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Besprechung von ORGONOMIC FUNCTIONALISM, No. 7 (Teil 4)

19. August 2019

Teil 3

Diese Besprechung soll durchaus kein vollkommener Verriß werden. Läßt man die Verwirrung hinter sich, die die spanischen Übersetzungen beim Durchblättern des Hefts hervorrufen, zeigt sich die innere Logik der Textauswahl. Man wird organisch in Reichs damalige Gedankenwelt versetzt. Das ganze ist keine willkürliche Zusammensetzung irgendwelcher gerade verfügbarer Reich-Texte, wie in den vorhergegangenen Ausgaben von Orgonomic Functionalism, sondern wohlüberlegt . Die innere Logik macht das ganze geradezu zu einem weiteren Buch Wilhelm Reichs – ohne vorzugeben ein solches zu sein.

Ohnehin ist es immer gut Reich selbst zu lesen, vor allem in einer derartig organischen Textauswahl. Das letztere, die organische, in sich logische Darstellung des Reichschen Werkes soll die Sekundärliteratur leisten. Was nützt es, einen isolierten Text Reichs zu lesen und nur Bahnhof zu verstehen? Um so unverzeihlicher sind Klopse, wie der folgende. In Reichs „Der dialektische Materialismus in der Lebensforschung“ lesen wir:

Bisher glaubte man hypothetisch, daß das Leben in Gestalt von „Sporen“ aus dem Weltenraume auf die Erde kam; primitive Anschauungen sprechen von „Eiweißflocken“. Ich glaube, daß das Leben an Ort und Stelle entstand.

Daraus wurde in der deutschen Übersetzung von Myron Sharafs Reich-Biographie… Ich zitiere aus meiner Besprechung:

Erstaunt hat mich der Satz: „Er ließ sich voll darauf ein (auf die UFO-Geschichten, PN), da er seit langem geglaubt hatte, daß das Leben sich im Universum und nicht auf unserem Planeten entwickelt hatte“ (S. 498). Das war mir wirklich neu! Kein Wunder, denn bei Sharaf steht etwas vollkommen anderes: „He was primed to respond, for he had long believed that life had developed in the universe and was not confined to our planet.“ Reich hat das Gegenteil dessen geglaubt, was in Der Heilige Zorns des Lebendigen suggeriert wird: Reich hatte aus den Bion-Experimenten geschlossen, daß sich Leben überall entwickelt, während hier das diametrale Gegenteil suggeriert wird, nämlich eine Art „kosmische Luftkeimtheorie“!

Reichs Polemik gegen Gene und „Sporen“ mutet in Zeiten der Gentechnik und der wachsenden Akzeptanz der Panspermie-Theorie wie aus der Zeit gefallen an, zumal er sie mit dem Dialektischen Materialismus zu widerlegen sucht. Die Natur ist weitaus konservativer als Reich glaubte – und es ist Reich selbst, der in diesem Vortrag eine direkte Verbindung zwischen Naturauffassung und politischer Auffassung zieht. Man kann getrost davon ausgehen, daß Reichs Angriffe gegen den Konservatismus den Herausgebern von Orgonomic Functionalism sehr zupaß kamen. Die „Lebensforschung“ seither weist aber in eine ganz andere Richtung oder legt zumindest eine ausgewogenere Betrachtungsweise nahe!

In Orgonomic Functionalism No. 7 wird ein erster Teil der Broschüre „Die natürliche Organisation der Arbeit in der Arbeitsdemokratie“ abgedruckt und zwar in einer (schlechten) Übersetzung, die offenbar von Reich selbst stammt.

Ein Beispiel für Reichs Übersetzungskunst und gleichzeitig für die etwas zweifelhafte Leistung der Herausgeber findet sich bereits in „Bion Experiments on the Cancer Problem“. Dort heißt es auf S. 58 bei Reich: „The submaxillary gland of the same mouse, showing change in the gland cells, solution from the membrane, strong coloring.” Der Kommentar der Herausgeber: „The meaning of the phrase ‘…solution from the membrane,…’ is not clear.” Jedem, der nur etwas Deutsch kann, muß der die Doppelbedeutung des Wortes „Lösung“ gewärtig sein.

Reichs Werk, speziell das Konzept der Arbeitsdemokratie, kann man m.E. nur verstehen, wenn man es „dialektisch“ betrachtet, d.h. es geht nicht um qualitative Veränderungen, sondern um qualitative Sprünge. In einem Brief wird Reich über die politischen Auswirkungen gefragt, die mit dem Schritt „vom jetzigen zum vollständigen Geschlechtsleben“ einhergehen. Darauf Reich:

Das Wesentlich ist, daß hier nicht ein Schritt zu erfolgen hat von einem „weniger vollständigen“ zu einem „vollständigen“ Geschlechtsleben. „Vollständig“ und „unvollständig“ besagt hier nichts. Es geht hier nicht um ein „mehr“ gegenüber einem „weniger“, sondern um eine grundsätzliche Änderung im Erleben des Geschlechtlichen, wie des Lebens überhaupt, also um eine qualitative und nicht quantitative Angelegenheit. (S. 66)

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 5.a.

25. März 2016

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

3. Reichs „Freudo-Marxismus“

4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

5. Reichs Biophysik

a. Biologie

Die Lebensenergie am Rande der Wissenschaft

27. März 2015

Karl Freiherr von Reichenbach (1789-1869), Od;
Martin Ziegler (1818-1893), Atonizität und Zoozität;
Abbé Fortin (um 1820-1890), das atmosphärische Fluidum „Magnetismus“;
E.K. Müller (erste Beobachtung 1882 – Buch 1932), objektiver Nachweis einer biologischen Emanation;
Wilhelm Reich (1897-1957), Orgon;
Andrew Crosse und seine „künstlichen Insekten“ (1837);
Oskar Korschelt (1840?-1935?), Entwicklung von Äther-„Lebensstrahlern“;
Franz Dyonis Rychnowski (1850-1930?), der ätherische Stoff „Elektroid“;
René Blondlot (1849-1930; Veröffentlichung 1903), N-Strahlen (mit denen später der russische Nervenarzt Naum W. Kotik in Odessa bei der Untersuchung der psycho-physischen Energie arbeitete);
die Parapsychologie und Esoterik und ihr Konzept vom Fluidalkörper des Menschen;
Viktor Schauberger (1885-1958), „Implosion und Spiralbewegung“, „Frucht und Befruchtungsstoffe“;
„Panspermie, Gene und Archetypen“.

Das ist der Inhalt des Buches Die Grauzone in der Wissenschaft von Lars Jörgenson (Berlin: WDB-Verlag, 1990), das einen hervorragenden Überblick über die Erforschung der kosmischen Lebensenergie bietet. Nebenbei werden kurz angeschnitten:
Radiästhesie,
Akupunktur,
Georges Lakhowsky (1870-1942) und sein „Universion“,
Jagadis Chandra Bose (1858-1937) und seine Arbeit zur Pflanzenphysiologie (die in vielem Reichs bioelektrischen Experimenten am Menschen entspricht – siehe auch den „Backster-Effekt“),
Kirlianphotographie und die von Jörgenson im Anschluß an F.A. Popp selbst vorgenommenen Untersuchungen der Biostrahlung mit dem Photomultiplier.

Nicht zu vergessen Franz Anton Mesmers (1734-1815) „Animalischer Magnetismus“ und sein „Baquet“, sowie Samuel Hahnemanns (1755-1843) Homöopathie. In seinem Organon der Heilkunst spekuliert Hahnemann kurz über eine kosmische Energie, die die Planeten in der Umlaufbahn hält und er beschreibt seine Erfahrungen mit dem „Mesmerismus“.

Dem Leser fällt sicherlich noch weiteres ein: das „Mana“ und der ganze Animismus der Naturvölker, der „Große Geist“ der Indianer, das „Prana“ und die „Gunas“ des Yoga, das „Brahman“ des Vedanta, das „Akasha“ (Äther) der materialistischen indischen Schulen.

Das Konzept der drei Guna (Qualitäten) finden wir in den Upanischaden und anderen klassischen Schriften der Inder. Die „Guna“ sind Bestandteil des Prakriti (Materie): das weiße Sattva (das Gute, Klarheit), das rote Rajas (Schleier, Leidenschaft) und das schwarze Tamas (Behinderung, Finsternis). Die Vorstellung dieser drei Qualitäten der Materie soll sich, nach dem Indologen Helmuth von Glasenapp, von der Beobachtung der Atmosphäre hergeleitet haben. Die Parallelität, z.B. von der Farbe her, zu den drei Zuständen der Lebensenergie ist offensichtlich – frische, gesunde Orgonenergie (OR); fiebrige, aufreizende Energie (ORANUR); und abgestorbenes, tödliches (DOR).

Das „Chi“ oder „Qi“ des Taoismus hat eine giftige Form, den „schlechten Atem“, das „schwarze“ Sha, das als bewegungsloses, stagniertes Qi dem DOR entspricht.

Weitere Traditionen sind der „Heilige Geist“ des Christentums im allgemeinen und die „göttlichen Energien“ der Orthodoxie im besonderen, die „Quintessence“ der Alchimie, die Metaphysik von Heraklit bis Heidegger, die naturphilosophische Linie Bruno, Goethe, Schelling und alles was dazugehört, z.B. die Arbeit von Theodor Schwenk und anderer „Goetheisten“ und Anthroposophen.

Goethe schrieb 1825 über die damals noch kaum erforschte Elektrizität:

Diese darf man wohl und im höchsten Sinne problematisch ansprechen. Wir betrachten sie daher vorerst unabhängig von allen übrigen Erscheinungen; sie ist das durchgehende allgegenwärtige Element, das alles materielle Dasein begleitet, und ebenso das atmosphärische; man kann sie sich unbefangen als Weltseele denken. Inwiefern sie sich nun ruhig verbirgt, sodann aber durch den geringsten Anlaß gestimmt wird, sich bald von dieser, bald von jener Seite zu zeigen, einen oder den ändern Pol herauszukehren, sich anzuhäufen und von da sich unbemerkt wieder zu zerstreuen, oder aber wohl mit den gewaltsamsten und wunderbarsten Explosionen sich zu manifestieren, darüber möchte wohl schwer sein, durch Erfahrung nachzukommen, ob sich schon nicht leugnen läßt, daß Barometer- und Thermometerstände darauf bedeutend einfließen mögen.

Luigi Galvanis (1737-98) „animalische Elektrizität“ zusammen mit der ganzen frühen Erforschung der Elektrizität, die in Wirklichkeit mit der Orgonenergie identisch war. Zum Beispiel stimulierten die beiden französischen Abbés Jean Antoine Nollet und Pierre Bertholon de Saint Lazare in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts das Wachstum von Pflanzen. Bertholon erfand zu diesem Zweck 1783 sein „Elektrovegetometer“. Robert O. Becker (1977) hat daran wieder angeknüpft mit seiner Regeneration von tierischem Gewebe durch elektrische Felder.

Das Konzept „Äther“ geht auf Giordano Brunos Vorstellung von einem alles durchdringenden und umfassenden kosmischen Kontinuum zurück. Sie ermöglichte über Huygens Wellentheorie des Lichts, die ohne die Anregung durch Bruno nicht zustande gekommen wäre, ein Verstehen der elektrischen Wechselwirkung. Faraday berief sich bei seiner Feldtheorie auf den Philosophen R.G. Boscovich (1711-1787), dessen 1755 dargelegte dynamistische Atomistik und energetische Materievorstellung auf Leibniz beruhte und so auf Bruno zurückweist. Bei Boscovich sind die Atome „Kraftzentren“, die mit „Kraftsphären“ ausgestattet sind. Dies regte Faraday zu seiner Vorstellung von den „Kraftlinien“ an, woraus sich dann direkt die Theorie Maxwells entwickelte, „die im Grunde nichts weiter ist als die Übersetzung der Faradayschen Kraftlinienvorstellung in die exakte Sprache der Mathematik“ (Max Born: Die Relativitätstheorie Einsteins, Berlin 1964, S. 147).

Schelling beeinflußte mit seinem Konzept der „einen schöpferischen kosmischen Urkraft“ Physiker wie Christian Oersted und seine Begründung der elektromagnetischen Theorie. Der zentrale Begriff der Geistes-und Willensphilosophie von Hegel bis Nietzsche verstanden als potentia und dynamis der klassischen griechischen Philosophie: Hegel, Schopenhauer (der einen Aufsatz über den Animalischen Magnetismus geschrieben hat) und Nietzsche sprachen von Reichs Orgon-energeia.

Zu nennen wäre auch die „elektrizitäts-ähnliche Beseelung“ der Natur des „romantischen Physikers“ Johann Wilhelm Ritter (1776-1810) und sein „Siderismus“. Ritter hat u.a. das Pendel und die Wünschelrute untersucht.

Der Akademikerklatsch von München behauptete bald darauf, Ritter pendle bis weit in die Nacht über „delikaten Teilen nackter Weibspersonen’“. So drückte sich ein Reporter in seinem Buch „Verschwörung gegen den gesunden Menschenverstand“ aus, einem geifernden Angriff auf die Arbeit Ritters. (Christopher Bird: Wünschelrute, München 1987, S. 98)

Ritter ist also bei der Erforschung der Lebensenergie von Seiten der Emotionellen Pest (genauer gesagt von Seiten der damaligen „Skeptiker“) genau das gleiche widerfahren wie Reich.

Hier eine entsprechende Karikatur aus Mesmers Zeit. Gezeigt wird Mesmers „Baquet“, der damalige „Orgonakkumulator“:

Zwischen 1933 und 39 untersuchte der Franzose P. Cody mit dem Elektroskop die permanente Bettstelle Krebskranker und stellte dort eine deutlich schnellere Entladungsgeschwindigkeit (geringere Orgonenergie-Konzentration) fest, als an zwei Meter entfernten Kontrollpunkten. Bei über 10 000 Messungen im Laufe der Jahre fand er auch, daß zwischen 10 und 14 Uhr sich das Elektroskop am langsamsten entlud und am schnellsten in der Nacht. Das stimmt mit den Messungen Reichs überein (siehe Der Krebs).

1942 entdeckte der deutsche Biometeorologe Bortels eine „Wetterstrahlung“, die viel Ähnlichkeit mit der von Reich zur gleichen Zeit entdeckten atmosphärischen Orgonenergie hat, blieb sie doch auch durch eine überschwere Abschirmung von 25 Zentimeter Blei und 45 Zentimeter Eisen hindurch wirksam. Wirklich bemerkenswert ist aber, daß Bortels diese Wetterstrahlung, genau wie Reich seine Orgonenergie, in zwei antagonistische Abarten aufspaltete: die „H-Strahlung“ (nach Hochdruck-Wetterlagen) und die „T-Strahlung“ (Tiefdruck). Wie OR ist auch H-Strahlung oxidierend, während T-Strahlung reduziert, was dem DOR entspricht. T-Strahlen schwächen den Organismus, indem sie die Zellatmung beeinträchtigen. Sie können „mancherlei Stoffwechselerkrankungen und Gemütsdepressionen“ verursachen und vielleicht sogar „eine wichtige Rolle bei der Tumorgenese spielen“. In wirklich jeder Beziehung entspricht also die T-Strahlung Reichs DOR (Gebauer/Müschenich: Der Reichsche Orgonakkumulator, Frankfurt 1987). Siehe auch Hans Baumers Buch über die „Wetterstrahlung“ (Sferics, Hamburg 1987).

Weitere Stichworte: Robert Fitzroys „Sturmglas“ Anfang des 19. Jahrhunderts;
William Crookes (1832-1919) allseits bekanntes „Radiometer“ als erster „Orgonmotor“;
Rutters „Magnetoskop“ zur Registrierung der von chemischen Stoffen ausgehenden „magnetischen Ströme“ (ca. 1850);
Hippolyte Barducs (1850-1909) und Emile Boiracs (1851-1917) „Biometer“ sowie Paul Joires (geb. 1856) „Stenometer“ zum Nachweis des menschlichen Energiefeldes;
Sydney Gustaf Alrutz (1868-1925) wies „Nervenstrahlung“ nach, die er mit seinem „Volometer“ maß;
die „dynamische Aktivität“ des Dresdener Chemieprofessors Johann Karl Bähr (1861);
der Naturwissenschaftler Marc Thury (1822-1905) sprach von einer „ektenischen Kraft“, die Psyche und Materie verbindet;
George Starr Whites „kosmoelektrische Energie-Kollektoren“, die das Wachstum von Pflanzen unterstützen und auf Tiere und Menschen therapeutisch wirkten;
L.E. Eemans Verbindung zwischen Körperstellen durch Kupferkabel zur Auf- und Entladung mit Lebensenergie;
Walter Kilner (1847-1920), der mit Dicyanid-Schirmen die menschliche Aura sichtbar machte;
Alexander G. Gurwitsch, der 1923 die „mitogenetische Strahlung“ entdeckte;
Albert Abrams (1863-1924) „Radionik“ und sein „Reflexophon“;
der französische Ingenieur Givelet stellte 1935 auf dem parapsychologischen Kongreß in Oslo einen Apparat vor, mit dem er über ein Galvanometer die menschliche Aura messen konnte (in die gleiche Zeit fallen Reichs bioelektrische Experimente);
die „Bioenergotherapie“ des tschechischen Heilers Josef Zezulka (geb. 1912);
der japanische Physiologe Hiroshi Motoyama (geb. 1925), der experimentell Fernwirkungen zwischen Menschen nachwies, obwohl diese sich jeweils in einem Faradayschen Käfig befanden und auch sonst vollkommen voneinander abgeschirmt waren;
Nikola Teslas (1856-1943) Arbeit nach 1910;
die „Pyramiden- Energie“; „Geomantie“, „Feng Shui“ und die Energie Heiliger Orte;
„Psychic Healing“; bionöser Heilschlamm und praktisch das ganze traditionelle Heilbäderwesen und Kneipp-Kuren;
die beiden Physiker Joseph Wüst und Joseph Wimmer, die zur Nazi-Zeit die Wünschelrute erforschten und dabei die „W-Strahlung“ (die sich mit 42 bis 45 m/sec fortbewegt) und den „Magnetoismus“ identifizierten;
Viktor M. Injuschins „Bioplasma“ und die ganze sowjetisch-tschechische „Psychotronik“, z.B. Robert Pavlitas „Psychotroner Generator“, der die „bioplasmatische Energie“ speichert;
Hideo Uchidas Aura-Meßapparat;
Michel Gauquelins Untersuchung der psycho-physiologischen Auswirkungen von kosmischen Rhythmen;
der Philosoph F.S.C. Northrop (der auch in Äther, Gott und Teufel, S. 91 auftaucht) und der Anatom Harold Saxton Burr (1935) sowie der Psychiater Leonard J. Ravitz (1962) und ihre Entdeckung der „elektrodynamischen Lebensfelder“;
Ion Dumitrescus „Elektrographie“;
die „morphogenetischen Felder“ Rupert Sheldrakes (der wie vor ihm Reich von Bergson beeinflußt wurde);
Wladimir Wernadski (1863-1945) und seine Entdeckung eines negentropischen Faktors in der Natur;
James E. Lovelocks „Gaia-Theorie“;
Johannes Keplers (1571-1630) „vis animalis“ neben Immanuel Velikovsky (1895-1979) und der Rolle der elektrostatischen Energie in der Himmelsmechanik;
Georgio Piccardis (1960) Arbeit mit orgonakkumulator-ähnlichen Gehäusen;
T. Henry Morays „Radiant Energy“ und Hans Niepers Darstellung über die Konversion von Schwerkraftfeldenergie (Hannover 1981);
der klassische Äther des 19. Jahrhunderts, von dem man übrigens auch ganz selbstverständlich als von einem „Lebensäther“ sprach, so wie wir heute von „Atemluft“ reden;
die modernen Formulierungen des Äthers von Paul Dirac (1951), Louis de Broglie und sein „Neutrino-Meer“ (1959), H. Dudley (1976) und E.W. Silvertooth (1986, experimenteller Nachweis des Äthers);
die kosmische Hintergrundstrahlung und in ihr die „neue Ätherdrift“;
der Biologielehrer Reichs Paul Kammerer (1880-1926) und seine Vorstellung einer Lebensenergie, sein Lamarckismus und sein Konzept der Serialität (das später C.G. Jung und Wolfgang Pauli als „Synchronizität“ plagiierten);
der Deutsche Monistenbund von 1911 (wobei Paul Kammerer zu dem Hauptaktivisten gehörte) und Wilhelm Ostwalds (1853-1932) „Energetik“ sowie Hans Hass’ (Jahrgang 1919) „Energon-Theorie“.

Jeder einzelne Bauer und „Ureinwohner“ könnte ganze Bände über die Funktionen der kosmischen Lebensenergie, wie er sie alltäglich in der Natur erfährt, zu Protokoll geben. Was könnten all die heute medikamentös „abgeschalteten“ Schizophrenen dem geduldigen Psychiater über ihre orgonotischen Empfindungen sagen! Wie viele landen in der Psychiatrie, nur weil sie das „nichtexistente Orgon“ sehen und spüren? Und schließlich braucht man nur eine beliebige naturwissenschaftliche Zeitschrift wie Spektrum der Wissenschaft aufschlagen, um ständig über das Orgon zu stolpern.

Man könnte endlos fortfahren. So finden sich etwa bei DeMeo Dutzende Namen. Hier das erste Dutzend: Hannes Alfren, Halton Arp, Jacques Benveniste, Frank A. Brown, F.W. Cope, Louis C. Kervran, Dayton Miller (der mit dem Michelson-Interferometer ganz klar einen orgonotischen Effekt nachwies), Thelma Moss, Bjorn Nordenstrom, John N. Ott, Royal Rife, O. Ed Wagner – endlos: und man käme doch immer wieder zur Orgonomie Wilhelm Reichs zurück.

Nicht von ungefähr nimmt in Jörgensons eingangs erwähnten Buch die Orgonphysik den bei weitem größten Raum ein (100 Seiten). Diese Darstellung ist, wenn man großzügig (mit dem Respekt, den der Autor für seine Leistung verdient) über kleinere Schnitzer hinwegliest, sicherlich die beste (und, ja, wohl ohnehin bis jetzt auch die einzige) Gesamtdarstellung der orgonomischen Physik. Diese Präsentation im Zusammenhang mit der Erläuterung von parallelen, aber vollständig unabhängigen, Forschungsansätzen macht dieses Buch für den an der Orgonomie Interessierten so wertvoll.

Durch die Darstellung anderer Ansätze zur Erforschung der kosmischen Lebensenergie bekommt man für die Orgonomie ein ganz neues „umfassenderes“ Gefühl. Die Beschäftigung mit anderen Sichtweisen kann dabei helfen, systematische Fehler, oder besser „systematische Blindheiten“, aus der Orgonomie zu eliminieren. Jörgenson gelingt es besonders gut funktionelle, sich wechselseitig ergänzende, Zusammenhänge zwischen den teilweise extrem unterschiedlichen Herangehensweisen aufzuzeigen, ohne daß Jörgenson dem Leser eine harmonisierte Gesamtschau aufzwingt.

Die zentrale Frage, um die es in dem Buch geht, heißt: Gibt es eine zweite Sorte von Elektrizität und wie wirkt diese auf verschiedene Stoffe und Lebewesen?

Hier wird also Reichs oft kritisierte Auseinandersetzung mit der statischen Elektrizität in einem sehr breiten Rahmen wieder aufgenommen. Zum Beispiel fand Reichenbach, daß Reibungselektrizität und Batterieelektrizität für seine Sensitiven vollkommen disparate Dinge waren. Während statische Elektrizität das größte Od-Licht überhaupt hervorrief, war es bei Batterieelektrizität nur gering und bei den Batterieelementen selbst fehlte jede odische Wirkung. Außerdem war positive statische Elektrizität od-negativ, während die entsprechende positive Elektrode einer Batterie verwirrenderweise od-positiv war (S. 13f). Fortin glaubte an ein Fluidum in der Natur, dessen freie Bewegung beim Durchgang durch Materie gebremst wird, wodurch sich das Fluidum in eine elektrostatische Aufladung umwandelt, die wiederum in einem Ausgleichstrom entladen werden kann (S. 69). Solche Ansätze aus der Frühzeit der Erforschung der Elektrizität müssen von der Orgonomie wieder aufgegriffen werden, um endlich eine befriedigende Verbindung zwischen Orgonenergie, statischer Elektrizität und „Batterieelektrizität“ herzustellen.

Der Diplomphysiker Jörgenson zeigt in der heiklen Frage der statischen Elektrizität ein erstaunliches Maß an Feingefühl. Jeder andere Physiker hätte Reichs Arbeit z.B. mit der Bemerkung beiseite gewischt, daß Reich das Prinzip der Ladungstrennung nicht verstanden hätte. Andererseits hat Jörgenson offensichtlich Schwierigkeiten mit Reichs Energie-Begriff. „Ein Physiker würde Orgon vielleicht als Plasma bezeichnen“ (S. 104). Jörgenson setzt dann auch an einer Stelle anstatt Orgonenergie „Orgonplasma“ (S. 149). Wir werden also von einem Gas ionisierter Teilchen durchströmt? DeMeo spricht von der „(proto)plasmatischen kosmischen Lebensenergie“ und der Ausdruck in der Klammer ist in diesem Zusammenhang das wichtigste. Immerhin gibt es auch in Äther, Gott und Teufel (S. 82) mit dem Rückverweis auf Demokrits „Seelenatome“, die sich Demokrit als Feueratome vorstellte, so etwas wie ein „orgonomisches Plasmakonzept“.

DOR-Wolken und DOR-Linien

20. März 2015

DOR-Wolken sind eine alltägliche Erscheinung. Sie sind typischerweise eckig und sehen aus wie Stahlwolle, die am Himmel hängt. Beobachtungen überzeugen schnell, daß ihre schwarz-graue Farbe weder etwas mit der dicke der Wolke zu tun haben kann noch mit dem Stand der Sonne.

Derartige Wolken „inmitten von Regenwolken zeigen das Vorhandensein von Ea an“ (Reich: Das ORANUR-Experiment II, S. 226). Siehe dazu auch Edens Die orgonomische UFO-Forschung – Ein Überblick.

Hier weitere Photos von DOR-Wolken, wie Reich und Eden sie beschrieben haben:

http://www.flickr.com/photos/94061424@N00/861224878/

http://www.flickr.com/photos/14580645@N05/2308197992

http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Beleuchtete_Wolken_Dresden.jpg

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1028745/bilder/image_main/

http://www.boisedailyphoto.com/2012/04/cloud-contrast.html

http://www.free-background-wallpaper.com/image/117/Deep-Bank-Cloud-Background&search=clouds

Zur Ergänzung möchte ich auf etwas verweisen, was mehr oder weniger auf meinem eigenen Mist gewachsen ist. In Ea und die Wellenfunktion habe ich dazu u.a. folgendes geschrieben:

Der amerikanische Arzt Max Bloom hat zweimal am morgendlichen Himmel seltsame linealgerade dunkle Streifen beobachtet, wobei einer zusammen mit einem welligen Kondensstreifen auftrat, der verwehte und sich auflöste, während die schnurgerade Linie bestand hatte. Durch diesen Bericht sensibilisiert habe auch ich Anfang 1985 in Schleswig-Holstein, erneut etwa ein Jahrzehnt später in Hamburg und dann wieder 2004 in Westfalen, jeweils am frühen oder späten Nachmittag solche subtilen aber nichtsdestoweniger unzweideutig mathematisch perfekten und zweifellos artifiziellen dunklen Streifen gesehen, die übrigblieben, als die verwirbelten Kondensstreifen langsam verwehten und sich auflösten.

Charakteristischerweise erwägt Bloom, der (genau wie ich) kein Flugzeug sah, nicht die Möglichkeit, daß UFOs für diese seltsame und offensichtlich sehr seltene Erscheinung verantwortlich sein könnten. Eine solche Spekulation wäre nur folgerichtig gewesen, denn einerseits wurden UFOs mit bestimmten „Kondensstreifen“ oder „gasförmigen Himmels-Bändern“ in Verbindung gebracht und andererseits glaubte Reich, daß DOR-Wolken (genauer gesagt die typischen „Trockenheitswolken“), welche „mechanisch kantig“ aussehen und eine „schmutzige, stahlgraue Farbe“ haben, von UFOs erzeugt werden. Ich kann mir jedenfalls keinen Mechanismus vorstellen, wie Flugzeuge die von Bloom beobachteten Linien zuwege bringen sollen, zumal sich normalerweise Kondensstreifen und DOR ausschließen.

Besonders interessant ist Blooms Beobachtung eines „nackten“ DOR-Streifens ohne begleitenden Kondensstreifen, der einen Schatten auf eine unter ihm befindliche Wolke warf. Die Dunkelheit des geworfenen Schattens wollte nicht recht zu der scheinbaren Dichte des DOR-Streifens passen. „Für etwas“, schreibt Bloom, „das so durchsichtig war, blockierte es viel des Sonnenlichts.“ Ähnliches habe auch ich beobachtet, obwohl ich nur den Schatten auf der weißen Cumuluswolke sah, nicht aber den schattenwerfenden DOR-Streifen selbst, der offenbar viel zu subtil war, um vom Boden aus gesichtet werden zu können.

Hier das Photo einer DOR-Linie: „Etwas fiel vom Himmel und hinterließ eine lange schwarze Wolke, die auf die Erde herabreichte. Die schwarze Wolke sah wie Satan aus, der auf die Erde fiel.“ Zur weiteren Illustration hier einige Videos aus YouTube, wobei ich mich jedoch ausdrücklich von all dem „Chemtrail“-Unsinn, der hier geboten wird, distanzieren möchte. Siehe dazu Die Wolken sterben (Teil 2).

Was die Verbindung von DOR-Linien und UFOs betrifft, möchte ich auf folgendes verweisen: dieses Photo zeigt eine DOR-Linie in Verbindung mit einem UFO. Allgemein zur Verbindung von DOR-Wolken und UFOs siehe den Blogeintrag Jerome Eden: Kann der Planet Erde gerettet werden? (Teil 1).

Im Anschluß an den Italiener Giobanni Schiaparelli hat der bedeutende amerikanische Astronomen Percival Lowell die berühmt-berüchtigten „Marskanäle“ entdeckt. Über 50 Jahre später mit Beginn der Raumfahrt war „natürlich“ Lowells Theorie widerlegt und für die amerikanischen Wissenschaftler Carl Sagan und Paul Fox war

die überwiegende Mehrzahl der Kanäle (…) weitgehend ein Phantasieprodukt (…) ein anschauliches Beispiel für die Unzuverlässigkeit des Systems von Augen, Hirn und Hand unter schwierigen Beobachtungsbedingungen. (A.C. Clarke: Geheimnisvolle Welten, München 1981)

So wurde wieder einmal eine potentiell sehr wichtige Entdeckung vom Strom des sich akkumulierenden menschlichen Wissens entfernt.

1971, im Jahre der kartographischen Erfassung des Mars durch Mariner 9, machte der amerikanische Astronomen Peter Boyce eine überraschende Entdeckung in Chile an einem der besten Teleskope der Welt. Er sah „plötzlich von der Spitze eines der trompetenförmigen Dunkelgebiete (Syrtis major) in der Äquatorzone des Planeten einen klassischen Lowellschen Kanal ausgehen.“ Dann „erschienen weitere Markierungen, darunter immer mehr Linien und ‘Oasen’.“ Durch ein weiteres Teleskop sah auch sein Kollege Jim Westfall, sie „plötzlich überall auftauchen“ (ebd.).

Was hatte Lowell wirklich gesehen? Über die Oberfläche ziehender Staub, wie Boyce glaubt? Oder waren es vielleicht eine Art von „DOR-Linien“? Was hat es mit den dunklen Linien („Brücken“) auf dem Mond auf sich, die ich in Ea und die Wellenfunktion beschreibe? DOR-Linien?

Auf dem Jupitermond Europa wurden rätselhafte Linien entdeckt – dunkel und gerade – sie werden als „Risse in einer dicken Eisschicht“ interpretiert. Man sprach aber auch von

Serien von eigenartigen, feinen, dunklen Linien, die bis zu Tausenden von Kilometern lang und über diese Distanz bemerkenswert gerade sind. Ihr Ursprung bleibt vorerst ein Rätsel. (Guest, J., et al.: Planeten Geologie, Freiburg 1981)

Am 19.10.03 machte der Astrophotograph Olivier Meeckers ein Photo des Jupiters, auf dem ein unerklärlicher schwarzer Fleck zu erkennen ist. Eine DOR-Wolke?

Nun, die Linien auf dem Jupitermond seien Bruchlinien und die schwarzen Flecken auf dem Jupiter selbst Folgen von Meteoriten-Einschlägen. Klingt vernünftig und stimmt mit großer Wahrscheinlichkeit auch. Trotzdem sollte man DOR-Linien und DOR-Wolken nicht ausschließen, die man schließlich auf der Erde direkt beobachten kann.

Was ist mit den Sonnenflecken? Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die Theorie des berühmten britischen Astronomen Fred Hoyle und seines Schülers N. Chandra Wickramasinghe, denen zufolge Viren und Bakterien im kosmischen Staub vorhanden sind und vom Sonnenwind getrieben auf die Erde herunter prasseln.

Die beiden Forscher konnten für die Zeit seit 1761 alle 11 Jahre eine große Grippeepidemie nachweisen. Dabei ist nicht nur auffällig, daß dieser 11-Jahresrhythmus mit der Sonnenfleckenaktivität synchron läuft, sondern auch mit dem Rhythmus, in dem Dürrekatastrophen auftreten.

Vielleicht haben die Grippeepidemien nichts mit „Viren aus dem All“ zu tun, wie Hoyle und Wickramasinghe annehmen, sondern mit einem vermehrten DOR-Gehalt der Erdatmosphäre entsprechend dem periodischen DOR auf der Sonnenoberfläche.

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