arbeitsgemeinschaften bis hin zu Wirtschaftsunternehmen verantwortlich.

Arbeitskraft: Die biologische Energie als Produktivkraft. Neben der Sexualität ist Arbeit eine der beiden grundlegenden Lebensfunktionen. „Je befriedigender das Geschlechtsleben ist, desto voller und freudiger ist auch die Arbeitsleistung“ (Massenpsychologie des Faschismus).

Arbeitsstörungen: Es besteht eine Entsprechung zu Störungen der sexuellen Befriedigungsfähigkeit. Ursachen können äußerlich (z.B. durch Mobbing) oder innerlich (neurotisch) sein. Genauso wie im Sexualleben wird der Gesunde (in einer freiheitlichen Gesellschaft) sein Leben so verändern, daß er Erfüllung in der Arbeit findet.

Arbeitsteilung: Die Spezialisierung ist nicht etwa Ursache von „Entfremdung“ sondern Wesen der Arbeitsdemokratie.

Ausbeutung: Unter Ausnutzung eines Machtgefälles wird die Sexual- und Arbeitsenergie der Schwachen ausgebeutet. Diese Ausplünderung ist nicht mit dem normalen Gewinnstreben zu verwechseln. Auf dem Verwischen dieses Unterschiedes beruht die Ideologie des Sozialismus.

Autorität: Autorität in einem Fachbereich besitzt jeder, der in diesem Fachbereich schöpferisch tätig ist.

Biologischer Rechenfehler: Die biologische Kapazität des Menschen für eine verantwortliche Selbstregulierung wird bei sozialen Veränderungen nicht beachtet, was den ständigen Wechsel zwischen Zeiten vermeintlichen Fortschritts und Zeiten des Rückschritts hervorruft.

biosozial: Arbeit und Sexualität entstammen der gleichen biologischen Energie.

Bio-Soziologie: Soziologie jenseits aller nationalen und klassenmäßigen Unterschiede.

Demokratie, formale: Der Unterschied zwischen formaler und Arbeitsdemokratie liegt darin, daß in der ersteren die Quantität (von Stimmen) die Entscheidung bestimmt, in der letzteren jedoch ausschließlich die Qualität (Fachwissen). Um Quantität zu messen, benötigt man keine Kontaktfähigkeit, sehr wohl jedoch um Qualität zu messen. Solange die Menschen kontaktlos bleiben, werden wir von der Diktatur der kontaktlosen Mehrheit bestimmt werden.

Diktator: Er sagt im Gegensatz zum Social Guide (gesellschaftlicher Wegweiser) was zu tun ist, wie es zu tun ist und wo die Ziele liegen. Und er verfolgt jeden, der diesen „höheren Eingebungen“ nicht folgt. Dabei bildet er sich nur ein tatsächlich zu führen, während er in Wirklichkeit von den mystischen Erwartungen der Massen geführt wird.

Elend: Elend hat nichts mit materieller Not per se zu tun, sondern beruht darauf, was den Kleinkindern und Jugendlichen angetan wird.

Entkolonialisierung: Der Rückzug des Westens aus den Kolonien im Namen der „Humanität“ und die verheerenden Folgen für Abermillionen Menschen ist ein sehr gutes Beispiel dafür, was für Auswirkungen kontaktlose hehre Prinzipien haben, die die konkrete Freiheitsfähigkeit der Menschen nicht berücksichtigen.

Fachbewußtsein: „Bewußtsein heißt Rückwendung gegen den eigenen Ursprung.“ (Menschen im Staat) Fachbewußtsein bedeutet, daß man sich seiner Stellung im Arbeitsprozeß und allgemein im Lebensprozeß bewußt wird: aus ihm ist man hervorgegangen, von ihm ist man abhängig und ein integraler Bestandteil von ihm.

Gewaltenteilung: In seinen ersten Ausführungen zur Arbeitsdemokratie schwebten Reich sozusagen „Räte“ vor, die jedoch nicht wie einst die russischen Sowjets Orts- und Betriebseinheiten vertreten, sondern bestimmte Arbeitsinteressen und so das wirkliche Arbeitsleben besser widerspiegeln. Diese Arbeitsräte bestünden im Prinzip schon heute in Gestalt der Fachorganisationen. Reich denkt auch an die Konsumgenossenschaften, denen man nur Produktionsgenossenschaften gegenüberstellen müßte. Die Führung der Gesellschaft durch den „zentralen Arbeitsrat“ soll als einzige Funktion die innehaben, alle Arbeitszweige miteinander zu verbinden, ohne irgendwie über sie bestimmen zu dürfen. Realistischer wäre zum Beispiel die Forderung nach einer vierten, einer „konzeptiven“ Gewalt: einer Kammer, einem Senat, der aus Wissenschaftlern gebildet wird und wo einzig und allein Fachkenntnisse zählen.

Justiz: Die Justiz ist verpflichtet, die Gesetze den konkreten Umständen entsprechend anzuwenden und dabei das betreffende Gesetz selbst zu hinterfragen: Ist es noch zeitgemäß? Weshalb wurde es eingeführt und von wem?

Kritik: „Die Politiker kritisieren; sie sollten aufhören zu kritisieren. Marx und Hegel haben auch zu viel kritisiert. Die Marxistischen Bewegungen wurden statisch. Lenin war zu sehr Politiker in seinen Schriften. Ich glaube, die Politiker sind erledigt, alle.“ (Reich zu Myron Sharaf, Journal of Orgonomy, 1970)

die Massen: Die Massen verkörpern den Status quo, den ihre vorgeblichen „Führer“ nur exekutieren. Millionen sterben, Ländergrenzen verändern sich dramatisch – aber im Grunde ändert sich nichts.

Nichtarbeit: Reich hat streng zwischen Arbeit und Nichtarbeit, „die den Lebensprozeß schädigt“, unterschieden.

Not, materielle: Im Gegensatz zu Marx steht für Reich fest, „daß das ökonomische Elend Ergebnis statt Ursache der politischen Pest ist.“ (Brief an Neill vom 8. Juli 1953)

Politikanten: Reich unterscheidet zwischen sachlich ausgerichteten Politikern, wie Roosevelt, und den Politikanten, die deren Arbeit hintertreiben.

Social Guide: Im Gegensatz zum Diktator läßt der „Soziale Wegweiser“ die Menschen ihre Ziele und Mittel selbst wählen und wird ihnen helfen, wenn er darum gebeten wird, sich aber ansonsten aus ihren Angelegenheiten heraushalten. Niemals wird er Leuten sagen, was sie zu tun und zu lassen haben.

Soziologie: Das Soziale ist dadurch gekennzeichnet, daß verschiedene Individuen sich entweder zu rationalen arbeitsdemokratischen oder in einer „emotionalen Verschwörung“ zu irrationalen Zielen zusammenfinden. In beiden Fällen bilden sich soziale „Organismen“, die eine Eigendynamik unabhängig von den Individuen gewinnen.

Soziopolitik („gesellschaftlich engagierte Politik“): Statt einfach zu regieren, wird aufgrund ideologischer Vorgaben in das Sozialgefüge der Gesellschaft eingegriffen (Aktivismus). Aktive Gesellschaftspolitik ist ein Ausdruck der Emotionellen Pest.

Staat: „Es ist (…) die politische Zerklüftung der Gesellschaft, die die Staatsidee, und es ist umgekehrt wieder die Staatsidee, die die soziale Zerklüftung erzeugt. Es ist ein circulus vitiosus, aus dem man nur herausspringen kann, wenn man sowohl der Zerklüftung wie der Staatsidee auf den Grund geht und beide auf einen gemeinsamen Nenner zurückführt. Dieser dritte Nenner ist (…) die irrationale Charakterstruktur der Menschenmassen.“ Massenpsychologie des Faschismus Geht man nämlich vom gepanzerten Organismus aus, ist es nur ein kleiner Schritt „zur staatlichen Auffassung der menschlichen Gesellschaft oder umgekehrt, von der Idee des absoluten Staates zur mechanistischen Auffassung des Organismus.“ So Reich in Äther, Gott und Teufel, wo er die Arbeitsdemokratie mit dem (ungepanzerten) Organismus gleichsetzt.

Streiks: Bei Streiks vermißt Reich den Willen zur Selbstbestimmung.

Verantwortlichkeit: Es ist irrelevant, ob Stalin, Hitler, Castro oder Khomeini eine schlimme Kindheit hatten, also letztendlich auch nur „Opfer“ waren. Das einzige was zählt, ist das Schicksal zukünftiger Generationen von Kindern.

Wahlverhalten: Es kommt auf die historische Situation an. In Zeiten des gesellschaftlichen Zerfalls wendet man sich der Rechten zu, in Zeiten der reaktionären Erstarrung der Linken.

Zwischenhandel: Der unproduktive Zwischenhandel müßte beseitigt werden und durch einfache Administration, die zwischen Konsumenten und Produzenten vermittelt, ersetzt werden. Zu Reichs Zeiten war das eine ziemlich haltlose Utopie, doch mit dem Internet wird sie zunehmend zur Wirklichkeit.

Orgonomie und Religion

26. September 2014

Elsworth F. Baker zufolge erhält sich die gepanzerte Gesellschaft durch drei Tabus: Politik (die angeblich rational ist), Religion (über die man angeblich nicht reden kann) und Sexualität (die in jeder ihrer Formen angeblich gesund ist). Reich hat die Sexualität klassifiziert, Baker die Politik, aber interessanterweise hat sich noch kein Orgonom recht an die Religion gewagt. Aus irgendeinem Grund ist es das tiefste Tabu, tiefer als die Sexualität. Gegenüber seiner Sekretärin und Geliebten Lois Wyvell hat Reich in diese Richtung spekuliert.

Jede Form von „Spiritualität“ ist indiskutabel, wenn sie beinhaltet, daß in den Menschen „psychische Instanzen“ installiert werden, die ihnen ihre Seele, d.h. ihre Fähigkeit zur Selbstregulierung, nehmen. Die östlichen Meditationspraktiken sind die bisher ausgefeilste und bei weitem perfideste Form, die Menschen (im Namen von „spiritueller Freiheit“!) zu versklaven. Siehe dazu beispielsweise meine Besprechung von V. & V. Trimondi: Hitler, Buddha, Krishna.

Der zutiefst „anti-orgonomische“ Charakter des Buddhismus wurde in Die Massenpsychologie des Buddhismus bloßgelegt. Was den Hinduismus und seine „guruistischen“ Ausläufer im Westen betrifft sei nur darauf verwiesen, daß durchweg alle europäischen Beobachter, die nicht gerade auf einer „spirituellen Suche“ waren, unisono festgestellt haben, daß es kein traurigeres Volk als das der Inder gibt. Sie sind in einem Alptraum aus Aberglauben, Fatalismus, mörderischem Frauenhaß und Rassismus (das Apartheid-System der Kasten) gefangen. Ähnliches läßt sich über den chinesischen „Universismus“ sagen (Pseudo-Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus). Aus orgonomischer Sicht besonders interessant ist, daß in China, genauso wie in Indien und Tibet, die gesamte „Spiritualität“ imgrunde „Sexual-Allchimie“ ist: die Umwandlung zurückgehaltenen Spermas in „spirituelle“ Kraft und die vampirhafte Ausbeutung der weiblichen Sexualenergien.

Überhaupt steht hinter allen sogenannten „spirituellen“ Wegen nichts anderes als sexuelle Perversion. Man nehme etwa den Sufismus, der nichts anderes ist als mehr oder weniger sublimierte Homosexualität. Dazu empfehle ich den überaus lesenswerten Artikel Sufism, Sodomy and Satan von Spengler. Man betrachte sich doch die Reihe der Heiligen und Gurus Indiens: eine Aufreihung von Perversen, Betrügern, Psychopathen und anderen häßlichen Seelen. Sie schauen wie Charles Manson aus der Wäsche.

kataq

Der Islam ist weniger eine Religion, sondern eine extremistische polit-kriminelle Bewegung mit „spirituellen“ Anteilen und ähnelt darin dem Nationalsozialismus. Die islamische Zeitrechung beginnt nicht etwa mit der „Offenbarung“ der ersten Sure oder sonst einem religiösen Ereignis, sondern mit dem Zeitpunkt, als der in seiner Heimatstadt kläglich gescheiterte „Prophet“ Mohammed mit seiner politischen Laufbahn in einer Nachbarstadt begann. Auf eine „Reformation“ des Islam zu warten, zeugt von erschreckender Unkenntnis. Die beiden Reformer des Islam, d.h. diejenigen, die zurück zu den Quellen gegangen sind, waren der Begründer des Wahabismus (Saudi Arabien) und Khomeini (Iran). Al Qaeda (Sunna) und die Hisbola (Shia) sind die Speerspitzen der islamischen Reformation! Islamische Bewegungen, die beispielsweise den Dschihad „vergeistigt“ haben, etwa die Ismailiten unter dem Aga Khan oder die Achmediyya-Bewegung, dienen kaum mehr als der Bereicherung des Imams bzw. „Kalifen“. Und wer auf den Sufismus verweist: die Grundanschauung unterscheidet sich kaum vom Zen – inklusive der Kriegerideologie.

Für Moslems sind wir keine Mitmenschen! Der Gruß „Friede mit Dir!“ darf ein Moslem nur an einen anderen Moslem richten. Verträge mit „Ungläubigen“ werden nur aus der Position der Schwäche geschlossen – hat der Moslem, bzw. natürlich die Umma (die Gemeinschaft der Gläubigen), die Oberhand gewonnen, sind diese Verträge null und nichtig. Freundliche „Einladungen“, den Islam anzunehmen, sind Kriegserklärungen – wer dieser „Einladung“ nicht folge leistet, wird unterworfen und, wenn er sich wehrt, getötet. Die Scharia dreht sich hauptsächlich darum, Kinder (sic!, Mohammed heiratete eine 6jährige, Khomeini eine 10jährige) und Frauen sexuell auszubeuten. Man betrachte nur die pornographische Paradiesvorstellung. Weil Muslima Gebärmaschinen sind, werden Christen zu einer bedrohten Minderheit. Der Islam wird in Europa genauso „demokratisch“ an die Macht kommen, wie Lenin und Hitler demokratisch die Macht ergriffen.

Nach dieser Tour de Force durch die Abgründe der menschlichen Niedertracht („Religion“) wenden wir uns nun dem Christentum zu. Am Christentum ist dreierlei „orgonomisch“:

  1. Im Gegensatz zu ausnahmslos allen anderen bedeutenden Religionen gibt es keine Speisevorschriften, keine Genitalverstümmelungen, Kleiderordnungen oder andere Absonderlichkeiten: man braucht sich nicht abmühen, um „Gott gefällig“ zu sein und hat keine „Sünden“ abzuarbeiten. Christus hat sich für den Gläubigen geopfert und damit alle Schuld gegen Gott abgetragen. Nach dem Erscheinen des Messias, hat „Religion“ ihren Sinn verloren.
  2. Im Gegensatz zu anderen Religionen gibt es eine persönliche Beziehung zu Gott, d.h. die Emotion, im Unterschied zur bloßen „Überwältigung“ (Sensation), steht im Mittelpunkt. Gott ist prinzipiell erkennbar, d.h. man kann Kontakt mit ihm aufnehmen. (Der christliche Gott ist nicht allmächtig: er kann nicht böse sein, nicht in die Irre führen, sich in keine logischen Widersprüche verfangen, die mit „Allmacht“ einhergehen – er widerspricht nicht den Naturgesetzen.)
  3. Im Gegensatz zu anderen Religionen steht das Problem der Genitalität im Mittelpunkt – man lese Reichs Christusmord oder denke daran, wie zentral das „Christuskind“ ist: das Kind der Zukunft. Gleichzeitig ist das Christentum dezidiert „nicht-sexuell“ (wenn man von Absonderlichkeiten der katholischen und protestantischen Mystik absieht!), d.h. es ist in einem geringeren Ausmaß eine sexuelle Perversion als andere Religionen.

Interessanterweise sind alle sektiererischen Abspaltungen vom Christentum dadurch gekennzeichnet, daß diese drei zentralen Elemente des Christentums infrage gestellt werden. Man betrachte nur die Doktrinen der Siebenten Tags Adventisten und Zeugen Jehovas: die „Gläubigen“ müssen sich für Gottes Gnade abstrampeln, Gott ist ungefähr so weit weg wie Allah für Moslems und Christus wird zum Erzengel Michael: eine bloße Schachfigur in Gottes albtraumhaften „Heilsplan“.

Es ist kein Zufall, daß fast alle großen Naturforscher gläubige Christen waren und daß keine andere Kultur, weder die Antike, noch die Inder, Chinesen oder Moslems auch nur ansatzweise so etwas wie eine Naturwissenschaft hervorgebracht haben. In diesen Kulturen bestand schlicht nicht genug Freiraum, da alles lückenlos von „Spiritualität“ durchdrungen war. Warum sich mit der Natur beschäftigen, wenn man eh schon alles erklären kann, wie bei den Chinesen, die gnadenlos alles vermenschlicht haben, bis nichts Fremdes übrigblieb, bzw. alles unmittelbar von einem willkürlichen, prinzipiell unerkennbaren Gott bestimmt wird, wie im Islam?

Einzig und allein das Christentum schuf den Freiraum, in dem sich die Naturwissenschaft entfalten konnte. Es wäre nur folgerichtig, wenn diese das Christentum und damit überhaupt jedwede „Spiritualität“ verdrängen würde. Daß dies nicht der Fall ist – diese Vorstellung ganz im Gegenteil sogar etwas Abstoßendes hat – liegt daran, daß die gängige Naturwissenschaft sozusagen halbseitig gelähmt ist: niemand wagt die gesellschaftspolitischen Konsequenzen aus den Forschungsergebnissen zu ziehen und sich mit dem „persönlichen Glauben“ auseinanderzusetzen. Das überläßt man der Religion, die ihrerseits „Cäsar gab, was Cäsar gehörte“. Man kann Nuklearphysiker sein und gleichzeitig fundamentalistischer Christ, genauso wie umgekehrt ein fundamentalistischer Christ ohne Probleme Nuklearphysiker sein kann. Reich war bisher der einzige, der diese „Machtteilung“ ignoriert hat. Entsprechend wurde und wird er gnadenlos verfolgt.

Wer nun auf militante Atheisten, meistens Evolutionsbiologen, verweist, etwa auf Richard Dawkins: – diese Leugner einer Seele, diese Verfechter eines leeren („gottlosen“) Welt, haben sich streng ans „Konkordat“ gehalten, d.h. „die Seele“ draußen vor gelassen. Sie haben die Orgonenergie („Gott“) ignoriert, die bisher von den Religionen und „spirituellen Bewegungen“ vereinnahmt wurde. Die Wissenschaft von der Orgonenergie ist auch ihr Ende.

Der Kampf der Götter

5. Oktober 2013

Vor einigen Jahren machten Gerüchte Moslems nervös, daß die Matriarchin Rahel israelischen Soldaten in Gaza erschienen sei und ihnen im Gefecht den Weg gewiesen habe. Israels ehemaliger Hauptrabbiner Mordechai Eliyahu hat bekanntgegeben, daß er selbst es gewesen sei, der sie gesandt habe. Gewöhnlich sind es Moslems, die sich durch Gottes Hand geführt fühlen, während die Juden als ungläubig und verweltlicht verteufelt werden. Die Juden hätten sich von ihren Geboten abgewandt und hätten ihre Propheten verfolgt und seien deshalb von Gott verflucht. Auf der Website the elder of ziyon heißt es abschließend:

Die Terroristen, die beten, daß ihre Kassam-Raketen jüdische Kinder töten, scheint ein wenig unbehaglich zu werden, daß die Juden zur gleichen Zeit um Hilfe beten, die Terroristen zu töten. Es ist fast so, als würden sie im Innersten begreifen, daß Gott tatsächlich eher auf Seite der Juden steht, wie Er es offenbar schon bei anderen Kriegen zwischen Juden und Arabern getan hat.

Leute wie Peter Scholl-Latour haben immer wieder darauf hingewiesen, daß atheistisch-rationalistische Intellektuelle, insbesondere sogenannte „Islam-Experten“, den Nahost-Konflikt strukturell, d.h. von ihrer Charakterstruktur her, niemals werden verstehen können. Ihre „Expertise“ etwa über die „Road Map“ ist von vornherein nichtig. Ob wir es akzeptieren können oder nicht: es geht um den Kampf zwischen Göttern und die einzige Hoffnung auf Frieden ist der Untergang des einen Gottes. Schließlich sind auch die germanischen und die hellenistischen Götter sang- und klanglos verschwunden, nachdem sie sich als impotent erwiesen hatten.

Die Atheisten glauben, daß im Lichtglanze der Aufklärung sich schließlich auch der christliche Gott in nichts aufgelöst hat, wie zuvor Wotan, als die christlichen Priester die heiligen Eichen fällten, ohne vom Blitz erschlagen zu werden. „Der Himmel ist leer!“ Das ist jedoch eine grausame Illusion: es kann kein Vakuum geben. Ihr habt Gott getötet – und dadurch zwangsläufig seinem Widersacher den Weg geebnet.

Das Böse wird zunehmend zu einem Faszinosum, mit dem man sich identifizieren und dem man nacheifern kann. Es ist cool, böse und ohne Gefühl zu sein. Je sinnloser und nihilistischer die Tat ist, um so besser. Der Aufbau, der Erhalt und die Verteidigung des Lebens ist langwierig, mühsam und mit einem langen Spannungsbogen verbunden. Die Zerstörung des Lebens ist leicht, schnell und mit einem lustigen Knalleffekt verbunden. Das Böse ist marktgängiger als das Gute. Und da man gelernt hat, daß diese Gesellschaft im Kern böse ist („strukturelle Gewalt“), ist es gewissermaßen sogar gut und progressiv das Böse zu propagieren.

Ihr lacht über die Unvernunft der Moslems, Juden und Christen und glaubt doch tatsächlich allen ernstes ihr wäret „Atheisten“ und „aufgeklärt“ und ihr bringet das Licht, wenn ihr euch von Gott abwendet. In Wirklichkeit seid ihr verflucht, seid Sklaven Satans.

Aber zurück zum Nahen Osten: auch in Syrien geht es nicht wirklich um Geostrategie, nicht um Öl, nicht mal um Israel. Es geht um Gott. Genauer gesagt geht es spätestens seit 1979 nur um eins: den Endkampf zwischen den Sunniten und den Schiiten. Die ersteren unter dem Banner des Hauses Saud, die letzteren unter dem Banner Khomeinis.

Es ist so wie einst im Bolschewismus: mit allen anderen Gruppen, ob bürgerlich oder sozialdemokratisch, konnte man gegebenenfalls zusammenarbeiten, aber unter keinen wie auch immer gearteten Umständen mit den Trotzkisten bzw. umgekehrt mit den Stalinisten! Man war sich zu nahe (der Stalinismus ist kaum mehr als plagiierter Trotzkismus!), um koexistieren zu können. Ganz ähnlich sieht es bei Sunniten und Schiiten aus. Es gibt keine substantiellen Unterschiede, aber trotzdem ist der Graben unüberbrückbar, denn es geht um die Frage, wer das Werkzeug des Weltgerichts ist.

Die Schiiten waren von Anfang an die Underdogs der islamischen Welt und vertraten entsprechend ein apokalyptisches Weltbild. Eine Befreiungstheologie, die den triumphalistischen Sunniten fremd ist. Die Schiiten sind die islamischen „Trotzkisten“. Über Jahrhunderte wurden sie von den diversen Kalifen unterdrückt und wie Ungläubige behandelt. Die Schiiten, die sich stets bedrängt sahen, wollen Rache und Legitimität durch Aktionismus.

Das Problem ist, daß, wenn die akute pestilente Gefahr (die Schiiten) erst einmal niedergerungen ist, und sie ist tatsächlich nicht tolerabel, der sunnitische Machtanspruch um so absoluter sein wird. Man kann aber auch nicht zynisch zuschauen, wie sich die beiden Parteien gegenseitig abschlachten. Das hat man während des ersten Golfkrieges getan, als der Irak und der Iran ausbluteten. Für so etwas ist die Welt mittlerweile zu klein, auch ohne Öl! Und wie im ersten Irakkrieg wird der Ausgang ohnehin nichts richten.

Was bleibt ist die Stillegung der energetischen Quelle des Gottesglaubens. Was wir erleben, ist Sexualpathologie und nichts sonst! Oder wie Reich schrieb:

Biologisch ist [der religiöse Mensch] den sexuellen Spannungszuständen genauso unterworfen wie alle anderen Menschen und Lebewesen. Doch er hat durch die Aufnahme der sexualverneinenden religiösen Vorstellungen und im besonderen durch die Strafangst, die er erwarb, jede Fähigkeit natürlicher sexueller Spannung und Befriedigung verloren. Er leidet daher an einem chronisch überspannten körperlichen Erregungszustand, den er unausgesetzt zu meistern gezwungen ist. Das Glück auf Erden ist ihm nicht nur unerreichbar sondern erscheint ihm vielmehr gar nicht als wünschenswert. Da er die Begnadung im Jenseits erwartet, unterliegt er einem Gefühl der Glücksunfähigkeit in weltlichen Dingen. (…)

Der religiöse Mensch ist in Wirklichkeit völlig hilflos geworden, da ihm die Glücksfähigkeit und die Aggressivität Schwierigkeiten des Lebens gegenüber durch Unterdrückung seiner Sexualenergie verlorengingen. In Wirklichkeit hilflos, muß er um so mehr an übernatürliche Kräfte glauben, die ihn stützen und beschirmen. Wir verstehen daher, daß er in manchen Situationen auch eine unglaubliche Kraft der Überzeugung, ja des passiven Todesmuts entwickeln kann. Er schöpft diese Kraft aus der Liebe zu der eigenen religiösen Überzeugung, die ja von sehr lustbetonten Körpererregungen getragen ist. Er glaubt freilich, die Kraft stamme von „Gott“. Seine Sehnsucht nach Gott und zu Gott ist also in Wirklichkeit die Sehnsucht, die seiner sexuellen Vorlusterregung entstammt und nach Auslösung ruft. Die Erlösung ist und kann nicht anderes sein als die Erlösung von den untragbaren körperlichen Spannungen, die nur so lange lustvoll sein können, als sie sich mit einer phantasierten Vereinigung mit Gott, d.h. mit der Befriedigung und Entspannung vermengen können. Die Neigung fanatisch religiöser Menschen zu Selbstbeschädigungen, zu masochistischen Handlungen usw. bestätigt das Gesagte. (…) (Die Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB. S. 142f)

Es kann nur eine sexualökonomische Lösung geben oder die Menschheit ist dem Untergang geweiht!

Peter Scholl-La… …sselstein berichtet über den Arabischen Frühling

10. Januar 2012

Sommer 1979 reiste ich alleine durch Frankreich. An sich wollte ich durch Frankreich und Spanien bis runter nach Andalusien, blieb dann aber in Paris hängen. Schuld war ein junger Algerier berberischer Abstammung, der wie aus dem Nichts auftauchte und an mir förmlich kleben blieb. Nie zuvor oder danach habe ich bei einem Menschen eine solche soziale Unbefangenheit, eine derartige soziale Kompetenz erlebt. Es war ein Genuß mit ihm durch Paris zu gehen, allein schon weil er buchstäblich an jeder Straßenecke eine neue Frau kennenlernte. Während ich noch mit der einen der beiden jungen Damen in schlechtem Englisch Konversation betrieb, tauschte er, es waren kaum 10 Minuten vergangen, mit der anderen schon Zungenküsse aus.

Es war wirklich, als wäre ich mit einem „edlen Wilden“ irgendwelcher Rousseauistischer Träume befreundet. Vor allem gewann ich aber einen einmaligen Einblick in die damalige „Migrantenszene“ in Paris. Beispielsweise eine Übernachtung in einem Apartment für ein paar France. Ich, der einzige Weiße zwischen vielleicht mehr als Zweidutzend Schwarz- und Nordafrikanern, die überall in der Wohnung verteilt in ihren Schlafsäcken auf dem Fußboden nächtigten. Es war nicht der Anflug einer irgendwie unangenehmen oder gar bedrohlichen Atmosphäre. (Diese „drückende Atmosphäre“, die typischerweise heute bei Migranten aus der islamischen Welt mitschwingt – war nicht da.) Während der ganzen Zeit in Paris habe ich nicht eine Sekunde an den Islam denken müssen. Und im nachhinein betrachtet, war ich wahrscheinlich weit mehr „Saharasia“ als mein lebenslustiger algerischer Begleiter.

1979 war das Scheidejahr, denn Anfang dieses Jahres war Khomeini aus seinem französischen Exil zurückgekehrt und hatte im Iran die „islamische Revolution“ ausgerufen, die insbesondere auch die aufkeimende islamische Bewegung in Algerien inspirierte. Ich habe in der Folgezeit oft daran gedacht, was wohl aus meinem Freund geworden ist. Auf welcher Seite mag er in den 1980er und 1990er Jahren in Algerien gestanden haben? Mir gegenüber hatte er die schreiende soziale Ungerechtigkeit im „sozialistischen“ Algerien angeprangert. Es ist durchaus nicht auszuschließen, daß er später auf der Seite der Islamisten kämpfte…

Hamburg 1986. Inzwischen hatte Saddam Hussein als Verbündeter der USA den Iran angegriffen. Von beiden Seiten wurde der Krieg mit unmenschlicher Härte gefochten. Auf iranischer Seite fielen bis zu einer halben Million Mann! Wenn man den ideologischen Überbau beiseite schiebt, war es ein eindeutiger Angriffskrieg. Der Iran hat sich nur, unter schier unsagbaren Verlusten, verteidigt. Und ich lerne in Hamburg einen jungen iranischen Asylanten kennen, Mitte 20, ein typisches Kind der Revolution. Er hatte im Iran „Schönheit“ studiert (Ästhetik), sollte zur Armee, was so gut wie ein Todesurteil war, konnte aber fliehen und landete schließlich als Asylbewerber in Hamburg. Bereits damals war ich irritiert, daß Fahnenflucht offenbar ein anerkannter Asylgrund ist. Wie gesagt: der Iran war angegriffen worden!

Damals kündigte sich bereits an, was wir heute in Deutschland Tag für Tag erleben. Obwohl dieses Land ihm Unterkunft, Verpflegung und eine der besten Gesundheitsversorgungen der Welt zur Verfügung stellte – ohne irgendeine Gegenleistung zu erwarten, konnte der junge Iraner mir gegenüber seine Verachtung für die deutsche Kultur kaum verbergen. Mir ging nur durch den Kopf: Um Gottes willen, wie würde es mir im Iran ergehen, wenn ich derartig über die persische Kultur herziehen würde?!

Er war ein durch und durch zerrissener Mensch: Einerseits erzählte er mir, wie er im Iran „durchgedreht“ war, als er alle Bücher, derer er habhaft werden konnte, gelesen hatte und zu der weltumstürzenden Erkenntnis gekommen war, daß es keine Wahrheit gäbe. Für das Khomeini-Regime hatte er nur Verachtung übrig. Er war alles andere als ein Islamist – wohl eher ein Atheist. Um so irritierender war es, als er mir mit großen Augen und fast schon im verschwörerischen Flüsterton offenbarte, daß im Koran alles drin stehe und erklärt werde, was es auf der Welt gäbe. Der Koran als göttliches Wunder! Ich glaube nicht, daß er Arabisch verstanden hat. Vom Inhalt des Korans wird er deshalb kaum Ahnung gehabt haben. Es geht einfach nur um das Gefühl kultureller Überlegenheit.

Auch er war sozial äußerst kompetent und hat mit den Deutschen, die durchweg aus Kleinfamilien stammen, nach Belieben gespielt. Frauen kennenzulernen und zu erobern, ein Kinderspiel.

Seit dieser Zeit hat sich mein Verhältnis zu den islamisch geprägten Menschen immer weiter verfinstert. Immerhin habe ich die Hoffnung, daß die ganze Bedrückung schließlich doch von der Jugend Nordafrikas und des Nahen Ostens hinweggefegt wird. Einerseits ist der Geburten-Dschihad eine große Bedrohung, andererseits – das Lebendige, das frisch und unverdorben auf diesem Planeten erscheint, will leben und lieben.

Das Leben ist nicht „schwarz und weiß“, wie manche verbohrte Kleingeister annehmen; Kleine Männer – die keine Ahnung vom Leben haben.

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