Posts Tagged ‘Jüngstes Gericht’

Der verdrängte Christus: 15. Das Evangelium nach Markus

13. Juli 2018

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

15. Das Evangelium nach Markus

Der verdrängte Christus: 11. Der orgonomische Kern der Bibel

23. Juni 2018

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS:

11. Der orgonomische Kern der Bibel

Christentum und die Biologische Revolution (Teil 2)

23. September 2015

Für Reich war Christus das Symbol des Ungepanzerten. Die Christus-Geschichte beschrieb das tragische Schicksal des Lebendigen in einer lebensfeindlichen Welt. Man müsse Jesu wahre Geschichte nur aus den Deckschichten befreien, mit der Paulus und die Kirchenväter sie verkleistert haben. Das kann man alles in seinem Buch Christusmord nachlesen. Leider kann gerade aus der Christus-Geschichte ebenso ein lebensfeindlicher Mythos gemacht werden. Entsprechend wird man aus dem Umgang der „Reichianer“ mit der Christus-Geschichte vielleicht am ehesten den Blauen Faschismus ablesen können.

Die Nazis etwa waren in ihrer Eigensicht „lebenspositive“ Kräfte des Lichts und der Liebe gegen finstere sadistische „Dämonen des Verfalls“. Im Parteiprogramm von 1920 erklärten sie ihre Lehre als vereinbar mit dem „positiven Christentum“. Die Partei bekämpfe „den jüdisch-materialistischen Geist in und außer uns“. Vom Christentum übernahm der Nationalsozialismus, daß die Juden das Haupthindernis für die Erlösung der Menschheit seien. Später verbanden wiederum die „Deutschen Christen“ ihr „positives Christentum“ mit „politischem Kämpfertum“. 1933 verkündete der Gauobmann der Deutschen Christen von Großberlin, Dr. Reinhold Krause, im Berliner Sportpalast:

Wenn wir aus den Evangelien das herausnehmen, was zu unserem deutschen Herzen spricht, dann tritt das Wesentliche der Jesuslehre klar und leuchtend zutage, das sich – und darauf dürfen wir stolz sein – restlos deckt mit den Forderungen des Nationalsozialismus. (z.n. Werner Reichelt: Das Braune Evangelium, Wuppertal 1990, S. 97)

Wenn sie „Dein Reich komme!“ beteten, meinten sie das Dritte Reich als „Tausendjähriges Reich“ aus der Apokalypse des Johannes (Offb 20,3). Grundbegriffe des „deutschen Christentums“ waren „Blut und Boden“, „Rasse und Volk“, „Schicksal, Ehre und Heldentum“ und ihr Symbol war das Zeichen der „unbesiegbaren Sonne“, das Hakenkreuz – Christus, der Sol invictus. Ähnlich wie der Katholizismus war auch der Nationalsozialismus ein Sonnenkult. Für die Nazis war Christus der arische Lichtbringer, in der Anthroposophie ist Christus der „Sonnengeist“, beider Symbole ist die Swastika. Beider Kampf galt den dunklen sexuellen „Kräften der Erde“, den sexuellen „dämonischen unterirdischen Kräften“. Norden (Geist) gegen Süden (Genital).

Bereits für den in Der Blaue Faschismus erwähnten Jörg Lanz von Liebenfels war das Christentum in seinem Kerngehalt „arischer Ahnen- und Rassenkult“. Lanz zufolge ist Christus „Frauja-Jesus“, bzw. der germanische Gott Fro. Lanz wollte, genauso wie Rudolf Steiner, eine „Johanneskirche“, „eine Kirche des heiligen Grals“ begründen. Die arische „Reinheit“ wird durch die Emanzipation der Frauen, mit ihrem „Hang zu Niederrassigen“, und durch die Emanzipation der ebenso triebhaften Juden gefährdet. Der Jude ist bedrohlich und gleichzeitig sexuell faszinierend. Er ist hinterhältig (intellektuell), feige (weibisch) und grausam (tierisch).

Später sollte Himmler soweit gehen, als geheime Kommandosache Expeditionen nach Südfrankreich zu entsenden, um dort im Gebiet der Albigenser, bzw. Katharer nach dem „Heiligen Gral“ suchen zu lassen.

Am 14.2.1942 notierte sich Goebbels in sein Tagebuch:

Die Juden haben die Katastrophe, die sie heute erleben, verdient. Sie werden mit der Vernichtung unserer Feinde auch ihre eigene Vernichtung erleben. Wir müssen diesen Prozeß mit einer kalten Rücksichtslosigkeit beschleunigen und wir tun damit der leidenden und seit Jahrtausenden vom Judentum gequälten Menschheit einen unschätzbaren Dienst.

Der „Christussozialist“ Goebbels hat in diesem Geiste Christus als „das Genie der Liebe“ bezeichnet, als solches sei er „der diametrale Gegenpol zum Judentum, das die Inkarnation des Hasses darstellt“. Wir müssen, so Goebbels, Christus „aufs neue in uns erwecken“ (Claus-E. Bärsch: „Antijudaismus, Apokalyptik und Satanologie“ Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte, 1988, S. 112-133). Auschwitz läßt sich nicht mit bloßem Rassismus oder Völkerhaß erklären, sondern am ehesten mit der Johanneischen Botschaft.

Da Hitler fanatischer Wagnerianer war, kann man sich dieses nationalsozialistische „Glaubensgut“ wohl am besten anhand von Wagners Parsifal vergegenwärtigen. Wagner behauptete, sein Drama würde „die höchsten Mysterien des christlichen Glaubens“ auf der Bühne darstellen. Zentral steht dabei die manichäische Dichotomie zwischen dem solarischen Parsifal, als Personifikation des reinen Ariers, und dem tellurischen Klingsor, der die satanische Macht des Judentums, Machtpolitik und schmutzige Sexualität verkörpert. Parsifal vertritt ein vom Judentum gereinigtes Christentum: „Erlösung dem Erlöser“, Erlösung Christi von den Juden.

Dieses „Johanneische Christentum“ bezieht sich auf biblische Aussagen, wonach die Juden „zum Gefolge Satans gehören“ (Offb 2,9) und „Kinder des Teufels“ (Joh 8,44) sind. Wagner und die Nazis kämpften gegen Satan, d.h. die egoistische, machthungrige geistige Blindheit, die durch die jüdische Rasse verkörpert wird, die den arischen Erlöser Jesus Christus ermordete. Hitler war von der Johanneischen Materie- und Leibfeindlichkeit beseelt, und wollte als vergeistigter, vegetarischer Reinheitsfanatiker die „materiellen Juden“ buchstäblich wie Ungeziefer vertilgen und wie Christus die jüdischen Geldwechsler aus dem Tempel vertreiben.

In der hellenistischen Gnosis gab es einen Erlöser, der aus der antiweltlichen Lichtzone herabstieg, um die Menschen aus der sündigen Welt zu erretten. Im christlich-gnostischen Mythos wurde diese Welt von den Juden symbolisiert, die zum „Herren dieser Welt“ beteten. Genauso war für Hitler „der Weltjude“ „der Widersacher“. Das besondere am Wagnerianertum und infolge am Nationalsozialismus war nun die Naturalisierung dieses manichäischen Reinheitswahns, die Biologisierung des Grals-Christentums: die Idee des „unbefleckten“ Blutes und der gewalttätigen Darwinistischen Durchsetzung dieses reinen Blutes gegen die degenerativen dunklen Mächte des Bösen. Für Hitler war der arische Christus kein defensiver Mensch, sondern ein heroischer Kämpfer des Lichts gegen die verräterischen Juden.

Dem Antisemitismus-Forscher Robert Wistrich zufolge ist das „Entweder-Oder“ der innerste Kern der Hitlerschen Weltanschauung. 1922 hatte Hitler gesagt, daß er sich grade als Christ verpflichtet fühle, Antisemit zu sein:

Mein christliches Gefühl weist mich hin auf meinen Herrn und Heiland als Kämpfer. Es weist mich hin auf den Mann, der einst einsam, nur von wenigen Anhängern umgeben, diese Juden erkannte und zum Kampfe gegen sie aufrief, und der, wahrhaftiger Gott, nicht der Größte war als Dulder, sondern der Größte als Streiter. (Der antisemitische Wahn, Ismaning 1987, S. 252)

Hitler fand für seinen Fanatismus

eine Bestätigung in einem bekannten Ausspruch Christi: „Was nicht heiß und nicht kalt ist, wird ausgespien aus dem Munde“ (Offb 3,16). Mehr als einmal zitierte Hitler diesen „Ausspruch des großen Nazareners“ als Zeugnis gegen jene, die an den goldenen Mittelweg glaubten, ob in der Politik oder im Leben. „Dieser Halbwille ist (so sagt Hitler) die Schwäche und vielleicht der größte Fluch, der auf Deutschland lastet.“ (ebd., S. 76f)

Hitler habe, so Wistrich, im Juden den „Satansmenschen“, das „auserwählte Volk“ eines fremden Gottes der Finsternis gesehen. Sein Antisemitismus habe „eine metahistorische Dimension, die aus der Wahrnehmung einer Rivalität zweier Gottheiten, die nicht nebeneinander existieren können, resultiert“. Er hätte in seiner Politik den Endzeitvisionen Martin Luthers und jener christlichen Sektierer entsprochen, die glaubten, in Gottes Auftrag die Welt zu erlösen, indem sie im endzeitlichen Krieg der Kräfte des Lichts gegen einen teuflischen Feind die „Söhne des Teufels“ beseitigen. Die „Endlösung“ war demnach das Jüngste Gericht, die endgültige Entscheidung zwischen Gut und Böse und damit die Wiederherstellung des Paradieses (ebd., S. 76f). Alfred Rosenberg sah sich entsprechend in der Traditionsfolge: Albigenser, Waldenser, Katharer, Arnoldisten, Stedinger, Hugenotten, Reformierte, Lutheraner, NSDAP.

Wistrich merkt dazu an:

In den Reden, die Hitler in den Jahren der Kampfzeit besonders im katholischen Bayern hielt, verglich er seine eigene Heilslehre (…) zuweilen mit der von Jesus Christus. Wie dieser lebe auch er in einer „materialistischen, jüdisch verseuchten Welt“, in der die staatliche Macht korrupt und unfähig geworden sei. Der Jesus Christus der Hitlerschen Selbstprojektion hatte eine politisch-religiöse Bewegung von Weltrang dadurch begründet, daß er eine mit patriotischen Idealismus vermischte, populäre antijüdische Botschaft verkündete. Hitler wollte es ihm in gewisser Weise nachtun.

Er habe, so Wistrich weiter, immer wieder daran erinnert, daß Jesus „wenn nötig, sogar zur Peitsche griff, um aus dem Tempel des Herr diesen Widersacher jedes Menschentums (die Juden) zu treiben. (ebd., S. 76)

Hitler 1922 in einer Rede:

In grenzenloser Liebe lese ich als Christ und Mensch die Stelle durch, die uns verkündet, wie der Herr sich endlich aufraffte und zur Peitsche griff, um die Wucherer, das Nattern und Otterngezücht (Mt 23,33) hinauszutreiben aus dem Tempel (Joh 2,15). Seinen ungeheuren Kampf aber für diese Welt, gegen das jüdische Gift, den erkenne ich heute, nach zweitausend Jahren, in tiefster Ergriffenheit am gewaltigsten an der Tatsache, daß er dafür am Kreuz verbluten mußte. (z.n. Wistrich, S. 251)

Hitler wollte, wie er 1923 in einer Rede sagte, einen neuen Christusmord durch „die Juden“ verhindern: „Wir wollen vermeiden, daß auch unser Deutschland den Kreuzestod erleidet!“ Die christlichen Anklänge verband Hitler wohl mit dem Aufruf zur Inhumanität gegen „die Juden“, aber nur, um, wie er sich ausdrückt, dadurch „der Sittlichkeit wieder Bahn zu brechen“ (ebd., S. 61). 1933 bezeichnete er die Juden als „Brunnenvergifter des deutschen Volkes und des universellen christlichen Geistes“ (ebd., S. 139).

In einer Rede von 1926 ging Hitler so weit, Jesus als den ersten Nationalsozialisten zu porträtieren:

Die Geburt dieses Mannes, die an Weihnachten gefeiert wird, ist für Nationalsozialisten von größter Bedeutung. Christus war der größte Pionier im Kampf gegen den jüdischen Weltfeind. Christus war die größte Kämpfernatur, die je auf Erden gelebt hat. (…) Der Kampf gegen die Macht des Kapitals war sein Lebenswerk und seine Lehre, für die er von seinem Erzfeind, dem Juden, ans Kreuz genagelt wurde. Die Aufgabe, mit der Christus begann, die er aber nicht zu Ende führte, werde ich vollenden. (Robert Wistrich: Der antisemitische Wahn, Ismaning 1987, S. 252).

1926 gelobte Goebbels Hitler:

Mag ein Tag kommen, wo alles zerbricht, wir zerbrechen dann nicht. Dann mag eine Stunde kommen, wo der Mob um Sie geifert und grölt und brüllt, „kreuzigt ihn!“, wir stehen dann eisern und brüllen und singen: „Hossianah“.

Einer Abordnung von Auslandsdeutschen erklärte Rudolf Heß: „Geht hinaus und berichtet: Deutschland wird leben, weil ein Adolf Hitler lebt.“ Auf einer Kundgebung: „Wir wählen Adolf Hitler, weil er durch seine Taten und sein Leben bewiesen hat, daß er die Verkörperung alles Guten im deutschen Menschen ist.“ Hitler wurde ganz offen als neuer Christus verkündet, so erklärte Heß 1939:

Wir Deutsche blicken ruhigen und festen Mutes in die Zukunft, was sie uns auch bringen möge. In vergangenen Jahren war alles, was kam an Gutem und Bösem, notwendig für das Leben und für den Aufstieg unseres Volkes. Und wir haben den Glauben, daß es auch künftig so ist. Wir wissen, daß alles, was gegen das neue Deutschland und seinen Führer unternommen wurde, sich immer auswirkte für das neue Deutschland und für den Führer. Es wird auch künftig so sein, denn wir haben den Glauben, daß der Höchste mit Deutschland ist und seiner gerechten Sache. Denn wir haben den Glauben, daß der Höchste uns den Führer gesandt hat zur Rettung aus tiefster Not. Indem wir zum Führer stehen, erfüllen wir den Willen dessen, der uns den Führer gesandt. (z.n. H.J. Gamm: Der braune Kult, Hamburg 1962, S. 40)

Gamm führt dazu aus:

Theologisch betrachtend könnte man sagen, hier entstand eine Art vollständiger Christologie. Die Verbindung Hitlers mit Gott führte dazu, daß im Führer eine nahezu allmächtige Persönlichkeit gesehen wurde. Sein Tun war sozusagen rückversichert bei dem, der ihn gesandt haben sollte. Der Glaube an seine Sendung wuchs im Volk mehr und mehr, und etwas Mystisches begann ihn zu umgeben. Diese Heiligensehnsucht der Massen wußten die Propagandisten geschickt zu stillen. (…) Zum letzten Male sprach Joseph Goebbels über den Großdeutschen Rundfunk am 19. April 1945, dem Vorabend des Führergeburtstages; bereits drei Wochen später war das Reich zusammengebrochen. Damals sagte Goebbels, die Stunde vor Sonnenaufgang sei stets die dunkelste, doch dürfe man nicht verzagen, denn der Führer wisse einen Weg. Auf ihn gelte es gläubig zu vertrauen und seine Pflicht bis zum letzten zu erfüllen.

Man denkt dabei unwillkürlich an: „In der Welt habt ihr Angst; aber seit getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Joh 16,33). Goebbels nannte Hitler „Umgestalter der Menschheit“, „auserwählter Führer eines auserwählten Volkes“.

Hitler war der prototypische Vertreter des „Unbekannten Soldaten“, der aus dem Schattenreich zurückkehrt, um als Bote des Lichtreiches den Frühling zu bringen und die Finsterlinge in den dunklen Abgrund zu stoßen. Wie Werner Reichelt in seinem Buch Das Braune Evangelium (Wuppertal 1990) belegt, hat Hitler sein ganzes Leben, seine Wirkung und seine nacherzählte Vita, nach dem Muster der Evangelien aufgebaut. Hitler selbst verkündete 1936:

Heute nun, mein deutsches Volk, rufe ich dich, tritt du jetzt mit deinem Glauben hinter mich! Sei du jetzt die Quelle meiner Kraft und meines Glaubens. (…) Deutsches Volk, ich habe dich glauben gelehrt, jetzt gib du mir deinen Glauben! (z.n. Reichelt, S. 58f)

Die „Volksgemeinschaft“ war die nationalsozialistische Adaption des Corpus Christi. In einem Gedicht Baldur von Schirachs kam dies so zum Ausdruck:

Ihr seid viel Tausend hinter mir, und ihr seid ich, und ich bin ihr. Ich habe keinen Gedanken gelebt, der nicht in euren Herzen gebebt; und forme ich Worte, so weiß ich keins, das nicht mit eurem Wollen eins. Denn ich bin ihr, und ihr seid ich, und wir alle glauben, Deutschland an dich. (z.n. Gamm, S. 30)

In seinem ganzen Aufbau und Gepräge war der Nationalsozialismus als „die deutsche Glaubensbewegung“ „Katholizismus ohne Christentum“: durchgestaltetes Ritual, Märtyrerkult, Prozessionen, „deutsche Weihestätten“, nationalsozialistische Volksandachten, das „nationalsozialistische Kirchenjahr“, Passionsspiele, Feiern für die Märtyrer der Bewegung, liturgische Handlungen, päpstliches Führerprinzip, Hierarchie, Ordensgedanke; Errichtung von „Ordensburgen“, in denen in der „reinen“ Lehre unterwiesen wurde; absolute Beugung unter Hitlers Lehre, außerhalb der es kein Heil gab; dauernde Rede vom „Schöpfer“, dem „Allmächtigen“ und der „Vorsehung“.

Ostern steht nicht mehr für die Auferstehung Christi, sondern für die ewige Erneuerung des deutschen Volkes und Weihnachten feiert man die Geburt des deutschen Heilands: „des Geistes der Heldenhaftigkeit und Freiheit unseres Volkes“. Das Opfer auf Golgatha wurde mit dem Opfer in den Schützengräben gleichgesetzt. Das Kreuz der Christen entsprach dem Opfergang des deutschen Soldaten. Das Kreuz ist durch das Hakenkreuz zu ersetzen und statt des Blutes des bisherigen Erlösers ist das reine Blut des deutschen Volkes zu zelebrieren. Das Blut Christi kann erlösen, weil es rein ist und es ist rein, weil er in Keuschheit gezeugt wurde. Das Blut des Ariers ist rein wegen der Reinheit seiner Rasse. Neue Hauptreliquie ist die „Blutfahne“, die mit dem erlösenden Blut der Elite der Arier getränkt ist. Hitler küßt die Blutfahne, wie der gläubige Christ die Wunden Christi. „Wein und Brot“ wird durch „Blut und Boden“ ersetzt. Der christliche Seelenbegriff wird mit dem „Blut“ gleichgesetzt. Erlösung ist dann biologische Erbgesundung. Kreuzigung des „arischen Christus“ ist identisch mit der „Rassen-Kreuzung“. Der Heiligenkult ist durch den Kult der „Märtyrer der Bewegung“ zu ersetzen. Entsprechend dem Ritus der Eucharistie ist die deutsche Ackerfrucht als heilige Gabe zu empfangen und als Symbol der ewigen Volksgemeinschaft zu essen, wie bisher der Leib Christi genossen wurde. Aus dem „Nächsten“ wurde der „Rassegenosse“. Aus dem fleischgewordenen Wort wird Hitler, als der „leibhaft gewordene Befehl“ der völkischen Vorsehung. Der Arier ist der neue Adam, Christus. In Mein Kampf schreibt Hitler:

Das Untergraben des Bestandes der menschlichen Kultur durch Vernichtung ihres Trägers aber erscheint in den Augen einer völkischen Weltanschauung als das fluchwürdigste Verbrechen. Wer die Hand an das höchste Ebenbild des Herrn zu legen wagt, frevelt am gütigen Schöpfer dieses Wunders und hilft mit an der Vertreibung aus dem Paradies.

Hier ein schönes Beispiel. Eine Rede von Göring 1933 kurz nach der „Machtübernahme“: Hitler als Christus. Und so ging das 12 Jahre lang ununterbrochen!

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Religion ist Ersatz für Orgontherapie

25. September 2013

Es gibt zwei Gruppen von Religionen, die von Bedeutung sind, also Hunderte von Millionen Menschen verblöden. Auf der einen Seite haben wir Christentum und Islam, auf der anderen Hinduismus und Buddhismus (plus den chinesischen Universalismus: Taoismus/Buddhismus/Konfuzianismus). Sie leben durchweg vom Erlösungsversprechen. Im Christentum ist es das Selbstopfer, im Islam das Opfern anderer, das unmittelbar ins Paradies führt. Für die lauen Mitläufer ist das Jüngste Gericht am Ende aller Zeiten, wo der entsprechende Lohn auf sie wartet. Bei den östlichen Religionen sieht es ähnlich aus: die wenigen karmisch Auserwählten finden durch Selbstkasteiung zur Befreiung noch im Diesseits, während die Masse darum ringt, in einem etwas angenehmeren Leben wiedergeboren zu werden und sich so langsam über die Äonen hinweg karmisch vorzuarbeiten.

Die Frage ist natürlich, von was sich die Menschen eigentlich „erlösen“ wollen! Etwas überspitzt kann man sagen, daß sich im Christentum und im chinesischen Universalismus („Lebenselixier“) die Menschen vom Tod befreien wollen („das ewige Leben“), während im Hinduismus und im Islam sie von der Bürde des Lebens befreit werden wollen („das Folterrad der ewigen Widergeburt“, „Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod!“).

Allen gemeinsam ist, daß der Weg in die Erlösung durch die Unterdrückung der Sexualität geebnet werden soll. Entweder durch eine allgemeine Zügelung der Sexualität oder, wie im Islam, durch eine gezielte Unterdrückung der weiblichen Sexualität. Teilweise wird die Sexualität auch mißbraucht, insbesondere durch Coitus reservatus, wie im Tantra und im Taoismus.

Imgrunde dreht sich bei den Religionen immer alles um Sex. Hier scheint die „Ursünde“ verortet zu sein, von der sich die Menschen so krampfhaft befreien wollen. Was ihnen derartige Pein verursacht, ist unabgeführte (da wegen der Panzerung unabführbare!) und vor allem frustrierte Sexualenergie. Sie macht den Gedanken sowohl an den Tod als auch an das Leben unerträglich: an den Tod, weil man nie gelebt hat, und an das Leben, – weil man nie gelebt hat.

In der verkorksten Psyche des gepanzerten Menschen sind die Genitalien für die Stauung und das Toxischwerden der organismischen Energie (DOR) verantwortlich, denn ohne sie gäbe es die Malaise gar nicht. Nur der Kreuzzug gegen die Genitalien verspricht Erlösung, d.h. Befreiung vom DOR.

Die Religionen sind nichts anderes als ein fehlgeleiteter Ersatz für die Orgontherapie und werden deshalb in einer genitalen Welt restlos verschwinden. In der Orgontherapie werden systematisch jene Blockierungen beseitigt, die es der Energie im Körper verunmöglichen frei zu fließen. Am Ende der Therapie steht die orgastische Potenz, d.h. das Ende der Energiestauung und des Schalwerdens unserer Lebensenergie. Bioenergetischer Kontakt tritt an die Stelle des Ersatzkontaktes Religion. Weshalb es im übrigen auch falsch ist, in diesem Zusammenhang von „Atheismus“ zu sprechen: es geht nicht um Überwindung einer Illusion (Freud), sondern um Erfüllung eines Versprechens.

Orgastisch impotente Atheisten sind ohnehin ein Wiederspruch in sich selbst. Tatsächlich sind sie bei genauerem Hinsehen extrem gläubig. Ihr Glaube ist beispielsweise der Humanismus oder der „Antifaschismus“ oder irgendein anderer hirnrissiger Unsinn, der stets um das eine Thema kreist: die Überwindung des „egoistischen sexuellen Tiers“ im Menschen.

Natürlich gibt es auch theistische und atheistische „Satanisten“ (im weitesten Sinne), die mit all dem nichts zu tun haben wollen. Sie suhlen sich im DOR, Feiern die Frustration. Am Ende steht aber auch bei ihnen der gegen die Genitalien gerichtete Sadismus – a la de Sade. Sadeness:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=5Il1ivUR-2E%5D