Posts Tagged ‘Apokalypse’

Die Charakteranalyse des Christentums

19. März 2020

Das Christentum ist wie eine Zwiebel, in der jede Schale durch ein weiteres fundamentales Mißverständnis gebildet wird. Als äußerste Schale haben wir das moderne linksliberale Christentum der EKD, das Jesu Kampf gegen die Auswüchse der dominierenden Sekten des damaligen Judentums mißbraucht, insbesondere was deren übersteigerten Nationalismus betraf. Jesus wollte das ursprüngliche humanistische Versprechen des Judentums wieder freilegen, um so eine Integrität zu retten. Es ist ein eklatanter Mißbrauch und schlicht absurd, daraus eine „christliche“ Lehre der Selbstaufgabe und der Opferung der eigenen Nation zu machen!

Eine zweite Schale, die durch das oberflächliche Wörtlichnehmen der Aussagen der Bibel entstanden ist, ist die absurde Vorstellung, daß Jesus an der Spitze himmlischer Herrscharen zurückkehren werde, um Gericht zuhalten. All das im Rahmen erderschütternder, ja das gesamte Firmament aus den Angeln hebender Naturkataklysmen. Offensichtlich waren das nur Sprachbilder. Es glaubt ja auch niemand, wenn in einer Wissenschaft von „welterschütternden Erkenntnissen“ die Rede ist, daß es tatsächlich zu Erdbeben kommt! Auf diese Weise haben die Gläubigen die ursprüngliche Botschaft Jesu der Lächerlichkeit preisgegeben; mit all dem krankhaften Unsinn von Himmeln und Höllen und Apokalypsen.

Womit wir bei der innersten Schale angekommen wären. Was war denn nun diese „ursprüngliche Botschaft“? Jesus war Jude und hat in einer jüdischen Begrifflichkeit gedacht, wo sich Meere spalten und gigantische Himmelserscheinungen dem Volk den Weg durch die Wüste weisen, wo es vor allem aber um das jüdische Gesetz geht, das Jesus auf den Satz reduziert hat, man solle den Nächsten lieben wie sich selbst oder Kantisch ausgedrückt: Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden willst! (Ich verweise etwa auf die eingangs erwähnte Überwindung des jüdischen Nationalismus durch Jesus, um den identitätsstiftenden Kern des Judentums freizulegen.)

Reich zufolge war Jesus schlicht ein genitaler, ein ungepanzerter Charakter, der seine Gesundheit in dem von ihm vorgefunden israelitischen Rahmen und der damals gängigen bombastischen Begrifflichkeit zum Ausdruck gebracht hat. So ist das Christentum aus einem reformierten Judentum dadurch entstanden, daß ein Mißverständnis dem anderen folgte. Erst nach 2000 Jahren sollte jemand auftauchen, der durchschaute, was vorgefallen war und der erkannte, warum dieser hanebüchene Unsinn „christlicher Glaube“ die gesamte Welt dominieren sollte. Stark verklausuliert und extrem verstellt verkörpert das Christentum den genitalen Charakter (Jesus) und damit die kosmische Orgonenergie selbst (Gott) sowie die Tragödie des genitalen Charakters in einer von der Emotionellen Pest (dem Teufel) beherrschten Welt.

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Der verdrängte Christus: 17. Jesu Funktionalismus

24. Juli 2018

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

17. Jesu Funktionalismus

Christentum und die Biologische Revolution (Teil 2)

23. September 2015

Für Reich war Christus das Symbol des Ungepanzerten. Die Christus-Geschichte beschrieb das tragische Schicksal des Lebendigen in einer lebensfeindlichen Welt. Man müsse Jesu wahre Geschichte nur aus den Deckschichten befreien, mit der Paulus und die Kirchenväter sie verkleistert haben. Das kann man alles in seinem Buch Christusmord nachlesen. Leider kann gerade aus der Christus-Geschichte ebenso ein lebensfeindlicher Mythos gemacht werden. Entsprechend wird man aus dem Umgang der „Reichianer“ mit der Christus-Geschichte vielleicht am ehesten den Blauen Faschismus ablesen können.

Die Nazis etwa waren in ihrer Eigensicht „lebenspositive“ Kräfte des Lichts und der Liebe gegen finstere sadistische „Dämonen des Verfalls“. Im Parteiprogramm von 1920 erklärten sie ihre Lehre als vereinbar mit dem „positiven Christentum“. Die Partei bekämpfe „den jüdisch-materialistischen Geist in und außer uns“. Vom Christentum übernahm der Nationalsozialismus, daß die Juden das Haupthindernis für die Erlösung der Menschheit seien. Später verbanden wiederum die „Deutschen Christen“ ihr „positives Christentum“ mit „politischem Kämpfertum“. 1933 verkündete der Gauobmann der Deutschen Christen von Großberlin, Dr. Reinhold Krause, im Berliner Sportpalast:

Wenn wir aus den Evangelien das herausnehmen, was zu unserem deutschen Herzen spricht, dann tritt das Wesentliche der Jesuslehre klar und leuchtend zutage, das sich – und darauf dürfen wir stolz sein – restlos deckt mit den Forderungen des Nationalsozialismus. (z.n. Werner Reichelt: Das Braune Evangelium, Wuppertal 1990, S. 97)

Wenn sie „Dein Reich komme!“ beteten, meinten sie das Dritte Reich als „Tausendjähriges Reich“ aus der Apokalypse des Johannes (Offb 20,3). Grundbegriffe des „deutschen Christentums“ waren „Blut und Boden“, „Rasse und Volk“, „Schicksal, Ehre und Heldentum“ und ihr Symbol war das Zeichen der „unbesiegbaren Sonne“, das Hakenkreuz – Christus, der Sol invictus. Ähnlich wie der Katholizismus war auch der Nationalsozialismus ein Sonnenkult. Für die Nazis war Christus der arische Lichtbringer, in der Anthroposophie ist Christus der „Sonnengeist“, beider Symbole ist die Swastika. Beider Kampf galt den dunklen sexuellen „Kräften der Erde“, den sexuellen „dämonischen unterirdischen Kräften“. Norden (Geist) gegen Süden (Genital).

Bereits für den in Der Blaue Faschismus erwähnten Jörg Lanz von Liebenfels war das Christentum in seinem Kerngehalt „arischer Ahnen- und Rassenkult“. Lanz zufolge ist Christus „Frauja-Jesus“, bzw. der germanische Gott Fro. Lanz wollte, genauso wie Rudolf Steiner, eine „Johanneskirche“, „eine Kirche des heiligen Grals“ begründen. Die arische „Reinheit“ wird durch die Emanzipation der Frauen, mit ihrem „Hang zu Niederrassigen“, und durch die Emanzipation der ebenso triebhaften Juden gefährdet. Der Jude ist bedrohlich und gleichzeitig sexuell faszinierend. Er ist hinterhältig (intellektuell), feige (weibisch) und grausam (tierisch).

Später sollte Himmler soweit gehen, als geheime Kommandosache Expeditionen nach Südfrankreich zu entsenden, um dort im Gebiet der Albigenser, bzw. Katharer nach dem „Heiligen Gral“ suchen zu lassen.

Am 14.2.1942 notierte sich Goebbels in sein Tagebuch:

Die Juden haben die Katastrophe, die sie heute erleben, verdient. Sie werden mit der Vernichtung unserer Feinde auch ihre eigene Vernichtung erleben. Wir müssen diesen Prozeß mit einer kalten Rücksichtslosigkeit beschleunigen und wir tun damit der leidenden und seit Jahrtausenden vom Judentum gequälten Menschheit einen unschätzbaren Dienst.

Der „Christussozialist“ Goebbels hat in diesem Geiste Christus als „das Genie der Liebe“ bezeichnet, als solches sei er „der diametrale Gegenpol zum Judentum, das die Inkarnation des Hasses darstellt“. Wir müssen, so Goebbels, Christus „aufs neue in uns erwecken“ (Claus-E. Bärsch: „Antijudaismus, Apokalyptik und Satanologie“ Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte, 1988, S. 112-133). Auschwitz läßt sich nicht mit bloßem Rassismus oder Völkerhaß erklären, sondern am ehesten mit der Johanneischen Botschaft.

Da Hitler fanatischer Wagnerianer war, kann man sich dieses nationalsozialistische „Glaubensgut“ wohl am besten anhand von Wagners Parsifal vergegenwärtigen. Wagner behauptete, sein Drama würde „die höchsten Mysterien des christlichen Glaubens“ auf der Bühne darstellen. Zentral steht dabei die manichäische Dichotomie zwischen dem solarischen Parsifal, als Personifikation des reinen Ariers, und dem tellurischen Klingsor, der die satanische Macht des Judentums, Machtpolitik und schmutzige Sexualität verkörpert. Parsifal vertritt ein vom Judentum gereinigtes Christentum: „Erlösung dem Erlöser“, Erlösung Christi von den Juden.

Dieses „Johanneische Christentum“ bezieht sich auf biblische Aussagen, wonach die Juden „zum Gefolge Satans gehören“ (Offb 2,9) und „Kinder des Teufels“ (Joh 8,44) sind. Wagner und die Nazis kämpften gegen Satan, d.h. die egoistische, machthungrige geistige Blindheit, die durch die jüdische Rasse verkörpert wird, die den arischen Erlöser Jesus Christus ermordete. Hitler war von der Johanneischen Materie- und Leibfeindlichkeit beseelt, und wollte als vergeistigter, vegetarischer Reinheitsfanatiker die „materiellen Juden“ buchstäblich wie Ungeziefer vertilgen und wie Christus die jüdischen Geldwechsler aus dem Tempel vertreiben.

In der hellenistischen Gnosis gab es einen Erlöser, der aus der antiweltlichen Lichtzone herabstieg, um die Menschen aus der sündigen Welt zu erretten. Im christlich-gnostischen Mythos wurde diese Welt von den Juden symbolisiert, die zum „Herren dieser Welt“ beteten. Genauso war für Hitler „der Weltjude“ „der Widersacher“. Das besondere am Wagnerianertum und infolge am Nationalsozialismus war nun die Naturalisierung dieses manichäischen Reinheitswahns, die Biologisierung des Grals-Christentums: die Idee des „unbefleckten“ Blutes und der gewalttätigen Darwinistischen Durchsetzung dieses reinen Blutes gegen die degenerativen dunklen Mächte des Bösen. Für Hitler war der arische Christus kein defensiver Mensch, sondern ein heroischer Kämpfer des Lichts gegen die verräterischen Juden.

Dem Antisemitismus-Forscher Robert Wistrich zufolge ist das „Entweder-Oder“ der innerste Kern der Hitlerschen Weltanschauung. 1922 hatte Hitler gesagt, daß er sich grade als Christ verpflichtet fühle, Antisemit zu sein:

Mein christliches Gefühl weist mich hin auf meinen Herrn und Heiland als Kämpfer. Es weist mich hin auf den Mann, der einst einsam, nur von wenigen Anhängern umgeben, diese Juden erkannte und zum Kampfe gegen sie aufrief, und der, wahrhaftiger Gott, nicht der Größte war als Dulder, sondern der Größte als Streiter. (Der antisemitische Wahn, Ismaning 1987, S. 252)

Hitler fand für seinen Fanatismus

eine Bestätigung in einem bekannten Ausspruch Christi: „Was nicht heiß und nicht kalt ist, wird ausgespien aus dem Munde“ (Offb 3,16). Mehr als einmal zitierte Hitler diesen „Ausspruch des großen Nazareners“ als Zeugnis gegen jene, die an den goldenen Mittelweg glaubten, ob in der Politik oder im Leben. „Dieser Halbwille ist (so sagt Hitler) die Schwäche und vielleicht der größte Fluch, der auf Deutschland lastet.“ (ebd., S. 76f)

Hitler habe, so Wistrich, im Juden den „Satansmenschen“, das „auserwählte Volk“ eines fremden Gottes der Finsternis gesehen. Sein Antisemitismus habe „eine metahistorische Dimension, die aus der Wahrnehmung einer Rivalität zweier Gottheiten, die nicht nebeneinander existieren können, resultiert“. Er hätte in seiner Politik den Endzeitvisionen Martin Luthers und jener christlichen Sektierer entsprochen, die glaubten, in Gottes Auftrag die Welt zu erlösen, indem sie im endzeitlichen Krieg der Kräfte des Lichts gegen einen teuflischen Feind die „Söhne des Teufels“ beseitigen. Die „Endlösung“ war demnach das Jüngste Gericht, die endgültige Entscheidung zwischen Gut und Böse und damit die Wiederherstellung des Paradieses (ebd., S. 76f). Alfred Rosenberg sah sich entsprechend in der Traditionsfolge: Albigenser, Waldenser, Katharer, Arnoldisten, Stedinger, Hugenotten, Reformierte, Lutheraner, NSDAP.

Wistrich merkt dazu an:

In den Reden, die Hitler in den Jahren der Kampfzeit besonders im katholischen Bayern hielt, verglich er seine eigene Heilslehre (…) zuweilen mit der von Jesus Christus. Wie dieser lebe auch er in einer „materialistischen, jüdisch verseuchten Welt“, in der die staatliche Macht korrupt und unfähig geworden sei. Der Jesus Christus der Hitlerschen Selbstprojektion hatte eine politisch-religiöse Bewegung von Weltrang dadurch begründet, daß er eine mit patriotischen Idealismus vermischte, populäre antijüdische Botschaft verkündete. Hitler wollte es ihm in gewisser Weise nachtun.

Er habe, so Wistrich weiter, immer wieder daran erinnert, daß Jesus „wenn nötig, sogar zur Peitsche griff, um aus dem Tempel des Herr diesen Widersacher jedes Menschentums (die Juden) zu treiben. (ebd., S. 76)

Hitler 1922 in einer Rede:

In grenzenloser Liebe lese ich als Christ und Mensch die Stelle durch, die uns verkündet, wie der Herr sich endlich aufraffte und zur Peitsche griff, um die Wucherer, das Nattern und Otterngezücht (Mt 23,33) hinauszutreiben aus dem Tempel (Joh 2,15). Seinen ungeheuren Kampf aber für diese Welt, gegen das jüdische Gift, den erkenne ich heute, nach zweitausend Jahren, in tiefster Ergriffenheit am gewaltigsten an der Tatsache, daß er dafür am Kreuz verbluten mußte. (z.n. Wistrich, S. 251)

Hitler wollte, wie er 1923 in einer Rede sagte, einen neuen Christusmord durch „die Juden“ verhindern: „Wir wollen vermeiden, daß auch unser Deutschland den Kreuzestod erleidet!“ Die christlichen Anklänge verband Hitler wohl mit dem Aufruf zur Inhumanität gegen „die Juden“, aber nur, um, wie er sich ausdrückt, dadurch „der Sittlichkeit wieder Bahn zu brechen“ (ebd., S. 61). 1933 bezeichnete er die Juden als „Brunnenvergifter des deutschen Volkes und des universellen christlichen Geistes“ (ebd., S. 139).

In einer Rede von 1926 ging Hitler so weit, Jesus als den ersten Nationalsozialisten zu porträtieren:

Die Geburt dieses Mannes, die an Weihnachten gefeiert wird, ist für Nationalsozialisten von größter Bedeutung. Christus war der größte Pionier im Kampf gegen den jüdischen Weltfeind. Christus war die größte Kämpfernatur, die je auf Erden gelebt hat. (…) Der Kampf gegen die Macht des Kapitals war sein Lebenswerk und seine Lehre, für die er von seinem Erzfeind, dem Juden, ans Kreuz genagelt wurde. Die Aufgabe, mit der Christus begann, die er aber nicht zu Ende führte, werde ich vollenden. (Robert Wistrich: Der antisemitische Wahn, Ismaning 1987, S. 252).

1926 gelobte Goebbels Hitler:

Mag ein Tag kommen, wo alles zerbricht, wir zerbrechen dann nicht. Dann mag eine Stunde kommen, wo der Mob um Sie geifert und grölt und brüllt, „kreuzigt ihn!“, wir stehen dann eisern und brüllen und singen: „Hossianah“.

Einer Abordnung von Auslandsdeutschen erklärte Rudolf Heß: „Geht hinaus und berichtet: Deutschland wird leben, weil ein Adolf Hitler lebt.“ Auf einer Kundgebung: „Wir wählen Adolf Hitler, weil er durch seine Taten und sein Leben bewiesen hat, daß er die Verkörperung alles Guten im deutschen Menschen ist.“ Hitler wurde ganz offen als neuer Christus verkündet, so erklärte Heß 1939:

Wir Deutsche blicken ruhigen und festen Mutes in die Zukunft, was sie uns auch bringen möge. In vergangenen Jahren war alles, was kam an Gutem und Bösem, notwendig für das Leben und für den Aufstieg unseres Volkes. Und wir haben den Glauben, daß es auch künftig so ist. Wir wissen, daß alles, was gegen das neue Deutschland und seinen Führer unternommen wurde, sich immer auswirkte für das neue Deutschland und für den Führer. Es wird auch künftig so sein, denn wir haben den Glauben, daß der Höchste mit Deutschland ist und seiner gerechten Sache. Denn wir haben den Glauben, daß der Höchste uns den Führer gesandt hat zur Rettung aus tiefster Not. Indem wir zum Führer stehen, erfüllen wir den Willen dessen, der uns den Führer gesandt. (z.n. H.J. Gamm: Der braune Kult, Hamburg 1962, S. 40)

Gamm führt dazu aus:

Theologisch betrachtend könnte man sagen, hier entstand eine Art vollständiger Christologie. Die Verbindung Hitlers mit Gott führte dazu, daß im Führer eine nahezu allmächtige Persönlichkeit gesehen wurde. Sein Tun war sozusagen rückversichert bei dem, der ihn gesandt haben sollte. Der Glaube an seine Sendung wuchs im Volk mehr und mehr, und etwas Mystisches begann ihn zu umgeben. Diese Heiligensehnsucht der Massen wußten die Propagandisten geschickt zu stillen. (…) Zum letzten Male sprach Joseph Goebbels über den Großdeutschen Rundfunk am 19. April 1945, dem Vorabend des Führergeburtstages; bereits drei Wochen später war das Reich zusammengebrochen. Damals sagte Goebbels, die Stunde vor Sonnenaufgang sei stets die dunkelste, doch dürfe man nicht verzagen, denn der Führer wisse einen Weg. Auf ihn gelte es gläubig zu vertrauen und seine Pflicht bis zum letzten zu erfüllen.

Man denkt dabei unwillkürlich an: „In der Welt habt ihr Angst; aber seit getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Joh 16,33). Goebbels nannte Hitler „Umgestalter der Menschheit“, „auserwählter Führer eines auserwählten Volkes“.

Hitler war der prototypische Vertreter des „Unbekannten Soldaten“, der aus dem Schattenreich zurückkehrt, um als Bote des Lichtreiches den Frühling zu bringen und die Finsterlinge in den dunklen Abgrund zu stoßen. Wie Werner Reichelt in seinem Buch Das Braune Evangelium (Wuppertal 1990) belegt, hat Hitler sein ganzes Leben, seine Wirkung und seine nacherzählte Vita, nach dem Muster der Evangelien aufgebaut. Hitler selbst verkündete 1936:

Heute nun, mein deutsches Volk, rufe ich dich, tritt du jetzt mit deinem Glauben hinter mich! Sei du jetzt die Quelle meiner Kraft und meines Glaubens. (…) Deutsches Volk, ich habe dich glauben gelehrt, jetzt gib du mir deinen Glauben! (z.n. Reichelt, S. 58f)

Die „Volksgemeinschaft“ war die nationalsozialistische Adaption des Corpus Christi. In einem Gedicht Baldur von Schirachs kam dies so zum Ausdruck:

Ihr seid viel Tausend hinter mir, und ihr seid ich, und ich bin ihr. Ich habe keinen Gedanken gelebt, der nicht in euren Herzen gebebt; und forme ich Worte, so weiß ich keins, das nicht mit eurem Wollen eins. Denn ich bin ihr, und ihr seid ich, und wir alle glauben, Deutschland an dich. (z.n. Gamm, S. 30)

In seinem ganzen Aufbau und Gepräge war der Nationalsozialismus als „die deutsche Glaubensbewegung“ „Katholizismus ohne Christentum“: durchgestaltetes Ritual, Märtyrerkult, Prozessionen, „deutsche Weihestätten“, nationalsozialistische Volksandachten, das „nationalsozialistische Kirchenjahr“, Passionsspiele, Feiern für die Märtyrer der Bewegung, liturgische Handlungen, päpstliches Führerprinzip, Hierarchie, Ordensgedanke; Errichtung von „Ordensburgen“, in denen in der „reinen“ Lehre unterwiesen wurde; absolute Beugung unter Hitlers Lehre, außerhalb der es kein Heil gab; dauernde Rede vom „Schöpfer“, dem „Allmächtigen“ und der „Vorsehung“.

Ostern steht nicht mehr für die Auferstehung Christi, sondern für die ewige Erneuerung des deutschen Volkes und Weihnachten feiert man die Geburt des deutschen Heilands: „des Geistes der Heldenhaftigkeit und Freiheit unseres Volkes“. Das Opfer auf Golgatha wurde mit dem Opfer in den Schützengräben gleichgesetzt. Das Kreuz der Christen entsprach dem Opfergang des deutschen Soldaten. Das Kreuz ist durch das Hakenkreuz zu ersetzen und statt des Blutes des bisherigen Erlösers ist das reine Blut des deutschen Volkes zu zelebrieren. Das Blut Christi kann erlösen, weil es rein ist und es ist rein, weil er in Keuschheit gezeugt wurde. Das Blut des Ariers ist rein wegen der Reinheit seiner Rasse. Neue Hauptreliquie ist die „Blutfahne“, die mit dem erlösenden Blut der Elite der Arier getränkt ist. Hitler küßt die Blutfahne, wie der gläubige Christ die Wunden Christi. „Wein und Brot“ wird durch „Blut und Boden“ ersetzt. Der christliche Seelenbegriff wird mit dem „Blut“ gleichgesetzt. Erlösung ist dann biologische Erbgesundung. Kreuzigung des „arischen Christus“ ist identisch mit der „Rassen-Kreuzung“. Der Heiligenkult ist durch den Kult der „Märtyrer der Bewegung“ zu ersetzen. Entsprechend dem Ritus der Eucharistie ist die deutsche Ackerfrucht als heilige Gabe zu empfangen und als Symbol der ewigen Volksgemeinschaft zu essen, wie bisher der Leib Christi genossen wurde. Aus dem „Nächsten“ wurde der „Rassegenosse“. Aus dem fleischgewordenen Wort wird Hitler, als der „leibhaft gewordene Befehl“ der völkischen Vorsehung. Der Arier ist der neue Adam, Christus. In Mein Kampf schreibt Hitler:

Das Untergraben des Bestandes der menschlichen Kultur durch Vernichtung ihres Trägers aber erscheint in den Augen einer völkischen Weltanschauung als das fluchwürdigste Verbrechen. Wer die Hand an das höchste Ebenbild des Herrn zu legen wagt, frevelt am gütigen Schöpfer dieses Wunders und hilft mit an der Vertreibung aus dem Paradies.

Hier ein schönes Beispiel. Eine Rede von Göring 1933 kurz nach der „Machtübernahme“: Hitler als Christus. Und so ging das 12 Jahre lang ununterbrochen!

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Das Neue Zeitalter (Teil 1)

4. August 2012

Was wollen die Außerirdischen von uns? Wahrscheinlich war ihr Interesse an der Tierart Homo Sapiens von Anfang an zweierlei: erstens bot sie ihnen langfristig die Möglichkeit, ihren „biologischen Pool“, ihre genetische Stärke und Variabilität aufzustocken; und zweitens konnten sie von einer fremden Intelligenz profitieren, die Entwicklungen zuwege bringt, die ihnen selbst unzugänglich sind. Es mag lächerlich klingen, daß eine technisch so überlegene Zivilisation von uns lernen will, aber tatsächlich ist es so, daß unsere Ingenieure und Soziologen selbst Ameisen- und Bienenvölker gewinnbringend beobachten. Voraussetzung für diesen Plan der Außerirdischen war erstens eine weitgehend von außen unbeeinflußte Entwicklung von Homo Sapiens, denn nur so konnte man diese Tierart effektiv abschöpfen, und zweitens war die Kontrolle von Homo Sapiens langfristig zu gewährleisten. Das bedeutete, daß die Außerirdischen niemals offen in Erscheinung treten durften und gleichzeitig doch Kontrolle ausüben mußten: dies gelang durch die Erschaffung der Religionen, den Glauben an „Überirdische“.

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo sie ihr Ziel erreicht haben: ihre Zivilisation und unsere Biologie sind in eins geflossen, sie wissen wie wir „ticken“, so daß unsere Autonomie ihnen keinen Nutzen mehr bringt. Die Zeit ist gekommen, wo sie selbst die direkte Kontrolle übernehmen können, um diesen Planeten ganz ihren Bedürfnissen zu unterwerfen. Die Menschheit wird nur in jenen Bruchstücken weiterleben, die die Außerirdischen bei sich integrieren konnten: die eine oder andere kleine Erfindung und Denkungsart und ein paar hominide Mischwesen, die verhindern sollen, daß die Außerirdischen biologisch vollends degenerieren.

Die Außerirdischen müssen eine sehr große Angst vor uns haben, weil wir so fremdartig sind und durch unsere Spontanität unberechenbar und unkontrollierbar. Deshalb setzen sie alles daran, diese Spontanität zu brechen. In diesem Zusammenhang ist es aufschlußreich, wenn man sich die „außerirdische“ Ideologie anschaut, die uns von den Religionen und „Weisheitslehren“ eingetrichtert wird. Ich halte es jedenfalls für sehr wahrscheinlich, daß die Hochreligionen tatsächlich buchstäblich Offenbarungen „höherer“ Lebewesen darstellen, die telepathisch von entsprechend anfälligen Menschen empfangen wurden. Vielleicht sind tatsächlich die religiösen Gemeinschaften nichts weiter als feindliche Agenturen, die uns auf den Untergang der Menschheit einstimmen.

Die „esoterische“ Gerede über Licht, Liebe, Frieden und „Engelenergie“, mit dem sich das außerirdische Ungeziefer umgibt, hat exakt die gleiche Funktion, die dieses debile Geseire beim einzelnen Mystiker hat: das eigene DOR soll verborgen und die konkrete Auseinandersetzung zwischen OR und DOR verunmöglicht werden – also das genaue Gegenteil dessen, was gepredigt wird. Dieses undurchdringliche Gespinst aus Mystizismus und Obskurantismus entspricht dem Nebel, mit dem die Skeptiker das UFO-Phänomen umgeben, so daß sich die Außerirdischen frei zwischen uns bewegen können.

Reich schrieb 1956 über psychotische Mystiker (und zwanghafte Skeptiker):

Sicher, der Weg vor uns schien voller Hindernisse, aber wir schienen eine sichere Balance bei unserem Herangehen an das Raumproblem zu wahren – zwischen dem des schizophrenen Phantasten, der die Stimmen in seinem Kopf für Gespräche mit Außerirdischen hält, und dem des verängstigten kleinen Mannes in allen Berufsbereichen, dessen Welt sich um seine chronische Verstopfung und seinen Mangel an männlicher oder weiblicher animalischer Potenz dreht. Beide Typen gehörten der Vergangenheit an. (Das ORANUR-Experiment II, S. 248)

Die Geschichte (der historische Prozeß) ist nichts weiter als die Entwicklung der Orgonenergie auf dem Planeten Erde. Im materiellen Bereich äußert sie sich gegenwärtig hauptsächlich im Vordringen der Wüste, im emotionalen („geistigen“) Bereich im ansteigenden Irrationalismus in den Menschenmassen.

Die außerirdische Invasion geht wie die patriarchale Invasion dieses einst matriarchalen Planeten vor: in erster Linie „spirituell“. Cortez konnte das (bereits halbpatriarchale) Aztekische Reich nur zerstören, weil er als Vertreter Quetzalcoatls, als Sohn Gottes, als übermenschlicher Erlöser betrachtet wurde, was er mit seinen übermenschlichen Fähigkeiten bewies (die Pferd-Mensch-Waffen-Einheit und Immunität gegen die neuen Krankheiten, die aus Saharasia eingeschleppt wurden). Damit erlangte er die furchterregende gottgleiche Stellung, den tatsächlichen Charakter jedes einzelnen indianischen Individuums zu verändern, indem er die alten Wertesysteme zerstörte und durch neue ersetzte. Diese Umwertungen aller Werte wirken wie „T-Bazillen“, die die karzinomatöse Emotionelle Pest weitertragen. Saharasia hat sich wie ein Ansteckungskrankheit ausgebreitet. (Seit etwa 1960 erleben wir eine solche Umwertung in Gestalt des Wechsels von der autoritären zur antiautoritären Gesellschaft.)

Mit der „Patriarchalisierung“ der Menschheit bis hinab zum letzten Eingeborenenstamm ist ein Prozeß abgeschlossen. Das UFO-Geschehen nach dem Zweiten Weltkrieg signalisiert den zweiten Abschnitt dieser patriarchalen Invasion, die in Wirklichkeit „durch Stellvertreter“ immer eine außerirdische war. Jetzt, wo der Mensch vollkommen in der Falle steckt, ist seine Sehnsucht nach „Befreiung“ ebenfalls auf dem Höhepunkt. Und genau hier spielen die Drahtzieher der nicht enden wollenden Esoterikwelle ihre Rolle, die endgültige Transformation und „Einstimmung“ der menschlichen Charakterstruktur vorzubereiten. Dies ist die „kosmische“ Funktion des Blauen Faschisten (siehe Der Blaue Faschismus) und des UFO-Enthusiasten.

Das religiöse Moment findet man beispielsweise in Whitley Striebers UFO-Büchern Communion (deutsch: Die Besucher) und Transformation. Er ist einer der Hauptvertreter der Vorstellung einer himmlischen Erlösung durch einen deus ex machina. Besonders interessant ist seine Beschreibung einer „direkteren“ Einflußnahme in die Menschenwelt: spirituelle Kommunion, d.h. telepathische Techniken werden angewendet. Wir haben es mit einer ständig wachsenden Gruppe von Menschen zu tun, die vorgeben von Außerirdischen stammende Botschaften zu „channeln“. Aus „anderen Dimensionen“ wird die Gute Nachricht von einem bevorstehenden Neuen Zeitalter „geoffenbart“, in der der Mensch ein neues Bewußtsein und eine „höhere Frequenz des Daseins“ erlangen werde. Der Mensch wird endlich frei sein, wenn er nur der „inneren“ Stimme folge.

Ich bin davon überzeugt, daß ein Gutteil des religiösen Erbes von satanischen telepathischen „Eingebungen“ stammt, die bloß Schaden anrichten. Man denke an den Koran (– der nur Menschen als Menschen anerkennt, die einer solchen himmlischen Offenbarung folgen). Man muß sich nur die essentielle Botschaft aller Religionen vergegenwärtigen, die einen „Erlöser von oben“ versprechen – die Apokalypse, gefolgt von der Herabkunft der Geistigen Welt. Vielleicht sind tatsächlich alle religiösen Gemeinschaften nichts weiter als feindliche, außerirdische Agenturen, die uns auf den Untergang der Menschheit einstimmen. Die Geschehnisse um religiöse Gurus, die ihre Anhänger in den Selbstmord, den emotionalen und physischen Tod führen, sind die ersten beängstigenden Vorzeichen des ultimativen „Erlösers“, der aus dem kosmischen Orgonenergie-Ozean selbst kommt, aus Gott selbst sozusagen – der Sohn Gottes.

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